PRT-Genosse entführt!
Am 16.Dezember 1988 wurde José Ramón García Gómez, ein führender Vertreter der Revolutionären Arbeiterpartei (PRT), der mexikanischen Sektion der IV.Internationale, gekidnappt. García war aktiv im „Komitee zur Verteidigung des Volkswillens", das im Juli, nach den Präsidentschaftswahlen, gegen den massiven Wahlbetrug gegründet worden war. Seine Frau und seine Genossen und Genossinnen haben einen Aufruf an die Öffentlichkeit gerichtet, der u.a. von den beiden Präsidentschaftskandidaten Cuauhtémoc Cárdenas und Rosario Ibarra de Piedra (PRT) unterstützt wird:
An Amnesty International, an alle Menschenrechtsorganisationen, an alle politischen und gewerkschaftlichen Organisationen Mexikos und der Welt [...] Wir wissen aus den Aussagen der örtlichen Polizei, daß es auf Anweisung des Innenministeriums andere ungesetzliche Festnahmen dieser Art gegeben hat. Bis heute ist gegen den Genossen kein Verfahren eingeleitet worden. Er hat sich in keiner Weise schuldig gemacht, es sei denn, man kreidet ihm seine politische Aktivität gegen den Wahlbetrug als Schuld an.
[...J Wir fordern von der Abgeordnetenkammer, daß sie eine Untersuchungskommission einrichtet. Wir fordern von der Regierung Salinas de Gortari die sofortige Freilassung unseres Genossen in gesundem und unversehrtem Zustand.
Wir wenden uns an die internationale Öffentlichkeit und bitten um ihre sofortige Solidarität zur Verteidigung der Menschenrechte in Mexiko, um die Organisierung von Demonstrationen und Solidaritätskampagnen vor allen Botschaften der mexikanischen Regierung, um Versammlungen und Telegramme an:
Salinas de Gortari, Presidente Constitucional, Estados Unidos Mexicanos, Palacio Nacional, México, D.F., Mexiko. "
Am 17.Januar 1989 wurde ein Protestmarsch von Cuernavaca nach Mexiko-Stadt vom Präsidenten empfangen. Parallel dazu forderten Protestdelegationen in zahlreichen Ländern, auch in der BRD, vor mexikanischen Botschaften Aufschluß über den Verbleib von García Gómez. Protesttelegramme sollen gerichtet werden an: Botschaft Mexikos, Oxfordstr. 12-16, 5300 Bonn 1. USA
Verteidigt
Mark Curtis!
Mark Curtis, Gewerkschafter und Mitglied der US-amerikanischen Socialist Workers Party in Des
Moines, lowa, wurde am 14.September 1988 in einem politisch motivierten Prozeß wegen Vergewaltigung und Einbruch zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt. Der Prozeß dauerte drei Tage. Die Anklage hatte behauptet, daß Curtis die 15jührige Schwarze Demetria Morris in ihrer Wohnung geschlagen und vergewaltigt hätte.
Laut eigener Aussage hatte sich Curtis zu Morris Wohnung aufgrund der Bitte einer anderen Frau begeben, sie nach Hause zu fahren. Wenige Augenblicke nachdem Curtis dort angekommen war, stürmten Polizeibeamte herbei, die ihn in das Schlafzimmer zerrten und ihm dort die Hosen herunterrissen. Sie öffneten auch sein Auto, in dem sich eine Menge politischer Literatur befand. Nach seiner Verhaftung wurde Curtis von der Polizei im Bezirksgefängnis dermaßen brutal geschlagen, daß er Knochenbrüche davon trug. Wichtige Indizien — wie u.a. die brutale „Behandlung" durch die Polizei -, die verdeutlichen, daß die Vorwürfe gegen Curtis ein politisches Komplott sind, wurden aufgrund einer Entscheidung des Untersuchungsrichters den Geschworenen beim Prozeß vorenthalten. Die Polizei von Des Moins hat bereits des öfteren durch Übergriffe und Willkürakte die Aufmerksamkeit von Bürgerrechtlern und linken Aktivisten auf sich gezogen. In diesem neuerlichen Fall hat sich ein Mark Curtis Defense Committee gebildet. das breite Unterstützung von Gewerkschaftern, schwarzen Bürgerrechtlern und linken Organisationen - sowohl in den USA als auch international - erhalten hat. Nähere Informationen sind über dieses Komitee zu erhalten. Ebenso können Solidaritätsspenden an das Komitee gesandt werden: Mark Curtis Defense Committee, P.O. Box 1048, Des Moines, Iowa 50311, USA.
Schickt Solidaritätsadressen an Mark Curtis (Kopien an das Komitee): Mark Curtis, Marion County Jail, Knoxville, Iowa 50138, USA. UDSSR
Mark Curtis Internationale Arbeiterbewegung