Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Francois Cazals/Joseph Laredo: Südafrika

Wieder Massenkämpfe

Inprekorr Nr. 126, 3. Juli 1980 · S. 5-7 · 917 Wörter

Südafrika Spanischer Staat Gewerkschaften und Streiks

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tigen Arbeiterkämpfen und dem Wiederaufleben von Aktionen der Stadt-Guerilla. Hier gibt es einen Unterschied zu den die besonders die bürgerlichen Kommen- Aufständen von Soweró, in die fast tatoren beunruhigen. Dies brachte auch 250.000 Arbeiter der Gegend von Johanden Sicherheitsrat der UNO dazu, ein- nesburg verwickelt Avordens/waren, ohne stimmig eine Resolution anzunehmen, die daß jedoch die großen dustriefirmen fordert, daß der Gewalt gegen die afrika- und die Bergwerke, d.h. des Herz jeglicher Bevölkerung dringend ein Ende südafrikapischer Industie, wirklich in gesetzt werden muß, daß sofort Maßnah- Mitleidenschaft gezogen worden wären.

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Heute nun kann man einen Aufschwung der Arbeiterkämpfe von ebensolcher Heftigkeit wie die von 1973 erleben, nur daß die Lohnforderungen mit Forderungen nach Anerkennung und Legalisierung der Gewerkschaften einhergehen. Diese Kämpfe, von denen einige - wie bei FORD in Port Elizabeth Ende 79/Anfang 80 - mit Teilsiegen endeten, zeugen von der neuerlichen Organisierung der schwarzen Arbeiter und dem Grad ihres politischen Bewußtseins.

Zu diesem Wiederaufschwung der Arbeiter- und Schülerkämpfe läuft parallel eine gewisse Reaktivierung von Guerilla- Aktionen des ANC. Am 4. April dieses Jahres griff ein Kommando des ANC eine Polizeistation in einem Vorort von Johannesburg mit automatischen Waffen und Raketenwerfern an.

Aber die spektakulärste Aktion war der Anschlag auf die Öltanks von SASOL in der Nacht vom 1. Juni. Die Reservoirs des Werks SASOL 2 erlitten nur begrenzte Schäden, während die Gebäude der amerikanischen Firma FLUOR nur knapp einer Explosion von drei Bomben. welche von der Armee entschärft wurden. entging.

Der SASOL-Komplex, der aus Kohle Ol herstellt, soll gemäß der Regierungsplanung 1984 die Hälfte des inländischen Bedarfs decken, was eine Einsparung von 350 Mio. Rand im Jahr ausmachen würde (1 Rand = ca. 2,50 bis 2,80 DM). Die Schäden werden auf 7 Mio. Dollar geschätzt. Sowohl wegen der ökonomischen Bedeutung als auch wegen des ausgemählten Ziels - das Symbol der ,ökonomischen Unabhängigkeit" in den Augen der weißen Bourgeoisie - war das Attentat der ANC-Guerilleros ein harter Schlag.

Professor Michael Hough vom Institut für südaırıkanische strategische Studien mußte verblüfft feststellen: Wir waren nicht auf industrielle Sabo tage vorbereitet. In Rhodesien kam so etwas erst in der letzten Phase des Krieges vor. " Man sieht, bis zu welchem Punkt das Selbstvertrauen der rassistischen Führer erschüttert worden sein muß.

Ein System in der Krise

Selbst wenn die aktuell teilweise explosive Situation der sozialen und politischen Widersprüche in der Republik Südafrika der Regierung zu denken geben. wäre es falsch, auf die Unvermeidlichkeit des Sturzes des rassistischen Regimes in nächster Zeit zu schließen. Dafür liegt ein erster Grund in der relativen Schwäche des Organisations- und Bewußtseinsgrades erkennung der Gewerkschaften auf die der nicht-weißen arbeitenden Massen im Tagesordnung. In diesem Sinne sind Vergleich ZU dem militärischen und bereits große Schritte vorwärts gemacht polizeilichen Einschüchterungspotential worden, selbst wenn sie durch jede Welle des Regimes, das über fürchterliche Bürger- der Repression, die die ersten Anzeichen kriegstruppen verfügt, die von allen einer Organisation zerschlägt, zurück- Länder der EG, besonders von Frank- geworfen werden. reich mit aufgebaut wurden. Dieses militärische Potential ist weitaus größer Die antiimperialistischen Aktivisten in als die bewaffneten Kräfte all derjenigen der ganzen Welt haben die unersetzbare neokolonialen Länder, die Südafrika Aufgabe, dazu beizutragen, die repressive umgeben. Macht der weißen Herrschaft zu isolieren und zu schwächen. Wenn die internatio- Die Auflösung der Krise des rassisti- nale Solidaritätsbewegung dafür kämpft, schen Staates zugunsten der nichtweißen daß die imperialistischen .Trusts in der Massen kann also nur nach einer wichti- Südafrikanischen Republik den schwarzen gen Veränderung des inneren Kräfte- Arbeitern die gleichen gewerkschaftlichen verhältnisses geschehen. Eine Verände- Rechte zugestehen, die sie oft in ihrer rung, die die Konsequenz aus einer Neu- Fabrik in Europa strukturierung der politischen Kräfte sein Repression denunziert wird und die muß. Die Guerilla-Taktik, die spektakulär, Hilfe für die gewerkschaftlichen Anfangsaber selbstmörderisch ist, muß aufgege- strukturen systematisiert wird, würde sie ben werden; sie wurde von der stalinisti- wirksam dazu beitragen, die Stunde der schen Strömung, die den ANC führt, fest- sozialen Emanzipation der unterdrückten gelegt hat. Sie muß aufgegeben werden, Schwarzen in Südafrika näherrücken zu selbst wenn die Fragen der Selbstverteidi- lassen. gung der Massenbewegung sich schon bei der kleinsten Demonstration stellen und Zu Südafrika gelöst werden müssen. siehe auch den 4-teiligen Augenzeugenbericht

Zum anderen stellt die Radikalisierung von Ernest HARSCH der Jugend und der Arbeiterklasse den „Südafrika nach Soweto" Kampf für die unabhängige Organisation in Inprekorr 107 (12.7.79) des nichtweißen Proletariats und die An- und 109 (27.9.79) isp Titel Seiten Preis

E. Mandel: Einführung in den Marxismus 240 16,50 H. J. Schulz: Militarismus u. Kapitalismus in der BRD 371 14.- Geist/Wolf: Der A iomverein nach Harrisburg 260 17.- P. Cardorff: Über den Charakter der chinesischen Revolution und der KP China's 198 12.- A. Losso wski: Die Rote Gewerkschaftsinternationale 236 15, J. Moneta: Aufstieg und Niedergang des Stalinismus 184 10.50 Arz/Sauer: Die Entwicklung der sowj. Übergangsgesellschaft 1917-29 82 5.- L. Trotzki: Revolution u. Burgerkrieg in Spanien 208 9.50 1931 • 39 Band 1 + 2 2. Band 300 10,50 F. Lee: Südafrika am Vorabend der Revolution 231 9.- Div. Autoren: DDR' - Die Alternative 84 5.50 P. Cardorff: Die Außenpolitik der VR-China 94 3.90 E. Wollenberg: Als Rotarmist von München 170 5.- L. Trotzki: Frau, Familie, Revolution 48 3.- I. Deutscher: Die sozialistische Konzeption vom Menschen 32 3.- L. Sedov: Rotbuch Moskauer Prozesse 117 4.- I S P . Verlag GmbH Frankfurt/M Internationale Sozialistische Publika tionen. Speicherstr 5, 6 Frankfurt-l

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Iran - Serie Teil I: