Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Die wirtschaftliche Lage der unterentwickelten Länder

· Inprekorr Nr. 96, 1. Februar 1979 · S. 30-35 · 5.112 Wörter

Weltwirtschaft und Krise Japan und Korea Philippinen und Südostasien Brasilien

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Unter den Schlägen der Krise hat sich kommen und Lebensstandard. Das Ein- Das Getreiedefizit dieser Länder wächst die Differenzierung unter den halbkolo- kommen derfarmsten 10 bis 20 % der Be- weiter an. 1969 und 1972 betrug es 30 Milnialen Ländern hinsichtlich ihrer Position honen Tonnen, 1974 überstieg es die 50 im Welthandel weiter verschärft. zurück (1).In einer neuen Studie über und 1975 die 57 Millionen Tonnen (2).- Die Weltbank schreibt in ihrem letzten Thailand und die Auswirkungen des Mexiko zum Beispiel, das schon 1977 sei- Bericht über "Die Entwicklung in der künstlichen Booms in diesem Land wird ne Maiseinfuhren um 67 % (im Wert) ge. Welt" (August • 1978), daß *... etwa gezeigt, daß "die Zahl derer, die unter der steigert hat gegenüber dem Vorjahr, 800 Millionen Seelen (!) noch in einem • offiziell (und willkürlich) festgelegten wird die Menge der Einfuhren 1978 noch Zustand des absoluten Elends leben. Die- Grenze der Armut leben, gestiegen ist, weiter erhöhen. 1977 gab es 857 Millionen se Massen von Ausgestoßenen verfügen daß der Einkommensunterschied zwischen Dollar für die Lebensmitteleinfuhren aus, weder über genügend Nahrung noch über Stadt und Land sich erweitert hat und daß und diese Zahl wird 1978 weit übertroffen annehmbare Wohnung, Erziehung und me- das landwirtschaftliche Einkommen noch werden ( "Financial Times' vom 2. Nodizinische Versorgung. " So sieht das aus, weiter zurück geblieben ist (FAR vember 1978). was man die Unterentwicklung nennt. EASTERN ECONOMIC

Nach einer Untersuchung, die von der Das Akkumulationsmodell dieser Länder amerikanischen Regierung in Auftrag ge- EINFUHR VON NAHRUNGSMITTELN beinhaltet ja auch effektiv die Konzentra- geben wurde, werden die Länder des tion der Einkommen, die Überausbeutung "Dritten Welt" Ende der 80er Jahre zwi In der letzten Periode, wo viele halbko- der Arbeiterklasse und die Verelendung schen 120 und 125 Millionen Tonnen Nahloniale Länder ein Wachstum und eine re- der Bauernmassen. rungsmittel aus den imperialistischen lative Industrialisierung kannten, hat sich Ländern einführen (3). Diese Aussichten die Ungleichheit im Einkommen und im Die halbkolonialen Länder, deren Bevöl- lassen einen Kenner des internationalen Verbrauch akzentuiert. Bei 40 % der Be- kerung noch weitgehend, wenn nicht sogar Handels schreiben, "daß (der Hunger) völkerung, die in Brasilien und Mexiko zu mehrheitlich auf dem Lande wohnt, wer- einen beständigen Absatzmarkt für die den ärmeren Schichten des Volkes gehö- den trotzdem immer abhängiger vom Le- wichtigsten Mächte darstellt. Kurz, der ren, senkte sich der Anteil am Volksein- bensmittelimport. Hunger ist ein "gutes Geschäft" für die

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dielen sehenviezendes Problem für bewirken eine Stärkung der Positionen der zur Verfügung gestellten Daten behaupten, Großgrundbesitzer oder haben die Organi- daß der wesentliche Teil der Kredite an die sierung von "Kleinproduktoren" zum an die Landwirtschaft einschließlich der Das Klassenbündnis mit den Groß. Ziel, deren Ernten dann von den Firmen Forschung, wahrscheinlich 90 % oder grundbesitzern, das für die Herrschaft der des "agro-Business" aufgesogen werden. mehr, in die Stahlschränke der "agro-Bu- Bourgeoisie in den halbkolonialen und ab- Diese übernationalen Firmen diktieren siness". Firmen zurückfließen. Das aushängigen Ländern notwendig ist; die ka- heute der "Dritten Welt" zu einem gro. ländische Kapital und die ausländische pitalistische Durchsetzung des Landes, die Ben Teil ihre landwirtschaftliche Entwick- Technik haben derart die Dritte Welt die soziale Differenzierung verstärkt; die lung. Ernst Feder schreibt in einer bemer. durchdrungen, daß jeder Kredit der Welt- Struktur des Landbesitzes; eine Indust- kenswerten Untersuchung: "Auch wenn bank sicher in einem Sektor landet, wo rialisierung auf der Grundlage einer Über- es schwer ist, das mit Zahlen zu beweisen, ausländische Firmen Investitionen und ausbeutung der bäuerlichen Massen, wel- kann man doch nach den von der Weltbank Produktion kontrollieren" (S). che die billigen Arbeitskräfte stellen und von den Steuer und den Tauschverhält- ÄNDERUNGEN IN DER AUSFUHR nissen ("terms of trade") auf den internen Markt, die direkt auf ihre Kosten gehen, eine Industrialisierung aber, die der Landwirtschaft keinerlei Auftrieb gibt • Eines der auffälligsten Merkmale der letz- Dennoch muß man im Auge behalten, das sind die wichtigsten Faktoren, die ten Jahre in der Entwicklung des interna- daß die überwiegende Mehrheit dieser Läneine Expansion der Nahrungsmittelpro. tionalen Handels ist der zunehmende An- der noch ziemlich spezialisiert ist auf die duktion für den Binnenmarkt und eine teil von Fertigprodukten im Export der Lieferung von Rohstoffen an die entwik- Zunahme der globalen landwirtschaftli- kapitalistischen unterentwickelten Län- kelten kapitalistischen Länder. So entchen Produktion verhinder. der. Darin kommt die relative (und ver- wickelt sich der Anteil der Fertigprodukte und der Anteil der Rohstoffe an den Ge- Das ermöglicht, zwei Aspekte in den Dis. die einige von ihnen erleben; dieser Prozet samtausfuhren der Nicht-Erdöl-Exporkussionen um die "neue Wirtschaftsord- ist seinerseits an die Verlagerung der Pro. tierenden Entwicklungslander" (NEEEL nung" bezüglich der Landwirtschaft klar. duktionsstätten durch die Multis sowie an = der Länder der "Dritten Welt", die zulegen. Erstens, daß die von Bourgeoisien die Eigeninitiativen der Bourgeoisien und nicht Mitglieder der OPEP sind) in die der halbkolonialen Länder erhobene For- Staaten der "Dritten Welt" gebunden. imperialistischen Lander folgendermaßen: derung nach Stabilisierung der Preise für landwirtschaftliche Produkte in keinster Rohstoffe Fertigprodukte

Weise auf die wirklichen Probleme, die an ProzentanteilProzentanteil der Wurzel der Agrarkrise liegen, herankommt. In Wirklichkeit geht es der Bour- 1974 63.5 35.5 geoisien eher darum, sich Einkommen zu 1975 65.0 34,7 sichern (56 " sich entwickelnde" Länder 1976 60.5 36,7 beziehen mehr als 50 % ihrer Außenhan- 1977 61.6 38.1 delseinkommen aus dem Verkauf von landwirtschaftlichen Produkten), dank de- Quelle: GATT, "Le commerce internatio. rer sie die Einfuhr von Ausrüstungsgütern nal en 1977-1978" - Geneve.

und Fertigungsprodukten, die im Industrialisierungsprozeß benötigt werden, er- Zweitens, daß das Hilfsprogramm "für Wenn aus diesen Gesamtzahlen deutlich die armen Bauern der Dritten Welt", das Die NEEEL repräsentieren etwa zwei Drit. die Grenzen der derzeit ablaufenden Verdie Weltbank 1976 vorlegte, ebenfalls im änderungen hervorgehen, so verwischen Großen und Ganzen den Bedürfnissen der gesamten Weltexport nur einen geringen sie aber auch die tatsächlichen Änderunimperialistischen Firmen des 'agro-Busi- Anteil (11,8 % im Jahre 1973, 11,3 % im gen , die in einigen Ländern und bei eininess' , ihr Kapital zu verwerten, entsprach. Jahre 1975, 12,0 % im Jahre 1976 und gen Produkten stattfinden (Textil, Klei- Letztere dringen in diesem Jahrzehnt mit dung, Leichtelektronik usw.). Und dann großem Impetus in die halbkolonialen muß man auch berücksichtigen, wie stark Läner ein, wo sie regelrechte landwirt. Indes ist die Wachstumsrate ihrer Fer. die Rezession 1974-75 der imperialistischaftliche Enklaven aufbauen, die aus- tigprodukt-Exporte in der Periode 1973-77 schen Wirtschaft die Exporte der "Dritschließlich auf den Export über den Welt- höher als die der Entwicklungsländer ten Welt" in Mitleidenschaft gezogen hat. markt ausgerichtet sind. (99,6 % in Wert, gegenüber 83,97 %). Schließlich muß man sich daran erinner, Und andererseits ist der Teil der Fertig- daß Indien, Pakistan, Bangla Desh und Sie haben sich sozusagen der verschiede- produkte im Welthandel, der aus den. 24 weitere Länder "mit schwachem nen "grünen Revolutionen" bemächtigt. NEEEL stammt, immer noch sehr be. Einkommen " (nach der Rangordnung Sie dominieren weitgehend die für den Ex- schränkt, aber in stetigem Wachstum be der Weltbank) nur 1 % des Welthandels port bestimmte Produktion (sei es direkt, griffen (in Prozent): bestreiten. Sie stellen aber 50 % der sei es über die Verteilungskanäle) und auch Weltbevölkerung.

den Verkauf von Maschinen an die Land- 1973 7,5% wirtschaft. 1974 8,0% 1975 7,1% Die Projekte der öffentlichen interna- 1976 8,3% tionalen Gremien, die dann mit den Sub. 1977 8,4% sidien der Staaten durchgeführt werden,

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ВИНИ І ВОВНИ І ВОЛОВИЙ І ВОВНІ І ВОРИ І ВИВАН І ША "STABILISIERUNG" DER ROH- und 6 Mrd Dollar spater wird der Fond

STOFFPREISE schon erschöpft sein, wenn die Menge von Buamwolle, Zucker und Kaffee, die in zwei Monaten verbraucht wird, gleichzeitig In den Jahren 1974-75 suchten die herr- te Industrieentwicklung bleibt blockiert. auf Lager gelegt werden muß. schenden Klassen der unterentwickelten Länder die Preise der Rohstoffe real zu er- Aber zur Zeit fällt man mit der Absicht, Drittens steht dieser Fond unter der "gehöhen. Sie wollten sich die Ressourcen si- die Preise zu erhöhen, auf den Bauch. Das meinsamen Verantwortung" der (verschul cher, die mit dem Transfer der Technolo- industrielle Wachstum hat in den imperia- deten ) Produzenten und der Verbraucher. gie eine neue Industrialisierungsphase si- listischen Ländern 1977 und 1978 so Business Week' zieht daraus die logische chern sollten, ausgerichtet auf den Export nachgelassen, daß die Nachfrage nach Konsequenz: " Weil mächtige Verbrauvon Fertigprodukten in die imperialisti- cherländer in den Führungsinstanzen dieschen "Zentren". Hier wird auch ein an- und die Preise zahlreicher Rohstoffe rela- ser Vereinbarungen über einen Rohstoff derer Aspekt der "neuen Wirtschaftsord. tiv zurückgehen. Und die neue Rezession, sitzen, müßte jeder Versuch, den Preis benung" deutlich. die sich am Horizont abzeichnet, wird da- wußt über die langfristige Tendenz anzuran gewiß nichts ändern. heben, von vornherein scheitern"

Denn es ist ja klar, daß jeder Versuch, (9. Mai 1977).

Fertigprodukte auf dem imperialistischen Außerdem - was in dieser Hinsicht für Markt abzusetzen, erfordert, daß niedrige die unterentwickelten Länder zählt, das WÄHREND DIE ROHSTOFFKARTEL- Preise beibehalten werden, daß also ein ist nicht nur die absolute Höhe der Preise, LE ZERFALLEN, WERDEN DIE starker Druck auf die direkten und indi- sondern ihr Verhältnis zu den Preisen der BERGWERKE WIEDER INTERESSANT rekten Löhne ausgeübt wird. So muß der anderen Warengruppen (vor allem der Fer- Binnenmarkt weiter beschränkt bleiben tigprodukte). Und dieses Verhältnis wird Die Wirtschaftskrise in den imperialistiund kann nicht die ublichen Verbrauchs- zusehends schlechter für die Rohstoffe: schen Ländern haben ein Klima geschafguter in Massen aufnehmen. Eine integrier- fen, in dem die Kartelle der Rohstoffländer, die von manchen Beobachtern 1974-75 Kurs der Rohstoffe und der verarbeiteten Produkte als so mächtig beschrieben wurden, auf dem Weltmarkt. Index 1970: 100 rasch zerbröckeln. So geht es zum Beispiel dem CIPEC (Kupferkartell). Da die Lager überquellen, wäre die einzige Lösung eine drastische Reduzierung der Produktion.

1976 1977 1978 Aber Chile, dessen Produktionskosten

M. Vierteljahr 2. Vierteljahr niedriger sind als die anderer Produktionsländer, ist an einer solchen Maßnahme landwirtschaftliche Rohstoffe 227 237 233 240 nicht interessiert. " Selbst wenn Länder Erze und NE-Metalle (ohne Brenn- 173 180 180 176 wie Peru, Zambia oder Zaire ihre Produkstoffe) tion stark beschränken würden, hätte Chi- Fertigprodukte 186 203 222 225 le mit seinen riesigen Reserven schnell das Loch gestopft" (African Business', Sep- Quelle: ONU, bulletin de statistiques tember 1978).

Auch die OPEP erlebt im Grunde den Be- Auch wenn der Vergleich zwischen die- Erstens, auf welchem Niveau der Höchst- markt verringert sich oder stagniert (im er- ginn eines solchen Zerfalls. Der Absatzsen beiden Zahlenreihen mit Vorsicht ge- preis festgelegt werden soll (6). Wenn der zogen werden muß, da der Ausgangspunkt Preis eines Rohstoffes diesen Höchstpreis sten Semester 1978 war die Rohölproder Rechnung unterschiedlich ist, so erreicht, dannmuß für das "Regulierungs- duktion der OPEP-Länder um 9 % gegenscheint doch die Tendenz ziemlich klar. lager" (das aus den Überschüssen gebildet über der gleichen Zeit des Vorjahres zu- Wird) aufgekauft werden. Die Festlegung rückgegangen); immer mehr Länder, die Unter den derzeitigen Umständen spricht . dieses Höchstpreises ist aber weitgehend nicht Mitglieder der OPEP sind, erscheiman nicht mehr davon, die 17 wichtigsten davon abhängig, für wie fähig, den Preis nen als Produzenten auf dem Markt (Ma- Rohstoffe mit dem Preisindex eines Wa- gegen die Markt- und Spekulationsfluk- laisia, Brasilien, Mexiko, Bolivien...), renkorbes von 89 Fertigprodukten zu ver- tuationen zu halten, man den Fonds (d.h. ganz zu schweigen von der Konkurrenz des binden, wie das auf den Konferenzen von Erdöls aus Alaska und der Nordsee; der Nairobi 1976 der Fall gewesen war. Die Es ist aber bekannt, daß sich die imperia- kleine Krieg der Preise, der Rabatte und Diskussionen um eine einfache "Stabili- litischen Mächte weigern, diesen Fond Nachlässe für den "besten Kunden" hat alsierung" der Preise sind vor kurzem in freigiebig aufzufüllen. so angefangen ('Il Mondo' , 29. Novem- Genf ohne Ergebnis zu Ende gegangen ber 1978). Diese Tendenz kann unter dem ('Herald Trbune' vom 1 Dezember 1978). Zweitens üben die imperialistischen Anstieg der Massenkämpfe im Iran und und dabei geht es heute nur darum, die Mächte Druck aus, um die Finanzmasse seiner Auswirkungen auf die Erdölproduk- Preise einer Gruppe von 18 Produkten zu eines möglichen gemeinsamen Fonds nied- tion zeitweilig gewendet werden, aber ein "stabilisieren", ohne daß die Fertigpro- rig zu halten. Wenn doch eine Vereinba- Wiedererstarken der OPEP scheint außer dukte derselben Behandlung unterworfen rung geschlossen wird, dann wird dieser Sichtweite zu sein. listischen Mächte nicht bereit, Konzessio- renz von Nairobi vorgeschlagen hatte. Selbst auf dieser Ebene sind die imperia- als die "Gruppe der 77" auf der Konfe- Fond 6 bis 12 mal weniger Mittel haben, Die Imperialisten nutzen die Krise aus, eine neue Front in der "Schlacht" um die nen zu machen. Die Diskussion dreht sich (The Economist vom 11.November 1978). Rohstoffe zu eröffnen: die des Bergwerkum drei Fragen. Und mit seinen 3 Mrd Dollar am Anfang sektors.

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Nach einer Kommission der Europäischen Dieses neue Interesse der Minenindustrie zialen und politischen Situation im Iran, Gemeinschaft setzten 1960 die Bergwerks- in den unterentwickelten Ländern, vor al- sondern auch aufgrund der starken Kongesellschaften 57 % ihrer Einkommen zu lem in Afrika, ist auf die erfordernisse der kurrenz in diesem Sektor, wo riesige In- Investitionen in den Ländern der "Drit- scharfen Konkurrenz zwischen den Impe- vestitionen auch in Ostasien ( Sumitomo ten Welt" ein. 1977 war dieser Prozent- rialisten Europas, Japans und der Vereinig- Chemical' ist Teilhaber an einem gewal. satz auf 13,5 zurückgegangen. Der Wirt- ten Staaten zurückzuführen. Die Kontrolle tigen Projekt in Singapur) und anderswo schaftsminister der BRD scheute sich über die Rohstoffe stellen einen wichtigen getätigt werden, obwohl derzeit schon nicht, diesen Rückgang im Wesentlichen Trumpf in diesem Krieg auf dem Welt- Uberschußkapazitäten existieren auf die Gefahr von nationalisierungen, der markt dar. Und dann sind in der Periode ( FEEER vom 24.November 1978 und die Branche der Gewinnung und der ersten vor der Krise von 1974 aufgrund der stür- Verarbeitungsphasen von Rohstoffen aus- mischen Investitionstätigkeit Verzerrungesetzt ist, zurückzuführen ('Financial gen entstanden, die wieder zurechtgerückt Der Industrialisierungsprozeß dieser Times' vom 30.November 1978). In einem werden müssen. Schließlich stagnieren die Länder ist unbestreitbar, und er verändert Bericht dieser Kommission über die fünf Preise zwar, aber auf einem viel höheren das frühere Gleichgewicht in der sozialen Schlüsselrohstoffe (Kobalt, Zinn, Phos- Niveau als vor 1973, was neue Investitio- Struktur (wie das im Aufschwung der phat, Tungstein und Kupfer) wird gesagt, nen attraktiver macht. Massen- und Arbeiterkämpfe im Iran zum "die Bergwerksgesellschaften nicht Ausdruck kommt). Aber er stößt auf 90 % ihres Geldes für nur 40 % ihres rea- So schält sich schält sich seit dem Begint vile mehr Schwierigkeiten, als es sich die len Profits einsetzen wollen. Je größer die der internationalen Wirtschaftskrise ein optimistischsten imperialistischen Expo (politische) Unsicherheit, umso weniger wahrscheinlich ist, daß eine Firma 100 Millionen oder 500 Millionen Pfund Sterling könnte sehr wohl rasch zu einer Wende ließen.

investieren will. Und über Projekte von der Entwicklungstendenzen, die bisher für dieser Größenordnung diskutieren wir" lie Rohstoff-Exportländer so günstig ge- Zu dieser Kategorie von Ländern kani "African Business' vom September 1978). wesen waren, führen. Und wenn die Ein- man noch diejenigen hinzuzahlen, die stra Der DRuck der EG auf die halbkolonialen nahmen aus diesen Ausfuhren schrumpfen, tegische defizitäre Rohstoffe ausführen Länder wird immer stärker, Garantien ge- dann kommen diese Länder weniger wie Uran. Bauxit, Phosphat oder Zinn. gen "nicht-komerzielle" Risiken, d.h. ge- leicht an internationale Kredite heran, Ihre Position ist indes viel labiler als die gen Nationalisierungen zu geben. Außer- ein Faktor, der bei ihrem relativen Auf. der vorher erwähnten Länder. dem wird ein System zur Hilfe für Berg- schwung in den letzten drei Jahren eine werksunternehmen geschaffen. Sicherwird Rolle gespielt hat. 2. Eine zweite Kategorie setzt sich aus foles als "Hilfe an die Dritte WEIt" dekla- genden Ländern zusammen:

riert werden!

a) Aus einer beschränkten Anzahl von ZUNEHMENDE DIFFERENZIERUNG Ländern oder Territorien mit einer Industrie, die unter dem Antrieb von Filialen übernationaler Firmen oder von nationa- Zu den Auswirkungen der Krise gehört, Algerien zu Saudi-Arabien). Sie nehmen len Firmen sehr rasch anwächst, weil sie daß sich die Differenzierungen unter den an der internationalen Verteilung der fertigprodukte für die Asufuhr herstellt halbkolonialen Ländem vergrößert haben, Branchen teil, die Zwischenguter produ- (Südkorea, Taiwan, Hong Kong). Singaje nach ihrer Position im Handel auf dem zieren (Siderurgie, Zementwerke, Petro. pur versucht den Anschluß an diese Grup- Weltmarkt und im Kapitalreproduktions. chemie). Aber verschiedene Engpässe ma- pe zu gewinnen und hat seinerseits Nachprozeß der imperialistischen Länder (ih- chen sichbereits bemerkbar: allgemeiner ahmer in Asien, nämlich Malaisia und re Position in der Arbeitsteilung zwischen Mangel an qualifizierter Arbeitskraft, be- Thailand. Dennoch existieren große Unden Industriebrachen auf Weltebene). Zur schränktes Anwachsen des internen Mark- terschiedlichkeiten zwischen letzteren Einfachheit der Darstellung teilen wir sie tes, Tendenz zur Überakkumulation und und den drei ersteren. ı folgende Kategorien auf, auch wenn die zur Inflation, sehr ungleiche Entwicklung Südkorea habt sich stark aus dieser K inder innerhalb einer Kategorie nicht der einzelnen Sektoren, starkes Defizit in tegorie hervor. 1962 gingen 80 % der i dustriellen Investitionen auf ausländische Länder (Algerien z.B.) sehr stark auswirkt, Gesellschaften zurück, 1975 reduzierte sich deren Anteil auf 41 % ('Le Matin' vom 23. September 1978). Der Anteil von verarbeiteten Produkten an den geso mächtig, wie die vom internationalen Stahl- oder petrochemischen Produktion samten Ausfuhren wuchs von 88,3 % im Währungsfons (IWF) vor vier Jahren ge. höchstwahrscheinlich stark unter den gro- Jahre 1975 auf 89,7 % im Jahre 1977 Ben Überkapazitäten in diesen Produk- ('Asia Year Book' 1978). Der Außenhandel wachst so schnell, daß es einem fast Gesamtsumme der Anleihen und Abhe- Das macht es problematisch, ob ein Teil den Atem verschlägt: Die Ausfuhren schnellen von 3 271 Millionen Dollar talmarkt bereits ihre Einlagen ("Le Monde' gen kommt. Zum Beispiel bauen 'Mit- • 1974 auf 10 200 Millionen Dollar 1977; vom 1l. Dezember 1978). Dennoch er- sui Petrochemical' und Mitsubishi Petro- und dieser Aufschwung setzte sich 1978 möglichte die (in absoluten Zahlen) große chemical zusammen mit iranischen Staats- fort (idem). Südkorea gehört zu den Menge von akkumuliertem Kapital in die- gesellschaften zwei große petrochemische größten Exportländern der Welt, was Texsen Ländern eine rasche indutrielle Ex- Komplexe, die 1981 und 1984 prodzie- tilien, Kleidung, Schuhe, elektrische Küpansion, wenn auch stark unterschiedlich ren sollen. Beide Gruppen befürchten chengeräte, Zement und Sperrholz angeht. vom Iran zu Ekuador, von Nigeria oder führt werden, nicht nur aufgrund der so- die schon in Vietnam in Übung gekomme wischen den 13 Mitgliedern der OPEP nun, daß diese Pläne gar nicht zu Ende ge- Die südkoreanischeh Baugesellschafte

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NE I - I M sind, wo sie für die amerikanische Armee auf den Export verlegt haben (Brasilien, duktion) Multis. Es war im Jahre 1961, als Mexiko - das auch in die erste Kategorie das erste Montagewerk für Elektronik in im Nahen Osten ('Neue Zürcher Zeitung' eingereiht werden kann •, Argentinien). Mexiko errichtet wurde. 1964 setzt sich Auch sie nehmen an der internationalen "General Instrument' in Taiwan fest, 1968 Koreanische Gruppen beginnen auch, in Verteilung der Produktion von Zwischen- National Semi-Conductor' in Singapur (7). Zusammenarbeit mit internationalen Ban- gütern (vor allem der Siderurgie und Ze- In den letzten sechs Jahren hat die interken oder Multis, die Korea als Sprung- mentindustrie) und der langlebigen Ver- nationale Verteilung der Produktion, da brett für Exporte nach Asien benutzen, in brauchsgüter (Autos) teil, einschließlich man niedrige Löhne mit hochent wickelter die Schwer- und Maschinenindustrie voll Technologie verbinden wollte, von den einzusteigen. Dank der hohen Arbeitslo- lien). Japanern, die seit 1971 auf die Aufwersigkeit und des Polizeiregimes von Park be- tung des Yen antworten müssen, starke tragen die Löhne im Durchschnitt ein 3. In einer dritten Kategorie, innerhalb Impulse erhalten. Nutznießer dieser Ent- Drittel der japanischen Löhne ("Neue Zür- derer sehr starke Differenzierungen exi. wicklung sind cor allem Malaisia, die Phicher Zeitung' vom 24. Mai 1978). stieren - vor allem was ihren Industriali- lippinen, Thailand sowie Mittelamerika sierungsstand betrifft - kann man die an- (El Salvador, Haiti, Dominikanische Reb) aus den Ländern, deren Industrialisie- deren unterentwickelten Länder zusam- publik) Die japanischen Kapitalisten, die rung anläßlich der Wirtschaftskrise der menfassen, die von der internationalen einen so großen Anteil am Aufstieg der 30er Jahre und des Zweiten Weltkrieges kapitalistischen Wirtschaftskrise am stärk- vier Spitzenexportländer Asiens (Südkobegann, und die in letzter Zeit sich stark sten waren und sind. rea, Hong Kong, Taiwan und Singapur) auf dem Weltmarkt hatten (und haben), müssen neue strategische Überlegungen ange- TEXTIL UND ELEKTROTECHNIK sichts dieser neuen Konkurrenten anstellen. Letztere üben ihren Druck unter an- Was den Weltmarkt insgesamt angeht, so fuhren aus; bei der Kleidung beträgt diese derem auch auf dem amerikanischen ist das neueste Phanomen, daß eine kleine Zahl 38.8 %. Auf dem EG-Markt stellen Markt aus, und zwar bei folgenden Pro- (aber zunehmende) Anzahl von halbin- die Textilien und Kleider aus den NEEEL dustrialisierten unterentwickelten Lan- jeweils 10,2 % und 27,3 % im Jahr 1976 Kleidung, Schuhe, Schwarz-Weiß-Fernsedern jetzt als Exporteure von verarbeite- und 11,0% und 26,7% im Jahr 1977 dar her, Radio, Nähmaschinen und Sperrholz ten Gutern auftreten. Im Wesentlichen lie. (FEER vom 24. Februar 1978).

gen diese Exportlander in Ostasien. Im Zwar setzt sich ein Teil der Ausfuhren

Jahre 1977 exportierten Südkorea, Singa- Seit Anfang der siebziger Jahre sind es aus verdeckten "japanischen" Produkten pur, Thailand, Indonesien, Malaisia und die Artikel aus synthetischen und Kunst- zusammen, denn angesichts der Yen-Aufdie Philippinen zusammen fur mehr als fasern, die einen vorherrschenden Platz wertung haben japanische Firmen, die 61 Milliarden Dollar verarbeitete Güter, einnehmen. Daraus läßt sich ableiten, daß stark arbeitsintensiv produzieren, haben so viel wie Frankreich. Das war 5,6 mal diese Exportländer große Mengen von verstärkt Fabriken in dieser Region gemehr als 1970 (Paribas, Conjoncture" Grund- und Zwischenprodukten der Tex- baut, und zwar nicht nur, um - wie früher - November 1978). Diese Exportländer tilchemie einerseits und Ausrüstungsgüter, diese Binnenmärkte zu kontrollieren, sonvon verarbeiteten Produkten der "Dritten Lizenzen, Technologie usw. andererseits dern um zu exportieren. Aber diese Art Welt" verteilen sich regional folgender. einführen. Aber wie man das im Falle von macht nur einen Teil der Exporte dieser maßen: Taiwan und Korea feststellen kann, begin- Region aus. Auf den japanischen Binnennen diese Länder, nachdem sie die Pro- markt dringen zunehmende - in Verbin- Ausfuhr von verarbeiteten Gütern nach duktionskette nach oben (Konfektion) dung mit den japanischen Handelsriesen - Region ( in %): durchlaufen haben, sie nach unten anzu- Waren aus Ostasien ein. Der größte japapacken (Herstellung von Faden, Chemie- nische Sperrholzproduzent, "Eida Ldt', Südasien 9,81 fasern und Textilmaschinen) Dieser Pro- hat unter den SChlägen dieser Konkur- Ostasien 60.13 zeß geschieht vermittels joint venture' renz 1978 Pleite gemacht (Societe de Lateinamerika 21,95 mit imperialistischen, vor allem japani- Banque Suisse - Le mois, 11. Dezember Naher Osten und schen Firmen. Es ist Teil der "Neuent fal- 1978).

Nordafrika 5,06 tung" in der Textilbranche auf internatio. Auf die Dauer wird das den japanischen Afrika südlich naler Ebene ("Le Monde' vom 21. Novem- Kapitalismus - der in diesen Ländern über der Sahara 3,04 ber 1978). Nur Taiwan kann sich in den fantastische Märkte fur seine Investitionsnächsten Jahren Südkorea annähern. Für güter, seine Technologie usw. verfügt Quelle: "Die writschaftliche Entwick- die anderen Länder gibt es wenig Aussich- zwingen, verstärkte Anstrenungen in der lung der Dritten Welt und der franzö- Textilien auch nach oben einsteigen. ten, daß sie in die Produktionskette der Schwerelektronik ("Fujitsu" und 'Hitachi" sische Produktionsapparat" - Plankom- sind bereit, IBM auf diesem Gebiet hermissariat (Paris). April 1978. Eine zweite Gruppe von Waren, deren auszufordern), in der Informatik, dem Export von Technologie usw. zu unternehmassives Auftreten auf dem Weltmarkt

Dieser Exportaufschwung konzentriert dessen Profil verändert, wird von Artikeln men. So sind z.B. die japanischen Ausfuhren von Computer bereits von 275 Milsich derzeit auf eine kleine Anzahl von Gü- gebildet wie: Fernseher, Radioempfänger, liarden Yen 1973 auf 720 Milliarden Yen ter. Auch wenn sich für Sudkorea oder Photoapparate, Büromaschinen, elektri 1977 gestiegen (FEER vom 25. August Taiwan eine zunehmende Diversifikation sche Küchengeräte, einfaches elektroni- 1978). Bei den Handelsgesprachen zwider Ausfuhren abzeichnet, beträgt der An- sches Gerät und Uhren. schen Südkorea und dem japanischen Imteil der Textilien an den sudkoreanischen Die Internationalisierung dieser Produk- perialismus wurde einehorizontale Arbeits- Ausfuhren 1977 immer noch 32,3 %. tion geschah unter der Herrschaft der ame- teilung der Produktion im sudostasiati- Die Textilausfuhren aus den NEEEL rikanischen und japanischen, dann euro- schen Rahmen in Betracht gezogen (FEER machten 1976 19,24 % der Welttextilaus- päischen (BRD, Schweiz in der Uhrenpro- vom 13. Oktober 1978).

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DER HORIZONT VERDUSTERT SICH

Diese Gegebenheiten hinsichtlich der Textilien, der Kleidung und der elektrotechnischen Geräte zeugen von dem Wandel in der Struktur des Weltmarkts, der in den sechziger Jahren begann und sich dann verstärkte, als in der Krise Neustrukturie. rungen notwendig wurden. Dieser Wandel spiegelt die Neuverteilung der wirtschaftlichen Aktivitäten auf internationaler Ebene wieder (internationale Arbeitsteilung). Dabei darf aber nicht vergessen werden, daß " der ganze Lärm, der darum gemacht wird, daß jetzt die armen Länder als Konkurrenten auftreten, nicht verhindert, daß sie weiterhin sehr viel wichtigerals Abnehmer sind" (The Economist' vom 9. September 1978).

Seit 1974 nimmt in den Exporten von verarbeiteten Produkten der Vereinigten Staaten, Japans und der EG/Freihandelszone der Anteil, der in die unterentwickelten Länder geht - vor allem in die, welche sich halb industrialisieren - zu (8). Im Jahr 1977 war das zehnmal so viel wie die Importe in umgekehrter Richtung für Japan, und für die Länder der EG und Freihandelszone ist das Verhältnis 5 zu 1. Man kann auch an der Art dieses Handels sehen, daß die relative Industrialisierung zahlreicher Länder der "Dritten Welt" untrennbar mit derer engeren Integration in die kapitalisitsche Weltwirtschaft verbunden ist. Die Form ihrer Abhängigkeit mag sich ändern, aber die Abhängigkeit bleibt bestehen: der Imperialismus beherrscht die Technologie, kontrolliert die Finanzen (wie man an der wachsenden Rolle der imperialistischen Großbanken bei den Investitionen dieser Länder sieht) und dominiert den Umlauf der Waren auf dem Weltmarkt.

Drei unmittelbare Schlutsfolgerungen können daräus gezogen werden:

3) Diese Länder, die in den Rang von Exporteuren von verarbeiteten Produkten aufgestiegen sind, hängen stark von den Fluktuationen der Nachfrage in den imperialistischen ländern ab. Ihr beschränkter Binnenmarkt wird dem verfügbaren Angebot in keiner Weise gerecht. Die von den imperialistischen Ländern getroffenen protektionistischen Maßnahmen wirken sich deshalb unmittelbar auf die Entwicklung der Exporte aus, und zwar umso mehr, je weniger diversifiziert sie sind, d.h. je mehr ihre Industrialisierung noch am Anfang steht (was zum Beispiel bei Kolumbien, Marokko, Malaisia, Thailand und den Philippinen der Fall ist). Ein Land wie Brasilien finanziert seine Exporte dankeinem unglaublichen System von Subventionen, was andererseits zu plant, die zwar in den lateinamerikanischen einer starken Verschuldung bei den im- Ländern (Mexiko, Brasilien) geringer sein perialistischen Banken und andereseits zu sollen als im imperialistischen "Zentrum", protektionistischen Gegenmaßnahmen aber trotzdem sind sie empfindlich (das führt, Das macht deutlich, wie zerbrech- Projekt von Las Truchas lich der brasilianische Ansturm auf die zum Beispiel wurde seit der Krise um 18% Außenmärkte ist ('Financial Times' vom amputiert). 7. Dezember 1978). Außerdem haben die c) Schließlich scheint sich für eine Reihe protektionistischen Maßnahmen der Län- von Ländern, unter anderem die Lateinder des "Zentrums" kumulative Auswir- amerikas (Brasilien, Mexiko, Argentinien), kungen. Zum Beispiel veranlassen Maßnah- das Modell der auf den Export ausgerichmen, die Einfuhren in die Vereinigte teten Industrialisierung von Hong Kong Staaten beschränken, Südkorea und Tai- oder Taiwan nicht in Zukunft zu wiederwan, ihre Textil - und Kleiderexporte holen (mit Ausnahme einiger Freihandelsnicht so schnell zu drosseln, weil neue Ge- zonen). Das liegt an den protektionistibiete (Fernseher) nicht so leicht zugäng schen Hindernissen, an der Schärfe der lich sind. Das hat seinerseits Asuwirkun- Konkurrenz auf dem Weltmarkt, an der gen auf die Länder, die ihrerseits mit der Lohnhöhe, die ihrerseits an den Entwick- Produktion von Fertigprodukten anfangen lungs- und Aktivitätengrad der Arbeiter- (Einstieg in die Textil - und Kleidungs- klasse gebunden ist, und an der Strategie produktion). der übernationalen Unternehmen, deren b) Die in die unterentwickelten Länder direkte Investitionen nicht mehr so schnell verlegten verarbeitenden Industrien sind zunehmen. Außerdem sind letztere in Lazum großen Teil solche, für die der Absatz teinamerika vorwiegend auf den Binnenauf dem Weltmarkt mittel- und langfri- markt ausgerichtet (9). stig relativ am schwächsten wächst. Zum Beispiel stagniert die Endnachfrage nach Dazu kommt, daß als Auswirkung der Textilien seit 1974 in praktisch allen im- Industrialisierung die Arbeiterklasse starperialistischen Ländern ('L' Expansion", ker wird und ihre Kämpfe zunehmen, November 1978). Mehr als eines dieser mehr als einen Plan der Entwicklungs- Länder, das in "joint venture' zusammen technokraten und der nationalen Bourmit japanischen, amerikanischen oder eu- geoisien der "Dritten Welt" durchejnanropäischen Firmen petrochemische In- derbringen kann. dustrieanlagen baut, wird Schwierigkeiten Das gilt nicht nur für den Iran und Brasihaben, lohnenden Absatz auf einem Welt- lien, sondern jetzt allmählich auch für Komarkt zu finden, der eine Überproduktion rea ('Business Week' vom 18. Dezember von 30 % aufweist. In der Eisen- und 1978, "Warum der wirtschaftliche Erfolg Stahlproduktion sind Reduktionen ge- Koreas Park bedroht "). (mit ihren Rückwirkungen auf die Schul- DIE FALLE DER VERSCHULDUNG dentilgung der unterentwickelten Länder); alle diese Erscheinungen zusammen führen "Wir erwarten (auch wenn das Wachs- zu einem vergrößerten Defizit der Zahtum des Welthandels sich verlangsamt) eine lungdbilanz. ständige Verbesserung der Zahlungsbilanz Schließlich ist schon im Akkumulationsder entwickelten Länder auf Kosten soschema der transnationalen Firmen ein wohl der Erdölförderländer als auch der Defizit angelegt: ihre Warenbilanz (Imporanderen Entwicklungsländer." ('Financial te von Investitionsgütern) und ihre Dienst- Times' vom 29. November 1978) leistungsbilanz (Dividenden, Frachtko- Diese Vorhersage dürfte wohl zutreffen. sten, Versicherungen) sind defizitär. So Sei es die Entwicklung hinsichtlich der haben zum Beispiel in Brasilien drei große Preise der Rohprodukte und der Rohstof- transnationale Gesellschaften (Cligy, Bafe (bestimmte unterentwickelte Länder sind von Beidem betroffen); sei es die Bi- yer, Hoechst, du Pont, Montsanto) zusammen für 177,9 Millionen Dollar in den lanz zwischen Import und Export (im Fal- ersten neun Monaten des Jahres 1978 imle einer Rezession ist die Elastizität der . portiert und für 4,43 Millionen Dollar ex- Nachfrage nach Importgütern in nicht-erd- portiert. 1977 war dieses Verhältnis ölexportierenden Entwicklungsländer 106,7 Millionen zu 3,06 Millionen Dollar viel geringer als die der imperialistischen ('Financial Times', 5. November 1978). Länder, weswegen Exportrückgänge bei ersteren viel härter anzutreffen sind als in Das Ungleichgewicht der Zahlungsbilanz den Metropolen'); seien es die Auswir- hat einen chronischen Charakter für die kungen der Inflationsrate auf den Zinssatz halbkolonialen Länder angenommen: Defizit der Zahlungsbilanz der nicht-erdölexportierenden Entwicklungsländer (in Mrd Dollar)

1973 1974 1975 1976 1977 1978 8 24,5 40 26,5 26,5 40