Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Panama

Massenrepression

· Inprekorr Nr. 68, 28. Oktober 1976 · S. 23 · 887 Wörter

Mittelamerika Jugend und Studenten

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Die Lage in Panama wird immer schwieriger. Die Probleme des bürgerlichen bonapartistischen Regimes hauten sich da dieses für die immer emstere Wirtschaftskrise keine Lösung findet. Arbeitslosigkeit und hohe Lebenshaltungsdes panamesischen Volkes.

immer, die Krise auf den Rücken der Arbeiter abzuwalzen und zählt zu diesem Zweck auf die reformistische Militärregierung, die in jedem Fall ihre interessen verteidigt. in der Juninummer des Zentralorgans der Liga Socialista Revolucionaria, der sympathisierenden Organisation der IV. Interationale in Panama, erklarte diese: "Das bürgerliche, bonapartistische Regime nat wieder emma seine wahren ziele enthüllt: die unabhängige Organisatior der Arbeiter verhin dem rialistischen Kapital offnen, die Tore noch weiter dem impedie kapitalistische Ausbeutung beibehalten. " Die massive Repression, die im September in Panama entfesselt wurde, bestatigt die Analyse unserer Bruderorganisation ebenso wie der Kampf, den die revolutionäre Linke in Panama gegen das retormistische Militarregime und seine volksfeindliche Politik führt.

DIE FAKTEN

Unfähig, die Wirtschaftskrise zu lösen, die auf der Arbeiterklasse lastet, hat das Regime in Panama Anfang September eine Preiserhöhung bei Reis und Milch, den Grundnahrungsmitteln der Bevölkerung beschlossen. Das sind die letzten in einer langen Liste von Preisteigerungen bei Grundnahrungsmitteln, mit denen das Torrijos-Regime die Last der kapitalistischen Krise auf die Arbeiter abwälzen will.

Die LSR und die Organisationen der revolutionären Linken Panamas haben beschlossen, gegen die hohen Lebenshaltungskosten und die harten Unterdrückungsmaßnahmer zu demonstrieren. Die studentischen Mobilisierungen stießen bei den Volksmassen auf große Unterstützung, so daß die Hauptstadt zum Schauplatz der bedeutendsten Mobilisierungen der letzten acht Jahre wurde, Die Mili tärregierung ließ mit der Antwort nicht auf sich warten Die erste Demonstration, am 10. September, wurde von Schlägertruppen der "Föderation der Studenten Panamas" (FEP) angegriffen; die Organisation wird direkt vom bürgerlich-bonapartistischen Regime finanziert und Konrolliert. Doch die physische Aggression gegen alle die, die gegen Preissteigerungen demonstrierten, reichte nicht: die Regierung beschuldigte noch die Organisationer der revolutionären Linken, im Geschäftszentrum der Stadt Läden zerstört und geplündert zu haben und beschimpfte sie als "konterrevolutionär" Gleichzeitig ver- als "Fünfte Kolonne " und als "Agenten der CIA".

suchte sie glauben zu machen, die Demonstrationen seien Teil eines "Komplotts" gegen den "revolutionären Prozeß", ; dessen Ztel der Sturz des Regimes sei und der von der CIA und der Bourgeoisie Panamas inszeniert worden sel.

Am bedeutsamsten war jedoch vielleicht die Haltung der Militärs, die offen gegen die Demonstranten vorgingen, ten, um gegen díe Preissteigerung bei Reis und Milch zu als diese zur Hauptkaseme der Garde Panamas marschierprotestieren. Diese Haltung der gegenwärtigen bürgerli chen Regierung erklärt sich dadurch, daß Militär un Bourgeoisie wissen, daß dies das Problem ist, das die Massen am meisten bedrückt, und daß Demonstrationen LA

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ES PERMANENTE sich aber von diesen Ablenkungsmanövem nicht beirren und fuhren fort, gegen die volksteindlichen Maßnahmen, gegen die Arbeitslosigkeit und die nationalistische Demagogiedes Militarregimes, das am 11, Oktober 1968 aus einem Staatsstreich hervorgegangen ist, zu protestieren. im Montag dem 13. September, haben die Schüler des "Instituto Nacional' , des größten Gymnasiums der Hauptstadt, in den Straßen demonstriert und sind in Begleitung ihrer Väter und Lehrer vor den Sitz des Staatspräsidenten die Angriffe demonstrien, Sie haben gegen die Preissteigerungen und gegen die "von einem pseudo-studentischen, regierungstreuen Organ gesteuerte Elemente" Wie sich die gen Demonstrantengerichtet haben, Vereinigung der Familienväter und Erzicher in einem Protestkommunique ausdrückte. Im selben Kommuniqué heißt es. "mit Zustimmung des Erziehungsministeriums, genauer, auf Anordnunges Vandalisinus begangen worden" der Leitung studentischer Angele- Das kommunique forderte die "sofortige Intervention der nationalen Regierung in Sinne der Einstellung der Unterstützung der Studentengrippe FEP, die für diese Vorfälle verantwortlich ist.

Während sich der Protest gegen das Regime ausweitete, intensivierte die Regiening ihre demagogische und repressive Propaganda, mit der sie glaubhaft machen wollte, daß das alles Teil eines Plans zur Unruhestiftung" sei. Nach ihrer Darstellung war sie die Angegriffene, nicht die große Zahl von Schülem, Studenten, Vatern und Müttem, nicht diejenigen, die bei den von den Si cherheitsorganen und dem Geheimdienst des Regimes vorereiteten und gesteuerten Gewalttätigkeiten verletzt worden waren. Indem das Regime sich somit nach außen den Anschein gab, es sei ein Opfer der Angriffe des nordamerikanischen Geheimdienstes, verschleierte es die wahren Ursachen der Auseinandersetzungen: die hohen Lebenshaltungskosten, die dem Volk von Panama Tag für Tag aufgezwungen werden.

Die LSR und die Organisationen der revolutionären Linken, die mit den Massen verbunden sind, haben ihre Protest- Iktionen nicht aufgegeben, sondem die Mobilisiening fort 'Authentischen Zentrale dei September stürmten Militärs die Gewerkschaftsbüros und verhafteten 13 Arbeiterführer und 5 Studenten. Das Ziel dieser Aktion war natürlich die Demonstration vom Freitag zu verhindem und die Bevölkerung damit zu demoralisieren. So organisierten die LSR und andere Organisationen eine andere Demonstration, an der sich mehr als tausend Studenten beteiligten. Als sie das Universitätsgelände verließ, wurde sie von den "Anti-Aufruhir-Truppen " des Regimes brutal angegriffen. Dabei wurden Dutzende von Studenten verletzt, mehr als 150 verhaltet, und die Universität wurde erst von den Truppen umzinelt, dann mit Tränengasbomben beworten und schließich geschlossen.

Da das Militärregime seine Vertrauensbasis völlig verloen hatte und in Mißkredit geraten war, sah es sich genötigt, drei Tage spater die Verhafteten wieder freizulassen und die Universität wieder zu öffnen. Während dieser ganzen Z eit haben die Stalinisten der "Volkspartei" (KP Panamas) das Regime bedingungslos unterstützt und versucht, die antikommunistischen Reden der Militärs