Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Die Aufgaben der Revolutionäre

Inprekorr Nr. 95, Januar 1979 · S. 22 · 455 Wörter

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DIE AUFGABEN DER REVOLUTIONÄRE Es ist die Aufgabe der revolutionären Attacken des Imperialismus verteidigen. Sozialisten, alle Anstrengungen zu unter- Es ist notwendig, die Bewegung für eine nehmen, damit der Massenkampf gegen Konstituierende souveräne Volksverdas Somoza-Regime einen klaren klas- sammlung zu schaffen - im Gegensatz zu senpolitischen Charakter annimmt. allen Vorschlägen für Provisorische Regierungen, die hinter dem Rücken der Mas- Um dies zu erreichen, ist es notwendig, sen ausgetüftelt werden, Vorschläge zur für die Auflösung der Nationalgarde und Entmachtung Somozas, die sich nicht einden Aufbau von Volksmilizen zu kämp- mal formal dem Willen der Massen unterfen, die die Revolution gegen militärische westen. Die Regierung, die Somoza ersetzen wird, muß eine Arbeiter- und Bauern- Regierung sein. Nur eine solche Regierung wird die Grundbesitzer enteignen, das Land unter den Bauern aufteilen und das staatliche Finanz- und Außenhandelsmonopol errichten. Nur eine solche Regierung wird außer dem Besitz Somozas auch das Eigentum Alfredo Pellas und der Gruppe 'Banco de America' einteignen, den Besitz der Finanzmagnaten des Konsortiums Julio Martinez und 'El Banic' sowie die Goldminen, die sich in imperialistischem Besitz befinden, wie Bonanza und Siuna.

Parallel zu der eindeutigen Parteinahme der Revolutionäre für die Sandinistische Front im Bürgerkrieg, deren erste Schlacht 10 000 von der Nationalgarde ermordete Menschen kostete, gründen sie ihre Strategie und ihre politische Aktion auf die unabhängige Bewegung und Organisierung der Massen. Sie verbinden den Kampf gegen Somoza mit weiterreichenden sozialen Forderungen, die von allen Unterdrückten verstanden werden. Die Massen sind in einer verzweifelten materiellen Lage und sehen sich einem zunehmend schwächeren und mehr zerfallendem Regime gegenüber. Der Imperialismus hält Ausschau nach Alternativen, ohne jegliche Garantie, daß er rechtzeitig eine finden wird. Somoza seinerseits klebt an der Macht und führt Säuberungen in der Nationalgarde durch - Risse können deshalb kaum ausbleiben. Die bürgerliche Opposition befindet sich in einer Sackgasse. Es gibt für sie keinen Weg, mit dem Regime zu verhandeln. Gleichzeitig ist sie nicht in der Lage, Aktionen gegen das Regime zu unternehmen, ohne eine Bewegung ingang zu setzen, die sie nicht kontrollieren könntę. Die bürgerliche Opposition in der FAO sucht einen Weg, um einen eigenen Militärapparat zu schaffen. Dadurch schafft sie starke zentrifugale Kräfte innerhalb der Sandinistischen Front - zur selben Zeit, wo sich die radikaleren Teile der Front rasch der Gefahren bewußt werden. Der Imperialismus sondiert nach einer Öffnung, wo immer er eine zu finden vermag, und er spart dabei weder an Mitteln noch an Ressourcen und schreckt auch nicht vor kriminellen Methoden zurück. Trotz des Gemetzels während der schwarzen Septembertage, der unzureichenden Organisierung. der Massen und der Krise der revolutionären Führung wird die Revolution in Nikaragua ihren Weg weitergehen.

24. September 1978