Arbeiterinnen kämpfen von Pina SARDELLA viele davon Gebrauch.) Einige jüngste Beispiele genügen, um zu - Gleichheit für Männer und Frauen bei zeigen, wie seit dem Kampf für spezifider Beschäftigung sche Teilforderungen sich die Frauen ihrer Probleme bewußt geworden sind, sie Unter anderem bedeutet das für die in die Gewerkschaften eingebracht und Väter genauso • wie für die Mütter das zugleich das Problem der politischen Recht auf arbeitsfreie Stunden für die Be- Linie der Führungen aufgestellt haben. schäftigung mit den Kinder. Die Höhe der Rente kann im Todesfall auf jeden Bei Mondadori, einem der wichtigsten der Gatten übertragen werden; das ist eine Verlagsunternehmen, hat eine Gruppe Art Ausgleich für bestimmte Benachteili- von Frauen begonnen, sich zu versamgungen in der Vergangenheit. mein. Sie verlangen einen Raum, wohin sie die Arbeiterinnen zu Versammlungen
Diese auf dem Papier gewonnenen Rech- einladen könnten, um über Probleme der te stehen am Anfangspunkt einer neuen Frauen bei der Arbeit zu diskutieren. Serie von Kämpfen, die die Radikalisierung Unter den angeschnittenen Fragen waren: von Frauen besonders am Arbeitsplatz die Gesundheit, der doppelte Arbeitstag und in den Gewerkschaften ermöglichen. für die Arbeiterinnen, die Benachteiligung von Frauen hinsichtlich Aufstiegsmöglich- Es ist kein Zufall, wenn die Gewerk- keiten und die unbedeutende Rolle, die schaften in den letzen Jahren gezwungen ihnen im politischen und gewerkschaftwaren, sich für die Errungenschaften, lichen Leben zugewiesen wird. An die Probleme und Rechte der Arbeiterinnen Gewerkschaftsführungen wurden Fordezuständig zu fühlen. Die Frauen beginnen rungen weitergeleitet. Zum Beispiel forin den Gewerkschaften eine Rolle zu derten die Frauen die Schaffung eines spielen und sie zwingen die Führungen, spezialisierten medizinischen Dienstes zur sich um die Verteidigung ihrer Rechte Beratung über Probleme der Gesundheit. zu kümmern.
Aber die wichtigste Tatsache, die es zu Sind diese Rechte einmal durchgesetzt, unterstreichen gilt, ist, daß die Frauen- so müssen die Arbeiterinnen, die isoliert kämpfe eine Dynamik haben, die unver- bleiben und oft von den Männern mit meidbar zu einem Zusammenstoß mit Mißtrauen bedacht werden, allgemeineren dem Kapitalismus und seiner Arbeitsorga- Problemen ins Auge sehen, die mit der nisation führt. Dies erzeugt tiefe Wider- Arbeitsorganisation zusammenhängen spruche zur verabschiedeten Strategie der sowie mit jenen Faktoren, die tatsächlich italienischen Gewerkschaftsbewegung, trotz gesetzlicher Bestimmungen eine weiche die 1978 der Versammlung der Benachteiligung der Frauen und vor allem EUR (1) vorgelegte Resolution gebilligt der Mütter bewirken. hat.
Diese Anhebung des Bewußtseinsniveaus der Frauen brachte die Frauen von Mondadori dazu, mit dem Betriebsrat zusammenzuarbeiten, was zur Abfassung eines Grundsatzdokuments führte, in dem eine Reihe von Forderungen aufgestellt wurden. Die Frauen verlangten, daß diese Forderungen bei den Tarifverhandlungen berücksichtigt und in der ganzen Gewerkschaft diskutiert werden sollen. Ausgehend von ihren besonderen Problemen als Frauen formulierten die Arbeiterinnen von Mondadori in ihrem Dokument folgende Forderungen: eher Vermehrung als Verminderung der Zahl von Beschäftigungsarten, wo feste Quoten für Frauen reserviert sein müssen; das Recht zur Kontrolle über Einstellungen; keine Teilzeitarbeit; Herabsetzung der wöchentlichen Arbeitszeit, um das Problem der Arbeitslosigkeit unter der Frauen zu lösen. Während der Debatte über die zu den Tarifverhandlungen 1978 aufzustellenden Forderungen trat die Frauenkoordination der FLM (Metallarbeitergewerkschaft) gegen den von der Gewerkschaftsbürokratie vorgebrachten Vorschlag zur Teilzeitarbeit auf. Sie legten klar, daß der Vorschlag der Führung - durch die Gewerkschaft kontrollierte Zeitarbeit - einen Angriff gegen die Arbeiterinnen bedeutet. Die Frauen erzielten einen ersten Sieg, indem sie erreichten, daß dieser Vorschlag aus der Liste der Gewerkschaftsforderungen gestrichen wurde.
Aber die Frauen der FLM sind nicht dabei stehengeblieben. Sie traten mit gro- Bem Lärm gegen den doppelten Arbeitstag, der von den Frauen ertragen wird, und gegen die Benachteiligungen auf, die sie auf allen Ebenen erleiden, gegen die Lebensbedingungen, die die Frauen dazu zwingen, Teilzeitarbeiten zu suchen und gegen die Folgen, die sich daraus sowohl für die Erlangung einer Qualifikation ableiten als auch für die Möglichkeit, politisch und gewerkschaftlich aktiv zu sein. Die Frauen der FLM verurteilten den Pandolfi-Plan, der besorgniserregende Kürzungen in den Staatsausgaben fordert und dadurch Sparmaßnahmen bei den öffentlichen Dienstleistungen. Die Frauen empfinden ganz besonders die Notwendigkeit, diese Dienste zu erhalten, auszudehnen und zu verbessern.
Auf der Grundlage dieser Forderungen und ausgehend von diesen Problemen sehen die Frauen vom Koordinationskomitee der FLM die Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit als beste und einzige Lösung an, die fähig ist, alle Arbeiter zu einen und eine Garantie gegen das Ansteigen der Arbeitslosigkeit zu bieten.
Diese Beispiele zeigen, daß im Lauf der letzten Jahre das Bewußtseinsniveau der Frauen in den Gewerkschaften und außerhalb gestiegen ist. Dieser Prozeß begann ausgehend von ihren spezifischen Problemen, hat sich aber schnell weiterentwikkelt. Was sie jetzt in Frage stellen, ist die Arbeitsorganisation als Ganzes, die Strategie der Gewerkschaften und die politischen Fragen.
Um die Verstärkung des Gesetzes über die Gleichheit zu erreichen, war ein Kampf nötig und das ist in bestimmten Bereichen hart gewesen. Besonders war das bei den arbeitslosen Jugendlichen der Fall. Das Gesetz 285 bestimmt, daß Listen von Arbeitssuchenden aufgestellt werden und daß die Arbeitgeber verpflichtet sind, sie zu respektieren. Anfangs versuchten die Bosse, sich zu weigem, Frauen einzustellen, indem sie vorgaben, daß die zu besetzenden Stellen „Frauen nicht entsprechen". Harte von den Gewerkschaften geführte Kämpfe haben die Arbeitgeber gezwungen, mit der Benachteiligung von Frauen in diesem Bereich Schluß zu machen.
Außerdem gab es jüngst eine wichtige Aktion in einer großen Automobilfabrik in Mailand. Einige Frauen, die auf der Liste der Arbeitsbewerber bei der Fabrik Alfa standen, waren eingestellt und zur Arbeit an den Herd geschickt worden. In anderen Betrieben führte die Einführung von Nachtschichten zu Kämpfen, nicht nur der Frauen, sondem aller Arbeiter, gegen die schlechten Arbeitsbedingungen und die Nachtarbeit.
Die Frauen sind sensibler gegenüber den Fragen der Gesundheit, der Arbeitsorganisation und der sozialen Dienste: Aber die Lösung dieser Fragen läuft jetzt auf einen Zusammenstoß mit der