Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Für ein linkes Dokumentationszentrum'

Inprekorr Nr. 225, März 1990 · S. 44-46 · 1.327 Wörter

Frauen BRD und DDR Sowjetunion Trotzki und Geschichte

Unkorrigierter maschineller Text (OCR). Jede Seite verweist auf ihren Scan; vor dem Zitieren bitte dort prüfen.

ein Linkes Dokumentationszentrum" gegründet.

Wir wollen für eine sozialistische Prspektive die allgemein wenig bekannten Wurzeln und Erfahrungen bisheriger oppositioneller Bewegungen und Alternativen zum Stalinismus" in das Bewußtsein unserer Gesellschaft bringen und die öffentliche Diskussion darüber beginnen.

Die offizielle Geschichtswissenschaft hat die Aufarbeitung der Geschichte dieser Bewegungen und ihrer Unterdrückung bis her kaum berücksichtigt bzw. arrogant ignoriert. Diese Aufarbeitung kann nur durch die breite Einbeziehung von Betroffenen und Zeitzeugen geschehen. Deshalb werden wir Erlebnisberichte. Erinnerungen von Zeitzeugen. Prozeßberichte sowie Namen sammeln und veröffentlichen. Das Zentrum macht sich zugleich zum Sachwalter von Fällen politisch Repressierter und engagiert sich dafür. daß deren Rehabilitierung nicht auf einen schreibtechnischen Vorgang reduziert wird. Wir bitten daher alle Betroffenen. ..Zeugen*. Besitzer privater Archivsammlungen sowie Interessenten um Bereitstellung von Informationen und Material sowie um persönliche Zusammenarbeit.

Wir haben internationale Kontakte zu ähnlichen Initiativen aufgenommen und sind an der Zusammenarbeit mit allen interessierten Gruppen vor allem in der DDR interessiert.

Weitere inhaltliche Schwerpunkte der Arbeit

Wir sammeln das Schriftgut - der oppositionellen Bewegung in der DDR, ihre Zeitschriften und andere Publikationen und Zeugnisse ihrer Arbeit vor dem September 1989.

- der oppositionellen Bewegung nach dem September 1989.

- speziell aller innerhalb der Initiative für • eine Vereinigte Linke" arbeitenden Gruppen sowohl vor als auch nach dem September 1989.

Wir bitten die oppositionellen Gruppen in der DDR. uns die Geschichte ihrer Bewegung in einer selbst gewählten Form mitzuteilen bzw. sich an der Aufarbeitung dieser Geschichte zu beteiligen.

Wir sammeln alle im Ausland erschienene Literatur chemaliger DDR-Bürger. ob nun Schriftsteller oder Wissenschaftler oder Autor von Lebensberichten.

Wir wollen Kontakt zu aus politischen Gründen in den Westen abgeschobenen bzw. gegangenen DDR-Oppositionellen herstellen. ...

Wir werden jene Literatur sammeln. die die jahrzehntelange internationale Diskussion über alternative Sozialismusvorstellungen widerspiegelt.

Wir sammeln Zeugnisse vergangener bzw. vorhandener Versuche kommunemä- Biger Lebensgestaltung in unserem Land. Wir werden mit Forschungseinrichtungen. gesellschaftlichen Organisationen und Einzelpersonen zusammenarbeiten, die bezüglich unserer Intention Sozial- bzw. mündliche Geschichte betreiben. Wir sehen die Perspektive. eine unabhängige Forschungseinrichtung der alternativen Bewegung zu etablieren und haben deshalb mit der Gründung des Zentrums und der Schaffung einer arbeitsfähigen Arbeitsgruppe begonnen.

Wir streben die angebrachte Veröffentlichung von Ergebnissen unserer Arbeit an. Dieser Problemkatalog muß u.E. durch die beginnende Arbeit modifizierbar sein. Berlin, den 8. Dezember 1989 Adresse für Zuschriften:

Beate Bormann, PSF 114, Berlin, 1080. DDR.

Seite 45

3. Macht- und Entscheidungsbereiche Die Interessen von Frauen und Männern müssen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens berücksichtigt werden.

Dazu sind folgende Schritte notwendigkeit:

- Einführung einer 50%-Quotierun ci der Aufstellung von KandidatInne für alle Ebenen der Volksvertretungen (Volkskammer, Bezirks- und Kreistage): - Durchsetzung von Quotenregelungen in den Leitungen von Parteien und Organisationen entsprechend dem Anteil von Frauen bzw. Männern; - Zulassung und Förderung alternativer Interessenvertretungen von Frauen (autonome Frauenbewegung); - Bildung einer Frauenfraktion in der Volkskammer, in der Vertreterinnen der autonomen Frauenbewegung einen gleichberechtigten Platz haben; - Frauenministerium bzw. Frauenrat in der Regierung als Übergangslösung. 4. Recht 1. Überarbeitung des Strafgesetzbuches mit dem Ziel, die konsequente Bestrafung jeder Form von Gewalt gegen Frauen zu ermöglichen.

2. Herstellung eines gleichberechtigten Status von Männern hinsichtlich des Erziehungsrechtes bei Scheidungen sowie generell bei Wahrnehmung der sozialen Vaterschaft.

5. Sozialisation

Abbau geschlechtsstereotypischer Verhaltensnormen.

Dazu sind folgende Schritte notwendig:

1. Schaffung von Kommunikationsund Begegnungsmöglichkeiten für Frauen, die es Frauen ermöglichen, cigene Bedürfnisse zu erkunden und zu artikulieren (Frauencafés, -klubs, -bibliotheken, -wohngemeinschaften, -ferienhäuser).

2. Entwicklung eines öffentlichen Bewußtseins und der Diskussion über die Geschlechterfrage:

— Öffnung der Medien für diese Problematik bzw. Zulassung neuer Frauenzeitschriften, -sendungen etc. - Veröffentlichung bzw. freier Zugang zu feministischen Forschungsergebnissen:

- Thematisierung und Abbau sexistischer Medieninhalte; - Förderung frauengerechter Sprache und Sprachverhaltens.

3. Abbau rollenfixierter Erziehung: - kritische Analyse von Lehrplänen DDR und -büchern hinsichtlich der Vermittlung von Geschlechtsrollenstercotypen und Erarbeitung neuer Lehrmittel; - körperfreundliche, enttabuisierte Sexualerziehung:

- Erziehung zur Übernahme gemeinsamer Verantwortung für die Schwangerschaftsverhütung.

Kontaktadressen:

Katrin Rohnstock, Stargarder Str. 33, Berlin. 1058.

Samirah Kenawi, Schliemannstr. 6, Berlin, 1058.

Ev Labsch, K.-Niederkirchner-Str. 21. Berlin. 1055.

Sylke Stübner, Esmarchstr. 7. Berlin, 1055. Anmerkungen:

' Diese einheitliche Formulierung stellt den mehrheitlichen Konsens der Gruppe dar. Es gab jedoch noch einen andern Ansatz: Die Klassengesellschaft bildete sich durch die Umwandlung des Mehrprodukts in Privateigentum heraus. Da mehrheitlich Männer infolge ihrer sozialen Stellung an der Erzeugung des Mehrprodukts beteiligt waren. kam es zur Konzentration von Privateigentum in männlicher Hand. Ursache und Folge dieses Prozesses ist die unterschiedliche psychosoziale Stellung der Geschlechter.

&F. Engels, Der Ursprung der Familie, des Pri vateigentums und des Staats (1884), in: K. Marx/F Engels, Werke. Bd. 21. Berlin 1962. S. 61. DIE AKTION

Zeitschrift für Politik, Literatur, Kunst SONDERHEFT

Die DDR als sozialistische Alternative

Dokumente =l der Initiative »Vereinigte Linke«

Über Räte, Volkssouveränität und Sozialismus. 68 S., 8.- DM In jeder guten Buchhandlung! Edition Nautilus

Hassestraße 22 - 2050 Hamburg 80 Unabhängiges sowjetisches Dokumentationszentrum

Kürzlich wurde in Moskau die unabhängige Vereinigung Soziale Programme" gegründet (Assoziation Soziale Programme, Dubrowskaja 1, dom 1, 109044 Moskau, UdSSR). Geplant ist der Aufbau ciner Bibliothek und cines Archivs der internationalen Arbeiterbewegung. die Einrichtung cines Bildungs- und Beratungszentrums sowie die Gründung einer Agentur zur Organisierung von Besuchergruppen der Arbeiterbewegung. Sachspenden (Bücher usw.) sind erwünscht. Die Vereinigung plant auch die Herausgabe ciner russischen Ausgabe der Verratenen Revolution von Leo Trotzki in ciner Auflage bis zu 250 000. Drucckapazitäten stehen zur Verfügung. nicht aber Druckpapier. Die dafür notigen 50 t sollen aus Spenden finanziert werden. Direkter Kontakt ist möglich über: SOKOM, Hohenstaufenring 23, 5000 Köln 1, * (02 21) 24 24 35. Spenden an Stadtspark. Koln (BLZ 370 501 98) 45 353 943, Grigori Pelman, Kennwort „Trotzki"

INPRECOR

Correspondencia de Prensa Internacional para America Latina

Revista mensua de informacio i ana-sis publicada Da la responsabuidac de Secretariade Unficado Oe la Il internacional Indice del numero 0 Noviembre de 1989 3 A manera de presentación 5 Las tormentas del Tercer Mundo Daniel Bensad y Sergio Rodriquez 12 Colombia:

El narcotrafico representa la continuidad del tipo de dominación politica Entrevista a Daniel Libreros 15 Brasil:

El PT, una alternativa de gobierno y poder 17 Del mundo entero:

La glasnost y la crisis de los partidos comunistas Emest Mandel 26 Nicaragua:

Sólo después de las elecciones será posible una concertación Entrevista al comandante Luis Carrión 30 México:

EI PRT trente al proyecto cardenista 33 Uruguay: EI MPP y los retos que entrenta 37 Cuba:

Las relaciones económicas soviético-cubanas Janette Habel

Los articulos frmados no representan necesariamente el punto de vista de la redacción Los articulos no femados expresan las posiciones del Secretanado Unificado de la IV internacional Edinte par Presse-Báidoe-Comunicacion (PECI

Adminisracion:

2 rue Richard Lenci 93108 Monorvil, France beques bancaires es cheque postavi belles 1 Pondre de PEC

Seite 46

Trotzki-Symposium

Europäische Forscher aus den Disziplinen Ökonomie. Soziolo gIe. Geschichte. Philosophie. Politikwissenschaft veranstalten vom 26.-29. März 1990 an der Universität Wuppertal ein internationales wissenschaftliches Symposium über das theoretische Werk und die prakti- Internationale Arbeiterbewegung schen Aktivitäten Leo Trotzkis. Zu den Initiatoren gehören u.a.: Prof. I. Fetscher. Frankfurt am Main: Prof. G. Trautmann. Hamburg: Prof. H. Dahmer, Darmstadt: Prof. P. Broué.. Grenoble: K. Tarbuck. Großbritannien: Prof. P. v. Oertzen, Hannover: Prof. J. Scherrer. Paris: Prof. H. Schmid. Dänemark: V. Pisigin. UdSSR.

Folgende Themenkomplexe werden behandelt:

* Trotzkis Rolle von der Oktoberrevolution bis zu seiner Ausschaltung aus dem politischen Leben der UdSSR:

* Trotzkis Beiträge zur Analyse der Sowjetgesellschaft: * Trotzkis Marxismus.

Um Interessenten und Referenten aus devisenarmen Ländern die Teilnahme am Symposium zu ermöglichen (Reise. Unterbringung etc.), sind die Initiatoren dringend auf Spenden angewiesen.

Spendenüberweisungen an: Prof. Theodor Bergmann - Sonderkonto

Bank für Gemeinwirtschaft (BLZ. 600 101 11)

Kto.-Nr. 3 045 018 901 Anmeldungen und weitere Auskünfte:

Prof. Th. Bergmann

Im Asemwald 26.6.215 D-7000 Stuttgart 70 ITALIEN

Kongreß von Democrazia