Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Arbeitstexte des National Forums

Inprekorr Nr. 174, November 1985 · S. 14-15 · 1.200 Wörter

Südafrika Faschismus und Rassismus

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Als Vorstudien zum Manifest von Kommissionen der Konferenz des National Forum am 11. und 12. Juni 1983 ausgearbeitet. Resolution Nr. 2 Das National Forum stellt fest: - Der Kampf der arbeitenden Massen ist dem Charakter nach national, dem Inhalt nach sozialistisch.

- Die schwarze Arbeiterklasse ist die Vorhut dieses gerechten Kampfs zur völligen Befreiung vom kapitalistischen Rassismus.

- Der künftige azanische Staat wird antirassistisch und demokratisch sein. - Der internationale Imperialismus und der rassistische Kapitalismus entwickeln die Bantustans als konterrevolutionäre Gebilde gegen die revolutiona ren Kräfte.

Das NF stellt darüberhinaus fest: - Die Nutzung von Grund und Boden soll nicht nur zum Vorteil der Aza nier, sondern von ganz Afrika, der Dritten Welt" und der internationalen Gemeinschaft in ihrer Gesamtheit erfolgen.

Das NF kommt daher zur entschiedenen Schlußfolgerung:

- Grund und Boden und alles, was dazu gehört, wird insgesamt Besitz des azanischen Volkes und vonihm kontrolliert.

- Jedes Individuum wird nach seinen Fähigkeiten zur gesellschaftlichen Arbeit beitragen.

Alle Produkte der kollektiven Arbeit werden nach den Bedürfnissen eines jeden undaller in Azania verteilt werden. - Die Nutzung des Bodens und aller Bodenschätze muß auf das Ende aller Formen der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen abzielen. Die Grundlage für eine prinzipielle Einheit

Aus dem Bericht der 1. Kommission der Konferenz

Unser Kampf für nationale Befreiung ist gegen den rassistischen Kapitalismus gerichtet, der das azanische Volk zugunsten einer kleinen Minderheit von weissen Kapitalisten und ihren Verbündeten, den weißen Arbeitern und reaktionären Elementen unter den schwarzen Mittelklassen, knechtet. Der Kampf gegen die Apartheid ist nur der Ausgangspunkt unserer Bemühungen um Befreiung. Die Apartheid wird erst verschwinden, wenn das System des rassistischen Kapitalismus selbst vom azanischen Volk gestürzt sein wird. Die Arbeiterklasse ist die führende Kraft unseres Kampfs. Sie allein kann mit dem System, wie es besteht, gründlich aufräumen, denn sie hat wirklich nichts zu verlieren. Sie hat alles zu gewinnen in einem demokratischen und antirassistischen Azanien, in dem ihre Interessen souverän sein werden. Die historische Aufgabe der schwarzen Arbeiterklasse und ihrer Organisationen ist es, die Armen in Stadt und Land zusammen mit den fortschrittlichen Elementen der schwarzen Mittelschichten zu mobilisieren, um das System der nationalen Unterdrückung und der kapitalistischen Ausbeutung durch die weiße herrschende Klasse zu beseitigen. Der Erfolg der Organisierung unseres nationalen Befreiungskampfes wird von der Prinzipienfestigkeit abhangen, mit der wir sicherstellen werden, dais dieser Kampf nicht von verräterischen und opportunistischen „Führern" gegen unser Volk milsbraucht werden wird. Unter diesen Prinzipien sind die folgenden die wichtigsten:

• Antirassismus und Antiimperialismus.

• Keine Zusammenarbeit mit den Unterdrückern und ihren Institutionen. • Unabhängige Organisierung der Arbeiterklasse.

• Opposition gegen jedes Bündnis mit den Parteien der herrschenden Klasse. • Unser Kampf muß von der schwarzen Arbeiterklasse geführt werden, um Schluf zu machen mit Ausbeutung und Unterdrückung.

Die Grundlagen sind - daß der Antirassismus nicht nur ein Ziel, sondern auch eine Merthode des Kampfes zu sein hat; — daf wir die Ausgebeuteten und Unterdrückten aktiv gegen die kombinierte Strategie von Reform und Repression mobilisieren, wie sie in den Vorschlägen zur Veränderung der Verfassung und im Dekret gegen die „Unordnung" des Präsidentschaftsrats zum Ausdruck kommt; daß unsere erste Aufgabe der Aufbau von unabhängigen Arbeiterorganisationen sein muß, unabhängig von den Unternehmern, vom Staat und von der Führung des reaktionären Kleinbürger tums, auf der Grundlage des Aufgreifens des Alltagskampfs der Arbeiter gegen Ausbeutung und Unterdrückung; — daß wir die Forderung nach einer Einheitsfront der Arbeiterorganisationen verbreiten und als im Gegensatz zu jeder Volksfrontstrategie stehend erklä ren; — daß wir die Forderung nach einer konstituierenden Versammlung verbreiten und genau erklären, im Gegen satz zur verbreiteten Forderung nach einer Nationalversammlung; - daß unsere Zusammenarbeit sich auf eine prinzipielle Einheit gründet, innerhalb derer alle Strömungen das Recht haben, ihr Programm zu propagieren und ihre Kritik zu entwickeln, aber zugleich an die Prinzipien gebunden sind, die nach ausführlicher Diskussion durch demokratischen Mehrheitsentscheid festgelegt wurden.

Die Agrarfrage

Aus dem Bericht der 3. Kommission der Konferenz

Die Kommission anerkennt die Notwendigkeit eines wie folgt strukturierten Texts: Eigentum — Verteilung - Nutzung• Eigentum:

Die allgemeine Meinung war, daß das Eigentum an Grund und Boden auf der Herrschaft der schwarzen Arbeiterklasse beruhen müsse. Auf die Frage, warum die Diktatur des schwarzen Proletariats den Boden einbeziehen solle, wurde ge-

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antwortet, dafs das Ergebnis des Kampfes nicht so betrachtet werden dürfe, daf man davon abstrahiert, daß dieschwarze Arbeiterklasse die Vorhut der Revolution ist. Daher wird die schwarze Arbeiterklasse das kontrollieren, worum sie gekämpft hat und über die künftigen Fortschritte des Sozialismus wachen. Verteilung:

Es wurde davon ausgegangen, daß im Rahmen eines sozialistischen Azania jeder an der Arbeit nach seinen/ihren Fähigkeiten beteiligt werden soll und darum die Verteilung der Früchte der kollektiven Arbeit nach dem Maßstab der Bedürfnisse der Individuen erfolgen soll.

Nutzung:

Die Nutzung des Bodens und von allem, was er hervorbringt, muß darauf abzielen, mit allen Formen und Mitteln der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen Schluß zu machen. Der Boden wird von einer staatlichen Gesellschaft verwaltet werden. Es wird verboten sein, ihn zuungunsten des Volkes zu veräußern. Die Nutzung des Bodens wird nicht allein zum Vorteil von Azania, sondern auch von ganz Afrika und des internationalen Handels erfolgen. Der Boden muf eine einigende Rolle spielen.

Unsere

Minimalforderungen

Aus dem Bericht der 4. Kommission der Konferenz

Dieses Dokument drückt allgemeine Prinzipien aus, die als Ausgangspunkt eines Prozesses angesehen werden können. Die Kontinuität wird durch einen ständigen Kontakt mit allen anwesenden Organisationen gesichert werden, im Laute dessen auch die Forderungen ausgeweitet werden können. Dies wird möglich sein, wenn das Komitee des National Forum spätestens in einem Jahr wieder eine Konferenz wie diese hier organisiert. Das Komitee des National Forum hat das Recht, neue Personen zum Komitee zu kooptieren und andere Organisationen, die heute nicht anwesend sind, einzuladen, an den laufenden Gesprächen teilzunehmen.

Ausgehend von dem Bedürfnis, unsere Ziele in bezug auf den künftigen azanischen Staat klar zu definieren, von der Feststellung, daß der Kampf der Arbeiterklasse gegen kapitalistische Ausbeutung und nationale Unterdrückung, gegen die rassische Unterdrückung, ein einziger und einheitlicher Kampf geworden ist unter Führung der schwarzen Arbeiterklasse, daß die heute bestehende kapitalistisch-rassistische Ordnung Südafrikas sich gegen die wirklichen Bestrebungen der breiten Massen, die sich unter Führung der schwarzen Arbeiterklasse im Kampf befinden, richtet, macht sich das National Forum daher die folgenden Forderungen zu eigen: Das Recht, da zu arbeiten, wo wir wollen.

• Das Recht, Gewerkschaften zu bilden, die das revolutionäre Arbeiterbewußtsein heben werden.

• Die Errichtung einer demokratischen und antirassistischen Arbeiterrepublik in Azania, in der die Interessen der Arbeiterklasse dank der Arbeiterkontrolle über die Produktions-, Verteilungs- und Tauschmittel souverän sein werden.

• Die allgemeine Schulpflicht und kostenlose Bildung füralle, vom Staat organisiert und auf die Befreiung des azanischen Volkes von allen Formen der Unterdrückung, der Ausbeutung und der Unwissenheit ausgerichtet. • Die kostenlose staatliche medizinische und juristische Hilfe, kostenlose Stätten der Freizeitgestaltung und sonstige Einrichtungen, die zur völligen Befriedigung der Bedürfnisse des Volkes nötig sind • Die Entwicklung einer fortschrittlichen nationalen Kultur im Laufe des Kampfes.