Der kurdische Widerstand ist nicht geschlagen Im März 1975 unterzeichnete der irakische Außenminister Saddam Hussein ein Abkommen mit dem Schah von Persien, durch das unter anderem die materielle Hilfe des Iran an die kurdischen Kämpfer gegen das irakische Regime eingestellt werden sollte. Die Führung der Demokratischen Partei Kurdistans (DPK) unter Mustafa Barsani, die die Hegemonie über den Kampf der Kurden Doch bedeutete das nicht das Ende des Kampfes der Kurden. Kurdistan ist ein Bergland in West- Die kurdische Bevölkerung wurde auf vier Staaten aufgeteilt: die Türkei (2 Milltonen Kurden damals), der Iran (2 Millionen), der Irak (1 Million) und Syrien (1, 5 Millionen). Seitdem ist das geihre wiederholten Versuche,die kurdische Revolution zu liquidieren, erfolgreich zu Ende zu führen.
Andrerseits hat sich die Führung der kurdischen Bewegung unfähig erwiesen, die Revolution zum Sied zu führen. Die Niederlage von 1975. ein Ergebnis des Verrats der Barsani-Führung. einem wichtigen Prozeß politischer Debatten und Umstrukturierungen innerhalb der kurdischer Bewegung geführt. Im tolgenden veröffentlichen wir ein Interview mit Noshirwan Amin, einem Mitglied der Nationalen Union Kurdistans: es gibt die Grundzüge wieder, die dieser Prozeß an nimmt. In kommenden Inprekorr-Nummern werden wir Stellungnahmen anderer Tendenzen veröffentlichen, die aus diesem Prozeß der Umstrukturierung hervorgegangen sind, wie die Position der arabischen revolutionären Marxisten zur kurdischen Revolution. Wir betrachten unsere Teilnahme an dieser Debatte und ihre Veröffentlichung als Teil unserer Aufgabe der intemation alisti schen Solidarität mit der arabischen und der kurdischen Revolution.
FRAGE : Worin sieht du die Gründe für die Niederlage im jüngsten Krieg?
Vertrauen in die Krätte des Widerstands. Sie hatte ANTWORT : Der kurdische Widerstand ist mit keine Pläne für eine umfassende Landreform. dem jüngsten Krieg weder politisch noch milită- in erster Linie den armen Bauem zugute kommen risch gebrochen worden. Der vorläufige Zusam- So wurde vorrangig die Unterstützung ausmenbruch war vor allem durch die Flucht Barsa- ländischer Regierungen angestrebt: Voraussetzung nis aus den Kampfzonen zusammen mit der Fuh- dafür war aber die ereitschaft, sich mit den reakrung der DPK (Demokratische Partei Kurdistans). tionären imperialistischen und chauvinistischen durch das darauffolgende Abkommen zwischen Kräften zu verbinden gegen die Kämpfe der unterdem Baath-Regime und dem Schah von Persien drückten Massen in Persien, der Türkei und den "Umsiedlung" eines großen Teils ander arabischen Länder. Eine solche Haltunber der Widerstandskämpfer in den Iran mit ihren Fa- fand auch ihren Niederschlag in den Methoden milien verursacht. Diese Führung der DPK Kriegsführung: der Partisanenkrieg wurde liquieine Stammesführung war, stützte sich auf den diert und in den jüngsten Auseinandersetzungen rückständigsten Teil der kurdischen Bevölkerung. trat der reguläre Stellungskrieg immer mehr in auf die Grundbesitzer. den Vordergrund -- bis man aufgab.
Wenn heute von einer Niederlage die Rede ist, so Es war ein Fehler. das Konzept "Einheit im Kampf nur von der politischen Niederläge der Führuns gegendie Unterdrückung durch das irakische Reder DPK. die auf Grund ihrer tribalen Struktur țime - Kritik innerhalb der Bewegung ren unig zweitens die nan onale Frage mit der 50- erstens den nationalen Kampf zu fah- DPK selbst" einseitig zu begreifen und anzuwender im Sinne der Einheit im Kampf. Der Fehler bestand zialen zu verbinden. nicht nur in der mangelnden Kritik, sondem auch in der Vernachlässigung des Aufbaus einer Avantgarde- Die Agrarfrage ist in jedem rückständigen Land Partei. d.h.einer eigenständigen Organisierung der wie auch in den kurdischen Gebieten lebenswich- fortschrittlichen Kräfte der kurdischen Gesellschaft: nig für eine Bewegung unter den Bauern ind das Der Führung der DPK fehlte jegliches Verständ- die objektiven Gründe auf politischer Ebene und die subjektiven Voraussetzungen bei den Massen
waren dazu gegeben.
Unter Avantgarde verstehe ich die revolutionäre Avantgarde im leninistischen Sinne: aufgrund der Rückständigkeit der kurdischen Gesellschaft ist der zahlenmäßige Anteil des Proletariats beschränkt: durch ihren Einsatz im Kampfwerden die kurdischen Arbeiter jedoch fähig sein, die ideologische Funrung der Bewegurg zu übemehmen und zu ihren aktivsten Kämpfem zählen. Vorrangig ist hierbei auch die Bauemfrage, deren Lösung ohne Rücksichtnahme auf einen mittleren Bauemstand radikal sein muß. Wir sprechen von Agrarrevolution. Die Nationale Union Kurdistans strebt die Organisiering der Kräfte der kurdischen national-demokratischen Revolution an die das Zusammenleben der fortschrittlichen Tendenzen und ihre feste kämpferische Einigung unter der Führung der kurdischen revolutionären Avantgarde, die unweigerlich geboren wird, zur Aufgabe hat.
FRAGE : Welche Auswirkungen hatte die Nieder lage auf die Kurden im Iran und den anderen Teilståaten sowie auf die Emigranten im Ausland› ANTWORT : Der organisierte Widerstand der Kurden im Irak stellte für den Widerstand im gesamten kurdischen Gebiet eine starke Anziehungskraft dar. Kurden sind aus den andem Gebieten gekommen, um sich an den Kämpten im irak Zu beteiligen. Der Einfluß und das Prestige der DPK waren groß. Mit der Flucht ihrer Führung unter Barsani und der Räumung der Kampfgebiete gal le DPK ihre Rolle als führende organisierend Kraft auf. Barsani versuchte, die Bewegung lahmzulegen, hatten sich doch ein Großteil der Peshmergas mit nach Persien zurückgezogen. Sie sind heute in der Mehrzahl wieder zurückgekehrt; es Ettedvenigt wie ehemals de De die über einen so großen Sicher hat sich der Ausgang der jüngsten Krieges auch auf die Widerstandsbewegung in den ander Teilen Kurdistans ausgewirkt: or anerkannten fah- Demoralisierung. Fehlen einer anerkannten rung. Zersplitterung der Kräfte sind die Folge. Was den Iran selbst betrifft, so ist festzustellen, daß Barsani heute die Kurden in Persien nicht unterdrücken oder Kämpfer an denSavak ausliefern kann. Dort wie in den andem Länder bleibt die Reorganisierung des Widerstands die Hauptaufgabe. Wir verfolgen als Nationale Union Kurdistans eine Politik der Rückkehr in das Land.
FRAGE : Wie sieht die Situation zur Zeit im irakischen Kurdistan selbst genau aus, wie steht es mit der kurdischen Massenbewegung?
ANTWORT: Die Situation in Kurdistan ist ein die nanomie ist nur ein Mittel, die Repression verstärkt flir den Ausbau der bodenständigen Industrien und "Kurdistan" gedie ökonomische Entwicklung in raubt werden. Die Auslöschung der kurdischen Namen von Dörfern und Städten im Rahmen der administrativen Neuordnung ist verbunden mit der Arabisierung hunderter kurdischer Schulen. Die Jmsiedlungspolitik. früher vor allemgegen die ‹urdische Arbeiterklasse gerichtet, was zur weiteren Schwächung ihrer Positionen tührte, dehnt sich heute auf die Bauern aus. Im Zuge der sog Landreform wurden 60% des Grund und Bodens in den kurdischen Gebieten von der Zentralregierung verstaatlicht: 40% bleiben den jenigen kurdischen Bauern überlassen, die ins Bergland verdräng jedoch nicht ausgesiedelt wurden. n den südlichen und westlichen Teilen Iraks le ben bereits 400.000 deportierte Kurden in Lagern, ohne Land, arbeitslos. Für diese "Flüchtlinge ist die Organisierung der Widerstandsbewegung dementsprechend schwierig. Die irakische Regierung wird beschuldigt, ein zweites Palästina zu schaffen.
Die Zwangsumsiedlung der Regierung wird mit der Besiedlung des Landes auch durch ägyptische auer gekoppelt, Heute sind 50.000 agyptisch auem in Kurdistan ansässig. Der Irak soll insge samt mit einer Million ägyptischen Bauern bevölkert werden. Damit soll die Dezimierung der kurdischen Minderheit vorangetrieben werden. weiteres Argument in der chauvinistischen Bevölkerungspolitik der Regierung ist, daß der Boden im Irak freigemacht werden muß für die künftigen Arabergenerationen.
Entweder sind die arabischen Bauern als Landarbeiter in den staatlichen, als Kooperativen geführten landwirtschaftlichen Betrieben angestellt, oder das Land wurde in Privatbesitz an ganze arabische Stämme vergeben. was der politischen Rückstän digkeit und chauvinistischen Tendenzen in den arabisierten, ehemals kurdischen Gebieten Vorschub leisten wird.
Kurdistan verfügt über die größten Ol- und Rohstoffvorkommen des Irak. Aber nur 7-12% der Mittel für Industrialisierungsvorhaben zwischen 1970 und 1975 haben in kurdischen Gebieten Zuwendunggefunden. Dietraffinerien sind in das arabische Gebiet von Hamman Ali verlegt worden, obwohl die Kosten für den Bau neuer Öl felder dort um 20% höher lagen. Die Metallindustrien wurden in den Süden nach Basrah verlegt. obwohl Eisen und Kupfer von Kurdistan bezogen werden müssen. 4 von 150 Industrieprojekten im Irak wurden in Kurdistan verwirklicht. Die offizielle Einheitsgewerkschaft der Liste der progressiven und nationalen Front umfaßt Vertreter der offiziellen arabischen und kurdischen Parteien Trotzdem werden diese Gewerkschaften von uns nicht boykottiert, weil abgesehen von Versuchen zur Durchsetzung von Tagesforderungen die Möglichkeit besteht. in politischen Diskussionen wie z.B. Seminaren Mitglieder dieser Gewerkschaften für den kurdischen Widerstand zu gewinnen. Wenn wir daher Vertreter in die Gewerkschaft schicken können, nützen wir diese Möglichkeit. Der Krieg und die repressive Arabisierungssplittern.
reführt. Die chauvinistische Arabisierungspolitik åie keinen gesellschaftlichen Bereich unbeachtet laßt, läuft auf den Versuch hinaus, die kurdische Bevölkerung in das Bergland zu verdrängen oder zu deportieren.
Die Landkarte des Irak soll verändert, neue Versche Provinzen). Damit sollen die Grundlagen Was jedoch die Studenten, Schüler. Lehrer und Frauen betrifft, so verfügt die Widerstandsbewezung über eigenständige Untergrundorganisationen, die nur illegal arbeiten. Die Notwendigkeit dazu erklärt sich auch daraus. daß Kurden aus den Universitäten, so z.B. aus der Universität Sulaimaniyah, ausgeschlossen wurden Universität zugelassen wer- daß immer weniger kurdische Studenten den und daß ein Großteil der Schulen arabisiert wurde.
Die administrativen Funktionen werden von Araber wahrgenommen; Kurden "dürfen " untergeordnete
KURDEN
Funktionen ausüben. wozu sie allerdings unter Androhung von Gefängnisstrafen bis zu zehn Jahren gezwungen werden können.. Die Organe der Scheinautonomie in Kurdistan werden von den drei kurdischen Marionettenparteien (den drei legalen Parteien. die aber nur auf dem Papier existieren) besetzt: ihre Funktion ist die einer politischen Polizei. Der kurdische Widerstand gegen die Arabisierung bleibt somit auch direkt gegen den Staatsapparat selbst gerichtet.
Was die Bauernorganisationen anbelangt, so wird es unsere Aufgabe sein. sobald es Stützpunkte für befreite Gebiete gibt, illegale Bauernbünde zu orzanisieren um von dort aus offizielle Bauernbünle aufzubauen.
Es gibt heute keine Bewegung. die die kurdischen Massen erfaßt: der Widerstand bleibt auf die Unergrundorganisationen beschrankt und es ist eine Frage des Kräfteverhältnisses, ob heute offizielle Kundgebungen durchgeführt werden oder nicht. Auch dort wo die Durchführung eines Streiks oder einer Demonstration gewährleistet wäre, werden solche Versuche unterlassen, denn auch wenn die Massen dem Aufruf Folge leisten würden, wäre die Noch drängen die Massen nicht zur Aktion. Es gibt aber einige Formen des öffentlichen Widerstands im gesamten Gebiet: so z. B. bei kulturellen Veranstaltungen wie Dichterlesungen. Eine solche Außerung des Widerstands, der Eigenständigkeit des kurdischen Volkes, hinterläßt keinerlei Spuren, es sei denn bei den kurdischen Massen selbst.
FRAGE: Welche Perspektiven siehst du für Kurdistan in der gegenwärtigen Situation? ANTWORT : In den Gebieten, die von der Ara bisierungspolitik nicht betroffen wurden, muß der bewaffnete Kampf aufgenommen werden. Der Widerstand ist im irakischen Kurdistan soweit organisiert, daß die Phase der Propagandatätigkeit und der Schaffung organisatorischer Strukturen abgeschlossen ist und die Phase des bewaffneten Kampfes eingeleitet werden muß; durch den bewaffneten Kampf allein können zukünftig Errungenschatten der Massenbewegung erkampit und gesichert werden.
Ich möchte hier nur noch die Vorbedingungen für den Sieg des kurdischen Befreiungskampfs anführen, deren Verwirklichung die Nationale Union Kurdistans anstrebt:
- die nationale Vereinigung - der Aulbau einer Avantgardepartei die Notwendigkeit des bewaffneten Kampfes - der gemeinsame Kampf der Araber und Kurden im Irak • der gemeinsame Kampi aller Kurden die Zusammenarbeit der kurdischen Widerstandsbewegung mit allen fortschrittlichen Kräften und den Kräften. die die internationale sozialistische Revolution anstreben.
FRAGE : Was kannst du aber die Situation der Linken im Irak und über die Lage der Linken in Kurdistan sagen? Welche Organisationen gibt es? Welche Politik verfolgen sie?
ANTWORT : Ich möchte von den oppositionellen Parteien im allgemeinen und von den revolutionăren Organisationen im besonderen sprechen. Als oppositionell sind alle Parteien zu bezeichnen, die nicht der "Progressiven und nationalen Front" an gehören, so auch die illegale Baath-Partei. Die • 46 Front setzt sich aus Baath-Partei, der KP und den kurdischen Marionettenparteien zusammen (die "Demokratische Partei Kurdistans" als Namensvetterin der ehemaligen DPK, die "Revolutionäre Partei Kurdistans" und die "Bewegung der Progressiven Kurden ").
Die verbale Anerkennung der Autonomie, die unter dem Druck der Ereignisse und des Kampfes unseres Volkes im März 1970 erfolgte, war nichts anderes als eine Verschleiering des billigen Chauvinismus des irakischen Regimes gegenüber dem kurdischen Volk. Das verzerrte Gesetz über die Autonomie 1974, das der Arabisierung nur weiter Vorschub leistet, wird als mustergültige Lösung der nationalen Frage dargestellt und genau damit versuchen heute die Marionettenparteien zu operieren. Sie haben aber außer ihrer Spionagetätigkeit keine Funktion. Zur Zeit der Gewährung der Scheinautonomie sind diese Parteien an die Fuhrung der DPK herangetreten und haben versucht sie in die Front einzubeziehen. Damals hat Barsani abgelehnt.
Was die illegale Baathpartei betrifft, so unterscheidet sie sich nicht qualitativ vom rechten Fl0gel der Baathisten, die an den Regiering sind; es handelt sich jedoch um eine Oppositionspartei, die sich durch alle Schichten der Gesellschaft zieht. Es ist z. B. möglich, heute in den Organen der Partei Artikel zu veröffentlichen, die dem Interesse des kurdischen Widerstands entsprechen. Ohne Illusionen in diese Partei zu hegen, nimmt die Nationale Union Kurdistans an einer Parteienunion teil, die außer der Nationalen Union Kurdistans und der Baathpartei die Arabische Sozialistische Bewegung. die Führung der ehemaligen Zentral führung der KP und nasseristische Gruppierungen umfaßt. Diese Parteienunion verteidigt die zentrale Forderung: "Demokratie für Irak und Autonomie für Kurdistan"
Im Gegensatz zu früher werden die Kurden im Irak auch von den andern Parteien der Union außer von der Nationalen Union Kurdistans nicht mehr als Teil der arabischen Welt betrachtet und es wird auch der Kampf in den andern Teilen Kurdistans unterstützt, Diese Parteienunion hat auch genaue Pläne für eine Zentralregierung in der die Kurden prozentual vertreten werden sollen, einschließlich der Minderheiten in Kurdistan selbst. Ich möchte jetzt auf die einzelnen Gruppierungen zurückkommen.
Die marxistisch-leninistische Partei war 1969/70 in der Zentralführung der KP: sie verrügt über größere Stützpunkte im südlichen Irak und in Baghdad und auch über Positionen in der Gewerkschaft. Wie alle kleineren revolutionären Gruppen im Irak verfügt sie nur über minimale Kräfte in Kurdistan und vertritt die Notwendigkeit des Aufbaus einer gesamtirakischen Kommunistischen Partei. Die Gruppe hat keine Zeitung: in Flugblättern ruft sie zum Sturz der Baath-Regierung auf. die sie als faschistisch bezeichnet. und zur Machtübernahme durch die Arbeiterklasse: Sie vertritt die Notwenidgkeit des bewaffneten Kampfes für den Irak und sieht bereits die Zeit für den Sturz des Baath-Regimes gekommen : sie setzt sich somit an die Stelle der Arbeiterklasse selbst. Was die ehemalige Zentralführung der so predigt die Führung der Organisation Defätismus und Enthaltung. letztens hat ein großer Teil der Führung das Land verlassen. darunter vier Mitglieder des Zentralkomitees in Kurdistan, die Barsani gefolgt sind. Die Baath- Partei hatte Unterredungen mit der Zentralfahrung eingeleitet und angeboten, daß sie legal in der KP arbeite (mit ihrer eigenen offiziellen
Zeitung), oder aber sich von jedem Kampf gegen das Regime enthalte. Die Führung war damit einverstanden. über den zweiten Vorschlag zu diskutieren: dennoch existieren immer noch die und die attelnen deren tender deg seien, der Organisation darstellt, hat sich gespalten und gibt eine Zeitung heraus. die ebenfalls Basisunion heißt.
Die Baathpartei hat mit der Führung Gepräche aufgenommen und schlug entweder lega e Arbeit in der KPvor, einschließlich einer offi ziellen eigenen Zeitung, oder eine Politik der "Enthaltung" . Die Führung hat der letzteren Variante das Wort geredet. Nach der Niederlage sind die städtischen Stützpunkte im Untergrund jedoch erhalten geblieben und die Basisunion. die einen Teil der Organisation repräsentiert, hat sich abgespalten: jetzt gibt sie eine Zeitung heraus, die Basisunion" heißt.
Die ehemals nasseristische Arabische Sozialistische Bewegung bezeichnet sich heute als "marxistisch" und umfaßt echte Marxisten sowie Nationalisten. Ihre Zeitung heißt "Aufruf der Arbeiter" Sie hat ein Agrarprogramm und tritt tür das Selbstbestimmungsrecht der Kurden in For einer Autonomie ein.
Keine dieser Gruppierungen erhebt den Allein vertretungsanspruch und es sind heute Vereinigungsbestrebungen im Gang mit dem Ziel des Aufbaus einer einheitlichen revolutionären Partei im Irak. D. h. sie treten nicht für eine unabhängige Kurdische Kommunistische Partei ein.
In Kurdistan selbst gibt es die drei schon erwähnten Marionettenparteien und zwei Sektionen der KP. die arabische und die kurdische, die jedoch in letzter Zeit starke Einbußen erlitten haben sie nehmen sowohl an der Zentralregierung wie auch an der Scheinautonomie teil.
Den ander Gruppen ist das Ziel der Organisierung. des bewaffneten Kampfes gemeinsam. wobei wir den bewaffneten Kampf als eine Form des politichen Kampfes ansehen und aus der Unmöglich keit einer friedlichen Lösung heraus begreifen Die alte DPK, deren provisorische Führung in Teheran sitzt, versucht im Irak neue Stützpunkte der DPK sprechen Sie gehen in ihrer politischen Kritik nicht so weit wie die Nationale Union Kurdistans. weil sie die Niederlage der Führung nicht auf die ihr inhärente politische Unfähigkeit zurückführen, die nationale Frage zu lösen. Diese Gruppen verfügen weder über eine Zeitung noch über eine zentrale Führung • Die Nationale Union Kurdistans ist ein erster Versuch, die aufgesplitterten Kräfte des kurdischen Widerstands zu reorganisieren und zu vereinheitlichen. Folgende politische Richtungen gehören der Nationalen Union Kurdistans heute an: Marxisten-Leninisten (denen auch ich angehöre). Sozialisten, Demokraten und Patrioten. Die Nationale Union Kurdistans kann die Kommunistische Partei nicht ersetzen und sich auch nicht zu einer solchen entwickeln... Es geht heute darum, daß die revolutionären Kräfte Kurdistans mit allen fortschrittlichen Kräften und den nationalistischen Linken im Irak zusammenstehen, um die Aufgaben der nationalen demokratischen Revolution zu erfüllen, die unserem irakischen Volk mit seinen beiden Nationalitäten, den Arabern und den Kurden, sowie den Minderheiten bevorstehen. Diese Aufgaben sind:
1) Die endgültige Befreiung Iraks von den wirtschaftlichen und politischen Fesseln des Neokolonialismus.
2) Beendigung des blutigen, diktatorischen Regimes.
3) Schaffung einer national-demokratischen Koalitionsherrschaft, die in der Lage ist, die Demokratie für das ganze Volk zu sichern. 4) Die Anerkennung des Rechts des kurdischen Volkes auf eine wirkliche Autonomie innerhalb einer unabhängigen Republik Irak. 5) Durchführung einer gründlichen Bodenreform im Interesse der bäuerlichen Massen. Ins und der Mena res anmer für die Entwick-- Industrialisierung des Landes. lung der irakischen Gesellschaft, um so die Voraussetzungen für den Ubergang zum Autbau des Sozialismus zu schaffen.
Die Nationale Union Kurdistans verfügt heute über zas vor allem einen An huldigungen des Cenant zwei Organe: eines in Arabisch, "Iskra" nismus des kurdischen Widerstands entgegentritt und der Information der arabischen und der Weltöffentlichkeit dient (bisher sind 3 Nummem erschienen); und eines in Kurdisch. genannt der "Neue Weg"
FRAGE : Welchen Beitrag können die Flüchtlinge in Europa zum kurdischen Befreiungskampf leisten ? Welche Beziehungen haben sie zur europäischen Linken?
ANTWORT : Die verschiedenen kurdischen Organisationen im Ausland behalten ihre Eigenständigkeit bei. So ist die Nationale Union Kurdistans z. B. nur eine Organisation für Kurden aus dem Irak. Tragend für die Bewegung in Europa sind jedoch die Studentenorganisationen, in denen alle Organisationen zusammenarbeiten. Es gibt nun zwei kurdische Vereinigungen in Europa. Die eine umfaßt diejenigen, die immer noch Barsani unterstützen; die andere vertolgt mit uns das gemeinsame Ziel des Wiederaufbaus des Widerstands in Curdistan. Es gibt ein Vorbereitungskomitee 10 die Rückkehr nach Kurdistan. Für die Kurden in Europa verfolgen wir das Ziel ihrer Rückkehr in die Kampfzonen; das gilt auch für Studenten, wenn sie ihr Studium beendet haben.
Was die Beziehungen zur Linken in Europa angeht, so haben wir keine konkreten Vorstellungendarüber. Das wichtigste ist, daß die europäische Linke den Kampf des kurdischen Volkes unterstützt auf der Grundlage ihrer internationalistischen Verpflichtungen. Bisher haben wir noch keine konkrete Anayse der verschiedenen linken und extrem-linken Organisationen in Europa geleistet. Unsere Position läßt sich folgendermaßen zusammenfassen: Die arabische Revolution, die nationale Befreiungsbewegung der Dritten Welt und die Kräfte des Sozialismus, der Arbeiterschaft und der Revolution in der Welt sind unsere Hauptverbündeten. Wir streben feste, solidarische Beziehungen an und Zusammenarbeit zur Festigung unserer Kampiverbundenheit. Wir begrüßen daher alle Formen der Solidarität seitens der fortschrittlichen Kräfte. handle es sich nun um Flüchtlingshilfe, um den Kampf zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Flüchtlinge in Europa,oder um die Teilnahme an unserem bewaffneten Kampf.
Wien, den 5.5.1976