Aber der Zustand der britischen Wirtschaft ist so beschaffen, daß Zahlen über Inflation, Arbeitslosigkeit, Industrieproduktion oder Zahlungsbilanz Kurz: wenn sich auch der Rückgang der Produktion und die Wachstumsrate der Arbeitslosigkeit verlangsamen,so ist doch in jedem größeren Punkt die Stellung des britischen Kapitalismus in Europa die schlechteste .
nicht mehr die zentralen Indikatoren für ihre Bescher viel seferen Krise der Printe so net Aus- Deutungsrate samte Wirtschaftsstruktur hindurch spürbar sin g8e- Das hat eine Situation geschaffen, die eines der führenden theoretischen Organe der Bourgeoisie, The Economist.(vom 29. November 1975), folgendermaßen charakterisiert: "In den letzten beiden Jahren wurde das britische Finanzsystem so erschüttert, das es am Rand des Abgrunds stand. " Hier müssen die Faktoren, die der Kríse zugrunde liegen, und ihre Lösung gesucht werden. DIE KRISE DER PROFITE
Die hauptsächliche Ursache für die außergewöhnliche Härte der Krise des britischen Imperialismus liegt in der Tatsache, daß die britisché Arbeiterklasse® seit mehr als 40 Jahren -- seit dem Ende der Krisen von 1926 und 1931-- keine historische Niederlage mehr erlitten hat (1). Intolgedessen konnte der britische Imperialismus nie die riesigen Wachstumsraten der Profite erreichen, wie das restliche Westeuropa und Japan unter der Herrschaft des Faschismus und des Nazi- Regimes. In der Nachkriegszeit haben die Bedingungen der Vollbeschäftigung, der zahlenmäßigen Expansion des Proleda is tade der Arbeiten se verandert, das d herrschende Klasse irgendeinen bedeutenden Fortchritt in dieser Richtung gemacht hat. Das Ergebnis ‹apitalistischer Akkumulation unter den Bedingunger eines ungünstigen Krätteverhältnisse zwischen den Klassen ist ein langer Fall der Profitrate, der in der Geschichte seinesgleichen sucht (das einzige Beispiel dieser Art ist die Situation in Deutschland nach dem 1. Weltkrieg). Obwohl es sehr schwer ist, len Niedergang in absoluten Zahlen festzuhalten eigt sich in allen Untersuchungen ein scharfer Abwärtstrend (2). Und dies trotz außergewöhnlicher steuerlicher Zugeständnisse, die diesen Trend abmildem sollten. Selbst die extremsten Schlußfolgerungen aus den absoluten Zahlen stimmen darin uberein, daß der Anteil der Profite im Zeitraum von den frühen 50er bis zu den frühen 70er Jahren aut etwa die Hälfte gefallen ist(3), und daß die Protitrate um etwa denselben Betrag gefallen ist. Steuerbereinigte Zahlen geben ein komplexeres sie Werte um ein Viertel bis um die Halfte gefal- aber die allgemeine Tendenz ist die, daß len sind. Die folgende Tabelle enthält wahrscheinlich die beste Berechnung des Falls der Profitrate in den frühen 70er Jahren (dabei soll nicht vergessen werden daß größere Binigkeit in Bezug auf die allgemeine Tendenz, denn auf die absoluten Zahlen besteht):
Profitrate aller britischen Unternehmen vor und nach Besteuerung (in%):
vor Besteuer.? nach Besteuer!
1956 15.6 13.0 1957 14.4 12.6 1958 13.9 13.1 1959 15.0 14 1.7 1960 15.7 15.2 1961 13.5 13.6 1962 12.3 12 6 1964 13.5 13.6 1965 12.7 14.6 1966 10.7 11.4 1967 11.1 12.4 1968 10.8 12.4 1969 8.6 10.4 1970 6.6 8.9 1972 6.4 9.8 6.4 9.8 a) berechnet ohne den geschätzten Vorrat und den Kapitalkonsum in % des Netto-Kapitalstocks zu lautenden Wiederbeschaffungskosten b) Profitrate berechnet auf den Netto-Kapitalstock zu Wiederbeschaffungskosten ohne den geschätzten Vorrat, den Kapitalkonsum und den Einkommensund Vermögenssteuern, plus Subventionen. (Quelle: Burgess and Webb: Lloyds Bank Review, April 1974).
daß ab 1972 ein außerordentlich beschleunigter Rückgang eingesetzt hat. Exakte Berechnungen für diesen Zeitraum werden durch das Hinzukommen einer rascher ansteigenden Inflationsrate erschwert, weil dies Probleme in der Schätzung der Lagerbestände mit sich bringt; der allgemeine Trend ist jedoch von 1963. Deflationiert um den Index der Einzelhandelspreise als grobes Maß der Inflation sanken die steuerbereinigten Profite 1973 um42,8% im Vergleich zu 1963. Die Schätzungen des Verhältnisses zwischen einem solchen Fall der Profitrate und der Gesamtentwicklung der Wirtschaft weichen etwas voneinander ab (je nach Berechnungsbasıs, von der man ausgeht), aber alle deuten sie auf einen allgemeinen Rückgang um mindestens die Haltte. Kurzum: zwischen den frühen 50er und frühen70er Jahren sanken der Anteil der Profite am Bruttosozialprodukt und die Profitrate um die Hälfte vor der Besteuerung und vielleicht um ein Viertel bis um die Hälfte nach der Besteuerung: der Profite nochmals Zeitraum 1973- 74 ist der Ante um ein Drittel bis um die Hälfte gefallen, und die Profitrate ist um éinen ahnlichen Betrag gefallen. Dies ist die Bandbreite der Krise der Profite, die heute den britischen Kapitalismus bedrängt. DIE FINANZKRISE
Das Ergebnis eines solchen Falls der Protitrate ist, daß jeder Produktionsrückgang den privaten Sektor in außerordentliche Schulden stürzt, Wiederum sind die genauen Zahlen durch zahllose kapitalistische Rechnungsmethoden entstellt, aber díe qualitativen Proportionen sind klar: Kad Handelsge seinschaftehen Industrie - Handelsgesellschaften:
1971(a) 1972(b) 1973(c) 1974(C)
+ b 32m + b 215m - b 539m - b 3649m a) Bank ot EnglandQuarterly Bulletin, Juni 1973 b) Bank of England Quarterly Bulletin, Juni 1975 c) Bank of England Quarterlý Bulletin, September75 (Die Zahlen sind nicht völlig vergleichbar, wegen der Überarbeitung der Berechnungen und der Probleme beider Schätzung der Lagerbestände, aber der angegebene Trend ist klar.)
Faßt man den Rückgang aut derselben Berechnungsbasis genauer, so ergibt sich ein noch deutlicheres Bild:
GROSSBRITANNIEN
Kapitalbilanz der Industrie- und Handelsgesellschaften :
1972 2. Quartal + Б 62m 3.Quartal + b 134m 4. Quartal + b 245m 1973 1.Quartal - b 19m 2. Quartal + b 15m 3. Quartal - Б 190m 4. Quartal - b 345m 1974 1. Quartal - b 744m 2. Quartal - b 1101m 3. Quartal - b 1069m 4. Quartal - b 735m 1975 1. Quartal - b 349m (Quelle: Bank of England Quarterly Bulletin, September 1975).
Aus diesen Zahlen ist leicht zu ersehen, daß die britische Industrie 1974 in ein außerordentliches Defizit geraten ist. Mehr noch: die Wiederbelebung im letzten Quartal 1974 und ersten Quartal 1975 zeigt nicht eine grundsätzliche Wende zur in dem die Vorräte abgebaut und investitioner der Situation an, sondem nur das Maß Beldung eon inländischem Brutto-Kapital um Während dieser Zeit fiel die 850 Mio.b, von 2.060 Mio, auf 1.210 Mio.b. Insgesamt wird sich das Defizit für den Zeitraum von 1973 bis 1975 auf 5.000- 6.000 Mio.b belaufen (das ist sechs Mal soviel wie das Defizit in der Rezessions- Defizit ist es, das eigentfica das inne- Defizit ist es, re Gleichgewicht der talistischen Wirtschaft erschüttert. DIE KRISE DER BEZIEHUNGEN ZWISCHEN
INDUSTRIE- UND FINANZSEKTOR
Zum Verständnis der gegenwärtigen inneren Krise der Struktur der britischen Wirtschaft ist es notwendig zu begreifen, daß die Beziehungen zwischen dem Finanzkapital und dem Industriekapita in Großbritannien sich radikal von denen im restlichen Westeuropa unterscheiden. Da sie in erster Linie auf ausländische Operationen ausgerichtet sind, orientieren sich die äußerst mächtigen britischen Banken kaum auf die Finanzierung der Industrie in Großbritannien selbst. In Großbritannien kommen ca. 70% der auswärtigen Finanzmittel der Gesellschaften von der Aktienbörse und nur 30% von den Banken; dies Verhältnis ist in den meisten europäischen Ländern nahezu umgekehrt. Es gibt kein britisches Aquivalent zu den Aktien- ›aketen. die eine Deutsche Bank Dresdner Bank der Conmerzbank in Westdeutschland in den Händen hält; eine Compagnie Financière de Suez oder eine Compagnie Financière de Paris et des Pays-Bas in Frankreich; eine Société Générale oder eine Bruxelles-Lambert-Gruppe in Belgien, usw.
Finanzdefizite von den Ausmaßen der Jahre 1973- 74 bewirken jedoch, daß die Aktienmärkte als Geldquelle allmählich versiegen. In den 32 Monaten vor dem Januar 1975 fiel der Wert der Aktien um 73%. Damit fielen sie schneller als selbst zu Beginn des Krachs von 1930 und die realen Aktienwerte sanken unterdas Niveau von 1940 --dem Zeitpunkt, als das deutsche Heer am Ärmelkanal stand!
Es gibt mehrere Möglichkeiten, diese Abschnürung des Aktienmarkts zu berechnen, aber alle zeigen sie denselben besorgniserregenden Trend: betrachtet man allein die Aktien und Obligationen, so betrug der Fall mehr als 90% in drei Jahund 43 Mio.b 1974. Nimmt man die Netto-Zahlen von 640 Mio.b 1972 auf 137 Mio, b 1973 unter Einbeziehung anderer Formen der Kapitalfinanzierung als Aktien und Obligationen, so betrug die gesamte neue langfristige Wertpapierausgabe der Gesellschaften in Großbritannien 1972 333 Mio.b, 1973 56Mio.b und minus 14 Mio. b während der ersten elf Monate von 1974.
Das erste unvermeidliche Ergebnis des gleichzeitigen Zusammenbruchs der Eigenfonds und der Mittel aus dem Aktienmarkt war eine enorme Verschuldung der Industrie gegenüber den Banken. Im 2.Quartal 1974 mußten die Indu strie - und Handelsgesellschaften Anleihen von insgesamt 1.510 Mio, b aufnehmen, verglichen mit nur 441 Mio. b 1973. Davon machten die ankanleihen ungefähr 1.333 Mio.b aus (verglihen mit Bankanleihen in der Höhe von 585 Mio. im selben Quartal 1974). Die von den Gesellschaften im 2.Quartal 1974 gezahlten Zinsen beliefen sich auf 1.074 Mio,b, verglichen mit 774 Mio.b in der gleichen Vorjahresperiode. Betrachtet man das Jahr 1974 insgesamt. so stiegen die Anleihen an die verarbeitende Industrie auf 2.700 Mio.b --d.h,um 41%. Betrachtet man alle Industriefonds zusammen, so stieg der Prozentsatz der Bankan leihen von 12% 1971 auf 32% 1973.
Die außerordentlichen Defizite, die der Fall der Profitrate in der britischen Industrie nach sich gezogen hat, haben somit eine akute Krise der inneren Finanzstruktur der Wirtschaft geschaffen. Nicht nur sind die hierin verwickelten Summen in ieder Beziehung riesig: hinzu kommt, daß die britischen Finanzinstitute nicht gerüstet sind, die Industrie langfristig zu finanzieren. Die enormen Defizite werden in erster Linie aus kurzfristigen Anleihen finanziert, was natürlich auf einen längeren Zeitraum hin unhaltbar ist. Bei Defiziten dieses Ausmicht sin Dies bestatte sich der RE 215 197g nicht gut. Dies bestätigte sich völlig, rößere Unternehmen der Fertigungsindustrie -wie British Leyland, Chrysler, Alfred Herbert-. der Court Line, G. Stribbe und der London Indemnity and General Assurance an den Rand des Zusammenbruchs folgten.
In der Tat zeigt dieser letztere Prozeß die zweite wichtige Veränderung an, die in der Beziehung zwischen den verschiedenen Sektoren der Wirtschaft stattfinden muß. Während es die Banken waren. die den ersten Druck des Zusammenbruchs der Gewinne 1973-75 auffingen, ist soviel klar, daß diese Situation nicht mehr lange anhalten kann. Die gegenwärtig in diesen Prozeß verwickelten Summen (ohne Garantien bezüglich ihrer Rückzahlung) übersteigen das Fassungsvermögen der Banken. Diese unhaltbare Situation hat schon zur Krise des sogenannten Bankensystems zweiter Ordnung beigetragen (trotz des bescheidenen Namens gab es in Wirklichkeit riesige Operationen, die bis zu einem Fünftel des Vorschußes der größten Banken ausmachten) und hat nun selbst die größten Finanzinstitute unter einen kolossalen Druck gestellt: Man sieht, wie auf diese Weise die Gärung der Krise der Profite die resamte innere Wirtschaftsstruktur angreift. Der fall der Profitrate schaff enorme Finanzdefizite. Die Defizite stülpen die traditionellen Formen des Finanzwesens um und stürzen die Industrie in eine nie dagewesene Abhängigkeit von den Finanzinstituten. Diese Institute sind unfähig, den Druck aufzufangen --besonders wenn, wie unten noch ausgefuhrt wird,
trale Rolle in der Wirtschaft einnimmt, die alles übersteigt, was es in der Vergangenheit gegeben Die Lösung, die einzig und allein für die Kapitalisten in Frage kommt, ist klar. Die Profitrate muß drastisch angehoben werden, was bei der gegebenen Stagnation der Akkumulation nur durch die Kürzung der Reallöhne der Arbeiter erreicht werden kann. Gleichzeitig muß eine neue Form der Beziehung zwischen dem staatlich kontrollierten Kapital und dem Finanzkapital gefunden werden. Die gesamte Situation drang! in Richtung auf einen Angriff auf Arbeiterklasse und eine Veränderung in der Beziehung zwischen dem Industrie - Die einzige offene Frage für die Bour- dem Finanz- und dem Staats- Bedingungen und in welcher form dies zu ce- unter welchen politischen werkstelligen sei.
2. Konseguenzen
WACHSTUM DES STAATLICHEN SEKTORS
Unter den Bedingungen des Zusammenbruchs der bisher in der britischen Industrie vorherrschenden Profitraten ist es klar, daß der privatkapitalistische Sektor der Wirtschaft kaum ein konstantes Produktionsniveau aufrechterhalten kann or allem von ei nem realen Wachstum nicht zu reden. reichen die investitionen nicht aus für eine emsthafte Produktionssteigerung. Ein internationaler Vergleich der Gesamtinvestitionen macht die Situation deutlich:
Investitionen in Prozent des Brutto- Inlandsprodukts:
Zeitraum von 1962 -72 Japan 30-35% Westdeutschland 23-27% Frankreich 20-20% Großbritannien 16-18% (Quelle: The Economist vom 31, März 1973). Die Lage der Investitionen der Privatindustrie ist noch schlimmer. Seit Mitte der 60er Jahre sind die industriellen Investitionen ständig gesunken. 1966 machten sie 8% des Bruttosozialprodukts aus; 1967 fielen sie auf 7,8%, 1970 auf 5,7% und 1973 auf 3,2%. 1975 sind die Investitionen weiterhin steil abgefallen; der Rückgang betrug 8% im ersten Quartal, 7% im zweiten und 6% im iritten. Die Gesamtzahl der Investitionen in der verarbeitenden Industrie liegt um 10% unter denen der gleichen Vorjahresperiode.
In einer Situation des Rückgangs des Konsums der Arbeiterklasse und des Welthandels ist das Ergebnis des Absinkens der Investitionen das, daß nur eine starke Ausdehnung des staatlichen Sektors die Wirtschaft davor bewahren kann, in steilem sturz zusammenzubrechen. Folgende Schätzungen des National Institutes for Economic and Social Research (NIESR - Nationales Institut für Wirtschaftsund Sozialforschung) -- die sicherlich zu optimistisch sind-- verdeutlichen die Situation: Prognose über die prozentuale Verănderung in der Zusammensetzung des Brutto-Inlands-Produkts:
4 Quart.75 4. Quart. 76 gegenüber gegenüber *.Quart. 14 .Quart.75
Verbraucherausgaben - 3.2 - 0.4 Öffentliche
Hand + 4,4 + 2.2 Brutto-Anlage- Investitionen - 6.1 - 0.6 Exporte - 1.7 +4.0 Importe - 8.4 + 3.6 Brutto-Inlandsprodukt - 2.1 + 1.9 (Quelle: National Institute for Economic and Social Research, August 1975).
In Großbritannien wie in allen imperialistischen Ländem sind die Ausgaben des öffentlichen Sektors in der Nachkriegszeit schon fast ununterbro= chen gewachsen. Vor kurzem stellte Barratt- Brown in einer Studie folgende Berechnungen auf: Offentliche Ausgaben in Prozent des ruttosozialprodukts:
1948 1953 1958 1968 40.2 44.5 40.6(a) 52.1 (Quelle: Barratt Brown, From Labourism to Socialism, S.78).
Jedoch hat es seit Beginn der gegenwärtigen Rezession ein völlig andere Entwicklung gegeben. Die Staatsausgaben beliefen sich 1974 auf 57% des nationalen Einkommens und 1975 werden sie wahrscheinlich 6 0% erreichen (The Economist vom 19. April 1975). Da jeder Versuch, diese Ausgaben über entsprechende Besteurung wieder hereinzubekommen, alle andem Elemente der Wirtschaft noch weiter belasten würde, bedeutet dies im Erebnis eine qualitative Steigerung des staatlicher laushaltsdefizits. .( Dies Defizit betrug 1973 6.9% des Bruttosozialprodukts, 1974 9,8% und 1975 wird allein um zu verhüten losigkeit über 1,5 Millionen steigt und um den Fall der industriellen duktion auf 8% jährlich zu beschrinken, ist ein Haushaltsdefizit nötig, das größer ist als ein Zehntel des nationalen Einkommens und das das Niveau der industriellen Investitionen im Verhältnis drei zu vier übersteigt! Die Möglichkeiten, diese Situation zu überwinden ohne qualitative Veränderungen in der Wirtschaft,sind gleich Null, Jeder Versuch dies Defizit einfach durch das Drucken von Geldscheinen zu finanzieren, würde die Inflation, die dieses Jahr schon bei 25% liegt, in schwindelerregen de Höhen treiben. Die Politik, Geldanleihen zu seiner Finanzierung aufzunehmen, wie die Regierung sie gegenwärtig betreibt, hält die Zinssätze (die gegenwärtig schon mindestens 11,5% betragen) auf einem Niveau, das sowohl die Industrie bei ihren laufenden Anleihen der Fonds beraubt, als auch ein enormes Hindemis für jegliches Wachstum der Investitionen und die Finanzierung des selbst in Zeiten eines wirtschaftlichen Wiederaufschwungs. Jede Drosselung dieses Defizits bedeutet jedoch einerseits die Demontage ganzer Sektoren des "Wohlfahrtsstaates" und andererseits das Ansteigen der Arbeitslosigkeit selbst über die 1,5 Millionen hinaus, die sie jetzt
GROSSBRITANNIEN
FÚR EINE ERNST- HAFTE KAPITALEXPANSION
NE
DEMAN)
NA: ON
MÜSSEN DIE ERRUNGENSCHAFTEN
DER ARBEITERKLASSE ZUNICHTE
GEMACHT WERDEN beträgt. Mehr noch, beim jetzigen Fall der Profi- stische Lösung der Krise als den Angritt aut die te gibt es keine Garantie dafür,, daß solche Maß- A fusionen nicht. e se conte miser sprachenr Illusionen nicht. The nahmen auch emsthaft eine Wende in der Produktion herbeiführen werden, ohne daß die Ausbeu- der herrschenden Teile des Industrie kapitals, sagt tungsrate weiter steigt und die Reallöhne weiter gedrückt werden -- mit all den Konsequenzen • eisen Kt sich bringen würde. bereites ist die ein- zige ernsthafte Perspektive das mit sich bringen wurde fur die Arbeiterklasse; und es wird dies solange nicht tun, bis diese 5-10% mehr nicht die Form von Belohnungen für die Risie liefert den Hintergrund für die gegenwärtigen siko-Investitionen annehmen. Ausfänder hören mit Maßnahmen Healeys. Bestürzung, daß britische Politiker, Kommentatorencklung) und sogar Persönlichkeiten des Establise- Neddy ( der Rat für nationale Wirtschaftsent- DIE MASSNAHMEN HEALEYS UND WILSONS Teilen de ese salin die ancentale zi- es ginge auch anders Mögen auch ein paar bald senile Sozialdemokraten die Illusion hegen, es gebe eine andere kapitali- rückgezahlt werden... Diese Schizophrenie ist
·45 €40 €35/40 /3 VERS
FÜLL CLAM
Ling Wase mit dem Fortbestand der marktwirtschaftlichen Ordnung nicht zu vereinbaren. Die nächsten Monate können Großbritanniens letzte Chance sein, das Land vom Rande des Abgrunds zurückzuzerren" (The Economist vom 29. November 1975). Die Diskussion innerhalb der herrschenden Klasse darüber, welche den können, um die Krise auf Kosten der Arbei- anderen Hilfsmittel genutzt werterklasse zu beheben, erhielt eine besondre Schärfeat miteien en de eine de an den Sektoren der Bourgeoisie vorgetragen wurden, die am engsten mit dem Finanzkapital verbunden sind (Sir Keith Joseph, der Chef" Theoretiker" in der Thatcher-Führung der Tory-Partei; Samuel Brittan, einflußreicher Wirtschaftsfachmann bei der Financial, Times; das Institute for Economic Affairs, usw.), war die durch drastische Kürzungen der Staatsausgaben die Arbeitslosigkeit bis zu dem Punkt zu steigern, wo die Kampfbereitschaft der Arbeiterklasse gebrochen wurde. Das Problem dabei war nur, daß niemand vorhersagen konnte, welcher Grad der Arbeitslosigkeit dazu 1 Million reichten offensichtlich nicht aus, und man befürchtete, es könnten 2, oder sogar einigen Spekulationen nach 3 Millionen notwendig sein, Ein solches Ansteigen der Arbeitslosigkeit war aber für die Hauptvertreter des Kapitals nicht annehmbar aus zwei Gründen: erstens, weil dies eine so tiefé Rezession zur Folge hätte, daß Großbritannien nicht in der Lage ware, in irgendeiner Weise von einem Wiederautder Weltwirtschaft zu profitieren, und ż weitens, weildies mit einemmal die gesamte politische Situation der Nachkriegszeit umsturzen und vielleicht eine unkontrollierbare Gegenreaktion der Arbeiterklasse provozieren würde. Die zweite Alternative --für die man sich dann entschloß-- war die, zuzulassen, daß die Inflation wieder auf einen neuen Höhepunkt klettert, die Reallöhne zu kürzen vermittels einer Einkommenspolitik und die einschneidendsten Kürzungen der Staatsausgaben noch eine zeitlang hin auszuschieben, um einen noch steileren Fall der Produktion zu verhindem. Während im Frühjahr keine Maßnahmen ergriffen wurden (um alles zu vermeiden, was einen falschen Ausgang des Referendurs über die EWG verursachen könnte), griff die Inflation selbst in dieser Periode das Lebensniveau der Arbeiterklasse an. Die Wirkung des frühen Erfolgs der Arbeiterklasse beim Versuch, seinen Lebensstandard anzuheben, und das Absinken se1nes Lebensniveaus durch die darauffolgende Inflation wird aus folgenden Zahlen ersichtlich: Index des Real -Netto-Lohns ( Januar 1974 = 100)
1973 1974 1975 Okt. Dez. Feb.Apr.Jun.Aug.Okt. Dez, Feb.Apr.Jun 105 106 99(a)100 103 106 106 108 106 103 99 (Quelle: Labour Research, September 1975). Ebenso klar sind die Konsequenzen der Beschränkung der Lohnerhöhungen auf 6b, die im vergangenen Juli durchgesetzt wurde. Der Einzelhandelsverkauf, der fast die Hälfte des Verkaufs an den Verbraucher ausmacht und den deutlichsten Indikator für Veränderungen im Lebensstandard darstellt, fiel zwischen dem zweiten und dem dritten Quartal dieses Jahres um 3,1%. Das ganze Ausmaß des weiteren Absinkens der Reallöhne, dessen Schätzungen zwischen der offiziellen Prognose von 2, 3% und der realistischeren Zahl von 4. 5-6% schwankt (s. Labour Research, Sepember 1975 wird von der genauen Entwicklun er Inflationsrate abhängen ANGRIFF AUF DEN "WOHLFAHRTSSTAAT"
Der Angelpunkt der zweiten Runde der Angriffe auf die Arbeiterklasse ist die starke Herabsetzung der öffentlichen Ausgaben des "Wohlfahrtsstaates". Der Haushalt vom April 1975 nahm im Programm der öffentlichen Ausgaben für 1976-77 schon Kürzungen vor: die laufenden Ausgaben wurden um 1,8%, die Kapitalausgaben um 10% gesenkt, insgesamt 1.100 Millionen b, gerechnet zu den jetzigen Preisen. Zusätzlich bereitet die Regierung loch weitere Kürzungen vor die wahrscheinlich nsgesamt 1,500 Millionen b ausmachen werden
GROSSBRITANNIEN
Längerfristig gesehen ist wahrscheinlich für den Zeitraum 1976-78 ein Null-Wachstum in den Ausgaben geplant. Es ist nicht möglich, hier im Ein- Who Profits 2"
mation Services und vom National Community Development Project. Die in diesem Abschnitt aufgeführten Fakten sind dieser Studie entnommen, wenn nicht anders angegeben.).
a) Gesundheitswesen
Schon die Lage in den Krankenhäusern ist erschreckend. Drei Viertel aller Krankenhausbetter 03 getant es den, nin hua 4 der 2,300 kranor kenhäuser Großbritanniens wurden nach 1945 gebaut (das sind 2%o). Die Situation in psychiatrischen Kliniken ist noch schlimmer: Zwei Drittel von ihnen wurden vor 1891 gebaut, Trotzdem soll das Finanzierungsprogramm im Gesundheitswesen wie folgt gekürzt werden:
1972-73 1973-74 1974-75 1975-76 1976-77 b 362m b 355m b 286m b 308m 6 284m (Quelle: Labour Research, Dezember 1975). Dies bedeutet eine Kürzung um 29% zwischen 1972/73 und 1976/77. Zusammen mit der schon verfügten Streichung von Stellen fir Pflegerinnen und anderem Personal bedeutet dies eine weitere Unzulänglichkeit in allen Fragen der Gesundheits- Ilege, und es gibt schon Wartelisten, z.B. vie Monate für die Behandlung einer Hysterectomie Zwölf Monate für allgemeine Gynäkologie, achtzehn Monate für Tonsillectomie, usw. nun emsthaft die Schaffung eines medizinischen Versorgungsdienstes zweiten Ranges erwogen, • so daß die Bourgeoisie und die "Mittelklasse" den leistungstähigen Privatsektor beanspruchen können. die Arbeiterklasse aber auf das Flickwerk von "Armen diensten" angewiesen ist. b) Wohnungswesen
Die Haushaltsausgaben für das Wohnungsweser sollen von 571 Mio. b auf 271 Mio. b im Zeitraum 1975-76, und bis 1979 auf 230 Mio. h gestrichen werden.
c) Erziehungswesen
Der Hauptausgabeposten mit 930 Mio, b im Jahr 1972-73 wird 1974-75 auf 629 Mio, b gefallen sein. All dies zusätzlich zu einer ganzen Reihe anderer Kürzungen in breit gestreuten Bereichen. Z.B. wird die Einkommenshilfe lokaler Behörden zum lokalen Bustransport von 123 Mio.b auf 91 Mio. dieses Jahr fallen; der wichtigste Ausgabeposten der Sozialversicherung wird zwischen 1974 und 1975 um 38% gekürzt werden.
3. Perspektiven
Trotz der schweren Abstriche am Lebensstandard der Arbeiterklasse, ist die Folge dieser Rezession produkai weiter sinken. Was die Profite betrifft, daß die Profite, die Investitionen und die so läßt sich eine leichte Verbesserung verzeichnen, dank der Reallohnsenkungen, aber die Tendenz zeigt immer noch nach unten. Unter diesen bedingungen sind die Investitionen vollständig in der Sackgasse. Im wichtigen Werkzeugmaschinensektor nutzen einige Unterehmen nun ihre Produktionskapazitäten nur noch zu 30%. Im allgemeinen tere 3-4% fallen. Das Industrieministerium schätzt, daß die Investitionen in der Fertigungsindustrie insgesamt 1975 um 11,5% fallen werden und 1976 noch um 5%. Das würde bedeuten, daß die Realinvestitionen in der Fertigungsindustrie im vierten Quartal 1975 um 17,5% unter denen des 4.Quartals 1974 liegen (so Financial Times vom 7. Oktober 1975). Der Rückgang der Investitionen trifft eine Wirtschaft, in der die Industrieproduktion schon auf einem niedrigeren Niveau liegt als 1970.
Industrieproduktion (Produktion 1970= 100)
Gesamt- Fertigungs industrie in dustrie 1974 3.Quart. 108.4 109.9 4. Quart. 105.3 106.1 1975 1. Quart. 104.4 105.7 2.Quart, , 100.1 100.2 Juni 99.5 99.6 Juli 100.0 100.3 August 99.1 99.4 (Quelle: Financial Times vom 11,Oktober 1975). Der Rückgang in den Schlüsselsektoren liegt jedoch bei weitem höher, als aus diesen Zahlen hervogeht. Die Stahlproduktion lag im September 1975 um 25 unter ihrem Höchststand in den ersten neun Monaten 1973. Schon 1974 war die Produktion in der Bauindustrie 2% niedriger als 1970, und der private Haus- und Wohnungsbau fiel vor 215.000 1973 auf 105.000 1974: der Bau im öffentlichen Sektor fiel um 20%. Die Zahl der neuen Aufträge in der Bauindustrie lag 1974 um 23% niedriger als 1973 und fiel in diesem Jahr nochmals überhaupt.
sätzlich zur Krise bei British Leyland die Chrysler UK, die bankrott ist, in den zwei Monaten vor Weihnachten lediglich eine 11-Tage-Arbeit an ihrem Bestseller-Modell Avenger planen. Das Ergebnis des Rückgangs in der Produktion unc in den Investitionen ist, daß selbst nach den Maßtigsten Voraussagen für den Verlauf der Wirtschaft im nächsten Jahr wieder.
oraussichtliche prozentuale Ande - 'ung 1976 gegenüber 197.
NIESR LBS P & D
Konsum der Öffentlichen Hand + 2.2 + 2.5 + 2.8 Exporte + 1.7 + 3.5 + 3.8 Importe + 2.7 + 0.2 + 3.6
Lagerbestände(in Miob für 1976) -172 -119 +20 Brutto-Inlandsprodukt, 1976 + 0.3 + 1.4 + 1.4 Inflation 10.0 15.4 15.5 Zahlungsbilanz -2509 -1131 -1600 NIESR - National Institute of Economic and Social Research
LBS - London Business School
P&D - Phillips and Drew (Quelle: The Times vom 4. Dezember 1975). Während die besondere Härte und vor allem die lange Dauer der Rezession in Großbritannien für lie herrschende Klasse unannehmbar ist und sie zwingt, einen neuen Ausweg zu suchen. über den Angriff auf das Lebenshaltungsniveau der Massen, stellt sie auch die Arbeiterklasse vor eine --vergriffe auf den Wohlfahrtsstaat haben wir schon largelegt, Aber die dramatischste Konsequenz all dessen ist das Ende des sogenannten Zustands der Vollbeschäfdeutung dieser Tatsache --daß solange demehr - der seit 1945 bestand. Die Betalismus existiert, die Arbeiterklasse nie mehr die Beschäftigungsbedingungen erleben wird, die sie während der ganzen Nachkriegsperiode erfahren hat-- hat die Arbeiterbewegung noch nicht voll erfaßt.
Im Lauf des Jahrzehnts 1965-75 vermochte die gen die Wachstumsrate in der Industrie um 20% Bourgeoisie vermöge beträchtlicher Anstrengunjährlich zu steigern, gegenüber 3% während des vorhergehenden Jahrzehnts. (Dies war der einzige wirkliche Erfolg der Bourgeoisie in dieser Pedas 4% wenig sind gegenüber dem % - baren- o -Durchschnitt für Westdeutschland, Italien und Frankreich.) Dennoch stieg die Industrieproduktion in diesem Jahrzehnt nur um 15%, weniger als die Hälfte vom Wachstum der Produktivität. Statt die Produktion zu steigem, wurden die Arbeiter einfach entlassen: die Zahl der Industriearbelter fiel in dieser Periode um 14%. Eine relative Vollbeschäftigung konnte nur dadurch aufrechterhalten werden, daß die Zahl derer, die nicht in der Industrie beschäftigt waren im Verhältnis zu den in der Industrie Beschäftigten anstieg. Diese Entwicklung durchlief Großbritannien viel schneller, als andere Länder, Zudem entwickelte sich dieses Wachstum zum überwiegenden Teil im staatlichen Sektor; die Zahl der Arbeitsplätze ıahm ım (in erster Linie privat betriebenen) Dienstleistungssektor nur um 7 o zu, aber im staatlichen Sektor um 14% und bei den Gemeinden um53%. (Sunday Times vom 2.November 1975). Das sind die sozialen Folgen der weiten wirtschaftlichen Ausdehnung des staatlichen Sektors für die Zusammensetzung der Arbeiterklasse. Aber wenn dieser Sektor einmal gesättigt funktioniert de rendit tr iser den Durcheintsver von auf die Arbeiterklasse muß daraut abzielen, 4% des letzten Jahrzehnts hinaus anzuheben; aber venn gleichzeitig die geplanten wacnstumsrate! ler industriellen Produktion nur um 1-2% steigen dann bedeutet dies, daß die industrielle Arbeitslosig keit noch schneller steigt. Jedenfalls bedeuten die Kürzungen im staatlichen Sektor , daß der Bereich, der zuvor die Arbeitslosen autgesogen hat, nun gesperrt ist. Die einzige Perspektive ist die des ständigen und hohen Wachstums der Arbeitslosigkeit. In seinem Haushalt forderte Healey, daß die Höchstzahl der Arbeitslosen bei 1 Million liegen solle; aber diese Zahl ist schon überschritten, und in liesem Winter schraubte er die Zahl auf 1, 2Mio. für diesen Winter und auf 1,5 Mio. für den Winter 1975-76 in die Höhe.
Die Financial Times vom 16. Juli 1975 behauptet, daß seit Juli die Schätzungen des Schatzministeriums von 1,5-2 Millionen Arbeitslosen ausgehen. Die letzten Schätzungen der einflußreicher Phillips ans Drews belaufen sich aut 2 Millionen. Die Forschungsabteilung der Gewerkschaft ASTMS hat 2,25 Millionen vorausgesagt, wenn dies auch bertrieben sein mag. Die wahrscheinlichsten Schätzungen liegen ei einer Größenordnung von 1.5-2 Millionen, wobei es wahrscheinlich 1 Aber wenn es auch bisher nicht möglich ist zu , 5 Millionen Arbeitslose; davon sind vor allem die über-ausgebeuteten Schichten und die Teile der Arbeiterklasse betroffen, die vorher loch keine Erfahrung mit der Arbeitslosigkeit remacht haben, und das wird verheerende Konsequenzen haben (4). Zweitens gibt es keine ernsthaften Anhaltspunkte dafür, daß dieser Grad an Arbeitslosigkeit jemals wieder in nennenswertem Maße sinkt.
Die Bedeutung dieses Sachverhalts ist von der britischen Arbeiterbewegung noch nicht wirklich erfaßt worden. Die Arbeiterklasse hat in der beitslosigkeit gemacht, Auf den Abbau des realen Lebensstandards ist immer wieder eine Periode re- --eine erfolgreiche Steigerung der Ausbeutungsrate durch die Maßnahmen von Healey und Wilson, gekoppelt mit einem Anstieg der Produktivität-- werden nicht bewirken, daß die Arbeitslosigkeit uberwunden wird, sondern eher, daß sie noch weiter steigt. In Zahlen ausdie radidie Arbeltslosigkeit in Großbritannien ist es unwahrscheinlich, daß jemals wieder unter 1 Million fällt. Wie die Arbeiterklasse auf die hohe Arbeitslosenzahl reagieren wird -- ob eingeschüchtert und mit einem Absinken der Kampfbereitschaft, oder mit einer neuen Kampfrunde auf einer höheren programmatisch-politischen Ebene, auf der die allgemeine Frage nach der Organisation der Wirtschaft gestellt wird-- wird mitteltristig die Entwicklung der Situation in Großbritannien entscheiden Hier reicht jedoch die rein ökonomische Analyse nicht mehr aus. Die Lösung der wirtschaftlichen Probleme hängt nicht mehr in erster Linie von rein wirtschaftlichen Faktoren ab, sondem vom Klassenbewußtsein dem Kräfteverhältnis zwischen den Klassen und den politischen Entscheidungen, Das jetzige Kräfteverhältnis zwischen den Klassen erlaubt dem britischen Katigen Rezession zu erholen. Selbst wenn die Maßr italismus nicht, sich ernsthaft von der nahmen der Healey-Wilson-Regiering erfogreich
GROSSBRITANNIEN sein sollten, werden sie allen falls bewirken, daß sich die Wirtschaft einpendelt auf ein Niveau von 1,5 Millionen Arbeitslosen, einer 10-13%oigen Inflationsrate, einem 3, S%igen Abbau des Lebensstandards der Arbeiterklasse, einem Rückgang der Industrieproduktion um 10% und einer Inves titionsrate unter der von 1970. Es gäbe weiterhin keinen Spielraum für eine wirkfiche Wiederbelebung des britischen Kapitalismus. Eine wirkliche erneute Expansion der Wirtschaft auf kapitalistischer Basis erfordert eine viel grundsätzlichere Sache: nämlich daß der größte Teil der wirtschaftlichen Errungenschaften der Arbeiterklasse seit 1945 wieder zunichte gemacht wird. Das ist der Weg, den die herrschende Klasse in Großbritannien nun eingeschlagen hat. Bin Erfolg darin setzt eine tiefgreifende Veränderung im Kräfteverhältnis zuungunsten der Arbeiterklasse voraus. Eine Niederlage der Bourgeoisie Würde Großbritannien in die größte wirtschaftliche Krise stürzen, die es in einem imperialistischen seit 1929 je gegeben hat. Die wirtschaftliche Entwicklung hat den Klassenkampf in Großbritannien an einen Wendepunkt gestellt. Der Klassen kampf und die politische Aktion werden den Ausgang entscheiden.
8. Dezember 1975 Anmerkungen:
(1) s. dazu Mandel: Der Spätkapitalismus, 8, 179 der engl. Ausgabe; ebenso eine Reihe empirischer Studien, deren bekannteste ist: Glyn and Sutcliffe, Britischer Kapitalismus:
British Capitalism: Workers and Profits Squeeze. Es gibt mehrere Ansätze, die die hier vorgetragenen Gesichtspunkte zurückweisen, so besonders 1 1973) und P. Bullock und • D.Yaffe, Inflation, the Crisis and Post-War Boom (in: Revolutionary Communist, November 1975). Obwohl die Studie Yaftes im allgemeinen den wichtigsten Beitrag. darstellt, der gegenwärtig ir Großbritannien zur marxistischen Wirtschaftstheorie geleistet wurde, und obwohl die Theorien vor Yaffe und von Bullock und Yaffe die Argumente von Glyn und Sutcliffe, von Gough, Hodgson, Steedeman aus den Angeln heben Steedeman und der neo-Ricardianischen Schule, die jetzt unter den radikalen Wirtschaftswissenschaftler vorherrscht, vollständig aus den Angeln heben, machen Yaffe u.a, in diesem Punkt leider zwei grundsätzliche methodische Fehler. Erstens stellen sie zwar richtig die historische Tatsache fest, daß es die steigende organische Zusammensetzung des Kapitals und nicht die sinkende Ausbeutungsrate ist, die den Fall der Profitrate verursacht, aber sie verstehen nicht, daß es zu Beginn der konjunkturellen Krise, wenn der Prozeß der Kapitalekkumulation ins Stocken kommt, sehr gut möglich, wenn nicht unvermeidlich ist, daß der direkte Kampf um die Ausbeutungsrate den Beginn der offenen Krise einleitet, D.h. Yaffe u. a. liefem nur eine verkürzte Analyse, wenn sie die Determinanten für den Fall der Profitrate verwechseln mit dem konkreten Anlaß für die besondere Krise. Zweitens verwechselt Y affe die Entwicklung des Kapitalismus im allgemeinen mit der Entwicklung jeder Wirtschaft im besondenen bestimmt die Entwicklung eines jeden be- Die Entwicklung des Kapitals im allgemeisonderen Kapitalismus, aber die Entwicklung des Kapitalismus im besonderen ist nicht reduzierbar auf die Entwicklung des Kapitalismus im allgemeinen. (Z.B. Trotzkis klassische Analyse, warum die Korbinierung der Elemente der Krise von 1929 die ganz besondere Krise des deutschen Kapitalismus hervorriet. ). Es besteht kein Widerpruch darin testzustellen. daß in letzter Analyse fie Veränderung in der organischen zusammensetzung des Kapitals der Grund ist für den fall der Profitrate, und daß in der besonderen kapitalistischen Entwicklung, zu einem besonderen Zeitpunkt, der direkte Klassenkampf zwischen der Arbeiterklasse und der Bourgeoisie über die Mehrwertrate entscheidet. Inwieweit dies der Fall ist, kann nicht durch den Hinweis auf die Entwickung des Kapitals ım allgemeinen bestimmt werden ondem nur durch die Analvse der besonderen Kombination der Faktoren der Krise eines besonderen Kapitalismus. Hierzu haben Glyn und Sutcliffe einen wirklichen Beitrag geleistet.
(2) Es ist natürlich wohlbekannt, daß keine der bürgerlichen Berechnungen die Profitrate in marxistischen Termini ausdrückt. Aber es ist sehr schwierigbesonders unter Bedingungen rasch oder den nach der Besteuerung berechnet: in welcher Weise die staatliche Hilfe an die Industrie durch Steuem wieder ausgeglichen wird; ob man den Bestand an Vorräten miteinbezieht, oder nicht; ob die Rate auf der Basis der Langzeitkosten oder der Wiederbeschaffungskosten berechnet wird; wie man den Sektor der verstaatlichten industrie, dessen Profitrate ganz extrem durch politische Entscheidungen bestimmt wird, behandelt, usw. Diese Differenzen erklären die Abweichungen in britischen denischen Kapitalismus, die in letter zeit ver die in letzter Zeit verfaßt wurden: Glyn and Sutcliffe; Hughes, Profit Trends and Price Controls, Spokesman pamphlet No.41; Panic and Close, Profitability of British Manufacturing Industry Lloyds Bank Review, Juli 1973; King, Profit Crisis That Isn't, Guardian,14. November 1973; Burgess ans Webb, The Profits of British Industry, Lloyds Bank Review, April 1974: Merrett and Sykes, How to Avoid a Liquidity Crisis. The Economist Supplement 3. August 1974; hinzu kommen eine Réíhe von Artikeln derselben Autoren, die im Lauf des Sommers 1974 verfaßt wurden (insbesondere Financial Times, 30.september 1974). Die Bedeutung dieser abweichenden Berechnungsmethoden wird daran deutlich, dai allein für das Jahr 1969 die unterschiedlich berechneten Werte für die Profitrate zu Schätzungen uhren, die zwischen 16,8% (von Burgess und Webb und 4,7% (Glyn und Sutcliffe) variieren. (3) Stuart Holland behauptet in dem großen Werk der Anhängervon Tony Benn, The Socialist Challenge, daß die größten britischen Monopole ir Lage sind, hre Profitrate selbst zu regulierer Dieses "Argument" ist bemerkenswert, umso mehr, und daß es keine Krise der Profite gibt. als es in dem 400-Seiten starken Buch keine einzige Zahl gibt, die dies belegt! Und dies trotz der Tatsache, daß in den letzten fiinf Jahren in Großbritannien Hunderte von Seiten gefüllt wurden über die Frage der Profitrate, díe alle renau das Gegenteil von dem beweisen, was die Senn -Anhänger behaupten.
(4) Wie üblich trifft die Arbeitslosigkeit die unterdrücktesten Schichten am härtesten. Die Arbeitslosigkeit ist unter den Gastarbeitem doppelt so schnell gestiegen, wie im nationalen Durchschnitt. Andererseits hat sich die Arbeitslosigkeit aber auch angen Sementen benit gemacht, die bisher davon ausgenommen waren. o wurden z.B. im September 5.200 arbeitslose Lehrer gemeldet (Financial Times vom 14. Oktober 1975).
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