Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

China

Ideologie zwischen Kontinuität und Wandel

· Inprekorr Nr. 113, 22. November 1979 · S. 27 · 322 Wörter

China

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Der "grose Sprung nach rorne" so erklärte Ye Jianying, habe zu einer katastrophalen Situation geführt. Und der Ausbruch der Kulturrevolution habe cine Periode von "IO Jahren Anarchie und Terror" eingeleitet. Immerhin sei dies mit der ehrenvollen Alsicht des "Kamp. fes gegen den Revisionismus geschehen. Eind wenn auch die Partri "Fehler" begangen habe. die "Verbrechen" habe einzig Lin Biao und die Viererbande zu verantworten. Was Mao betrifft, so sei er "kein Gout" gewesen. aber der "bedeutendste Vertreter der grossen Kommunistischen Partei und des grossen chinesischen Vol. kes". Das in China und aller Welt tausendfach zitierte Beispiel der "Bauernbrigade von Daschai* wurde soeben in der Volkszeitung wegen ihres L.inksextremismus heftig verurteilt und neue Anhanger von Den Xiaopings sind in führende Organe eingetreten. (So ist der ehemalige Bürgermeister von Peking, l'en Zheu, ins Politibüro zurückgekehrt.) Aber die durch der hemaligen Leibwächter Maos, dem Chef der Sicherheitsdienste und Vi. zepräsidenten Wang Donxing geführte Fraktion wurde noch immer öffentlich reingew aschen. Eine Krise des Regimes

Diese Vorsicht erklärt sich angesichts der Widersprüche, in denen das Regime der Volksrepublik steckt. Ausgehend von einem dop. pelten historischen Misserfolg muss die Führung Den Xiaoping nonc Perspektiven definieren. Die Misserfolge sind einerseits sowohl der "Linksextremismus" und die Politik der "Selbstgenligsamkeit" des grossen Sprungs und der Kulturrevolution: und andererseits das "Moskauer Modell" angewandt unmittelbar nach dem Sieg der Revolution. und die von Lin Shaoqui eingeführte Politik anfangs der 60er Jahre, die die durch die antibürokratische Dynamik der Kulturn-volution hervorgerufenen sozialen Spannungen gewaltig verstärkte. Jede ernsthalte Auseinanderslzung mit der Geschichte der KPCh und der Volksrepublik würde dies doppelte Sackgase aufzeigen und sowohl Deng wie auch Mao in Frages stellen.

Die Situation der chinesischen Führung ist um so delikater. als sich die Krise des Regimes heute auf allen Ebeuen der Macht und der Grsellschaft ausdrückt. Die wirtschaft-