Die palästinensischen Frauen dürfen ihren Kinlen, bekommen sie Schwierigkeiten mit ihrer dern — der heutigen „Generation der Steine" — Familie. Als junge Frau alleine wohnen dürfen sie das Bewußtsein von einer palästinensischen Nanicht, auch nicht mit Kindern.
tion beibringen. Sie dürfen am bewaffneten Den schwierigen Kampf der Frauen in Palästina Kampf teilnehmen, für die Befreiung Palästinas schildern die beiden nachstehenden Artikel, die sterben und ins Gefängnis gehen. Aber schon wir beide dem Sammelband Le donne palestinesi, wenn sie sich gewerkschaftlich organisieren wol- D ie palästinensischen Frauen haben bereits 1920 begonnen, am antikolonialistischen Kampf teilzunehmen, drei Jahre nach der Balfour-Declaration: und der britischen Besetzung, die der zionistischen Einwanderung nach Palästina einen zusätzlichen Edizioni sapere entnehmen.
Antrieb gab. Der palästinensische Wider- der jüdischen Siedler protestierten, die stand hatte schon vorher begonnen, schon versuchten, den Einwohnern ihr Land 1891, als eine Gruppe palästinensischer wegzunehmen und Waffen ins Land zu Persönlichkeiten aus Jerusalem an die ot- schaffen. tomanischen Herrscher, zu deren Reich Palästina damals gehörte, eine Petition In dem Maße, wie die jüdische Einwanderichteten, in der sie gegen die Übergriffe rung zunahm, nahm auch der Protest der
PALÄSTINA
Palästinenser zu und in den 20er Jahren gab es eine Reihe von Demonstrationen und Aufständen gegen die britische Mandatsherrschaft und die zionistische Bedrohung. Zu Anfang beteiligten sich Frauen nur vereinzeit an diesem Kampf. In dem Maße, wie die Auseinandersetzungen sich verschärften, begannen die Frauen sich jedoch zu organisieren. 1929 versammelten sich dreihundert von ihnen in Jerusalem und forderten vom britischen Hochkommissar den Rückzug der Balfour-Declarationt und den Stop der jüdischen Einwanderung nach Palästina. Im gleichen Jahr wurde, ebenfalls in Jerusalem, die Vereinigung der Palästinensischen Frauen gegründet, deren erste Vorsitzende Nimat Al Alami war. In wenigen Jahren gab es in jeder palästinensischen Stadt einen Ortsverein davon und auch alle Dörfer waren angeschlossen. Die Vereinigung leistete den Familien der Partisanen und den Waisen der Gefallenen soziale und humanitäre Hilfe, organisierten politische Versammlungen und Demonstrationen und schickten Delegationen in andere arabische Länder, um sie um Unterstützung für den palästinensischen Kampf zu bitten.
Der Generalstreik
In den ersten Jahren vollbrachten die Aktivistinnen der Frauenvereinigung eine weitverzweigte Tätigkeit, deren Früchte 1936 sichtbar wurden, als der Generalstreik ausbrach, der Palästina sechs Monate lang lahmlegte. Die Frauen nahmen an den Demonstrationen teil, verteilten Flugblätter. Die Bewegung breitete sich aus, der Widerstand ging in den Untergrund. Die Frauen übermittelten insgeheim militärische Informationen und transportierten Waffen von einer Ecke des Landes in die andere, schmuggelten sie durch die Militärposten. Die Briten hegten nicht einmal entfernt den Verdacht, daß die Frauen mit ihrem würdevollen Ausschen und ihrer traditionellen Erziehung solcher Widerstandsaktionen überhaupt fähig sein könnten. Dabei beteiligten sie sich schon damals am bewaffneten Kampf; im Verlauf dieser Kämpfe fielen die ersten Opfer.
Mit Ausnahme einer kleinen Gruppe von Frauen aus dem Großbürgertum, deren politisches Engagement von ihrer intellektuellen und pro-westlich orientierten Umgebung cher akzeptiert wurde, stand die Mehrheit der aktiven Frauen, d.h. derer, die aus dem Volk kamen, vor einer schwierigen Situation. Aus direkten Zeugnissen jener Zeit geht hervor, daß die Frauen, vor allem am Anfang, in der Regel an der Seite ihrer Männer aktiv waren: wenn der Mann, Vater, Bruder in die Berge ging, kümmerten sich die Frauen um deren Versorgung. Unter dem Druck des Kampfs war es jedoch nur ein kleiner Schritt, darin eine eigenständige Rolle zu spielen, und das nationale Bewußtsein drach aus. Nach und hierschichten, die traditioneller eingestellt waren und strengere Sitten. hatten. Hier mußten die Frauen sehr aufgeschlossen und entschlossen sein, um sich den Respekt und die Anerkennung ihrer Umgebung zu verdienen und deren Tabus von Grund auf in Frage zu stellen. Nach 1947 wurde die Teilnahme der Frauen am Kampf, besonders in den Städten, nicht behindert: die Frauen halfen beim Ausheben von . Schützengräben, beim Bau von Barrikaden, bei der Errich- , tung. von Schutzwällen; sie trugen Waffen und Nahrung zusammen, übernahmen die medizinische Versorgung. In den ersten Monaten des Streiks von 1936 versammelten sich sechshundert Studentinnen in Jerusalem und stimmten dort u.a. für die Fortsetzung des Generalstreiks, solange bis zwei Ziele erreicht seien: der Stop der massiven Einwanderung der Juden und die Ausschreibung nationaler Wahlen. Es gibt. unzählige Geschichten von Frauen aus dem Volk, vor allem Bäuerinnen, die den Partisanen in Gemüsekörben versteckt Waffen in die Berge brachten. Einige von ihnen sind berühmt geworden, so Khalila Ghazal, die 1936 von den Briten ermordet wurde, als sie versuchte, den verwundeten Genossen zu Hilfe zu eilen. Auch nach dem Streik setzte sich der Aufruhr des palästinensischen Volkes fort und verwandelte sich in einen bewaffneten Aufstand, der von den britischen Truppen gemeinsam mit zionistischen Kommandos niedergeschlagen wurde. Obwohl es 15.000 Tote gab und trotz der Schwierigkeit, gegen zwei Feinde auf einmal kämpfen zu müssen, die Briten und die Zionisten, die beide besser bewaffnet und besser organisiert waren als die Palästinenser, setzten diese ihren Kampf bis 1939. bis zum Vorabend des Zweiten Weltkriegs fort.
Israel - ein Geschöpf des Imperialismus
Es war die Judenverfolgung im zaristischen Rußland gewesen, deren Diskriminierung. Isolierung in Ghettos, und der Antisemitismus in einem Großteil Europas, die zur Entstehung und Entwicklung der zionistischen Bewegung geführt haben; und es war das mächtigste Kolonialreich der damaligen Welt, das British Empire, das diese Bewegung so weit unterstützt hat, daß es ihr selbst das Land vermachte, das eigentlich anderen gehörte, nämlich den Palästinensern. Palästina wurde in den Zweiten Weltkrieg kaum verwickelt; dennoch besiegelte dieser sein Schicksal. Der von den Nazis praktizierte antisemitische Rassismus und Völkermord an den Juden vollendete auf indirekte Weise das Werk des • British Empire und besiegelte endgültig das zionistische Projekt. Vor 1939 war die jüdische Einwanderung so beschränkt, daß die Zionisten um das Gelingen ihres Projekts fürchteten. Die Einwanderung nahm jedoch nach dem Machtantritt der. Nazis und der Weigerung der USA, die Einwanderquoten. für Juden in ihr Land zu erhöhen, massiv zu. Die europäischen Staaten verfolgten dieselbe Politik und rechtfertigten sie mit ihrer Weigerung, an die Existenz der Vernichtungslager zu glauben. Als der Krieg zu Ende war und die Greueltaten in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern nicht mehr verborgen werden konnten, unterstützten die Europäer das zionistische Projekt, weil es ihnen eine Gelegenheit bot, sich von ihrer Komplizenschaft, Mitwisserschaft, ihrem mitschuldigen Schweigen unter dem Nationalsozialismus freizukaufen und zugleich eine Möglichkeit, wie verhindert werden konnte, daß die Juden, die überlebt hatten, in ihrem Land um Asyl bitten kämen.
Die Zionisten ihrerseits hatten nun eine neue Waffe in der Hand: sie konnten mit dem Vorwurf des Antisemitismus jeden zum Schweigen bringen, der es wagte, ihre • Politik zu kritisieren. Auf diese Weise standen die Palästinenser, anders als andere Völker, die um ihre Befreiung kämpfen, vor zahlreichen, vielfältigen Hindernissen....
1947 erklärte Großbritannien seinen Verzicht auf das palästinensische Mandatsgebiet und brachte die Frage vor die Vereinten Nationen. Die UNO-Vollversammlung nahm im November desselben Jahres die. Empfehlung Nr: 181 an, die die Teilung Palästinas in drei Teile vorsah: einen jüdischen Staat, einen. palästinensischen Staat und eine internationale Zone (Jerusalem). Die darauffolgenden sechs Monate waren die blutigsten in der Geschichte Palästinas: mit den 56% des palástinensischen Territoriums nicht zufrie-
AL KARAMAH
Zeitschrift für die Solidarität mit dem Kampf der arabischen Völker und dem der Drei
Kontinente
Nr. 5 / Jahrgang 1987:
WIEDERVEREINIGUNG DER PLO bordenies Philippiers Torbes
Schwerpunktthema: Die Wiedervereinigung der PLO mit einem ausführlichen Beitrag über den schwierigen Weg zur Wiedervereinigung, mit einer Dokumentation der Beschlüsse der Einheitstagung des Palästinensischen Nationalrats und einem Interview mit Yacoub Dwani, ZK-Mitglied der PFLP
Der zionistische Staat: der ökonomische Aspekt der imperialistischzionistischen Allianz
Zionistisch - jordanische Beziehungen: Verhandlungstaktik: Tatsachen schaffen- Zeit gewinnen, eine Untersuchung zu den jordanisch-zionistischen Beziehungen, von Klaus Polkehn, Teil 1 Türkei: Für die Gleichzeitigkeit des legalen und bewaffneten Kamp. fes, ein Interview mit Ibrahim Seven ТКР(B)
Philippinen: Zum Klassencharakter des Machtwechsels in den Philippinen, ein Beitrag von Jose Sison Fortsetzung der Grundsatzdebatte: mit einem Beitrag des BWK
Frauen im Befreiungskampf (4): Interview mit kurdischen Peschmerga и.а.
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Frauen beteiligen sich am bewaffneten Kampf
Die Vertreibung der Palästinenser, die 1948 in der Gründung des Staates Israel gipfelte, hat die gesamte wirtschaftliche und soziale Struktur der palästinensischen Gesellschaft verändert. Die Familienstruktur löste sich auf. Viele Männer waren nicht mehr da: sie waren ermordet oder gefangengenommen, oder sie suchten Arbeit im Ausland. Damals gründete sich eine geheime Frauenvereinigung mit dem Namen „Kornblume", die sich um die Versorgung mit Waffen, Kleidern und Nahrung, um die Ausbildung der Frauen an Waffen und ihre Beteiligung an militärischen Operationen kümmerte. Andere Frauen trieben mittlerweile spontane Kampfaktionen voran: Demonstrationen, Streiks, Boykottmaßnahmen. Die Frauen aus dem Kleinbürgertum gründeten zahlreiche Wohlfahrts- und Benefizvereine, vor allem um den Familien zu helfen, die in den Flüchtlingslagern in Jordanien, Syrien und im Libanon abgeblieben waren.
Dies war so bis 1967. Im Juni dieses Jahres entfesselte Israel eine neue Offensive und besetzte den Rest Palästinas, d.h. das Westjordanland, den Gazastreifen und die gesamte Stadt Jerusalem, die Golanhöhen und den ägyptischen Sinai. Von neuem gab es Tote, Verwundete, Obdachlose, Leute, die zum zweiten oder dritten Mal die Flucht ergriffen; die Zurückbleibenden erlitten die Gewalt der Besetzung: Ausgangssperren, Schikanen, Enteigungen, Gefängnis. Im Westjordanland und im Gazastreifen protestierten die palästinensischen Frauen mit Demonstrationen gegen die Besetzung. Von 1968 an stieg die Beteiligung der Frauen an politischen Aktivitäten merklich an. Eine der meistgerufenen Parolen war: „Erst das Land, dann unsere Frauenehre!" In der interna- PALÄSTINA tionalen Presse jenes Jahres konnte man lesen: „5.Februar, in Nablus werden Frauen verhaftet, weil sie bewaffnet und in einer Guerillaorganisation aktiv waren; 8.März, acht Frauen werden verhaftet, weil sie Guerilleros der Al Fatah versteckt hielten; April, dreihundert Frauen demonstrieren in Jerusalem, viele von ihnen werden verhaftet und verwundet; Mai, fünf Frauen werden bei einer Demonstration in Beit Hanun umgebracht; zweihundert Frauen demonstrieren im Gazastreifen." Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Von diesem Moment an traten sehr viele Frauen dem bewaffneten Widerstand bei, machten Straendemonstrationen, beteiligten sich an Hungerstreiks, organisierten Sammlungen für die Familien der Kombattanten. In den besetzten Gebieten gelang es den Frauen, ein Klima der Agitation und der Revolte zu schaffen. Viele tausend Frauen wurden aus politischen Gründen in israelische Gefängnisse gesperrt; das ist für sich ein Beweis für die Beteiligung der Frauen am Kampf. 1964 wurde die PLO, die Palästinensische Befreiungsorganisation gegründet. Die tärischeründet. Bedeutung ihrer militärischen Aktivitäten wird jedoch erst Jahre später sichtbar. 1964 wird auch die Generalunion der Palästinensischen Frauen gegründet; sie hat Sektionen in allen arabischen Ländern mit palästinensischem Bevölkerungsanteil. An der Spitze der Union steht Issam Abd Al-Hadi aus Nablus; sie wird 1968 verhaftet und von den Israelis ausgewiesen. 1968 werden zum erstenmal Lager zur militärischen Ausbildung von Frauen errichtet. Aus ihnen sind Kombattantinnen ersten Ranges hervorgegangen. Eine der ersten Frauen, die in einer Guerillaaktion gefallen ist, war Shadi Abu Ghazaleh, im Alter von 21 Jahren.
In den Flüchtlingslagern zersetzt sich die Familienstruktur Es steht außer Zweifel, daß die palästinensische Frau eine aktive und tatkräftige Rolle in der Revolution gespielt hat; sie hatte aber dafür zahlreiche Hindernisse zu überwinden. Die arabische Gesellschaft von vor 1948 war konservativ und patriarchalisch (zum Teil ist sie es noch). Um an der Revolution ihres Volkes teilzunchmen, mußte die palästinensische Frau den Widerstand überwinden, den die repressive Tradition darstellte; dies getan zu haben, hat der gesamten Gesellschaft einen Fortschritt gebracht. Die Geschichte hat sie, unvorbereitet, inmitten eines Befreiungskriegs gestürzt, ohne ihr
PALÄSTINA die Zeit zu lassen sich anzupassen. Die Frauen in den Flüchtlingslagern, wohin sich vor allem bäuerliche Familien gerettet hatten, haben alles verloren - ihr Land, den Boden, die Einkommensquelle, oft auch den Mann, und sie mußten unter den schwierigsten Bedingungen die gesamte Familienlast tragen. Dennoch verstanden sie, daß sie noch eine andere, vorrangige Aufgabe zu erfüllen hatten: diejenige, fedayin heranzubilden, ein Wort, das im Arabischen heißt: „der sein Leben für andre opfert". Die Periode von 1948 bis 1967 ist die, in der die Partisanen der PLO heranwachsen. Es waren die Mütter in den Lagern, die die palästinensische Identität bewahrt haben. Mit Tatkraft und Weitblick haben sie eine Generation von Männern und Frauen aufgezogen, die bereit war, sich in den Dienst der Befreiung ihres Landes zu stellen. Die Mütter, auch die Großmütter haben unter den Kindern und Jugendlichen ein palästinensisches Nationalbewußtsein ausgebildet: sie haben von den heroischen Taten der Partisanen erzählt, vom Widerstand ganzer Ortschaften; sie haben ihnen die Lieder ihrer Heimat und aus dem Kampf vorgesungen. Wenn man ein palästinensisches Kind fragt, woher es stammt, antwortet es immer mit dem Namen des Herkunftsorts seiner Familie.
Der Krieg hat das politische Bewußtsein und den Kampfwillen der Frauen gestählt. Nach dem Libanonkrieg, nach dem Massaker in den Lagern Sabra und Chatila waren es die Frauen, die darauf gedrängt haben, daß die Kampfeinheiten der Palästinenser wieder aufgebaut werden. Sie sagen: „Lieber Gott, schenk mir Kinder, ich mache daraus fedayin."
Anmerkung:
1. 1917 erklärte Lord Balfour im Auftrag der Regierung Großbritanniens an den Vertreter der zionistischen Forderation, Lord Rothschild: Die Regierung Seiner Majestät betrachtet die Errichtung einer nationalen Heimstätte des jüdischen Volkes in Palästina mit Wohlwollen und wird keine Mühe scheuen, die Erreichung dieses Ziels zu fordern." Großbritannien war damit der erste imperialistische Staat. der offiziell die Bemühungen zur Errichtung eines Judenstaats unterstützte.
2. 1982 betrug die Inflationsrate bereits 400%. AB 1,30 ml DE DUTTE-WELT-ZITIONET
WANK
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