Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Aufruf zum Internationalismus-Vorbemerkung

Inprekorr Nr. 231, Oktober 1990 · S. 6-7 · 803 Wörter

Vietnam und Indochina Philippinen und Südostasien

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nen und Aktivisten einen Aufruf zum gemeinsamen Handeln. Der solidarische Internationalismus vereint. Unser oberster Grundsatz muß die Wirksamkeit unseres Kampfes sein. Wirksamkeit erfordert Einheit; wir müssen unsere Kräfte zusammenschließen, um alle zu verteidigen, die kämpfen, die leiden, die verfolgt werden.

Die Solidarität ermöglicht jeder und jedem, in der Aktion ideologisches und organisatorisches Sektierertum zu überwinden. Jenseits politischer Differenzen müssen all die Kräfte, Organisationen und Bewegungen in gemeinsamen Kampagnen zusammengefaßt werden, die bereit sind, darin aktiv zu werden. Im Angesicht der Repression, in der Verteidigung von Kämpfen und Menschenrechten, darf nichts unsere Solidarität spalten. In diesem Sinne eint die Solidarität in der Zielsetzung, indem sie all jene unterstützt, die kämpfen, ohne die Differenzen, die manchmal zwischen den verschiedenen Strömungen in einer Bewegung existieren, zu vertiefen.

Solidarität muß dauerhaft sein.

Dem langen Kampf der Ausgebeuteten und Unterdrückten dieser Welt muß eine Solidarität mit langem Atem entsprechen. Die Einheit garantiert den Schwung und die Dauerhaftigkeit im internationalistischen Engagement.

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Die Solidarität muß von den staatlichen Zwängen befreit Jede Organisation hat es nötig, die Lehren aus der weltweiten werden. Geschichte der Arbeiterbewegung , der nationalen Befreiungs- Das Gewicht des Staates ist groß in der heutigen Zeit. Es kann bewegungen, aus den Siegen und Niederlagen in den Kämpfen nicht ignoriert werden. Revolutionäre Organisationen und der Völker, aus den Revolutionen und Konterrevolutionen zu Volksbewegungen können in die Lage kommen, daß sie um die ziehen. Die politische Diskussion und der Austausch von Erfah- Unterstützung ausländischer Regierungen ersuchen - oder rungen zwischen verschiedenen Bewegungen und Parteien sind zumindest um deren Neutralität. Die Solidaritätsbewegung muß schon auf nationaler Ebene unerläßlich. Die internationale Koauf diesem Gebiet ebenso wie auf anderen helfen. operation muß, zum Nutzen aller, Gelegenheit zur Auseinander- Aber Solidarität darf nicht abhängig gemacht werden von den setzung über Analysen und Orientierungen, Strategien und Pro- Zufällen in der Diplomatie einer Hauptstadt des sogenannten gramme bieten. Diese Notwendigkeit lag der großen Konferenz „sozialistischen Lagers", sei es Moskau oder Peking. Sie muß der lateinamerikanischen Linken im Juli 1990 in São Paulo, Bravon den Staaten wirklich unabhängig sein und damit einen wirk- silien, zugrunde. lich internationalistischen, revolutionären Wert zum Ausdruck Internationalismus fordert die Achtung der politischen und bringen. Sie darf sich nicht in den Dienst von Sonderinteressen organisatorischen Integrität jeder nationalen Partei. Es muß eine einer Regierung oder einer Partei stellen. Beziehung der Gegenseitigkeit und der gegenseitigen Unterstüt- Jeder soziale oder nationale Befreiungskampf eines Volkes zung sein. Zwischen den verschiedenen politischen Organisatiomuß ohne Vorbedingungen unterstützt werden, nur um seiner nen gibt es oft erhebliche politische Differenzen. Die gemein- Sache willen: die Befreiungskämpfe in El Salvador, auf den Phi- same Praxis soll helfen, sie zu überwinden. Jenseits aller Diffelippinen, im Baskenland oder in Eritrea ebenso wie die Arbeiter- renzen und Meinungsverschiedenheiten stehen wir alle in demkämpfe in Europa gegen das Kapital oder die Kämpfe der selben Lager, dem der Ausgebeuteten und Unterdrückten. Schwarzen in Südafrika gegen die Apartheid, ebenso wie die Kämpfe der polnischen und chinesischen Arbeiterinnen und Eine Schule der Demokratie Arbeiter für ihre politischen und sozialen Rechte. Wenn wir gemeinsam solidarisch handeln, zeigen wir, daß Solidarität darf nicht willkürlich mit bestimmten Grundsätzen wir in der Lage sind, den Pluralismus in der fortschrittlichen und revolutionären Bewegung zu respektieren; daß wir es verstehen, die fraktionelle Praxis, die ihr so schweren Schaden angerichtet hat, zu überwinden. In der Einheit läßt sich Demokraneller und das Massaker an den Kurden durch die irakische Dik- tie und Autonomie für die Arbeiter- und Volksorganisationen tatur anprangern. Die Verbrechen Saddam Husseins darf man besser respektieren. dabei nicht verdecken. . Auf diese Weise können wir auch einen Beitrag dafür leisten, Voneinander lernen dem sozialistischen Projekt neue Glaubwürdigkeit zu verleihen. Der Internationalismus bietet eine einmalige Gelegenheit, Der Internationalismus ist eine wirkliche lebendige Schule der voneinander zu lernen. sozialistischen Demokratie.

Schließen wir unsere Kräfte zusammen!

Kämpfen wir gemeinsam, um wieder einen wirklichen Internationalismus zu schaffen! Aus dem Inhalt: Schwerpunkt des nächsten Hefts:

südostasien Schwellenländer Südostasiens • Das Phänomen "Metropolisierung"

informationen • Urbanisierung und Deurbanisierung in Schwerpunkt vergangener Hefte: Kambodscha 2/90 Arbeitsmigration • Slumbewohner schließen sich 1/90 Das Bild Südostasiens in der BRD Leben und zusammen 4/89 Chinesen In Südostasien

Überleben in • Malayisia: Dicke Luft im Klang Valley 3/89 Ende der Blockkonfrontation • Jakarta: Traum und Alptraum für den Metropolen Millionen südostasien informationen • Großstadtleben im zeitgenössischen philippinischen Film erscheint vierteljährlich erhaltlich bel: Umfang: 70 S. Südostasien

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Heft Nr. 3/90 Laos, Thailand, Indonesien, Philippinen. Konten: Sperkasse Bochum (BLZ 430 500 01) Nr. 30302491, Postgiroamt Dortmund (BLZ 440 100 46) Nr. 1748-460