len Dialog, ja zum nationalen Streik. Jalogs an beall * War eure Ablehnuen gees nationalen * Nein. Der Dialog wurde kategorisch abgelehnt. Wir setzten uns für die Vorbereitung des Generalstreiks ein. Im Mai 1985 beriefen verschiedene Kräfte der Linken ein Arbeiter- und Volkstreffen ein, zu dem 7500 Delegierte zusammenkamen. Dieses Treffen faßte einen Beschluß über den Generalstreik, was unserer Losung entsprach. Der Streik hat dann im Juni 1985 stattgefunden, aber es wurde kein Erfolg. Die Militarisierung des Landes und die systematische Einschüchterung haben die Mobilisierung gebremst. Nach dem Streik beschlossen wir, die Gründungskonferenz von A Luchar abzuhalten; sie hat im Juni 1986 stattgefunden. Wir haben dort einen Programmentwurf verabschiedet, den alle an der Gründung beteiligten Gruppen diskutiert und in den die wesentlichen Punkte der Übereinstimmung Eingang gefunden hatten, während zugleich für die unterschiedlichen Ansätze, politischen Traditionen usw. Raum gelassen worden war. Wir haben Organisationsstrukturen bestimmt: Leitung, Zeitung (erscheint alle zwei Wochen in einer Auflage von 10.000 Exemplaren, die verteilt oder verkauft werden), Bereichskommissionen usw. Von da an ist A Luchar als eine reale politische Kraft aufgetreten, in der es erklärte Strömungen gibt, die aber ein eigenständiges Projekt verfolgt. Im Verlauf der zwei Jahre der Konsolidierung der Organisation, an deren Ende unsere zweite Konferenz gestanden hat, setzte ein längerer Prozeß der ideologischen und politischen Klärung ein. Zwei Strömungen haben uns verlassen: die PST, die uns - in Übereinstimmung mit der Linie ihrer internationalen Organisation (Einheit allein von ,,Trotzkisten") als eine Gruppierung kleinbürgerlichnationalistischen" Typs charakterisierte, sowie eine der Gruppen maoistischer Herkunft, die damals insofern eine gefährliche Schlagseite hatte, als sie die zentrale Bedeutung der Arbeiterbewegung leug-
KOLUMBIEN nete und entsprechend den Auffassungen des spanischen Soziologen Manuel Castells auf die städtischen sozialen Bewegungen setzte. Dagegen ist uns die PSR (Revolutionäre Sozialistische Partei), die kolumbianische Sektion der IV. Internationale beigetreten.
Die Konferenz hat eine Bilanz des Einheitsprozesses gezogen und die Aufhebung der organisierten Strömungen und die totale Vereinheitlichung von A Luchar beschlossen. Es bleiben selbstverständlich ideologische Strömungen und unterschiedliche Auffassungen bestehen, die nicht von heute auf morgen verschwinden können. Wir kritisieren im übrigen die falsche Einstimmigkeit der traditionellen Parteien, die zur Festlegung einer Position als Partei zum Beispiel zu diesem oder jenem Sänger führt. Wir haben keine Angst vor politischen Debatten, die die Organisation stärken und zugleich die verschiedenartige soziale Verankerung widerspiegeln. Auf dem Kongreß wählen wir die neue Leitung und stimmen über ein allgemeines Programm, die Politik in den verschiedenen Bereichen, eine Resolution über den Generalstreik und über eine weitere zu internationalen Problemen ab. Wir bereiten außerdem den Übergang der Zeitung zu einem wöchentlichen Erscheinungsrhythmus vor. Dies wäre, ganz knapp zusammengefaßt, unsere Geschichte in den letzten vier Jahren. * Kannst du die Rolle von A Luchar beschreiben? Stellt sie die revolutionäre Führung dar, die es aufzubauen gilt? Wie sind ihre Beziehungen zur UP und zur FP? Wie siehst du die Rolle der bewaffneten Organisationen?
* Unserer Ansicht nach muß die revolutionäre Führung, die es aufzubauen gilt, eine politisch-militärische Führung sein, die alle Aspekte des Kampfes in Betracht zicht. Wir haben auf der Konferenz über diese Frage diskutiert. Wir betrachten uns - neben anderen politischen und politisch-militärischen Kräften - als einen Bestandteil des Aufbaus dieser revolutionären Führung, gewiß nicht als die revolutionäre Führung. In einem derart komplexen Prozeß kann es keine Selbstproklamation geben.
Wie wird sich diese Führung herausbil- Jen? Manche denken, A Luchar solle cinc breite politische Front initiieren und sich daran beteiligen. Andere denken, wir werden in einer politisch-militärischen Front unseren Platz finden. Auf der Konferenz haben wir allgemein gesagt, A Luchar ist eine revolutionäre politische Organisation, die konsequent für die Bildung einer Arbeiter- und Bauernregierung kämpft und zur Herausbildung einer revolutionären Führung beiträgt. Die Debatte über die jeweilige Rolle der politischen und der politisch-militärischen Organisationen haben wir nicht entschieden. In bezug auf die Unión Patriótica und die Frente Popular streben wir nach Einheit. Es hat wichtige positive Schritte vorwärts gegeben, wie z.B. das Abkommen unserer drei Kräfte über die Gewerkschaftsarbeit und v.a. das Eintreten für den Generalstreik.
Dagegen trennt uns eine Reihe taktischer Einschätzungen und praktischer politischer Haltungen. Z.B. die Frage des Dialogs oder der Nutzung der klassischen verfassungsmäßigen Politikformen wie des Parlaments. Wir haben die Feststellung getroffen, daß die Massen sich seit 15 Jahren außerhalb der Institutionen ausdrücken: dies zeigt sich in der niedrigen Wahlbeteiligung, den paros cívicos, den Bürgermärschen und verschiedenen anderen Aktionen; darin kommt die massive Ablehnung der traditionellen Repräsentationsformen zum Ausdruck.
Das kolumbianische Parlament ist eines der am meisten verrufenen in Lateinamerika: es ist ein Parlament von Touristen, das nie über etwas abstimmt und nichts in die Hand nimmt. Das bedeutet nicht, daß wir die Arbeit auf dem Feld der Institutionen vollständig ablehnen, sondern daß wir sie für unseren Aufbau im Verhältnis zur konkreten Massenaktivität als zweitrangig betrachten.
* Betrachtest du UP und PCC als Revolutionäre oder als Reformisten, mit denen man zwar eine Einheitsfront aufbauen muß, aber...
* Darüber haben wir ausführlich diskutiert. Sicher ist, daß es sowohl in der UP als auch in der FP reformistische und revolutionäre Sektoren gibt sowie einen Prozeß der Radikalisierung.
* Schlägt A Luchar über die frente de izquierda [Front der Linken] hinaus eine Fusion mit UP und FP vor?
* Nein. Unsere Linie ist die der frente de izquierda, die es uns ermöglicht, den Dialog aufzunehmen, die Basis von UP und FP auf Vorschläge zu konkreten Einheitsaktionen wie dem Generalstreik anzusprechen und vor allem den Kampf zu verstärken. Aber wir müssen unsere Politik hierzu noch weiterentwickeln. * A propos Dialog. Du hast erklärt, daß die Reaktion in der Linken sehr verschieden war und daß A Luchar aus der Ablehnung des ersten nationalen Dialogs von Betancur hervorgegangen ist. Aber wäre es nicht möglich, daß A Luchar gegenüber dem Dialog eine offensive Haltung einnimmt, wie es die FMLN in El Salvador getan hat, die die politische Initiative ergreifen konnte und so eine politische Anerkennung und eine nationale wie internationale Legitimierung erlangt hat?
* Der Dialog von 1984 hatte im Lande viele Hoffnungen geweckt, selbst bei Kräften wie der M-19. Für uns war es aber klar, daß dieser Dialog von Anfang an zum Scheitern verurteilt war, und dies hat sich auch nach einigen Monaten gézeigt. Die Bourgeoisie hatte nicht den politischen Willen, zu einer Übereinkunft zu kommen. Und so endete es in einem Massaker und im „schmutzigen Krieg" Der neue Dialog dagegen hat fast niemanden getäuscht. Die Regierung beteiligt sich nicht daran, nur eine Minderheitsfraktion der Bourgeoisie interessiert sich dafür. Wir sind gegen diesen Dialog in einem Land, in dem alltäglich Aktivisten getötet werden.
Wir sind dagegen für einen konkreten Dialog, bei dem ernsthaft verhandelt werden kann. Dem schmutzigen Krieg. muß ein Ende gesetzt werden, die Frage der nationalen Souveränität, der Außenhandelsschuld, der Ausplünderung unserer nationalen Ressourcen und der Demokratie muß gelöst werden. Es muß einen Dialog geben, der nicht auf eine „Elite" begrenzt ist, der im Gegenteil die Möglichkeit bietet, daß sich das Proletariat und die Volkskräfte zu Wort melden und beteiligen.
Die Regierung antwortet mit Zitaten aus der Verfassung, die total zugunsten der Oligarchie gehalten ist. Das ist nicht * Sprechen wir zum Schluß noch über die gegenwärtige Lage. Die städtischen Massen haben deutlich Schwierigkeiten, sich in die Vorbereitung des Generalstreiks zu integrieren. Worin bestehen die Hindernisse für ihre Teilnahme? Gibt es Fortschritte in der Mobilisierung?
* Wir sind der Meinung, daß wir gegenwärtig eine vorrevolutionäre Krise durchmachen, und zwar aufgrund einer Reihe von Faktoren wie der Krise der Institutionen, die die politische Hegemonie der Bourgeoisie in Frage stellt, und die stän-
dig breiter werdende Mobilisierung der Volksmassen. Aber es gibt tatsächlich Schwierigkeiten mit den städtischen Massen.
* Wie ist dieses Problem zu lösen? * Im Rahmen des Generalstreiks haben wir einen spezifischen Plan mit einer Reihe programmatischer und praktischer Maßnahmen beschlossen: die Umsetzung von Kadern, die Intensivierung der Arbeit in den lebenswichtigen Arbeiterbereichen wie Energie, Metallindustrie, Bergbau und öffentlicher Dienst, um in äußerster Anstrengung die Teilnahme des städtischen Proletariats am Generalstreik zu sichern, wenn dieser stattfindet. Der Bedeutung, die das hat, sind sich nicht alle bewußt. Zum Beispiel entfaltet die PCC ihre wesentliche Aktivität weiterhin im ländlichen Bereich. Das Zentrum der Macht und der Tätigkeit der Bourgeoisie, die großen Fabriken, der Staatsapparat, die Banken, befindet sich in den großen Städten. Solange man dieses Nervenzentrum nicht anrührt, kann sie relativ ruhig schlafen. Deshalb haben wir vier Genossen des Exekutivkomitees von A Luchar, die sich die ganze Zeit der Arbeit in der Stadt, im wesentlichen in der Arbeiterklasse, widmen. Davon sind wir zur Zeit wie besessen.
„In der Hitze des Kampfes"
Eric Toussaint hat im August 1988 mit drei Mitgliedern des Vorstands der kolumbianischen CUT gesprochen — mit Angelino Carzón, dem Generalsekretär; Palacio Tamayo, dem Schatzmeister; Bertina Calderón, der Jugendsekretärin. * Wie ist die CUT entstanden?