Herri Batasuna- Vertreter ermordet Zur Ermordung des Parlamentsabgeordneten von Herri Batasuna durch ein faschistisches Kommando hat die Leitung der baskischen Partei folgende Erklärung abgegeben:
,Am S. Jahrestag der Ermordung von Santiago Brouard, Parlamentsmitglied von Herri Batasuna [HB] ... überfiel ein Terrorkommando die Gruppe der vier Herri Batasuna- Parlamentsmitglieder und drei Senatoren, die sich zusammen mit dem Presseverantwortlichen von HB und zwei Mitarbeitern der Zeitung Egin in einem Madrider Restaurant zum Essen getroffen hatten.
An diesem Vormittag hatten sie ihre Parlamentarier-Unterlagen abgeholt, um - entsprechend der politischen Situation in Euskadi und der Entscheidung der Mitglieder von HB - zum ersten Mal ihren Parlamentssitz einzunchmen...
Unser Genosse Josu Muguraza, Parlamentsabgeordneter und Mitglied unseres Nationalen Komitees, wurde getötet, Inaki Esnaola, ebenfalls Parlamentsabgeordneter, lebensgefährlich verletzt... Dieses Verbrechen ist weder ein isolierter Zwischenfall noch das Werk von ,ausgerasteten' Individuen. Es ist die Konsequenz der perfekt entwickelten Taktik des Spanischen Staates, dessen Ziel, die Zerstörung unserer Nation und die Sabotage an einer politischen Verhandlungslösung und am Frieden ist. Der Spanische Staat, seine Polizei und das spanische Militär haben bei vielen Gelegenheiten ihre Bereitschaft gezeigt, mit terroristischen Mitteln, Repression und der Anwendung von Folter HB und Euskadi [Baskenland] . . . zu zerstören. Zur Erinnerung: in den vergangenen sieben Monaten, seit Abbruch der politischen Verhandlungen in Algerien zwischen Vertretern der bewaffneten Organisation ETA und der Spanischen Sozialistischen Arbeiterpartei (PSOE), wurden mehr als 30 baskische Jugendliche von einigen ,ausgerasteten Individuen* überfallen und niedergestochen, erhielten gewählte Vertreter von HB Briefbomben - wodurch ein Postbote in Renteria getötet wurde -. wurden Anschläge auf das Leben von HB-Mitgliedern des Parlaments von Navarra verubt. . • Dieser schmutzige Krieg des Staatsapparates, eingeleitet mit der Machtübernahme der PSOE, führte auch zur Ermordung von 18 baskischen politischen Flüchtlingen und unseres Genossen Santiago Brouard durch die ,Anti-Terror-Gruppe* GAL. Nicht vergessen werden darf, daß gegen die beiden Polizeioffiziere Amedo und Domínguez, die für das ‚sozialistische' Innenministerium troeleren wegen organisierun de GAL. ..
Die einzige Lösung ist die politische Verhandlung zwischen ETA und dem Spanischen Staat. Deshalb bestehen wir darauf, daß diese politischen Gespräche an dem Punkt wieder aufgenommen werden, wo sie durch die Madrider Regierung abgebrochen worden sind...
Wir kämpfen weiter für unsere soziale und nationale Befreiung, für Verhandlungen und Frieden. Wir haben die baskische Bevölkerung aufgerufen • mit Massenprotestdemonstrationen und einem Generalstreik auf das jüngste Verbrechen zu antworten."
Hunderttausende folgten diesem Aufruf. Am Dienstag und Mittwoch legte ein spontaner Aufstand das ganze Baskenland lahm: Massendemonstrationen, Anschläge gegen Banken und Parteibüros, die Laden blieben geschlossen, der öffentliche Verkehr wurde lahmgelegt. In den Straßen von San Sebastián und Bilbao bauten Jugendliche Barrikaden und lieferten der Polizei Straßenschlachten.Am 28. November signalisierte die Regierung von Felipe González ihre Bereitschaft, auf die Forderung nach Verhandlungen einzugehen. * PALÄSTINA