Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Mexiko

Der PRT und die mexikanische Linke

· Inprekorr Nr. 83, 1. Juli 1977 · S. 22-25 · 2.678 Wörter

Mexiko IV. Internationale Jugend und Studenten Trotzki und Geschichte

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Die PRT und die mexikanische Linke

Am 12. Mai wurde Alfonso Peralta, Ithrendes Mitglied der mexikanischen Sektion der IV. Internationale, der PRT (in der er als Alejandro Martinez bekannt war), ermordet. Das ist das erste Mal, seit der Ermordung Trotzkis, daß ein Genosse der IV. Internationale auf diese Weise das Leben verliert, Peralta ist kaltblütig von politischen Berufskillern in der Universität, an der er lehrte, ermordet worden, Dieser Mord hat in der unabhängigen und revolutionă ren Arbeiterbewegung große Bestürzung ausgelast. sie hat diesen Akt als eine direkt gegen sie gerichtete Aggression begriffen. Dutzende von öftent lichen Solidaritätserklärungen mit der PRT und der Iniversitätsgewerkschaft, deren Mitglied Alfonso war, aus Gewerkschaften, Universitätsorganisationen, von studentischen und politischen Organisationen, sind in der bürgerlichen Presse abgedruckt und auf verschiedenen Veranstaltungen in allen Teilen des Landes verlesen worden.

Um die Bedeutung zu verstehen, die die PRT plötzlich in den Augen der Öffentlichkeit erlangt hat, muß man kurz die Geschichte und die wesentlichen politischen Grundlagen der revolutionăr-marxistischen Generation der 70er Jahre erklären, Die mexikanische PRT, die vor kurzem erst gegründet wurde (im September 1976), ist das Endstadium eines lan- 4 -

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gen Prozesses, der mit der historischen Wende 68 eingeleitet wurde. Die GCI (Internationalistisch- Kommunistische Gruppe), die von einigen Dutzend Genossen - - darunter auch Alfonso Peralta - mitten in der Periode der Repression von Tlatelolco gegrün det wurde, hat mit der Neuzusammensetzung des mexikanischen Trotzkismus begonnen durch dessen Verankerung in der studentischen Avantgarde. Die Erfahrungen der GCI lassen sich folgendermaßen zusammenfassen : nur eine Minderheit ihrer Kader wurde vor 1968 trotzkistisch geformt und durch immer engere Komtakte zur IV. Internationale ist sie immer stärker "trotzkisiert" worden, Hinzu kommt, daß die bis dahın dynamischste Strömung der lateinamerikanischen revolutionären Bewegung, die castristisch-guevaristische Strömung, in einer offenen Krise war und die Mehrheit der GCI zum Trotzkismus gedrängt hat.

Die PRT ist aus dem Zusammenschluß der LCI (ein Zusammenschluß der CCI mit der Gruppe Rojo) mit der Liga Socialista hervorgegangen. Durch diese Vereinigung hat sich nun der größte Teil der trotzkistischen Kräfte in Mexiko um die PRT geschart. Höhepunkt des Vereinigungsprozesses wird der Eintritt der Liga Socialista, der ehemaligen Minderheit in der gleichnamigen Organisation und der Minderheitsfraktion in der lambertistischen LOM, in die PRT sein.

Die objektiven Bedingungen, die es erlaubt haben, daß die PRT in weniger als einem Jahr sich zu einer glaubwürdigen Alternative auf nationaler Ebene entwickelt, sind in der Wirtschaftskrise - der schwersten seit den 50er Jahren - und der Zersetzung des bonapartistischen Systems zu suchen, das nun seit sechs Jahrzehnten die Regierungsgeschäfte leitet. Die allgemeine wirtschaftliche Rezession hat umso schwerere Folgen gehabt, als in den Jahren 1973-75 ihre Auswirkungen auf die mexikanische Wirtschaft gebremst werden konnten, Selbst zu Anfang hatte der mexikanische Staat durch die Steigerung der Erd ölproduktion (dank der Entdeckung neuer Vorkommen 1974) einen größeren Handlungsspielraum als die andern lateinamerikanischen Länder, insbesondere Brasilien und Argentinien.

Aber zu Ende 1976 ist der Schleier gefallen und eine Lawine wirtschaftlicher Probleme über das Land heringebrochen, deren sichtbarstes Phänomen vor allem die Abwertung des mexikanischen Peso im August 1976 war : nachdem die Wechselparität des Peso 23 Jahre lang bei 12, 50 Pesos für 1 US-Dollar lag, schwankt der Peso heute um etwa 23 Pesos pro US-Dollar, Durch die Halbierung der Kaufkraft des Peso sind die Schulden des Landes enorm in die Höhe geschnellt (dber 25 Mio. Dollar), mehrere Produktionszweige, die direkt vom Import abhängen, liegen darnieder, die Massenarbeitslosigkeit ist e norm hoch (über 10 Millionen Arbeitslose, die sich zu Hunderttausenden bis zur Nordgrenze des Landes verteilen), die Wirtschaftskrise wird zusätzlich verschärft durch die hohe Wachstumsrate der Bevölkerung (3, 5% jährlich - im Vergleich zu 2% Wirtschaftswachstum 1976). So war der zeitlich verzöger te Schock der allgemeinen Wirtschaftskrise nicht weniger hart und hat.in der Wirtschaftspolitik der Regierung, die bisher sicher auf ihre Kraft und ihre Plane vertraute, ein vollständiges Chaos hervorgerufen.

Die neue Regierung Lopez Portillo folgte Ende 1976 der Regierung Echeverria. Sie fand sehr kritische Bedingungen vor : ein Haushaltsdefizit von 150 Mrd, Pesos, den Vertrauensverlust zahlreicher Gläubiger in die Zahlungsfähigkeit der mexikanischen Regierung, der sich in einer massiven Dollarflucht der mexikanischen und ausländischen Kapitalisten und der hohen Staatsbeamten in den letzten drei Monaten von 1976 niederschlug). In der fuhrenden Oligarchie, die das bonapartistische System verkörpert, hatte diese Krise zur Folge, daß sich Risse in der Regierungsclique aufgetan haben; hinzu kommt die politische Krise, die das Regime seit 1968 durchmacht, und deren Konsequenzen.

Die Fähigkeit des bonapartistischen Systems zur Manipulation hat sich bisher immer auf einen wichtigen Hebel gestützt : den Reformismus. Dieser Reformismus hat sich in den 50er und 60er Jahren vor allem in der Verbesserung der sozialen Dienstleistungen, in Lohnzugeständnissen (nach zehnjähriger anhaltender Steigerung ist der Reallohn 1975 zum erstenmal wirklich gefallen), in der Landverteilung, der Massenüberflutung der Universitäten, der beschleunigten Urbanisierung, usw, niedergeschlagen, Die allgemeine Wirtschaftsrezession und ihre verheerenden Auswirkungen auf die mexikanische Wirtschaft haben zusammen den Handlungsspielraum des bonapartistischen Regimes stark eingeengt.

Der mexikanische Bonapartismus war 1968 in eine Sackgasse geraten, aus der er sich durch die "demokratische Öffnung" von Echeverria herauszuretten versuchte; das erwies sich jedoch als ein Strohfeuer. Die nationale Bourgeoisie und der Imperialismus waren stärker als je und verfügten über eine wachsen de Aktionsfähigkeit, In dem Maß, wie der mexikanische Bonapartismus seit über 30 Jahren mehr und mehr "verbürgerlicht" war, hatte er seine "revolutionären" populistischen Züge, die ihn traditioneller weise kennzeichneten, verloren, Echeverrias Plan einer Neuauflage des mexikanischen Populismus ist auf den geschlossenen Widerstand der mexikanischen Bourgeoisie gestoßen, die sich ihrer politischen Interessen bewußt war und keineswegs bereit war, der Offensive der Regierung auch nur einen Fingerbreit zu weichen. So ist es dem Regime Eche. verria trotz der harten Konflikte mit der Bourgeoisie nicht gelungen, seinem Ziel einen Schritt näher zu kommen und in dem zunehmend verkalkten bonapartistischen System Sicherheitsventile zu öffnen. Unter den Arbeitemhat die Krise von 1968 ständig Unruhe hervorgerufen. Seit 10 Jahren gibt es große Mobilisierungen, Zunächst dehnte die Studentenbewegung ihr Aktionsfeld über das ganze Land aus; dann gab es Mobilisierungen der Arbeiter, zunäenst noch geringe, aber von nationaler Bedeutung ( Mobilisierungen der Elektrizitätsarbeiter, der Eisenbahnbauer, einige Betriebe im Industriegürtel von Mexiko, usw. ); dann kam die Mobilisierung der Universitätsangestellten, der Telephonisten, der Lehrer und schließlich die Anfänge der Bauernmobilisie rungen in Sonora, Oaxaca und in andern Staaten Mexikos im Laufe des Jahres 1976.

Diese Mobilisierungen und Massenkämpfe hatten eine grundlegende Erneuerung und Umstrukturierung der traditionellen Linkenim Land zur Folge, die sich vor allem aus der stalinistischen Bewegung zusammen- 5-

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setzt, der PCM und ihrer spezifisch mexikanischen Variante : dem Lombardismus, eine Strömung, die der politische und gewerkschaftliche Führer Vicente Lombardo Toledano leitete. Selbst vor 1968 war diese Neuzusammensetzung der mexikanischen Linken schon ersichtlich, Die Achsen ihrer Erneuerung waren folgende: erst die Erschütterung durch die kubanische Revolution, dann die Krise des Stalinismus, ausgelöst durch den chinesisch-sowjetischen Konflikt und schließlich das Auftauchen trotzkistischer Strömungen in Mexiko, zum erstenmal seit dem Aufenthalt Trotzkis. 1968 offenbarte sich, daß dieser histo rische Prozeß der Erneuerung eine sehr hohe Stufe erreicht hatte. Der nationale Streik rat, das oberste Organ der grandiosen Mobilisierung der Studenten und der Massen in jenem Jahr, war der Kontrolle der Stalinisten völlig entglitten und die konsequentesten revolutionären Kräfte hatten mit ihnen sogar gebrochen, Der Lombardismus verurteilte durch die Worte seines Führers die Massenmobilisierung und rechtfertigte die Repression des Präsidenten Gustavo Diaz Ordaz (heute mexikanischer Botschafter in Madrid).

Innerhalb der PCM sind die Prozesse komplexer abgelaufen. Diese Partei hat damit begonnen, nach der Repression gegen ihre nationale Führung um Dio. niso Encina, die 1959 zum größten Teil wegen dem nationalen Streik der Eisenbahner, der von der Armee zerschlagen worden war, gefangen genommen wurde, ihre Reihen zu ereuern, So wurde der Weg frei für eine "Übergangsleitung" unter Martinez Verdugo, die sich heute an die Spitze der Wellen der Erneuerung der PCM stellt. Die PCM hat keine große Arbeiterbasis; im Gegensatz zu ihren Gesinnungsbrüdern in anderen Ländern, die stärker in der Arbeiterklasse verankert sind, hat sie empfindlicher auf den Druck der Studentenbewegung in den 60er Jahren reagiert.

Die Erneuerung der PCM ist eine Reaktion der Radikalisierung des Universitätssektors in den Jahren 60 bis 66 gewesen, Doch die Konkurrenz mit den Maoisten, Guevaristen und den Trotzkisten machte es ihr unmöglich, im Aufschwung der Studenten - und Massenbewegung von 1968 den zentralen Faktor darzustellen, Sie mußte sich daher als eine Minderheit die Führung der Bewegung teilen. Nach 1968 hat sich die PCM weiter in der Studenten- und Jugendbewegung gestärkt: es war dies die breiteste Bewegung auf nationaler Ebene, die es infolge der Bewegung in Mexiko-City gegeben hat, Ihre stalinistische Herkunft prägte noch viele ihrer Positionen, aber in ihrer Politik zeichneten sich schon bedeutende Veränderungen ab, so sehr, daß sie in einigen Fragen schon eine gewisse linabhängigkeit errang, wie z. B. bei der sowjetischen Invasion in die Tschechoslowakeit, die sie verurteilte. 1971 hat es ihren Reihen eine Linksabspaltung gegeben, die zur Bildung einer militaristischen Organisation, der Liga Comunista vom 23. September" geführt hat (heute ist sie in einem Zerfallsprozeß und völlig von Agenten der Regierung und der Reaktion unterwandert), Auf ihrem XVI. Kon greß formuliertedie PCM zum erstenmal seit den 30er Jahren das strategische politische Ziel der "demokratischen und sozialistischen Revolution" und nicht mehr abstrakt das der nationalen Befreiungsrevolution.

Schließlich durchlief die PCM eine immer eklektische re Entwicklung, die deutliche Berührungspunkte mit dem "Eurokommunismus" aufzeigte, aber zugleich spezifisch mexikanisch blieb : das Kräfteverhältnis zwischen der PCM und den andern Organisationen der revolutionären Linken ist für die PCM weniger günstig als im kapitalistischen Europa. So erklären sich auch die brüderlichen Beziehungen, die die PCM seit 1975 mit den Kräften der IV. Internationale in Mexiko unterhält, 1976 hat es ein Wahlbündnis zwischen der PCM und der Liga Socialista, der sympathisierenden Sektion der IV. Internationale gegeben das gemeinsam einen alten Arbeiterführer, Valentin Campa, als Kandidat für die Präsidentschaft vorschlug. Mit mehr als 2 Millionen Stimmen wurde das Wahlbündnis ein großer Erfolg. Aber vor allem die Gründung der PRT als mexikanische Sektion der IV. Internationale beeinflußte die Haltung der PCM sehr stark. Bei der Gründung der PRT übermittelte der Generalsekretär der PCM der neuen Par tei seine herzlichen Grüße. In der Studentenbewegung sind die PCM und die PRT die treibenden Kräfte der Studentenunion, der neuen Organisationsform der studentischen Massenbewegung. Und in diesen Tagen fand die Solida ri tätsbewegung, die sich um unsere Partei nach der kaltblütigen Ermordung von unserm Genossen Alfonso Peralta ausgebreitet hat, in der PCM eine ihrer stärksten Stützen, Ub rigens kursieren heute im linken Flügel der PCM Überlegun gen über ein Bündnis mit der PRT, im Cegensatz zu den Plänen der Parteizentrale der PCMunter Filhrung des alten Stalinisten Cascon Mercado, die eine organische Allianz mit einer Strömung anstrebt, die sich von der lombardistischen PPS abgespal ten hat.

Vor diesem politischen Hintergrund erhält die Fusion der LC1 mit der LS und die Gründung der PRT ihre volle Bedeutung. Der Zusammenschluß der trotzkistischen Krafte in der PRT war der privilegierte Ausgangspunkt fir eine qualitative Verstärkung der IV. Internationale in Mexiko. In der Studentenbewegung, in der Arbeiterbewegung und selbst in der Bauernbewegung (zum ersten Mal in der Ceschichte der trotzkistischen Bewegung in Mexiko) ist die PRT mit ihrem Programm und ihren konkreten Initiativen präsent und diese haben dieselbe Claubwirdigkeit wie die der PCM oder anderer Parteien. Auf propagandistischer Ebene ist heute dank der Massenkommunikationsmittel diese Partei offen als mexikanische Sektion der IV. Inte rationale bekannt, als eine Partei, die das Banner der sozialistischen Revolution der Arbeiter- und Bauernräte als ein glaubwirdiges Projekt in dieser historischen Periode für das Land hochhält, Auf ideologischer Ebene hat sich die in Zirkulation befindliche trotzkistische Literatur verzehnfacht.

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Zum erstenmal in der Ceschichte ist 1977 in Meviko eine revolutionär-marxistische Wochenzeitung erschienen, "Bandera Socialista" (Sozialistische Fahne), die durchschnittlich mit 8,000 Exemplaren herauskommt, Die Zeitung "Die Internationale" hat eine Auflage von 2, 000 ; von der zweiten Serie sind bisher 3 Nummern herausgekommen, von der ersten 21. "Inprekorr" wird in Mexiko nachgedruckt, um die große Nachfrage zu befriedigen. Jede Woche kommen Broschüren zu besonderen Themen heraus in einer Auflage von etwa 1. 000 bis 2.000 Exemplaren, Schließlich hat, was die theoretische und politische Arbeit betrifft, die lateinamerikanische Heraus gabe der Zeitschrift "Criticas de la Economia politica" großen Erfolg.

Die Bedeutung der mexikanischen PRT kann man nicht verstehen ohne ein tiefes Verständnis der Besonde rheiten der mexikanischen Linken, Aber auch nicht ohne sie in die Entwicklung und die aktuelle Verstärkung der IV. Internationale einzubetten. In Mexiko ist die Krise des Stalinismus stark spürbar geworden, weil der mexikanische Bonapartismus durch seine reformistische Rolle einer reformistischen Kraft wie der PCM zu ihrer klassisch stalinistischen Zeit den Boden unter den Füßen weggezogen hatte. Andererseits hat die lombardistische Variante des Stalinismus in Mexiko einen bedeutenden Einfluß über die Massen wahren können, weil sie wichti. ge Beziehungen zum mexikanischen Regime hat. Aber als ihr Führer verschwand, zeigte sich die Aushöhlung ihrer Strukturen und ihre inhaltliche poli tische Entleerung : 1969, dem Jahr des Todes von Lombardo Toledano, war die PPS nur ein Anhängsel der offiziellen Partei. Schließlich hat sie sich gespal ten und den Kräften, die in ihr vereinigt waren, freien Lauf gelassen.

Die PRT stellt eine praktische Alternative in der revolutionären Linken dar, Die studentische und die Arbeitergeneration, die in den 60er Jahren hervorgetreten sind, haben eine revolutionäre Bewegung aufgebaut, die sich radikal von der unterscheidet, die es in Mexiko in der vorhergehenden Jahrzehnten gegeben hat. Mexiko ist sicherlich eines der lateiname rikanischen Länder, in denen es in den letzten zehn Jahren am meisten Veränderungen und Neuzusammensetzungen gegeben hat. Die gegenwärtige Situation begünstigt die Stärkung einer mexikanischen Linken, in der sich die revolutionär-marxistischen Positionen durch den Aufschwung der Massenbewegung bei den Arbeitern, Bauern und Studenten verankern können; denn diese werden durch die herannahende soziale Krise und das Chaos, das die Wirtschaft des Landes erschüttert, zur politischen Aktian gedrängt werden, Das Neue und Besondere der PRT Mexikos liegt in ihrer ideologischen Kampfstärke; zehnJahre hindurch hat ihre Führungsmannschaft diese bewahrt und die beste revolutionär-marxistische Tradition assimiliert und in die Praxis übersetzt, Mit Ausnahme der argentinischen PST ist die mexikanische PRT die trotzkistische Partei in Lateinamerika, die über die größte und tiefste Kontinuitat in den Klassenkämpfen des Landes verfügt. Das Besondere an der Erfahrung der PRT ist, daß sie die erste Organisation der IV. Internationale in Lateinamerika ist, die die Idee der inneren Demokratie assimiliert hat, da es in ihren Reihen nebeneinander verschiedene internationale Tendenzen gibt, die in andern Ländern noch in getrennten Organisationen ihren Ausdruck finden. Die Erfahrung der Vereinigung in der PRT ist eine zentripetale Kraft, die nicht nur ftir die trotzkistischen Kräfte attraktiv ist, sondern auch für die Linke im allgemeinen.

Im vergangenen Monat hat die PRT in den sozialen Kämpfen eine anerkannte Rolle gespielt. Innerhalb von 15 Tagen hat sie mit einem eigenen geordneten und disziplinierten Block an drei zentralen Demonstrationen teilgenommen, was einen spürbaren Beweis von ihrer Verstärkung in der jüngsten Zeit gibt: am 26. April hat sie an einer Protestdemonstration gegen die Ernennung von Diaz Ordaz, dem Verantwortlichen für das Massaker von Tlatelolco, zum mexikanischen Botschafter in Madrid teilgenommen: am 10. Mai in den Reihen der Gewerkschaften und der Massen an der jährlichen Feier der Arbeit und am 13. Mai an der großartigen Trauerdemonstration zum Gedenken des kaltblütig von reaktionären Kraften ermordeten Genossen Peraltc, an der 10.000 Menschen teilgenommen haben.

Die IV. Internationale hat seit September vergangenen Jahres in Mexiko eine ihrer stärksten und dynamischsten Sektionen. Sie verdient die Aufmerksamkeit der gesamten Internationale, damit diese -- un ter anderem durch die Entwicklung der PRT, in der Aktion auf dem lateinamerikanischen Kontinent auf der Höhe der Aufgaben ist, die die gegenwärtige Krise erfordert, und damit die Revolutionäre vor die-