Resolution des Vereinigten Sekretariats der IV. Internationale zu POLEN 1. Nach zwei Monaten Streik, woran sich zwei Millionen Arbeiter beteiligten, hat die polnische Arbeiterklasse der bürokrarer Ausweitung auf Osteuropa hat die Arbeiterklasse durch einen direkten und von ihr selbst organisierten Kampf das Recht auf Existenz autanomer Arbeiterteilweise Aufhebung der zensur, den das Streikrecht, die Zugang der Arbeiter zu den Massenmedien, eine größere religiöse Freiheit, die Freilassung politischer Getangenen der Intelligenz, die wegen ihrer Solidaritätsbekundungen mit den Streiken den verhaftet worden waren, sowie das Eingeständnis von der Existenz von weitreichenden materiellen Privilegien und deren teilweise Infragestellung erkämpft Es handelt sich hier um einen Sieg von wirklich historischer Größenordnung für die polnische und internationale Arbeiterklasse.
Trotz aller von seiten der Bürokratie untemommener Anstrengungen, die Streiks einzugrenzen, ,zu spalten und zu ersticken, wobei sie gleich zu Beginn den Arbeitem der zuerst streiken den Fabriken wirtschaftliche Konzessionen machte, wobei sie Informationen zurückhielt, den einen gab, was sie den anderen verweigerte, verzweifelte Anstrengungen untemahm, eine Zentralisierung der Streiks zu verhin dem, trotz ledem haben die polnischen Arbeiter mehrmals hinterein an der ein beredtes . Zeugnis ihrer Solidarität und ihres Oganisationssinnes abgelegt.
Der Streik nahm seinen Anfang in der Fabrik URSUS, die schon 1976 an der Spitze der Streiks gestanden hatte. Die Bewegung weitete sich dann, zuerst mit Hilfe eines seit den Streiks 1970 und ruppiert waren - die sich allerding: darauf beschränkten, die Informationen über die Erfolge der zuerst Streikenden weiterzugeben -, dann mit halb geheimen und halb geduldeten Arbeitermobilisationskomitees, die spontan in mehreren Fabriken entstanden waren, nach und nach von einem Industriebecken zum anderen aus.
28. September 1980 Seit dem 17. Juli nahm der Streik der Eisenbahner von Lublin - 60 km von der sowjetischen Grenze entfemt - praktisch den Umfang eines Generalstreiks an, in den 17 Untemehmen hineingezogen waren und der das ganze Wirtschaftsleben lahmte.
Als die Streikbewegung die baltische Küste erreichte, also den seit den Streiks von 1970 und 1976 am meisten erfahrenen Sektor der Arbeiterklasse, erreichte sie ein höheres organisatorisches und politisches Niveau. Es entstanden überbetriebliche Streikkomitees (MKS). Jenes der Gegend Gdansk-Gdynia-Sopot um taßte etwa 800 Delegierte aus 500 Betrieben und versammelté sich in Permanenz auf der Lenin-Werft. Durch seinen Organisationsgrad und den Grad der Kontrolle uber die drei Städte erreichte es die Schwelle zu einem wirklichen Arbeiterrat. Das Beispiel der MKS weitete sich n viele Regianen aus. In Oberschlesier ründeten die Streikenden, die erst spa• ter in den Kampt getreten waren, aber im Wirtschaftsleben Polens entscheiden des Gewicht haben (die Kohleausfuhren bringen den größten Teil der Devisen ein), einen MKS, der 72 Betriebe um faßte und am 4. September einen noch vontrante Die 2l Punkte des Forderungs als der von Gdansk da• kataloges des MKS von Gdansk-Gdynia- Sopot waren Vorbild für die Forderungsplattformen in verschiedenen Regionen Die Zentralisation aller MKS des Lan de in einem einheitlichen und einzigen zen tralen Streikkomitee war zweifelsohne möglich.
Im übrigen zeigten die Streikenden und hre Führer einen bewunderungswürdiger taktischen Sinn und eine realístische Ein schätzung der Entwicklung des Kratteverhältnisses in der Bürokratie und ihrer Natur. Sie ließen sich auf keine Provokation ein. Sie verwandelten die Fabriken in wirkliche Arbeiterbastionen, weigerten sich, anderswo als in den Fabriken zu verhandeln, llèßen es zu keinerlei Zusammenstößen auf der Straße kommen und lehnten Verhandlungen in den Partel oder staatlichen Verwaltungsbüros ab. Die Selbstorganisation, der frische Wind der Demokratie für die Massen und das moi me de centre der seien en statt und wurden von Versammlungen. der breiten Massen unterbrochen, wo in einer demokratischen Debatte ohne jede Einschränkung jedes Vorgehen kritisch, gesichtet wurde.
Auch weigerten sich die Streikenden, Forderungen auftechtzuerhalten, die die Bürokratie nicht hätte zugestehen können, ohne sofort Selbstmord zu begehen oder ohne einen Bruch mit dem Kreml zu riskieren. Diese Taktik trug auch der Tatne Minderheit der Arbeiterklasse teilnahm. Es handelte sich darum, die Möglichkeiten für die Selbstorganisation der Massen zu erweitern durch einen Sieg. den man gegen die Bürokratie erringen konnte, ohne sich schon in die endgültige Entscheidungsschlacht zu stürzen. Die Zahlen sprechen im Hin blick auf die Ergebnisse dieser Taktik eine beredte Sprache. Während die Zahl der Streikenden zwei Millianen nicht überstieg, hat die Mitgliederzahl der autonomen und selbstverwalteten Gewerkschaft "Solidamosc" (Solidarität) schon den doppelten Stand erreicht. So hat die polnische Arbeiterklasse dank ihres exemplarischen Kampfes vom Juli - August 1980 bereits ein weit höheres Orzanisation sn ive au erreicht als währen ‹ des Streiks selbst 2. Hauptsächlich kann man diesen Sieg erklären a) durch die Verschiebung der Beziehun ses Landes darstellt, dem starken Rückgang des Gewichts der Bauemschaft un c der Kleinbourgeoisie im Vergleich zu dem, das sie noch 1955 hatte, der Ausdehnung der Industrialisierung und der Verstädterung, die Anhebung des Kulturniveaus und des Bildungsstands des Prole tariats etc.:
b) durch das Auftauchen einer Schicht von kämpferischen Arbeiteravantgardisten innerhalb der Arbeiterklasse, die ihre Erfahrungen in den antibürokratischen Kämpfen von 1970, 1976 und 1980 machen kannten und erprobt wurden, un die zum großen Tell ihre Illusionen ir eine Selbstreform der Bürokratie verloren haben, Illusionen, wie sie noch 1956
(Gomulka) und 1970 (Erfahrung mit Giein der die Bürokratie steckt, Spielraum gehörig einschrankt. Nach ler Krise von 1970 ist dem Regime zuerst ein Wirtschaftsboom gelungen, der durch eine wachsende Verschuldung bei den westlichen kapitalistischen Lándem renahrt wurde, um das ansteigende Le- ›en sniveau der Arbeiter als Grundlage dafür herzunehmen, die institutionen und sozialen Organisationen wieder in den Griff zu bekommen, vor allem die Gewerkschatten d.h um eine stabile Kontrolle über die Arbeiterklasse wieder errichten zu können; Indes hatten Verschwendung, bürokratische Wurstigkeit und Korruption, zahlrelche Parallelin vestitionen, Egoismus für die eigene Region oder das eigene Unternehmen - alles Mangel, die ohne wirkliche Kontrolle von unten nicht zu vermeiden sind - sowie die Auswirkungen der kapitalistischen Wirtschaftskrise, welche die Bürokratie nicht vorhergesehen hatte, zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten geführt (vor allem, was die Versorgung der Werktätigen mit Lebensmitteln und Konsumgutem angeht), welche das Regime zweimal, 1976 und 1979-80, durch Senkung des Lebensstandards der Arbeiter zu lösen versuchte, worauf aber das Proletariat mit zunehmender Stärke antwortete.
d) durch das Scheitem der bürokratischen Manöver, die anti-bürokratische Opposi tion zu spalten, und durch die Abwesenheit an derer politischer Lösungen, we!che von einer Fraktion der K.P. hätten repräsentiert werden können und die in den Augen der Massen Glaubwürdigkeit gefunden hätten. Als sich 1963 die studentische und intellektuelle Opposition mit dem "Prager Frühling" solidarisierte, blieb sie weitgehend von der Arbeiterklasse isoliert. Hingegen hat umgekenn die Arbeiterrevolte von 1970-71 fast kein Echo in der Intelligenz gefunden, Zwischen 1976 und 1979 wurde Glereks Prestige durch die Streiks von 1976 und die Konzessionen, die er den Arbeitem hatte machen müssen, unterhöhlt. Es entstand eine intellektuelle Opposition, die sich in der Tat das Recht halb-legaler Veröffentlichungen erkämpfte ( "KOR" telle, nationalistische Gruppen etc.). "Robotnik" , katholische Intellek- Selbst innerhalb der K.P. und an threm Rande tauchten erste schüchteme Oppositionsten den zen auf; sie waren aber unfahig, eine Plattiorm vorzulegen oder Führer mit Prestige bei den Massen vorzuweisen. Während aber zahlreiche Tendenzen der intellektuellen Opposition und die Kirche bereit waren, jeden direkten Zusammenstoß mit der Bürokratie, jeden Massenkampf zu vermeiden und sich mit einer Politik der Wamungen und des Drucks auf die Bürokratle begnügte, hat die enorme Welle von Arbeiterkämpfen im Sommer 1980 die Situation qualitativ verändert. Sie hat tatsächlidı die ungeheure Mehrheit der Volksmassen der Stadte und des Landes in der Unterstutzung der Arbeiterstrelks vereinigt. Während sich so fast das ganze Land der Tiefe der Krise, die das Land erschüttert, bewußt ist, ist es die Arbeiterklas se. die durch ihren Kampf die soziale Hegemonie innerhalb der bürokrätischen Opposition errungen hat. Wenn man von den solchen Ausmaßen und solcher Daue sich in einem bürokratisierten Arbeiter staat entwickelt. So kündigt sich bereits die kommende politische Revolution in der UdSSR, wo das soziale Kräfteverhältnis in etwa dem Polens entspricht, wenn nicht günstiger ist, an. Was in diesen Ländern auf der Tagesordnung steht, ist nicht die soziale Konterrevolution oder die Wiedererrichtung des Kapitalismus, der in diesen Ländem nur noch eine geringe oder verschwindende soziale Basis hat. Was auf der Tagesordnung steht, das ist die Ersetzung der totalitären Diktatur der Bürokratie durch ein In-die- Hand-nehmen der Staatsführung und der Wirtschaftslenkung durch die Arbeiterklasse selbst, die auf der Basis demokratischer selbstorganisation vereinigt ist, also auf der Grundlage der sozialistischen Demokratie, und die die wirtschaftlichen Grundlagen des Arbeiterstaates nicht in fragestellt, wie dies wieder so schön (nach Ungar und der Tschechoslowakei) durch das Verhalten der polnischen Streikenden den ganzen Sommer 80 hindurch bewiesen worden ist. Das Ziel der polnischen Arbeiter ist die Arbeiterdemokratie und der Sozialismus.
Das Zusammenfallen der sich verschär fenden Krise des Kapitalismus und des "Sozialismus" . der heftige Widerstand, mit dem die Arbeiterklasse des kapitalistischen Europa sich gegen die Austeritätsoffensive des Kapitals zur wehr setzt, der Sturz der Diktaturen des Schah und Somoz as unter den Schlagen gigantischer Massenmobilisierungen, die wachsenden inner-bürokratischen Spannungen auf intemationaler Ebene, die eurokommunistischen Kritiken gegenüber der Politik des Kreml, die langfristigen Auswirkungen des Einmarsches in die Tschechoslowakei, das Auf-der-Stelle-treten der sowjetischen intervention in Aignanistan, kurz, alle die Faktoren, die die Verănderung des Kräfteverhältnisses auf internationaler Ebene zuungunsten des Impe rialismus und des Kapitalismus anzeigen, sowie die neuen Fortschritte der Weltrevolution machen einen erneuten Einmarsch der Sowjets in Polen viel schwienger. wenn es auch unverantwortlich ware, die Möglichkeit einer Intervention auszuschließen, so ist sie doch un vergleichlich viel schwienger als in der Vergangenheit, und die Bürokratie hätte sie mit einem unvergleichlich höheren Preis zu bezahlen, auch in der Sowjet union selbst. Die Gesamtheit des internationalen Kontexts hat die Massenaktionen der polnischen Arbeiterklasse und ihren Willen, der Bürokratie wirkliche Zugeständnisse abzuringen, gefördert.
3. Wenn die polnischen Arbei- der Verstaatlichung der wichtigsten Proter auch er gerade haben haber einen da- duktionsmittel und Tauschmittel berubt, sie doch noch lange keiner endgültigen Sieg iber die Bürokratie errungen. Diese führen unmittelbar zu Fragen der Neu bleibt Herrin iber den Staats- ordnung der Produktion zur Infragestelapparat. Sie kontrolliert weiterhin das lung der Wirtschaftspolitik, der Verăn gesellschaftliche Mehrprodukt und da - derung des Plans, der veränderten Verlurch alle entscheidenden Sektoren der teilung des Nationaleinkommens und des Nationalprodukts zwischen den grossen Einheiten (Konsumfonds und Investitionsfonds; produktiver und unproduktivel schüttert worden, Konsumfonds; Investitionstonds in de machen, die vor kurzer Zeit noch un - Industrie und der Landwirtschaft; in der denkbar gewesen wären. Aber ihre Macht Produktion und den Dienstleistungen bleibt real und bedeutend. Verteilung, Transport etc.. individueller und sozialer Konsumfonds etc.). in des sind die ihr von der polnischer Arbeiterklasse entrissenen Konzessionen Die polnischen Arbeiter wissen sehr ge auf längere Sicht unverträglich mit der nau Bescheid über die skandalösen Dís Aufrechterhaltung der Macht der Buro- roportionalitäten wie sie durch inko- Die Bürokratie ist keine neue herr- ärente und absurde Investitionsentscheischende Klasse. Sie spielt keine ökono- lassiereit, Koruption und wilkurlichmisch notwendige oder unersetzliche Rolle in der Gesellschaft. Die Arbeiterklas- keit der bürokratischen Planung, se ist ganz und gar in der Lage, Kontrolle der Massen entzogen sind, enttungsfunktion auszuüben, die die Bürokratie an sich gerissen hat. Auf die Dauer kann die Bürokratie ihre Macht nur auf der Grundlage der Passivität und der poli- höhung der Gehal ter er Produktion beglei- soweit sie nicht tischen Atomisierung der Arbeiterklasse von einer Erhöhung Wenn diese auf Dauer und mas- tet wird, automatisch die Inflation nachsiv die bürokratische Leitung angreitt, also sich damit das Lebensniveau wird die bürokratische Diktatur unwei- der Massen kaum verbessere" • haben sie gerlich zusammenbrechen. zwei völlig richtige Antworten entgegen gehalten.
Deshalb stellt das Auftauchen einer von Zuerst sind es nicht nur die Arbeiter, der Bürokratie unabhängigen und massen - die konsumieren, sondern auch die Büroveise organisierten Arbeiterbewegung kraten und die wohlhabenden Kleinbürger. die Millionen Arbeiter umfaßt, eine Le- Wenn man deren Anteil reduziert, ihre bensbedrohung für die bürokratische Dik- Privilegien angreilt, die Gleichheit ertatur dar. Beide können nicht lange ne- höht, kann man auch ohne Erhöhung der beneinander existieren. Entweder wird Produktion den Konsum der Arbeiter stei die autonome Arbeiterbewegung in einer Reihe von Auseinandersetzungen schließlich die politische Macht der Bü- Dann aber ist eine Erhöhung der Produk rokratie niederkämpfen und eine siegrei- tion nicht notwendigerweise mit einer erche antibürokratische Revolution durchführen, die zur Errichtung von demokra- neuten Erhöhung der Investitionen, weltisch gewählten und zentralisierten Ar- che durch die Senkung der Konsumtion beiterräten und deren Machteroberung der Arbeiter bezahlt würde, verbunden. führen wird. Ober aber die polnische Sie kann genausogut durch eine bessere Bürokratie wird mit krattiger Unterstüt- Verwendung der zur Produktion nötigen zung und angespornt von der sowjetischen Ressourcen, die fast immer zu wenig Bürokratie und der anderer "Bruderlän - genutzt werden, durch ein besseres Gleichgewicht zwischen der industriellen der" nacheinander eine um die andere der von den Arbeitem ihr am 31. August und der landwirtschaftlichen Produktion entrissenen Errungenschaften rückgängig oder durch die Aufhebung der Mißbräumachen, eliminieren, zerstören. che der bürokratischen Lenkung, Gleichgültigkeit der Arbeiter der Produk- Weil sie diesen zuklinftigen Zusammen - tion gegenüber führt, bewerkstelligt werstoß voraussehen, strengen sich gewisse Strömungen innerhalb der politischen Diese Art, nach den Ursachen der Wirtpolnischen Opposition, innerhalb der Ar- schaftskrise, die Polen erschüttert, eiterklasse und selbst innerhalb der fragen, führt die Arbeiterklasse auf den Avantgarde, die den Streik geleitet hat, Weg der Arbeiterkontrolle, eine Forde n, ihm aus dem Wege zu gehen und zi rung, die bereits in verschiedenen Stad versuchen, lie Aktivitäten der autonc ten und Betrieben erhoben worden ist. men selbstverwalteten Gewerkschaft in - Oder mit anderen Worten: im Rahmen nerhalb der strikten Verteidigung der eines Arbeiterstaates wie Polen führt jevirtschaftlichen Tagesinteressen zu nal de vit zur formule rung einer ten. Die Bürokratie 1 hrerseits konzentrier bereits zu dem Zeitpunkt, wo sie mit der der Bürokratie ihren Korruptions- tiven Wirtschaftspolitik. Das schränkungs- und Liquidationsversuchen war bereits in den 21 Eingangsforderungen ler wichtigsten Errungenschaften des Au- des MKS von Gdansk-Gdynia klar ausge gust 1990 einsetzt, alle ihre Anstrengun gen in die gleiche Richtung: die neue Gewerkschaft soll nach ihren Vorstellun - Es ist heute noch zu früh zu sagen, ob gen ein Organ zur Verteidigung der be- die Ausarbeitung solcher Alternativvor sonderen Interessen der verschiedenen schläge über die Gewerkschaft oder uber Sektoren der Arbeiterklasse im Konsum andere Organe wie die Fabrikräte, deren bereich sein, mehr nicht. "legale" Existenz in Polen dank der Ge setzgebung von 1945 und 1956 gewahrt Diese Versuche sind zum Scheitern ver bleibt, obwohl solche Rite als autonome urtellt. In einer Gesellschaft, die auf Organe der Klasse kaum existieren, gehen wird. Im Rahmen solcher Organe wird die Pluralität der Vorschläge zur Wirtschafts- und Sozialpoutik unweigerlich zur Pluralität der Tendenzen un politischen Parteien führen. Aber welcnes auch immer das Organ sein wird, das den Willen der Arbeiter nach einer anderen Wirtschafts - und Sozialpolitik als die der Bürokratie zusammenfaßt und ausdrückt, ist es doch diese Forderung schon an sich und nicht die Wahl des bestimmten Organs, die mit der Macht der Bürokratie unvereinbar ist. In einem Arbeiterstaat aber führt jede massenhafte autonome Organisierung der Arbeiter unwillkürlich dazu.
diese Forderung aufzustellen.
Deshalb ist auch der Konflikt zwischen den aus der Bewegung des August 1980 geborenen Strukturen und der bürokratischen Diktatur un vermeidlich. Die eine wird die andere in die Enge treiben und beseitigen.
Sofort nach dem Abschluß der Verträge vom 31. August und 4. September versuchte die Bürokratie, die Errungenschaften der Streiks anzuknabbem. Sie hat dem Aufbau der neuen unabhangigen und selbstverwalteten Gewerkschafter nicht nur in den Häfen des Baltikums Knüppel zwischen die Beine gelegt. Uberall - auch in Gdansk - hat sie versucht, das Erscheinen einer von den Arbeitem selbst kontrollierten Arbeiterpresse zu be- oder gar verhindem. Sie hat ihre Spaltungsman över und ihre integrationsversuche den neuen Gewerkschaften gegenüber vervieltacht, einerseits, indem sie Druck auf die Arbeiter ausübte und ihnen mit dem Verlust von sozialen Vorteilen im Falle eines Austritts aus den offiziellen Gewerkschaften drohte, andererseits, indem sie jene umzumodein versuchte, wobei sie von den alten, von oben em annten Führem gedeckt wurde und sie einfach zu einem integralen Bestandteil der neven unabhängigen Gewerkschaften zu machen versuchte. Es handelt sich hier nur um die ersten Geplänkel. Weitere, härtere Zusammenstöße werden sich ereignen, auch der Einsatz von Repressionsorganen. Bislang haben die Arbeiter Zug um Zug widerstanden, wobei sie nicht zögerten, mit Streik zu drohen oder sofort wieder in den Streik zu treten, um die Einhaltung der Vereinbarungen von Ende August/Anfang September durchzusetzen. 4. Was den Prozess des Angreitens gegen die politische Macht der Bürokratie aber langsamer und schwieriger vonstatten gehen läßt, ist der Widerspruch zwischen der Schlagkraft, dem Bewußtsein und terkämpfe in Osteuropa spielt eine ahnliche Rolle. Hierbei handelt es sich zweifellos um die Hauptwidersprüche der aktueller Krise in Polen, olme die die Mach der Bürokratie mit einem Schlag hinweggefegt worden wäre.
Dieser Widerspruch zeigt sich auf zwei tent auf den berner en den Um die schlimme Rolle der katholischen Ebenen. Zuerst innerhalb der selbstver- ruht auf den und kleinbürgerlichen Ideologien innerwalteten Gewerkschaft selbci, wo man des Stalinismus auf halb der Arbeiterklasse bekämpfen zu mindestens drei unterschiedliche Grup- die polnische Arbeiterbewe- können, müssen die revolutionären Marben von Arbeitem unterscheiden muß: gung im Verlauf der letzten xisten vor allem die spezifischen Bedindie, die im Juli-August die am weite- gamit der beein der mischen. rungen begreifen, unter dener sten fortgeschrittenen Kampfformen und İsche Wiedererwachen der polnischen Selbstorganisationsformen durchgemacht und moralischen Integrität der KP durch Arbeiterklasse sich vollzieht. Für alle, haben (also vor allem die Arbeiter des die sich auf den revolutionăren Sozialismus , auf den Marxismus, auch die von URSUS und anderen Avant- schen Kommunismus berufen, garde-Betrieben); die, die an der Streik- les Sektierertum forder Arbeiterklasse unerbittliche Verteidigung möglichst ein besonderes Augenmerk auf die ewegung vom Juli-September teilgehaben, ohne aber die fortge- isolierte. Er hat dann später die KP auch umfassen der demokratischer Rechte für schrittensten Formen der selbstorganisa- formal aufgelöst und fast alle Führungs- die arbeitenden Massen zu legen. Sie tion erreichen zu können; sowie die, kader in der Zeit zwischen 1937 und 41 werden nicht nur das Streikrecht und das in dieser Zeit nicht in den Streik getre- physisch liquidiert. Dann hat er mittel- Recht, sich frei zu organisieren, verteiten waren, dann aber in die Ränge der måßige Bürokraten an die Macht ge- ligen, sondem auch die Versammlungsneuen Gewerkschaften eintraten, die korrupt und dem Kreml auf Presse - und Religionsfreiheit ohne jede das Gros der Arbeiter von Warschau und Treu und Glauben ergeben, zumeist aus Restriktion. Weit davon entfemt den beiden wichtigsten In dustrie- dem Schoß einer ausländischen Armee Zugang der Kirche zu Radio und Femsehochburgen des Landes. kamen und von den breiten Massen als hen zu kritisieren, wie er von den Strei- Arbeitera vantgarde und vor allem der ausländische Agenten angesehen wurden. ken den in Gdansk durchgesetzt wurde, durch große Massen anerkannten Arbel- Schließlich hat er im Verlauf der letzten oder sich ihm gar in den terführer ist nach den drei Kategorien dreißig Jahre das Proletariat in einem werden sie ihn als einen Schritt vorwärts spürbar unterschiedlich. chauvinistischen Geist "erzogen" und n Richtung hin zur Aufhebung des Mono damit die wirklich intemationalistische ›ols der Bürokratie über die Massenme- Dann besteht bei der allergrößten Mehr- Tradition der polnischen Arbeiterbewe- dien begrüßen. Aber sie werden heit der polnischen Arbeiter ein frappie- sun selbstätigkeit oder kritische Aktien wobei jede Außerung recht der katholischen render Kontrast zwischen ihrem Klasseninstinkt und elementarem Klassenbewußt- von seiten der Arbeiter erstickt wurden. mung zugestanden worden ist, sein, die ziemlich entwickelt sind, und Er erhob 1956 die Tätigkeit der katho- Blechalb der besterómee allen Strömunger dem sehr niedrigen politischen Bewußt- lischen Hierarchie auf die Ebene einer sein. Mit anderen Worten, ein Großtell alleinigen quasi-legalen Oppositions- gung und der Opposition wahrt werden muß: den freien Gedes polnischen Proletariats ist noch durch form der Massen im Lande, unterwarf eine weitgehende polltisch-ideologische aber die Kirche dabei tausenderlei klein- werkschaften, der KOR, den syndikali- Kon fusion gekennzeichnet. Dies zeigt stischen Strömungen sowie den verschiesich durch den sehr starken Einfluß der denen sozialistischen und kommunisti- Wie könnte man sich also wundem, daß schen Oppositionsströmungen.
Ematich: Menburger chan stoman durch die Präsenz von na- Die Religion und die Pfaffen durch admus mit dem staatlichen Dogma identi- ministrative oder repressive Mittel zu befiziert wird, die Religion in den Augen kämpfen, führt genau in die falsche von anarcho-syn di kalistischen Tenden - ler Massen anziehender erscheint af Richtung und kann nur ihre Bedeutung zen auf dem linken Flügel der sich im jede Ideologie, die im Hinblick auf die innerhalb der Massen verstärken. Aufbau befindlichen selbständigen Ar- verhaßte bürokratische Diktatur als konformistisch gilt? Der einzig wirklich wirkungsvolle Kampf gegen diese reaktionären Ideologien ist Der entscheidende Grund für diese po- Grundsätzlich impliziert diese ideolo- die offene politische und ideologische litisch-ideologische Konfusion liegt kei- Debatte, wobei die Hierarchie gezwunneswegs im Druck eines kleinbürgerlichen beiterklasse, die die große Mehrheit gen werden muß, ihre Position zu den Milieus (die Bauern) noch im Druck der der polnischen Bevölkerung ausmacht, großen Problemen der Zeit bekanntzugebereits jetzt die soziale Hegemonie inwilke en die bre wer muter nerhalb der antibürokratischen Opposiion errungen hat, sie noch nich war als heute, war die polnische Arbei- Ile politische Hegemonie in Wyszyinski im August; wie die stellungterklasse eine der fortgeschrittensten in nerhalb dieser Opposition er- nahmen der Bischöfe gegen Abtreibung ganz Europa im Hinblick auf ihr Klassen- reicht hat. und Geburtenkontrolle - schließlich dazu führen werden, ihren EinfluB aut das Die politische Entwicklung des Landes in Proletariat und die Jugend einzuschrän- Die politische Tradition der polnischen den kommenden Monaten und janren, ken, unter der Bedingung, Arbeiterbewegung ist besonders ein drucks- Ausgang des Zusammenstoßes mit der Bü- die Massen andere Altemativen zum Sta voll und glorreich, Unter den jüdischen die Chancen eines Erfolges der Arbeitem Polens entstand die erste sozia- antibürokratischen Revolution, die sich Im übrigen sind die Anklagen, istische Organisation im zaristische hängen in bedeutendem Um- Rolle der Kirche und anderer kleinbürle zur Geburt der SDAPR (SO fanab, nach der Einung der organato- ahvon der Finigkeit der Arbelten sar- zerlicher Kräfte, die unter den Streiken zialdemokratische Arbeiterpartel Ruß- den und bei der antibürokratischen Oppolands) und darüber zur Entstehung des rischen Unabhängigkeit auch die politi- heuchlerischere sis sie von den Wortun- umso Bolschewismus geführt hat. In der Zeit che Klassenunabhängigkeit zu erringen, neu chierischer, der Zweiten Intemationale war es die rem oder den offenen und scheinhelligen polnische Sozialdemokratie von kosa tion der sozialistischen Demokratie ge- Apologeten (Lobhudlem) der bürokratidie revolutionär-sozialistí- genüber der bürokratischen Diktatur. schen Diktatur kommen, die natürlich sche Kader hervorgebracht hat, leicht zu einer gemeinsamen politischen ter den Kommunismus in mindestens Diese Wiedererringung der politischen Sprache mit jenen Kräften findet. Paradrei Ländem propagiert und bereichert Autonomie wird in der selbständigen Mas- doxerweise ist es ja gerade der Appell haben. Mit den russischen Bolschewiken en organisation, wie sie gerade entsteht ans nationale Interesse, also den Natiound den deutschen Spartakisten waren ind in den Erfahrungen der Kämpfe nalismus, die polnischen Intemationalisten der Vor- jede Phase begleiten und begleiten wertrupp von Zimmerwald und des Kampfes den, in großei Umfange schöpfen. Aber was dem gewandtesten Flügel der Büroregen den Sozialpatriotismus. In der PC- sie wird nicht auf einen rein spontanen kratie im August 1980 erlaubt hat, sich ¡lode 1918 -1925 war die polnische kom- Prozess beschränkt sein können. ein Echo sowohl innerhalb der Intellímunistische Partei eine der einflußreich- wesenheit einer in der Arbeiterklasse ver- genz als auch der katholischen Hierarsten in Europa. ankerten revolutionär-marxistischen Strö- chie als auch einem Tell der Streiken mung, die fähig ist, mit den Massen zu den zu verschaffen. Aber je mehr die Kample unterate, dabei aber cite tie- und die alle Ihre Forderungen und selbständige Organisierung und das Selbstvertrauen der Arbeiterklasse voran komwie sie den auf ihrem Programm besteht, men, umso mehr wird diese Basis des nerhalb der polnischen Arbel- zweifellos eine bedeutende Rolle in die- "Dialogs" innerhalb der Arbeiterschaft sem Zusammenhang spielen. zerfallen.
5. In der polnischen nachkapitalistischen Gesellschaft behalten zwei weitere Klassen ein wenn auch hinsichtlich des Proletariats eingeschränktes Gewicht: die Bauemschaft und die städtische Klein bourgeoisie.
Die polnische Bauemschaft ist erheblich schwåcher als 1939 oder noch 1956. Nach- Nachdem sie das Ende der Zwangskollektivierung und die Rückkehr zum Privateigentum 1956 zugestanden erhalten hatte, ist sie heute außerordentlich differenziert. Die Mehrheit der kleinen Bauem ist sehr arm und vertügt nur über 1-1,5 ha Land, das auf archaische Weise bebaut wird, ohne daß die Bauem über mechanische Arbeitsgeräte vertugten. Sie haben bereits bedeutende Kämpe gerne wie etwa den Milchstrelk vo 3. Im übrigen beginnen sie, sich zl organisieren.
Diese Masse der kleinen Bauem versteht die Wohlbegründetheit der Arbeiterstreiks vom Sommer 1980 und hat sich offen mit ihnen solidarisiert. Sie haben schon begannen, Organisationer les gleichen Typs wie die Arbeiterklasse zu errichten: eigenen, selbstverwaltete Bauemgewerkschaften, welche zur Ausarbeitung von Lösungsvorschlägen kennen, mmie dringendsten rolenen der versorgung der stadte mit Lebensmitteln und die der armen Bauem mit Industriegüter zu bewältigen.
Im Augenblick würde die Zusammen arbeit auf der Ebene der selbstverwalteten Organisationen das Terrain für eine solide Allianz zwischen Arbeitern und Bauern auf wirtschaftlichem Gebiet für den Zeitpunkt nach der politischen Revolution bereiten, etwa durch den Aufbau von Bauemkooperativen, welche auf freien Zusammenschluß ohne jeden Zwang gegründet durch die massive Einführung von modemen landwirtschaftlichen Maschinen in die Kooperativen stmuliert und dadurch von Beginn an ihren Mitgliedem ein deutlich höheres Lebensund Kultumiveau im Vergleich zu ihrem jetzigen Elend sichem würden. So werden die jetzt schon anzuknüpfenden Verbindungen zwischen autonomen Arbeitergewerkschaften und den freien Gewerkschaften der armen Bauem zur Integration von Arbeiterräten und Räten der armen Bauem in das sozialistische und demokratische Polen von morgen führen.
Das Vorhandensein eines Halbproletariats von 3-4 Millionen Personen auf dem Lande - kleine Bauem, die außerdem in der Stadt gegen Lohn arbeiten erzeugt eine natürliche soziale Bindung zwischen den beiden Klassen, die zuerst die Entstehung von freien Bauemgewerkseigen wirdann van Bauemräten begün- Neben dieser Masse von armen Bauem gibt es eine Minderheit wohlhaben der, die sich in den vergangenen 25 janren ganz schön bereichert haben. Pro Bauem nof besitzen sie zwischen 10 und 25 ha Land, was ihnen ein nach modemen Gesichtspunkten geführtes Wirtschaften ermöglicht. Sie vertügen über Maschinen. Diese Bauemschicht hat die Reformen von 1956 als ihren großen Sieg gefeiert. Sie hat starke Bindungen zur Bürokratie (mit der sie vor allem auf lokaler Ebene zusammengeht) wie auch zur katholiüber die überschüssigen Lebensmittel, die zur Versorgung der Städte gebraucht meindend ger bin de da dre eben ist se von dieser Abhängigkeit wegkommt durch die Entwicklung eines modemen, auf Kooperativen beruhenden Sektors von hoher Produktivität, der aus der wiederhergestellten Allianz zwischen Arbeitem und Bauem entstehen muß. Das schnelle Voranschreiten der In du strialisierung, der Verstädterung und der Alphabetisierung sahen in Polen eine intellektuelle kleinbürgerliche Schicht entstehen, die bedeutend umtangreicher ist als in der Vergangenheit. Zu dieser muß man auch, vor allem seit den Reformen von 1956 und 1970-71, eine Schicht unabhängiger Kleinuntemehmer, vor allem im Dienstleistungsektor, hinzurechnen, die sich gleich den begüterten Bauern schnell bereichert haben. Während die letzteren mit der Bürokrasteht die erstere in widersprüchlicherem Verhältnis zur Bürokratie. Wenn diese auch mehrmals (1956, 1968, 1970-71)einen Gelst von Nörgelei oder heftigerer nuscher Opposition gezeigt hat, de einen besonders deutlichen Ausdruck im Bereich der Kunst gefunden hat (Kino, Theater, Plakate, Literatur) oder in bestimmten Sozialwissenschaften, so ist der doch mehr enchen igh enention der Machthabenden und hat nur noch geringe Verbindungen zum Marxismus. Auch akzeptiert diese Schicht eine Reihe von politischen Axiomen der Bürokratie, etwa, daß sie zwischen 1977 und 1980 die Tendenz hatte, eine gegen die Arbeiter gerichtete Sparpolitik als un vermeidlich anzusehen oder ohne weiteres der Erpressung mit der "sowjetischen Intervention" nachzugeben. Selbst bis in den KOR hinein macht sich ihr Einfluß geltend. Aber die stärkende Ertahrung des grosen Arbeiterstreiks vom Sommer 1980 und sein Erfolg - einer noch un vorher gesehener als der andere - wird wahrscheinlich eine neue Differenzierung innerhalb der Intelligenz auslösen. Die glorreiche Tradition des polnischen Marxismus, die vom Stalinismus zerstört worden ist, wird sich kräftig erheben; daran kann für uns kein Zweifel bestehen. 6. Durch die Streikwelle wurde die polnische Bürokratie tief erschüttert; sie spaltet sich in der Frage nach der zu geben den Antwort mehr und mehr. Als das Gespenst eines nationalen Generalstreiks auftauchte, verwandelte sich die Spaltung in Panik. Man kann die Kapitulation vom 31. August und 4. September nur mit dieser Panik erklären. Man mußte um jeden Preis eine Bewe- : gung aufhalten, die man nicht mehr un terdrücken, im Zaume halten oder spal-
ten konnte, wobel man entschlossen war, el Abflauen der Bewegung den größter Teil der Kanzessionen zuruckzunenmen dies war die Taktik, für die sich die Burokratie schließlich entschlossen hat, nicht ohne zu bedeutenden Veränderuntaktischen Probleme, vor die eine autone Reihe neuer Spaltungen und Umschichtungen innerhalb der Führung der KP verursachen.
Die sowjetische Bürokratie war zuerst verärgert durch die offensichtliche Un- (higkeit Ihres polnischen Verbündeten, die Kontrolle über die Arbeiterklasse wiederherzustellen, dann zutiefst beunruhigt über den Umfang der Zugestandnisse die die polnische Führung den Streikenden hatte machen müssen; Sie furchtet zu Recht die intemationalen Auswirkungen dieser Konzessionen auf die anderen "Volksdemokratien", , aber auch auf die UdSSR selbst.
Sie hat auch zugleich auf verschiedenen Ebenen reagiert: indem sie die den diese angegen vom 31. August und 4. September mit Stillschweigen überging, indem sie die strelken den die MKS und schließlích vor allem die freien, selbstverwalteten Gewerkschaften als von "infiltrierten antisozialistischen Elementen" mawas gleichlionen Arbeiter sollen sich vom Feind bel voller Arbeiterdemokratie "manipuleren " lassen I): indem sie offen mit dem Entzug der Wirtschaftshilfe drohte und kaum verhüllt mit einem militärischen Einmarsch; indem sie versuchte die Gesamtheit der osteuropäischen BUrokraten auf einer gemeinsamen Linte zu "versammeln", um dem "polnischen Virus® Einhalt zu gebleten.
von selten chen der durch den Albe der asebe die alle von einem Wiedererwaaus, die Situation nach und nach zu "normalisieren" . Besonders die Bürokratie der DDR, wo die Bevölkerung durch hat weder die Tragweite der Forderun nicht daran, thre Stimme gegen die "an tisozi alistischen Elemente Drahtzieher hinter dem KS teens zu erheben, genauso wie es die Bürokraten in Prag, Sofla und Bukarest getan haben.
Nur die chinesische Bürokratie hat sich anders verhalten, well ate wahrscheinlich filschlicherwelse mit einer sowjetischen Intervention in Polen in kurzer Zeit rechnete und sie deshalb die chinesische Bevölkerung umfassenc gegen diese Aggression mobilisierer wollte. Dieser Irrtum in der Einschätzung hat sich als Bumerang erwiesen, denn in vielen Fabriken haben die chínesischen Arbeiter ähnliche Rechte gefordert, wie sie polnischen gerade erhalten hatten.
Im Augenblick spielt der Kreml noch die Karte des "etappenweisen" in-den- Griff-Kriegens der polnischen Arbeiterklasse durch die Warschauer Bürokratie. Trotzdem bereltet sie das Terrain für eine radikalere Lösung vor. Je deutlicher die polnische Bürokratie sich als untanig erweisen wird, der selbstorganisation und der Polltisierung der polnischen Arbeiterklasse Einhalt zu ge bieten, desto mehr wird dieser Aufschwung Rückwirkungen auf andere bürokratisierte Arbeiterstaaten haben, und umso stärker wird die Versuchung sein, militärisch zu intervenieren. Technisch und politisch bleibt dies mogich, zumindest solange, wie die politische Revolution nicht in mehreren "Volksdemokratien" zugleich ihren Aufschwung nimmt und das Wiedererwachen der politischen Massenakti vität nicht das sowjetische Proletariat selbst berührt.
Aber genau in diese Richtung arbeitet die ganze Logik der Krise des Stalinismus, der Krise der bürokratischen Diktatur, die alle diese Länder erschüttert. Zwar bleiben die ersten direkten Rückwirkungen der polnischen Streiks bescheiden: Streik der Arbeiter der Reichsbahn der DDR (die aber in Westberlin wohnen); Solldaritätsbewegungen bel Oppositionsgruppen und einigen Kreien junger Leute in mehreren Ländem Osteuropas, Aber je mehr die Existenz, das legale Funktionieren, das Programm die wirkliche Rolle der freien, selbstver walteten Gewerkschaften in Polen bekannt sein werden, umso mehr wird ihre Anziehungskraft sich auf Telle der Arbeiterklasse der "Volksdemokratien" und der UdSSR ausweiten. Deshalb läuft die Zelt zugunsten der polnischen Arbeiterklasse, olange mindestens Ihre Bewegung un Ihre Massenaktivität nicht zurückgehen. Die intemationale Ausweitung dieser Bewegung ist die einzige Garantie gegen eine militärische Intervention des Kreml. Deshalb ist der wirkliche proletarische Intemationalismus heute eine offensichtliche politische Forderung fur die polnische Arbeiterklasse, deren Bedeutung wir unaufhörlich unterstreichen müssen. Die Bourgeolste des kapitalistischen Europa und der Imperialismus insgesamt waren durch den ungeheuren Austies der polnischen Arbeiterklasse nicht weniger erschrocken als die Bürokratlen der Volksdemokratien" und der UdSSR, Sle fürchten die Kraft des polnischen Bei spiels auf die Arbeiterklassen ihrer elgenen Länder, daß nämlich die Arbeiter Westeuropas, Nordamerikas oder Japans nische Antwort" ertellen kännten. Bies den Sparplänen des Kapitals eine " Furcht vereinigt sich mit der der Gewerkschaftsbürokraten, den Bürokraten der KPs und SPs, daß die Arbeiter der kapitalistischen Länder vielleicht auch einten, alte sokratie in den de werkschaften und in den Vollversammlungen der Streikenden demokratisch gewählte Streikkomitees, Deshalb haben alle konservativen Kräfte, obwohl sie alle den polnischen Streiken den eine verbale Baderstützung zukommen leßen und obwohl sie die polnischen Strells für Ihre antikommunistische Propaganda auszunutzen trachteten - darunter auch die Führer der sogenannten "eurokommerung das Ende des Streiks und die ch- munistischen" Parteien - "Weisheit" der Warschauer Führer begrüßt, die einen frontalen Zusammen stoß vermieden hätten.
Aber die praktisch dem Regime von Warschau durch die internationale Bourgeoisie gewährte Unterstützung hat sich nlogt aut platonische Erklärung® beschränkt.
Sie hat die Form von Krediten in Höhe von über 1. Milliarde Dollar angenom men, die der polnischen Bürokratie gewährt worden sind, um ihr zu ermöglichen,, über die augenblicklichen Schwiergkeiten der Bezahlung des Schuldendienstes für das Ausland, díe enorm sind, hinwegzukommen und da rüberhinaus ihr auch einen kleinen Spielraum gegenüber den polnischen Arbeltem als gegen den Druck des Kreml zu Was sowohl die Bourgeoisie wie die Burokratie fürchten wie eine Todesgefahr, İst eine siegreiche antibürokratische Revolution in Polen, die die sozialistische Revolution in Westeuropa, wie auch die Ausweitung der polltischen Revolution auf Osteuropa und die UdSSR mächtig antreiben würde. Das ganze Gebäude der •Zersplitterung des europäischen Proletarats, wie es in Yalta und Potsdam errichtet wurde, wäre vom Einsturz bedroht.
Denen, die sagen, ein Sturz der Bürokratie in Warschau könnte zur Bedrohung Europas und der ganzen Welt durch einen Dritten Weltkrieg führen, antworten wir, daß es sich dabei um eine schamlose Lüge handelt. Umso stärker die Aktivität des Proletariats in Westund Osteuropa oder in jedem anderen Land der Erde wird, umso mehr welcht das Gespenst des Dritten Weltkrieges zurück. Arbeiterklassen, die sich zu MIllionen mobilisieren wie in Frankreich im Mal 1968 oder in Polen im Sommer 1980, sind der beste Damm gegen den selbstmörderischen Wahnsinn eines weltkrieges. Siege des Proletariats im We sten oder Osten Europas hätten tietgret fen de Rückwirkungen auf das Proletariat Amerikas oder der Sowjetunion. Die, die sich am Marsch in den Krieg betelligen, das sind jene, die den Kurs auf die atomare Aufrüstung nahren, ermutigen oder dariae demoralien alten und role- Passivität verurteilen oder gar die Vorbereftungen zum imperlalistischen Krieg offen unterstützen, nicht diejenigen, die auf dem Wege zur Machtergreifung und direkten Ausübung der Macht durch die Arbeiterklasse voranschreiten. 7. Der Streik und Sieg von zwei Millionen polnischen Arbeitern hebt die wachsende Bedeutung, die die antibürokratische politische Revolution 1m Gesamtprozess der Weltrevolution einnimmt, hervor. Sie unterstreichen das immer entscheíden dere Gewicht, welches das Proletari at fortan in allen drei Sektoren der Weltrevolution besitzt: bel der perma-
nenten Revolution in den halbkolonialen tion en den imperialistischen Landea bel der proletarischen revolu und bei der politischen Revolution in den totalitären Arbeiterstaaten. Sie dementieren auf neue und grausame Weise alle deo Adieu zu sagen, well sie die versucht sind, dem Proletariat die Geschichte an der Elle ihrer persön lichen Enttäuschungen messen, da der ungleiche Rythmus der weltrevolution sich nach keinem Stundenplan oder keinen im vorherein konzipierten Schemas richtet. Nach dem Mai 68 mehr als 10 Jahren der beisplelhaften Kampfestätigkeit des italienischen Proletanats, nach dem großartigen Aut schwung des brasilianischen Proletariats nach den spektakulären städtischen Aufständen im Iran und in Nicaragua bestänigen die Streiks in Polen einmal menr die vorhandenen Möglichkeiten zu beisplelhafter Selbstorganisation und die unwiderstehliche Macht von Millionen im Kampf vereinter und vereinigter Arbeiter.
Auf spontane Weise hat die Arbeiterklasse der kapitalistischen Länder mit Sympathie und wachsendem Enthusiasmus den exemplarischen Kampf Ihrer polnischen Klassenbrüder vertolgt. In dem Maße, wie die selbstverwaltete freie Gewerkschaft sich organisiert, verstärkt, die Errungenschatten vom Jull - August 80 verteidigt und sich daran macht, die Fähigkeiten der Arbeiterklasse in die Praxis umzusetzen, eine alternative Wirtschafts- und Sozialpolitik gegen die der Bürokratie auszuarbeiten, wird diese Sympathie von Nachdenken gültiger Altemative zum Kapitalismus, wie das auch beim "Prager-Frühling der Fall war. Als unversöhnliche Gegner von Imperialismus und Kapitalismus können wir uns darüber freuen, denn diese wachsende Bewußtwerdung wird den antiimperialistischen und antikapitalistischen Kampf in den Ländem, wo das Kapital regiert, mehr und mehr nähren. Aber gerade well die hauptsächliche Bedrohung, die auf dem polnischen Sommer" lastet, eine auf eine sowjetische pression bleibt, integraler Bestandtell des weltweiten Aufstleges des Proletariats ist, muß diese allgemeine Sympathie in eine wirklich aktive Solidaritatsbewegung umgesetat werden, um das intemaionale Kräfteverhältnis zugunsten dei Pense i le en sontenger a as repressive Einschreiten der Bürokratie werden. Auf intemationaler Ebene kann die organisierte Arbeiterbewegung, kann die Arbeiterklasse schon jetzt das Kratteverhältnis zugunsten ihrer polnischen Klassenbrüder verändem !
Besonders in der Gewerkschaftsbewegung ist es möglich, schon jetzt die verbin dung der Solidarität zu knüpten mit den polnischen freien Gewerkschaften. Wir müssen verlangen, daß die Gewerkschatten der kapitalistischen Länder und die der Arbeiterstaaten überall, wo sich solche Möglichkeiten auftun - vor allem in Jugoslawien, China und Kuba - Delezationen vor Ort schicken, die sich über die Realität der freien Gewerkschafter in Polen informieren sollen, um ihren rüber zu berichten, was die polnischen eigenen Mitgliedem wahrheitsgetreu dafreien und selbstverwalteten Gewerkschaften nun wirklich sind, um de Entstellungen in der Berichterstattung zu bekämpfen, die die Bürokratie und die Bourgeoisie, jede auf ihre Weise, verbreiten. Die Information muß zur Unterstützung führen: die polnischen Gewerkschaften brauchen Hilfe in Form von Ratschlägen, technischer und finanzieller Unterstützung, beim Aufbau einer unab- Informationskampagnen in der Arbeiterklasse darüber, was die Selbstorganisation des polnischen Proletariats wirklich bedeutet.
Vor allem innerhalb der Gewerkschaftsverbände mit maßgeblichem Einfluß der conte ver lesen Versind in wieder lonialen Ländem) nehmen solche syste matischen Solldaritätskampagnen éine besondere Bedeutung an, um dem Druck des Kreml zu begegnen. Ein Ziel, was verfolgt werden muß, ist die Errichtung ›fizieller Beziehungen von Gewerkschaft zu Gewerkschaft zwischen den Gewerkschaftsverbänden einer zunehmenden Zahl von Ländem und der polnischen Zentrale Solídamosc.
Gletchzeitig ist es wichtig, den Kampf gegen die imperialistischen Kriegsdrohungen fortzusetzen, gegen die NATO, antikommunistischen Manövem der heis der intemationalen Abtellung de merkanischen Gewerkschaftsbürokra • tie AFL-CIO entgegenstellen, gegen den reaktlonären Boykott von polnischen Waren durch die Führer der Docker- Gewerkschaft an der Ostküste der Verden können.
Die Kader der IV. Intemationale haben eine besondere Verantwortung bei der Bung. Die finter ation sie dente ziert sich voll und ganz mit den Zielen der polnischen Areiter. Der Aufbau der Soll da rita tsarbeit mit den polischen Arbeltem ist integraler Bestandteil des Aufbaus der IV. Intemationalen. Es lebe die polnische sozialistische und demokra tische Arbeiterrepublik!
Kreml, Finger weg von Polen !
Für das Selbstbestimmungsrecht der polnischen Nation ! Nieder mit der stalini stischen Bürokratie!
Für die politische Revolution in Osteuropa und der UdSSR1
Nieder mit Imperialismus und Kapitalismus!
Für den Sieg der sozlallstischen Revolution in allen kapitalistischen Ländern T
Hoch die Vereinigten Sozialistischen Staaten Eu ropas l Sol
DAR
INPREKORR berichtete im Frühjahr 1980 ausführlich Peru : Bilanz der Wahlen