Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

'Das Anarchistische Monstrum'

Inprekorr Nr. 26, 1. Mai 1973 · S. 2-3 · 296 Wörter

Faschismus und Rassismus Gewerkschaften und Streiks

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DAS "ANARCHISTISCHE MONSTRUM"' Pietro Valpreda wurde am 15. Dezember 1969 verhaftet, nachdem in einer Mailender Bank eine Bombe explodiert war, die 14 Menschen das Leben kostete und Dutzende verwur dete. Dieses Attentat kam sehr gelegen: vorangegangen waren der heiße Sommer 1969 und die Streikwelle, die zu einer unerhörten Radikalisierung führte und ihren Ausdruck in Fabrikbesetzungen und in der Wahl von Fabrikräten fand.

Die polizeilichen Nachforschungen über das Attentat erstreckten sich sofort ausschließlich auf die Linke. Das Jahr 1970 beginnt mit einer Reihe von Haussuchungen und Verhaftungen, gefoigt von einer Pressekampagne, die sich nicht nur gegen die außerparlamentarische Linke richtet, sondern auch gegen die traditione!len Organisationen der Arbeiterbewegung ( Sozialisten, Kommunisten, Gewerkschaften). Zur gleichen Zeit vermehren sich faschistische Angriffe und Demonstrationen. Von offizieller Seite, von Vertretern der Justiz, der Polizei, Wortführern der Bourgeoisie wird die Aktien "beider entgegengesetzter Extreme" angeprair gert, die sich angeblich, ergänzt, weil die Übergriffe der extremen Linken das Terrain für die extreme Rechte freimache. Die Kommunistische Partei Italiens (KPI) scheint sich diese Sicht der Dinge ebenfalls zu eigon zu machen, weil sie sich weigert, dem faschistischen WiederauFschwung eina "antifaschistische Front" entgegenzustellen, die sich gegen die Par • ieien der Rechten richtet. Nach dem Attentat haben übrigens die Gewerkschaften einen gros sen Streik abgesagt...

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Allein die extreme Linke bemüht sich, die Unschuld Valpredas zu beweisen. Der trotzkistische Verlag "Samona e Savelli" veröffentlichte 1970 das Buch der '"Massaker-Staat'( französisch erschien es im Verlag "Champs libre""), in dem die Ergebnisse einer äußerst genauen Gegen- Untersuchung dargelegt werden. Es werden die Namen derer angegeben, die von den Justizbehörden des Attentats von Mailand verdächtigt werden: die Faschisten Freda und Ventura und ihr "Kopf"' Pino Rauti, Führer der "italienischen Sozialbewegung"' ( der sogenannten "'Neo-Faschisten"'), Verbindungsmann der italienischen extremen Rechten zu den griechischen Obristen.