Attentat gescheitert Die Situation hat sich abrupt geändert, seitdem nebenstehender Artikel verfaßt wurde. Die Pinochet-Diktatur nutzte das fehlgeschlagene Attentat vom 7. September, um das 14. Jahr ihrer Tyrannei mit einer brutalen Repression zu beginnen. Sie verhängte nicht nur den Belagerungszustand, sondern auch einen dreimonatigen »Zustand der Störung des inneren Friedens« und den Notstand, durch den die Regierung außerordentliche polizeiliche Vollmachten erhält (sie kann u.a. Ausweisungen, Verbannungen, Verhaftungen, Einreiseverbote verfügen, gegen die kein gerichtlicher Einspruch möglich ist). Pinochet kündete am 9. im Fernsehen und am 10.9. bei dem Aufmarsch von 40000 bis 100000 Anhängern seiner „konstitutionellen Diktatur" in Santiago an, er wolle sich durch eine Volksabstimmung noch weitergehende Vollmachten für den Kampf -gegen Terroristen und Kommunisten« geben lassen.
Sechs oppositionelle Zeitschriften unterschiedlicher Orientierung wurden auf unbestimmte Zeit verboten: Hoy, Cauce, APSI, Analisis, La Bicicleta, Fortin Mapocho. Sechzig Angehörige der Oppositionsbewegungen wurden innerhalb von wenigen Tagen verhaftet: Führerinnen und Führer von Gewerkschaften, Studentenverbänden, Menschenrechtsgruppen, der Asamblea, des MDP. Sechs Priester, die in den poblaciones arbeiteten, wurden verhaftet, die drei Franzosen unter ihnen ausgewiesen. Militärs mit geschwärzten Gesichtern fuhren in Panzerwagen durch die Straßen und durchsuchten Wohnungen.
Ein »Comando 11 de Septiembre- bekannte sich zu der Entführung und Ermordung von vier Menschen am 8. und 9. September. Unter ihnen war José C. Tapia,) ZK-Mitglied des MIR.
SCHWEIZ
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