BRASILIEN: CARLOS LAMARCA, DER TOD EINES REVOLUTIONÄRS ++++++++++++++++++++++++++++++++++++***++++++++ +++++++ Die brasilianische Revolution hat einen unbezahlbaren Kämpfer verloren: die Polizei ermordete kaltblütig am 16. September Carlos Lamarca, seine Gefährtin und 4 weitere Genossen der M.R.8 (Revolutionäre Bewegung) im Norden Brasiliens.
Nach Marighella galt er als Feind Nr. 1 der Diktatur. Vor 33 Jahren in einer Handwerkerfamilie von Sao Paolo, die mit der KP sympathisierte, geboren, wurde er Soldat. Als Kommandant einer Kaserne bei Sao Paolo trainierte er unter den Augen seiner Vorgesetzten die späteren Kader der V.P.R. (Revolutionäre Volksavantgarde). Mit einem Lastwagen voller Waffen und drei von ihm politisierten Soldaten desertierte er und ging in die Illegalität. Er wurde der markanteste Führer der VPR. Das von ihm geleitete Trainingszentrum der VPR wurde im April 1970 entdeckt. Doch es gelang ihm mit ein paar Genossen, aus der Umzingelung von 20 000 modern ausgerüsteten Soldaten auszubrechen.
Er organisierte die Entführungen des deutschen und schweizerischen Botschafters, was 119 eingesperrten Genossen die Freiheit brachte. Aber gerade danach entfachte er eine politische Diskussion in der VPR über das Verhältnis Avantgarde-Massen, da er sich der militärischen Abweichung bewußt war, die die brasilianische Linke in eine Sackgasse geführt hatte. Anfang dieses Jahres schloß er sich der M.R.8 an.
Sein Tod ist ein schwerer Schlag für die brasilianische Linke. Die größte Ehrung für Lamarca ist die Fortführung und Vertiefung der von ihm angefangenen Diskussion, damit es der brasilianischen Linken gelingt, ihre tragische Isolierung zu durchbrechen, die Massen auf den Weg des revolutionären Krieges zu führen. WEITER BIS ZUM SIEG !
IN PREKORR 15.10.71 S. 7