Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Die Vorläufer der revolutionären Linken

· Inprekorr Nr. 180, April 1986 · S. 40-25 · 8.160 Wörter

USA und Kanada Philippinen und Südostasien Mittelamerika Kuba und Karibik

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Die Kommunistische Partei der Philippinen kann sich auf eine lange Tradition des Kampfes um nationale und soziale Befreiung stützen, beginnend mit dem Aufstand gegen Spanien 1896, über die Gründung der Gewerkschaften, Arbeiterparteien und Bauernverbände, den Kampf der Huks gegen die japanische Besatzung bis zum abenteuerlichen Aufstand der stalinistisch degenerierten alten Kommunistischen Partei. Will Reissner

In den vergangenen Monaten wurden in den Massenmedien fortlaufend Warnungen laut über die wachsende Stärke der Kommunistischen Partei der Philippinen (CPP) und ihres bewaffneten Arms, der Neuen Volksarmee (NPA). Es heißt, daß die NPA 16 500 Kämpferinnen und Kämpfer habe. Ihr Einfluts macht sich in allen Teilen der Philippinen bemerkbar. Die weitere Ausbreitung der Guerilla wird heute fast nur durch ihren chronischen Mangelan Waffen begrenzt, die sie nahezu ausschlielslich von den Streitkräften rauben muß. Der CIA spricht von der Präsenz der NPA in 8000 der 40 000 Dörfer, die CPP habe heute 20000 Mitglieder, doppelt so viele wie vor fünf Jahren.

Die CPP spielt eine führende Rolle in der National-Demokratischen Front (NDF), einer Koalition von Massenorganisationen, die 1973 gebildet wurde. Die NDF ist ebenfalls illegal, aber ihr gehören 50 000 Aktive in zwei Dritteln aller Provinzen an. Die addierte Mitgliedschaft derangeschlossenen Verbände wird auf eine Million geschätzt. Die CPP hat auch nennenswerten Einfluß in zwei legalen Organisationen: der Nationalen Allianz für Gerechtigkeit, Freiheit und Demokratie und in der Neuen Patriotischen Allianz, deren Abkürzung BAY AN in der Verkehrssprache Tagalog zugleich Nation bedeutet. Die Nationale Allianz, die laut eigenen Angaben 500 000 Anhänger hat, wurde von den verschiedenen Trägerorganisationen einer Massendemonstration am 21. September 1983 zum elften Jahrestag der Proklamation des Kriegsrechts durch den Diktator Marcos gebildet.

BAY AN wurdeim April 1985 gegründet und reklamiert eine Million Mitglieder, wobei die 500 000 der Nationalen Allianz mitgezählt sind.

Die Gründung der CPP 1968 Der Ursprung der CPP datiert zurück auf eine Sitzung des Zentralkomitees der alten Kommunistischen Partei der Philippinen (PKP) vom April 1967. Auf dieser Sitzung wurde eine Gruppe junger Aktivisten ausgeschlossen, die der PKP-Führung vorwarf, die Organisation ein Jahrzehnt zuvor faktisch liquidiert zu haben. Die Gruppe der jugendhichen Ausgeschlossenen wurde von José Maria Sison geführt, der die Führung schon 1964 zu kritisieren begonnen hatte.

Sison und seine Anhänger beantworteten ihren Ausschluß mit der Bildung eines eigenen Politischen Büros. Zum 1. Mai 1967 gaben sie ihre erste Erklärung heraus, in der sie die chinesische Kulturrevolution begrüßten, die KPdSU angriffen und die alte PKP-Führung verdammten als „Trägerin des modernen Revisionismus in den Philippinen", Am 26. Dezember 1968 versammelten sich elf der Ausgeschlossenen, um eine neue Partei zu bilden, die sich ebenfalls Kommunistische Partei der Philippinen nannte, jedoch statt der Tagalog- die englischen Initialen benutzte (CPP statt PKP). Die Versammlung erklärte sich zu einem „Kongreis der Wiederherstellung", um die Behauptung zu unterstreichen, die alte Partei sei 1957 praktisch aufgelöst worden.

Die neue CPP wurde geleitet vom Marxismus-Leninismus und den Mao Tse-tung-Ideen" und setzte sich selbst das, wenn man die geringe Zahl der Gründungsmitglieder bedenkt, recht anspruchsvolle Ziel, einen _langanhaltenden Volkskrieg" zu organisieren, in dem „die revolutionären Kräfte schrittweise die vom Feind kontrollierten Städte von stabilen Basen auf dem Lande aus ersticken" würden.

Das auf dem Kongreß der Wiederherstellung" angenommene Dokument erklärte „den Sturz des US-Imperialismus, des Feudalismus und des bürokratischen Kapitalismus, die Übernahme der Macht und deren Konsolidierung" zum Programm. Dieses Dokument ist bis heute die Grundlage der CPP. Drei Monate später, am 29. März 1969, dem 27. Jahrestag der Gründung der Huk-Guerilla während des Zweiten Weltkriegs, bildete die CPP die Neue Volksarmee (NPA), um unter Fuhrung der Partei den bewaftneten Kampf auf zunehmen. Die Führung der NPA durch die Partei ist statutarisch festgelegt. Der Schwerpunkt der NPA sollte auf dem Lande liegen. Nach den „Grundregeln" der NPA „umfaft die NPA, wiewohl sie der absoluten Führung der Arbeiterklasse und der Kommunistischen Partei der Philippinen untersteht, in erster Linie die bewaffneten Bauern, die für die Agrarrevolution kämpfen, die der wesentliche Inhalt der demokratischen Revolution des Volkes ist... Die demokratische Revolution ist im wesentlichen ein von der Arbeiterklasse geführter Bauernkrieg. [...] Es ist für die NPA sowohl eine patriotische Pflicht als auch ein Akt des proletarischen Internationalismus, für die demokratische Volksrevolution als der Übergangsphase zum Sozialismus zu kämpfen.

Die CPP sieht diese Übergangsphase als eine von langer Dauer. In einem Interview mit Intercontinental Press vom 12.11.1984 sagte Sison: Mit nationaler Unabhängigkeit meine ich die Loslösung von der Abhängigkeit von einer Supermacht wie den USA. Um die Demokratie zu entwickeln, müssen wir den Feudalismus beseitigen, die Bauern von feudalen und halbfeudalen Fesseln befreien... Wir müssen den Feudalismus zerschlagen, sodaß die lokalen Kräfte des Kapitalismus freigesetzt werden können, die nationalen Unternehmer und kleineren Geschäftsleute also. Das Eigentum, das den Multis und den Verräterelementen gehört, wird vom Staat übernommen werden. Unsere Wirtschaft wäre dann eine kombinierte aus Staatseigentum und philippinischem Privateigentum." Dazu müsse die „na-

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tionale demokratische Revolution... unter der Klassenführung des Proletariats stattfinden. Die liberale Bourgeoisie könne den Prozeß nicht führen, da sie „nicht die politische, ideologische und organisatorische Führung besitzt, die erforderlich ist, um mit dem US-imperialismus fertig zu werden." Ein anderer Führer der CPP, Satur Ocampo, sagte gegenüber der Far Eastern Economic Review vom 2.1.1986, das Ziel der CPP sei „das Entsteheneines Typs von Gesellschaft und Wirtschaftssystem, der immer noch die unternehmerischen Fähigkeiten der Filipinos vorantreiben würde."

Bruch mit der chinesischen KP

Obwohl die CPP zum Zeitpunkt ihrer Gründung stark maoistisch war und vom Ultralinkstum der chinesischen Kulturrevolution gezeichnet, brach sie 1975 mit der KPCh, als die Volksrepublik China und die Marcos-Diktatur diplomatische Beziehungen miteinander aufnahmen.

Viele der Positionen der CPP sind in Fluß, aber sie bleibt tief von ihrem stalinistischen Ursprung geprägt. Der Kopf der CPP-Zeitung Ang Bayan hebt nach wie vor die „Mao Tse-tung-Ideen" hervor. Und auch nach dem Bruch mit der KPCh unterstützte die CPP viele der ulsenpolitischen Ansichten dieser l'ar ei. Als vietnamesische Truppen End 1978 die Grenze zu Kampuchea überschritten, umentscheidend beim Fall des mörderischen Pol Pot-Regimes zu helfen, sah Ang Bayan darin die Federführung des „sowjetischen Sozialimperialismus" und verurteilte die vietnamesische Führung, weil siees „gestattet hat, von Moskau benutzt zu werden" . Ang Bayan rechtfertigte auch die darauffolgende chinesische Invasion in Vietnam. Als die CPP ab 1968 den „langanhaltenden Volkskrieg" in die Tat umsetzen wollte, stand sie, abgesehen davon, daß sie nur über eine Handvoll Mitglieder verfügte, noch vor einigen anderen Schwierigkeiten. Die Philippinen sind ein großes Land mit 53 Millionen Einwohnern, die sich auf über 7000 Inseln verteilen. Außerdem üben die USA und das Pentagon in der ehemaligen Kolonie bedeutende Macht aus. Der Luftwaffenstützpunkt Clark und der Marinestützpunkt Subic Bay sind die größten militäfischen Einrichtungen der USA außerhalb des Landes.

Und dennoch ist die CPP in den 17 Jahren ihres Bestehens zu einer entscheidenden Kraft auf den ganzen Philippinen geworden; die NPA hat eine beein. ruckende Kampfkraft entwickelt, dic ku mehr taugt, als sich nur gegen eine erheblich verstärkte Armee des philippi- Nº 180, April 1986 nischen Staates zu halten. Die Wirtschaftskrise und die Repression haben vor allem der CPP zu diesem Erfolg verholfen. Aber sie konnte auch an der langen Tradition von Arbeiterorganisationen und Bauernrebellionen auf den Philippinen anknüpfen.

Die Tradition des Klassenkampfs

Während drei Jahrhunderten spanischer Kolonialherrschaft sind über 200 bewaffnete Aufstände gegen die Kolonialherren dokumentiert. Als 1896 die Revolution gegen Spanien ausbrach, war einer ihrer Anführer Andres Bonifacio, der vor allem unter Arbeitern und Bauern eine große Anhängerschar sammelte. Seither berufen sich die meisten Organisationen der Arbeiterklasse auf das Erbe von Bonifacios Organisation Katipunan.

Die Revolution von 1896 hätte die Unabhängigkeit gebracht, hätten nicht US-Truppen eingegriffen, angeblich um Die beiden CPP-Führer Ocampo und Sison 1984 vor Gericht den Aufständischen zu helfen. Im Vertrag zur Beendigung des Spanisch-Amerikanischen Krieges von 1898 trat Spanien die Philippinen ebenso wie Kuba und Puerto Rico an die USA ab. Als die Aufständischen auf den Philippinen merkten, daß sie nur eine neue koloniale Herrschaft hatten, nahmen sie die Waffen wieder auf. Der bewaffnete Widerstand gegen die Herrschaft der USA dauerte von 1899 bis 1913, obwohl er schon 1901 eine entscheidende Niederlage erlitt, als sein Führer Emilio Aguinaldo gefangen wurde. Die US- Truppen (unter dem Kommando von General Pershing) töteten mehrere hunderttausend Filipinos, bevor der Widerstand völlig zum Erliegen kam. Das Rückgrat des Widerstands waren Bauern und Arbeiter. Die meisten reichen Landbesitzerfamilien machten rasch ihren Frieden mit den neuen Kolonialherren.

Die erste sozialistische Literatur erreichte die Philippinen 1901 im Gepäck von Isabelo de los Reyes, der ein Teilnehmer des Aufstands gegen die spanische Herrschaft gewesen war. Er war verhaftet und nach Barcelona ins Gefängnis verbracht worden. Dort lernte er anarchistische und sozialistische Ideen kennen. Bei seiner Heimkehr brachte de los Reyes auch gleich eine Druckmaschine mit, die sich bei seiner Arbeit zur Organisierung der Demokratischen Arbeiterunion (UOD), der ersten Gewerkschaft des Landes, als von unschätzbarem Wert erwies.

Von Anfang an unterstützte die Arbeiterbewegung entschieden die nationale Unabhängigkeit. Am 1. Mai 1903 demonstrierten etwa 100 000 Arbeiterinnen und Arbeiter aus Manila und Umgebung vor dem zentralen Verwaltungsgebäude der Kolonialherren.

Parolen dieser ersten philippinischen Maidemonstration waren: „Nieder mit dem amerikanischen Imperialismus!" „Wir wollen Freiheit!" , „Wir fordern den Acht-Stundentag!" Durch die Verhaftung ihrer Führer und ihre Verurteilung waren die US-Kolonialbehörden in der Lage, diese erste Gewerkschaft zu zerschlagen.

1906 gründete Crisanto Evangelista der noch bis zu seiner Hinrichtung durch die Japaner 1944 in der Arbeiterbewegung eine führende Rolle spielen sollte, die Philippinische Druckergewerkschaft (UIF). Die UIF war eine treibende Kraft bei der Bildung des Philippinischen Arbeiterkongresses (COF) am 1. Mai 1913. Evangelista war ihr praktischer Führer von Beginn an und wurde 1924 ihr nationaler Sekretär. Als herausragender Führer des COF wurde Evangelista 1919 auf dieerste philippinische Unabhängigkeitsmission in die USA geschickt, die ein Ende der Kolonialherrschaft auf dem Verhandlungswege erreichen sollte. In den USA traf Evangelista mit Gewerkschaftern und revolutionären Sozialisten zusam-

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men. Er kehrte als überzeugter Marxist auf die Philippinen zurück.

Gründung von Arbeiterparteien

Evangelista begann mit der Propagierung marxistischer Ideen in der Arbeiterbewegung. 1924 trug er entscheidend zur Gründung der Arbeiterpartei (PO) bei, der ersten politischen Organisation Im gleichen Jahr kamen philippinische Gewerkschaftsführer zum erstenmal mit der Kommunistischen Internationale in Kontakt. Ein Führer der Kommunistischen Partei der USA reiste auf die Philippinen, um Arbeiterführer für die Teilnahme an einer Konferenz in Kanton (China) zu gewinnen, die vom Pan-Pazifischen Gewerkschaftssekretariat der Komintern ausgerichtet worden war. Fünf Delegierte ausden Philippinen nahmen schließlich an der Konferenz teil. Dort trafen sie mit Ibrahim Datuk Tan Malaka zusammen, einem von den niederländischen Kolonialherren exilierten kommunistischen Führer aus Indonesien, und luden ihn zum Besuch der Philippinen ein. Tan Malaka war der oberste Repräsentant der Komintern für Südostasien. Tan Malaka blieb bis zu seiner Ausweisung 1927 und entwickelte eine enge Freundschaft mit Evangelista und anderen Gewerkschaftsführern. Zwei Monate vor Tan Malakas Ausweisung trat der COF dem Pan-Pazifischen Gewerkschaftssekretariat bei. Im März 1928 reisten Evangelista und zwei weitere Gewerkschaftsführer nach Moskau zum Kongreß der Roten Gewerkschaftsinternationale (Profintern). Gruppen philippinischer Arbeiter gingen als Studenten an die Moskauer Universität der Werktätigen des Ostens, die von der Komintern gegründet worden 1929 kam es im COF zur Spaltung zwischen Unterstützern der Klassenkollaboration und der Zusammenarbeit mit den US-Kolonialbehörden und Unterstützern des Klassenkampfs und der nationalen Unabhängigkeit. Evangelista führte die zweite Gruppe, die schließlich eine konkurrierende Gewerkschaft bildete, die Assoziation der Söhne des Schweißes (KAP). Die provisorische Konferenz der KAP am 12. Mai 1929 wurde von Vertretern von 27 Gewerkschaften mit insgesamt 80 000 Mitgliedern besucht. Diese Gewerkschaftskonferenz bildete auch ein Komitee zur Ausarbeitung von Programm und Statut einer neuen Arbeiterpartei. Diese neue Partei, die Partito Komunista ng Pilipinas (PKP) wurde schließlich am 26. August 1930 gegründet, am Jahrestag von Andres Bonifacios Aufruf zur Unabhängigkeit von Spanien. 60 Vertreter von Arbeiter- und Bauernorganisationen nahmen an der Gründung teil. Die neue Partei eröffnete in Manila ein nationales Büro und begann mit der Herausgabe der Zeitung Titis (Funke). Von Anfang an sah sich die PKP der Kepression der Kolonialverwaltung ausgesetzt. Am 14. September 1931 erklärte ein Gerichtshof in Manila die PKP und die KAP für illegal. Zwanzig Führer der PKP. darunter Evangelista, wurden für acht Jahre in die Provinz verbannt. Zur gleichen Zeit begann eine Bauernorganisation mit dem Namen Sakdal- Partei auf dem Lande an Einfluß zu gewinnen. Die Sakdalisten kombinierten vage Vorstellungen von Sozialismus mit faschistischen Auffassungen und projapanischen Stimmungen. Ihre Hauptanziehungskraft bei der Bauernschaft resultierte jedoch aus zwei Grundforderungen: sofortige Unabhängigkeit der Philippinen und Abschaffung des Großgrundbesitzertums.

1935 mobilisierten die Sakdalisten 65 000 Bauern zur Umzingelung Manilas und fochten drei Schlachten mit der Polizeistreitmacht aus. Als diese Aktion nicht den erhofften Massenaufstand gegen die Herrschaft der USA auslöste, brach die sakdalistische Bewegung rasch zusammen.

Bauernkämpfe fanden jedoch weiterhin statt. Im Untergrund organisierten die PKP und die 1932 unter Führung von Pedro Abad Santos gegründete Sozialistische Partei weiterhin die Bauern. 1935 hatte die Komintern unter der Herrschaft der stalinistischen Bürokratie die ultralinke Linie von 1928 fallengelassen, die beinhaltete, die Sozialdemokraten überall als den Hauptfeind („Sozialfaschisten") zu betrachten. Nunmehr begann sie mit der Propagierung der „Volksfront" mit Sozialdemokraten und bürgerlichen Kräften gegen den Faschismus. Unter dem Drängen von Vertretern der KP der USA führte auf den Philippinen diese Volksfrontpolitik sogar zu einer Fusion von PKP und Sozialistischer Partei im Oktober 1938. Evangelista wurde der Vorsitzende, Abad Santos sein Stellvertreter und Guillermo Capadocia der Generalsekretär. Widerstand gegen Japan

Alle drei zusammen blieben bis zur japanischen Invasion im Zweiten Weltkrieg an der Spitze der Partei. Sobald die Nazis im Juni 1941 mit der Invasion in der Sowjetunion begonnen hatten, rief die PKP zur Kollaboration mit den Kolonialbehörden der USA gegen die deutsch-italienisch-japanische Achse auf. Ein 12-Punkte-Memorandum über den Widerstand gegen Japan wurde von der PKP Anfang Dezember 1941 dem US-Hochkommissar Francis Sayre überreicht, das zum gemeinsamen Widerstandskampf aufrief und die Loyalität (der PKP) gegenüber der Regierung der Philippinen und den USA" zusagte. Damit war der Kampf für die Unabhängigkeit aufgegeben.

2 in Manila ein drapen, Micben de Spitzen der PKP in der Hauptstadt, um den Widerstandskampf zu organisieren. Aber schon drei Wochen später hatte die japanische Geheimpolizei die gesamte erste Führungsgarnitur verhaftet. Die Verhaftung von Evangelista, Abad Santos und Capadocia war für die PKP ein schwerer Schlag. 1944 wurde Evangelista von den Japanern hingerichtet und starb Abad Santos an den gesundheitlichen Schäden seiner Gefangenschaft. Die zweite Garde unter Dr. Vicente Lava übernahm nun die Führung. Vicente sollte der erste von drei Lava-Brüdern sein, die die Partei nacheinander führten. Wegen ihrer jahrelangen Erfahrung mit illegaler und halblegaler Arbeit war die PKP durchaus in einer guten Position, den Widerstand gegen die japanische Besatzung anzuführen. Am 29. März 1942 wurde die Volksarmee gegen Japan gegründet, populär Huksgenannt nach ihrer Tagalog-Abkürzung Hukbalahap. Sie stand unter der Führung der PKP.

In Übereinstimmung mit der Orientierung auf eine alle Klassen umfassende Allianz und ein Kriegsbündnis mit den US-Imperialisten trug die PKP die Losung vor: „Antijapanisch vor allem!" Sie löste die von ihr geführten Bauernverbände auf, um eine Entfremdung von den philippinischen Grundbesitzern zu vermeiden.

Die große Masse der Grundbesitzer kollaborierte jedoch aktiv mit den japanischen Besatzern, wie sie es zuvor mit den spanischen Kolonialisten und den US-Imperialisten getan hatte Wegen dieser Kollaboration fand der Klassenkampf in den von Huks kontrollierten Gebieten seine Fortsetzung: die Bauern verweigerten den kollaborierenden Grundbesitzern ihre Pachtzahlung. Die Huks versuchten auch, mit den Guerilla-Gruppen zu kooperieren, die von den auf den Philippinen zurückgebliebenen US-Offizieren gebildet worden waren.

Im ersten Jahr des antijapanischen Kampfes bestand die Politik der Huks im andauernden Angriff. Im ganzen Kriegsverlauf fanden 1200 Gefechte statt, bei denen die japanische Armee insgesamt 25 000 Verluste erlitt. Bis 1945 hatten die Hukseine kämpfende Truppe von 20 000 und 50 000 Reservisten. Im März 1943 jedoch begannen die japanischen Truppen mit einer konzentrierten Offensive gegen die Bastionen der Huks

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in Zentral-Luzon, der größten Insel der Philippinen. Die Huk-Führung reagierte daraut mit einer Aufteilung in kleine Einheiten, die durch die japanische Umzingelung dringen sollten. Diese Politik. „Kückzug zur Verteidigung" genannt, war eine Katastrophe und führte zur Gefangennahme einer grofen Zahl von Kämpfern und Kadern.

1944 wurde auf einer Sitzung des Zentralkomitees der PKP diese Politik des „Kückzugs zur Verteidigung" scharf kritisiert; Vicente Lava wurdeals Führer abgesetzt. Sie ging an Pedro Castro über, einen Führer der Gewerkschaft der Tabakarbeiter.

Die Kollaborationspolitik

PKP-Führung mit den USA gegen Japan hatte die Basis der Huk-Guerilla nicht auf die Feindseligkeit vorbereitet, mit der sie vom wieder anrückenden US-Militär empfangen wurden. William Pomeroy, ein Amerikaner mit langjähriger Verbindung zur PKP — der später am Nachkriegsaufstand der Huks teilnahm -stellte fest, daß, „sobald US-Streitkräfte Anfang 1945 mit der Wiedereroberung von Luzon begannen, sie auf Befehl von General MacArthur viele PKP- und Huk-Führer verhafteten, die einen Huk-Einheiten zuentwaffnen versuchten, andere massakrierten, pro- NPA-Guerilleros visorische lokale Regierungen, die vor der Bewegung gebildet worden waren, absetzten und die organisierten Massen terrorisierten."

Dieser Angriff der US-Kräfte desorientierte die Huks völlig. Wie einer ihrer Führer, Luis Taruc, in seiner Autobiographie »Born of the people« 1953 feststellte, „hatten wir während des ganzen Krieges nichts als Lobpreisungen über die Amerikaner ausgegossen und alles getan, ein proamerikanisches Gefühl zu wecken... Wir hatten uns auf die Amerikaner immer als unsere Verbündete bezogen und ehrlich geglaubt, daf unter der Führung von Roosevelt die amerikanische Nation eine neue Ära des Weltfriedens und der Demokratie einleiten werde." Der gröfte Fehler sei gewesen, nicht zu betonen, daß der Imperialismus Imperialismus bleibt, sei er nun japanisch, amerikanisch, britisch oder niederländisch."

Abenteuerpolitik und Liquidation der PKP

Die PKP und die Huks hatten zu Ende des Krieges wesentlich größeren Einfluß als zu Beginn. 1945 organisierte die PKP eine mächtige Nationale Bauernunion (PKM) und einen Kongreß der Arbeiterorganisationen (CLO), der die Gewerkschaften fast aller Industrien Manilas hinter sich wulste. Im April 1946 wurden sechs Abgeordnete der PKP-geführten Demokratischen Allianz in Luzon in das erste Parlament nach der Unabhängigkeitserklärung gewählt. Diesen Abgeordneten wurde jedoch nicht gestattet, ihre Sitze einzunehmen. Sie wurden ausgeschlossen, um die Verabschiedung des Gleichstellungszusatzes zur philippinischen Verfassung sicherzustellen, der US-Bürgern identische Rechte mit philippes Wirt Burgern in allen Bereichen schaftslebens des Landes verlieh. Auferdem begann die neue philippinische Regierung mit einer Offensive gegen die Bastionen der Huksin Zentral- Luzon. Während des Krieges waren viele Grundbesitzer nach Manila geflohen. Nun verlangten sie ihr Land zurück und waren entschlossen, die von den Huks begonnenen Agrarreformen wieder rückgängig zu machen.

Die Führung Pedro Castros favorisierte eine legale und parlamentarische Arbeit der PKP. Aber schon 1946 hatten viele Huk-Veteranen selbsttätig wieder zu den Waffen gegriffen, um sich gegen Armee und Grundbesitzer zu verteidigen.

Im Januar 1947 wurde Pedro Castro auf einer Sitzung des Politischen Büros aus der Führung entfernt. José Lava, der den bewaffneten Kampfstärker betonte, wurde de facto zum neuen Parteiführer. 1948 beschloß die PKP, dals der bewattnete Kampf die wichtigste Aktivität sein sollte. Die alten Huk-Kräfte wurden zur Nationalen Befreiungsarmee (HMB) zusammengefaßt.

Die HMB-Kräfte errangen viele schnelle Siege gegen die undisziplinierten und demoralisierten Truppen der Regierung. Im Januar 1950 verkündete die PKP-Führung, daß die nächsten beiden Jahre „für die Vorbereitung der Machtübernahme entscheidend" seien. Am 29. März dieses Jahres, zum Jahrestag der Huk-Gründung, unternahm die HMB gleichzeitig an 15 Punkten auf der Insel Luzon bewaffnete Angriffe. Mit dieser neuen Orientierung ließ die PKP alle legale Arbeit fallen und zog ihre Kader aus den Massenorganisationenab. um die Guerilla zustärken. José Lava rief zu einer massenhaften Rekrutierungskampagne für PKP und HMB auf; durch geometrische Ausdehnung" sollte die PKP von 3500 Mitgliedern im Juli 1950 auf 50 000 im September 1951 wachsen, zugleich die HIMB von 10800 Kämpfern auf 172 000!

Die Pläne der PKP erlitten jedoch schon am 28. Oktober einen schweren Schlag. als Razzien an 22 Stellen in Manila zur Verhaftung des gesamten Politischen Büros führten; dabei fand man auch mehrere Wagenladungen voll vervielfältigter Dokumente, die die Pläne der militärischen Operationen enthielten. Die Festnahme des Politischen Büros und die wachsende Beteiligung der USA am Kampf gegen die Huks (wie sie im Volk immer noch genannt wurden) brachten die Wende in der Konfrontation. Eine Kombination von militärischem und politischem Kampf, vom CIA ausgearbeitet (dieses Konzept sollte später in Vietnam scheitern), versetzte der HMB und der PKP schwere Schläge. 1954 hatte die counterinsurgency- Kampagne der HMB das Rückgrat gebrochen. Einige wenige Einheiten harrten jedoch in versteckten Stellungen aus, um dann 1968 den Kern der NPA zu stellen.

Dr. Jesus Lava, der nach der Verhaftung seines Bruders diesen als Führer der PKP abgelöst hatte, rief zu einem Linienwechsel vom bewaffneten Kampf zum parlamentarischen auf. Dieser Wende wurde jedoch der Garaus gemacht, indem die PKP 1957 formell verboten wurde. Das Gesetz räumte eine Gnadenfrist von einem Monat ein, in der sich PKP- und HMB-Mitglieder registrieren lassen konnten, um der Verfolgung zu entgehen. Jesus Lava forderte die Parteimitglieder auf, von dieser Gnadenfrist Gebrauch zu machen, um „ins

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zivile Leben zurückzukehren". Lava löste auch die Zellenstruktur der PKP auf — dies war es, was die CPPein Jahrzehnt später auf den Vorwurf brachte, die PKP sei 1957 aufgelöst worden.

Nachdem die Parteistruktur einmal aufgelöst war, wurden die einzelnen Mitglieder aufgeruten, auf eigene Faust Zt handeln, wenn auch auf der Basıs vor "politischen Übermittlungen", die jeweils von Jesus Lava persönlich ausgegeben werden sollten. Diese Übermittlungen" wurden von Mitglied zu Mitglied weitergegeben, gemäß der neuen Einzelmitgliedstruktur (single-frpolicy). Jesus Lava wurde 1964 verhaftet und sozial bewußten Teilnahme am Aufbau der Nation, die uns lange verwehrt wurde." Die Vertreter der PKP übergaben Marcos symbolisch 19 Waffen. Seither sind die Führer der PKP zu jeder Veranstaltung im Präsidentenpalast eingeladen gewesen.

Januar 1986 Republika ng Pilipinas und blieb über zehn Jahre im Gefängnis. In Marcos Palast oder in den Dschungel?

Während die PKP nach 1957 weitgehend in Inaktivität verfiel, entstand in den frühen 60er Jahren eine neue Generation von Aktiven, vor allem im Umfeld der Universität von Manila. Sie war von internationalen Ereignissen wie der chinesischen und der kubanischen Revolution, vom Aufstieg der nationalistischen Sukarno-Regierung in Indonesien und dem anschwellenden revolutionären Kampf in Vietnam inspiriert. Einige traten der PKP bei, darunter der besagte José Maria Sison, ein Dozent für englische Literatur an der Universität von Manila. Er wurde von der PKP beauftragt, eine Geschichte der Partei als Orientierungshilfe für die Zukunft zu schreiben. Sisons Entwurf kritisierte scharf Vicente Lava für seine Strategie des „Rückzugs zur Verteidigung" während des Weltkrieges, José Lava für seine Strategie der „frühen Machtübernahme" von 1950 und Jesus Lava für seine Auflösung der Zellenstruktur 1957. Sisons Kritik an der „Lava-Clique" führte zu seinem Ausschluß aus der PKP im April 1967 und der Gründung der CPP durch alle, die seiner Kritik zustimmten. Während die neugegründete CPP nun besonders nach der Einführung des Kriegsrechts durch Marcos 1972 in die Berge ging, verkündete der noch im Gefängnis sitzende Jesus Lava die „politische Übermittlung" , unter dem Strich sei das Kriegsrecht nicht gar so schlecht, da es vor allem Maoisten und dem CIA verbundene Politiker wie Benigno Aquino treffe.

Im Oktober 1972 ging die PKP noch einen Schritt weiter und machte ihren Frieden mit Marcos. Das Politische Büro traf sich mit ihm im Präsidentenpalast. Der Generalsekretär Felicismo Macapagal sagte dem Diktator: „Eure Exzellenz, Sie haben zur nationalen Emheit aufgerufen, und hier stehen wir heute in Antwort auf ihren Aufruf. Wir tun dies mit einem Angebot der patriotischen Von 1565 - 1898 KolonieSpaniens, von 1898 - 1946 Kolonie der USA, seither unabhängige Republik in engem Bündnis mit den USA.

Bodenfläche: Archipel mit 11 großen und 7000 kleinen und kleinsten Inseln von 300 000 qkm Fläche. Die Nordinsel Luzon und in die Südinsel Mindanao nehmen davon je rund ein Drittel ein, die nächsgrößten Inseln Samar und Negros je etwa 13 000 qkm.

Bevölkerung: 1983 rund 52 Millionen mit einer enormen Wachstumsrate von 1,5 Millionen pro Jahr. Daher ist die Hälfte der Bevölkerung unter 20 Jahre alt.

Malaische Völker mit spanischer Beimischung machen den Hauptteil der Bevölkerung aus. Hinzu kommen altmal das trole der Negros Kuropäer, Araber und Chinesen. Nationalsprache ist seit 1946 das malaische Tagalog, das etwa 44 % können. Weitere Hauptsprachen sind Englisch (40%) und Spanisch (2 %, in der herrschenden Klasse). Hinzu kommen etwa 70 Sprachen mit lokaler Verbreitung. Religion: Die katholische Kirchedominiert mit etwa 85 %, ist stark durchorganisiert und spanischen Stils. Im weiteren 4 % Nationalkatholiken, 4 % Moslems (aus denen sich die Moro-Rebellen auf Mindanao und den Sulu-Inseln rekrutieren), 3 % Protestanten und 3,5 % sonstige, worunter 330 000 Buddhisten der chinesischen Kolonie fallen und eine Vielzahl obskurer Sekten, die genauso wie einige protestantische Gruppen aus den USA finanziert werden und gegen die Guerilla kämpfen.

Ausbildung: 6 Jahre Grundschule obligatorisch und gratis. Analphabetenquote offiziell bei 11 %. Oberstufen meist in Privatschulform gegen Bezahlung. in den letzten beiden Jahrzehnten haben sich die Universitäten stark entwickelt.

Sozialstruktur: Beherrschend ist die Oligarchie der Großgrundbesitzer, die ihre Macht mit dem US-Imperialismus teilen mußte und seit den 70er Jahren auch mit der Industriebourgeoisie und Mittelschichten. 1970 verfügten die 5 % Großgüter über ein Drittel des Bodens, während 40 % Kleinbetriebe mit 16 % der Fläche auskommen mußten und meist weniger als 2 ha umfaßten. Wirtschaft: Der Boden ist außergewöhnlich fruchtbar und reich an Nutzwäldern und Bodenschätzen. Über die Hälfte der Erwerbstätigen arbeitet in Land- und Forstwirtschaft, rund 4 % im Bergbau, 12 % im Handel, 17 % in Dienstleistungen, aber nur 12 % in der verarbeitenden Industrie. Die Landwirtschaft ist rückständig; es gibt kaum Viehwirtschaft, die ha-Erträge des Hauptnahrungsmittels Reis sind nur halb so groß wie etwa in Japan oder China, weil sich die verarmten Kleinbauern kein produktives Saatgut leisten können.

Auch die Industrie ist rückständig. Textil, Bekleidung, leicht veredelte Bergwerksprodukte und neuerdings elektronische Bauteile machen das Gros aus.

Das Bruttosozialprodukt pro Kopf betrug 1980 lediglich 1210 DM und ist seither gefallen. Exportiert wurden 1982 (in Dollar): Elektronik 962, Kleidung 541, Zucker 416, Kokosöl 401, Kupferkonzentrate 312, Gold 169, Bananen 146, Eisenerzkonzentrate 106, Ananas 88.

Streitkräfte: Heer (1984) 60 000 Mann, Para-Polizei 44 000, Miliz 65 000, Marine (für Landungsoperationen gerüstet) 15 000 Matrosen und 6500 Infanteristen, Luftwaffe 16 000 (400 Flugzeuge, teils für counterinsurgency-Operationen ausgerüstet. Hinzu kommen die massive Präsenz der US-Streitkräfte und eine Vielzahl von Privatarmeen der Großgrundbesitzer.

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IV. INTERNATIONALE

UND INTERNATIONALE ARBEITERBEWEGUNG USA

Kanada

Sozialistische

Frauenthema bringt Umgruppierung

Seit Januar 1986 erscheint in den USÁ die Zeitschrift Against the Current mit Sitz in Detroit in neuer Folge. Sie ist die Nachfolgerin dreier nunmehr vereingter Zeitschriften: Against the Current der Gruppe Workers Power, Changes von der Gruppe International Socialists und Socialist Unity von der gleichnamigen Gruppe.

Dahinter steht die Vereinigung dieser drei Gruppen, die Ende März 1986 stattfindet. An der Fusion werden noch eine Reihe weiterer lokaler Gruppen und Einzelpersonen teilnehmen. Die International Socialists entstammen einer Ab- Paley. de er Soren im Ver kers Internationale sympathisierenden Strömung in den USA, von 1940 über die Frage der Verteidigung der Sowjetunion gegen den Imperialismus. Die International Socialists setzen auch heute noch die beiden Lager miteinander gleich und sprechen von Staatskapitalismus in der UdSSR. Workers Power ist eine Abspaltung der ersteren, besteht jedoch zur Hälfte aus chemaligen Mitgliedern der SWP. Socialist Unityentstammtebenfalls der SWP. Ihre Mitglieder wurden vor zwei Jahren aus der SWP hinausgesäubert und gehörten zunächst der Organisation Socialist Action an. Dort traten sie im Herbst 1985 jedoch aus, weil sie ein Projekt der Umwollten, das nunmehr einen ersten Erfolg gebracht hat. Die neu entstehende Organisation wird sich — ebenso wie die Zeitschrift — nicht als Kern einer neuen revolutionären Partei verstehen, sondern als Sammlungspol und Diskussionsforum der zerstreuten sozialistischen Kräfte der USA dienen. Dementsprechend und wegen der vielen unterschiedlichen Auffassungen besitzt die neue Formation nur eine Minimalplattform.

Against the Current wird den Schwerpunkt auf offene Fragen der Theorie legen, da die von der Linken am meisten hochgehaltenen Theorien, Strategien und politischen Organisationen in den vergangenen Jahren den Test der Praxis nicht bestanden haben. [...] Unser Ziel ist die Förderung der Diskussion innerhalb der Linken. Wir wollen als Vehikel der Umgruppierung aller Linken dienen, die einen revolutionären und demokratischen Sozialismus wollen, was auch immer ihre jetzige Organisationszugehörigkeit mag."

Against the Current hat darüberhinaus einen internationalen Mitarbeiter- und Herausgeberkreis, dem unter anderen Israel Shahak von der Menschenrechtsliga in Israel, Robin Blackburn und Perry Anderson von der Redaktion der britischen Theoriezeitschrift New Left Review, James Petras, Anwar Sheik, Ralph Milliband und der Mexikaner Adolfo Gilly angehören.

Die Zeitschrift kann über folgende Adresse bezogen werden: Against the Current, 17300 Woodward, Detroit, MI 48203, USA.

Fraktionen an einen Tisch

Jnter dem Eindruck der erfolg meinte sie, daß die endlich in eichen Mobilisierung für di Nicaragua eröffnete Debatte große Demonstration für das über Abtreibung der Verbin- Recht auf legale und sichere Ab. dung von Frauenbewegung und treibung in den USA, die im Antiinterventionsbewegung März stattfand, fand am 15. Fe- sehr hilfreich sei. bruar in Montreal zum ersten- Joanna Misnik sprach für Somal eine gemeinsame Veranstal- cialist Unity (s. nebenstehenden tung von Frauen aus den Artikel); sie stelltefest, genauso unterschiedlichen Fraktionen wie es ein Vietnam-Syndrom statt, die in Kanada und den gibt, daß Washington vom Ein- USA sich auf die IV. Interna- satz seiner Truppen in Mittel. tionale beziehen. Gastgeberin amerika abhält, gibt es ein femiwar die Gruppe Gauche Sociali- nistisches Syndrom", das es der ste, die in französisch Kanada als herrschenden Klasse erschwert, sympathisierende Organisation das in ihrem Sinne erforderliche der IV. Internationale aner- Ausmaß an Frauenunterdrükkannt ist. Geneviève Baril-Gin- kung wieder durchzusetzen. gras schilderte die heftige Ofensive der Reaktion gegen die Abtreibung in staatlichen Kliniken.

Pat Grogan, die Leiterin der Frauenbefreiungspolitik in der Socialist Workers Party (USA) schilderte Gleiches aus den USA und ging dann auf die März-Mobilisierungen ein: ,Dies sind seit fast einem Jahrzehnt die ersten nationalen Frauenmobilisierungen und das erstemal, daß die National Organisation of Women zum Thema der Abtreibung eine Demonstration dieses Ausmaßes vorbereitet." Des weiteren •Geld für Verhütungsmittel, nicht die Contras-, s. Artikel S. 17 FUND CONTRACERTIF NOT CONTRAS Militant/Janice Prescott

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Nicaragua

Antiimperialistisches Parteientreffen

Vom 10. - 12. Februar 1986 fand zweite Konferenz der Antimin Managua auf Initiative der perialistischen Organisationen nicaraguanischen Regierung ei. Zentralemerikas und der Karine Konferenz politischer Partei- bik statt. Dort waren nur revo en aus Lateinamerika und der lutionäre Arbeiterorganisatio Karibik statt, die sich mit der nen und nationale Befreiungs. Lage in Mittelamerika und der bewegungen vertreten, Ins- Aggression des US-Imperialis- gesamt 30 Organisationen aus mus gegen Nicaragua befaßte. 19 Ländern.

170 Delegierte vertraten 115 Die erste Koordinationskonverschiedene Parteien. Das ferenz dieser Art fand im Juni Spektrum reichte von der mexi- 1984 in Kuba statt. Der Anlaß kanischen Sektion der IV. Inter- ihres Zustandekommens war nationale (PRT) über die die US-Invasion auf Grenada FMLN bis zu bürgerlichen Par- gewesen und der Wunsch, sich teien wie der APRA aus Peru gemeinsam über das Scheitern oder den Colorados aus Uru- der grenadischen Revolution guay und den Konservativen auseinanderzusetzen. Damals unterstützte die Workers Party of Jamaica die putschistische Coard-Fraktion, während auf der anderen Seite die KP Kubas oder die Groupe Révolutionnaire Socialiste (Sektion der IV. In ternationale auf den Antillen)

Maurice Bishop verteidigten.

Die jetzige Konferenz befaßte sich neben verschiedenen Einzelthemen in Vorbereitung der darauffolgenden größeren Konferenz mit der Ausarbeitung einer gemeinsamen Erklärung, aus der wir unten Auszüge abdrucken.

Die Versammlung bestätigte das schon bei der ersten Konferenz gewählte Koordinationskomitee. Es besteht aus Vertretern der FML.N, der KP Kubas, der URNG (Guatemala), der WPJ (Jamaika), der PSP (Puerto Rico), der Dominica Labour

Party und des Workers Revolutionary Movement aus St. Lucia.

Rafael Taveras vom Bloque Socialista aus der Dominikanischen Republik und Clement

Rohee von der People's Progressive Party aus Guyana wurden als Präsident bzw. Koordinationssekretär bestätigt.

Clement Rohee (PPP, Guyana) und Rafael Taveras (BS. Domin. Reoublikl flinks und Mitte) Kolumbiens: vorherrschend war das sozialdemokratische und christdemokratische Spektrum. Die sieben Regierungspartien, die vertreten waren, wurden von zahlreichen Delegierten aufgefordert, sich stär ker für den Frieden in Mittel.

amerika einzusetzen und Nicaragua wirtschaftliche Hilfe zu leisten; ein weiteres Thema war der Schuldenberg Lateinamerikas.

Im Vorfeld dieser Konferenz fand am 8. und 9. Februar die widersetzt sich energisch den Versuchen, das massenfeindliche Regi- Mittelamerika und die Karibik sind heute einer der größten Spanme eines Duvalierismus ohne Duvalier aufrechtzuerhalten. Der Mut nungsherde der Welt, weil der Imperialismus durch den wachdes Volkes von Haiti gibt dem Kampf in der Karibik neue Kraft. Die senden Widerstand der Völker der Region eine Politik der Herr- Konferenz solidarisiert sich mit dem Kampf für eine wirkliche Demoschaft, der Ausbeutung und des Krieges führt. [...] kratie auf Haiti. Sie ist der Ansicht, daß dies auch die Wahrung der Die Konferenz verurteilt die Politik des Internationalen Wäh- Souveränität und das Recht der Exilpolitiker auf ungehinderte Rückrungsfonds, der mit seiner Politik des wirtschaftlichen Diktats die kehr umfaßt. Die Konferenz spricht sich gegen jeden Versuch einer sich entwickelnden Länder dem Interesse des Großkapitals unterwermilitärischen Intervention der USA auf Haiti aus. fen will. Diese Politik schlägt sich nieder in der „Initiative für das Die antiimperialistischen Organisationen halten den geplanten Karibische Becken", die nicht der Lösung der schweren wirtschaftli- Besuch Reagans auf Grenada, einem ehemals freien und souveränen chen und gesellschaftlichen Probleme dient, sondern die Region den Land, für einen Versuch, die neokoloniale Unterdrückung dieses politischen und militärischen Plänen der USA unterwirft. Bruderlandes öffentlich zu sanktionieren. Das ist ein Akt imperiali- Das Volk von Nicaragua leistet der Politik der USA erfolgreichen stischer Arroganz, eine Beleidigung für alle Patrioten auf Grenada Widerstand, während die USA versuchen, die sandinistische Volksund ein Affront gegen alle Völker der Karibik. revolution niederzuschlagen; die Söldnerbanden, die vom CIA orga- Die Konferenz drückt ihre tiefe Besorgnis über die wachsende nisiert und finanziert werden, werden von der Revolution geschlagen. Militarisierung der Karibik und Mittelamerikas durch die Reagan- Die Konferenz verurteilt die Politik des Staatsterrorismus, die unun- Administration aus. Dies gilt besonders für die Nutzung Puerto terbrochene militärische und wirtschaftliche Aggression der Verei- Ricos als Militärbasis... und für die Nutzung Honduras' als militärinigten Staaten gegen Nicaragua, die Drohungen mit der direkten scher Stützpunkt für die Söldner, die nicaraguanisches Territorium militärischen Invasion und die Versuche, die ordentlich gewählte angreifen. Dies gilt auch für Antigua... Die Konferenz fordert, daß die Regierung Nicaraguas zu stürzen.

Karibik zu einer Zone des Friedens, der Unabhängigkeit und des Die Konferenz unterstützt auch die Initiativen und Vorschläge, Fortschritts erklärt wird. Ohne Frieden kann es in unserer Region die die Regierung Nicaraguas bei der Contadora-Gruppe vorgetragen keine wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung geben. hat, auch ihre Erklärung, daß es keinen Frieden geben kann, solange Die Konferenz vertritt die Auffassung, daß die Außenverschuldie USA ihre Aggression und Intervention in Mittelamerika fortsetdung der Region, die höchste pro Kopf auf der ganzen Welt, unsere zen. Die Konferenz fordert die Wiederaufnahme des bilateralen Wirtschaft erdrosselt. Das Problem der Auslandsschuld ist nicht nur Dialogs zwischen den USA und Nicaragua in Manazanillo. ein wirtschaftliches, es ist ein zutiefst politisches. Die Schuld ist nicht rückzahlbar. Das Problem kann einzig durch die Schaffung einer Die Konferenz verurteilt ebenfalls die massive militärische, politineuen Weltwirtschaftsordnung gelöst werden.

sche und wirtschaftliche Intervention der Reagan-Administration Die Konferenz erklärt sich solidarisch mit dem Kampf des Volkes gegen den heroischen Kampf des salvadorianischen Volkes. Sie ervon Guatemala für Demokratie und sozialen Fortschritt [...] mit dem klärt, daß es keinen Frieden in Mittelamerika geben kann, solange der antikolonialen Kampf auf Puerto Rico, den Jungfern-Inseln, Martini- Konflikt nicht zugunsten des salvadorianischen Volkes gelöst ist. [...] que, Guadeloupe, Französisch-Guyana und den niederländischen Die Konferenz feiert den Sturz von Duvalier durch das Volk von Haiti, das damit seiner edlen Freiheitstradition treu geblieben ist. Sie

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Fiji

Siege der neuen Labour Party

Chinesen und Inder aus Gujarat Russell Johnson diese drei Gruppen stellen die Bourgeoisie.

Vir berichteten in Nr. 17 Seit der Unabhängigkeit im Jahber die Gründung ciner La re 1970 ist ein komplexes Wahlbour Party auf den Fiji-Inseln. system zur Bestimmung de Zentralregierung entlang rassi scher Linien institutionalisiert worden. Die Spaltung zwischen Indern und Fijiern wurde verewigt, die eine wirksame Ge Fijis neue Labour Party errang werkschaftsarbeit und demo bei ihrer ersten Teilnahme an kratische Organisationsformen einer Wahl einen bedeutenden verhindert. Diese Rassenpolitik Sieg. Bei den Kommunalwahlen trägt zur Erhaltung der Privilein der Hauptstadt am 16. No- gien und der Autorität der tradivember 1985 gewann sie acht tionellen Häuptlinge über die von 20 Sitzen und konnte dar- Fijier bei und garantiert diesen aufhin auch den neuen Bürger- die Herrschaft über Fuji im meister stellen: Bob Kumar, den Bündnis mit der einheimischen Sekretär der Gewerkschaft der Geschäftswelt und dem Impe- Bankangestellten. rialismus. Zugleich behält das Gleich einen Monat später System ein demokratisches besiegte die LP bei einer Nach- Mäntelchen. wahl in der Zuckerregion der Die Alliance Party ist die Par- Hauptinsel Viti Levu die regie- tei der Häuptlinge und der rende Alliance Party. Der LP. reichsten Unternehmer. Die Kandidat, der Vorsitzende der bürgerliche Oppositionspartei, Gewerkschaft des öffentlichen die National Federation Party Dienstes, Mahendra Chaudhe- (NFP) wird von Anwälten und ry. erreichte 37,5 % gegenüber Geschäftsleuten indischer Ab- 36.4 % für den Kandidaten der stammung geführt und führt Regierungspartei. Ein weiteres sich als Vertreterin aller Indo- Kräftemessen auf Lau, der Hei- Fijier auf. Die NFP befindet sich matinsel des Ministerpräsiden- heute in einer inneren Zerreißten, wurde nur dadurch verhin- probe und verlor bei den gedert, daß man durch einen Trick nannten Wahlen am meisten an die Führerin der Vereinigung die LP, die vor allem bei den der Krankenschwestern, Joka- indischen Plantagenarbeitern peci Koroi, von der Kandidatur Unterstützung findet. ausschloß. Die Gründe für den Erfolg der LP liegen natürlich tiefer als die innere Krise der NEP. Sie Die Labour Party wurde im Juli sind in der wachsenden Polari- 1985 gegründet. Sie wird — ahn- sterung zu suchen. Die lich der britischen Labour Party Regierung von Ratu Kamisese kane und Dürren angeschlagen. Jedoch ist der Fall der Zucker preise auf dem Weltmarkt noch nicht auf Fiji durchgeschlagen, weil es mit Britannien, Neuseeland, China und den USA günstige langfristige Lieferabkommen hat. Um die Exporte nicht zu schmälern, mußte die Regierung für den Inlandsverbrauch sogar Zucker aus Malaysia einführen.

Ende 1985 standen etwa 6000 Zuckerbauern dennoch vor dem Ruin, weil die Einnahmen nichtmal mehr zur Abzahlung der Kredite reichten. Die Bauern verlangen deshalb eine Streichung der Schulden von 24 Mio. S. Die Zustände in den Dörfern der halb auf Subsistenzbasis wirtschaftenden Einheimischen verschlechtern sich auch. In der Außenpolitik ist die Regierung Maras zunehmend proimperialistisch geworden und hat ihre Verbindung zu Washington auch auf dem militärischen . Sektor verstärkt. Über 1500 fijische Soldaten dienen in der „Friedensstreitmacht" im Nahen Osten. Sowjetische Schiffe dürfen die Inseln nicht mehr anlaufen; dagegen wurde das Anlaufverbot für US-Schiffe mit Atomwaffen 1984 aufgehoben.

Der Vorsitzende der LP. Timoci Bavadra, sagte auf der Gründungskonferenz: „Während sich die Wirtschaftskrise in den späten 70er und frühen 80er Jahren verschärfte, gaben die Gewerkschaften ihr Bestes in der Zusammenarbeit mit der Regierung bei der Suche nach einer gerechten Lösung. Der einseitige Lohnstopp vom letzten Jahr zeigt nun, daß die Regierung nicht länger willens war, Österreich mit den Vertretern derarbeitenden Menschen Fijis zu diskutieren.

Als verantwortungsvolle Gewerkschafter mußten wir.. kraftvoll reagieren. Wir sahen ein, daß Zeit für die arbeitenden Menschen Fijis war, ihre eigene politische Partei zu gründen, anstatt weiter auf den guten Willen der bestehenden politischen Parteien zu vertrauen, die zunehmend zeigten, daß sie nur die allerengsten Interessen vertreten...

Unser Ziel... ist die Schaffung einer politischen Kraft, die wirklich für die Bedürfnisse, Wünsche und den Willen des Volkes von Fiji ein offenes Ohr hat und sie vertritt. Unser Ziel ist die Schaffung einer echten Demokratie in diesem Land... Unsere Partei ist die Partei der einfachen Menschen... der Arbeiter, der Bauern, der kleinen Ladenbesitzer... füralle, die eine ehrliche und offene Beziehung zwischen Regierung... und Volk erhalten wollen."

Außenpolitisch will die Labour Party die Handels- und diplomatischen Beziehungen gemäß einer aktiven Politik der Blockfreiheit" diversifizieren und „alle Kämpfe der einfachen Menschen auf der ganzen Welt gegen ihre Unterdrückung unterstützen" . Die beiden wichtigsten davon sicht die LP im Kampf um den atomwaffenfreien Pazifik und im Befreiungskampf der von Frankreich unterdrückten Kolonialvölker. SAL, neuseeländische Sektion Socialist Action, Zeitung der der IV. Internat., 31.1.86 GRM-Kongreß für - vom Trades Union Congress Mara hat das Pendelals Antwort (TUC) getragen, der 40 000 auf die Wirtschaftskrise und die Mitglieder hat und fast alle In- gestiegenen imperialistischen Freda-Meißner Blau dustrie- und Angestelltenge. Interessen im Pazifik nach werkschaften umfaßt. Die LP rechts ausschlagen lassen. ist die erste Partei auf den Fiji- Eine kapitalistische Sparpoli- Inseln, die sich ganz bewußt an tik wurde durchgesetzt. Die alle Staatsbürger wendet, unab- niedrigen Löhne wurden durch hängig von ihrer Rassenzugehö- ihre „Einfrierung" im Novemrigkeit. Dies ist für die Politik ber 1984 noch weiter gesenkt. Fijis keine geringe Angelegen- Die städtische Armut steigt, zuheit. Etwas mehr als 50 % der mal besonders Jugendliche von Bevölkerung von 700 000 sind der großen Arbeitslosigkeit er- Nachkommen indischer Kon- faßt sind. In einigen Regionen traktarbeiterfamilien auf den erreicht die Arbeitslosigkeit 75 Zuckerplantagen. Etwa 45 % %. Auf dem Lande ist die Lage sind polynesische Ureinwoh- nicht besser. Die Zuckerinduner. Der Rest sind Europäer, strie ist zusätzlich durch Hurri- Ende Februar fand in Wien die achte Nationale Delegierten Konferenz der Gruppe Revolutionäre Marxisten (GRM), österreichische Sektion der IV. Internationale, statt. Werner Hülsberg, Mitglied der deutschen Schwesterorganisation der GRM, der GIM, überbrachte die Grüße des Vereinigten Sekretariats der IV. Internationale und sprach ausführlich über die internationale Lage und den Zustand der Internationale und der deutschen Sektion.

In seinem Rechenschaftsbericht ging das Politische Büro auf die Stabilisierung der GRM nach einer Krise zu Beginn der 80er Jahre ein und untersuchte ===== S. 25 | Inprekorr_19860400_180_025.jpg ===== die Hintergründe des Wachs- einander gerüttelt wie die diver- iSp-Veriag. Postfach 11 10 17. 6000 Frankfurt/M 1. Mainzer Landstr 147 0 9861 € tums der Organisation in den sen Ansätze radikaldemokratiletzten anderthalb Jahren. und alternativ-ökologi- In der Diskussion über die scher Parteiprojekte (Alternapolitische Lage wurde der „österreichische Weg" der bür- initiative Parlament usw.). gerlichen Krisenpolitik als vom Zum erstenmal wurden die Matthias Schindler europäischen Standard abwei- Perspektiven der GRM zwar Husumerstr. 3 chend bezeichnet. , Während in kontrovers in einzelnen Punkder BRD oder gar Grofbritan- ten diskutiert, herrschte jedoch 2000 HAMBURG 20 nien die bürgerliche Offensive Einigkeit in der generellen Liunmittelbar auf die Ablösung nie. Niemand favorisierte ein einer sozialdemokratischen Re- bestimmtes Projekt als zentrale gie-rung durch ein konservati- politische Aktivität der GRM. ves Kabinett und einen den Ge- Etwas anders war es bei der Frawerkschaften vergesetzten ge des Wahlaufrufs zur Bundes- Bangladesh im Schatten der Macht. Sozialabbau hinauslief, verlief präsidentenwahl. Die Konfe- Mit Beiträgen von: W. Böttcher, I. Hepp, J. Jansen, B. Jessen, T. dieser Prozeß in Osterreich viel renz beschloß die Unterstüt- Lawo, W. Mey, M. Nebelung, M. Rashid, D. Reinhardt, M. Sander, langwieriger... Eher sind die zung der SPÖ-Dissidentin Fre- C. Windelen. konservativen Themen in der Redaktion: Michael Nebelung. 385 S. DM 28,-. SPÖ selbst auf fruchtbaren Bo- dürftigen Programms und ihrer den gefallen...' in einigen Fragen rückständigen Bangiadesh befindet sich im Schatten der Macht: das betrifft die Randstel- Die Linke in der SPÖ ist in Positionen. Die Mehrheit war lung des landes im internationalen Machtkampf um wirtschaftliche und po den letzten Jahren praktisch der Meinung. ihre Kandidatur litische Vorteile ebenso wie die Verelendung weitester Bevölkerungskreise verschwunden, sodaß sich eine sei eine Herausforderung an die Ihre Chancen zur Verbesserung der Lebensmoglichkeiten nehmen sogor Intervention der revolutionä- etablierte Parteienlandschaft cher ab als zu. Bangladesh git als unbedeutendes Anhängsel des indischen ren Marxistinnen und Marxi- und biete der Linken die Mög- Subkontinents. Das spiegelt sich unter anderem in der internationalen Besten nicht mehr lohnt. Dagegen lichkeit, aktiv einzugreifen. Im und Militärputsche zur Kenntnis nimmt. Seiten erfährt man etwas über die richterstattung wider, die bestenfalls Uberschwemmungen, Hungersnöte haben die Kampagnen gegen das Falle einer Stichwahl zwischen Menschen und ihre alltaglichen Probleme Donau-Kraftwerk Hainburg Steyrer (SPÖ) und Ex-UNO. Das hier vorgelegte Buch soll diese lücke schließen. Erstmals erscheint in und die Abfangjäger die politi- Generalsekretär Waldheim will deutscher Sprache ein Sammelband zu Bangladesh. sche Land-schaft ebenso durch- die GRM Steyrer unterstützen. Rader-Verlag. Kongreßstr. 5, D-5100 Aachen W-Germany Zeitschriftenübersicht

LATEINAMERIKANACHRICHTEN

Nr. 146, März 1986 BLÄTTER DES 1Z3W Chile: Faule Fier für Kennedy/ Bilivien: Inde der Zinn- Ara/ Haiti: Duvalic- Nr. 132, März 1986 rismus ohne Duvalier/ Nicaragua: der Amnesty-Report/ Mexiko: Anhebung Haiti: Ende ciner Diktatur/ Libanon: Die Karten werden neu gemischt der Mindestlöhne hilft der Armut nicht ab/ Brasilien: Zur Situation des Kinos /Reisebericht aus El Salvador/ Philippinen: Der Sturz des Diktators/ Großkonzerne, Zuckerexport und Hunger/ US-Einfluß im Südpazifik/ Heft 4,50 IM/ Abo 50 IM Mythos der Überbevölkerung/ Jahresregister Bezug: Lateinamerikanachrichten. Im Mchringhof. Oncisenaustr. 2. 1000 Berlin 61 Heft: 5 DM/ Abo: 40 DM

Bezug:Informationszentrum Dritte Welt, Kronenstr. 16, 7800 Freiburg Puerto Rico: US-Kolonie in der Karibik/ Zwischen Kock und Salsa/ Im AIB Würgegriff des Pentagon/ 100 Jahre Daimler-Benz: Stellung nahme der Nr. 3/86. März plakat-Gruppe zu Mercedes und Nicaragua und Brasilien/ SPD auf Geißler- Haiti: Der Sturz Duvaliers/ Philippinen: Das Bündnis Bayan/ Interview mit Kurs?/ Wer stürze Baby Doc?/ Länderberichte: Chile/ Costa Rica/ Mexiko/ Satur Ocampo/ Angriffsziel Libyen/ Uganda: Neuanfang unter Museveni/ 10 Kuba/ BRD raus aus der NATO - cine Forderung der Solibewegung? Jahre POLISARIO/ Über Streik und Zensur in Nikaragua/ Nikaragua und das sozialistische Lager/ Fidel Castro zu Kubas Nikaraguahilfe Heft: 3 DM/ Abo: 30 DM

Bezug: Informationsstelle Lateinamerika c.V., Römerstr. 88, 5100 Bonn 1 Heft: 2.50 DM/ Sonderheft: 2 DM/ Abo: › Bezug: AlB. Liebigstr. 46, 3550 Marburg MITTELAMERIKAMAGAZIN

Nr. 52. Januar 1986 FORUM Wahlen in Honduras/ El Salvador: Arbeit für vier Monate - Tagewerdiens Nr. 100. Januar 1986 ein Dollar (Interview mit einem Gewerkschafter)/ 16-Punkte Katalog der Schwerpunkt Pharmakampagne/ Expertenkonferenz der Weltgesundheits- EMI.N ru den Verhandlungen/ Nicaragua: Über Sumos und Creolen/ Auf der organisation zum _rationalen Gebrauch von Medikamenten"/ Medizinische Suche nach neuen Märkten/ Interview mit dem Außenhandelsminister/ Ver- Hilfe in Ost- und Zentralakrika/ Asylanten/ Menschenrechte für Indianer/ handlungen mit dem COMECON/ Fortsetzung: Geschichte des Krieges Thailändische Bauerngruppe auf Tour in der BRD zwischen Nicaragua und Costa Rica 194% und 1955 Heft: J DM/ Abo: 36 DM

Heft: 3 DM/ Abo: 30 DM Bezug: IG J. Welt, Ruhrstr. 14, 4040 Neuß 21 Berug: Magazin Verlag. Königsweg 7, 2300 Kiel SÜDASIEN-INFO ENTWICKLUNGSPOLITISCHE KORRESPONDENZ Nr. 1-2/86. Februar 1986 Nr. S/85. Januar 1986 (so lautet die Angabe) Sri Lanka: Chlorgasunfälle/ Militärische Losung der Tamilenfrage/ Inter- Katastrophenhilfe - „Heute tun wir mal was Gutes" lautet das Motto dieser view mit Führern der EPRFL/ Tamilische Plantagenarbeiter sollen Staats- Ausgabe, aktueller Anlaß: die Gute Tat des Bundeskanzlers. Hintergründe bürger werde/ Indien: Kinderarbeit für den Export von Teppichen/ Opera- der internationalen Katastrophenhilfe/ Erfahrungen rasender Katastro. tion Flood: Der Molkereikonzern von Gujarat/ Bangladesh: Innenpolitische phenhelfer" / Portraits von sechs nichtstaatlichen Hilfsorganisationen/ Dau- Lage/ Debatte über Entwicklungshilfe/ Detlef Kantocsky: Von Südasien erkatastrophen im Sahel und in Bangla Desh/ lernen Heft: 4 DM/ Abo: 22 DM

Heft: J DM/ Abo: 36 DM Bezug: Entwicklungspolitische Korrespondenz, Postfach 2864, 2000 Ham- Bezug: Südasien-Büro, Kiefernstr. 45. 5600 Wuppertal 2 burg 20