Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Eine revolutionäre Widerstandsfront wurde gebildet

Inprekorr Nr. 7, 15. September 1971 · S. 4 · 374 Wörter

Jugend und Studenten

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Le Monde vom 29.8.71:

La Paz (A.F.P., A.P.). - In Bolivien ist eine Revolutionäre Widerstands- front gebildet worden, die die kommunistische, sozialistische, trotzkistische und andere linksextreme Organisationen umfaßt. In einem der Presse übergebenen Dokument wird festgestellt, daß das einzige Mittel, zum Sozialismus zu gelangen, von nun an der bewaffnete Kampf ist. Daß die Rebellion der Militärs erfolgreich war, wird durch die "Unentschlossenheit" von General Torres erklärt. "Sein mangelndes Vertrauen in die Fähigkeit des Volkes", schreibt die Front, "hat es der Rechten der Wirtschaftskreise und den faschistischen Gruppen in der Armee ermöglicht, sich zu stärken. General Torres hat das Volk verraten, als er sich zuerst weigerte, es zu bewaffnen, und es dann in den sicheren Tod zur Verteidigung seines Regimes schickte." Was die revolutionären Parteien angeht, so "hatten diese ihre dektiererische Haltung nicht ablegen können, wodurch sie nicht in der Lage waren, das politische Instrument des Proletariats zu bilden und dem faschistischen Aufstand der Militärs zu begegnen, von dem sie wußten, daß er kommen mußte."

Auch die Führer der Universität von La Paz haben im Untergrund eine Erklärung veröffentlicht, in der sie die Studenten ehren, die am Montag den 23. August den Militärs Widerstand geleistet haben, und in der sie an die Linke appellieren, sich zu vereinen, um "für die nationale Befreiung und den Aufbau des Sozialismus zu kämpfen". Gegenüber der Opposition der Universitäten gegen das neue Regime hat Oberst Hugo Banzer, der Präsident der Republik, die Schließung der Universitäten von La Paz, Santa Cruz und Trinidad angeordnet.

Le Monde vom 12.9.71:

MILITÄROPERATIONEN GEGEN GUERILLEROS IN DER OSTPROVINZ La Paz. - Wie man in La Paz aus gutunterrichteten militärischen Kreisen erfährt, führen Rangereinheiten "Säuberungs"operationen im Ostteil des Landes durch. Das Ziel dieser Operationen ist, so wird angedeutet, die letzten Widerstandsgruppen gegen das neue Regime zu liquidieren, die sich insbesondere aus Elementen der Nationalen Befreiungsbewegung und der Bauerngewerkschaft zusammensetzen. Nach dieser Quelle sind sieben Guerilleros bei einem Gefecht am 7. September getötet worden.••• Le Monde vom 18.9.71:

Nach einer Verlautbarung des Innenministeriums hat die Armee neun Guerilleros in der Gegend von Santa Cruz getötet.