DER ROHSTOFFE by A. UDRY
Die internationale Rezession hat sehr schnell auf den dem Index der Vereinten Nationen (UN) -- ganze 5% un- Rohstoffmarkt durchgeschlagen, dessen Preise im Ver- ter dem Stand des ersten Quartals 1950 lag (d. h, des vorlauf der Jahre 1972, 73 und Anfang 74 einen schwindel- Korea-Boom Niveaus). Nach einem leienten arnstieeerregenden Aufschwung genommen hatten. Innerhalb zwischen Ende 1962 und Anfang 64 (erstes Quartal), nur einen Jahres hat sich diese Tendenz kräftig ins Baachte, das noch unter dem von 1950 lag. Nach dem der sie schließlich auf ein Niveau Gegenteil verkehrt. Die Preise für landwirtschaftliche Rohstoffe wie Fiber (Textilfasem) und Kautschuk hatten 4. Quartal 1968 stieg dann der allgemeine Grundstoitihren Höchststand im Januar 1974, um seitdem be- Index um 5% (vom 4. Quartal 68 bis zum 4. Quartal 69) ständig abzusacken. Die Preise für Mineralprodukte 3% im Jahr 1970 (entsprechend), 7% 1971 (ebenso), 17% und nichteisenhaltige Metalle begannen ab Mai 74 nach 1972 (ebenso) und 61% 1973 (ebenso). unten zu driften. Im November 74 waren die Preise der meisten Nahrungsmittel zwar höher als während des Offensichtlich jedoch verdeckt der Wechsel des allgeganzen sonstigen Jahres, aber seit diesem Zeitpunkt meinen Index' für Grundstoffe wichtige Unterschiede gingen sie ebenfalls nach unten. bei den einzelnen Produkten. Für den Zeitraum vom letzten Quartal 68 bis zum letzten Quartal 71 trieben Je nachdem, wer die Debatte führt, geht es heute da- die Mineral- und Forstprodukte (Kohle, nichteisenhaltrum, welche Methode man anwenden muß, um den ige Metalle, Holz und Zellulose) den Index nach oben, Niedergang der Preise zu stoppen oder darum, was man wie dies auch bei einigen landwirtschaftlichen Produkter untemehmen muß, um eine neue Preisexplosion im (Zucker, fetthaltige Pflanzen) der Fall war. Im selber Falle eines Booms 1977-78 zu verhindern (ein Boom, der sich ähnlich wie der Boom 1972-73 entwickeln Zeitraum drückten Mais, Reis, Wolle und Kautschuk den Index nach unten. Vom letzten Quartal 1971 bis würde). zum letzten Quartal 72 führten dagegen wiederum Produkte wie Wolle, Weizen, fetthaltige Pflanzen, Mais, Nach einen langen Fall... Kakao und Kautschuk den Aufwärtstrend an. Auf der anderen Seite stagnierten 1972 die Dollar-Preise von Obwohl die Preisexplosion der Rohstoffe zwischen 1972 Mineralien (Öl ausgeschlossen), die Preise für nichteisenhaltige Metalle fielen sogar.
und 1974 stärker war als während des Korea-Booms, ist es trotzdem nützlich, die 1972-74-Preisexplosion in einem umfassenden zeitlichen Kontext zu betrachten. Bis 1973 (das letzte Quartal 1973 verglichen mit dem letzten Quartal 72) vereinheitlichten sich jedoch die Nach einem starken Anstieg zwischen dem ersten Quar- tal 1950 und dem ersten Quartal 1951, fielen die Preise oben, das war ein bischen weniger als der durchschnitt- Preiszuwächse. Agrarprodukte gingen um 56% nach für Grundstoffe (1) beständig bis 1962. Zu diesem Zeit- punkt hatten sie ein Niveau erreicht, das --entsprechend für landwirtschaftliche Rohstoffe verbesserte sich in liche Preisanstieg aller Grundstoffe (61%). Der Index
ROHSTOFFE leichem Maße, wie der allgemeine Index. Der Inlex für Mineralien (mit Öl) und nichteisenhaltizer Metalle stieg um 72%. Hierbei muß aber betont werden, daß das nominelle Ansteigen dieser Preise zum Teil das Ergebnis der fiktiven Handhabung des abgewerteten Dollars bei der Kalkulation der Preisindizes durch die UN ist. Drückt man die Preisveränderungen in DM aus, ergibt sich ein anderes Bild. Dann bleiben von dem 43, 1-Anstieg 1973 (im Vergleich des Durchschnitts von 1972) nur noch 19,1%; der durchschnittliche Anstieg von 13% zwischen 1971 und 72 reduziert sich auf Eisenmetale 8% und abre 1% ax-Zigta so gen sie aufgrund der effektiven Abwertung des Dollars in Wirklichkeit niedriger.
Um die wirkliche Bedeutung und den Stellenwert diesr Zuwächse in der jüngst zurückliegenden Periode (1968-73) zu verstehen, kann man diese Zuwächse dadurch "korrigieren" , indem man die UN-Preisindizes für die Industrie-Produkte hinzuzieht, die von den industrialisierten Ländern exportiert worden sind. Für den Zeitraum von Anfang 1950 bis Ende 73 sind die Ergebnisse die folgenden:
TABELLE I
Preiszuwächse für Grundstoffe von 1950 bis letztes Quartal 1973 in Dollar ausgedrückt (Veränderung in V.H.)
"Korrigiert durch den UN
Index für die Preise exportierter Industrieprodukte
Grundstoffe 100 -2,4 Nahrungsmittel 120 7,3 Landwirt, Rohstoffe 68,9 -17, 6 Mineralien 122,2 8,4 Brennstoffe (ÖL) 173,4 33,4 Quelle: Skandinavska Euskilda Bankens, Kvartalskrift, Nr. 4, 1974 Wenn man die Preise für Grundstoffe mit denen der Industrieprodukte vergleicht, sieht man leicht, daß die erreichten Höchststände nicht allzuhoch sind, obwohl die beiden Booms von 1950-52 und 1972-73 in diesen Zeitraum fallen.
Der Boom von 1972/73/74 Verglichen mit dem Boom von 1951-52 war der Boom der Grundstoffe in den letzten Jahren im wesentlichen durch drei Kennzeichen charakterisiert: 1. Der Preiszuwachs in laufenden Dollars war während des jüngsten Aufschwungs (1972-73) beträchtlich grösser als während des Korea-Booms. Zwischen 1971 (Indexbasis = 100) und dem ersten Quartal 1974 (Höchstgleich zu 43% zwischen 1949 und dem ersten Quartal von 1951.
2. Während des jüngsten Aufschwungs dauerte die Preiseskalation mehr als zwei Jahre an (von 1972 bis April/Mai 1974), und das obwohl die Industrieproduktion seit Ende 1973 in einer ganzen Reihe von imperialistischen Staaten stagnierte. Zu Beginn der 50-iger Jahre dauerte die Preisexplosion nur neun Monate an und nach weniger als zwei Jahren nach dem Boomanfang standen die Preise wieder auf einem Niveau, das nur noch 20% über dem von 1949 lag. Die neuerlichen Preisanstiege für Grundstoffe bringt eine spezifische Entwicklung in der ersten Phase der allgemeinen Rezession in den imperialistischen Ländern (annähernd bis Juli 1974) zum Ausdruck, die durch einen Rückgang der industriellen Produktion bei gleichzeitiger Verknappung und Engpässen in einigen Sektoren gekennzeichnet ist.
3. Während des zurückliegenden Booms berührte die reisexplosion alle Rohstoffsektoren, während in den Jahren 1950-52 der Aufstieg im wesentlichen Auswirkungen auf Mineralien, weniger aber auf den Energie- und Nahrungsmittel in engerem Sinne hatte. Eine kurze Überprüfung der Preisanstiege in den verschiedenen Bereichen seit Anfang 1972 erbringt in allen Bereichen eine Wachstumsrate bis zum Umschwung im Mai 1974. Wir greifen aut die Zahlen von "The Economist" zurück, dessen allgemeiner und x4,o jende Rosstoffe (%) agr. Tabelle 11 . HID. Es muß hinzugefügt werden, daß der Nahrungsmittelsektor bis November 1974 eine positive Wachstumsrate aufwies (Index: 329, 2), während Fiber schon im Januar 1974 einen Rückgang zu verzeichnen hatte; Metalle folgten diesem Abwärtstrend im Juni 1974. Die kurzfristigen Ursachen
Das Hochschnellen der Rohstoffpreise ist durch verschiedene Faktoren erklärlich, die aber alle nicht nit "Grenzen des Wachstums" oder irgendwelche: "naturbedingten Knappheit" zu tun haben. 1. Das Wachstum der Industrieproduktion in den imperialistischen Ländern von 1972-73 löste in seiner Gesamtheit offensichtlich eine explosionsartige Ausweitung der Nachfrage nach Rohstoffen aus und brachte die bestehenden Disproportionen zwischen dem Entwicklungsstand verschiedener Sektoren an den Tag. Das Wachstum der verarbeitenden Industrie erreichte 1973 ein Niveau, wie es in den vorangegangenen Jahren nur selten erreicht worden ist -- und das für die Gesamtheit der fortgeschrittenen Länder. Und die Produktionsentwicklung in der verarbeitenden Industrie ist der beste Indikator für die Nachfrage nach Rohstoffen (vergl. Tabelle IV). Die Produktion in der Metallund Investitionsgüterindustrie, deren durchschnittliche Zuwächse 12, 5% bzw. 13,1% betrugen, hatten -- für die in der Tabelle angeführten Länder -- einen starken Nachfrageeffekt im Bezug auf Mineralien und nichtstand) stieg der UN-Preisindex für Grundstofte um 150%. während des Aufschwungs von 1950/51 fiel der Zuwachs wesentlich geringer aus. Das Index-Plus zeigte zwischen 1949( = 100) und 1951 (Höchststand) nui 50%. Diesselbe Differenz liegt vor, wenn man diese Preise, die auf der Basis laufender Dollars berechnet sind, mit dem UN-Index für exportierte Industrieguter "korrigiert": Dann ergibt sich für den Zeitraum 1971 bis 74 (erstes Ouartal) ein plus von 80% im Vereisenhaltige Metalle. Dasselbe galt für die Wirkung die die Produktionssteigerungen in der Textil- und Bekleidungsindustrie auf die Nachfrage nach Fiber und Wolle hatten. Die Synchronisation der Nachfragesteig erung bewirkte so Marktspannungen, die dadurch nocl verstärkt wurden, daß der Rohstoffmarkt auf die gestiegene Nachfrage zeitweilig nicht elastisch reagieren konnte. So dauert es zum Beispiel sieben Jahre, bis eine normale Mine ihr volles Produktionsoutout erreicht.
TABELLE II
Entwicklung der Grundstoffpreise (Dollar-Index, 1970 = 100)
Januar 72 Januar 73 Januar 74 Mai 74 Zusammen 101,3 147,2 228,9 254,5 Nahrungsmittel 107.7 165,9 239,7 271 , 4 industrielle Rohstoffe 94,1 123,8 215, 6 233,4 Fasern 116,1 190,0 330, 1 265,4 Metalle 82,8 85, 6 153, 7 225,8 TABELLE III
Veränderungen in v. H. vergl, mit der entsprechenden Periode Jan 73 Jan 14 Jan 14 Mai 14 Mai 74 Mai 14 Jan 112 Jan 12 Jan K Jan 2 Jan 413 Jan VA Zusammen 45, 3 125,9 55,5 151,2 12, 2 11,1 Nahrungsmittel 54 131,4 43,2 151,9 63,5 13,2 Industrielle Rohstoffe 29,4 129, 1 74, 2 145, 6 87.7 8,2 Fasern 64,5 184,3 73,7 128,4 39, 6 -24,4 Metalle 3,5 85, 6 80,3 172, 7 163,9 46,8 2. Hinzu kommt noch die Tatsache, daß die Lager- Zinn und Zink) am Londoner und New Yorker Terminbestände der Rohstoffverbraucher relativ niedrig ge- geschäftemarkt um zwei Drittel höher als im Durchwesen waren als die Preise zu steigen begannen (ein schnitt der drei vorangegangenen Jahre. Für die meisten Produkte war das Volumen der Verkäufe um mehreremale Ergebnis der Preistendenz in der vorangegangenen Pe- höher als das Volumen des Imports. riode). Daher waren besonders in der ersten Phase des 72-iger Aufschwungs die in der Rezession 1971-72 angehäuften Lagerbestände ziemlich rasch aufgebraucht. Das ist eines der Elemente, das den kürzlichen Preisaufschwung im Vergleich zum Korea-Boom in spezit- Hinter den Agenten der Londoner Metallbörse stehen die ischer Weise unterscheidet. Denn die Lagerbestande einflußreichen Gruppen (die die Energiequellen, den strategischer Produkte waren zur Zeit des Koreakriegs Transport und die ganze Marktszene beherrschen), die ziemlich hoch; sowohl deshalb, weil man den "notwend - mittels dieser einträglichen Spekulation die Gelder, die igen Vorrat für den erwarteten bewaffneten Konflikt in die rohstoffexportierenden Länder flossen doch wieder zuruckbekommen. Ein gutes Beispiel für diese Art von Manipulation ist die Geschichte mit dem Kupfertransfer zwischen den Vereinigten Staaten und Europa im so, kombiniert mit dem wirtschaftlichen Boom (die Herbst 1973. Weil der Kupferpreis in den USA durch Industrieproduktion der USA und Westeuropas stieg 1950 die Regierung eingefroren worden war, lag der Preis um 8,1% und 1951 um 9,3%) den allgemeinen Anstieg tur Kupter in London um 70% höher als in den USA. Da in den Preisen der Grundstoffe. jedoch die Importpreise von dieser Reglementierung ausgenommen waren lieferten die Europäer und Japaner ih ‹upter bevorzugt in die Saaten; die Amerikarer ex- 3. Letztlich, obwohl in keiner Weise die Ursache, sti- mulierte doch die Spekulation in gewissem Umfang 4. Januar 1974 schreibt "Enterprise" portierten wiederum nach Europa, In der Ausgabe vom , das wochentliche den Preisanstieg. Angesichts des ständigen Wertverfalls Magazin der französischen Unternehmer:" Europäische des Papiergelds, nehmen die Kapitalbesitzer "Zuflucht" und amerikanische Schiffe treffen sich auf dem Atlantik, im Kauf von sogenannten "realen Gutern" wobei jede Seite die andere mit denselben Gütern verdann, wenn die Börsenwechselkurse Anzeichen der sorgt. " 1950-51, als die Inflation noch nicht die heutigen Schwäche zeigen. 1973 war z. B. das Gesamtvolumen der Transaktionen für acht hauptsächliche Grundstoffe Ausmaße erreicht hatte und dagegen die Nachfrage nach produktiven Investitionen größer war, tauchten solche. (Kakao, Kaffee, Zucker, Kautschuk, Kupfer, Blei, spekulativen Operationen nicht in dem Maße auf.
ROHSTOFFE
TABELLE IV
Entwicklung der Produktion in der verarbeitenden Industrie (Veränderung in v. H. gegenüber dem Vorjahr) Jahr zusammen metallver- Maschinen- Chemiebeitende Ind. bau industrie Textil-und Bekleidungsind, USA &Kanada 1959-69+ 5,7 4,5 6,6 8,1 3, 0 70 -4,8 - 5,7 - 8,3 0,0 - 4,8 71 0,0 - 5,0 -2,0 6,0 1,0 72 9,0 11, 6 8,2 9,4 6,9 73 9,2 11,3 13,2 9,6 6,5 Westeuropa 1959-69 6,2 5,1 6,2 10,1 3,4 (EWG & EFTA) 70 5,3 2,0 7,5 7,5 0,0 71 2,0 - 4,0 2,0 5,0 4, 0 72 5,9 5,2 3,9 7,6 3, 8 73 8,3 9,9 9,4 13,3 0,9 Japan 1959-69 15.3 16,6 19.9 15,2 7,0 70 13,6 12,3 17,6 19,0 4,2 71 3,0 -2,0 3,0 7,0 1,0 72 6,8 10,2 8,7 5,6 0,0 73 18,2 22,2 23,2 15,9 9,9 *durchschnittliche jährliche Wachstumsrate für 1959-69 Quelle: OECD -Industrieproduktion
Ein strukturell bedingtes Mißverhältnis TABELLE V
TERMS OF TRADE: zwischen Industriegüten Aber dies sind alles kurzfristig wirkende n Industrieländem (1. I.) und Grundstoffen ir Faktoren. Sie erklären noch nicht das Auftauchen unterentwickelten Ländern (Gs) von partiellen Verknappungen (mit der sofortigen Aufwärtsentwicklung der Preise als Folge); nach einer langen Wachstumsperiode in der kapitalisischen Einheitswerte Terms industrieproduktion wirkten sich die Verknappungen 1.I. Gs. of Trade in der ersten Phase der Rezession auf eine Reihe von 1953 275 163 170 Produkten aus. 1962-63 275 148 185 1967-68 285 153 187 19737 380 260 146 De facto haben wir es hier mit den klassischen Aus- + Geschätzt, ohne Öl wirkungen einer ungleichzeitigen und disproportion- Quelle: siehe Anm. 4 ilen Entwicklung der verschiedenen Produktionssektoren zu tun: eines der typischen Kennzeichen kapitalistischen Wachstums.
Die nachteilge Entwicklung der "Terms of Trade" hatt für die rohstoffproduzierenden Länder -- und die semi 1. Das Auseinanderklaffen der "Terms of Trade" in -kolonialen Länder sind im wesentlichen Rohstofflief- Bezug auf Rohstoffe und weiterverarbeitende Industrie eranten geblieben -- einen Rückgang der Investitionen mußte zwangsläufig zu einem relativen Rückgang der des Produktionswachstums und eine vergleichsweise ge- Profitrate in den verschiedenen Rohstoffsektoren ringe Ausweitung der Produktionskapazitäten im Rohstoff- sektor als in der weiterverarbeitenden Industrie zur führen.
Folge.
Hinzu kommt noch, daß die Monopole restriktive Obwohl es in der kürzlich zurückliegenden Phase zu Tendenzen bewußt förder, um die Preise aufrechtereinem Umschwung der "Terms of Trade" zugunsten halten zu können. der Rohstoffe kam, entwickeltem sich diese in den O-iger und 60-iger Jahren ständig zuungunsten de Bei den imperialistischen Investitionen in den semi lohstoffe --und die neuste Entwicklung seit Mai 1974 -kolonialen Ländern gab es einen Kapitaltransfer vom schließt sich diesem Trend wieder an. Rohstoffsektor hin zur weiterverarbeitenden Industrie.
Dieser Kapitaltransfer --der sich auch in der Anullierung geplanter Modernisierungsprojekte im Rohstoffbereich ausdrückte -- verstärkte sich noch dadurch, daß sich die ausländischen Rohstoffmonopole durch die "Gefahr" der Nationalisierung bedroht glaubten. Es ist klar, daß die enorme Bedeutung des Rohstoffsektors für die Wirtschaft der halbkolonialen Länder --die sich schon allein darin zeigt, daß dieser Sektor wesentlich den Export bestimmt und daran, welche Rolle die imperialistischen Monopole spielen, die aus diesem Sektor beständig ihre hohen Profite ziehen, was zu einer beständigen Verschlechterung in der Zahlungsbil gewisse Anziehungskraft ausubt, die mit der Nation- anz führt -- auf die Regierungen dieser Länder eine alisierung ein Wachstum der nationalen Wirtschaft Tabelle VI spiegelt den oben beschriebenen Prozeß anhand der Investitionen des US-Imperialismus wieder:
Pierre Frank
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A. Direktinvestitionen der U.S. in Lateinamerika (nach Sektoren, in v. H.)
1950 1957 1963 1967 Verarbe induste 19 20 29 32 32 37 32 29 Bergbau 17 16 12 12 B. U.S. Investitionen nach Sektoren, in entwickelten und unterentwickelten Ländern, in v. H. 1949 1959 1968 durchschn. jährl.
Investitionsrückflu (1967-68)
gerard, Inde 33 32 41 26 29 33 29 46 Bergbau 10 10 8 13 Quelle: Siehe Anm. 4 Die Stagnation, bzw. sogar leichte Rückgang der Investitionen im Bergbau ist sehr bezeichnend. Diese Tendenz, mit allen damit verbundenen Auswirkungen, wird z. B. auch von einem monatlich erscheinenden französischen Untemehmerblatt gesehen: "Die Inflation hat zu einer Verschiebung vom Bergoausektor zur verarbeitenden Industrie getührt, weil dort die Rentabilität höher und die Amortisationszeit des investierten Kapitals kürzer ist. Dies wiederum hatte eine Zunahme des Rohstoffbedarfs zur Folge. " Und weiter:" Hier -- in der Verzerrung der Versorgungsstruktur -- liegt wohl eher eine Bedrohung der Wirtschaft, als in der vielstrapazierten "Erschöpfung der Rohstoffreserven. "(Usine Nouvelle, Oktober 1974).
Was den Ölsektor angeht, so wurden die Investitionen in den letzten zwei Jahrzehnten besonders --wenn auch nur relativ -- im Nahen und Mittleren Osten gesteigert. Das Weltölkartell allerdings legt seinen Preiskalkulationen weiterhin die Preise des Öls aus dem Mexikanischen Golf zugrunde, obwohl die Produktionskosten im Mittleren Osten nur ein Neuntel der Produktionskosten in den USA betrugen. Dies führte natürlich zu einem Investitionsboom in der Erdölindustrie, der sich im Zeitraum 1950-51 in den industrialisierten Ländern auf 3, 8% und in den "Entwicklungsländern" auf 22, 7% belief. Gleichzeitig bekämpften die Ölgiganten eine Erweiterung der Raffineriekapazitäten in den USA selber -- mit der lokrisen Folge von Verknappungen während der "ÖL- Eines der Ergebnisse dieses Prozesses in seiner Gesamtheit ist das Ansteigen des Produktionsindex in der verarbeitenden Industrie, welches von 1960 bis 1973 132% betrug, verglichen mit 92% im Bereich des Rohstoffsektors im gleichen Zeitraum.
2. Die aufgrund von Verschiebungen bei den Profitraten erzeugten Investitionsverlagerungen riefen eine Jnausgeglichenheit der langfristigen Investitionen zur Erweiterung der Produktionskapazitäten zwischen der metallverarbeitenden und der Kautschuk-, chemischen und holzverarbeitenden Industrie her-
ROHSTOFFE
Allein die grundstoffverarbeitende Industrie verbraucht 40% des Gesamtvolumens der in den industrialisierten Ländern verbrauchten oben genannten Stoffe. Der Rückgang der Investitionen war nach 1969 besonders einschneidend. Dies war sicher nicht unwesentlich für das Auftauchen der Rezession von 1971-72 im Bereich der Metall- und Maschinenbauindustrie in einer ganzen Reihe von kapitalistischen Landem (vgl. l'abelle IV).
Die untenstehende Abbildung verdeutlicht die Auseinanderentwicklung der Investitionsmenge bezüglich des Rohstoffsektors (a) bzw. der verarbeitenden Industrie (b) in den USA (in konstanten Preisen von 1968, Index 1958 = 100).
300 (b/ (a)
200 100 1958 60 62 64 66 68 70 72 Ausgaben 1968 in konstanten Preisen für vollständige Ausrüstung und Neumaterial in der rohstoffverarbeitenden Industrie (a) und den anderen Branchen der verarbeitenden Industrie (b). Index = 1958 = 100 Das Mißverhältnis zwischen Investitionen und der Entwicklung der Produktionskapazität verursachte einige sektorielle Engpässe angesichts der gewaltigen Nachfrageexplosion, die durch den Boom 1972-73 entstanden war.
Aber die Preiserhöhungen auf dem Rohstoffsektor lösten eine enorme Investitionswelle aus -- speziell fürden Energiesektor. Diese Investitionen profitabel zu machen war besonders schwierig aufgrund der harten Konkurrenz und den gestiegenen Produktionskosten (die erhöhten Energiekosten machten sich in fast allen Sektoren bemerkbar). Das bedeutet, daß es trotz des durch die Ausweitung der Rezession bedingten zeitweiligen Preisrückgangs unwahrscheinlich ist, daß die Preise sich wieder auf dem Niveau von 1968-69 einpendeln; erst recht, wenn sich die rezessive Entwicklung im Jahr 1975 nicht weiter vertieft. Paradoxerweise fällt das zusammen mit einigen Engpässen, zumindest möglichen Enpässen, in einigen Sektoren, in denen Investitionsprojekte, die 1971 -72 aufgeschoben worden waren, heute immer noch nicht durchgeführt worden sind. Ein neuer Aufschwung dagegen, wenn auch nur ein gemäßigter, könnte verschiedene Produkte aus der Talsohle herausziehen (die auf keinen Fall so tief ist wie in den sechziger jahren) und, unter dem Bintluß neuer Preisernonungen, zu Investitionen stimulieren, die 1973-74 zurückgehalten worden sind. Es scheint, daß wir es mit einem ziemlich langwierigen Einpendelungsprozess zu tun haben. Sowohl eine Wiederholung des "Gipfels" von 1973 als auch eine Wiederholung der "Talsohle" der sechziger Jahre sind daher unwahrscheinlich. Ein brutaler Schock in der zweiten Hälfte 1974 begannen die Auswirkunger ler Rezession auch für die Preise der Grundstoffe spürbar zu werden. Schritt für Schritt machte sich die Rezession in allen Branchen der weiterverarbeitenden Industrie bemerkbar. Die Nachfrage nach Rohstoffen sank rapide. Es begannen sich wieder Lagerbestände anzuhäufen, besonders von Konjunktursensibleren Gütern wie: Zink, Zinn, Blei, Kupfer, Kautschuk, Baumwolle usw. Der Anstieg der Kreditkosten führte zu einem Ausverkauf der Lagerbestände, Jetzt beherrschten Spekulanten den Markt, der sich in den Jahren 1973-74 überversorgt hatte, wie beispielsweise die japanischen Gesellschaften auf dem Kupfermarkt. Gerade für diejenigen, die auf ein beträchtliches Industriewachstum im Jahre 1975 gesetzt hatten, was die Rohstoffpreise zunächst stabilisiert, wenn nicht hochgetrieben hätte, kam der plötzliche Preisverfall völlig überraschend. Eine Übersicht aus der englischen Wochenzeitung "The Economist" (12. Mai 1975) zeigt folgenden Preisabfall für die Periode eines Jahres an: Alle Posten - 18,0 Nahrungsmittel - 11,0 industrielle Rohstoffe - 33,2 Metalle - 40,1 Fasem - 18,7 Einige Auszüge können schon eine Vorstellung vermitteln von den Preisrückgängen bei den wichtigsten Rohmaterialien (vgl. Tabelle 7)
In allen wichtigen Sektoren kam es angesichts der Überkapazitäten zu einem Anschwellen der Lagerbestände: die Rohmaterialproduzenten gingen zu engeren Preisabsprachen über, um eine weitere Verschärfung der Rückgänge zu verhindern. Dieser Preissturz trifft besonders die halbkolonialen Länder, die eine relative Hegemonie nur über die Produktion von Grundstoffen haben, und deren Exporte baxxx nahezu ausschließlich aus dem Verkauf dieser Produkte bestehen.
Die Vorteile, die die halbkolonialen Länder aus dem Aufschwung der Preise für Rohstoffe während der Periode des Rohstoffbooms zogen, waren weit weniger roß, als es die westliche Presse hinzustellen versuchte in erster Linie deshalb, weil viele dieser Lände Netto-Importeure von Rohstoffen sind, deren Preise 1972-73 anzogen. Zweitens muß bedacht werden, daß nahezu die Mehrheit dieser Länder Netto- Importeure von Nahrungsmitteln sind. Eine Untersuchung der Exporte Indiens, welches seine Hauptprodukte nicht exportiert (abgesehen von Sisal, Tee usw.), macht die Wirkung der Preiszuwächse für diese Kategorie deutlich:
TABELLE VII
Preisverfall der Hauptgrundstoffe Zucker in New York ( US-Cents pro Pfund) Baumwolle in Liverpool (") Wolle in London ( Pence pro Kilo) Kupfer in London (Pfund pro t) Zink in London (")
Index der Kreditbank (Belgien) Rohstoffe
Agrarprodukte
Mineralien
Diego Rivera's 'Portrait of Detroit" Höchststand 1974 Preise am 5. Mai 1975 61 18 91,5 54, 05 294 187 1 000 567 775 309 410,0 282,9 :-30% 332,8 214,5 :-35, 5% 523,8 338, 9 :-35, 2%
ROHSTOFFE
Indische Importe (in Mio Rupien)
1972/73 1973/74 1. Investitionsgüter 5.636 9.535 2. Grundstoffe zusammen 8 307 19 696 davon:
O1 und Ol- 2 040 5 602 produkte Weizen 808 7 431 Dünger 962 1 622 Dazu kommt, daß ein guter Teil der Profite, die durch den Preisanstieg für Grundstoffe gemacht worden sind, einfach von den imperialistischen Monopolen, die diese Produktion kontrollieren, angeeignet worden ist. Man bedenke, daß z. B. der Anteil der imperialistichen Länder am Bergbau - und Metallsektor extrem 1och ist: Die kolonialen und halbkonolialen Länder beherrschen nur ein Drittel des Marktes dieser beiden Branchen: ( Le Monde vom 29. April 1975) 40, 7% bei Mineralien ( verglichen mit 54, 4% der imperialistischen Länder): 30, 0% bei Metallen (vergl. mit 65, 0% der imperialistischen Länder). Das bewegte eine Gruppe von Experten zu sagen : "Für ungefähr 90% der Einwohner der Dritten Welt bringt der Preisanstieg der mineralen Rohstoffe keinen Vorteil, sondem im Gegenteil eher eine zusätzliche Belastung, besonders für die ärmsten von ihnen. ( Annales des mines, Januar 1975, zitiert na ch Le Monde vom 25. April 1975).
Nichtsdestoweniger erreichten eine Anzahl von halbkolonialen Ländern einen Zuwachs ihrer Devisenreserven und einen größeren Anteil am Welthandel und das erlaubte es den "Entwicklungsländern" ihren Anteil am Welthandel drei Jahre hintereinander auf annähernd 18% zu halten ( 18, 4% für 1971, 17, 5% für 1972 und 17,9% für 1973 ). Es ist richtig, daß dieser Anteil 1974 auf fast 25% anstieg, aber das war in erster Linie auf die Ausweitung der Olexporte zurückzuführen.
Während der letzten 11 Monate sind die Devisenreserven der unterentwickelten Länder drastisch zusammengeschrumpit und das hauptsächlich wegen der sich verschlechternden Preiskonjunktur und den zurückgegangenen Volumen, die wiederum durch die sich verschärfende Rezession bedingt waren, Mehrnoch, der Umschwung in und die unterentvikeiten Lindeht dee sich Maschite- Terms of Trade" en kaufen, um die Grundstofferzeugung zu modernisieren, beschleunigen somit automatisch den Werttransfer (aufgrund des ungleichen Tausches) zugunsten der imperialistischen Länder. Die Projekte zur Entwicklung der Landwirtschaft und des Bergbausektors, zu deren Verwirklichung bedeutende Einkäufe von Ausrüstungsgütern notwendig sind, werden daher die Handelsbilanz nur noch weiter import-lastig machen, oder aber sie werden anulliert.
Die am härtesten getroffenen Länder sind die, die auf den Export von einem oder zwei Produkten an gewiesen sind, deren Preise jetzt gesunken sind, Vor zwei Jahren noch sprach die kapitalistische Presse davon, daß Sambia (Kupfer) und Malaysia (Kautschuk) in den Klub der "Rohstoff-Neureichen" aufgenommen werden könnten. Heute überlegen sich diese Länder, wie sie irgendwie ihrem Ruin entrinnen können. "The Economist" bemerkte in seiner Ausgabe vom 28. Dezember 1974:" Eine Rezession in den Industriestaaten wird doppelt hart auf die unterentwickelten Länder zurückschlagen; nicht nur deswegen, weil ihre Exporteinkünfte im nächsten Jahr stark zusammenschrumpfen werden (was ihre Entwicklung verlangsamt und ihre Fähigkeit, lebensnotwendige Industrieprodukte einzukaufen verringern wird), sondern auch,weil die aus den Ol-Importen resultierenden Verpflichtungen sie in einem viel größeren Maß belasten werden als die entwickelten Länder.
Letztlich wird der Preisverfall die Unterschiede in der Rentabilität der verschiedenen Industrien selbst an die Obertlache bringen. Das ist schon passiert bei Kupfer. So liegen z. B. die Produktionskosten der zentralafrikanischen Minen, deren Gewinnungs- und Reinigungsan lagen veraltet sind, um ca. 75 Plund je produzierter Tonne höher als die Minen Südafrikas oder Australiens. Kann da Sambia mit Verlust noch weiterproduzieren, wenn es die Absicht hat, sich mit Valuta einzudecken? Im Kontext der durch den Rohstoff-Boom verursachten Reorganisation der Produktion und der Verteilung haben die imperialistischen Monopole die Offensive ergriffen und versuchen jetzt auch noch während der Rezession Gewinne zu machen. "Die Bergbau-Gesellschaften des Westens zeihen sich aus den unterentwickelten Ländern zurück. Die größte Gesellschaft der USA, Anaconda, hat ihre neuen Investitionen nahezu ausschließlich in den Vereinigten Staaten getätigt, wo sie Kupfer noch rofitabel fördern --und vor allem -- den Profit halte kann. Die Minen, mit denen jetzt Rio Tinto Zinc ir Südafrika, Australien und Papua Neu Guínea (das ein Minenkartell nicht ins Land lassen würde) arbeitet, sind deswegen von Anaconda verkauft worden, weil die Gesellschaft überall Nationalisierungen befürchtet; und diese Minen arbeiten jetzt profitabler als diejenigen in den meisten traditionellen kupferexportierenden Ländern. " ("The Economist", 11. Mai, 1914). Da die Rio Tinto Zinc-Gruppe billiger produziert als die Minen in Chile, Zaire, Sambia oder Peru, ist sie jetzt in einer Position, in der sie Versuche vereiteln kann, die Versorgung zu monopolisieren; dies könnte dadurch geschehen indem ein Kupferkartell gebildet wird und die japanischer Anteile, die immer noch den Markt "bedrohen" wiederaufgekauft werden. Indem sie das vereitelt, kann sie es erreichen, daß der Kupferpreis auf dem Londoner Kupfermarkt fällt und sich auf einer Ebene einspielt, die für diese Gruppe noch gewinnbringend, für das Kartell aber schon Charaktechs tischen zug des Rohstoffbooms zui tin: Der Versuch der Produzenten verschiedenster Grundstoffe eine Strategie auszuarbeiten, wie die der OPEC (Organisation erdölexportierender Länder).
Kartell und Rezession
Von dem Beispiel der Erdölstaaten und der Politik der OPEC inspiriert, versuchten viele Rohstoffproduzenten entweder die Verbindung zwischen den bestehenden Produzenten-Syndikaten zu verbessern oder aber solche zu schaffen, wo noch keine bestanden. Das ist der Fall bei Kupfer (ICCEC = Komitee der kupferexportierenden Länder auf Regierungsebene), Zinn, Bauxit usw. Der Ausgangspunkt dieser Strategie liegt offensichtlich in der physischen Abhängigkeit der imperialistischen Staaten von den kolonialen und halbkolonialen Ländern. Obwohl diese physische Abhängigkeit weiter zunimmt, muß betont werden, daß es einen Unterschied in der Abhängigkeit zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada einerseits und dem
Gemeinsamen Markt andererseits gibt. Die USA und Kanada verfügen über einen höheren Grad von Unabhängigkeit (definiert durch das Verhältnis von Produkion und Verbrauch) bezüglich Energie, Kupter, Zink, Blei, Eisen, Baumwolle, Wolle und Phosphat. Ander liegt die Sache in Europa, welches bezüglich Energie, Kupfer, Zink, Blei, Eisen, Baumwolle und Wolle wesentlich abhängiger ist. In den Vereinigten Staaten fehlt es in erster Linie an Produkten Wie Bauxit, Zinn, Magnesium, Chrom und Antimon.
Diese Unterschiede werden noch dadurch verstärkt, daß der europäische und der amerikanische Imperialismus bei ihren Investitionen in der "Dritten Welt" auch unterschiedliche Prioritäten gesetzt haben. Während der amerikanische Imperialismus sich auf die Rohstoffproduktion konzentriert hat, haben die imperialistischen Länder Westeuropas, und unter diesen wiederum besonders Westdeutschland, ihre Investitionen vornehmlich in den Sektor der weiterverarbeitenden In- Warum singe, Dele Unterse de erklären hol vorschlägt: die Ausbeutung der in den USA und Kanada verfügbaren Energiereserven, wie u. a. Atomenergie, kann nur dann profitabel werden, wenn die Ölpreise nicht zu tief fallen. Die Analyse der Unterschiede zwischen den imperialistischen Staaten hinsichtlich ihrer Abhängigkeit von den rohstottproduzierenden Ländern der "Dritten Welt" erlaubt es uns auch, die unterschiedlichen Herangehensweisen der verschiedenen imperialistischen Länder an die "Diskussion" mit den rohstoffproduzierenden Länder zu verstehen. VEL
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Wir wollen uns jetzt aber auf die Frage konzentrieren, ob die Strategie der OPEC in den Jahren nach 1971 auch aut andere Produkte ertolgreich angewendet werden kann? Auf jeden Fall wird der Weg zur Wiederholung eines solches Erfolges mit extrem schwierig zu überwindenden Hindernissen gepflastert sein, und dies aus mehreren Gründen:
1. Die Ölindustrie ist sehr kapitalstark. Jeder Produktionsrückgang würde bei anderen Sektoren, wie es ur Zeit bei Kupter der Fall ist, auch Rückwirkunger uf die Beschättigungsrate haben. Die dichtbevölkerten Ölländer sind mit dieser Schwierigkeit bereits konfrontiert worden. Die Situation auf dem Kaffesektor stellt ein extremes Beispiel dar: "Der Welt-Kaffehandel erbringt weniger als ein Zehntel des Werts der arabischen Ölexporte, aber annähernd 20 Millionen Menschen in 40 verschiedenen Entwicklungsländerm, mehr als die Gesamtbevölkerung der arabischen erdölexportierenden Staaten verdienen ihren Lebensunterhalt in der Kaffeeproduktion. "(" The Economist", 11. Mai, 1975).
2. Die rohstoffexportierenden Länder, die massive Liquiditätsschwierigkeiten haben, werden ich kaum den Luxus von Produktionsbeschränkunger in irgendeinem ihrer Produktionssektoren leisten können, besonders wenn es sich um Länder handelt, deren gesamter Export mit dem betreffenden Produkt steht oder fallt (In Sambia besteht der Export zu 98% aus Kupfer, in Ghana zu 70% aus Kakao).
3. Die Möglichkeit der Ersetzung von Produkten ist nicht in jedem Fall möglich, trifft aber sicher zu auf Zum Beispiel: Obwohl die relative Konzentration der Baumwolle und Magnesium Bauxitproduktion eine der Bedingungen ist, die die Bildung eines Verkaufskartells für dieses Produkt begünstigen könnten, zibt es ein objektives Hindernis fü zu starke" Preiserhöhung:" Wie immer ist die Unsicherheit mehr technischer als ökonomischer Natur, Gegenwärtig ist der "H+Prozeß" (basierend auf der Verwendung von Lehm und Tonschiefer), der von Péchiney entwickelt worden ist, noch ein wenig teurer als der vor 20 Jahren von Bayer erforschte. Aber die Kosten dieser Technik setzten zugleich ein Preislimit für die Bauxitexportierenden Länder, die kein Interesse daran haben könne, daß ihr Produkt durch Lehm und Schiefer ersetzt wird. Ihr Spielraum bei der Preisgestaltung wird durch die unvermeidlichen Verteurungen für den Transport (aus der Karibik und aus den Antillen) ohnehin noch enger werden. "("Enterprise" ', 20-26. Juni 1974) 4. Die Finanzierung von Lagerbeständen stellt ein zusätzliches Problem dar. Malaysia, das 50% des Rohgummis produziert, mußte allein 200 Mio Dollar investieren, um überhaupt erst einmal den Grundstock für einen normalen 1 Lagerbestand zu haben. Malysia muß genau wie auch Indonesien -- welches seine Lager aufgrund seiner Öl-Einkünfte allerdings besser finanzieren kann -- ca. 100 Mio Dollar ausgeben, um einen Lagerbestand von 300 000 t anlegen ru können. Und dieser Lagerbestand würde noch nicht einmal 10% der ia lichen Rohsummiproduktio in Südostasien ausmachen. Doch eine Überproduktion von 10% zu Anfang des Jahres 1975 machte alle "strategischen Pläne" zunichte. Im Fall von Kupfer sind -- laut Meinung der Experten der ICCEC -- 20% der Weltjahresproduktion als Lagerbestand notwendig, um einen dauerhaften Einfluß auf die Preisentwicklung ausüben zu können. Basierend auf den durchschnittlichen Jahresproduktionen in den Jahren 1971-73 läßt sich errechnen, daß Ende 1973 3 Milliarden Dollar erforderlich gewesen wären, um einen solchen Lagerbestand zu finanzieren!
5. Interessenskonflikte zwischen den Produzenten und die durch die imperialisischen Monopole organisierte geographisch‹ reiluna der verschiedenen Produktions.
schritte erschweren eine Übertragung der OPEC-
ROHSTOFFE
Strategie zusätzlich. Das trifft zum Beispiel auf Jamaika und Australien zu, die beiden wichtigsten Bauxitlieferanten, wobei Australien den ersten Platz einnimmt Jahresporduktion 1973 14,2 Mio t. Jamaika 12,8 Mio t). Die Interessenskonflikte spitzen sich während der Rezessionsperiode natürlich besonders 201, am stärksten bei Produkten, die so gut wie ausschließlich in den industrialisierten Ländern ver:braucht werden. Unter den Bedingungen einer Krise ist es sehr schwierig ein Verkaufskartell aufzubauen. All die beschriebenen Hindernisse führen zu dem Schluß, daß es auch in den dafür geeignesten Sektoren (Bauxit, Zinn, Kupferm Antimon) nicht zur Bilduns von Verkaufskartellen mit der Bffektivität der OPEC kommen wird, Auf der anderen Seite werden nun die imperialistischen Länder ihrerseits versuchen Lagerbestände anzulegen, um sich hinsichtlich der Preise und Quantitäten gewisser Produkte Sicherheiten zu verschaffen. Mit diesen Lagerbeständen wollen sie sich in die Lage versetzen eine emeute Preisexplosion der Rohstoffe im Falle eines neuerlichen Aufschwungs zu verhindern, was nicht ohne Interesse ist bei der Festlegung von Investitionen. Auf diese Art wollen die imperialistischen Machte wahrend der Rezession gewisse Fortschritte erreichen, wie es auch in "The Economist" treffend ausgeführt wird: "Die Industrieländer werden bei Handelsabschlüssen während der Rezession größere Trümpfe in der Hand haben. Die Zeit für diese Abschlüsse wird im Sommer ekommen sein, wenn die UNCTAD die Details ihres lohstoffvorratprogramms auf den Tisch gelegt hat." (15. März 1975)
Mit der Ausweitung der Rezession und dem erneuten Umschwung der "Terms of Trade" wird die zunehmende
physische Abhängigkeit der imperialistischen Länder von Rohstoffen der "Dritten Welt" wieder einmal mit der Verminderung der Bezahlung dieser Abhängigkeit verbunden werden. Natürlich sind die Beziehungen nicht vollkommen identisch mit denen der 50er und Weiterhin tortel en, Bendeleten mit de 60er Jahre, doch die den Widerspruch von Gebrauchswert (physische Abhängigkeit) und Tauschwert ( ungleicher Tausch) verkörpert, radikal abgeschafft wird. 29. Mai 1975 Anmerkungen:
(L) Entsprechend der gangigen Verwendung im Welthandel, ist unter Grundstoffen zu verstehen: Textilfaser, Rohmineracher. Herkunft; Brennstoffe (Mineralien und (2) Der Index von "Economist" ist folgendermaßen zusammengesetzt: Nahrungsmittel insgesamt 55, 6%. Aufgeschlüsselt nach Produkten: Rindfleisch 12, 2, Lammfleisch 2, 8; Mais 11, -; Kaffee 20, 0; Zucker 10, 3; Weizen 9, 8; Kakao 6,3; Ölkuchen 6, 5; Ölprodukte 11,8; Ölpflanzen 6,3.
Industrielle Rohstoffe: Zusammen 44.4% aufgeschlüsselt nach Produkten: Fasern: Baumwolle 12, 8, Wolle 13, 8, Jute 1,2; Sisal 0, 6 Jute stoffe 2, 7 Metalle: Kupfer 39, 2; Blei 4,3 Zink 5,5; Zinn 5, 6; Andere: Leder 3, 0; Gummi 7,3; Olprodukte 2, 6; pflanzliche Ole 1,4.
(3) Vergleiche den Artikel "The Profits of Famine", In- Wer haben die frage des nus belit enga An, abel da diesc in anderen Artikeln behandelt wird. (4) Michael Baratt-Brown, The Economics of Imperialism, Penguin 1974.
(5) Klaus Busch, Die Mulitnationalen Konzerne: Zur Analyse der Weltmarktbewegung des Kapitals, Suhrkamp, 1974 was tun ERSCHEINT VIERZEHNTÄGIG
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Redaktion: Anna Armand, Wemer Hülsberg Günter Minnerup, Manfred Muller, Peter Selig, Günter Neumann, Franz Spreidler, Winnfried Abonnement: WAS TUN erscheint vierzehntägig (Monate Juli und August monatlich). Preis pro Einzelexemplar 0,50 DM. Jahresabonnement für 22 Nummer einschl, Porto: 20. - DM. Förderabonnement: 30, - DM und mehr KONTO:
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erklärung des politischen büros der Icr-cla-6:
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DEN PROZESS
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CARMENDIA er folgende Aufruf wurde am 23. Ma im Baskenland, die nach tausenden zählen, eine om Politischen Büro der LCR/ETA-VI ausreichende Garantie dafür sind, daß es zu keinen (Liga Comunista Revolucionaria/Buzkadi weiteren Mobilisierungen kommt, weder in dieser ta Askatasuna-V):.- IV. Internationale der sympathisieren- Provinz noch im übrigen spanischen Staat. den Organisation in Spanien, verabschiedet. Aber sie täuscht sich: DIE ARBEITERKLASSE UND DAS UNTERDRÜCKTE VOLK WERDEN ES ZU VER- Die Franco-Diktatur hat beschlossen, J. Antonio HINDERN WISSEN, DASS DIE DIKTATUR, DIE IM Garmendia, zum Tode zu verurteilen. Das Urteil TODESKAMPF LIEGT, WEITERE VERBRECHEN BEgegen Garmendia, einen Revolutionär der ETA-V, GEHT! ES WIRD KEINE WEITEREN OPFER GEBEN ! wurde der Offentlichkeit verheimlicht, um nationale ES WIRD KEINE WEITERE EXEKUTION GEBEN! ES und internationale Mobilisierungen, die die Diktatur WIRD KEINEN NEUEN FALL SALVADOR PUIG ANvon diesem Mord abhalten könnten, von vornherein zu verhinder.
Trotz des Ausnahmezustandes und trotz des durch DER PROZESS WIRD IN DEN ERSTEN JUNI-TAGEN die faschistischen Banden und durch die Polizei aus STATTFINDEN! geübten Terrors im Baskenland, wird Euzkadie erneut an der Spitze dieses Kampfes stehen und das Einmal mehr wird es sich um einen Prozess handeln, Proletariat und das unterdrückte Volk des gesamten der eine große Farce ist -- im Rahmen dieser gewal- spanischen Staates werden ihre Solidarität mit Euztigen Farce, die die Gesamtheit der Legalität des kadi zum Ausdruck bringen und aus der Verteidigung Franco-Regimes heute darstellt. Der einzige "Beweis" von Garmendia die zentrale Achse ihrer Mobilisierunist die "moralische Überzeugung" die ein Militärrich- gen machen.
ter von der Schuldigkeit des baskischen Militanten hat. Darüberhinaus besitzt das "Gericht" nur eine Es ist dringend notwendig, gegen diesen erneuten An- Garmendia abgepresste Unterschrift unter ein "Geständ- griff der Mörderdiktatur eine sofortige Antwort vorzunis" als er im Koma lag -- infolge von schweren bereiten. Es ist notwendig, sofort mit Mobilisierungen, Kopfverletzungen, die ihm durch Folterungen zugefügt mit Arbeitsniederlegungen, mit Streikversammlungen worden waren --, niedergeschrieben auf den unteren und allen denkbaren anderen Aktionen in den Fabri- Rand eines Stücks Papier, auf das die Polizei schrei- ken, in den Wohnvierteln und inden Schulen zu antben konnte, zu was sie Lust hatte. vorten. Es ist notwendig die Waffe zu schmieden, die den mörderischen Plan der Franco-Diktatur stoppen Zweifellos hofft die Diktatur, daß die aufgrund des kann: DEN GENERALS TREIK! Ausnahmezustandes vorgenommenen Verhaftungen
Im Baskenland haben die revolutionären Organisationen, die Kommunistische Partei und die Arbeiterkommissionen bereits beschlossen, am 11. Juni zu einem Kampftag gegen den Ausnahmezustand aufzurufen. Es ist heute notwendig, im ganzen spanischen Staat an dem Tag, wo der Prozess beginnt, gemeinsam zum Generalstreik aufzurufen.
rag, wo der Prozess beginnt, gemeinsam zum Generalstreik aufzurufen.
•-Wir rufen die Arbeiter und das unterdrückte Volk auf, von jetzt an Aktionen aller Art zu untemehmen, um das Leben von Garmendia zu retten; *- Wir rufen die Arbeiterkommissionen auf, eine intensive Agitationskampagne zu entwickeln, Arbeitsniederlegungen und Belegschaftsversammlungen zu organisieren, breite Mobilisierungen vorzubereiten; •-Wir rufen alle Arbeiterorganisationen auf, eine sofortige Aktionseinheit einzugehen auf sektorieller, auf lokaler und zentraler Ebene, um eine Mobilisierung zu organisieren, die in der Lage ist, die Hand des Franco-Henkers zu stoppen !
Die in der Agonie liegende Diktatur löst mit diesem Prozess eine Kraftprobe aus, die entscheidend werden könnte. Diese Kraftprobe in eine allgemeine Offensive gegen die Franco-Diktatur umzuwandeln, das ist heute lie Aufgabe der Massenbewegung!
FREIHEIT FÜR GARMENDIA!
NIEDER MIT DEM AUSNAHMEZUSTAND!
FREIHEIT FÜR ALLE POLITISCHEN GEFANGENEN! NIEDER MIT DER MÖRDERDIKTATUR!
23. Mai 1975 Politisches Büro der LCR/ETA-VI ===== S. 34 | Inprekorr_19750615_035_036_034.jpg ===== Editeur responsable: Rent Groslambert, 34 rue Nothomb, 1040 - Bruxelles