Zum 80. Geburtstag Willy Boepples (9.7.91)
"Die Mühen der Ebene"
Rede von Jakob Moneta
In seiner bildhaften Sprache hat Trotzki einmal die Tatsache, Wir sollten aber auch nicht unterschätzen, daß Menschen, die nur daß so viele Menschen aus dem langen Pfad der Revolution aus- kurze Zeit in den Zug eingestiegen sind, der auf dem Weg zur scheren, mit einem Eisenbahnzug verglichen. Dieser hält an vie- Revolution ist, theoretische oder auch praktische Spuren hinterlassen len Stationen an, ehe er sein Ziel erreicht, wobei es jedesmal auch haben, die von bleibendem Wert sind. So etwa Parvus Helphand, dem Aussteiger gibt. wir immerhin die Anfänge der Theorie der permanenten Revolution
Warum aber verlassen so viele, die meist begeistert und hoff- verdanken, der aber später zum Börsenspekulanten wurde. nungsvoll zu uns gestoßen sind, die sich redlich abgekämpft und Opfer Der Schriftsteller Hans Erich Nossack - er gehörte zu denen, die gebracht haben, den Zug wieder? Und welche besonderen Motive oder 1933 mit einem Veröffentlichungsverbot bestraft wurden, hat uns in Eigenschaften haben die Durchhalter, die keineswegs immer sicher seinem Roman "Dem unbekannten Sieger" einen Menschen vorgesind, das Ziel noch in ihrem Leben erreichen zu können? führt, der im Frühjahr 1919 in Hamburg einfach und wie aus Versehen Der Schriftsteller Leonhard Frank, übrigens Sohn eines Schreiner- eine revolutionäre Rolle spielte und sie ebenso einfach und stillgesellen, der selbst als Fabrikarbeiter und in vielen anderen Berufen schweigend wieder aufgegeben hat. Obwohl er nur aus Uelzen nach sich sein Malstudium erhungert hat, dann aber zur Literatur Hamburg gekommen war, um Kunden seines Vaters aufzusuchen, umschwenkte, der mit seiner erschütternden Schrift "Der Mensch stellte er seine Kenntnisse als Feldartillerist zur Verfügung, um das ist gut", die von der USPD in hunderttausenden Exemplaren in den von Konterrevolutionären besetzte Hamburger Rathaus zurückzuero- Schützengräben des ersten Weltkrieges verbreitet wurde, dem Chau- ber, half dann, aus der Kaserne in Bahrenfeld, in der er gedient hatte, vinismus einen schweren Schlag versetzt hat, - dieser Leonhard Frank die nötigen Waffen zu beschaffen, mit denen ein aus Bayern nach ist auch der Verfasser des inzwischen längst vergessenen Romans Magdeburg marschierendes Freikorps geschlagen wurde. Niemand "Der Bürger". Dort schildert er einen Menschen, der zu der Überzeu- wußte, wer er war, obwohl ihm alle militärstrategisches Genie begung gelangt, daß der Kapitalismus gestürzt und der Sozialismus scheinigten, und er setzte sich nach diesem Ausflug in die Revolution errichtet werden muß, wenn weitere Kriege verhindert werden sollen. einfach wieder ab, um in Uelzen Kunden in seinem Laden zu bedienen. Aber dann gibt er nach wenigen Jahren seinen Kampf mit dem Seinem Sohn, der eine Doktorarbeit über diese Ereignisse ge- Argument auf, daß es für einen jungen, begeisterungsfähigen Men- schrieben hat, ohne zu wissen, daß der nur als "Hein" bekannte schen zwar leicht ist, auf einmal sein Leben auf einer Barrikade zu "unbekannte Sieger" sein Vater war, sagte er die denkwürdigen opfern, aber unendlich schwierig, Jahr um Jahr, Tag um Tag dieses Worte, es habe sich alles "von selbst" ergeben, denn wenn ich auch Leben stundenweise in der ermüdenden Kleinarbeit der Routine der mit so einer Revolution nicht so genau Bescheid weiß wie Du, der Du Agitation für die gute Sache zu verschleißen. Es sind in der Tat, wie das studiert hast, so kann ich mir gut denken, daß sich auch in einer Brecht es sagte, die Mühen der Ebene, die von den meisten nicht Revolution manches von selbst ergibt, ohne geniale Pltine, wie Du das durchgestanden werden. nennst. Und Spaß, wenn Du das auch nicht wahrhaben willst, wird es
die Internationale dem komischen Knirps (dieser Hein war schmächtig und klein) auch Er beschloß deshalb nach der Beendigung seiner Lehre zusammen gemacht haben, er sieht mir ganz danach aus, und so eine Revolution mit seinem Bruder, der als Arbeiter seine Erfahrungen in einem ist doch mal eine Abwechslung." Betrieb in Mannheim gemacht hatte, in eine politische Partei einzutre- Wie aber kann ich mir erklären, daß Willy in den Reihen derer, die ten. Beide berieten sich mit einem alten Freund ihres Vaters, Georg davon träumten, die 1918 unterbrochene und verratene Novemberre- Krenzler, einem Mannheimer Arbeiterführer, der wegen "linker volution in Deutschland fortsetzen zu können, nicht nur ein Gastspiel Abweichungen" aus der KPD ausgeschlossen worden und nur darum gab, sondern ein Leben lang dabeigeblieben ist? Sogar dann, als der schließlich in die SPD eingetreten war. Krenzler gab ihnen ohne zu Zug zur Revolution mit dem Zusammenbruch des Stalinismus zu- zögern den Rat: "Tretet ruhig in die KPD ein. Wenn ihr Augen und gleich schrecklich entgleist ist? Ohren offen haltet, werdet ihr vieles lernen, was euch die SPD niemals Wichtige Spuren finden wir in seiner Lebensgeschichte. Sein geben kann." 1931 traten beide in die KPD ein. Vater war nicht nur Mibegründer der USPD, für die er in den Stadtrat Im März 1933 wurde Willy als 22jähriger ehemaliger KPDvon Mannheim gewählt wurde, sondern er hatte im Auftrag des Funktionär - er war Zellenleiter im Mannheimer Stadtteil Schwetzin- Arbeiter- und Soldatenrates im November 1918 die Badische Repu- ger Stadt gewesen - ins Mannheimer Untersuchungsgefängnis und blik ausgerufen und wurde für kurze Zeit Sekretär des damaligen dann ins KZ Heuberg eingeliefert, in dem mit Häftlingen nicht eben Innenministers Adam Remmele. glimpflich umgegangen wurde.
Als die Revolution scheiterte wurde sein Vater Geschäftsführer Nach einigen Monaten wurde er in das Lager Kislau bei Bruchsaal des "Zentralverbandes der Angestellten" mit einem Gehalt, das der verlegt, wo die Behandlung zumindest menschlicher war, weil dort fünfköpfigen Familie wahrlich keine Luxus erlaubte. Nach der Auflö- noch die reguläre Polizei und nicht die SA- und SS-Büttel die Wachsung der USPD ging der Vater zwar zur SPD zurück, aber er blieb ein mannschaft bildeten. Kurz vor Weihnachten wurde er mit den damals sehr kritisches Mitglied bis zu seinem Tode im Jahre 1922. Willy und üblicher Auflagen - Meldepflicht bei der Polizei und Verbot politisein Bruder waren bereits als Jugendliche, als Kinder gar, politisch scher Tätigkeit - entlassen. aktiv, noch che sie im Stande waren, irgendwelche theoretischen Daß Willy nicht wie eine Reihe anderer Mannheimer Genossen Einsichten zu haben. wegen Verteilen "staatsfeindlicher Flugblätter" zum Tode verurteilt Das Bewußtsein, daß es ein "oben" und ein "unten" gibt, prägte und dem Henker überliefert wurde, verdankt er einem Zufall. sich ihnen allerdings in der damaligen von Krisen erschütterten Die KPD-Bezirksleitung hatte ihn, der wegen seines äußeren Weimarer Republik sozusagen von selbst ein. Habitus als Hotelkaufmann ihnen derGeeigneteste hierfür schien und Umso erstaunlicher ist es, daß Willy in biographischen Notizen der zudem politisch und ideologisch gefestigt war, ausgewählt, in eine folgendes als Schlüsselerlebnis bezeichnete, das ihn daran hinderte, der Nazi-Formationen einzutreten, da man dringend interne Informasich von der Welt ein "Schwarz-Weiß-Bild" zu machen. Während der tionen über ihre Tätigkeit brauchte. Zu diesem Zwecke mußte er revolutionären Unruhen 1923 kam es auch in Mannheim zu häufigen offiziell aus der KPD austreten und durfte sich keinem der Genossen Zusammenstößen mit der Polizei. Er geriet hierbei in eine Demonstra- offenbaren, da dies die ganze Aktion gefährden konnte. Er befand sich tion, in der auch Schüsse fielen. "Protestschreie brandeten auf: deshalb 1933 isoliert von der Partei und ohne Instruktionen, weil diese *Bluthunde, Noske-Banditen, Arbeitermörder."" Plötzlich befand Operation damals noch nicht abgeschlossen worden war. er sich auf einem Treppenabsatz einem Polizisten gegenüber, der Dennoch hatte bei seinem Verhör in Mannheim der spätere Gestavon den fliehenden Demonstranten mitgerissen worden war und po-Chef ihm auf den Kopf zugesagt, er sei nur aus der KPD ausgetreschreckensbleich und mit Angst im Gesicht dastand. Er entlud sein ten, um in die Nazipartei und die SS einzutreten und dort Spitzeldienste Gewehr in der Hoffnung, daß, wenn ihn wütende Demonstranten er- für die KPD zu leisten.
wischten, ihm dann nichts geschehen würde. Da schoß es Willy durch Auch im Krieg hatte Willy Glück, dem er allerdings manchmal ein den Kopf: "Der sieht eigentlich aus wie andere Menschen auch. Und wenig nachhalf, aber erst nach dem Krieg sollte sich deutlich zeigen, Angst hat er ebenfalls. Ist doch ein ganz normaler Mensch und könnte daß er in der KPD nicht nur Parteidisziplin geübt hatte, sondern es auch ebenso gut Arbeiter sein statt Polizist." Dies - schreibt Willy - nie aufgegeben hatte, selbständig zu denken. hinterließ bei ihm einen unauslöschlichen Eindruck, obwohl er sich Als die Überlebenden langsam begannen, wieder ihre politische damals nur gefühlsbetont, quasi platonisch, wie er es nennen würde, Arbeit aufzunehmen, tauchten in Mannheim zwei junge Genossen politisiert hatte. wieder auf, die in Spanien gekämpft hatten und zuletzt im französi- Als zweites Schlüsselerlebnis vermerkt er, nachdem er begonnen schen Lager "Le Vernet" interniert gewesen waren. hatte, sich durch die wichtigste klassische und sozialistische Literatur Sie kamen ausgerüstet mit den neuen Weisheiten, die Stalin der hindurchzuarbeiten - Thomas Mann, Heinrich Mann, Remarque, Komintern verpaßt hatte, ehe er sie 1943 auflöste, und berichteten Barbusse, Jack London, Upton Sinclair und Traven - seinen Besuch Willy: "Ja, also mit dem Kapitalismus und dem Klassenkampf und so bei einem jungen Arbeitslosen. weiter, das ist alles heute ganz anders. Was wir damals in der Partei Nun muß man wissen, daß Willy eine Lehre als Hotelkaufmann gelernt haben ist von der Geschichte überholt. Durch das Bündnis der absolviert hatte und er schreibt: "Das Elend und die nackte Not, die mir Sowjetunion mit den 'fortschrittlichen Demokratien' (so hieß das bei diesem Arbeitslosen begegneten, standen in grellem Kontrast zu damals) und mit dem Sieg der Alliierten über die Nazis hat sich die dem Millieu, in dem ich mich von berufswegen befand. Ich war internationale Lage völlig verändert." Lehrling im "Erbprinzen" in Weimar... Prominente aus der"Creme der Verblüfft hielt Willy ihnen entgegen, daß die westlichen Sieger Gesellschaft" wie Graf Henkel-Donnersmark, einer der reichsten doch kapitalistische, imperialistische Staaten seien, reaktionär und Männer Deutschlands, der amerikanische Kupferkönig Guggenheim sozialismusfeindlich und daß Kapitalismus und Klassenkampf nicht usw. waren dort zu Gast." Dieser Gegensatz machte ihm den Irrsinn voneinander zu trennen seien. Aber sie erwiderten, nach dem Sieg der einer Gesellschaftsordnung deutlich, in der es nichts ungewöhnliches Sowjetunion gemeinsam mit den demokratischen, kapitalistischen für ihn war, halbe Filetsteaks, Schnitzel und angeknabberte Brathähn- Mächten über den Faschismus werde es zu einer langen Periode relativ chen in den Abfalleimer werfen zu müssen, während unter den konfliktfreier Zusammenarbeit kommen, auf die sich auch die kom- Arbeitslosen nacktes Elend herrschte. munistischen Parteien einrichten müßten.
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die Internationale
Willy führt es auf seine - wenn auch autodidaktische - marxistische Falle der Zurückweisung dieser Forderung ergreift die Partei (die SPD, Schulung zurück, daß er trotz bohrender Zweifel der stalinschen J.M.) die Initiative und sendet eine Delegation, deren Verhandlungs- Perversion der leninschen Imperialismustheorie und Stalins Verball- programm genau umrissen sein und auf den bekannten sozialdemohornung der bolschewistischen Außenpolitik nicht erlegen ist. kratischen Programmpunkten beruhen muß. Sie wird - als die Regie- Aber war es nicht vor allem seine praktische Erfahrung mit der rungspartei von morgen - ihren russischen Verhandlungspart- Besatzungspolitik der "amerikanischen Freunde", die von Anfang an ner ausreichende Garantien für das russische Sicherheitsbedürfnis Kommunisten, die sich organisieren und politisch aktiv werden woll- bieten müssen, dem deutschen Volk aber den Weg zur Wiederten, Steine in den Weg legten, die ganz und gar nicht an eine "friedliche vereinigung freimachen. Unser Wille allein entscheidet, ob wir weiter- Koexistenz" mit auch nur potentiell antikapitalistischen Unruhestif- hin Objekt der Politik bleiben oder ob wir Subjekt der Geschichte tern dachten, die den importierten stalinistischen Theorien wider- werden wollen...
sprach? Wenn wir uns dafür einsetzen, daß die Sozialdemokratie eine Hier kommt eine der wichtigsten politischen Eigenschaften von solche Politik betreibt, dann sagt das nicht, daß wir Apostel der Willy immer wieder zum Vorschein: sein Realitätssinn, der ihn davor Koexistenz geworden sind... Wir wissen, daß allein der Druck der bewahrte, auf die sich wandelnden und noch so schillernden Theorien Massen das letzte Hindernis vor dem Krieg ist, wir wissen aber auch, hereinzufallen, die aus der stalinschen Küche kamen und mit denen daß jeder Tag ohne Krieg ein gewonnener Tag für das Ringen um eine Stalin immer wieder versuchte, die Theorie den Bedürfnissen der sozialistische Welt bedeutet."
Bürokratie anzupassen. All das klingt heute schrecklich unrealistisch. Aber wenn wir uns Der Konflikt, der zu Willys Bruch mit der KPD führte, deren zurückversetzen in die Zeit, in der es Österreich über einen Staatsver- Landtagsabgeordneter er in Baden-Württemberg wurde, spielte sich trag gelang, den Abzug der russischen Besatzung zu erreichen, eine in Berlin-Ost ab. Ulbricht hatte den Mannheimern ihr schlechtes Zeit in der durch Verweigerung des Eintritts in die NATO, durch eine militärische Neutralisierung Deutschlands die Einheit auf ganz andeihn darauf hinzuweisen, daß er doch in Berlin noch schlechter abge- rem Wege als jetzt gekommen wäre, wo vertragliche Abmachungen schnitten hatte. Die Warnung, die er daraufhin erhielt, veranlaßte ihn, auch soziale Errungenschaften in der DDR hätten nachhaltig schütsofort mit seinem Fahrer, dem späteren DGB-Kreisvorsitzenden von zen, vielleicht gar auf die BRD übertragen können, dann wird wieder Mannheim, abzuhauen, weil er sonst für ein paar Jahre aus dem einmal deutlich: Die Geschichte ist nicht zwangsläufig so verlaufen, Verkehr gezogen worden wäre. So wie es später "Kutschi" Müller wie wir sie jetzt erleben. Es hat eine Alternative gegeben, und die SPD oder Schleifstein und vielen anderen erging, wenn sie nicht völlig auf war damals die einzige Kraft, die sie gemeinsam mit den Gewerk- Linie waren, oder auch nur als Oppositionelle verdächtigt wurde. Nur schaften hätte verwirklichen können. Wie stets zuvor sind diese bedeutete der Bruch mit der KPD für ihn nicht, daß er mit dem spärlichen Chancen von ihr vertan worden und wir erleiden die Kommunismus brach. In langen Diskussionen mit Georg Jungclas Auswirkungen der 180 Grad Wendung der SPD zur NATO hin, weg erkannte er nach und nach, daß er in Wirklichkeit theoretisch auf dem von einer unter dem Druck der Massenbewegung möglich geworde- Boden der linken Opposition stand, ehe er den praktischen Schritt zur nen radikalen Abrüstung, auch heute noch. Vierten Internationale machte. Da wir nicht zu denen gehören, die insbesondere von Anwesenden
Zehn Jahre lang war Willy einer der wichtigsten Mitarbeiter an der "nihil nisi bene", "nichts als nur Gutes" sagen, möchte ich Willy drei Zeitschrift SOPO (Sozialistische Politik), die innerhalb der SPD - Versäumnisse vorhalten, von denen er zumindest zwei noch wird gut obwohl stets in einem Zustand der Halblegalität - versuchte, alle machen könnte:
zusammenzuführen, die den Boden des Marxismus nicht aufgegeben 1. Glaube ich, daß es sowohl von ihm als auch von uns ein Fehler hatten. Ich glaube nicht, daß "Schorsch" Jungclas trotz aller Niederla- war, die Aufforderung von Willy Bleicher nicht angenommen gen und Enttäuschungen, trotz aller Differenzen, die in der Organisa- zu haben, sich bei der IG Metall als Hauptamtlicher zu bewerben. tion auftraten, hätte durchhalten können, wenn Willy nicht an seiner Ich kann nicht garantieren, daß wir hier dann heute eine riesige Seite gestanden hätte. Geburtstagscour für ein ehemaliges geschäftsführendes Vorstands- Ich habe gestern in alten Jahrgängen der SOPO nochmals gestö- mitglied der IG Metall erlebt hätten, aber bis zum Bevollmächtigten bert, wobei mir einfiel, daß Radek geschrieben hat, Lenin habe ihn oder Bezirksleiter hätte er es ganz gewiß gebracht, was nicht nur dabei erwischt, wie er in einem neu erschienenen Band von Lenins für uns, sondern vor allem für die IG Metall von größtem Nutzen Aufsätzen aus dem Jahre 1903 blätterte. Das Gesicht Lenins habe ein gewesen wäre.
schlaues Lächeln überzogen - schrieb Radek - als er spöttisch sagte: 2. Sollte er versuchen seine verschiedenen Veröffentlichungen - "Es ist sehr interessant jetzt zu lesen, wie dumm wir damals waren." sowohl externe als auch interne - mit entsprechenden Kommentaren Sicher gibt es auch in der SOPO solche Dummheiten über die wir für die jetzige Generation der politisch Aktiven herauszugeben. heute versucht sind zu lächeln. Aber auch diese "Dummheiten" 3. Aber muß ich insbesondere nach der Lektüre seiner Lebenserinkönnen wir nur verstehen, wenn wir sie aus der damaligen Zeit heraus nerungen, die mir zugänglich waren, ihn dringend bitten, sie weiter beurteilen und wissen, in welchem Zusammenhang sie stehen. zuführen. Die Lektüre war nicht nur spannend für mich, sondern So wird natürlich kaum ein junger Genosse oder eine Genossin auch äußerst lehrreich. Ich bin überzeugt, daß für alle, die nicht das verstehen, wenn er /sie in einem Artikel von Willy im Juli 1956 liest: Vorrecht hatten, so lange mit ihm zusammenzuarbeiten wie ich, diese "Wir müssen in eigener Verantwortung vor dem deutschen Volke durch und durch politischen Aufzeichnungen sie auch ein wenig in eine aktive Wiedervereinigungspolitik entfalten, die den vier Mächten ihrer eigenen Aktivität stabilisieren könnten. Sie könnten Zweifel gar keine ander Wahl läßt, als ihr zuzustimmen, wenn sie weiterhin mit beheben in dieser Zeit des erschreckenden Zusammenbruchs sowohl uns Beziehungen aufrechterhalten wollen. Gibt nicht Tito ein gerade- in den "irreal sozialistischen" Staaten als auch der ideologischen zu schulmäßiges Beispiel dafür, daß dies möglich ist? Dazu als erstes: Verwirrung und Kapitulation in der westlichen Linken. Mut und ein Ultimatum an die Regierung mit der Forderung, daß sofort eine be- Zuversicht könnten so in die Zukunft des Sozialismus gevollmächtigte deutsche Delegation nach Moskau reise und über die schöpft werden, die untrennbar mit der Zukunft der Menschrussischen Bedingungen für eine Wiedervereinigung verhandle. Im heit überhaupt verbunden ist.
dokument Palästina, Zionismus, Israel