Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

China

Neue Möglichkeiten für die politische Revolution?

· Inprekorr Nr. 98, 1. März 1979 · S. 26-27 · 988 Wörter

China Stalinismus und Bürokratie USA und Kanada

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von S.S. WU

Heute ist es klar geworden, daß tergrund wollen wir die Aussichten der litischen Bewußtseins der Massen gemit der Periode seit dem Ende der politischen Revolution in China analy. bremst werden. Ära Mao Zedongs, das durch die mutige sieren und versuchen, unsere Aufgaben in Demonstration am Tien-An-Men-Platz der Revolution zu bestimmen. Obwohl die fast vollständige Isolierung vom S. April 1976 markiert wurd, vor Chinas überwunden ist und heute eher allem anderen die politische Revolution Die "Vier Modernisierungen" sind wie ein Alptraum wirkt, kann die gegenam Horizont aufzieht. Diese Perspektive kein Allheilmittel wärtige chinesische Politik auf außenpogründet sich heute nicht mehr allein auf litischer Ebene in keiner Weise internader richtigen Theorie der revolutionären tionale oder regionale Bedingungen schaf- Marxisten, sondern objektiv auf der Zwei Jahre nach dem Sturz der "Vierer- fen, die langfristig dem Aufbau des tiefen Krise des Maoismus, die sich gleich- bande" hat die Wirklichkeit die Politik Sozialismus in China zugute kämen. zeitig in allen Bereichen zeigt: In der der "Vier Modernisierungen".(1) das als Ideologie wie in der Politik, innenpoli- Wundermittel die chinesische Bürokratie l Die "Vier Modernisierungen" sind mehr tisch wie auch außenpolitisch. vor der Krise, in der sie steckt, retten als lediglich Wirtschaftspolitik. Sie sind sollte , untauglich werden lassen. Im Land die Achse der chinesischen Innen-, Die chinesischen Massen befreien sich selbst konnte diese Politik weder alle Außen- und Wirtschaftspolitik. Schritt für Schritt vom Ideologischen Sys- Teile der Bürokratle ideologisch und politem und von den Fallen des Maoismus. In tisch vereinheitlichen, noch konnte die Die Politik der "Vier Modernisieembryonaler Form nehmen die Ideen der Einheit von herrschender Bürokratie und rungen" bedeutet die zweite grundlegensozialistischen Demokratie im politischen unterdrückten Massen wiederhergestellt de und drastische Neuorientierung der Bewußtsein Gestalt an. Auf diesem Hin- und die unabhängige Entwicklung des po- chinesischen Generallinie. In der Zeit vom -

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Sieg der chinesischen Revolution bis Anfang der 60er Jahre bestand die Generallinie (lunas in des Allianz mit dem sowjetischen Block und dem Widerstand gegen die vom Imperialismus aufgezwungene Isolation. Die Spaltung und der Bruch mit der Sowjetunion setzten dieser generellen Orientierung em Ende und führten zum ersten grundlegenden Schwenk in le: Generallinie

In einer Situntion, als der Imperialismus stark genug was. gegenuher China eine Politik der Orarantane durchzusetzen, war die chesische Burokratie gezwungen, sich gleichzeitig gegen die Feindseligkeit und die Blockade der imperialistischen Staaten und des Ostblocks zu stellen. Auf diesenı Hintergrund der internationalen Isolation war die Politik des "Vertrauens auf die eigene Kraft" viel eher eine moralische Rationalisierung als eine brauchbare freiwillige Politik, die in der Lage gewesen Wäre, China von den gröbsten objektiven Schwierigkeiten zu befreien. Heute gibt es die chinesische Bürokratie freimütig zu, daß die Konzequenzen dieser ultraisolationistischen und ultravoluntaristischen Politik die Wirtschaft am Ende der 60er Jahre an den Rand des Zusammenbruchs gebracht hatte. Da diese Politik sich objektiv als ungangbar erwies, war die chinesische Bürokratie zu völliger Neubesinnung und Neuorientierung gezwungen. Die wachsenden eigenen Schwierigkeiten des Imperialismus boten einen plausiblen Vorwand für eine solche neue Ausrichtung. Unter dem Druck wachsender Hindernisse in Vietnam und der internationalen Instabilität des Kapitalismus suchte der amerikanische Imperialismus unter der Regierung Nixon eine Annäherung an China. Die chinesische Bürokratie stand Chinas schändliche Haltung drückt sich in erster Linie in seinem reaktionären Verhalten gegenuber dem revolutionären Aufstand gegen das Schaltregime im Iran und seiner feindseligen Politik gegenüber Vietnam aus. China hat sich als eisener Verteidiger imperialistischer Interessen, von Chile bis Angola, von der NATO bis zum Wiederaufbau des japanischen Militarismus erwiesen, weil die Politik der "Vier Modernisierungen" letzten Endes auf der weiteren Existenz und Stabilität des imperialistischen Weltsystems beruht. Als der amerikanische Imperialismus jetzt grünes Licht gab, war diese Wendung zum Imperialismus im Grunde vollzogen.

Dies ist deswegen völlig prinzipien • los, weil der Preis, den China für diese Zusammenarbeit mit dem Imperialismus bezahlt, eine vollständige reaktionäre Politik gegenüber der Weltrevolution ist. Objektiv gesehen ist dieser Ausgang sehr unwahrscheinlich, denn wenn die Imperialisten mit Chinas Hilfe in der Lage Wären, der Weltrevolution einen entscheidenden Schlag zu versetzen und die Stabilität des Weltimperialismus wiederherzustellen, fände sich China allein. in einer Position, aus der es kein Entrinnen vor erneuter imperialistischer Sabotage gäbe, fühlten sich diese erst stark genug. Die Interessenkonvergenz. zwischen chinesischer Bürokratie und Imperialismus ist letztlich eher konjunktutell als grundlegend. Als Arbeiterstaat bedeutet China eine dauernde Herausforderung des Imperialismus. Nur das Kräfteverhältnis bestimmt die imperialistische Politik gegenüber China.

Dies bedeutet, daß die Politik der "Vier Modernisierungen" nicht gangbar ist. Es steht fest, daß die Entwicklung auf Weltebene zugunsten der Revolution verläuft, und bevor die Weltrevolution nicht eine erste Niederlage erleidet, gibt es keine Aussichten für die Wiederherstellung imperialistischer Stabilität. Übrigens ist es keine abstrakte Prinzipienfrage, daß der Sieg der Weltrevolution der beste Garant zur Überwindung von Chinas Rückständigkeit ist, sondern eine einfache Tatsache. Selbstverständlich können nur fanatische Dogmatiker gegen den Import von Technologie aus den imperialistischen Ländern sein, aber zugleich muß uns bewußt sein, daß dieser Austausch imperialistische Ausbeutung Chinas bedeutet. Die jetzige Politik der "Vier Modernisierungen" schafft lediglich den besten Rahmen für die imperialistischen Länder zur Plünderung Chinas. Denn wältend die chinesische Wirtschaft zweifellos in einen Modernisierungsprozeß eingetreten ist. ontinental drift"

dem im ganzen gesehen deutlich positiv gegenüber, obwohl ein vollständiger Kurs- Wechsel erst nach dem Sturz der "Viererbande", , d.h. nach dem Ende des innerparteilichen fraktionellen Kampfes um die Neuorientierung, erfolgen konnte. Die Politik der "Vier Modemiserungen" bedeutete in diesem allgemeinen Zusammenhang nur die äußerste Konsequenz der "friedlichen Koexistenz". China wartete nur noch auf die vollständige Zustim- • mung durch den amerikanischen Imperialismus, die durch die volle diplomatische Anerkennung angekündigt wurde.China hatte für dieses Ziel alles getan, um das Vertrauen des amerikanischen Imperialismus zu gewinnen.

Sally. am "Frisenfo" (spanien)