Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Portugal

Das Beispiel CICAP. Interview

Inprekorr Nr. 44, 30. Oktober 1975 · S. 3-8 · 2.844 Wörter

Portugal Chile Faschismus und Rassismus

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CICAP interview ten hatten in massiver Form dem Kampf der chilenischen Arbeiter eine Huldigung dargebracht (siehe INPREKORR Nr. 43 vom 16. Oktober 1975). Der Vorwand für diese exemplarische Bestrafung, die Auflösung der Einheit, war die Weigerung der Soldaten einen "Säuberungs"-Befehl auszuführen, den der Kommandant gegeben hatte und von dem fünf Soldaten und zwei Milizoffiziere betroffen wa- Soldaten, sondaten, niesen Beten auszufuen. Die kab die wurde für die Militärregion Nord zu einem wahren Krebsgeschwür; die Zusammenstöße zwischen Soldaten und Offizieren nahmen sehr harte Formen an. Während der Vollversammlung sind zum Beispiel alle Berufsoffiziere hinausgegangen. Der Befehl zur Auflösung des CICAP kündigt weitergehende Maßnahmen an, die -- falls es der Hierarchie nicht gelingt, die Disziplinlosigkeit einzudämmen -- bis zur mehr oder weniger vollständigen Eliminierung von Soldaten und Milizoffizieren gehen können und bis zur Schaffung einer Berufsarmee. Frage: Wie wurde der Auflösungsbefehl durchgeführt und was war die unmittelbare Reaktion der Soldaten?

Antwort: Die Entscheidung zur Auflösung der Einheit wurde in der Nacht vom Freitag auf Samstag getroffen (in der Nacht vom 3. zum 4. Oktober). Die Soldaten hatten Urlaub. Eine Kommando-Kompanie des BAAF (Luftabwehr-Batterie, heute eine Binheit des COPCON besetzt die Kaserne. Die wenigen anwesenden Soldaten werden überrumpelt. Sie nehmen sofort Kontakt mit ihren Kameráden auf, die sich auf Heimurlaub befinden

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PORTUGAL und organisieren noch für dieselbe Nacht eine Versammlung. Sie lancieren einen Aufruf an alle Kameraden, in dem sie diese aufforder, sich am Montag vor den Toren der Kaseme einzulinden, um deren Wiederöffnung zu verlangen. Brigaden für Öffentlichkeitsarbeit werden gebildet; diese begeben sich in die Arbeiterviertel und fordern die Arbeiter zur Solidarität auf.

Am Samstag, den 4. Oktober wird eine erste Demonstration organisiert. Der Demonstrationszug geht in durch die Operationskompanie des RaP (intanterie- aber er wird brutal aufgelos Regiment von Porto). Gruppen von Arbeitern haben beragert. Ein Arbeiter wurde übrigens an der Seite der Soldaten, die Kaserne durch eine Kugel in den Bauch verletzt.

Frage: Eine viel bedeutendere Antwort wurde organisiert. Welche Rolle spielte die SUV bei dieser Mobilisierung?

Antwort: Das Sekretariat Nord der SUV hat sofort die Solidarität in allen Kasernen der Region organisiert und die Arbeiterkommissionen unc die Moradores-Komitees für eine Unterstützungsdemonstration am 6. Oktober mobilisiert. Tausende von Flugblättern wurden in allen Kasernen verteilt. Beim RASP und im RTm (Regiment für Nachrichtenwesen) wurden Vollversammlungen abgehalten, um die Unterstützung für den CICAP zu strukturieren, Am Montag ist der Platz Humberto Delgado (der zentrale Platz von Porto) gerammelt voll; zehntausende von Arbeitem haben sich mobilisiert. Das 4. Zweitausend Soldaten nehmen teil und die Stimmung ist sehır kämpferisch. Die Demonstration geht zum Hauptquartier und dann zum CICAP. An der Kaserne der CICAP angekommen, stellen sich die Soldaten gegenüber dem Haupttor aul und ein Genosse fordert die Soldaten, die das CICAP besetzt halten, auf, sich der Demonstration anzuschließen. Die Offiziere des RIP mußten alles tun, um sie davon abzuhalten. Die Unteroffiziere hatten sich ihre Rangabzeichen entfemt und unter die einfachen Soldaten gemischt, um die Lage besser in den Griff zu bekommen und um die Disziplin aufrechtzuerhalten.

Die Demonstranten stellten ein halbstündiges Ultimatum: innerhalbdieses Zeitraums sollte Veloso ihnen Rede und Antwort stehen und die Tore der Kaseme geöffnet haben.

Als die halbe Stunde verstrichen war, begann man an den Schlössern, die das Tor blockierten, herumzufeilen. Die Demonstranten waren drauf und dran, in die Kaserne einzudringen, aber die besetzenden Truppen waren offensichtlich entschlossen, das Feuer auf die Menge zu eröffnen. Die Demonstrationsleitung gab also die Anordnung, zu einer Kaserne zu marschieren, die bereit war die Soldaten des CICAP zu unterstützen: das RASP.

Und diese Kaserne öffnete den Demonstranten in der Tat die Tore. Nach einer Diskussion mit den Soldaten des RASP, in der Nacht vom 6, auf den 7. Oktober, besetzen die Demonstranten den RASP: auf dem Kasernengebäude wird die rote Fahne gehißt.

Der RASP ist eine bedeutende, weil stark bewaffnete Kaserne: sie besitzt unter anderem zahlreiche Artilleriestücke, Panzer usw.

Frage: Die PPD hat sehr rasch eine Gegendemonstration organisiert. Kannst Du die Bedeutung dieser en monate der Patie Bedeutender eigens genauer erklären?

Antwort: Die PPD versucht während dieser Periode ihren Ruf als Streitmacht der Reaktion zu festigen. Sie versucht rasch eine sehr harte Antwort zu geben.

Am 6. Oktober führt sie eine Gegendemonstration durch und läßt diese vor den Toren der CICAP münden. Den besetzenden Soldaten wird zu Trinken an- Demonstration auf.

Am 8. Oktober führt die PPD eine neue Demonstration durcir; sie hat einen hyper-reaktionären Charakter, was der politischen Linie entspricht, die Sa Carneiro, seit einigen Wochen emeut Ceneralsekretär, dieser Partei aufgeprägt hat. Letzterer ist übrigens auf der Demonstration persönlich anwesend.

Die 20 000 Demonstranten marschieren zum CICAP, wo ihnen die Tore geölinet werden. .. entgegen aller traditionellen Regeln der Armee! Dann begibt sich die Demonstration zum RASP. Angesichts dieser reaktionären Offensive wird die Selbstverteidigung des RASP organisiert. Die Truppen der PPD waren stark bewaffnet: Pistolen, Jagdgewehre und sogar einige G 3 (leichte Maschinengewehre).

Es kam zu einer Konfrontation mit den Verteidigem des RASP. Die Soldaten, die den RASP besetzt halten, beschließen, die beiden Demonstrationen mit bloßen Händen voneinander zu trennen. Unter ihnen herrschte eine gewisse Konfusion. Aber die Kette der Soldaten wurde von den Militanten der PPD angegriffen; nun ändern sie ihre Haltung. Die Kampfpanzer des RASP fahren aus der Kaserne heraus und zerstreuen den Ordnungsdienst der PPD und die faschistische Brut. Zweifellos wollte die PPD damit zeigen, daß sie eine bedeutende und unabhängige Kraft ist, die in der Lage ist, für "den Kampf gegen die Disziplinlosigkeit in der Armee"zu mobilisieren! Durch diese Konfrontatio versuchte die PPD auch, eine militärische Intervention gegen den RASP zu provozieren und zu rechtfertigen. Das Regiment der Militärpolizei von Porto hat übrizens versucht, dieses Projekt zu verwirklichen, mitiilfe von Kommando-Einheiten und von Maschinengewehren des RCP (Kavallerie-Regiment von Porto). Aber die Antwort der Soldaten des RASP war so entschlossen, daß sie darauf verzichteten. Frage: Wie wurden die Besetzung und der Kampf organisiert?

Antwort: In den ersten Tagen war die Organisation des Kampfes ziemlich konfus. Üns fehlte die Erfahrung, das war die erste Kasemenbesetzung. In der Nacht von Montag auf Dienstag wurde eine /ollversammlung abgehalten, an der RASP, CICAP und Soldaten von anderen Einheiten, die diesen Kampf unterstützten, teilnahmen.

Die Genossen des RASP zögerten, umso mehr als ihr Kommandant, Castanheira, behauptete, daß die Einheit angegriffen und bombardiert würde und daß man ihm selbst mit Gefängnis gedroht habe. Was übrigens sehr gut möglich ist!

Die Soldaten aller anderen Einheiten bemühten sich jedoch, ihnen die Bedeutung dieses Kampfes für die Gesamtheit der portugiesischen Arbeiter

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verständlich zu machen. Sie akzeptierten schließlich unsere Anwesenheit, die dann durch eine Entscheidung der Vollversammlung des RASP am nächsten Tag bestätigt wurde.

Ein Forderungskatalog wurde aufgestellt: sofortige Wiederöffnung des CICAP und Reintegration aller Kameraden, sowie Rücktritt von Veloso -- das sind die Hauptforderungen.

Die Vollversammlung wählt eine "Kampfkommission" • sie ist der Vollversammlung gegenüber verantwortlich und kann von dieser jederzeit abberufen werden; und sie wurde übrigens während einer Vollversammlung, die glaubte, daß sie ihre Funktion nicht erfüllt hat, abberufen. Die Mitglieder der Kommission akzeptierten diese Entscheidung der Vollversammlung vollständig.

Am 8. Oktober, anläßlich der Demonstration der PPD, traten die Schwächenauf der Ebene der Organisierung des kamples deutlich hervor. Deshalb wählte "Kampfkommission" hinaus noch wei- "Pressekommission" tere Kommissionen: eine "Militärkommission" • eine "Binanzkommissik: ein eine "Kommission für die intere Organisation". Alle diese Kommissionen sind gewählt und jederzeit wieder abberufbar, und sie sind mit der "Kampfkommission" , der wahren Führung, koordiniert, Zwischen zwei Vollversammlungen sind diese Kommissionen gegenüber der "Kampfkommission " verantwortlich.

Diese Selbstorganisation darf nicht unter einem rein technischen Blickwinkel gesehen werden. Man muß vielmehr zwei wichtige Elemente unterstreichen. Zuerst einmal ist es von sehr großer Wichtigkeit, eine politische leitung zu haben, die den Entscheidungen der Vollversammlung untergeordnet ist und die dadurch die Aktionseinheit aller kämpfenden Genossen sichem kann, sowie die Aktionseinheit aller politischen Komponenten der Bewegung. Schließlich stand man vor einem einer radikalen Modifizierung Funktionierens der Armee während des Kampfes auf die Tagesordnung. So wursicien solaten und le totenen arigeli. den "Kollonnenleiter" Dies deutet bereits die Form an, die eine zukünftige proletarische Armee annehmen könnte. Alle Soldaten, die an dem Kampf teilnehmen, haben inkonkreter Weise sehen können, daß eine andere Armee möglich ist.

Während der ersten Woche des Kampfes führte der große und von allen Seiten kommende Druck (Demonstrationen der PPD, der PS, Drohung mit militärischem Handstreich usw.) zu einer großen Konfusion unter den Besetzern. Als Reflex darauf wählte man sehr oft automatisch Milizoffizere für die wichtigen Aufgaben. Man darf also die Formen der Selbstorganisation keineswegs idealisieren. Wichtig ist, daß man die sich entwickelnde Tendenz sieht und die nach dutzenden zählenden sehr bedeutenden Beispiele dafür.

Frage: Wie haben die reformistischen Parteien, PS und PCP reagiert? Antwort: Diese beiden Parteien haben keinesvegs in gleicher Weise reagiert, weit lavon entfernt-die PS hat versucht, alle lebendigen Kräfte der bürgerlichen Demokratie für die Wieder- Kasernen und für die Am 10. Oktober haben sie eine bedeutende Demonstration organisiert, sie war jedoch eindeutig weniger massiv als die der SUV. An der Arbeiterbasis der PS zab es Reaktionen gegen diese Initiative. Zum Beispiel nahm ein Führer der PS des Sektors der Fischer vor Afarada (in der Nähe von Porto) am Kampf der RASP teil. Unter den Soldaten waren zahlreiche Sympathisanten der PS; zweifellos brachten sie der Mobilisierung von soares nicht gerade Woniwollen entgegen. Ils Soares in seiner Rede den Streik der Metallarbeiter angriff, verließen diese die Demonstration. Die Demonstration der PS blieb im Zentrum der Stadt und sie marschierte nicht zum RASP. Faschistische Gruppen, die Profit für sich aus dieser Demonstration zogen, griffen danach den Sitz der UDP an. Man muß betonen, daß die Soldaten des RASP auf einer Vollversammlung beschlossen, die PS vor der RASP demonstrieren zu lassen, falls sie dorthin kommen sollte. Aber falls Gruppen versuchen sollmit Feuerwaffen anzugreifen, wollte man entsprechend zurückschlagen.

Die PCP, nachdem sie auf offizieiler Ebene einige Tage lang Schweigen bewahrte, hat schließlich dem Kampf der Soldaten öffentliche Unterstützung gewährt. Sie versuchte immer wieder diesen Kampf zu reduzicren auf eine Konfrontation zwischen reaktionären und progressiven Offizieren. Sie versuchte die Parole Corvacho wird wiederkommen!" zu lancieren (Corvacho ist der ehemalige Kommandant der Militärregion Nord). Aber die Parole wurde nicht übernommen. Sie versuchte auch, die Meinungsverschiedenheiten zwischen Fabiao und Veloso auszunutzen, um eine Kompromißlösung zu finden! Auch versuchte sie diesen Kampf zu integrieren in den Rahmen einer Retorm der MFA. Größtenteils scheiterte das Projekt der PCP.

Frage: Kannst Du uns die Beziehungen zwischen den Besetzern des RASP und den Arbeiterkommissionen und den Mieterkomitees beschreiben? Antwort: Als der städnige Guerilla-Kampf zuende ging (Demonstrationen und Gegendemonstrationen) waren zwei Dinge klar geworden: zum einen verdankten wir unsere große Widerstandskraft

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PORTUGAL und unsere Position der Stärke der Tatsache, daß uns die Arbeiter, außerhalb der Kaseme, terstützten. Sie schoben die ganze Nacht Wache und tagsüber gingen sie zur Arbeit! Gegen 19 Uhr kamen sie zum RASP zurück, um uns zu unterstützen. Ihr Mut war phantastisch. Mehr als einer kam, nachdem er verletzt war und im Krankenhaus kurz behandelt worden war, zu uns zurück, um die Wache fortzusetzen. Zum anderen hatten wir kapiert, daß es für uns von vitaler Bedeutung ist, diese Beziehungen zu den Arbeitern zu organisieren, um diesen Kampf weiterführen zu können.

Die Arbeiterkommissionen und die Moradores-Komitees sind zu uns gekommen und schlugen Versammlung mit der "Kampfkommissio, gemeinsame vor, um die Unterstützung durch die Bildung von Unterstützungskomitees zu strukturieren. Eine von den Arbeitern kontrollierte Zeitung, die "Joranl de Gaia", bot uns zur Produktion einer Kampfzeitung ihre Druckanlaan. Die erste Nummer dieser Fabriken gingen, um unseren Kampf zu erklären. Heute wird diese Arbeit in koordinierter Weise von den Arbeiterkommissionen und den Mieterkomitees ausgeführt.

Frage: Was steckt hinter der Intervention von Fabiao. des Generalstabschefs der Landarmee? Jnd was waren die Ergebnisse seines Zusammentreffens mit der "Kampfkommission" und mit den Berufsoffizieren des RASP für euren Kampf?

Antwort: Am 11. Oktober hatten wir eine Delegation zu ihm geschickt, um ihm unseren Kampf zu erklären, um mit ihm unsere zentralen Forderingen zu diskutieren, über die die Delegierten übrigens nicht verhandeln durften. Als Fabiao am 14. Oktober zu uns kam, wiederholte er das, was er bereits der Delegation gegenüber geaußert hatte: "Meine Herren, ideologisch stehe ich auf Eurer Seite, aber wegen Euch hat man mich beinahe aus dem Revolutionsrat geschmissen. Wenn ihr gewinnt, wäre ich aufgeschmissen; wenn ihr verliert, werde ich Euch zerschlagen!"

Zwischen dem 11, und dem 14, ist er dennoch ein klein wenig zurückgewichen. Er akzeptierte, die CICAP in einer neuen Kaserne wieder in die Armee aufzunehmen; und er willigte ein, keinerlei Sanktionen gegen die kämptenden Kameraden zu er- Selbstverständlich alten Kaserne ein Bataillon zu bilden, das er demagogisch "Bataillon des 25. April" taufte; schließlich verpflichtete er sich, die Genossen des CICAP, die sich auf unerlaubtem Urlaub befinden, nach einer entsprechenden Untersuchung -- so verlangte Fabiao, in die Einheit zu reintegrieren. Die Reformisten sind bei diesem Angebot aufgesprungen und haben "Sieg, Sieg!" die sache ist end- Portugal sagt man "Sieg, Sieg• lich aus!" Das war ihr Traum. In Wirklichkeit ist . die Geschichte noch längst nicht zu Ende, der Kampf geht weiter.

Die Soldaten haben rasch verstanden, daß sie ihren Kampf nicht den Händen eines Generals anvertrauen konnten und sie waren nicht bereit, zu akzeptieren, daß über ihn je nach den fluktuierenden Kräfteverhältnissen zwischen den verschiedenen Offiziersfraktionen entschieden wird. Fabiao hat seine Vorschläge präsentiert und hat alle, die sich ihnen widersetzen würden, mit der Anklage wegen Befehlsverweigerung und Aufruhrstiftung gedroht, dann hat er rasch die Kaseme verlassen. Noch bevor sich eine Vollverdiese Vorschage hatte aussprechen funde: Kien diese Vorschläge hätte aussprechen können. darauf wurde eine Vollversammlung organisiert. Diese beschloß, die Vorschläge anzunehmen, aber den Kampt fortzusetzen -- bis zur Erfüllung aller Forderungen.

Augenblicklich läuft die Zehntagesfrist für die von Fabiao geforderte Untersuchung. Während dieser Zeit mobilisieren wir in allen Kasernen für die Durchführung einer Vollversammlung des RASP am 24. Oktober. Diese Vollversammlung soll Bilanz ziehen und uber die Fortsetzung des Kampfes entscheiden. Genossen, die am Kampf teilgenommen haben, sind bereits von Ausschlußmaßnahmen betroffen -- dies zeigt wie sehr die Hierarchie das Abkommen respektiert!

Gegenüber den von der Hierarchie vorgesehenen massiven Entlassungen von Milizsoldaten bekommt der Kampf des CICAP eine exemplarische Bedeutung. Gleichzeitig plant die Hierarchie, Freiwillige (Ex- Kommandos) zu engagieren und die Polizei zu verstärken (PSP-GNR).

Dieser Kampf zeigt uns, daß es notwendig ist, eine wirklich autonome Bewegung der Soldaten auf nationale Ebene zu schaffen und zu strukturieren, Damit möchte ich schließen.

Porto, den 15. Oktober 1975

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«PORTUGAL 6.) Fehlende Kontrolle über die"verräterischen" WIRD Elemente innerhalb der Streitkräfte (noch aktive Militärs, Reservisten und entlassene Militärs. 7.) Fehlende Kontrolle über wichtige Faschisten oder Kapitalisten, sowie über NICHT CIA, Provokateure, Großkapital, Betriebe, die Faschisten gehören und über die Beziehungen mit dem Ausland, 8.) Schlecht vorbereitete, isolierte und unkoordinierte DAS Zivilmilizen.

9.) Fehlende Verbindung zwischen den (unorganisierten ) Volksmassen und den loyalen Teilen der Armee.

CHILE 10.) Verteidigung der Fabriken (warum eigentlich? !) 11.) Widerstand in den Stadtzentren (das ist die schlechteste aller Strategien!)

12.) (Der Regierung Allende gegenüber) loyale Milltärs sind viel zu stark in denselben Kasernen (die EUROPAS) darüberhinaus bekannt waren!) konzentriert. 13.) Schlechte und langsame Kommunikationswege Wir veröffentlichen hier einen Text, 14.) Fehlen eines Plans für eine sofortige der im RALIS redigiert wurde und der Reaktion. dafür bestimmt ist, in der Vollver"

diskutiert zu werden. Du- 15.) Wenig oder ar keine Kampiertan• sammlundieses Textes wurden an ande- rung der Volkskrafte re Kasernen versc "Portugal wird 16.) Zerstrittene, passive oder wirksam mit den Verwurde nicl rätern verbundene Parteien. Soldatendemonstrationen sondern sie 17.) Bekannte und daher verwundbare Treff- Diskussions- und Studienobjekt punkte. mate den chilenisenen Arbeitera. Solidarität 18.) Gut vorbereitete Putschisten; wissenschaftlich am 11. September in mehreren Kaser- exakte und militärische Planung (Typ USA) und nen zum Ausdruck kam, findet in die- Unterstützung der verräterischen Militärs. 19.) Fehlendes Ausnutzen des spontanen Widerstandes des Volkes und fehlende Integrie- Praxis zum Chile rung der loyalen Militärs in die Volkskräfte. 20.) Keine Unterbrechung der Kommunikationsmittel und keinerlei Sabotage der Transportmittel der DIE 24 TRAGISCHEN IRRTÜMER, DIE IN CHILE BE- verräterischen Militärs. GANGEN WORDEN SIND 21.) Zerbrechlicher und auf wenige isolierte Viertel 1.) Heraussäuberung und Versetzung (und letzt- begrenzter Volkswiderstand. endlich Ermordung) der dem legalen Regime gegenüber loyalen Offiziere. 22.) Isolierter und nicht koordinierter nächtlicher Widerstand.

2.) Kontrolle der Sendestationen durch die Faschisten. 23.) Fehlen von geheimen Waffenverstekken, Waffen und Munition (Anti-Panzer-Waf- 3.) Durch die im Dienste der Reaktion stehenden Zei- fen, Kanonen, Bazookas, panzerknackende Minen usw.). tungen geführte breite Verleumdungskampagne. 24.) Fehlen einer geheimen Radiostation für den " revolutionären Widerstand.

4.) Die "wenig vorbereiteten Militärs" wurden überrascht und zu tausenden erschossen. STUDIEREN WIR DIE BESTEN MODALITÄTEN ZUR 5.) Fehlen eines eigenen Informations- VERMEIDUNG DIESER IRRTÜMER! dienstes und mangelhafte Überwachung der VERMEIDEN WIR DIESE IRRTÜMER! faschistischen Aktivitäten.

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