Anfang 1989 traf Jozef Pinior von der Polnischen Sozialisti- Internationale Arbeiterbewegung schen Partei-Demokratische Revolution (PPS-RD) mit der Redaktion der Zeitschrift International Viewpoint zusammen. Er gab die folgende Beschreibung der Entwicklung seiner Partei. ie Schaffung der Polnischen zesses der Bewußtwerdung war das D Sozialistischen Partei ent- Auftauchen von Solidarnosć im Jahre spricht einem besonderen 1980. Solidarnosć war eine Gewerk Moment in der Entwicklung der pol- schaft, aber auch eine Bewegung der nischen Gesellschaft und der Wider- gesamten Gesellschaft gegen den sprüche. die in ihr heranreifen. Totalitarismus. Zu dieser Zeit verlor Die stalinistische Machtergreifung die Polnische Vereinigte Arbeiternach dem Kriege besaß einen authen- partei (PZPR) jede Legitimität und tischen progressiven, revolutionären erschien nur noch als die Partei der Aspekt. der sich in der Abschaffung Machtausübung kapitalistischer Privilegien und feu- Mit dem Staatsstreich vom Dezemdaler Überreste ausdrückte, was zu ber 1981 versuchte die Bürokratie einer großen sozialen Mobilität das Problem gewaltsam zu lösen führte. Andererseits wurde die ge- Doch sie wurde sich schnell bewußt. samte Gesellschaft unmittelbar unter daß politische Hebel unerläßlich wa die Vormundschaft der Nomenkla- ren. um die Gesellschaft zu kontroltura gestellt. die von der sowjeti- lieren. Die Gesellschaft errang zwei schen militärischen und politischen historische Erfolge auf dem Weg zu Präsenz gestützt wurde ihrer Emanzipation, die, ohne wieder Die antikapitalistischen Verände- zu einer Repression Stalinschen Ausrungen waren nicht einfach das Pro- maßes zurückzukehren, unumkehrdukt einer Manipulation von oben. bar sind: sie brach das Monopol der Sie entsprachen den Bestrebungen Nomenklatura über die Information der polnischen Massen, Bestrebun- und ihr Monopol der Organisation. gen, die vor allem im Widerstand Daraufhin begann sich eine neue gegen die Nazis zum Ausdruck ka- Struktur des öffentlichen Lebens zu men. Aufgrund dessen war ein Teil bilden. Es wurde deutlich, daß es der Gesellschaft in der Lage, sich mit innerhalb der Gesellschaft im Verden neuen System zu identifizieren. lauf ihrer Emanzipation verschiedenc Doch als das Regime die zivile Ge- Interessen gibt. Auf diese Weise sellschaft abbaute, verloren die tradi- tauchte in der polnischen Politik die tionellen Unterschiede zwischen der alte Trennung zwischen links und progressiven Linken und der konser- rechts wieder auf, auch wenn ihr vativen Rechten ihre Bedeutung. In neuer Inhalt noch nicht endgültig beeiner atomisierten Gesellschaft ist stimmt worden ist. das einzige identitätsstiftende Moment die Haltung gegenüber der herrschenden Macht.
Über Episoden der Selbstaktivität der Arbeiter - 1956. 1970, 1976 Die Führung der Nomenklatura und 1980 - bildete sich das antibüro- wurde sich bewußt, daß sie Verändekratische Bewußtsein heraus. Dies rungen durchführen muß. um die bezog auch die zivile Gesellschaft Wirtschaft effizienter zu machen und mit ein. die sich ihrer eigenen. vom ihre Macht zu behalten. Unserer Staat getrennten Existenz bewußt Meinung nach versucht sie, ihre poliwurde. Der Höhepunkt dieses Pro- tische Herrschaft über die Produktionsmittel dadurch zu stärken, daß sie sich auf den klassischen Mechanismus der Kapitalisierung stützt. Wir sind somit Zeuge eines Prozesses der Verbürgerlichung der Nomenklatura.
Sie wollen Kapital in seiner klassischen Form gebrauchen, um ihre Macht zu stärken. In diesem Rahmen vertritt die polnische Bürokratie ein autoritäres Modell der gesellschaftlichen Entwicklung. Um dabei erfolgreich zu sein, benötigt sie eine gewisse Legitimität. Die gegenwärtige Liberalisierung stellt einen Versuch dar, diese Legitimität zu erhalten. Von diesem Standpunkt aus ist das letzte Plenum des ZK der PZPR kennzeichnend. Es bezog den politischen und gewerkschaftlichen Pluralismus ein, aber nicht die politische Demokratie — ganz wie ein aufgeklärter Monarch, der seinem Volk Zugeständnisse gewährt.
Seitens der Gesellschaft verläuft die Trennungslinie folgendermaßen: auf der cinen Seite diejenigen, die sich für einen Ausweg aus dem totalitären System in Richtung auf ein autoritäres gesellschaftliches Modell aussprechen, andererseits die Befürworter einer radikalen politischen Demokratie.
Neben der katholischen Hierarchie ist der Teil der Opposition, der gewöhnlich das oppositionelle Establishment" genannt wird, bereit, diesen autoritären Weg zu legitimieren. Dazu gehören die einflußreichsten intellektuellen Ratgeber von Solidarność und einige angeschene Gewerkschaftsführer wie Walesa, Bujak und Frasyniuk.
Diese Leute glauben, daß es aufgrund geopolitischer Schranken keine andere Lösung gibt und wir mit dem zufrieden sein sollen, was möglich erscheint. Mehr noch, sie sind überzeugt, daß der Liberalismus das effektivste Wirtschaftsmodell ist, und somit auch bereit, seine soziale Logik zu akzeptieren. Diese Gruppe hat die Alternative der Selbstverwaltung vollständig vergessen, die während der Periode der Legalität von Solidarosé so deutlich geltend gemacht worden war. Für sie ist sie eine Utopie.
Ein anderer Teil der Opposition lehnt dieses autoritäre Modell ab und schlägt ein Modell der gesellschaftlichen Emanzipation von unten vor. ein Modell direkter Demokratie. Dazu gehören auch zahlreiche betriebliche Strukturen von Solidar-
ność. Sie streben eine legale Gewerkschaftsorganisation an, aber nicht um den Preis der Unterwerfung unter das Regime. Auf dieser Ebene entsteht die elementarste Form des spontanen Bewußtseins für die Selbstverwaltung.
Verschiedene linke Strömungen
Des weiteren gehört dazu auch die neue Linke, die sich in erster Linie in unserer Partei, der PPS-RD, gruppiert. Wir finden hier auch Strömungen, die im politischen Leben Polens wieder auftauchen: die Anarchisten (die im vergangenen Oktober vor dem US-Konsulat gegen die Intervention in Mittelamerika protestierten) und die radikalen Pazifisten. Schließlich gehören zu dieser Strömung der Opposition auch Gruppierungen, die sich selber nicht als links definieren, aber mit der Linken die Forderung einer radikalen politischen Demokratie gemeinsam haben. Dies gilt z.B. für die ..Kämpfende Solidarnose*, die vom Standpunkt ihrer Ideologie her weder links noch rechts ist und sich auch nicht festlegen will. Aber wenn man mit ihnen darüber diskutiert, was zu tun sei, wenn die Nomenklatura die Fabriken schließt, dann antworten sie wie wir: „Ein aktiver Streik." Dies zeigt, daß solche Gruppen, was die Praxis betrifft, unsere Verbündeten sind Die Entstehung der PPS ist das Resultat der Bewußtwerdung, dessen, was bei dem Projekt der Bürokratie auf dem Spiel steht. Dieses Bewußtsein ist in unterschiedlichen Strukturen der polnischen Opposition unabhängig von einander entstanden. Im Sommer 1987 sind einige Strukturen von Solidarnosć und der Bewegung Frieden und Freiheit" (WiP) in Wroclaw in Kontakt mit der Gruppe getreten, die in Warschau die Zeitung Robotnik herausgibt. Dabei hat sich herausgestellt. daß wir die Lage ähnlich beurteilen. Wir sind zu der Schlußfolgerung gekommen, daß es erforderlich ist. für die junge Generation der polnischen Opposition eine linke Alternative aufzubauen.
Wir hatten somit die Wahl. Entweder in Solidarnosć eine linke Strömung zu schaffen oder außerhalb von Solidarnosć eine politische Struktur der Linken aufzubauen. Wir sind zu dem Ergebnis gelangt, daß die zweite Möglichkeit die bessere sei. denn niemand kann in Solidarnosć ein Internationale Arbeiterbewegungl ideologisches Monopol haben. Die linke Alternative konnte sich im gewerkschaftlichen Rahmen nicht definieren. Wir haben jedoch den gewerkschaftlichen Kampfes nicht aufgegeben. Wir agieren in Solidarnosé als Gewerkschaftsmitglieder für einen authentischen Gewerkschaftskampf und für Gewerkschaftsstrukturen, die wirkliche Instrumente zur Verteidigung der Arbeitenden sind. SOLAKNOSC
Als PPS-RD bilden wir keine Anti- Walesa-Führung. Das ist ein Prozeß in Solidarność selbst, wobei unsere Mitglieder und die Vorschläge, die sie machen können, Einfluß haben. Doch sie nehmen diesen Kampf als Gewerkschaftsmitglieder und nicht als Parteimitglieder auf.
Somit war unsere Idee deutlich: es war nötig, eine klar definierte politische Alternative außerhalb von Solidarność zu schaffen und in Solidarnosé. in ihren betrieblichen Strukturen, für eine Gewerkschaft zu kämp- •Internationale Arbeiterbewegung fen, die ein wirkliches Instrument der Verteidigung der Werktätigen ist. Da es bis dahin in Polen keine Kraft gegeben hatte, die sich deutlich als links definiert, wollten wir, daß die Plattform SO breit wie möglich werde, so daß sie all diejenigen einschließen konnte, die auf der Linken standen - von Sozialdemokraten bis zur revolutionären Linken und Anarchisten.
Unser Ziel war, auf Anhieb eine breite linke Gruppierung zu schaffen. Wir sahen nicht, daß eine derart vage politische Gruppe künstlich war, daß sie unter dem Druck divergierender politischer Interessen in ihr auseinanderbrechen würde. Das war ein Irrtum.
Wir hatten eine ganze Menge Hoffnung in die „alte Linke" (die Gruppe um Jacek Kuron, Adam Michnik und Jan Jozef Lipski) gesetzt, was sich später als Illusion herausstellte. Ich stand den Positionen von Kuron lange Zeit sehr nahe. Für mich war er immer noch der Autor des Offenen Briefes an die PZPR.' Die Teilnahme von Lipski am Projekt der Sozialistischen Partei war in unseren Augen von großer Bedeutung. Doch es wurde sehr schnell deutlich, daß grundlegende Differenzen zwischen uns existierten. Diese traten bei der Gründung der PPS im November 1987 hervor, in ihrer ersten politischen Erklärung. Es gab in diesem Text Passagen, die für die Gruppe aus Wroclaw und die Robotnik-Gruppe in Warschau unannehmbar waren: ihr vager Charakter, die unglückliche Behauptung, daß die Lehren von Johannes Paul Il. uns näher stünden als der Marxismus, ihr allgemeiner Charakter, der keinerlei Richtlinien für die Aktivitäten der Partei lieferte.
Das Problem der Einheit rück, denn die Einheit der gesamten Linken schien uns anfangs wichtiger zu sein als diese Differenzen. Wir dachten, daß unsere Praxis unser Programm bestimmen würde. Sehr schnell wurde jedoch deutlich, daß Lipskis Praxis und unsere in unterschiedliche Richtungen gingen. Der Augenblick der Wahrheit kam mit einem deutlichen Preisanstieg am 1. Februar 1988.
Wir antworteten mit einer sofortigen Stellungnahme, in der wir deutlich machten, daß die Arbeiter das Recht hatten, darauf mit Streiks zu antworten. Die restliche Opposition, einschließlich Lipski, sahen die Streiks als nicht in unserem Interesse Wir beschränkten uns nicht auf Worte, sondern wir setzten uns für die Durchführung von Streiks ein. Darauf brach ein offener Konflikt zwischen uns und dem Establishment aus, und Lipski verließ die Partei und erhob Anschuldigungen gegen uns. Die Spaltung der PPS im Februar 1988 hätte das Ende des Versuchs der Schaffung einer politischen Linken in Polen sein können. Denn nicht nur Lipski und seine Freunde hatten uns verlassen, sondern in der bestehenden Verwirrung nahm eine Reihe regionaler sozialistischer Gruppen eine abwartende Haltung ein. Sie verstanden nicht, was in der Debatte auf dem Spiel stand und weigerten sich, sich eine der beiden Seiten anzuschließen.
Radikale Strömungen in den Betrieben
Die Lage hätte verzweifelt sein können, aber dann kam der Mai und mit ihm die Streiks. Es war klar, daß die radikale Strömung der PPS in den Fabriken und bei den Streiks vertreten war. Es waren einmal mehr die Betriebe und die Straße, die die Lage in Polen bestimmten. Daraufhin kamen wir zu der Schlußfolgerung. daß es besser sei, zwei sozialistische Parteien in Polen zu haben, und wir wünschten Lipskis Partei Erfolg in der Arena, die sie sich ausgesucht hatte. Für uns ist die bloße Tatsache, daß sie sich auf den Sozialismus berufen, bedeutsam in einer Gesellschaft, in der dieser durch die Stalinisten völlig kompromittiert ist. Unsere Ideologie und unser Programm sind aus unseren gewerktur abzielenden Aktivitäten entstanden. Unserer Meinung nach sind die für die westliche Realität charakteristischen Strömungen — die sozialdemokratische, trotzkistische, sozialistische, anarchistische — in gewisser Hinsicht nicht in die Sprache unserer Wirklichkeit übersetzbar.
Wenn im Osten eine reale linke Alternative entsteht, so wird sie cinen neuen Inhalt haben müssen. Sie wird sicherlich vom linken Denken im Westen geprägt sein. Aber sie wird vor allem die Frucht der Erfahrung aus den hier gegen das Regime der Nomenklatura geführten Kämp- Im Jahre 1988 stand die PPS-RD in der vordersten Linie der Arbeiter- Kämpfe. Nach den Streiks spielten wir nicht mit am runden Tisch. Wir organisierten große Straßendemonstrationen in Wroclaw und Warschau. natürlich suchten wir die Aktionseinheit mit anderen, in Wroclaw mit der „Kämpfenden Solidarnose". in Warschau mit dem MRKS. dem Wir stellten unsere Einwände zu- | auf Selbstverwaltung und Gegenkul- Überbetrieblichen Arbeiterkomitee
von Solidarnosć. Die Initiative kam von uns. Die anderen schlossen sich uns an.
Die Demonstrationen vom 13.Dezember zeigten, daß unsere Appelle an die Gesellschaft ein Echo in der Masse fanden. Etwa 15.000 Menschen strömten in die Straßen von Wroclaw. Das ist eine soziale Kraft. Unsere Praxis hat uns ermöglicht. eine Plattform auszuarbeiten, die wir „Die demokratische Revolution" genannt haben. Wir sind uns der Unzulänglichkeit unserer Bezugnahmen voll bewußt. Aber wir glauben, daß es sehr wichtig ist, daß unser Programm sich im Prozeß der Herausbildung befindet und daß es fähig ist. unsere laufenden Erfahrungen aufzunehmen. Deshalb gibt es in unserer Partei programmatische Fraktionen. Z.B. die Revolutionäre Linke Strömung (NLR), die sich mit dem klassischen Trotzkismus identifiziert. Eine weitere Gruppe, die gegenwärtig dominierende der Partei, wird die „Neue Linke" genannt. Ihre Hochburg ist Wroclaw.
Eine andere Gruppe, ich weiß nicht, wie ich sie bezeichnen soll, bezieht sich auf die historische Polnische Sozialistische Partei der Vorkriegszeit, die stets sehr links war und einige herausragende Seiten in der Geschichte der Arbeiterbewegung geschrieben hat.
Der historische Führer dieser Strömung, Puzak, starb in einem stalinistischem Gefängnis, und die alte PPS beugte sich niemals dem Stalinismus. Die jungen Leute, die sich mit dieser Tradition identifizieren, hängen sehr an diesen Symbolen, aber sie sind keine Sozialdemokraten, denn sie wollen keine Verständigung mit der Nomenklatura. In dieser Hinsicht haben sie nichts mit Lipski gemein. Schließlich gibt es in der Partei Strömungen, die als ihren Ausgangspunkt die Gegenkultur nehmen, sowie anarchistische Strömungen usw. Heute ist die PPS-RD von allen sozialistischen Gruppierungen am besten im nationalen Maßstab verankert. Unsere Gruppen sind in den Departements von Krakau, Gdansk, Katowice. Lublin. Plock, Przemysl. Szczecin. Warschau und Wroclaw. wo wir am stärksten sind, aktiv. Wenn das oppositionelle Establishment* weiter die Verbürgerlichung der Nomenklatura legitimiert. wird die polnische Gesellschaft früher oder später nach einer Alternative innerhalb der Opposition Ausschau halten. Dann kann die linke Opposition diese natürliche Alternative sein, weil all diejenigen, die nicht zum Narren gehalten werden wollen, dann sowohl gegen die Nomenklatura als auch gegen das sie rechtfertigende oppositionelle Esta- Internationale Arbeiterbewegung blishment revoltieren werden. Wir sind dabei, eine solche Alternative aufzubauen. Natürlich sind wir noch sehr schwach. Der größte Teil der Gesellschaft hat Vertrauen in Walesa und die Bischöfe. In unserem Lager stehen vor allem die jungen Arbeiter, die Studenten und die Schülerinnen und Schüler der höheren Schulen.
Anmerkung:
I1. Siche J.Kuron/K.Modzelewski, Monopolsozialis• mus. Hamburg 1969.1 EL SALVADOR LIBRE
SPENDENAKTION
Waffen für of Salvador
Postgiroamt Berlin-West
Sonderkonto 28859-107 Bankleitzahl 10010010 Freunde der alternativen Tageszeitung e.V.
1000 Berlin 65 Kontostand 4.4. 1989:
4.205.009,15 DM
Bisherige Unterstützerinnen: AIB - Dritte Welt Zeitschrift, Arbeiterkampf, Cuba SI, Ides, lla-info, Inprekorr, Konkret, Radio Dreyeckland, Radio Z, Lateinamerika Nachrichten, blätter des Iz3w
Internationales
Sommerlager 1989 Nun schon zum sechsten Mal wird es das Internatio- Montag nale Zeltlager der Jugendorganisationen in Sympathie Thema: Gewalt gegen Frauen. Gewalt gegen Frauen in zur IV.Internationale geben. Eine Woche lang werden derFamilie. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz und in wir, revolutionäre sozialistische Jugendliche, aber der Schule. Arbeitsgruppen: Was macht eine junge Frau auch anarchistische und autonome Jugendliche aus wie du in einer Organisation, wie der unseren? Gewalt ganz Europa (und auch von Übersee) die Möglichkeit gegen Frauen (nur für Frauen). Frauen auf dem Arbeitszum Erfahrungsaustausch, zu Diskussionen, zum markt. Lesben (nur für Frauen). Das Bild der Frauen in andere Menschen kennenlernen, aber auch zum ge- den Medien. Sexualität und bürgerliche Moral (nur für meinsamen „relaxen usw. nutzen können. Frauen). Frauenfest am Abend. Neben dem umfangreichen politischen Programm (da kann sich jede[r] das rauspicken, was sie/ihn inter- Dienstag essiert) wird es ein vielfältiges Freizeitangebot geben: Thema: Glasnost und Perestroika. Arbeitsgruppen: Da das Lager in einem Naturpark stattfindet, wird Die IV.Internationale und Osteuropa. Jugendbewegung es zur vorkommenden Pflanzen- und Tierwelt Vor- in Osteuropa. träge und Exkursionen durch den Park geben. In der Nähe gibt es eine Sternwarte und ein Amphitheater, Mittwoch die übliche Bar und Disco wird eingerichtet, und es Thema: Zentralamerika. Mit Vertretern von FSLN und gibt eine Möglichkeit, Videos zu machen und Video- FMLN. Arbeitsgruppen: Frauen und revolutionäre und Kinofilme anzuschauen. Außerdem werden ein Kämpfe. Spanische Revolution, Nicaragua, El Salvador, Frauen- und ein Homosexuellenfest veranstaltet, und Irland, Irland. es besteht die Möglichkeit, am Fest der Anti-Mili- Kampagne in Barcelona teilzunehmen. Ansonsten Donnerstag seid Ihr auch mit eigenen Ideen gefragt. Thema: Anti-Militarismus. Arbeit in der Armee. Initiative zur Abschaffung der Schweizer Armee. Anti-Mili- Politprogramm Kampagne im Spanischen Staat. Treffen zwischen den Delegationen. Theaterabend.
Das tägliche Programm ist in verschiedene Blöcke aufgeteilt. Nach dem Frühstück finden die Delega- Freitag tionstreffen, d.h. Treffen aller Lagerteilnehmer aus Thema: Die Idee der Revolution. Die Bourgeoisie und einem Land, statt, um Probleme, Organisatorisches, die Revolution. Zehn Jahre Sandinistische Revolution. gemeinsame Aktivitäten usw. zu besprechen. Revolutionär sein heute. Arbeitsgruppen: Kampf für Jeder Tag der Woche hat ein bestimmtes Thema Schwulen- und Lesbenbefreiung, Fundamentalismus, zum Schwerpunkt, welches vormittags durch eine Palästina, Antirassismus in Westeuropa. Anti-Mili-Fest Großveranstaltung mit Simultanübersetzungsanlage in Barcelona. eingeleitet wird. Nach der Siesta gibt es dann zu den verschiedenen Aspekten des Themas Arbeitsgruppen, Samstag und um den Tag abzurunden, wird die ganze Woche Aufräumen. Rückfahrt bzw. Urlaub. vor dem Abendessen noch eine marxistische Grundschulung angeboten. Ort: Camping de fontmartina im Naturpark Del Mont- Außerdem wird es als ständige Einrichtung einen seny (bei Sant Celoni, nördl. von Barcelona) Bereich geben, welcher nur für Frauen zugänglich ist. Zeit: 8. bis 15.Juli 1989 um es ihnen zu ermöglichen, sich ohne Männer zu un- Kosten: 210 DM pro Nase terhalten, diskutieren oder einfach mal auszuspannen. Anmeldung bei: Angela Klein, VSP-Büro, Aquinostr.7- 11. 5000 Köln 1, Tel.: 0221-730365 Sonntag Überweisung an: A.Klein, PGA Frankfurt, Kto-Nr.
Thema: Europa '92. Ihr und unser Europa. Arbeiter- 79496-603, Stichwort: Sommerlager kämpfe in Europa. Antirassismus. Arbeitsgruppen: Mitzubringen: Zelt, Schlafsack, Eßbesteck Generalstreik im Spanischen Staat. Frauenkämpfe in Mitfahrgelegenheit: Bus von VSP und „Maulwürfen", Europa. Jugendarbeit in den Gewerkschaften. Rolle der wahrscheinlich ab Köln Medien. Nationale Frrage im Spanischen Staat. Studentenkämpfe in der BRD und Europa. Eröffnungsforum am Abend.
42 INPREKORR 215
Termine Termine Termine Ter • Die Vollversammlung der Mitglieder der IV. Internationale in der BRD und Westberlin findet am 20./21.Mai 1989 in Düsseldorf-Oberkassel (Jugendherberge) statt.
Die vorgeschlagene Tagesordnung: Rechenschaftsbericht und Finanzbericht; Bilanz der Fusion zur VSP: Orientierungsfragen zum Europäischen Binnenmarkt (Einleitung: Frank Slegers, SAP/POS. Belgien): die Diskussion darüber gilt als erster Einstieg in die Weltkongreßdebatte: Arbeitsgruppen zu Europa, in Verbindung mit den Aufbauperspektiven europäischer Sektionen, von denen Vertreter und Vertreterinnen eingeladen sind: Vorbereitung des Weltkongresses; Wahl des Beirates.
Zu den ersten beiden Tagesordnungspunkten wird es schriftliche Vorlagen geben. die den Mitgliedern der IV. Internationale und den Ortsgruppen der VSP noch zugehen. Zu den Tagesordnungspunkten „Bilanz" und Europa" soll es eine erste Diskussion, jedoch keine Abstimmung geben. — Die Kosten des Wochenendes werden den örtlichen Inprekorr-Verantwortlichen noch mitgeteilt. Sie werden voraussichtlich diesmal höher liegen als sonst, da die Fahrtkosten für die Gäste aus den Sektionen mit abgedeckt werden müssen. • In der ersten Augustwoche 1989 ist in Amsterdam für deutschsprachige Teilnehmer eine Schulung über die ..Theorie der permanenten Revolution" vorgeschen. Näheres wird noch bekanntgegeben. • Vom 31. August bis 3.September findet in Amsterdam eine Frauenschulung Marxismus und Feminismus: die Haltung der marxistischen und Arbeiterbewegung zur Frauenbefreiung von der I. bis zur II. Internationale" statt. Interessentinnen sollen sich frühzeitig anmelden bei Angela Klein, c/o SoZ. Verlag. Aquinostr.7-11, D-5000 Köln 1. Tel.: 0221-730365.
0 „Der Dritte Stand ist heute die Dritte Welt" Auf den Tag genau am 200.Jahrestag des Sturmes auf die Bastille treffen sich in diesem Jahr in Paris die Staats- und Regierungschefs der sieben reichsten Länder der Welt. Sie werden überschlagen, was diese 200 Jahre dem Kapital an Reichtum und Herrschaft gebracht haben.Doch auch die, die auf die Schattenseite gezwungen wurden, werden sich zu Wort melden: Eine Reihe von Persönlichkeiten hat einen Aufruf für einen Gegenkongreß in der Art des Anti-IWF-Tribunals im vergangenen Jahr in Westberlin veröffentlicht. Verhandelt wird über die Menschenrechtsverletzungen und vor allem die Verbrechen des Kolonialismus und Imperialismus gegen die „Dritte Welt".
Am 8.Juli wird in Paris auf dem Platz der Bastille eine Großdemonstration stattfinden.
südostasien informationen Heft Nr. 1/89 Region der Vielvölkerstaaten
Debatte: Minderheit - Vielvölkerstaat - Ethnische
Konflikte
Nation und Ethnizität in der Volkskrepublik Laos
Indonesien, ein Sprachenmuseum?
Staats- vs. Regionalsprache
Birma: Kolonialzeitliche
Genese der Mobilisierungsgewalt ethnischer Identität und wie immer:
Nachrichten und Literaturhinweise, zusammengestellt aus zum Teil schwer zugänglichen Publikationen Zur Gesamtre gion und zu einzelnen Landern: Indochina. Thailand, Malaysia. Singapur, Indonesien/Osttimor, Philippinen, Birma Schwerpunkt des nächsten Hefts:
2/89 Staatsform und Demokratie südostasien informationen erscheinen vierteljahelich Herausgeber und Vertrieb: Einzelverkauf: 0. DM Sudostasien informationsstetio Jahresabonnement Josephinenste 71 24.- DM für Einzelpersonen 4630 Bochum 48.- DM für institufionen Tel: (0234) 50-27 48