IN SÜDAFRIKA, Der Aufstand von Soweto in Südafrika am16. und 17. Juni wurde brutal unterdrückt und mehr als 150 Afrikaner wurden getötet. Aber die werktätigen Massen wurden von diesem Angriff auf das riesige Ghetto am Rande von Johannesburg, in dem mehr als eine Million afrikanische Arbeiter mit ihren Familien leben, weder eingeschüchtert noch demoralisiert. In Wirklichkeit begann die Demonstration Ils Kampt gegen diebantu-orientierte Unterrichts. olitik des rassistischen Regimes, weitete sich aber asch auf die nahe gelegene Vorstadt Alexandr aus, die bekannt ist dafür, daß sie während de Zweiten Weltkriegs in den Bussen die Apartheid boykottiert hat; dann auf das Reservat Mamelodi, ein Lager billiger Arbeitskräfte in der Nähe von Pretoría: dann auf die beiden Bantu- "Herde" von Transvail, ländliche Reservoirs billiger Arbeitskräfte. und schließlich auf Zululand , wo die Studenten ebenfalls gegen Unterricht in Bantu revoltierten.
Der Aufstand wurde von einem der totalitärsten Staaten der Welt niedergeschlagen, doch waren in ihn ungefähr 3,5 Millionen halb-seßhafte Wanderarbeiter der Goldminen von Witwatersrand verwickelt. Diesen Proletarier wird nicht einmal die Fiktion von Rechten zugestanden; sie dürfen nicht lebenwie eine seßhafte städtische Arbeiterklasse oder eine fest angesiedelte Bauernschaft Sie befinden sich im Herzen der Goldminen und der Goldindustrie des Weltimperialismus. Die Juni- Revo'te ist die größte in einer langen Geschichte des Klassenkampfes gegen das anglo-burische Svstem der Rassendiskriminierung gewesen, das unter dem Namen "Apartheid" bekannt ist An Massenaufständen gegen dieses System hat es bisher nicht gefehlt: es gab sie in Natal 1906. in Queenstown (am Kap), wo ein Generalstreik der Bergarbeiter in einem Massaker endete. in Bondels warts (Namibia) kurz dem Zweiten Weltkrieg, in Sharpeville und in Langa 1960. Aber das Massaker von Soweto betrifft zum erstenmal einen Massenautstand, der sich gegen lie burische Politik der "Retribalisiering" richtet liese ist integraler Bestandteil der westlichen euro päischen Politik, die seit dem Krieg rikanisten" un - von den kathoischen und sozialdemokratischen terstützt wird. In diesem Sinn hat es sich diesmal um die erste wirklich anti-westliche Revolte gehandelt, und Vorster hat sie im Namen eben dieses Westens niedergeschlagen.
Während in den Reservaten weitere Massaker verübt wurden, traf Vorster mit Henry Kissinger in Bayem und mit Helmut Schmidt in Bonn zusammen. Der Ort war für die Zusammenkunft besonders geeignet, da die Bundesrepublik der erste Handelspartner Sudafrikas ist (wenn man vom Go'd absieht; ansonsten nimmt Großbritannien diesen Platz ein) und im Staat der Apartheid Investitionen im Wert von ca. 2 Milliarden Dollar getätigt hat; darunter fallt auch ein Sonderab kommen über spaltbares Rohma- "Europaparlaments" vom April 1976. In diesen Resolutionen wird durch die willentliche Unterlassung jeglicher Bezugnahme zur "Mehrheitsherrschaft" in Südafrika (wie dies auch bei den Erklärungen Kissin gers in Nairobi der Fall war) die Apartheid faktisch Bovkott Südafrikas sich mit dem Klassenkampf egen die Apartheid und gegen den Imperialismu: in Südafrika selbst identifizieren müßte und die Umsetzung von außen der praktischen Aktivität der inneren Massenbewegung wäre: sie müßte die Weigerung beinhalten. im Rahmen des bestehen den Herren volk-Svstems mit dem Regime zusammenzuarbeiten. Das würde die Ausdehnung des Klassenkampfs auf den Kampf gegen den ÖS-Imperialismus und den europäischen Imperialismus bedeuten, die beide Garanten der Apartheid-Bastion sind.
URSPRUNG DES SÜD AFRI- KANISCHEN RASSISMUS
Die rassistische Kolonie Südafrika war ein besonderes Produkt der kombinierten Entwicklung des europäischen Kolonialismus und der pră - kolonialen Gesellschaften in Amerika, Asien und Afrika. Die Interaktion zwischen diesen beiden Welten hat sich im großen und denen Formen abgespieflanzen in drei verschieder nordamerikanischen oder australischen, wo die Siedler sich auf dem
SÜDAFRIKA
Land niedergelassen und ihre Besitzer, Stamme oder Gemeinschaften, enteignet und oft massakriert haben; in diesem Fall nahm die primitive Akkumulation die Form des Völkermords an und die Basis des Kolonialismus, die unterbezahlte Arbeit, wurde verichtet. Der "indischen" Forn, die in den Ländern Anwendung fand, in denen die europäischen Eindringlinge auf starke einheimische Klassen stießen : hier übten sie ihre Herrschaft mittels der bestelienden herrschenden Klassen aus und verwandelten diese in Steuereinnellmer, in Kompradoren und schließlich, nach errungener "Unabhängigkeit", in kleinere unterlegene Partner und Verwalter der halb-kolonialen Staaten. Schließlich hat diese Interaktion noch die Form angenommen, die in Brasilien, im Süden der Vereinigten Staaten und in Südafrika herrscht, wo die Dezimierung der einheimischen Bevölkerung mit dem Import und der massenhafen Ausbeutung von Sklaven kombiniert war während die Hirten- und Ackerbauvölker (z. B die Khoi-Khoin und die Bantus in Südafrika) zerschlagen und in ein System der "indirekten Rassenherrschaft" integriert wurden. das durch die Häuptlinge vermittelt war. Mit der Abschaffung der Sklaverei im 19. Jahrhundert wurden die alten Sklaven und Diener in eine Schicht billiger Arbeitskräfte verwandelt, die nach Rassenkriterien zusammengefaßt wurden. Da zuvor am Ort eine wirkliche oder potentielle ausbeutende Klasse völlig gefehlt hatte wurde die weiße Bevölkerung zur sozia'en Basis und zum Agenten des Kolonialismus.
In Südafrika hat diese letzte Form ihren gewalttätigsten Ausdruck gefunden. Nach einer Periode der Sklaverei in einer kapitalistischen Plantagen wirtschaft unter holländischer Herrschaft (von 1652 bis 1795 und von 1802 bis 1806) und unter britischer Herrschaft (von 1795 bis 1802 und nach 1806) hat das britische Monopolkapital.unterstützt von der massiven Einwanderung von Briten, Holländem, Franzosen, Deutschen und später Juden, einen rassistischen Staat geschaffen. In der ganzen Periode des Aufschwungs des Imperialismus von 1860 bis 1900 war seine wirtschaftliche Basis der Zucker von Natal, die Diamanten von Kimberley und das Gold von Johannesburg. Die industrielle Revolution (Bergbau) fand-mitten in einer Zeit rascher territorialer Eroberungen. der Ausdehnung der Reservate (das sind die ländlichen, retribalisierten Bantustans, die als Reservoirs billiger Arbeitskraft dienen) und der Bildung von Wohnkom- ›lexen am Rande der städtischen Siedlungen statt hier sind Wanderarbeiter und halb-seßhalte Arbeiter sowie zum Teil seßhafte Familien konzen • triert); zu dieser Zeit wanderten auch weiße. Arbeiter ins Land ein.
•30 Die rasche Expansion des europäischen Kapitals auf der Grundlage der Ausbeutung billiger afrikanischer Arbeitskraft, die enteignet und entrechtet wurde, stützte sich auf eine eiseme Allianz von weißem Kapital und weißer Arbeit gegen die nichteuropäische Arbeit und führte zur ersten wirklichen Fusion des monopolistischen Kapitals mit dem ka-. pitalistischen Staat. Die weiße "Demokratie"Sudafrikas wurzelt in einer totalitären Herrschaft über eine innere "schwarze Kolonie". die die Mehrheit der Bevölkerung umfaßt. Die Zentren der billigen Arbeitskraft und der kolonialen Superprofite sind die wirklichen Wurzeln des rassistischen Staates. des Rassismus und der Rassenvorurteile. BUT IF THEY CANT READ AFRIKAANS
MOW CAN THEY READ THE "KEEP OUT NOTICE?
BLANKES ALLEEN
BILLIGE ARBEITSKRAFT UND SUPER- PROFITE
Die Psychose rassischer Mystik hat niemals die Wurzeln der Apartheid dargestellt. Deren Ursprung Liegt schlicht und eintach im Bedürinis, durch Überausbeutung billiger Arbeitskraft enorme Profite auszupressen. Doch sind in Südafrika die Kosten der Arbeitskraft nicht nur dank der Selbstregulierungsmechanismen des Kapitalismus (wie der industriellen Reservearmee) so niedrig geblieben. Im Gegenteil. seitdem der Bergbau vor einem Jahrhundert die Wirtschaft vollständig umgewälzt hat, hat es ständig einen chronischen kräften, auch noch 1976). Das Arbeitskräftereservoir Südafrikas hat niemals ausgereicht, um die Nachfrage des monopolistischen Kapitals zu decken;dieses mußte daher bei seiner Suche nach Arbeitskräften jenseits des Limpopo (im Norden Sudafrikas) und selbst jenseits des Sambesi (im Norden Rhodesiens) vordringen bis nach Äquatorialafrika hinein. Im Norden der Bantustans und de r Protektorate hat Großbritannien ein breites Netz an Reservaten errichtet, von wo es seine billige Arbeitskraft für diebergwerksbesitzende Finanzwelt des südafrikanischen Kemlands bezieht. Gegenwärtig werden die Börsenwerte südafrikanischer Bergwerke an der Londone Börse bei ca. 14 Milliarden Dollar notiert (davon sind ausgeschlossen die Investitionen in Banken, Versicherungen, Baugewerbe, Industrie und Handel). All dies wurde aufgebaut dank der billigen südafrikanischen Arbeitskraft und die Profite, die aus ihr herausgesaugt wurden, wurden direkt oder indirekt zur Schaffung einer einzigartigen monopolistischen Struktur verwandt; sie ist die massivste und konzentrierteste der Welt, eine multination ale Monoindustrie. Insgesamt hat die EWG in der südafrikanischen Wirtschaft Kapital im Wert von 130 Mrd. Dollar zirkulieren (der Anteil der USA beträgt nur 12%).
Dieses Kapital hat einen unersättlichen Appetit auf billige. d.h. afrikanische Arbeitskraft. Durch die Vermittlung der Recruiting Corporation von Cecil Rhodes und ihres Partners, des Native Affairs Department (jetzt Department of Bantu Affairs genannt) hat das europåische Kapital das Afrika südlich der Sahara in ein Hinterland billiger Arbeitskraft verwandelt. Es stellt die Arbeitskräftebasis des Gemeinsamen Südafrikanischen Marktes dar. der zwar noch nicht offiziell, dafür aber real existiert. Das Arbeitskräftereservoir für diesen Markt stellten zunächst die Bantustans, die Protektorate, die portugiesischen Kolonien, die ehemals deutschen Kolonien, Rhodesien, Britisch- Ostafrika und Britisch-Westafrika und selbst Belgisch- Kongo dar. Obwohl die meisten dieser Staaten inzwischen unabhängig geworden sind, beliefem sie Südafrika weiterhin mit billiger Arbeitskraft Auch die wirtschaftliche Herrschaft des britisch-südafrikanischen Kapitals über diese Staaten ist geblieben, besonders im Bereich des Bergbaus und der Plantagen. (Als im Juli 1965 Abgeordnete und Senatoren des Parlaments von Kenia eine Resolution über die Verstaatlichung der ausgedehnten südafri kanischen Besitztümer in Kenia vertaßten, lehnte Yomo Kenyatta sie ab mit den Worten: "Wir sind keine Diebe".( So werden die Bestohlenen Diebe genannt, wenn sie versuchen, ihre Güter zurückzuerlangen).
Jede südafrikanische Regierung.
der General Smuts ( dem eigentlichen Baumeister der Apartheid) zur der von Hertzog, Malan, Strydom, Verwoerd und jetzt Vorster hat sich darum Vorsters hat wirtschaftsgeschichtliche Sie rühren zum Teil aus dem Charakter der afrikanischen "Unabhängigkeit" ein billiges Arbeitskräftereservoir garantiert. DER SÜD AFRIKANISCHE GEMEINS AME
MARKT
Die hauptsachlichen Interessen des Imperialismus in Südafrika stellen sich folgendermaßen dar: 1) Mehr als 30 Milliarden Dollar sind westliches Kapital, der größte Teil davon kommt aus den Staaten der Europäischen Gemeinschaft. Verflechungen im Finanz- und bergwerkskapital gibt e wischen Südafrika und Großbritannien (die Londo ner City brache ohne das südafrikanische Gold. ohne seine Diamanten und seine andere Erze zusammen): Zwischen Südatrika und der Bundesreublik (diese wünscht, daß Namibia die hängigkeit" erlange, damit sie vermittels ihrer alten Interessen in Landwirtschaft, Handel, Industrie und Bergwerk dieses Gebiet beherrschen kann): zwischen Südafrika und Holland und schließlich mit den USA. Die Statistiken der EG und der OECD zeigen, daß zu Anfang dieses Jahrzehnts der Handelsaustausch mit südatrika folgendermaßen an stieg: in den USA um 15%, in Holland um42%. in Frankreich um 48%, in der BRD um 24%. in Belzien um 40%. in Italien um 16% und in den Schweiz um 22% 2) In Südafrika ist mehr als die Halfte der Industrie des ganzen afrikanischen Kontinents konzentriert. Die industrielle Hungersnot Afrikas ist ein typisches Merkmal des Kolonialismus. • 3) Südafrika deckt drei Viertel des Goldbedarfs der westlichen Welt (in Barren und für die Industrie). Ohne diese Lieferung würde das ganze Währungssystem der OECD-Länder zusammenbrechen. 4) Sudafrika ist eine Hauptquelle an Uran für die westliche Kernindustrie, die Rüstungsindustrie inbegriffen.
den Kampf Afrikas für seine wirkliche Unabhan-en 5) Südalrika ist die weiße Basis des Westens rigkeit und die Demokratie. Die weißen Strateger ›etrachten die "Unabhängigkeit" nicht als eine Mystifikation, die als Akternative zur Apartheid erscheinen könnte. Und da die einzige Alternative ein neues Vietnam oder ein neues Kuba ist, haben sie seit langem beschlossen, die Grundsubstanz der Apartheid beizubehalten und nur ihre "strukturellen Beziehungen" zu dem inneren und außeren Hinterland zu andem.
Das sind die Grundmerkmale des Gemeins amen Südafrikanischen Marktes. auf die sich die westliche Strategie statzt. Seitdem sich nach dem Zweiten Weltkrieg das Krätteverhältnis in der Welt geandert hat und zunehmend mehr Staaten: erst in Asien. dann in Afrika unabhängig geworden sind, hat der Imperialismus seine Strategie neu überdacht. Dasneueste Instrument dieser Strategie ist der "Dialog" und die "Koexistenz". DIE NEUE "GROSSE STRATEGIE" DES
IMPERIAL ISMUS
Die imperialistischen Mächte haben die Nachkriegskrise überlebt. indem sie den afrikanischen Kolonien die "Unabhängigkeit" gewährten. Schwarze Sachverwalter sind an ihre Stelle getreten, um über die Besitztümer der Weißen zu wachen. und in den Banken Westeuropas und Nordamerikas häuften sich noch nie dagewesene Profite; ungeahnte Reichtümer wurden in der Form der steilen Expan sion fixen Kapitals auf Eis gelegt. Der Neokolonialismus hat den Graben zwischen den reichen und den armen Landem standig vertielt und den Arbeiterstaaten neue wirtschaftliche und milita rische Bedürfnisse aufgezwungen. Als dann die intemationale Rezession und die portugiesische Krise eine neue Situation geschaffen haben, war auch der wirtschaftliche und politische Apparat geschaffen, um die neue imperialistische Strategie in Anwendung zu bringen. Deren Hauptmerkmale lassen sich wie folgt zusammenfassen:
1) die Linie der Rassentrennung vom Sambesi zum Limpopo, d.h. von Rhodesien nach Südafrika zu verlegen; 2) die weiße westliche Bastion durch einen cor don sanitaire "unabhängiger Bantustans" schützen. Einige von ihnen befinden sich politisch außerhalb von Südafrika, einige innerhalb: 3) den Gemeinsamen Südafrikanischen Markt in Sambia. Kenia, Tansania, Zaire, Rhodesien (durch die Errichtung einer "Mehrheitsherrschaft" mit Marionetten an der Spitze. die das Wohl der weißen Siedler sichern sollen), Angola und Mozambique (südafrikanische Interessen in den Eisenbahngesellschaften, billige Arbeitskraft, die in die südafrikanischen Bergwerke exportiert werden kann, der Cabora-Bassa-Staudamm) und auch bis zu einem Banken. Bergwerken und Plantagen) festigen. Das Bergwerken und Plantagen) festigen. Das potentielle Arbeitskräftereservoir dieses Gemein samen Marktes beträgt 200 Millionen Menschen. d. h. die Hälfte ganz Afrikas 4) durch diese Festigung und ihre Ausweitung ein Instrument zu schaffen, um die Rezession und die Rohstoffprobleme mittels der "Koexistenz" zu überwinden: im weißen Gemeinsamen Markt soll es eine ganze Milchstraße schwarzer Steme geben: 5) diesen Prozeß internationalisieren, indem Südafrika Schritt für Schritt zerstückelt wird. Alle Gebiete, in denen Reichtum konzentriert ist --die großen stadte. die Bergwerke. Finanzzentren, Haten. Transport- und Kommunikationsmittel, die
SÜD AFRIKA
Tonstiteln und anste quelle le le erden rester- Industrie und die werden fester Bestandteil Südafrikas bleiben. Die billige afrikanische Arbeitskraft wird weiterhin als fremd behandelt werden, aber jetzt auf andere Art: die Arbeiter und Bauern des Xhosa-Stamms werden nun ein Xhosa - "Heim" haben. das man als ihre "Nation" anerkennen wird; die Zulus werden ein Zululand haben, usw. Das verfolgte Ziel ist das der "Retribalisierung" der Stammesgesellschaften die in Wirklichkeit völlig von den Buren und dem britischen Kolonialismus entwurzelt und zerstört wordensind--. "ausländischen Gast arbeiter" zu spalten und sie somit besser zu beherrschen Auf allen Ebenen werden die "Afrikaspezialisten" und dies "Tredizingen en rentese wieden. Die um dies Unterfangen Weißen werden weiterhin ökonomisch und politisch die absolute Herrschaft ausüben. Die "farbige" Bevölkering (Mestizen). die ungefähr 2 Millionen Menschen ausmacht, und die 750.000 Inder werden einen Sonderstatus zugeteilt bekommen, der sich auf das Coloured Affairs Department und das Department of Asian Affairs stützt. Diese werden sich in allen Wohnungen, Schulen. Kirchen und "Buschschulen" mittels "farbiger" und indischer Quislinge einschalten. Ein sekundärer Aspekt dieses Prozesses ist das Verschwinden der "kleinen Apartheid": der getrennten Wartesäle an den Busbahnhöfen, der Rassentrennung in den Parks, den Stränden. usw. Aber die "große Apartheid" -in allen Wohnvierteln, den Kasernen, in der Arbeitskraftreserve, der Lohnskala, im Wahlrecht und in den Schulen-- wird nicht nur in Kraft bleiben. sie wird jetzt auch Gesetz werden nach der Formel "gleich, aber verschieden" Diese Perspektiven der "neuen, rassischen Beziehungen" haben schon zahlreiche liberale Kreise unter den Buren und den Briten. in der EG und den USA Die Weißen werden weiterhin Luxus und Gleichheit genießen: die Wohnghettos, Kasernen, Reservate, die Unterdrückung im Unterricht und der Landraub werden weiterhin das Los der Schwarzen bleiben:
6) später Namibia zu bantustanisieren und ihm die "Unabhängigkeit" zu verleihen, wobei man mit Sicherheit auf die Mitwirkung Westdeutschlands bauen und sich auf die emporgekommenen, rassistischen deutschen Siedler stützen kann. die sich nach dem Ersten Weltkrieg, als Namibia noch deutsche Kolonie war, dort niedergelassen haben: 7) die Grenzen zu befestigen: politisch durch "unabhängige" Staaten, militärisch durch die Bodenund Luftstreitkräfte der USA und der EG mit Unterstützung der Seestreitkräfte der NATO: sie sollen diese Grenzen nach ihrem Belieben überschreiten können, wie es 1975-76 bei Angola der Fall war; 8) den politischen Bewegungen, die in Sudafrika die Zusammenarbeit verweigem, keine Zugeständnisse zu machen und der Forderung nach demokratischen Rechten mitsamt dem allgemeinen Wahlrecht, aber auch dem Recht, gewählt zu werden und nicht- rassistische Gesetze zu erlassen, nicht nachzugeben. Der innenpolitische Eckpfeiler die ser "Entspannung" bleibt das Gesetz des Weißen Dominions von 1910. Dies Gesetz stellt ebensc wie der wirtschaftliche. soziale und kulturelle Rassismus, auf den es sich stützt, den weißenPol diesen Manent * dar. Die Fahne, die nun auf die Fahne der Zusammenarbeit der Schwarzen mit ihren weißen Herren, scheint gegen den "Wechsel der Strömungen" gefeit, zumindest glaubt man dies. Diese Fahne wird durch die vereinigte Waffe der Nicht-Zusammenarbeit der nicht-europäischen werktätigen Massen in einem sozialen Kampf heruntergerissen werden, der unweigerlich in einer geballten Kombination von Kuba und Vietnam münden wird. Denn im Gegensatz zum restlichen Afrika kann der Imperialismus in Südafrika nicht das Risiko einer Lösung eingehen, die den Schein der Rassengleichheit autrechterhält, aber dennoch die Herrschaft des weißen Mannes sichert. In Südafrika konzentrieren sich in geballtester und explosivster Weise die Widersprüche des gesamten westlichen Systems, und nur das machtige und nie besiegte Proletariat. die rechtlosen und landlosen Arbeiter. die in den Bergwerken zusammengepfercht sind und in die Konzentrationslager geschleift werden, werden in der Lage sein, den Rassismus vollkommen abzuschaffen, die Agrarreform und die vollständige, nicht-rassistische Demokratie durchzusetzen sowie das weiße kolonialistische und imperialistische Kapital all seiner Güter entschädigungslos zu enteignen.
VOLLENDUNG DER BÜRGERLICH- DEMOKRATISCHEN REVOLUTION
Die weißen Sozialisten. Gewerkschafter und Stalinisten, die die getrennte industrielle Entwicklung Sumekratischen Rechte immer als eine minder be- haben den Kampf für die vollen deutende Angelegenheit eingestuft als den Sozialismus. Im Namen des "Sozialismus" eröffneten sie 1922 dann das Feuer auf die afrikanischen Bergarbeiter und gaben die Losung aus: "Für ein weißes sozialistisches Südafrika"! Sie haben nacheinander bei der Zerschlagung der nicht-europäischen Organisationen Hilfestellung geleistet: die Stalinisten verrieten die All African Convention, als sie als deren Abgeordnete ins Parlament kamen, und isolierten die Gewerkschalten aut der Grundlage des Industrial Conciliation Act und der Politik der "Arbeit für Weiße" der Industrial and Commercial Workers Union, die in den 20er Jahren mehr als 100.000 Mitglieder zählte, versetzten die liberalen Labourgewerkschalter des (den weisen vorbehaltenen) Trade Union Congress (Motherwell) den Todesstoß: die National Liberation League und das Non-Erropean United Front haben die Stalinisten den Bestrebungen von General Smuts im Zweiten Weltkrieg 1940 geopfert. All diese weißen "Sozialisten" hatten eines gemeinsam: sie haben den Sozialismus als Vorwand benutzt, um den Kampf für die Demokratie herabzuwürdigen und damit ihre eigenen Rassenprivilegien aufrechtzuerhalten.
Für die wahren Sozialisten war der Kampf dafür, nicht als Paria behandelt zu werden, in aller Würde Mann oder Frau sein zu können und eine nichtrassistische Gesellschaft aufzubauen integraler Bestandteil des Sozialismus. Dieser Kampf war Betandteil des "Glücks eines jeden... und des Glücks aller" und kein abstrakter Dekor, der nur für die "Sozialisten" des Herrenvolkes gelten sollte. die der Kampf der Sklaven keine Bedeutung besaß. In Wirklichkeit haben die weißen "Sozialisten" sowohl den Kampf um die demokratischen Rechte als auch den um den Sozialismus verraten. So wurde die Kommunistische Partei von den weißen, anti-afrikanischen Briten und den eingewanderten Sozialisten gegründet, Sie hat die Rassentrennung und die Losung zhe genie mich nur ein wend sich sozialistisches Südafrika !" Sie hat die indirekte rassistische Herrschaft noch vor dem Aufstieg des Stalinismus in der Sowjetunion und der bürokratischen Entartung der Komintem unterstützt. Die Geschichte der Linken in Südafrika hat bewiesen, daß die Ersetzung des Kampfes für die vollen demokratischen Freiheiten durch den "Kampf für den Sozialismus" nichts anderes bedeutet als die rassistische Liquidierung des letzteren. Es gibt keinen andem Weg zum Sozialismus als den der Vollendung der bürgerlich-demokratischen Revolution und ebenso gibt es keinen anderen Weg zur Erringung der vollen demokratischen Rechte als die soziale Revolution. Es ist nicht übertrieben
zu sagen, daß der weiße, einheimische oder aus- Die Trennungslinie verläuft nicht zwischen "Solandische "Sozialismus" eine Waffe in der Hand zialisten" und "Nicht-Sozialisten" *, sondern zwides Imperialismus und der Herren volk-Ideologie schen Anhängem und Verweigerem der Kollaborain Südafrika war und bleibt. tion mit dem Imperialismus und seinen Agenten innerhalb wie außerhalb Südafrikas. Die Früchte
Deswegen hat die United Front dieses Kampfes werden nicht so bald heranreifen. " sozialistischen" Parteien und die weißen bürger- Aus den oben genannten Gründen wird der Impelichen Parteien aus den eigenen Reihen ausgeschlos- rialismus bis zum äußersten versuchen, seine Herrsen (aber nicht die Kommunistische Partei, schaft in Südafrika aufrechtzuerhalten. Es ist der nominell eine Partei der "Befreiungsbewegung" Klassenkampf, der letzten Endes über das Schick- Andererseits hat die United Front sal Südafrikas entscheiden wird, und nicht die Entdie African People's Organization, eine klein- wicklung in Rhodesien. Angola und Mozambique, bürgerliche Organisation der Mischlinge, die eine zweischneidige Auswirkung aut Südatrika überwiegend afrikanischen Atrican National haben. Es wird eine mächtige, imperialistische.mi- Congress und später, in der kurzen Zeit der Ereig- litärische Intervention geben, einen machtigen nisse von Sharpeville, den antikommunistischen Widerstand und den Sieg der unterdrückten Nicht- Pan-Africanist Congress und den Europäer. Aber nur im Rahmen heftiger internatio- Indian Congress umfaßt, der sich vor allem auf naler Spannungen wird der Klassenkampf in Südaf- Natal stützte ; die einzige Vorbe- rika Entscheidungen hervorbringen: daß ist für dingung war, daß diese Organisationen ihrerseits den Verlauf der permane ten Revolution in diesem die Liberalen aus ihren Reihen ausschlössen. Das Land keine unerhebliche Frage. Non - European Unity Movement selbst verhandeite mit dem South African Indian Congress über dessen Die Arbeiter der imperialistischen Lander gehen Eintritt in das NEUM und stellte ihm dafür. einem Aufschwung der proletarischen Revolutior hend vom allgemeinen Wahlrecht für alle, folgen- entgegen. Sie können das vollenden. was die Koden Bedingungen: lonialre volution begonnen hat und ihrerseits den Weg für neue soziale Revolutionen in den halb- 1) die Anerkennung der vollen demokratischen kolonialen Ländern freimachen. Die internationa- Rechte, d. h. die Ablehnung jeglicher Sonderrege - le Solidarität des Proletariats in den imperialistilung für die Klasse der Händler zu Lasten der Afri- schen Ländem wird für die Revo'ution in Südafrika, kaner und anderer unterdrückter Nicht-Europäer; wo die Imperialisten sicher versuchen werden, di- 2) die Nicht- Zusammenarbeit (non -collaboration). rekt zu intervenieren. von entscheidender Bedeu- J. h. die Ablehnung der Entsendung besonderer in- tung sein. Gerade weil Südafrika nach Trotzkis discher oder anderer"Vertreter" in die Institutionen Fonnuliening von 1935 zugleich ein "weißes (im des südafrikanischen Staates: der Boykott des Depart- perialistisches) Dominion und eine "Sklavenkoloment of Bantu Affairs. des Department of Coloured nie" ist, ist ein kombinierter Angriff auf beide Allairs. der Boykott des Projekts eines Asian Ad- Systeme notwendig. um die geeigneten Bedingun- Visory Boards, der lokalen Advisory Councils, gen dafür zu schaffen, daß die nicht-europäischen "multi-rassischen" Organe der Stam- Arbeiter dieses Pulverfaß des Rassismus zum Explomeshäuptlinge und der ganzen anderen rassistischen dieren bringen.
Institutionen der indirekten rassistischen Herrschaft