Wenige Tage vor der Unabhängigkeitserklärung hat sich die militärische Situation sehr rasch zuungunsten der MPLA verschlechtert. Im Norden haben die Streitkräfte der FNLA den Druck auf Luanda verstärkt. jedoch ohne bis Quifangondo vorzustoßen, wo sich die Wasserversorgungszentrale der Hauptstadt befindet. Seit Wochen versucht die FNLA hartnäckig. das Dorf einzunehmen. um den Widerstand der Bevölkerung zu brechen. Als Waffen werden bei diesen Einkreisungsmanövern vor allem Panhard-Panzer benutzt, die mit 60mm-Granatwerfem ausgerüstet sind und 75mm Kanonen, die auf Jecps angebracht sind. Die FAPLA (Streitkräfte der MPLA) haben ihre Verteidigung auf zwei Ebenen organisiert: durch Bombardierung mit sowjetisclen 122mm- Raketen und durch Gegenangriffe leichter Einheiten. die mit Granatwerfer und Maschinen- Stagnation am dep Front on leist schad Luanda schadet letztlich der MPLA. Ein bedeutender Teil ihrer Truppen wird auf einem sehr kleinen Teil des Territoriums in Schach gehalten, die städtische Bevölkerung ermüdet und wird entmutigt. Schließlich erhält die FNLA dadurch Gelegenheit, ihre Truppen im Norden zu festigen und nach Malange vorzustoßen, Zur gleichen Zeit hat sich die militärische Lage im Süden qualitativ geändert, Vor wenigen Wochen kontrollierte die MPLA noch die gesamte Küste und einen Teil der Provinz Huila im Süden. Die UNITA mit ihren Basen in Nova Lisboa und Silva Porto kam über die Provinzen Huambo und Bié nicht hinaus. Aber dieses Kräfteverhältnis hat sich in wenigen Tagen umgedreht. Erst ist Sa da Bandeira gefallen, dann Mocamedes und schließlich Benguela und Lobito. Zum erstenmal seit Juli kontrollieren die UNITA und die Truppen zur Verstärkung der FNLA im Zentrum und im Süden eine breite Öffnung zum Meer, die ihnen den Nachschub sichert und eine Zangenbewegung auf Luanda zu erlaubt. Abgesehen von diesen militärischen Betrachtungen ist zu bemerken, daß Lobito nach Luanda la die Endstation der berühmten Eisenbahnlinie, die Kupfer aus Zaire und Zambia 'ransportiert. Die so organisierten Truppen der UNITA und der FNLA im Süder werden die Provinz Cuanzo angreiten können und versuchen, Malange vom Süden her einzunehmen.
Was hat eine solche Umkehrung der Lage möglich in ester Linie -und das ist sicher der bedeutsamste Grund- ist sie verursacht durch die massive militärische Unterstützung, die der Imperialismus it der letzten Zeit den reaktionaren Kramen hat angedeihen lassen, Sa da Bar deira wurde mit Hilfe südafrikanischer Truppen und portugiesischer Söldner zurückerobert, was die ELP für sich in Anspruch nehmen will. Savimbi hatte vor einigen Wochen enthüllt, daß seine Bewegung außerordentliches Kontingent an schweren Waffen erhalten würde. Das ist nun geschehen!
Im Norden werden die Streitkräfte der FNLA weiterhin von Truppen aus Zaire gedrillt und Zaire selbst erhält von den USA und Frankreich eine verstärkte militärische Unterstützung. Wie zur Warnung hat Frankreich der Luftwaffe von Zaire gerade die ersten Mirage-Flugzeuge geliefert. Während Südafrika immer stärker in den Konflikt eingreift, Zaire massiv die FNLA und Zambia die UNITA unterstützt, ist die Hilfe der sog. "fortschrittlichen afrikanischen Länder" ein Bluff. Sicher greift Kongo der MPLA beim Materialtransport unter die Arme und Guinea, Algerien, Guinea Bissao und Mozambique untersülzen die Führung Neto diplomatisch. Aber wenn N° Gouabi mit einer militärischen Irtervention der kongolesischen Armee droht, kann man sich eires Lächelns nicht erwehren, angesichts der Instabilität dieses Regimes und der Tatsache, daß diese Armee innere Disziplinfunktionen hat. Hier zeigt die OAU wieder ihre konterrevolutionare Funktion. Und damit bricht ein weiteres Mal auch die Illusion eines "fortschrittlichen Afrika" zusammen, Im Gegensatz zu dieser nationalistischen Rhethorik organisiert sich eine
ANGOLA sehr reale Welt, die der stärken Kettenglieder des Imperialismus in diesem Gebiet: die Armeen Südafrikas und Zaires.
Jedoch können die Rückschläge der MPLA nicht allein durch die ungebrochene militärische Starke ihrer Gegner erklärt werden. Andere Faktoren kommen hinzu, So macht es die Größe des Landes einem kleinen politisch-militärischer Apparat, der aus der ländlichen Guerilla hervorgegangen ist unmöglich, das Gebiet militärisch und administrativ zu kontrollieren. Die großen Entiernungen und die Transportschwieng- ‹eiten machen logistische Einrichtungen unent• behrlich, aber die FAPLA verlügen über keine Luftwaffe. Sicher ist vor allem auf diesem Gebiet die sowjetische Hilfe für die MPLA besonders unzulänglich gewesen, da sie nicht genügend Hubschrauber geliefert hat.
Zusätzlich hat die Dauer der Kämpfe und ihr Bürgerkriegscharakter die Zersetzung der angolanischen Gesellschaft, vor allem in den s'ädten beschleunigt. Auseinandersfrebende ethnische Kräfte sind wieder massiv aufgetreten und ein Teil der Bevölkerung zieht es vor, wieder in die Heimatorte zurückzukehren. Dadurch schreitet die gesellschaltliche Desorganisation voran und die Bevölkerung kann durch die Stammesführer kontrolliert werden, die von der FNLA und der UNITA umsorgt werden.
Sicher haben die industriellen Investifionen der letzten Jahre ein junges, geballtes Proletariat hervorgebracht, das allerdings noch wenig erprobt ist und keine Kampferfahrung hat. 1973 waren ca. 130, 000 Lohnabhängige in der gewerblichen Produktion beschattigt, vor allem in den industriellen Zentren von Luanda und Lobito. Aber weil es noch so jung ist, ist dieses Proletariat auch nicht geschützt vor den Zwängen seiner bäuerlichen Herkunft. Selbst die MPLA war von dieser Schwäche des "universellen Standpunkts" nicht frei, dem ein gerade von seinem bäuerlichen Ursprung getrenntes Proletariat im städtischen Milieu verfällt. Der Anti-Tribalismus wurde von der MPLA auf ideologische Phrasen reduziert und konnte so nicht zu einer Bewußtseinsbildung der rückschrittlichsten Elemente beitragen.
Die Kontrolle der UNITA über das wichtigste Agrargebiet führt zu einem solchen Lebensmittelnotstand, daß große Teile der Bevölkerung auswandem, In Luanda bilden sich schon am frühen Morgen lange Schlangen vor den Geschäften. Die Lebensmittellager sind fast leer: Ö1, Salz, Zucker und Fleisch sind rar geworden. Ein Kilo Reis kostet jetzt 20 bis 25 Escudos, früher waren es 9. (1) Salz ist von 1 auf 3 Escudos gestiegen, Maniok, das Grundnahrungsmittel der afrikanischen Bevölkerung ist im Preis um das Dreifache gestiegerędie MPLA versucht diese nilation dadurch einzudammen, daß sie die Vereilung durch die "Stadtteilkomitees" organisiert. Schließlich wird die Desorganisation des Handels durch die Abreise der Portugiesen noch verschlimmert.
Eine solche Situation verbreitet Apathie in den Massen und sie greift heute schon die Lebendig keit der "Organe der Volksmacht" an, indem sie deren Dynamik zurückdrängt und zunehmend eine Haltung der Anpassung an die Führung der MPLA hervorbringt.
INTERNATIONALER KONFLIKT
Die Interventi on Südafrikas ist nun offiziell. Die Amerikaner verbergen auch nicht länger die Hilfe der CIA für die FNLA und die UNITA. Ein Artikel von Leslie H. Gelb in der "New York Times" vom 25. September bestätigt, daß die CIA Holden Roberto seit 1962 als mögliche Al'emative zum portugiesischen Kolonialismus betrachtet. Dennoch erklärt sich das imperialistische Engagement in Angola nicht aus einer willkürlichen Entscheidung für den Bürgerkrieg. Nach dem Sturz des Salazar-Regimes am 25. April 1974 ließen die Spaltungen innerhalb der MPLA und ihre Schwache die Operation Spinolas, die sich auf die FNLA und die Organisationen der portugiesischen Siedler stützte, als durchaus glaubwürdig erscheinen, Was die Imperiali- Bering auf de MILA, die trot mier sensei war die Massenbewedie trotz ihrer Schwäche noch ein enormes Prestige besaß.
Es war nun zu spät, um aus der politischen Schwäche der MPLA einen Nutzen zu ziehen. Es war zu spät, um die Führung oder Teile von ihr in ein neokolorialistisches Projekt zu integrieren. Die Verträge von Alvor und die Koaliionsregierung kamen zu spät Die Massenbewegung setzte ihr Vertrauen in die MPLA. Die Rechte konnte sich dieser nicht mehr widersetzen und Lucio Lara erklärte: "Ein Teil der Bevölkerung ist bewaffnet worden, aber das wurde im Juli 1974 getan, um den Angriffen der weißen Reaktionäre zu begegnen. Seitdem sind diese Selbstverteidigungseinheiten selbst unter das Banner der MPLA gestellt worden, aber wir kontrollieren sie nicht.
Die Führung der MPLA, die trotz ihrer Gespaltenheit im großen und ganzen eine Rleinbüligerlich-nationalistische Führung ist, hatte keine andere Wahl als die, sich an die Massen zu wenum sich gegenüber der FNLA "selbst zu verteidigen"; sie beschloß, die Massenbewegung auszuweiten und gleichzeitig die Kontrolle über sie zu behalten. Niemand aus den Reihen der Imperialisten vertraute ihr, weil die Massenbewegung hinter ihr stand, Die Provokationen der FNLA und ihre Anschläge in den muceques, den städtischen Slums, erwieser sich als unzureichend, um die Massenbewegung zu brechen. Deswegen wurde es notwendig. den Krieg zu setzen, selbst bei der Gefahr, die letzten Trümpfe für Verhandlungen mit dem MPLA- Funrer Neto aus der Hand zu verlieren. Aber die Internationalisierung des Konflikts meint nicht nur die Reaktion des Imperialismus auf die Massenbewegung in Angola, Sie meint auch die inter-imperialistischen Konflikte, die durch die widersprüchlichen Beziehungen, die FNLA und UNITA weltweit unterhalten, verschärft werden. So ist die Intervention Südafrikas auch eine Intervention zur Stärkung der UNITA, gedacht, ein Gestreifch vor allem die Region Ovambo und deenzt, biet zu stabilisieren, das direkt an Namibia Streifen von Caprivi, Zonen, die in der Strategie Pretorias eine Schlüsselrolle spielen, Zambia, das gerade mit dem südafrikanischen Regime flirtet im beiderseitigen Bemühen, die Stabilitat in Südafrika zu erhalten, ist mit von der Partie. da die UNITA ihm den Eisenbahnbetrieb
nach Benguela zur Ausfuhr seines Kupfers sichern kann.
So birgt die Gegenoffensive im Süden einen politischen Konflikt mit der FNLA in sich, dessen Ziel es ist, im künftigen neokolonialen Angola ein richtiges Gleichgewicht zu garantieren, sodes Cunene-Tals. Die Minen von Kassinga, wie den Markt zu erhalten für die Entwicklunge in der Hand von Krupp liegen, und die europäischen und südafrikanischen Investitionen verstärken das Interesse der EG für Savimbis UNITA. Savimbi hat auch indirekt zugegeben, daß er ohne dieses "Mandat" nicht in der Lage gewesen wäre, eine solche politische Rolle zu spielen. Am 19. Oktober erklärte er in Kamerun: "Neto wird kein afrikanisches Kuba schaffen können, wie er angekündigt hat, denn abgesehen (sic) von den Meinungen der Bevölkerung befindet sich Angola in einer politisch und strategisch zu empfindlichen * Mit anderen Worten: das angolanische Volk wird verstehen müssen, daß die Geltste des Imperialismus stärker sein werden, als seine Mobilisierungen!
Derselbe Savimbi sagte am 27. Oktober nochmal in Paris gegenüber der Agence France Presse, daß "wenn Afrika (2) nichts tun kann, niemand die UNO daran hindern können wird, ihre Blauhelme zu entsenden," Und widerspruchslos gab er zu, daß Südafrika die Provinz Huila im Süden besetzte.
LETZTE SCHLACHT ?
Die FNLA und die UNITA, bewaffnete Arme des Imperialismus, haben sich auf den -11, November Vorbereitet, wie man eine Etappe des Kampfes vorbereitet, aber sie haben das nicht als die letzte Schlacht betrachtet. Der Kampf wird weitergehen, gleichgültig welche Form er annehmen wird.
Die MPLA hat sich zu einer "Ger eralmobilmachung" entschlossen, daß politisch genau bestimmt wird, was auf dem Spiel steht.
Nun hat die Führung angekündigt, daß sie eine "Regierung der nationalen Einheit" bilden wird unter Einschluß "unabhängiger patriotischer Persönlichkeiten". Das ist nicht sehr genau, aber das nationalistische Vokabular der MPLA, die Formeln aus der Frontideologie werden beibehalten. In einer der letzten Nummern ihres Organs "Vitoria legte die Führung ihre Einschätzung der augenblicklichen Lage dar: "Unsere Bewegung stellt die Losung auf Laßt uns eine breite antiimperialistische Front bilden, schlagen wir die Lakaien des Imperialismus und schaffen wir eine Demokratie neuen Typs!' ...In diesem Sinn ist der ein gerechter Kampf, der dazu beiträgt, das Lager der fortschrittlichen Kräfte, das Lager der Unterdrückten, die gegen ihre Unterdrücker kämpfen, auf Weltebene zu stärken, Er wird zum unvermeidlichen Sturz des Imperialismus beitragen... Nun kann dieder Kampf gegen den Imperialismus nur siegreich sein, wenn er alle antiimperialistischen Kräfte unseres Vaterlands zusammenfaßt. Unter diesen Kräften befinden sich: die Arbeiter, die Bauern, die revolutionären Intellektuelle und die antiimperialistischen Schichten der angolanischen Bourgeoisie. .. Unsere revolutionäre Avantgarde muß daher bereit sein, eine demokratische Regiesteil das mundnis aller anenmpenseistisceren klas- neuen Typs zu schaffen. sen dafie am konsequentester revolutionăr ist... das von der Klasse angeführt werden Notwendig sind: der demokratische Zentralismus, die organisierte Diskussion der Volksmassen über alle nationalen Probleme und die praktische Umsetzung aller Beschluße, die die Regiegefaßt hat... Um ihre Ziele zu erreichen, wir d die Regierung für die Verstaatlichung groben Barken, der großen Industrie- und Handelsunternehmen kämpfen müsser. Aber da diese Regierung ein Bündnis mehrerer Klassen darstellt, wird sie das Privateigentum nicht abschatfen und die Entfaltung der kapitalistischen Produktion nicht behindern. In Bezug auf die angolanischen Bauern wird die Regierung ein konsequentes Agrarreformprogramm ausarbeiten müssen, Die von der Siedlern verlassenen Ländereien werden denen gehören, die sie bebauen," Eine solche Rhethorik ist natürlich geeignet, Jedermann in der MPLA zufriedenzustellen, Symbolisch stellt sie sich dar in der Person Agostinho Netos, eine Art Bonaparte, der über den Tendenzen steht. Die "Demokratie neuen Typs." ist
ANGOLA nichts anderes als der Partei-Staat, eíne Konzeption, die unter dem Druck der Massenbewegung entwickelt worden ist. Geht diese zurück, so wird das Konzept Wirklichkeit werden, wie es in Guinea unter Sekou Toure der Fall war und wie es sich jetzt in Guinea Bissao und in Mozambique durchsetzt. Eine Führungsclique, die ihre Legitimität aus dem nationalen Befreiungskampf ableitet stützt sich auf die Massen, indem sie sie durch keine revolutionăre Partei. Die IV. Internationale muß sich jedoch ihrerseits die Frage stellen, welches die Wege sind, diese Partei aufzubauen. Wie wäre das politische Leben in Angola, wenn die Ordnung Holden Robertos in Luanda herrschte? Was würde aus den Hunderten von Genossen, die in den Slums und an der Universität auf der Grundlage antikapitalistischer Parolen arbeiten? - FNLA vor dem 10. Jili klar gemacht hat. jene machtlosen Komitees genau in Schach hält, in denen Bürokratismus und Karrierismus ihre Blüten treiben und die offiziell die "Kontrolle der Massen über die Partei" verkörpern sollen. In einem solchen politischen Kontext unterstützen die revoletionären Marxisten die MPLA gegen die imperialistische Reaktion, gegen die FNLA und gegen die UNITA und ihre Verbündeten in Zaire und Südafrika. Aber sie wenden sich auch an lie Masser bewegung. damit die "Organe der Volksmacht" die wirklichen Instrumente ihrer Macht werden. Sie kämpfen für eine wirkliche Unabhängigkeit der Massenorganisationen und der Komitees von der MPLA. Sie kämpfen dafür, daß der zukünftige Staat die demokratischen Freiheiten garantiert, sie kämpfen für das Recht auf politische Organisierung für alle Anti-Imperialisten, für das Recht, Literatur zu veröffentlichen, Versammlungen abzuhalten usw, Sie arbeiten nicht dafür, daß sich hinter der Formel "Demokratie neuen Typs"-deren Klassencharakter unerfin dich ist- eine Regierung MPLA mit Leuten wie Lucio Lara verbirgt, sondern für eine wirklich neue Regierung, für eine Regierung der Arbeiter und Bauern, die der Vollversammlung der Delegier ten verantwortlich ist.
Um dies zu tun, braucht kein "Neuer Kurs" geschrieben zu werden, mit dem Ziel, die Führung der Bewegung zu erlangen. Dafür muß die Avantarde zusammengefaßt und der Aufbau der revoluionären Partei vorbereitet werden. In der politischen Resolution unseres 10. Weltkongreßes schrieben wir, daß nim Rahmen der Über auf der Basis , der imperialistischen Strategie in Südafrika, der Internationalisierung des Konflikts in diesem ganzen Gebiet, der Prozeß der permanenten Revolution sich nur entwickeln kann, wenn er Hand in Hand geht vor allem mit einer Klärung innerhalb der MPLA und der FRELIMO, revolutionäre nationalis ische Bewegungen mit multi-klassistischen Konzeptionen...
Dieses "vor allem" bedeute', daß ein Teil der Bewegung in den Städten, in der die MPLA damals keineswegs verankert war, ebenfalls ihren guten Teil zur politischen Umgestaltung beitragen würde. Nun sind nach dem 25. April alle radikalen Elemente in den Städten zur MPLA gestoßen, besonders über die "Organe der Volksmacht". . Daher ist es heute korrekter zu erwarten, daß die politische Umstrukturierung über einen Klärungsprozeß innerhalb der MPLA ablaufen wird, über die Bildung einer antikapitalistischen Tendenz, für die Bildung einer revolutionären Partei. INTERNATIONALE SOLIDARITÄT
Das ist der Punkt, den alle diejenigen vergessen, für die die Unterstützung der MPLA durch die revolutionären Marxisten eine Irrlehre ist. Man dürfe keine Gruppe besonders unterstützen, denn die drei Gegner sind alle Nationalisten mit sehr ähnlichen Programmen und schließlich gibt es In mehreren Kommuriques hat die FNLA erklärt, daß " das Volk selbst objektiv alle Volksmacht an die Befreiungsbewegungen delegiert hat" und es daher "die Unterwanderung bestimmter Gruppen (darunter die Stadtteilkomitees) durch anarchistische Elemente und durch Agitatoren ist(...), die die FNLA veranlaßt hat, sich immer jeglicher Form der Organisierung in Angola zu widersetzen, die außerhalb der Befreiungsbewegungen stattfir det.
Das ist es, was bei einer Unterstützung der MPLA aut dem Spiel steht. Am Vorabend des 11. November ist es betrüblich feststellen zu müssen, daß die internationale Unterstützung nicht stärker ist, als während der 14 Jahre bewaffneten Kampfs. Die Komitees in Europa haben nach dem 25. April in ihrer Aktivität nachgelassen, und zwar in dem Maße, wie sie, oft von Reformisten kontrolliert, Illusionen in den anti-neokolonialen Charakter des neuen portugiesischen Regimes hegten, Heute stellt diese Vergangenheit eine schwere Belastung dar für den Versuch, die internationale Solidarität wieder in Gang zu bringen, Der Mangel an einer massi ven und permanenten Unterstützung der MPLA und des angolanischen Volkes wird schwer ins Gewicht fallen für das Kräfteverhältnis mit der Konterrevolution, aber auch für die noch mögliche Perspektive einer sozialen Umwälzung des Kampfes. Es wird niemandem möglich sein zu beweisen, daß die Unterstützung für die sozialistische Revolution in Angola die Notwendigkeit einer Unterstützung der MPLA umgehen konnte, wenn die Gesamtheit der antiimperialistischen Jugend sich heute um sie schart und die Konterrevolution in der FNLA und der UNITA verkörpert ist. 9. November 1975 (1) Ein Escudo ist ca. 16 französische Centimes wert, (2) "muceques", Slums
Die "Verträge von Alvor" wurden in Alvor, Portugal, im Januar 1975 unterzeichnet. Sie bestimmten die Gründung einer Koalitionsregierung aus Vertretern der MPLA, FNLA und UNITA, und einem Vertreter der portugiesischen Regieung in der Rolle des "Schiedsrichters" Namibia, gerade südlich von Angola, ist ungeachtet der Resolutionen der UNO und troto des Willens der Bewohner dieses Gebiets von Südafrika besetzt. Ovamboland, das Gebiet des Ovambostammes, liegt im Norden Namibias und wird von Südafrika enutzt als Quelle vor Zwangsarbeitern, die in den Minen Namibias arbeiten, Der Caprivi-Streifen, 300 Meilen lang und 40 Meilen breit trennt im Nordosten Namibias Angola und Zambia im Norden von Botswana im Suden.
BÜRGER
KRIEG
IM
LIBANON
G. VERGEAT
Der Anfang November geschlossene Waffensti 11stand, mit dem die Kämpfe in Beirut und im Rest des Landes ein Ende gefur der. haben, bedeutet in keiner Weise eine Rückkehr zum sozialen Frieden oder zur Situation vor Ausbruch des Bürment kann wieder zu den Waffen gegriffen werden. Die Ursachen für die Zusammerstöße haben sich mit wachsender Schnelligkeit durch die Geschichte des Libanon hindurch angehäuft, seit seiner Gründung auf einer konfessionellen Basis im Jahr 1943, als er als unabhängiger Staat gegründet wurde. Die Entwicklung der internationalen Situation im Nahen Osten, kombiniert mit den inneren Widersprüchen im Libanon, haben das