Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Griechenland

Der Athener Prozess: Die 14 Angeklagten sind frei

Inprekorr Nr. 68, 28. Oktober 1976 · S. 21 · 374 Wörter

Griechenland und Türkei

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Der Athener Prozeß : Die 14 Angeklagten sind frei Der Angriff der Regierung Karamanlis auf die revolutionare Linke war ein Schlag ins Wasser. Das Athener Gericht war gezwunger für die Ereignisse vom 25. Mai angeklagt die Aktivisten, die der "moralischen Verantwortung"

waren, freizusprechen.

Unmittelbar nach den sierungen vom cA. enden si dieses altes hatte die - Mai dieses Jahres hatte die Regierung mit der sorgfältigen Vorbereitung des Prozesses begonnen. Als Zielscheibe wählte sie sich dabei Mitglieder der OKDE, der griechischen Sektion der IV. Intemationale, der maoistischen EKKE, der Gruppe "Proletarische Linke" und der kommunistischen Organisation MACHITIS.

Die Organisationen der extremen Linken hatten auf den Angriff von Karamanlis mit einer Solidaritätskampagne geantwortet, die von einem ad hoc-Komitee organisiert wurde. Dies Komitee hatte Zehntausende von Unterschriften gesammelt und durchgesetzt, daß in den Gewerkschaften und Studentenorganisationen Solidaritätsadressen verabschiedet wurden. Dies gelang trotz der reservierten Haltung der beiden Kommunistischen Parteien Ine jedoch die sich auf vage Stellungnahmen beschränkt haben, offen ihre Solidarität mit den angeklagten Genossen zu bekunden. Die sozialistische Partei PASOK hat sich in Schweigen gehüllt. Das Komitee hat auch eine Reihe von Kundgebungen organisiert; die größte fand am 27. Septem ber in Athen statt. Auf Initiative der Organisationen der extremen Linken ist während des Prozesses eine weitere Kundgebung am Polytechnikum organisiert worden, das während der Diktatur Schauplatz großer Arbeiter- und Studentenkämpfe gewesen war.

Der Prozeß verlief in gespannter Atmosphäre, Der Präsident des Gerichts hatte einen kleinen Saal ausgesucht, um die Öffentlichkeit einzuschränken. Als Zeugen der Anwohl Angeklagte wie auch Anwälte haben erklärt, von einigen dieser Zeugen mehrfach verfolgt worden waren. Einem Polizeibeamten warf ein Anwalt vor, sein Vater sei verhaftet worden und im Gefängnis gestorben, weil er ihm den Paß verweigert habe. Zwei Angeklagten und einerAktivistin die als Zuschauerin dem Prozeß beiwohnte, wurde auf der Stelle der Prozeß gemacht und sie wurden zu einigen Monaten Gefängnis verırteilt, da sie die Polizeibeamten als Faschisten bezeichnet hatten. Trotz all dieser Manöver und der Absicht der Regierung. der extremen Linken eine Lehre zu erteilen, waren die Beweismittel der Anklage zu geringtügig und lacherlich; sie reichten für eine Verurteilung nicht aus. Das Gericht multe die Aktivisten freisprechen und damit eingestehen, daß die Regiering sich auf Unterstellungen eingelassen hatte, die jeder rechtlichen Basis entbehrten.