Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Großbritannien

Japanisierung bei Ford/Neuer Tarifvertrag bei Ford

· Inprekorr Nr. 203, Mai 1988 · S. 11-15 · 2.699 Wörter

Gewerkschaften und Streiks Japan und Korea Großbritannien Weltwirtschaft und Krise

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FORD NAGS

ON STRI

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Neuer Tarifvertrag

GROßBRITANNIEN duktivität spürbar zu steigern. Die erfolgreichen japanischen Firmen sind das bevorzugte, wenn auch nicht das einzige Modell, das cinem Großteil der Industrie als Vorbild dient. Doch das ist nicht neu. Fords AJ (After Japan)-Plan" wurde in den frühen 80cr Jahren entwickelt, nachdem die Vorstandsmitglieder von Ford- Britannien japanische Fabriken besichtigt hatten. Mit diesem detaillierten Plan beabsichtigten sic, das japanische Produktionsniveau in ihren britischen Werken zu erreichen. Dieser Plan spielt auch heute noch die zentrale Rolle in der Strategie des Ford-Managements?

Fiat steht an der Spitze

Neu in der derzeitigen Automobilindustrie ist jedoch das Ausmaß der technologischen Entwicklung und die Höhe der Investitionen in neue Modelle. Damit werden Maßstäbe gesetzt, auf die Ford und andere Produzenten reagieren müssen. In Europa hat FIAT diesbezüglich die Führungsrolle übernommen. Europas zweitgrößter PKW-Hersteller ist gerade dabei, den Tipo auf den Markt zu bringen. das ist ein neuer Mittelklassewagen, in den es über eine Million Pfund investiert hat. Dadurch wurde das FIAT-Werk in Cassino, Italien, zum modernsten der Welt. Dort gibt es eine vollautomatisierte Lackiererei und eine 55 %ige Automatisierung der Montage, ein Rekord, der bisher mit 40% von VW/Audi, dem größten Automobilhersteller Europas, gehalten wurde.

Das durch Investitionen und Automation entstandene Produktivitätsniveau ist jedoch nur eine Seite der Medaille. Hohe Investitionskosten stehen in engem Zusammenhang mit hoher Produktivität der Arbeit, was kontinuierliche Knochenarbeit und ständige Erhöhung der Bandgeschwindigkeit bedeutet, ein Problem, das für alle Automobilarbeiterinnen der Welt ein zentrales geworden ist. Die japanischen Autokonzerne haben dazu den größten Beitrag geleistet. Sie haben weltweit führende Techniken entwickelt, Arbeiter- Innen körperlich und geistig ununterbrochen in schwere Arbeit bei sehr hoher Bandgeschwindigkeit einzuspannen, obwohl viele ihrer Konkurrenten sie jetzt einholen. Diese Techniken wurden in Japan seit Mitte der 50er Jahre entwickelt und haben eine zentrale Rolle für die Profitspanne der japanischen Industrie gespielt.

Der Tarifvertrag bei Ford beinhaltet genau die wesentlichen Merkmale, die bei Der Streik bei Ford wurde von der nationalen Gewerkschaftsführung und der nationalen Verhandlungskommission frech verraten. Die Belegschaft stimmte mit einer Mehrheit von 2:1 für die Annahme des überarbeiteten Abkommens. Das Montagewerk in Dagenham (East London) stimmte als einziges mit einer Mehrheit von 3:1 gegen diesen Deal.

Shop stewards in den Ford-Werken Dagenham und Halewood (Liverpool), die zur Ablehnung aufgerufen hatten, waren wütend über das Verhandlungsergebnis, das gerade zu dem Zeitpunkt zustande kam, als der Streik seinen kämpferischsten Punkt erreichte, andere Werke in Westeuropa geschlossen wurden und der Streik 100%ig hätte unterstützt werden müssen.

Die Vertrauensleute lagen mit ihrer Empfehlung absolut richtig. Das erzielte Abkommen war identisch mit dem ursprünglichen Angebot von Ford; der einzige Unterschied lag in der zweijährigen Laufzeit statt der ursprünglich vorgeschlagenen drei Jahre. Das bedeutet, daß die Produktionsveränderungen in einem kürzeren Zeitraum durchgeführt werden. Alles andere, der Lohn und die Rahmenbedingungen, bleiben unverändert. Die Zustimmung zu dem Ergebnis war eine Folge sowohl der Empfehlung der Verhandlungskommission, als auch der Art und Weise, wie die Kommission argumentierte. Ihre Mitglieder behaupteten, es sei ein großer Sieg erreicht worden, obwohl jedes Mitglied der Verhandlungskommission wußte, daß das nicht wahr ist. Einige von ihnen behaupteten sogar, daß die (umstrittenen) Produktionsrichtlinien aus dem Vertrag entfernt worden seien, obwohl sie wußten, daß das nicht der Fall war. In Wirklichkeit ist es noch schlimmer. Nicht nur blieben die Richtlinien Teil des Abkommens. Es wurden darin sogar präzise Zusagen von den Gewerkschaften gemacht, die für die Dauer des Abkommens für dessen Umsetzung geradestehen.

Jedes Werk verhandelt einzeln über Flexibilisierungsmaßnahmen Es könnte im Vertrag nicht deutlicher stehen: Um sicherzugehen, daß es keine Mißverständnisse gibt, •. werden innerhalb eines Monats nach der Annahme dieser Richtlinien konstruktive Diskussionen in den lokalen Umsetzungskommissionen beginnen. Die Umsetzung wird wie beschlossen durchgeführt, entsprechend der jeweiligen betrieblichen Bedingungen, mit voller Unterstützung durch die Gewerkschaften ... Mit der Zustimmung der Gewerkschaften zu diesem Abkommen ist keine Voraussage verbunden, wo die Änderungen umgesetzt werden." Tatsächlich haben sich die Gewerkschaften also zur vollen Unterstützung der Einführung der Produktionsänderungen verpflichtet. Das Management wird erst eingreifen, wenn sie dabei nicht erfolgreich sind. Obwohl er das alles weiß, erzählt Derek Horn, stellv. Vorsitzender der nationalen Verhandlungskommission, dem Londoner Evening Standard: ,Die Leute sprechen von Produktionsrichtlinien, aber die einfache Wahrheit ist die, daß es kein Kleingedrucktes in diesem Abkommen gibt. Wir haben ein historisches Abkommen geschlossen.* Es ist nicht der rechte Flügel, der diese Linie vertritt. Der Morning Star, die Zeitung der pro-sowjetischen KP, vertritt dasselbe. Er zitierte Jimmy Airlie, KP- Mitglied und Sekretär der nationalen Verhandlungskommission, mit den Worten: ,Die Ford-ArbeiterInnen haben einen ungeheuren Sieg errungen." Und alle wissen sie, daß die Kommission ein Abkommen unterzeichnet hat, das Produktionsrichtlinien enthält. Solche Äußerungen mögen angehen, wenn die Gewerkschaftsfunktionäre zu keiner einheitlichen Beurteilung gekommen sind, In diesem Fall aber handelt es sich um zwei Vertreter, die von Anfang an die Richtlinien befürwortet haben.

Kniefall der Gewerkschaftsführung

Jimmy Airlie sagte während der Verhandlungen, diese Richtlinien seien für Ford notwendig, um auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben. Mick Murphy von der TGWU akzeptierte letztes Jahr überschwenglich vergleichbare Richtlinien bei Austin Rover, wo deren Einführung erzwungen wurde. Murphy war schließlich auch der Offenste in der jüng-

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sten Auseinandersetzung bei Ford gewesen. Er sagte gegenüber der Financial Times: Das Wichtigste, was wir erreicht haben, ist, daß der Konzern die Änderungen durchführen kann. die er für nötig hält, und dabei trotzdem die Belegschaft behält"

Das Ford-Management hat das Abkommen als ein gutes Geschäft bezeichnet. eben weil es damit die gewünschten Produktionsänderungen durchführen kann. Die Auswirkungen dieses Verrats dürfen allerdings nicht nur in den neuen Arbeitsbedingungen gesucht werden, die dieser Vertrag ermöglicht. Flexibilisierungsrichtlinien wurden auch in den letzten Tarifvertrag bei Ford aufgenommen, und die realen Arbeitsbedingungen in den Ford- Werken wie auch in anderen Automobilfabriken waren gekennzeichnet von Akkordtreiberei, Disziplinierung und Entlassungen wegen mangelnder Arbeitsleistung.

Die Ford-ArbeiterInnen hätten einen Sieg gebraucht, nicht nur, um dieses Abkommen zu verhindern, sondern auch, um die seit Jahren andauernden heftigen Angriffe des Managements abzuwehren. Der Ausverkauf gewerkschaftlicher Interssen beraubte sie dieser Möglichkeit und versetzte die Geschäftsleitung in eine noch stärkere Position. Politisch stellt sich die Situation genauso dar. Die Arbeiterklasse braucht einen Sieg, um den herum sie Widerstand aufbauen kann. Dies wurde ihr ein weiteres Mal verwehrt, obwohl die gegenwärtige Welle von Kämpfen der Industriearbeiterinnen sich fortsetzt. Der Streik bei Ford war potentiell eine Herausforderung an die Politik der Regierung Thatcher, obwohl die Gewerkschaftsführung, die große Reden über die Schrecken der Regierung schwingt, bereit ist, mit zynischen Manövern und Doppelzüngigkeiten zu arbeiten, um diese Herausforderung zu stoppen. Der Vertrag war ein politischer Betrug an der Arbeiterklasse und ein industrieller Betrug an den Ford-Arbeiterinnen.

Die Ford-Arbeiterinnen müssen sich jetzt erneut zusammensetzen und sich organisieren. Die Bedingungen dafür wurden durch den derzeitigen Streik der Arbeiter- Innen bei Austin Rover und durch die Beschäftigten bei General Motors geschaffen, die ebenfalls für Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt haben.

Februar 1988 diesen Techniken | angewandt werden. Dabei geht es um die Einführung befristeter Arbeitsverträge; die Beendigung von festgelegten Arbeitsplatzinhalten und die Einführung der vollständigen Flexibilisierung der Arbeit, auch für Facharbeiter; die Einführung von „Gruppenleitern" also ciner höher bezahlten Gruppe von auf unterster Ebene. Des weiteren sollen die in Japan ein hochentwickeltes Niveau erreicht haben.

„Qualitätszirkel" haben wesentlich mehr mit Produktivität zu tun als mit Qualität. Im Prinzip sind sie dasselbe wie die ..Arbeiterbeteiligung" , die die letzte Labour- Regierung bei British Leyland (jetzt Austin Rover) 1975 einführte. Sie hatte katastrophale Folgen für die shop steward (Vertrauensleute)-Bewegung und für die Beschäftigten. Mit all diesen Techniken soll erreicht werden, daß sich das Denken der ArbeiterInnen dahingehend ändert, daß sie nicht mehr vom eigenen Lohn und den eigenen Arbeitsbedingungen ausgehen, sondern von den Problemen der Produktion und der Profitabilität. Dabei sollen Gewerkschaftsstrukturen untergraben werden - speziell die Vertrauensleutebewegung. die den Forderungen der Beschäftigten gegenüber verantwortlich ist. In den japanischen Automobilwerken ist jede Arbeiterin und jeder Arbeiter Teil eines Qualitätszirkels. Sie sind verpflichtet, sich regelmäßig, meist wöchentlich, in ihrer Freizeit zu treffen, um über Möglichkeiten zu diskutieren, wie die Produktionsweise verbessert werden kann. Kommen aus diesen Treffen keine positiven Vorschläge, wird das in einigen Werken als „unkooperativ" oder „Managementfeindlich" gewertet und kann zu Entlassungen führen.

Natürlich können Qualitätszirkel derzeit in Britannien nicht mit der gleichen Effektivität eingeführt werden wie in Japan. In Japan wurden diese Praktiken eingeführt, nachdem die unabhängigen Gewerkschaften zerschlagen und „gelbe" Gewerkschaften geschaffen worden waren. Extensiver Gebrauch von diesen Praktiken in Britannien wird im Nissan-Werk in Sunderland gemacht. Aber diese Fabrik ist noch in der Erprobungsphase. Dort werden die Beschäftigten noch nicht so extrem ausgebeutet, wie eigentlich geplant ist. Zudem ist das Werk noch nicht mit der hochentwickelten Technik ausgestattet.

Bezeichnenderweise wurden „Qualitätszirkel" bereits in anderen Teilen der briti- GROBBRITANNIEN schen Automobilindustrie eingeführt. Bei Austin Rover wurden Qualitätszirkel unter dem Namen Abteilungszirkel" als Ergebnis einer Abmachung eingeführt. die auf nationaler Ebene von den Gewerkschaftsfunktionären ausgemauschelt wurde - dieselben, die jetzt den Tarifvertrag mit Ford ausgehandelt haben. Mick Murphy, der im Vorstand der Transportarbeitergewerkschaft TWGU für die Automobilindustrie verantwortlich ist. wurde allgemein bekannt (aber nicht beliebt) durch seinen Ausspruch, er sei „überaus glücklich" über das Abkommen, dem die Belegschaft wiederum sehr feindlich gegenüberstand.

In einigen Austin Rover-Werken, einschließlich dem Montagewerk Cowley bei Oxford, arbeiten die „Abteilungszirkel" bereits, auch wenn ihnen meist die notwendige Autorität in der Belegschaft fehlt. Im Montagewerk Cowley wurden diese Zirkel von Rechten aus der Vertrauenskörperleitung und anderen Gewerkschaftsfunktionären unterstützt; es gibt sie jetzt im ganzen Werk. Sie arbeiten mit den Beschäftigten, die bereit sind mitzumachen, und treffen sich während der Arbeitszeit. Im Fahrzeugbau gab es stärkeren Widerstand aufgrund der Existenz eines stärkeren linken Flügels. Der wurde jetzt aufgespalten, indem automatisch Vertrauensleute in diese Zirkel einbezogen wurden. Das verschlechtert die Situation, weil es auf diese Weise für das Management leichter ist, die Zirkel als eine Alternative zu den gewerkschaftlichen Strukturen darzustellen.

Bei Austin Rover ging die Einführung der Qualitätszirkel einher mit der Abschaffung ganzer Kategorien von ArbeiterInnen, speziell bei der Kontrolle und der Nachbesserung. Das führte dazu, daß jetzt an den Bändern geprüft und nachgebessert wird, womit hunderte von Arbeitsplätzen verloren gingen.

Radikale Änderung der Arbeitsabläufe

Genauso wichtig wie die Qualitätszirkel ist die Flexibilisierung der Arbeit. Die Möglichkeit des Managements, Arbeiter- Innen unabhängig von Lohnunterschieden und Ausbildungsstand von einem Arbeitsplatz auf den andern zu versetzen, ist entscheidend, wenn der Arbeitsablauf weitgehend unabhängig von Unterbrechungen und anderen Produktionsproblemen sein soll. D.h. wenn Beschäftigte aus dem nicht-produktiven Bereich in die Produktion geschickt werden können, wenn dort

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Produktionsarbeiter fehlen oder wenn es ment ist es gelungen, nach und nach in Produktionsprobleme gibt; dann kann das einigen Werken Teile dieser Praktiken Management die Zahl der Ausfälle senken einzuführen, wie sie auch Ford vorschweund die erforderlichen ArbeiterInnen er- ben. Im Bereich Fahrzeugbau in Swindon setzen bzw. ganz abschaffen. z.B. arbeiten bereits Beschäftigte mit befristeten Verträgen, obwohl dies in den Die einzige Pause, die die Bandarbeiterin- Hauptwerken noch nicht durchsetzbar nen außer den kurzen, offziellen Erholzei- wäre. ten haben, ist dann, wenn das Band stehenbleibt. Mit der Einführung der Flexi- Mit diesen Maßnahmen einher gehen Entbilisierung wird von den BandarbeiterIn- wicklungen, die in der gesamten Fahrnen erwartet, daß sie es von sich aus wie- zeugindustrie Einzug halten. Die Diszider ans Laufen bringen, bzw. den Mecha- plin wurde aufgewertet. Neue Disziplinikern bei der Reparatur größerer Stör- narmaßnahmen wurden in vielen Werken fälle helfen. Es wird außerdem von ihnen eingeführt; die Zahl der Entlassungen ist erwartet, dal sie die allgemeinen Putz- enorm in die Hohe gegangen. In den und Instandhaltungsarbeiten selbst ma- Hauptwerken von Austin Rover werden chen, um Stellen beim Wartungspersonal jeden Tag Arbeiter entlassen für , Vergeabzubauen. Mit all dem soll sichergestellt hen* wie Nicht-Schritthalten mit dem werden, daß es für die Dauer Band, Nicht-Erreichen des Qualitätsstan- Schicht niemals zu einer Unterbrechung dards, Verletzung der strengen Anweiim Arbeitsablauf kommt. sungen des Managements bezüglich Zuspätkommens oder Fehlens. In einigen Befristete Arbeitsverträge sind eine an- Austin Rover-Werken wurden ArbeiterIndere wichtige Neuerung. Sie werden in nen wegen eines einzigen Fehlers am japanischen Werken massiv genutzt, um Band wie selbstverständlich gemaßregelt. dem Management zu ermöglichen, die Stammbelegschaft klein zu halten, wäh- Insgesamt sind es diese Umstände, die im rend in Spitzenzeiten Aushilfskräfte be- Ford-Streik eine zentrale Rolle gespielt schäftigt werden, die am Ende der Pro- haben. Es handelt sich dabei nicht nur um duktionsspitzen rechtlos wieder gefeuert eine Angelegenheit der Beschäftigten bei werden. Damit entsteht eine Teilbeleg Ford. Der Ausgang des Ford-Streiks wird schaft im Werk, die außerhalb der Kon- den Unternehmern einen erfolgreichen trolle der Gewerkschaften steht und Schritt vorwärts in diesem Prozeß erhebschutzlos den Entscheidungen der Werks- lich erleichtern. Der Sieg des Ford-Manaleitung ausgeliefert ist. Derartige Arbeits- gements wird zu einer neuen Runde von verträge wurden bereits in einigen briti- Akkordsteigerungen führen. Die Automoschen Werken eingeführt. Die seit kurzem bilarbeiterInnen in Großbritannien müsprivatisierte Firma Uniport (Austin Ro- sen nach Wegen suchen, dem entgegenzuvers Kundendienstabteilung) z.B. arbeitet treten. regelmäßig mit befristeten Arbeitsverträgen, um mit Zeiten starker Beanspru- Aus der Verallgemeinerung dieser Unterchung fertig zu werden. nehmerangriffe lassen sich ein paar Lehren ableiten, die von den Automobilarbei- Es hat bei Austin Rover Auseinanderset- terInnen in Britannien und auch internazungen um die Einführung solcher Ar- tional aufgegriffen werden müssen. Eine beitsbedingungen gegeben. Dem Manage- umfassende Offensive benötigt eine um- SLERS

WITH

IFORD. MO OR fassende Antwort. In Britannien, wo das Vorhandensein mehrerer Gewerkschaften in einem Betrieb die Belegschaft zersplittert und die Arbeiterinnen daran hindert, mit einer Stimme zu sprechen, ist es dringend notwendig, daß die Basis zusammenarbeitet, speziell die Bewegung der Vertrauensleute.

Nationale und internationale Koordination ist notwendig Einige shop stewards von Ford und anderen Firmen fordern eine nationale Konferenz der Vertrauensleute in der Automobilindustrie, die schnellstmöglich abgehalten werden soll, um all die erwähnten Entwicklungen zu diskutieren und zu bewerten und eine Gegenstrategie zu entwickeln. Dies könnte zu einer populären Initiative werden und der Beginn dafür sein, in der Automobilindustrie zurückzuschlagen. Damit könnte der Grundstein gelegt werden, bessere Verbindungen mit AutomobilarbeiterInnen in Europa, den USA und anderswo herzustellen.

Das hohe Maß an Militanz in den Automobilwerken in Britannien erleichtert das Weitermachen und Erstarken trotz des unrühmlichen Endes des Ford- Streiks. Selbst das Land-Rover Werk in Birmingham hat das Lohnangebot des Managements zurückgewiesen und für den Streik gestimmt. Die Werke von General Motors in Liverpool und Luton haben sich für Streikaktivitäten ausgeprochen, weil die Geschäftsleitung dort beschlossen hatte, unter Ausnutzung eines Gesetzes der Tories die betriebliche Pensionskasse um zigtausend Pfund zu plündern.

Darüberhinaus ist auch eine internationale Antwort notwendig. Die Unternehmer organisieren ihre Offensive über nationale Grenzen hinweg. Es ist eine Offensive mit international erprobten Angriffspraktiken. Es muß daher ein Forum geschaffen werden, auf dem die AutomobilarbeiterInnen, wenigstens europaweit, ihre Erfahrungen austauschen und eine Antwort entwickeln können, die über die nationalen Grenzen hinausgeht.

Anmerkungen:

1. Die Arbeitskämpfe in Britannien haben mit den Lohnverhandlungen im Oktober 1987 begonnen. Der Streik kostete Ford schätzungsweise 500 Mio.Pfund durch Produktionsausfall.

2. Fords europäische Unternehmen steigerten ihre Profite 1987 um 93%; sie machten einen Netto-Gewinn, der sich mit 1,07 Mio. Dollar in dem Jahr nahezu verdoppelt hat. In den USA meldete Ford einen Rekord-Nettogewinn von 4,6 Mio.Dollar; im Jahr zuvor waren es 3.3 Mio. Dollar gewesen. Auf europäischer Ebene wurde Ford jedoch von General Motors überholt, das cinen Nettogewinn von 1,25 Mio. Dollar in seinen europäischen Werken machte.

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