Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

WWG 92: Widerstand mit Problemen

Inprekorr Nr. 248/249, Juni/Juli 1992 · S. 3-4 · 371 Wörter

Ökologie und Atomkraft BRD und DDR

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Der Gegenkongreß scheint endgültig finanziell abgesichert zu sein. Dies war seit Anfang/ Mitte Mai eine ziemliche Zitterpartie gewesen, da die beantragten Gelder bel "Buntstift" und der "Heinrich Böll Stiftung" wegen des Austritts der Grünen und von Pro Regenwald (Bundesweit) aus Anscheinend ging das Kalkül der Grünen aber nicht aufl Buntstift überwies die Hilfe der beantragten Gelder doch noch (nach 2 1/2 Wochen) und die Heinrich Böll Stiftung gab kürzlich bekannt, daß die beantragten Gelder überwiesen würden.

Bevor diese Entscheidungen bekannt wurden, hatte der Sprecherrat der Uni-München aber schon ein eigenes Finanzkonzept entworfen, das es ermöglicht hätte, den Kongreß auch ohne die belden Stifungen durchzuführen.

Dennoch bleibt die Tatsache des Austritts der beiden Umweltorganisationen sehr bedauerlich. Doch diese Möglichkelt hatte sich schon länger abgezeichnet, als namlich der Brief Ludger Vollmers bekannt wurde. Anlaß war dann nur noch der Streit in der Arbeitsgruppe zum Forum Ökologie zwischen Grünen/Pro Regenwald einerseits und der ÖkoLl andererseits. Es ging um Konzept und Referentinnen des Forums. Ohne allzu detallreich zu werden: der inhaltliche Hauptstreitpunkt bestand darin, daß die Grünen hauptsächlich die UNCED-Konferenz in Rio kritisch beratend begleiten wollten, während die ÖkoLl einer radikaleren Kritik im Forum auch Raum geben wollte. Darauf wollten sich die Grünen allerdings nicht mehr einlassen.

De facto hätte ein Nachgeben der ÖkoLl dazu geführt, den Grünen und Pro-Regenwald Leuten ein weiteres Forum für Ihre Lösungsvorschläge (ökologische Reform der Marktwirtschaft) der weltweiten Ökokrise zu geben. Es Ist namlich so, daß TOES und Weed jetzt doch in Zusammenarbelt mit Bund Naturschutz, Grünen und Pro-Regenwald eigene Aktivitäten zum wwG planen.

Dagegen läßt sich natürlich erst einmal nichts sagen. Aber auf einem Kongreß, der von radikaleren und weniger radikalen Kritikerinnen der Marktwirtschaft gemeinsam geplant wird den weniger radikalen ein Forum einzuräumen, wo nur sle allein Ihre Vorstellungen verbreiten können, wäre eine eindeutige Verletzung der Grundlagen (Aufruf und 13 Punkte) des Kongresses gewesen.

Darüberhinaus Ist es aber so, daß immer mehr Organisationen und Gruppen den Gegenkongreß unterstützen wollen - und belleibe nicht nur linksradikalel Das Ziel, eine breite Öffentlichkeit anzusprechen, wird wohl erreicht werden. In sofern haben die Grünen falsch kalkullert. In diesem Sinne hoffen wir auf eine massenhafte Teilnahme an den Foren des Gegenkongresses.

Korrespondent München

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