MIT PLAGET "WIR HABEN NIEMALS AUFGEGEBEN UND würden, das heißt sehr lange Verhandlungen. Wir von der CFDT bekamen eine ziemliche Wut, wir haben die Tür ein wenig laut zugeschmissen, aber dann sind wir uns darüber klar geworden, daß wir dadurch nicht die Meinung der anderen Organisationen würden andern können, die Lust hatten, so lange zu verhandeln wie das dauerte, Ich weiß wirklich nicht, ob man etwas hätte finden können, um die Sache schnell abzuschließen, In jedem Fall:
das müßte man anders machen, das sind zwei strategische ROUGE: bevor wir auf das Problem der au - müssen, Punkte, zwei Irrtümer, die die anderen Arbeiter vermeiden besonders dadurch, indem sie versuchen, maxima- Perspektiven zu sprechen le Anstrengungen zu unternehmen, nicht aus der Fabrik veram 14 Ange Bestesen die Butien die Fa- zurück: treiben zu werden und zweitens alles mögliche Versuchungen, am 14. um die Verhandlungen so abzukürzen, daß man das gute ist der Wendepunkt des Streiks. Kräfteverhältnis nicht verliert. Ich weiß nicht, was man Zweifellos hat die Regierung damit einen genau hätte tun müssen, aber das sind zwei schwerwiegende Punkt gemacht. Von diesem Zeitpunkt an Punkte für uns.
verlieren die Arbeiter ihre Unterstützungsbasis. Und war es in diesem Kontext nicht ROUGE: es gab cine Reihe von außerst posiein Irrtum zu sagen, wie du das gemacht hast: tiven Aktionen und besonders die Veröffentdenn meiner Meinung nach verdeckte das die 'Die Fabrik ist dort, wo die Arbeiter sind" lichung und Verbreitung aller Unternehmerdokumente und das ist eine sehr erzieherische Bedeutung der Rolle der Mauern des Unterneh- Aktion, die noch nicht genug bekannt gemac! nens und dadurch wurde auch der Angriff der worden ist. Jetzt gibt es das Problem der Aus• Bullen heruntergespieltder darauf folgen- Damit stellt sich arbeitung des sogenannten CFDT-Gegen-Plandann auch das Problem es, wenn es auch sehr erzieherisch ist und dees nur in symgenischer Weise geschehenenn sehr positiv ist, die Pläne der Trusts auf olischer Weise geschehen ihrem eigenen Terrain, auf dem ökonomiwäre eine gewisse Zeit lang, sagen wir zum schen Terrain, auseinanderzunehmen, ist Beispiel eine Woche, sich weigern müssen, es aber nicht etwas gefährlich bis zur Auszu verhandeln solange die Bullen in Palente sind? Denn in dem Maße wie die Verhandlungen sich sehr in die Länge gezogen haben, organisation? Und spielte das nicht in geund in dem Maße wie sie sich oft auf "öko- wisser Hinsicht Giraud in die Hänge, da nomischen" Gebiet abgespielt haben, hat sich die Diskussionen ausschließlich unter Spezia• unter den Arbeitern eine gewisse Demobilisie- listen geführt wurden? rung breit gemacht, was an den mangelnden Informationen über das, was sich wirklich abspielte, lag: das ist sehr klar geworden CHARLES PIAGET: du hast Recht, das Problem aufzuwerfen, nach dem Marsch auf Besancon am 29. Sep- sogar in der CFDT hat man die Gefahr gespürt, Wir waren tember. einige, die den Konflikt unter uns innerhalb des Betriebes ausgetragen haben, und in diesem Fall war die Art und CHARLES PIAGET: Ja, wenn man die Irrtümer in unserem Weise wie die Verhandlungen geführt wurden, sehr anders. Kampf analysiert (und hinterher ist das immer leichter als Wir haben ein wenig geglaubt, daß man sich darauf bevorher), dann hat es zweifellos gewisse Probleme und Irr- schränken könne, zu sagen "Nun, Das haben wir vorzutümer gegeben. scan sich bei diese Art von Verhanen gen meine • Wir haben dann gemerkt, daß Erstens: die Fabrik, das bedeutete enorm viel. Das war eine Sarauf ein und ich wentnicit, wie man das erte beweck- spiel einlassen mus: entweder man laist sich erst sehr wichtige Basis. Nur, was man mit "die Fabrik ist dort wo sich die Arbeiter befinden" sagen wollte, das war, dals stelligen können, aber von dem Augenblick an, wo man sich das wichtigste für den Kampf nicht die Fabrik selbst ist, son- ein wenig auf das Spiel einläßt, konnte man nicht einfach dern das wichtigste, das war wirklich der Zusammenhalt sagen: "Für uns ist das alles ganz einfach: keine Entlassun• der Arbeiter, denn ohne diesen Zusammenhalt der Arbei- Sender gesta to man at ener, mie esense de unren. ter würde der ganze Kampf zusammenbrechen, Nach der Reihenfolge der Wichtigkeit ist es also doch dies, was zuerst kommt. Nur, ich persönlich glaube, daß man nicht sehr gut die Bedeutung dieser Basis eingeschätzt hat, die Bedeutung des Betriebes, und das war für uns ein schreck- wenn nicht, licher Schlag, besonders, weil man dann weniger Leute, dann verlor man in den Augen der öffentlichen Meinung weniger Arbeiter hatte, die auch weiterhin etwas tun konn- Punkte, Dann haben wir, an einem gewissem Punkt angeten, weniger Leute als vor der Besetzung des Betriebes durch langt, daran gedacht, daß wir Gefahr liefen, zu weit zu die Bullen. Nun zu den Verhandlungen: hat es auf diesem gehen und wir haben die Kollegen von der Syndex aufge- Gebiet wirlich einen Irrtum gegeben? Zuerst einmal haben fordert, die Diskussionen einzustellen, mit der Begrünsie sich in die Länge gezogen, das ist richtig. Giraud hat dung, daß das nur ein Beispiel sei dafür, was man in eiuns sehr gut an der Nase herumgeführt, damit wir einen nem Betrieb unter kapitalistischer Regie machen kann, aber Teil unserer Kraft verlieren, das heißt die Popularität, daß man an diesem Punkt Schluß machen wolle und daß Das maximale Kräfteverhältnis begann zweifellos zu sin- man nicht weiter gehen wolle in der Demonstration, denn ken. Hätte es uns gelingen können, uns schnell aus der es war eine gefährliche Demonstration, wenn man in die- Situation herauszuziehen und die Sache schnell zum sem System blieb. Wo liegt genau der Gleichgewichts. Abschluß zu bringen? Das ist schwierig zu sagen. Am pun aber ich Aube nais et so ein ce au san, wir punkt? Es ersten Tag, als man ein kleinwenig sah, wie das anlief, spürten wir, daß wir Verhandlungen à la Vietnam haben leben heute in einer Welt, wo man nicht mehr so sein kann wie früher, so wie Anfang dieses Jahrhunderts, man -30-
kann nicht mehr einfach sagen "Wir wollen Brot". Man ist verpflichtet, eine gewisse Anzahl von Erklärungen zu ei aber man ist verpflichtet dazu. Wir hohen die Beleg- eben, nicht deswegen, weil das so besonders überzeugend schaft aufgefordert, den Betrieb zu untersuchen, zusammen mit uns, aber wir haben präzisiert, daß wir, wenn wir zu dem Schluß kommen sollten, daß das Kohlenflöz erschöpft ist, nach anderen Argumenten suchen müßten. Es stand außerhalb jeden Zweifels, daß es für uns darum Saran 2 eisen, en la dapit indis y en Schuld Fall zumindest die Chance hatten, dies zumindest auf gewerkschaftlicher Ebene zu beweisen, Davon ausgehend haben wir das Terrain genutzt, aber wenn das nicht möglich gewesen wäre, dann hätte man nach einer anderen Argumentation suchen müssen, Man muß bei dieser Art von Verhandlungen eine wirtschaftliche und soziale Argumentation aufbauen, es ist jedoch nicht ohne Gefahen, solche Gegen-Pläne auszuarbeiten.
ROUGE: Kommen wir gleich zum zentralen Problem der Arbeiterdemokratie.
Bei LIP wurden bei der Durchführung des Streiks: bei der Teilnahme aller an den Aktivitäten, aber auch an den Diskussionen und Entscheidungen zweifellos riesige Fortschritte gemacht.
Die Rolle der Kommissionen, die Diskussionen über Texte, die Generalversammlungen, das Aktionskomitee, das lange Zeit die Flugblätter und Plakate zusammen mit der CGT und der CFDT unterzeichnete und bei den Verhandlungen dabei war... kurz, in dieser Hinsicht
Bibt es sehr viele Lehren aus dem Kampf ei LIP zu ziehen und Arbeiter tun das: es ist nicht rein zufällig, daß man in einer ganzen Reihe von Streiks Arbeitskommissionen entstehen sieht, daß bestimmte Organisationsformen von LIP wieder aufgenommen und diskutiert werden...
Doch heute befinden wir uns in einer entscheidenden und schwierigen Phase, da die Spaltung der Gewerkschaften die Probleme noch verstärkt: die Generalver sammlungen sind eher Redeschlachten, das Diskussionsklima ist stürmisch, wenn nicht gar schlimmer, und schließlich wurde das Aktionskomitee von der CGT , abgelehnt und von der CFDT auf die Seiist es möglich, te geschoben. In diesem Zusammenhang oder sagen wir es vorsichtiger, besteht die große Gefahr. daß das Aktionskomitee antigewerkschaftliche Verisoliert. suchungen erliegt, oder daß es sich sogar CHARLES PIAGET: Weißt du, es besteht noch elne andere auf das Problem der Demokratie zurück; übrigens können Gefahr, welche du nicht aufzeigst, wir kommen nachher Wir zu dieser Demokratie alle etwas beitragen. Ich glaube für sich allein in Anspruch nehmen können, ebensowenig nicht, daß die Gewerkschaften das Monopol der Demokratie wie die Arbeiter, die sich in "Aktionskomitees" zusammen und man sollte versuchen, das Problem der Arbeiterdemo- schließen, ..Jedermann muß seinen Beitrag dazu leisten kratie gemeinsam zu betrachten.
Es besteht auch noch eine andere Gefahr. Sie besteht darin, daß Mitglieder des Aktionskomitees zusammen mit, Mitgliedern von linksextremen Organisationen etwas ins Wol- kenkuckucksheim abschweifen können und daß sie dann nicht heißen, daß es jemanden gibt, richtig beurteilt -- doch sie sehen die Situation in einer die Situation nicht mehrrichtig beurteilen. Dies will aber der die Situation zu grob vereinfachenden Weise, zu idealistisch, loch eindeutio vor einer sehr schwierigen Simation eteht. wo man Ich habe den Eindruck, kann, wenn man von einer Gruppe ein wenig "gehätschelt" daß man sich sehr leicht täuschen pe zusammen durch ganz Frankreich reist. Man kann eine wird und wenn man immer mit den Mitgliedern dieser Grupder Wirklichkeit entspricht. So viel ich weiß war es Lenin, vorstellung des Kräfteverhältnisses bekommen, das nicht lusionrsuchen, das das betrifft beide Seiten. man versuchen, der sagte: "Nur die Wahrheit ist revolutionär" das "Wahre" zu sehen und sich nicht in • Daher muß Dafür -31 braucht es in wenig Erfahrung, sowie gewerkschaftliche und politische Reife. Es geht auch nicht darum, die Situation in detatistischer Weise zu schildern, ich, daß es Leute gibt, die die Situation einzig und allein durch die Brille ihrer Freunde sehen. Wir sehen die Situaion vielleicht auch nicht richtig, wir sehen sie vermittelt über eine Reihe von Gewerkschaftssektionen, die sich dazu äußern und uns ihre Meinung sagen, es gibt auch Dinge, die wir vielleicht nicht richtig sehen.
Etwas war in unserem Kampf sehr mangelhaft: die sehr unzureichende Demokratie. Auf diesem Gebiet wird es zwei- „tellos zum jetzigen Zeitpunkt immer schlimmer, Das Aktionskomitee hatte etwas hervorragendes an sich. Es war der Motor der Demokratie, Doch augenblicklich funktioniert die Demokratie nur sehr schlecht und dies wegen des sehr in einer sehr schwierigen Lage, sie muß auf der Hut sein, scharfen Bruches mit der CGT und die CFDT befindet sich was ihre eigene Organisation angeht (Aktionskomitee, Kongress von Nantes usw.). Wir müssen darauf achten, daß wir das entstellte Bild, das sich unsere Gewerkschaftssektionen vom Kampf bei LIP machen, nicht noch weiter verschlimmert... Die s alles sind nicht gerade glückliche Bedingungen für die Demokratie. All das verhinderte jedoch nicht, daß man sich der Situation bewußt ist. Es gab Kollegen, die sagten: "Es besteht das Bedürfnis, sich auszudrücken, ein Bedürfnis, das in den Generalversammlungen nicht befriedigt wird". Kürzlich gaben uns Kollegen zu verstehen, "daß der Nachmittag dafür bestimmt sein sollte, mit einer gewissen Anzahl von Diskussionsleitern des Aktionskomitees und der CFDT zu versuchen, Kreise zu bilden, wo man versucht, sich auszudrücken, da man bei der Generalversammlung nicht mehr zu Wort kommen kann", Man wird morgen also versuchen, in diesem Sinne neu anzufangen, und man wird sehen, was Der Schin drückt uns noch woanders. Man versplit das Bedürfnis, tiefer über die Natur der Gewerkschaftsbewegung nachzudenken... Es kommt zu etwas primitiven Außerungen. das soll nicht verheimlicht werden, und das hat seine Gründe, das ist keine Absicht, Das ist nur weil die Gewerkschaften gespalten sind, weil die CGT ein wahrlich unglückliches Veralten an den Tag legt, das teilweise sogar an Provokatior Wen gibt es leute, die der CGT die Schuld an aliens Veriels- keiten zuschieben, ten Gefahr läuft zu beweisen, was die CGT selbst behauptet, und das ist sehr lästig, weil dieses Verhalnämlich daß das Aktionskomitee a priori CGT-feindlich ist und daß es gewerkschaftsfeindlich ist... Im Verlauf der Diskusdest zu erklären versuchen, warum die CGT nicht der Feind ist, sion, die wir am Nachmittag haben werden, werden wir zuminwegs mehr gesund ist. Man muß sagen, Verhalten an dieser Situation weitgehend selbst Schuld ist. Was die Vergangenheit anbetritt, so hätten sehr viele Dinge verwirklicht werden können, aber worunter wir litten ... wie soll ich das erklären... wir wollten eine Mannschaft, die für demokratische Spielregeln sorgt und nichts anderes. Nun, man hätte sich ernsthaft darum bemühen müssen, wirst du mir jetzt sagen, dies könne keine Entschuldigung sein, und das ist richtig, dies kann niemals eine Entschudligung sein, und wenn wir gezwungen gewesen wären laut zu sagen: "Das hat Vorrang und sonst nichts". Klar, wir machen keine grundliche Arbeit und das wendet sich gegen uns, Zweifelos haben wir nicht getan, was wir hätten tun sollen. Das bekannte Problem, das bis heute ungeklärt blieb (und bei LIP hat man dab ei eine gewisse Ertahrung) besteht in folgendem: man will, daß die Gewerkschaften in der Kämpfen das Monopol haben, daß nur sie die Kämpfe führen, und das tut weh.... Wenn die Gewerkschaften wirklich immer und überall der echte Ausdruck des Willens der Arbeiterklasse wären, und wenn die Gewerkschaftssektionen darauf bedacht wären, das Spiegelbild, das Sprachrohr der Arbeiterklasse zu sein, dann gabe es niemals Probleme. Aber wenn man von Aktionskomitees spricht, wenn man von Kampfkomitees spricht, wenn man auf dem Kongress von Nantes diese Probleme diskusich die Gewerkschaftssektionen ein wenig das Recht an- tiert hat, so heißt das, daß es Probleme gegeben hat, daf maßen, die Meinung der Arbeiterklasse zu vertreten, sie in gewissen Momenten demAufschwung daß der kämpenden Arbeiterklasse nicht gewachsen sind , das heißt, daß es innen nicht gelingt, gleichzeitig die gewerkschaftliche Erfahrung und die Erfahrungen aus anderen Kämpfen beizusteuern, und daß es ihnen nicht gelingt, die weitestgehende Arbeiterdemokratie, die Ausdruckstreiheit aller Arbeiter, selbst der Opponenten zu gewährleisten.
Wenn das sehr schlecht klappt, dann darf man nicht blind wenn es zu einer Vereinheitlichung der Kämpfe um die sein, dann muß man wissen, daß Kralte in der Arbeiter- Arbeitsplätze gäbe, aber augenblicklich kann man noch bewegung vorhanden sind, die sich Ausdruck verschaffen, keine Vereinigung der Kämpfe über das Arbeitsplatzproblem die protestieren und die Gefahr laufen, in eine gewerk- feststellen! Dies ist jedoch dann wesentlich, wenn man Reschaftsfeindliche Haltung zu verfallen. Es ist nun unser sultate auf diesem Gebiet erreichen will, Problem, zu versuchen, daß sich diese Kräfte ausdrücken um die Gefahr zu vermeiden, daß sie zu einer Es gibt noch eine andere Perspektive, die mitspielt, das ist gewerkschaftsfeindlichen Kraft werden. die Haltung der Regierung. Sie würde es trotz allem gerne Es gibt noch eine andere Gefahr, auf die man bei LIP nicht sehen, wenn die Sache ein Ende nehme, die eintache Tat- Sungebnick en der Lage in, das kretevertinis in ichm daß der Konflikt LIP existiert kann zum Funken werden, an dem sich andere Konflikte entzünden, Und das abzuschätzen. Die CGT macht es sich leicht, einfach zu ist also ein ständiger Druck, Es gibt ein anderes Element, daß LIP ein Arbeitsinstrument ist, für das Zeitpunkt kann es von dieser Seite her durchaus zu einer misch sind und die was erreichen wollen. Wenn es keine Arbei- Offnung kommen. Aber letztendlich ist dies sicher nichts ter gibt, die daran glauben, die selbstbewußt sind, dann gibt dynamisches und ich glaube nicht, daß wir das Kräfteveres keinen Kampf und wir wären nicht dort angelangt, wo wir hältnis, das wir Anfang September und im August hatten, heute sind. Wenn wir gewisse Taktiken der CGT übernommen wiedergewinnen werden, oder aber es müßte schon etwas hätten, wären wir nicht soweit und wir hätten niemals dieses größeres geschehen, ein sehr starker Angrilt aut die Arbeits- Kräfteverhältnis entwickeln können, der Kampf wäre schon plätze oder etwas anderes. längst verloren Davon abgesehen haben wir nicht genügend ROUGE: Die PSU wird wahrscheinlich in der daß wir die Gesamtheit unserer Forderungen nicht nur deshalb theoretische und grundlegende Debatten geführt, um zu zeigen, Nationalversammlung einen Gesetzes vorschla durchsetzen können, weil wir an das Ziel unseres Kampfes einbringen, das vorsieht, daß LIP nationalisiert wird. Wir selbst lancieren die Parole:
Enteignung von Ebauches und Nationalisierun leicht, Gewissen Leuten können wir als Bremse erscheinen. unter Arbeiterkontrolle, Glaubst da, Aber es erfordert viel Reife. Es ist nicht in ausreichendem mit diesem Thema ein Echo Maße getan worden, Und dann ist auch zu berücksichtigen, daß die Ereignisse sehr schnell aufeinanderfolgten, wir wurdem im sehr schnellen Räderwerk des Kamptes getangen CHARLES PIAGET: Ich weiß nicht, ob wir ein wenig müde (und das seit sechs Monaten). Und nicht zuletzt fehlte es geworden sind oder ob wir nicht mehr sehr klar sehen, aber an Leuten die den Kampf beleben und voran- das scheint uns ein wenig zum falschen Augenblick zu komreiben und ich glaube, daß dies eine der Schwächen der men. Wir haben die Kutsche verpaßt, Wir haben uns ein Arbeiterklasse ist. Die Arbeiterkämpfe leiden sehr stark wenig von Giraud einschläfern lassen. Wenn man diese unter diesem Mangel. Wenn die Bourgeoisie die Kader der Parole zu einem bestimmten Zeitpunkt lanciert hätte, Arbeiterklasse vernichtet, dann weiß sie genau, warum sie Antang der Verhandlungen oder davor, man kann sie immer wieder aufbauen, doch das als wenig glaubwürdig. Der Vorschlag hat keinen grosdies erfordert einige Zeit... sen Enthusiasmus hervorgeruten und dann würde das vor allem Streitigkeiten auf parlamentarischer Ebene geben, ROUGE: Zur augenblicklichen Situation: die von der Regierung leicht abzublocken sind und einerseits ist die Solidarität immer noch Massenkampagne, das ist ein wenig spät und dadurch wenig aber sie hat an Intensität nachgelas- glaubwürdig.
sen, die Regierung ihrerseits profitiert davon und vor allem von dem Bruch zwischen ROUGE: Welche Art der UnterstützunLinken CGT und CFDT in Sachen LIP, um neue nen die Organisation der Extremen
Schläge auszuteilen und die Karte der Er müdung und des Abbröckelns auszuspielen. wenn man deren Kräfte in Betracht Was sind die Kampfperspektiven in diesem zieht und die taktischen Probleme, die das Kontext? Ist deiner Meinung nach eine Ver- irft Was uns angeht, so tun unsere Gebindung mit den anderen Betrieben, die jen Betrieben alles in ihren Kräfsich im Kampf befinden, anzustreben und ten stehende, damit die Mobilisierung für in welcher Form? LIP beibahlten wird: Wandzeitungen, bung von LIP-Komitees und Kommissionen, schon existieren, Diskussionen innerhalb seilsen sans Mit the bei Salamander in koman ge- der Gewerkschaften und des Betriebspersonals damit es keine Versammlung oder Aktion wesen und wir haben dort unten gespürt, dai es nicht ein- gibt, ohne daß das Problem der Solidadie Verbindung herzustellen. Und dann gab es und in den Wohnvierteln, in den Universí- rität mit LIP erwähnt und diskutiert wird das Manöver Bidegain, was zum kurzfristigen Abbruch der ganzen Sache führte, aber selbst wenn es keine täten und in den Schulen machen wir es Operation Bidegain gegeben hätte, wäre es schwierig gewe- Parallel dazu nehmen wir nach bessen, Diejenigen Lip-Arbeiter, die in Romans waren, ten Kräften an der gemeinsamen Organidort mit den Arbeitern zu diskutieren, das Wort zu ergrei- sierung von Meetings, von 6 Stunden fen, haben das gut gesehen: es ist nicht leicht gewesen, auf nationaler und internationaler 's gab diesbezüglich eine Blockierung von Seiten der Ge- Ebene, teil.
werkschatten, von seiten der CG1.
CHARLES PIAGET: Es gibt hier wirklich ein Problem, denn Mit Larousse ( auch CGT-beherrscht) versuchen wir in Kon- einerseits sind die einzigen Verbündeten auf politischer takt zu kommen, aber auch dort ist es nicht leicht. Wir Ebene die Organisationen der Extremen Linken und die stehen also auch vor der Tatsache, daß die Gewerkschafts- PSU. Denn man kann nicht sagen, daß die PS und die leicht die Verbindung verhindern oder KP ••• (Achtung! aufgepalst: 1ch sage nicht, daß sie sie aber begünstigen kann und aus der Verbindung der Kämp- nicht unsere Verbündeten sind), aber es sind nicht sie, fe über Arbeitsplatzprobleme kann die Lösung kommen. die die meiste Arbeit machen. Aber wenn es so aussieht, Die Zukuntt? Im Augenblick qualt sie die Köpte der Lip- als ob die einzigen Sprachrohre von LIP die linksextremen Arbeiter, Das Problem besteht darin, welche glaubwürdige Organisationen sind dann wird die CFDT immer vor- Perspektive man gegenwäritg vorschlagen muß, sichtiger werden: und dann, man muß einfach sehen. daß wir dadurch nicht aus dem Ghetto herauskommen. Nun, man an ihn glaubt und damit man alle stolz auf ihn ist. mir scheint, daß wir diese Unterstützung brauchen, sie ist wichtig. Aber, und vielleicht ist das zuviel verlangt, Wir haben niemals aufgegeben und das ist unsere Stärke. ihr solltet nicht allzu sehr in Erscheinung treten, und, Umsomehr als wir immer noch Möglichkeiten zum aus- wenn das möglich ist, sollte das Maximum dafür getan halten haben, wir können aushalten. Jetzt, was sind die werden, daß es zu einer Unterstützung auf gemeinsamer, augenblicklichen Perspektiven? Die beste Perspektive wäre, breiter Ebene kommt. -32- (aus ROUGE vom 9. November 1973)
SOLIDARITAT
MIT I LIP
Lip•Film:
" Motive, Formen und Organisation unseres Kampfes
Hergestellt im Auftrag der Kommission Offentlichkeitsarbeit der Lip - Arbeiter 16 mm, Dauer 45 Minuten
Original mit deutscher Übersetzung auf Tonband. Leihgebühr DM 30.zuzüglich Versandkosten.
Zu beziehen über:
Michael Latz 74 Tübingen
Madergasse 5 Tel. 07121) 4516 LIP • Plakat
Zur Ankündigung von Veranstaltungen etc. Bezug über Michael Latz, Tübingen Lip,Lio
Hurra!
Broschüre:
Der Kampf der Arbeiter der Uhrenfabrik LIP in Besangon gegen Betriebsstillegung und Entlassung
Berichte, Analysen, Einschätzungen, Perspektiven.
INHALT:
1. Worum es geht bei Lip
Lip - ein Kampf, eine Hoffnung + Kalender + Die reifen Früchte des Mai 68 + "Warum wir kämpfen" + Nicht Arbeiterselbstverwaltung - sondern Arbeiterkontrolle + 2. Die Entwicklung des Kampfes Die Firma Lip + Arbeiterkämpfe bei Lip + Was erreicht wurde + Die Belegschaft ergreift die Initiative + Mitten in den Ferien: die Regierung schlägt zu + Großalarm in Besançon + 3. Kampf - und Organisationsformen "Es ist möglich: wir produzieren, wir verkaufen, wir bezahlen uns selbst!"+ Die Kampfinstrumente: die tägliche Vollversammlung, das Aktionskomitee, die Kommissionen + Wer soll den Kampf führen? + Was wird aus den Leitenden ? + 4. Der Kampf geht weiter Nach der Besetzung + Der Marsch auf Besangon + Das Ultimatum + Was nun ? + Verstaatlichung unter Arbeiterkontrolle + Zu beziehen durch:
ISP Verlag GmbH 2000 Hamburg 13 DM 2.- Hochallee 21 -33-