Wir leben in paradoxen Zeiten: während in Westeuropa langsam Föderation zu entscheiden.
aber unumkehrbar die übernationale Einheit hergestellt wird, zerbre- Es brauchte eine große Portion stalinistischen Zynismus, wenn chen in Osteuropa multinationale Strukturen in separate und oft man im Namen des "Sozialismus" oder "Proletarischen Internationafeindliche Nationalstaaten. Könnte es sein, daß, wie Daniel Singer lismus" die Annexion Litauens und Moldawiens, die Russifizierung kürzlich in einem Artikel schrieb, das Kapital seltsamerweise in zwei der Ukraine oder die Invasion der Tschechoslowakei legitimieren entgegengesetzte Richtungen arbeitet: die nationalen Grenzen in wollte. Mit dieser riesenhaften Mystifizierung ist es nun zu Ende, Westen Schritt für Schritt abschaffen und gleichzeitig im Osten den diese gigantisch institutionalisierte Lüge ist auf dem "Müllhaufen der Nationalismus wiederbeleben.1) Auf jeden Fall gibt es keinen Zweifel Geschichte" gelandet und die unterdrückten Nationalitäten haben ihre daran, daß eine nationalistische Welle über die ex-UdSSR und den Rechte wiedererlangt. Je cher, desto besser! chemaligen sogenannten "sozialistischen Block" geschwappt ist, die Doch unglücklicherweise ist dieses Bild nicht an allen Stellen so alles überschwämmt. rosig: das Beste und das Schlechteste ist in diesen nationalen Ein scharfer Beobachter der osteuropäischen Staaten hat die Bewegungen untrennbar miteinander verflochten. Das Beste: das Ereignisse in diesem Teil der Welt perfekt zusammengefaßt: demokratische Aufwachen getretener Nationen, die Wiederentdeckung Die letzten Überbleibsel von Solidarität zwischen den nichteman- ihrer Sprache und Kultur, das Verlangen nach Freiheit und Souveränität zipierten Nationalitäten des "Gürtels der Mischvölker" verflüchtigte der Bevölkerung. Das Schlechteste: das Erwachen chauvinistischer sich mit dem Verschwinden einer zentralen despotischen Bürokratie, Nationalismen, von Expansionismen, von intolerantem und fremdie auch dazu gedient hatte, die diffusen Haßgefühle und widerstrei- denfeindlichen Verhalten; das Erwachen alter nationaler Streitigkeitenden nationalen Forderungen zusammenzuführen und auseinander- ten, des Hasses gegen den "Erbfeind"; das Anwachsen von zuhalten. Jetzt war jeder gegen jeden und vor allem gegen seinen hegemonialen Tendenzen, die zur Unterdrückung der eigenen nationächsten Nachbarn - die Slowaken gegen die Tschechen, die Kroaten nalen Minderheiten führt; und last but not least das Aufkommen gegen die Serben, die Ukrainer gegen die Polen. faschistischer, faschistoider und rassistischer Formen des Nationalis- Am erstaunlichsten ist, daß diese Analyse nicht vor ein paar mus in Rußland ("Pamjat"), in Rumänien, der Slowakei, in Kroatien Wochen geschrieben wurde. Es ist eine Passage aus einem bekannten (Neo-Ustaschis), in Serbien (Neo-Tschetniks), in der chemaligen Buch von Hannah Arendt über die Ursprünge des Totalitarismus aus DDR (Neonazis). Die ewigen Sündenböcke der Vergangenheit dem Jahre...1951! Es beschreibt die "Atmosphäre des Zerfalls" in Juden, Jüdinnen und Sinti und Roma - werden schon wieder für alle Osteuropa in den 20er Jahren nach der Zerschlagung der österrei- Übel der Gesellschaft verantwortlich gemacht. chisch-ungarischen Monarchie und des Zarenreiches - der beiden Paradoxerweise zeigt sich dieser negative und düstere Aspekt, "despotischen Bürokratien", auf die das obige Zitat sich bezog.2) diese "Rückkehr des Unterdrückten" und Wiederauferstehung alter Anders ausgedrückt, können wir sagen, daß wir in Teilen Europas nationaler Rachegelüste in einer so brutalen und absurden Form wie in um siebzig Jahre zurückgerissen wurden. Dies ist auch ein Teil der Jugoslawien - das einzige der sogenannten "sozialistischen" Länder, "global negativen" Bilanz des Stalinismus. das der Kontrolle Moskaus entkommen und eine relativ gleichberech- Um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen: weder in den tigte Föderation zwischen seinen nationalen Bestandteilen errichten 20crn noch heute war und ist es in irgendeiner Weise rückschrittlich konnte. Die antifaschistische Solidarität zwischen den verschiedenen • im Gegenteil! -, wenn multinationale Reiche, die zu wahren Nationalitäten, die im kommunistischen PartisanInnenkampf in zwei- "Völkergefängnissen" geworden sind, zusammenbrechen und unter- ten Weltkrieg ihre Wurzeln hatte, ist jetzt von der Bühne abgetreten, drückte Nationalitäten ihre Freiheit wiedererlangen. In dieser Hinsicht um durch einen barbarischen Krieg aller gegen alle ersetzt zu werden. gibt es unverneinbar ein demokratisches Moment in der nationalen Die durch die plötzliche Entladung nationalistischer Gewalt in Wiederbelebung, die sich seit 1989 in Osteuropa und der UdSSR Jugoslawien gestiftete Verwirrung läßt sich am besten anhand des abspielt. SozialistInnen und DemokratInnen können sich nur freuen, Fehlers eines ansonsten klarsichtigen und intelligenten Beobachters wenn die sowjetischen Panzer Ostdeutschland, Polen und Ungarn der nationalen Bewegungen, Eric Hobsbawm, gut verdeutlichen: verlassen und sich die Truppen des KGB aus den baltischen Staaten Die jugoslawische Revolution hat es zustande gebracht, die zurückziehen und es diesen Völkern selbst überlassen, über ihre Nationalitäten in ihren Staatsgrenzen vom nahezu sicheren gegensei- Zukunft zu bestimmen und frei zwischen Einheit, Lostrennung oder tigen Abschlachten abzuhalten - länger als es jemals in ihrer
die Internationale
Geschichte der Fall war. Obwohl diese Errungenschaft jetzt unglück- Republiken nichts mehr an ärmere und relativ rückständige Gebiete licherweise zerbröckelt, so haben die nationalen Spannungen doch bis abzugeben, um die eigenen Ressourcen zu behalten und so schnell wie Ende 1988 noch kein einziges Todesopfer gefordert.3) möglich dem westeuropäischen Markt beizutreten. Die gilt besonders Natürlich läßt sich diese paradoxe Lage durch eine Vielzahl von für Slowenien und Kroatien, die baltischen Republiken und allgemein komplexen wirtschaftlichen, kulturellen, politischen, religiösen und für die westlichen Teile der ex-UdSSR (im Verhältnis zu den historischen Gründen erklären - ohne dabei die schwere Verantwor- asiatischen Gebieten).
tung des serbischen stalino-nationalistischen Regimes von Milosevic - Die Manipulation nationalistischer Stimmungen durch neostalizu vergessen, das mit seiner unterdrückerischen Politik gegenüber den nistische Eliten, die ihre Macht erhalten (oder zurückgewinnen) Kossowo-AlbanerInnen die Pandorrabüchse der Nationalismen im wollen: Aserbeidschan, Serbien, Bulgarien sind hierfür gute Beispie- Land geöffnet hat4). Dennoch verbleibt bei dieser gegenseitigen le. Dazu muß natürlich der Gebrauch nationalistischer Demagogie Explosion des Hasses gegen den "anderen" ein rein irrationaler Kern. durch neoliberale Eliten, wie in Rußland, erwähnt werden. Es läßt sich unmöglich vorhersagen, ob andere dem "Jugoslawi- Welchen Nutzen können die analytischen und politischen Instruschen Beispiel" folgen werden, und ob die gegenwärtigen Konflikte mente in solche einer chaotischen Situation haben, die sich vor dem zwischen Slowakinnen und Tschechinnen, zwischen Ungarinnen und Hintergrund eines Strudels aus territorialen Konflikten, historischen Rumäninnen, MoladawierInnen und Russinnen, Ascris und Armenie- Ansprüchen, chauvinistischen Ausgrenzungen und befreienden AufrInnen, Georgierinnen und Ossetinnen, Russinnen und Ukrainerinnen, ständen abspielt?
usw, usw, zu allgemeinen Auseinandersetzungen führen werden oder Als internationalistische Sicht der Welt hat der Marxismus - im nicht. Es läßt sich genausowenig vorhersehen, ob die Auflösung der Gegensatz. zu seinen verschiedenen national-bürokratischen Abzichex-UdSSR zu nationalen Kriegen (mit Kernwaffen?) führen wird, bildern - den Vorteil einer universalistischen, rationalen und kritigegen die sich der jetzige Konflikt in Jugoslawien wie ein leichter schen Position im scharfen Widerspruch zu den aufgewühlten Gefühlen und Giften der nationalistischen Mythologie. Doch nur unter Alles kann passieren und unglücklicherweise ist der schlimmste der Bedingung, daß dieser Universalismus nicht abstrakt bleibt und Fall durchaus wahrscheinlich. sich nur auf die einfache Negierung nationaler Besonderheiten stützt, Schon 1990 zeichnete ein sowjetischer Wissenschaftler, Michail sondern zu einem wirklichen "konkreten Universum" (Hegel) wird, Maljutin, das folgende düstere Bild der Zukunft: das in Form einer dialektischen Aufhebung den Reichtum der Vielfalt Die wahrscheinlichste Variante, besteht in Folgendem: eine Lateinamerikanisierung im Westen der Sowjetunion - das Entstehen Darüberhinaus wird der Marxismus den jetzigen Entwicklungen von Bananenrepubliken - cine "Libanisierung" im Kaukasus und eine hilflos ausgeliefert sein, wenn er sich nicht von einigen Mythen und "Afghanisierung" in Zentralasien. Illusionen befreit, die zu seiner Tradition gehören.
Er fügte folgende hoffnungsvolle Bemerkung an: Unter diesen gibt es einen besonders widerwärtigen: die Idee, daß Wir sollten alles daran setzen, dieses Problem so friedlich wie es eine "wissenschaftliche" oder "objektive" Definition der Nation möglich zu lösen. Daher meinen wir, daß die Lostrennungen so schnell gäbe. Dank Stalin richtete dieses Dogma auf den vier Kontinenten wie möglich vor sich gehen sollten.5) enormen Schaden an, indem es die Nationen in ein wahres Neben anderen gibt es folgende Gründe für diese nationalistische Prokrustesbett, das per Dekret des Politbüros oktroyiert wurde (das PB Explosion, die praktische den gesamten alten "sozialistischen" hatte also zu entscheiden, ob diese oder jene Nation den "objektiven" Block" erschüttert: Kriterien genügte oder nicht).
- Die Rebellion gegen Jahrhunderte der nationalen Diskriminie- Glücklicherweise haben die meisten Marxistinnen, die sich heute rung und "großrussisches" Vormachtstreben. Dies ist das augenfälligste mit der nationalen Frage beschäftigen, sehr gut verstanden, daß Motiv für die nationalen Bewegungen, sowohl in der ex-UdSSR als Nationen nicht aufgrund rein objektiver Kriterien (Territorium, auch in den ehemaligen Satellitenstaaten. Es gilt aber nicht für Sprache, wirtschaftliche Einheit, etc.) definiert werden können - auch Jugoslawien... wenn diese alles ander als unwichtig sind - sondern, daß es sich bei - Der tschechische Historiker Miroslav Hroch schreibt: ihnen um eingebildete Gemeinschaften (Benedikt Anderson) oder Wo sich ein altes Regime auflöst, wo alte soziale Verhältnisse kulturelle Schöpfungen (Eric Hobsbawm) handelt. Schon 1939 instabil geworden sind und das bei einem Ansteigen der allgemeinen bestand Trotzki in einer Diskussionen mit CLR James über die Unsicherheit, da kann die Zugehörigkeit zu einer gemeinsamen nationale Frage darauf, daß:
Sprache und Kultur zur einzigen Gewissheit in der Gesellschaft in dieser Frage ein abstraktes Kriterium nicht entscheidend sondern das historische Bewußtsein, die Gefühle und Impulse der Die hilft bei einem Verständnis der Parallele zwischen den Gruppe wichtiger sein.7)
heutigen Vorgängen und jenen der 20cr Jahre, nachdem die traditio- Sofern es um Illusionen geht, gibt es eine, die sich bei Marx selbst nellen Reiche in Zentral- und Osteuropa zerfallen waren. finden läßt, und die die Überlegungen der besten Marxistinnen von - Die Krise und der Zusammenbruch aller "Klassen" Ideologien, - Rosa Luxemburg bis heute heimsucht: der mit der Internationalisiekultur und -werte. Wie die Natur, so haßt auch die Politik das Vakuum rung der Wirtschaft unauflösbar verbundene Niedergang des Nationaund das Individuum als solches ist kein ausreichender Wert, um eine lismus und des Nationalstaates. Gesellschaft zusammenzuhalten (auch wenn Liberale und Postmoder- Es mutet wie eine Ironie der Geschichte an, daß 1988 eine nistinnen so tun). In einer Situation des Verschwindens aller soziali- abgeschwächte Version dieser Hypothese am Vorabend der stärksten stischen Wert, die durch ein halbes Jahrhundert bürokratischer nationalistischen Welle, die Europa seit dem zweiten Weltkrieg Korruption diskreditiert sind, greifen die Leute zu anderen überindivi- erschüttert hat, wieder formuliert wurde. In seinem ansonsten duellen Werten, die nicht durch das alte autoritäre Regime kompromit- exzellenten Buch riskierte Eric Hobsbawm folgende Diagnose: tiert sind: die Religion und vor allem die Nation (manchmal beides, Während wahrscheinlich niemand das Anwachsen und die manchwie in Polen). mal dramatische Bedeutung nationalistischer oder ethnischer Politik - Das Verlangen relativ fortgeschrittener Nationen, Regionen oder bestreiten kann, so gibt es doch einen wichtigen Aspekt des 38 INPREKORR 247
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Phänomens, der es von seiner Funktion her vom Nationalismus" und Die logische Folge des Versuchs, den Kontinent haarscharf in den "Nationen" des neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhun- zusammenhängende Territorialstaaten zu zerschneiden, von denen derts unterscheidet. Es ist kein Teil des Koordinatensystems mehr, jeder von einer abgegrenzten ethnisch und linguistisch homogenen nach dem die historische Entwicklung verläuft. Bevölkerung bewohnt wird, waren die Massenvertreibungen und die Nach seiner Meinung ist "die abnehmende historische Bedeutung Ausrottung von Minderheiten. Dies war und ist die mörderische des Nationalismus heute durch die sichtbare Verbreitung ehnischer/ reductio ad absurdum des Nationalismus in seiner territorialen nach Sprachen unterteilender Agitation verdeckt. Anders ausge- Variante, obwohl dies bis in die 1940er Jahre nicht vollkommen drückt: deutlich war.9)
Trotz seines offensichtlichen Vorhandenseins ist der Nationalis- Aus all diesen Gründen sollte die marxistische Position in Bezug mus historisch weniger bedeutsam. Im Gegensatz zu früher, im auf nationale Konflikte die unnachgiebige Verteidigung der demokraneunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert, wo er sozusagen tischen Rechte jeder Nation, Nationalität oder nationalen Minderheit als umfassendes politisches Programm diente, kann der Nationalis- ohne Ausnahme mit dem in keiner Weise einzuschränkenden politimus diese Funktion nicht mehr erfüllen. Er ist höchstens ein schen Kampf gegen die nationalistische Ideologie zu verbinden und erschwerender Faktor oder Katalysator für andere Entwicklungen.8) für die internationalistische Einheit der Ausgebeuteten und Unter- Nach drei Jahren scheint diese Prognose schon recht veraltet zu drücktenaller Ländern eintreten. Im Gegensatz.zu den Nationalistinnen sein. Inwiefern kann uns der Marxismus eine Karte an die Hand geben, sind die Marxistinnen überzeugt, daß die nationale Unabhängigkeit um aus dem finsteren Labyrinth gegensätzlicher nationaler Leiden- so nötig sie in vielen Fällen auch ist - keine Lösung der grundlegenden schaften herauszufinden? Zuerst einmal macht der Marxismus einen wirtschaftlichen, sozialen, ökologischen oder politischen Probleme bedeutenden Unterschied zwischen dem Nationalismus der Unter- der Bevölkerung bietet.10) Dies gilt besonders, wenn wir die neue drücker und dem der Unterdrückten. Ohne sich irgendeiner nationa- Form wirtschaftlicher (und damit auch politischer) Abhängigkeit listischen Ideologie anzuschließen unterstützt der marxistische Sozia- vieler eben gerade befreiter Nationen von westlichen Finanzen lismus ohne Vorbedingungen die nationalen Bewegungen der unter- betrachten. So bemerkte Daniel Singer ironisch in einem Artikel: drückten und weist den "Großmachtchauvinismus" der unterdrücken- Hätte Orwell sich vorstellen können, daß der Erbe (hoffentlich nur den Nationen zurück. Diese Unterscheidung ist heute mehrals je zuvor der vorläufige) des "großen Bruders" in diesem Teil der Welt der gerechtfertigt und wirkt wie ein wertvoller Kompaß, um sich in dem Internationale Währungsfonds sein würde?11) heutigen Sturm zurechtzufinden. Doch sein Gebrauch ist aufgrund Ein Erbe, dessen Macht zwar schr andersartig, der aber keinen einiger wohlbekannter Charakteristika der modernen Nationalismen Deut weniger rücksichtslos ist als das alte Politbüro. nicht gerade leicht: jede unterdrückte Nation hält es nach ihrer In Osteuropa und der ex-Sowjetunion gibt es bereits soziale Befreiung (oder sogar schon eher) für ihre wichtigste Aufgabe, ihre Bewegungen oder Organisationen, die die Logik der nationalistischen cigenen nationalen Minderheiten nun ihrerseits zu unterdrücken. In Ausgrenzung ablehnen und für demokratische, ökologische und den heutigen interethnischen Konflikten kommt es häufig vor, daß sozialistische Ziele kämpfen. Hier lassen sich u.a. die verschiedenen jede Seite die zur gegnerischen Nation gehörige Minderheit verfolgt Antikriegsbewegungen in Jugoslawien (oder sollten wir ex-Jugoslaund die Angehörigen der eigenen Nationalität auf der anderen Seite wien sagen?), fortschrittliche ökologische Bewegungen, linke Geder Grenze manipuliert. werkschafterinnen und neue sozialistische Kräfte (wie die Partei der Arbeit inder UdSSR) anführen, die nicht an den alten poststalinistischen widerstreitenden und sich gegenseitig ausschließenden Ansprüchen Apparat gebunden sind. Einige von ihnen sind sich bewußt, daß ihre zu entwirren. Dieses Kriterium kann nur das SozialistInnen und Sache über nationale und Staatsgrenzen hinaus verfochten werden Demokratinnen bekannte Recht auf Selbstbestimmung (bis zur muß und versuchen mit ähnlichen Kräften an anderen Orten zusam- Lostrennung) für jede Nation sein, also für jede Gemeinschaft, die sich menzuarbeiten. Es muß nicht besonders herausgestrichen werden, daß als solchesieht. Indem es die Mythen von Blut und Boden beiscite läßt ihr Kampf schwierig ist und im Moment sehr stark gegen den Strom und keine rein historischen oder religiösen Ansprüche auf ein Gebiet schwimmt. Doch sie sind trotzdem die Saat für eine andere Zukunft anerkennt, hat dieses Kriterium den großen Vorteil, daß es sich nur an und die letzte Garantic gegen die Barbarei. den universellen Prinzipien der Demokratie und Souveränität der Bevölkerung orientiert und nur die konkreten demographischen Anmerkungen
Realitäten eines bewohnten Gebietes in die Überlegungen einbezieht. 1) Daniel Singer, "West and East", in The Nation, 30.12.1991. Dieses Prinzip hält SozialistInnen nicht davon ab, jene Option zu 2) Hannah Arendt, The Burden of Our Time, London, Secker und Warburg, 1951, S.267. 3) Eric Hobsbawm, Nation and Nationalism since 1780. Programm, Myth, Reality, Cambridge unterstützen, die in einer bestimmten historischen Situation als die University Press, 1990, S.173. In einer 1989 hinzugefügten Anmerkung bestand er weiterhin auf wünschenswerteste und fortschrittlichste erscheint: staatliche Los- seiner Ansicht: "Obwohl es seitdem Tote gegeben hat, ist die relative Friedlichkeit - im Vergleich trennung (Unabhängigkeit), Föderation oder Konföderation. Das zu cinigen anderen nationalen oder ethnischen Konflikten in dea Jabreo 1988-89 - eine Anmerkung wert." Doch leider ist nach zwei Jabren nicht viel von dem Frieden geblieben.
Wichtigste ist, daß die betreffenden Nationen und Nationalitäten frei 4) Zu den Hintergründen der heutigen Konflikte schrieb Catherine Samary die besten Artikel über ihre eigene Zukunft entscheiden. in International Marxist Review, International Viewpoint und Le Monde Diplomatique. Diese Regel, die von Lenin in den marxistischen Wortschatz 5) International Viewpoint, Nr. 183, 1990 6) Zitat voo Eric Hobsbawm, in "The Perils of the New Nationalism", The Nation, 4.11.1991, eingeführt wurde, ist heute nötiger als je zuvor. Doch auch ihre Anwendung auf die heutigen nationalen Konflikte in Osteuropa und 7) Leo Trotzki, On Black Nationalism and Self-Determination, New York, Pathfinder Press, der ex-UdSSR ist nicht immer einfach. Oft sind die verschiedenen 8) Eric Hobsbawm, a.a.O., S.163, 170, 181. Nationalitäten so miteinander vermischt, daß jeder Versuch, dieses 9) Eric Hobsbawm, a.a.O., S. 133, siehe auch S. 134: Die homogene staatlich organisierte Nation Mosaik mit Grenzen zu durchziehen, von vornherein zum Scheitern kann heute als Programm gesehen werden, das nur voo Barbaren umgesetzt werden kann, oder verurteilt wäre. Der Traum von der nationalen Homogenität innerhalb zumindest mit barbarischen Mitteln." 10) Siche Livio Maitans "Einfübrung" in International Marxist Review Nr.9 (Band 4, Nr.2) vom eines Staates, der fast alle Nationalismen heimsucht, ist eine äußerst gefährliche Perspektive. So beobachtete Eric Hobsbawm in einer 11) Daniel Singer, "Boris the Brief?", The Nation, 20.1.1992. nüchternen historischen Rückschau:
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