Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Villa constitución

40 Tage Kampf gegen die 'Volksregierung'

Inprekorr Nr. 34, 29. Mai 1975 · S. 9-13 · 2.700 Wörter

Gewerkschaften und Streiks Argentinien

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L.E. RASIN - Seine andere e perinkat de en, die sittion ung s ist bezeichnend, daß unter diesen Bedingungen im die Situation im Dezember 1974 die Metallgewerkschaft in Villa Con- Lande zu kontrollieren als die Repression gegen die stitucion der peronistischen Bürokratenclique, die sich Massen in extremer Weise zuzuspitzen. Die Bundes- schon seit mehr als vier Jahren dort festgesetzt hatte, polizei und die Armee, die diese Repression durch- auf legale Art und Weise entrissen wurde. Die Wahführen, haben sich nicht gescheut, für ihre Zwecke len, bei denen die "klassenkämpferische Liste" =- ein Parallelorganisationen wie die AAA (Antikommunis- Vahlbündnis mehrerer linker Gruppen -- eine über• üsche Allianz Argentiniens) zu instrumentalisieren. raltigende Mehrheit erhielt, stellen einen großartimit der zusammen sie das Land mit einer in diesem gen Ertolg dar. Die Regierung hatte diese Wahlen zu- Ausmaß zuvor ungekannten Mordwelle überzogen. gelassen, weil sie glaubte, daß die Arbeiter Diese Welle der Einschüchterung und des Terrors, •- durch die Terrorkampagne verängstigt -- nicht der lankiert von der Verhängung des Ausnahmezustandes Mut besäßen, oppositionell im ganzen Land (November 1974) hat zwei unmittel- nahm sie an, daß sie (im Falle einer Niederlage) die barě Konsequenzen nach sich gezogen: Vertreter der oppositionellen Liste durch die Bürokratie immer noch in die Knie zwingen könnte. Aber es kam Als erstes den Rückzug von wichtigen Teilen der re- anders: zusammen mit der "klassenkämpferischen volution ären Organisationen, denen schwere Schläge Liste" hat auch deren Programm gewonnen, welches gefügt wurden. Dazu kommt die Isolierung der unmißverständlicher Ausdruck des Widerstandswillens sowohl durch die Regierung als auch durch die Gewerk- gegen die Repressionsmaschinerie ist. schaftsbürokratie unterdrückten Arbeiterkämpfe und die Einschüchterung der Mittelschichten, wie Intellektuellen, Arzte, Rechtsanwalte, Künstler usw., Land in Scharen ver sohungen durch die AAA - das die -- auf weiligen Forderungen durchsetzen konnten; wie z. B. bei "Propulsora Siderurgica" und "Metalurgica

Santa Rosa".

Wirkung mehr haben kann... Nachdem der "Sozialpakt" , demzufolge Preise und Löhne aufeinander "abgestimmt" werden sollen, von der Regierung aufgekündigt worden und die Inflation lie Einkünfte der Arbeiter immer unerträglicher zu schmälern begann, entstand in den Fabriken eine Allmählich begannen sich neue Arbeiterkämpfe zu Protestbewegung, die die Gewerkschaftsbürokratie entwickeln, die die Regierung vor die ernstesten wirtschaftlichen Probleme stellten; diese wiederum hatten eine Verschärfung der Auseinandersetzungen in- Tarifproblemen) zu bilden. Die Regierung sah sich nerhalb der verschiedenen Flügel der Bourgeoisie zur mit einem Mal von den verschiedensten gesellschaft- Folge, die das Klima allgemeiner Unsicherheit und Lichen Interessengruppen leichzeitig unter Druck oppositioneller Stimmungen weiter nährten. aniialisten forderten mehr

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ARGENTIEN subventionen, die Importeure wehrten sich gegen die einschneidenden Importbeschränkungen, sogar die Händler und die mittleren Industriellen prangerten die Waren- und Rohstoffknappheit und die sie gefährdende Preispolitik der Regierung an; "zu allem Überfluß" begann nun auch die Gewerkschaftsbürokratie ihre Unterstützung für die Regierung mit bestimmten Bedingungen zu verknüpfen.

der Regierung war eine "demokratische Öffnung" die sie eindrucksvoll mit einem Aufruf zum Dialog mit den Oppositionsparteien unterstrich; außerdem wurden in der Provinz Misiones sogar Wahlen durchgeführt: wahrscheinlich hatte man das Gefühl, daß es ganz nützlich wäre, mal wieder elektoralistische Illusionen zu verbreiten. Das Tüpfelchen auf dem "1" der ." demokratischen Öffnung" aber war zweifelsohne der Aufruf zur Bildung paritätischer Kommissionen. Der von der Regierung angebotene Dialog birgt für sie selber eine doppelte Gefahr. Einerseits kann sie es sich nicht erlauben, nur leere Versprechungen zu machen, andererseits darf sie die Kontrolle über die Situation nicht verlieren. Dieses Dilemma, in dem sich die Regierung befindet, wird deutlich angesichts der krampfhaften Bemühungen um eine demokratische Fassade, die doch allzusehr mit der Verstärkung der Repression im Gebiet von Tucuman kontrastieren, wo eine starke Einheit der ERP (Revolutionäres Volksheer) im Einsatz ist. Es ließe sich hier eine ganze Reihe von Beispielen erhöhter Repression anführen, von denen als die Wichtigsten die Versuche zur Zerstörung der Arbeiterorganisationen in Ledesma, Juguy und Villa Constitucion Eine unerwartete Antwort

Die Leichtigkeit, mit der das Regime seine konterrevolutionären Ziele in Ledesma erreichte, resultiert aus der organisatorischen Schwäche der jungen gewerkschaftlichen Führung und dem niedrigen politischen Niveal ler Basis. Außerdem spielte die geographische Isolieruns in Ledesma eine große Rolle. Das Gegenbeispiel zu Ledesma ist Villa Constitucion, eine Stadt im Süden der Provinz Santa Fe, wo mehr als die Halite der Stahlroduktion des ganzen Landes hergestellt wird. Die intwort der in den dortigen Stahlwerken beschäftigter 8 000 Arbeiter auf die Angriffe gegen ihre neu gewählten gewerkschaftstührer hatte die Regierung ganz siche licht erwartet. In der Nacht des 20. März lief die mili• tärische Aktion an ... Tausende von Bundespolizisten, lie Antidemonstrationsbrigade "Puma" und Marine- unc Provinzpolizei wurden in der Region von Villa Constitucion zusammengezogen. Sie durchsuchten die Häuser von über 50 Aktivisten, besetzten das Gewerkschaftslokal und knüppelten Nachbam, die Festgenommenen zu Hilfe kommen wollten, brutal zusammen. Alberto Piccinini, der örtliche Gewerkschaftssekretär, wurde aus seinem Haus geholt und an den Haaren 50 Meter weiteren Hausdurchsuchungen und in den darauffolgenden Tagen mit über 600 Festnahmen fortgesetzt wurde. Da es zu dem Zeitpunkt keine Konflikte in den vier roben Fabriken der Region gab, mußte die Regieruns hre Aktion mit einer ziemlich plumpen Lüge begrün dons seien kompiot geden die Scient disten der roristischen" Region unschädlich zu machen. Es ist unnötig zu betonen, laß niemand -- weder Arbeiter noch Untemehmer -an dieses Märchen glaubte. Es war klar, daß diese gegen die Arbeiter gerichtete Offensive nur ein zusammen mit der Gewerkschaftsbürokratie vorbereiteter Präventivschlag war, der verhindem sollte, daß kämpferische Arbeiterführer den durch die Konzessionen des Regimes gewonnenen Spielraum dazu benutzen könnten, die Gewerkschaftsbürokratie und das Arbeitsministerium in die Enge zu treiben. Die Regierung fürchtete und fürchtet immer noch, daß Villa Constitucion bei zukünftigen Tarifauseinandersetzungen das Zentrum von national vorbereiteten Arbeitskämpfen sein könnte, was für die Bourgeoisie mit unvorhersehbaren Risiken verbunden wäre.

Der Grund für diese Angst ist Klar. Die Metallarbeiter von Villa Constitucion fordern eine 70%-ige Lonnerhöhung und einen Minimallohn von 400 000 Pesos -- die doppelte Summe des gegenwartig von der Reficher tes teesetzten Minimallohns, Weitaus " gefahr- ist jedoch die Forderung nach Arbeiterkontrolle über sanitäre Einrichtungen, Sicherheit am Arbeitsplatz und das Produktionstempo. Dazu kommt noch die kompromißlose Ablehnung von Akkordarbeit als exzessivster Form kapitalistischer Ausbeutung. Die Regierung befürchtet, daß diese Forderungen von Villa Constitucion von breiteren Teilen der Arbeiterbewegung übernommen werden könnten. Eine solche "Kettenreaktion" hatte es in den Jahren zuvor schon öfter gegeben. Deshalb zog sie es diesmal vor praventiv zu intervenieren. Aber die Regierung konnte nicht alle möglichen Entwicklungen vorhersehen. Die Arbeiter reagierten auf die Terroraktion der Reierung sofort mit der Besetzung der vier größten Beriebe der Region und stellten die Produktion ein. Nach dreitägigem Abwarten vertrieb die Regierung die Arbeiter mit einem brutalen Militäreinsatz aus den Fabriken. Die Antwort der Arbeiter waren die längsten und aktivsten Streiks, mit denen die peronistische "Volksregierung" je konfrontiert worden ist. Die neuen Arbeiterkader wurden auch verhaftet; aber ihre Positionen wurden immer wieder von neuen Kader besetzt, die alle mit gleicher Kraft und Entschlossenheit agierten. Und obwohl die Regierung mit ihrer Repression gegen die in das Streikkomitee nachrückenden Kader nicht nachließ, brachte die Kämpferische Basis immer wieder neue Kader hervor, die Ihren Aufgaben vollständig gewachsen waren. Vier aufeinanderfolgende Führungen des Streikkomitees sind schon verhaftet worden, doch es existiert und funktioniert immer noch. Dieses Phänomen, das es in den Arbeiterkämpfen des Landes bisher noch nicht gegeben hat. ist zweifellos Ausdruck der Tatsache, daß das Proletariat erkannt hat, wie es sich gegen die Repression wehren kann.

Diese Entwicklung hatte die Regierung ganz sicher nicht eingeplant. In Gestalt des Streikkomitees hatte die gesamte Region, Straßendemonstrationen und sogar die Bekämpfung der paramilitärischen Banden zu organisieren. Dies alles rief bei der Regierung natürlich eine gewisse Panikstimmung hervor. Es begann eine grausame Terrorkampagne gegen die vermuteten Arbeiterführer und Aktivisten des Streikkomitees. Entführungen und Morde, dutzende von Sprengstoffanschlägen in den Wohnungen der kämpferischsten Kollegen sollten die Arbeiter zur Aufgabe zwingen. Doch das Gegenteil trat ein. Die Arbeiter stellten bewaffnete Kampfgruppen auf die ihre Wohnviertel verteidigen und die nächtlichen Aktionen der paramilitärischen Banden verhindern sollten. Einige erfolgreiche Gefechte räumten mit der ständigen Bedrohung durch die Terrorbanden tatsächlich auf.

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Der Versuch, den Streik mithilfe des leitenden Personals und Teilen der Arbeiterschaft zu brechen, bescherte der Regierung ein neues Desaster. Zum einen standen nicht genügend Streikbrecher zur Verfügung, zum anderen reichte die Zahl der leitenden Angestellten bei weitem nicht aus, um die Produktion weiterführen zu können.

Inzwischen haben sich in den wichtigsten Gebieten des Landes Solidaritätskomitees gebildet. Die Arbeiter de Fabriken "Indiel" und "Rigolleau' Poia und Buenos Aires organisierten Versammlungen und Straßendemonstrationen, in denen sie ihre eigenen Forderungen und ihre Solidarität mit den Arbeitern von Villa Constitucion zum Ausdruck brachten. Wie nicht anders zu erwarten, wurden die Aktionen mit massivem Polizeieinsatz und zahlreichen Festnahmen beantwortet. Darauf reagierten die Arbeiter mit einem einwöchigen Streik, mit dem sich auch noch die Kollegen der Fabrik "Martin Amatto" solidarisierten. Mit diesem Streik wurde die Freilassung aller festgenommenen Arbeiter aus dem Gefängnis erreicht... Das Ergebnis einer von den Arbeitern spontan durchgeführten Geldsammlung reichte aus, um einen bis an den Rand mit Lebensmitteln gefüllten Lastwagen nach Villa Constitucion zu schicken.. Bei "Propulsora, einer großen Stahlhütte in Buenos Aires initiierten einige Kollegen Arbeitsniederlegungen für Lohnerhöhunger und aus Solidarität für den Streik in Villa Constitucion. Nach einer Woche erhielten die Arbeiter die geforderte Lohnerhöhung. Trotzdem setzten sie ihre Solidaritätsaktionen fort. In San Lorenzo, der Industriezone von Rosario, fanden Solidaritätsveranstaltungen und Arbeitsniederlegungen statt, die dem Streikkomitee von Villa Constitucion den Rücken stärken sollten. Auch in Cordoba organisierten die Arbeiter von "FIAT-Grandes Motores" und "Thomson Ramcon" Versammlungen und Arbeitsniederlegungen für die Freilassung der politischen Gefangenen von Villa Constitucion.

In Villa Constitucion selber haben die Arbeiter der Eisenbahngesellschaft Solidaritätsstreiks durchgeführt. Folge dieser "Einmischung" der Eisenbahnarbeiter in den Konflikt war, daß ihre Gewerkschaftsführung ebenfalls verhaftet wurde...

Die Drohbriefe, die der Arbeitsminister regelmäßig nach Villa Constitucion schickte, wurden von den Briefträgern auf Beschluß einer Vollversammlung der Postangestellten 10 Tage lang nicht ausgeliefert. ihrem Dienst jetzt wieder "pflichtgem an, gehen sie Wegen der Gefahr, verhaftet zu werden, aber jedem Adressaten eines solchen Briefes geben sie den Rat, alle Einschüchterungsversuche zu ignorieren. In dieser Weise solidarisiert sich die ganze Bevölkerung: sogar die Kaufleute und mittleren Bauer dieser Gegend unterstützen die Arbeit des Streikkomitees, indem sie Geld und Nahrungsmittel spenden.

Ein Lebensmittellager wurde durch eine von paramilitärischen Banden -- die ihre Instruktionen direkt aus Regierungskreisen erhalten -- gelegte Bombe restlos zerstört. Die Reaktion der Bevölkerung war eine Verdoppelung ihrer Solidarität, Es gingen derart viele Lebensmittelspenden ein, daß der Verlust innerhalb von drei Tagen mehr als ausgeglichen werden konnte. Allerdings wurden die Vorräte nun aut mehrere und besser bewachte Orte verteilt. Das Streikkomitee gibt täglich den Eingang von Solidaritätsadressen und Spenden von Belegschaften aus allen Teilen des Landes bekannt. Der Streik dauert jetzt (30.4. 75, die Red.) schon 40 Tage und die Regierung hat noch kein Mittel gefunden ihn zu brechen. Für die Arbeiterklasse des ganzen Landes, die dabei ist, ihre eigene Stärke wiederzuentdecken, ist dies ein großartiger Erfolg Weder Morddrohungen noch durchgeführte Morde, über die Terrorherrschaft der "Volksregierung" noch Ausnahmezustand, noch Folter und Bombenanschlage naben den kampieswillen der Arbeiter von Villa Constitucion bisher brechen können. Wenn wir jetzt auch noch nicht wissen, was die nächsten Wochenbringen werden, ist jedoch schon klar, daß allein bereits die Dauer des Streiks gezeigt hat, daß Terror auf die Dauer nicht ausreicht, um die Arbeiterklasse eines ganzen Landes zu disziplinieren.

Seit ein paar Tagen gibt die Regierung zu verstehen, daß sie diskutieren und verhandeln will. Der Innenminister Rocamora ist in eigener Person nach Villa Constitucion gereist, um einen "geordneten Rückzug" vorzubereiten.

Die nationale Gewerkschaftsbürokratie versuchte sich aus der ganzen "Angelegenheit" herauszuhalten, sie lediglich die Freilassung derjenigen Arbeiterführer forderte, "die sich nicht an subversiven Aktivitäten beteiligt haben" : Die Gewerkschaftsbürokratie fürchtet nichts mehr als einen Erfolg der Arbeiter in Villa Constitucion. Der Bezirk der Metallgewerkschaft von Villa Constitucion (UOM) ist mitgliedermäßig der viertgrößte in ganz Argentinien und ein umtassender Ertol der Arbeiter hätte für die Gewerkschaftsbürokraten katastrophale Folgen. Die geheime Organisierung der Basis, die Formierung von Arbeitsgruppen und die Bildung von Selbstverteidigungsorganen signalisieren, daß die Auseinandersetzungen ein neues Niveau erreicht haben. Die öffentlichen Versammlungen nehmen von Mal zu Mal einen agressiveren Charakter an, wie z. B. die , nach der si ch Straßenkämpfe entwickelten und die Polizei einen wenig geordneten Rückzug in die Kasernen antreten mußte. Leider kam die Natur den Bullen zuhilfe. Ein kollossaler Wolkenbruch verhinderte die Weiterführung der Kämpfe. Die Konsequenzen der sich einmal entladenden Wut der Massen wären für die Gorillas sonst um einiges uningenehmer gewesen. 21 Journalisten wurden verhafet und ihr Filmmaterial beschlagnahmt. Vier tote und fünf verletzte Polizisten sind Zeugnis für die Schärfe der Auseinandersetzungen, in deren Verlauf es auch zu einer Meuterei im Gefängnis kam. Für den 30. April ist eine neue Veranstaltung in Vorbereitung, und zwar im Hinblick auf den ersten Mai und die Freilassung der politischen Gefangenen. Das rotfront Einzelheft öS 5.- (DM/SFr 1.- + Porto), Jahresabonnement ( inkl. Sondernummern) öS 60.-(DM/SFr. 10.- +Porto Förderabonnement öS 150.- (DM/SFr. 30.-)

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ARGENTINIEN • Streikkomitee hat ein umfassendes Kampfprogramm erstellt, das auch in den wichtigsten Tageszeitungen des Landes publiziert wurde.

Die überaus harte Repression der Regierung hatte den revolutionären Organisationen schwere Rückschläge zudie betens de get dingt. ant neuesterbeom, die gekennzeichnet ist durch enorme Entwicklungsmöglichkeiten wie z. B. die Ausweitung und Koordinierung der Kämpfe auf nationaler Ebene, ist das Verdienst der auf heroische Weise kampf und opferbereiten Arbeiteravantgarde von Villa Constitucion. Es ist wichtig zi verstehen, in welch unterschiedlicher Situation sich die Mechaniker in Cordoba befanden, als im September letzten Jahres ihre Gewerkschaft zerschlagen wurde. Ihre Streiks waren total isoliert und es bestand keine Aussicht auf Unterstützung durch die von der Repression fast völlig aufgeriebenen Organisationen der revolutionären Linken. Die Situation hat sich seitdem sehr verändert. Man merkt es den Vorschlägen und der Art und Weise, wie sie organisatorisch und politisch umgesetzt werden, förmlich an, dais die Arbeiter ihre Lehren gezogen haben aus den Ereignissen in Cordoba, Es ist nunmenr nicht nur möglich, sondern sogar notwendig, daß die Solidaritätskomitees für Villa Constitucion in ihre national koordinierte Arbeit ihre eigenen Forderungen einbringen und über die bloße Solidaritätsarbeit hinausgehende politische Perspektiven entwickeln. Die Regierung hat bei dieser Konfrontation ihr Prestige verspielt und die von ihr selbst provozierte Kraftprobe offensichtichlich verloren. Die Begrunlung, mit der die Regierung ihre erste intervention in Villa Constitucior "legitimierte", wurde ihr von niemandem abgenommen. Angefangen bei den revolutionären Gruppen bis hin zu den Parteien der Bourgeoisie wurde sie als plumpe Lüge enttamt. Der Regierung bleibt, wenn sie will, daß die Produktion wieder aufgenommen wird, kaum ein anderer Ausweg aus der Patsche, als den Sieg des Streiks anzuerkennen und alle politischen Gefangenen freizulassen.

Der Konflikt füllt täglich die Titelseiten der Zeitunen und die Automobilindustrie wird in Kürze völlig lahmgelegt sein, wem der Streik von Villa Constitucior licht umgehend beendet wird, Das Produktionsefizit beläuft sich inzwischen auf 40 000 Tonnen und es erhöht sich täglich um weitere tausend... Ganz gleichgültig, was für einen Kuhhandel die Regierung jetzt anbieten wird: Die Massen des Landes haben gesehen, wie man die Reaktion besiegen kann. Der Weg und die Methoden des Kampfes von Villa Constitucion werden überall Nachahmung finden.

30.4.75 klassen kampf Zentralorgan der LIGUE COMMUNISTE

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