AN DER QUELLE DES SCHWARZEN GOLDES - Die Mehrheit der bekannten Erdölvorkommen im Nahen Orient lagern in den Territorien der Anrainerstaaten des Persischen Golfes, sie bezragen 62 % der Weltvorkommen. Kuweit, Saudi- Arabien, Irak, Iran, Qatar, Bahrein förderten 1968 mehr als 30 % der Weltproduktion. Zur Zeit importieren die Vereinigten Staaten nur 12,5 % ihres Eigenbedarfs an Erdöl aus diesem Gebiet, während aber die bekannten Erdölreserven in den USA und in Lateinamerika in 10 Jahren erschöpft sein werden, können jene auf der Arabischen Halbinsel zum Teil sogar noch
nach 75 Jahren ausgebeutet werden. Schließlich übertrifft hier der Rentabilitätsgrad auch bei waitem den der venezolanischen und indonesischen Vorkommen: in Kuweit betragen die Produktionskosten maximal 6,2 cent, in Saudi-Arabien 8 - 9 cent, in den anderen Ländern des - Nahen Orients im Durchschnitt 15 dent; im Gegensatz dazu betragen die Kosten in Venezucla 62 cent, in Indonesien 90 cent und in den USA sogar 16l cent. Der Profit der Monopole in Bezug auf die Produktionskosten beträgt im Iran 790%, in Saudi-Arabien 664%, in Kuweit 580 %. 60 % der gesamten Industrieproduktion der Vereinigten Staaten hängen vom Erdöl ab. Man varsteht nun, daß es für Nixon höchste Zeit ist, dieses Pulverfaß Naher Orient zu entschärfen. Für die Wirtschaft aller westlichen Länder wird das Erdöl noch lange Zeit die wichfigste Energiequelle bleiben. Der Imperialismus muß also um jeden Preis den status quo auf der Arabischen Halbinsel aufrechterhalten.
Die Geschichte der imperialistischen Herrschaft in diesem Gebiet besteht darin, daß der britische und französische Imperialismus zugunsten des nordamerikanischen Imperialismus in den Hin tergrund gedrängt wurden. Vor 1948 kontrollierten die USA nur 10 % der Erdölreserven und Großbritannien 72 %, heute sind es 59 % gegenüber 29 % für Großbritannien. Diese Entwicklun ist identisch mit dem imperialistischen Eindringen im gesamten arabischen Orient, wo Großbritannien Frankreich bei der Aufteilung der Krumen des gefallenen ottomanischen Reiches über trumpfte und die Vereinigten Staaten dann die britischen Imperialisten auf ihrem eigenen Boden einholten, sowohl bei der Koordinierung der ökonomischen Entwicklung des Nahen Orient die Großbritannien in Gang gesetzt hatte, als auch innerhalb der zionistischen Bewegung. Die ser Einsatz beweist die beherrschende Rolle der USA als erste Weltpolizei. Der britische Impe rialismus und seine Mittelsmänner, British Petroleum und Shell, schließen sich auf der Halb insel der amerikanischen Politik voll und ganz an. Dasselbe gilt für Frankreich, das 90% seines Erdölverbrauchs aus den arabischen Ländern deckt. Wenn ihre Geschäftsinteressen auch manchmal divergieren mögen - die verschiedenen imperialistischen Bourgeoisien reihen sich doch hinter der Herrschaft des US-Imperialismus, dem sichersten Garanten ihrer Interessen in diesem Gebiet.