Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Gegenwärtige Etappe im Aufbau der IV. Internationale

Inprekorr Nr. 168, April 1985 · S. 35-39 · 4.560 Wörter

IV. Internationale Brasilien Gewerkschaften und Streiks Frankreich

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chen und mündlichen Bericht über die Gegenwärtige Etappe im Aufbau der IV. Internationale. Die Resolution definiert die Perspektiven der kommenden Jahre, insbesondere die Frage des Verhältnisses der Internationale und ihrer Sektionen zu anderen revolutionären Strömungen, die Frage des sozialen Wandels der Sektionen und ihrer Verankerung in den industriellen Schlüsselsektoren und in den Massenbewegungen sowie die Frage der Funktionsweise der Leitungsstrukturen der Internationale.

Alle diese Resolutionen waren Gegenstand von Berichten und Gegenberichten, die entweder von den erklärten internationalen Tendenzen (es gab deren zwei) oder durch die Delegierten der jeweiligen Sektionen vorgetragen wurden. Die Dokumente, die von der Mehrheit vorgelegt wurden, waren vom Vereinigten Sekretariat der IV. Internationale erarbeitet worden. Sie erhielten allesamt eine große Mehrheit und konnten, je nach Thema, 66 % bis 80 % der Mandate auf sich vereinigen. Sie werden später in einer Sonderausgabe der Der Kongreß nahm außerdem den schriftlichen Bericht über die Arbeit der Leitung und der internationalen pe frischen Schulungsstätte für Kader der IV. Internationale entgegen. Ein bedeutender Teil der Arbeit war Sitzungen und Berichten der Kommissionen gewidmet, die sich mit der Lage in verschiedenen Sektionen beschäftigten.

Nach dem Bericht der Mandatsprüfungskommission wurden fünf neue Sektionen der IV. Internationale durch den Weltkongreß anerkannt (Brasilien, Uruguay, Ecuador, Island, Senegal) sowie neue sympathisierende Gruppen in verschiedenen Ländern. Damit ist die IV. Internationale heute in 50 Ländern präsent.

Zum Abschluß seiner Arbeit wählte der Kongreß ein neues Internationales Exekutivkomitee (IEK), das gegenüber dem bisherigen zahlenmäßig sehr stark reduziert wurde. Damit sollen die Funktionsweise verbessert und regelmäßigere Sitzungen sichergestellt werden. Das neue IEK wählte aus seiner Mitte ein Sekretariat („Vereinigtes Sekretariat", VS). Das IEK setzt sich aus Mitgliedern von 27 verschiedenen Sektionen zusammen, das VS wird derzeit (es kann auf jeder Sitzung des IEK neu gewählt werden) von Mitgliedern aus 12 Sektionen gebildet. Das IEK hat die Aufgabe, die Internationale zwischen den Kongressen zu führen.

Zu Beginn des Kongresses wurde der seit dem letzten Weltkongreß Gestorbenen und Getöteten gedacht; er schloß mit einem Appell an alle Kämpferinnen und Kämpfer gegen Imperialismus, Kapitalismus wie Bürokratie. Außer den Resolutionen zur allgemeinen politischen Orientierung wurden verschiedene Solidaritätserklärungen verabschiedet: mit dem Befreiungskampf der Kanaken, mit dem Streik der britischen Bergarbeiter, mit den Antikriegsmobilisierungen am 20. April in den USA, mit dem Befreiungskampf des irischen Volkes, mit den politischen Gefangenen in Syrien und mit unseren Genossinnen und Genossen in japanischen Gefängnissen.

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Wir begrüßen Interviews mit ihren Delegierten 5 neue aus Internationalen 7/85 ($32), 14.2.1985 Zeitung der Sozialistischen Partei, schwedische Sektion der /V. Internationale Sektionen

Alejandro

Equador

MRT

Revolutionäre

Arbeiterbewegung

Als wir vor sechs Jahren unsere Organisation gründeten, kamen die meisten Mitglieder aus verschiedenen linken Organisationen, von denen viele von den Guerillagruppen der 60er Jahre inspiriert waren. Aber nach deren Scheitern suchten wir nach einer Alternative. Und so kamen wir mit der IV. Internationale in Kontakt.

Während der letzten Jahre haben wir an den umfassenden Mobilisierungen und Generalstreiks gegen die Sparpolitik der Regierung teilgenommen. Durch die Diskussionen mit den Genossinnen und Genossen der IV. Internationale und die eigenen Diskussionen über das Programm der IV. haben wir eine Perspektive gewonnen, wie wir den Kampf in unserem Land weiterführen können.

Ich selbst bin Führer der nationalen Organisation der Slum bewohner in Guayaquil, der zweitgrößten Stadt Ecuadors. Während der letzten Jahre mußten Hunderttausende vom Lande in die Städte ziehen, wó sie keine Wohnung finden konnten. Sie waren gezwungen, Land zu besetzen und sich einfache Hütten zu bauen, ohne Anschluß an Wasser, Strom oder Kanalisation. Nie können diese Menschen sicher. sein, längere Zeit dort wohnen zu bleiben. Neulich wurden Zehntausende aus ihren Hütten gejagt. Die Armee brannte die Hütten nieder, und kurz darauf kamen Traktoren, die dieses Siedlungsland in Ackerland verwandelten. Solche und ähnliche Erlebnisse bringen immer mehr Menschen dazu, sich in der Slumsiedlerorganisation zu organisieren. Für uns Mitglieder der MRT ist die Arbeit mit den Slumbewohnern neben unserer Arbeit unter den Arbeitern und Kleinbauern das wichtigste. Unsere Mitgliedschaft in der IV. Internationale ist für die, die wir aus diesem Sektor gewinnen, nicht sehr wichtig. Ihre eigenen tagtäglichen Probleme sind so erdrückend, daß internationale Fragen in den Hintergrund gedrängt werden.

Mit einer Ausnahme: Nikaragua. Alle, die wir treffen, wollen mehr über die Entwiclung der nikaraguanischen Revolution erfahren, und wir haben eine umfassende Solidaritätsarbeit betrieben. Zentralamerika und die Lehren aus der Entwicklung dort gehörten auch zu den wichtigsten Fragen in unserer eigenen Weltkongreßdiskussion. Joao

Brasilien

DS

Demokratische Sozialisten Wir wurden Mitglieder der IV. Internationale, weil wir meinen, daß es notwendig ist, sich mit den revolututionären Sozialistinnen und Sozialisten der ganzen Welt zu vereinen. In Brasilien ist es zum Beispiel ganz zentral, eine korrekte Haltung sowohl zur Revolution in Mittelamerika als auch zum Kampf der polnischen Arbeiterinnen und Arbeiter zu haben. Wir arbeiten als Teil der PT (Arbeiterpartei), die viel vom Kampf der polnischen Arbeiterinnen und Arbeiter mit ihrer freien Gewerkschaftsbewegung Solidarność gelernt hat. Die IV. Internationale ist die Weltorganisation, die die Solidarität mit den nikaraguanischen und den polnischen Arbeitern miteinander verbindet.

Die IV. Internationale ist nicht die einzige revolutionäre Strömung auf der Welt, aber die, die am vollständigsten die Lehren der internationalen Arbeiterbewegung und ihr sozialistisches Erbe repräsentiert. Wir arbeiten innerhalb der PT, einer Arbeitermassenpartei, die vor allem im Gebiet von Sao Paulo sehr stark ist. Die politischen Standpunkte der PT sind noch nicht alle sehr ausgearbeitet und abgeschlossen. Sie ist eine Partei des Klassenkampfs und der politischen Unabhängigkeit der Arbeiterklasse. Ihre allgemeinen Vorstellungen unterscheiden sich grundlegend von denen des Stalinismus und der Sozialdemokratie. Wir versuchen nicht, der PT ein komplettes revolutionäres Programm autzuzwingen, das noch kein Gehör in der Arbeiterklasse finden würde. Wir arbeiten auf lange Sicht, um die PT aufzubauen und zu stärken und zugleich eine wachsende Unterstützung bei ihren Mitgliedern für unsere Vorstellungen zu gewinnen.

Eine unserer Hauptaufgaben sehen wir heute darin, die Gewerkschaft CUT aufzubauen, die politisch von der PT geleitet wird. Schon jetzt hat die CUT hunderttausende von Mitgliedern und ist größer als die CONCLAT, die Gewerkschaft der Reformisten.

In Brasilien gibt es 10 Millionen Industriearbeiter, aber nur einige hundert Gewerkschaften von denen die meisten außerdem nur Verwaltungsgebilde sind. Der überwältigend größere Teil der Arbeiterklasse ist gewerkschaftlich unorganisiert. Unsere Hauptaufgabe wird darin bestehen, Brasiliens Millionen Industriearbeiter in kampftauglichen Gewerkschaften zu organisieren.

Juan

Uruguay

PST

Sozialistische Arbeiterpartei Für uns war die IV. Internationale der Ort, wo wir an den reichen Erfahrungen von Genossinnen und Genossen fast aller Länder teilhaben konnten. Wir hatten die Möglichkeit, Gesamtprobleme zu studieren und zu diskutieren, und nicht nur unsere eigene Situation in Uruguay.

Das war für uns wichtig, da Uruguay immer ein bißchen wie ein Abstellgleis war. Eingeklemmt zwischen den beiden Riesen Argentinien und Brasilien, wo die politische Debatte weit mehr entwickelt war. Und dann, während der elf Jahre Militärdiktatur nach 1973 wurde unsere Isolation noch verstärkt. Anfang 1980 begannen wir zur IV. Internationale Kontakte zu knüpfen. In unserer internationalen Isolierung waren die Briefe, die wir erhielten, wie Sauerstoff für uns.

Die Erfahrungen, die am meisten Bedeutung für uns hatten, waren die aus Brasilien. Viele von uns, die sich in Brasilien im politischen Exil befanden, hatten am Aufbau der PT teilgenommen. Für uns bedeutete dies einen scharfen Bruch mit der sektiererischen Auffassung des Parteiaufbaus, die wir früher gehabt hatten. Wir verstanden, daß es möglich und notwendig war, die Einheit mit anderen Revolutionären zu suchen. Die PST ist keine neue Organisation. Bereits 1968 wurde sie gebildet, sie war der internationalen Strömung angeschlossen, die 1979 mit der Internationale brach, der sogenannten Internationalen Arbeiterliga (unter Führung des Argentiniers Nahuel Moreno). Der wichtigste Unterschied bestand in der Charakterisierung der nikaraguanischen Revolution. Die PST erkennt heute an,

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daß sie eine allzu sektiererische Haltung gegenüber den Sandinisten hatte. Durch Kontakte mit der internationalen Solidaritätsbewegung in Brasilien konnten wir unsere Position überwinden. Seit 1978 waren wir in der Lage, eine regelmäßige Untergruadzeitung herauszugeben. Heute nach dem Zusammenbruch der Militärdiktatur wird die Zeitung der PST Unidad Socialista vierzehntägig offen an den Kiosken Montevideos verkauft.

Belo

Senegal

OST

Sozialistische

Arbeiterorganisation

Daß wir jetzt als ihre Sektion anerkannt worden sind, bedeutet eine große Verantwortung gegenüber der IV. Internationa. le. insbesondere in Hinblick auf die afrikanische Revolution und den Aufbau von weiteren Sektionen in Afrika. Wir sind ja die erste Sektion in Afrika, in anderen Ländern gibt es nur sympathisierende Organisationen. Bis vor drei, vier Jahren waren wir nur eine kleine illegale Propagandagruppe; seitdem haben wir uns in eine legale politische Partei verwandelt. Das hat uns ein verstärktes Eingreifen in die Bewegung der senegalesischen Arbeiterklasse und der Massen ermöglicht. Fast die Hälfte unserer Mitglieder ist heute in Arbeitergewerkschaften aktiv. Da die Bauern in Senegal traditionell keine Organisation besa- Ben, arbeiten wir hart daran, politische Massenorganisationen auf dem Lande zu bilden. Vor allem versuchen wir, die Jugend zu organisieren. Die Jugend in Senegal hat kaum Hoffnung auf einen Arbeitsplatz, auch die nicht, die eine abgeschlossene Ausbildung besitzt. Wir sind dabei, eine Massenbewegung bei den Jugendlichen zu initiieren: Für Arbeit, kostenlose Beförderung und Schulausbildung für alle! Eine große Veranstaltung dazu im Januar wurde von der Polizei mit brutaler Gewalt aufgelöst.

In der heutigen Lage hat unsere Partei gute Möglichkeiten, die Masse der Bevölkerung zu erreichen.

Jetzt werde ich zurückfahren und unsere. Partei über die Debatten und Beschlüsse des Weltkongresses informieren, damit wir sie umsetzen können. So schnell wie möglich werden wir eine Veranstaltung für die Arbeiter und Slumbewohner Dakars organisieren, um ihnen vom Weltkongreß und seinen Beschlüssen zu berichten. Petur

Island

BS

Sozialistischer Kampfbund Schon seit 1976 wollten wir Mitglied der /V. Internationale werden und sind glücklich, endlich als Sektion anerkannt worden zu sein. Schon damals sahen wir ein, daß man von den Sozialisten der anderen Länder lernen muß, wenn man eine sozialistische Partei im eigenen Land aufbauen will.

Seit wir mit der IV. Internationale Kontakt haben, haben wir viel von den verschiedenen Sektionen gelernt, unter anderem wie sie ähnliche Probleme wie die, vor denen wir stehen, gelöst haben. Auf diese Weise haben wir vielleicht so manchen Fehler vermieden.

Jetzt, mit Verschärfung der Krise in den kapitalistischen Ländern, ist es zum Beispiel besonders wichtig für uns, von den Erfahrungen anderer Sektionen bei der Umwandlung der Gewerkschaften in demokratische und kämpfende Instrumente der Arbeiterklasse zu profitieren.

Daneben spielt die IV. Internationale auch eine wichtige Rolle in der internationalen Solidaritätsarbeit mit der nikaraguanischen Revolution und dem Befreiungskampf in El Salvador.

Wenn ich wieder nach Island zurückkehre, werde ich die Genossinnen und Genossen vom Weltkongreß und seinen Beschlüssen unterrichten. Mit den Debatten des Weltkongresses können wir unsere Kenntnisse über die internationale Politik vertiefen. Wir werden mit unserer Gewerkschaftsarbeit und unserer Arbeit innerhalb der Volksallianz (das ist die KP, Islands größte Arbeiterpartei, in der BS Fraktion ist) für ein klassenkämpferisches Rangehen an die Sparpolitik fortsetzen. Mit voller Kraft werden wir uns auch in die Solidaritätsarbeit mit Mittelamerika werfen. Wirwerden versuchen, auf Islandzu den internationalen Demonstrationen am 20. April etwas beizusteuern.

Solidarität mit der FLNKS

Aufruf des Weltkongresses Der Kampf des Volkes der Kanaken um seine Unabhängigkeit hat in den letzten Jahren eine gewaltige Beschleunigung erfahren. Der Gründungskongreß der Sozialistischen und Nationalen Befreiungsfront der Kanaken (FLNKS) vom September 1984 bildet dabei einen weiteren Schritt in der Radikalisierung des Kampfes der unterdrückten Massen der Kanaken. Mit dem Wahlboykott vom 18. November wurde deutlich, daß an Ort und Stelle ein newes Kräfteverhältnis herrschte, das die imperialistische französische Regierung von François Mitterand zunächst zu gewissen verbalen Zugeständnissen zwang. Dennoch bleibt sie ciner neokolonialen Lösung verhaftet, bei der das Recht des kanakischen Volkes auf Selbstbestimmung negiert und dem französischen Imperialismus und den weißen Siedlern ihre Interessenwahrung garantiert werden.

Der Plan Pisanis wurde genau in dieser Perspektive ausgearbeitet. Die Absicht des französischen Imperialismus hat Pisani dazu geführt, immer neue Repressalien gegen die kanakische Bevölkerung und die Genossinnen und Genossen der FLNKS zu ergreifen: Ermordung von Eloi Machoro und Marcel Nonnaro, Entwaffnung der Kanaken, Razzien bei den Stämmen usw.. Daß sich die brutalekoloniale Repression vertieft, wurde auch daran deutlich, daß der Ausnahmezustand ausgerufen wurde, dessen Bestimmungen vor allem zur Knebelung der Mobilisierungen für die Unabhängigkeit und zur Anlandung newer militärischer Verstärkungen genutzt wurden.

Die IV. Internationale ruft zur Bildung einer Solidaritätsbewegung mit dem Kampf der Kanaken um die Unabhängişkeit auf. Vielerlei Aktionen können in diesem Sinn unternommen werden: Unterschriftensammlungen, Delegationen zu den französischen Botschaften, Demonstrationen, offizielle Stellungnahmen der Arbeiterbewegung und demokratischer Kreise, Aufklärungsarbeit über die militaristische Rolle Frankreichs im Pazifik.

Wir fordern den sofortigen Abzug der terstützen die Forderung der FLNKS französischen Besatzungstruppen und unnach totaler und sofortiger Unabhängig- Gegen die Ausbreitung des Kolonialkriegs!

Schluß mit der Repression! Sieg dem kanakischen Volk!

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Am 20, März erklärte sich die Armee zur vollen Unterstüt- Bolivien zung der zivilen Regierung und Korea Bulgarien scharfem Vorgehen bereit: Das

General- ist neu: noch nie zuvor zogen eine „fortschrittliche" Zivilre- Kim frei Genosse gierung und das Militär an cistreik nem Strang. Der COB rief nun Gatschew frei auf, sich auf den bewaffneten vorzubereiten." Einen Mordanschlag im Stile Seit dem 9. März befand sich des Attentatsauf Benigno Aqui- Bolivien im Generalstreik gegen Verteidig dielze an de Verteidigungsmiliz no durch das philippinische Mar die Regierungspolitik des „lin- Wege eines einfachen Aufrufs cos-Regime erwartete die inter- Einer der Gründer der bulgaken* Reformpräsidenten Siles dazu nicht möglich ist. So muß- nationale Presse auch bei der rischen KP, Dimitar Gatschew, Suazo. Die wirtschaftliche und te der COB für diesesmal noch Rückkehr des bekanntesten der frühere Leiter der Liga für olitische Lage des Landes ist sc nachgeben, um ein Blutbad zu südkoreanische Oppositions- Menschenrechte in Bulgarien, atastrophal wie vorrevolutio vermeiden. Aber der nächste politikers aus dem amerikani- ist vor kurzem im Alter von 87 när. Unter dem Diktat des In- Anlauf wird sicher besser vorbe- schen Exil. Trotz einiger Tum- Jahren erneut zu einem Opfer ternationalen Währungsfonds ulte bei Kims Rückkehr und der Repression geworden. Nach zur Eintreibung der Schulden anfänglichem Hausarrest blieb der im Osten beliebten Sponist die Inflation auf 2700% (t) das erwartete Ereignis aus. tan"-Methode wurde er auf der eklettert. Ein normales Essen Neuseeland Putschgeneral Chon Doo Straße überfallen und seine costet eine halbe Million Pesos Hwan, der sich bei den ohne Wohnung verwüstet. Die Verhältnisse sind minde- Oppositionsparteien veranstal- Dagegen und andere Schikastens so dramatisch wie zur Zeit ANZUS teten Parlamentswahlen vom nen der bulgarischen Behörden des Schwarzen Freitags in den 12. Februar als Präsident bestä- gab es zahlreiche Proteste von zwanziger Jahren. Über 10 000 Bergarbeiter hat kaputt tigen ließ, hob nach einigem Zö- gern sogar das politische Betäti- insbesondere in Frankreich. Sie bekannten Persönlichkeiten die Gewerkschaftszentrale gungsverbot für Kim Dae Jung hatten Erfolg: In der zweiten COB in die Hauptstadt des und andere Oppositionelle auf Märzwoche wurde ihm überra- Landes mobilisiert, die seitdem Das Verteidigungsbündnis zwi- Unterdessen ist Kim im Begriff, schend die Ausreise nach Paris das Stadtzentrum belagerten schen Australien, mit seinem früheren Opposi- gestattet. und täglich Versammlungen ab- und den USA besteht nach den tionskonkurrenten Kim Young hielten. Die ebenfalls im COB Worten des australischen La- Sam ein Bündnis zu schmieden. organisierten Bauern und Land- noch dem Namen nach.* Den Ziel der Opposition ist es, soviel Wer war Gatschew? arbeiter blockierten • die Zufahrtsstraße n zu den wichtig- Anstoß zu dieser Entwicklung daß die Forderung nach Presse-, Dimitar Gatschew wurde 1897 sten Städten des Landes. Der gab die konsequente Haltung Meinungs- und Gewerkschafts- COB fordert für die Mineros, der neuseeländischen Labour- freiheit erfüllt wird. Damit will Rechtsanwalt und trat schon in die städtischen Arbeiter und die Regierung unter Lange, die sich es der demokratische Opposi- jugendlichem Alter der Soziali- Bauern Lohnerhöhungen, strik- tionelle Kim Dae Jung: dann stischen Partei Bulgariens bei. te Preiskontrollen und ausrei- enbeladene oder atomgetriebe aber auch bewenden lassen, grö- Später nahm er an der Grünchende Lebensmittelversor- ne Schiffe in neuseeländische Bere Gefahr sieht er von weite- der Kommunistischen gung. Verlangt wird ein garan Häfen einlaufen zu lassen. Rea- rer Radikalisierung heraufzie- Partei Bulgariens teil. Er wurde tierter Mindestlohn für alle mit gans Antwort auf das „atom- von der III. Internationale nach automatischer Anpassung an Neuseeland" Verständnis zwischen der ame- Deutschland geschickt, um der die Inflation. stand in der deutlichen Vermin- rikanischen Regierung und mir, KPD bei Aufbau eines militäri- Präsident Suazo bot lediglich auch wenn sie sich nicht voll schen Apparats zu helfen. Nach eine 300-%ige Lohnerhöhung Zusammenarbeit und einer dra- hinter mich stellen kann. [...] seiner Rückkehrwurdeer Leiter an und forderte den COB zum stischen Einschränkung der mı Wenn sie weiterhin die Diktatur der militärischen Abteilung in- Mitregieren auf. COB-Präsi- litärischen Kooperation und im unterstützt, wird sie letztlich nerhalb der bulgarischen KP dent Juan Lechin lehnte dieses Nachrichtenwesen. ein zweites Vietnam in Korea und nahm am Aufstand von Angebot ab - 1983 bereits war britische Regierung verringerte erleben." (Der Spiegel, 4.2.85) ein ähnlicher Plan des Präsiden- ten am Unwillen zu wirklichen umgehend die militärische Zu- sammenarbeit mit dem ehemali- im traditionell USA-freundli- Grund für Kims Besorgnis: Gatschew mit den Positionen Schon 1923 solidarisierte sich Maßnahmen zugunsten der Ar- da das Verbot natürlich auchfür Südkorea unterstützen der Linken Opposition in der beitenden gescheitert. Suazo nur noch 31 % aller Koreaner war nicht einmal zum Aufgrei- britische Atomschiffe gilt. unter 30 Jahren die USA, vor April 1925 wurde er zusammen dringlichsten Not- Die faktische Auflösung des allem Studenten und Jugendli- mit hunderten standsmaßnahmen des COB zu ANZUS-Pakts war Langes so- che aus den ärmeren Schichten Mitglieder verhaftet; als Vorbewegen gewesen. Der COB zialdemokratischer Regierung haben sichsehrweitgehendradi- wand diente eine Serie von Bompropagiert deshalb eine Arbei- nun doch wieder nicht genehm kalisiert. Schon in drei Städten benanschlägen. Er wurde zum terregierung — notfalls vonihm - bei der Absicherung militäri in Südkorea wurden amerikani- Tode verurteilt, das Urteil jealleine geführt — die für die scher Stützpunkte auf den pazi- Kulturzentren doch nicht ausgeführt. Er blieb Durchführung des Dringlich- fischen Inselstaaten und „Yankee go home!"-Parolen in bis zum Jahre 1932 im Gefäng sten sorgt. Überwachung des südpazifi- Brand gesteckr. nis und nahm von da aus aktiv an Bei den hungernden Streiken- schen Seegebiets will man im der Debatte teil, die die KP erden war die Grenze physischer Interesse des neuseeländischen Erschöpfung bald erreicht. Le- und australischen Kapitals nicht seits durch die Fehler der Partei chin mahnte noch: „Solange wir auf die bewährte Zusammenar- im Aufstand von 1923 ausgekeine bewaffnete Avantgarde beit mit den USA verzichten. löst, andererseits durch die Welhaben, ist es Abenteurertum, Ein neuer bilateraler Vertrag len, die vom Kampf innerhalb wenn wir uns Massen- über die militärische Zusam- der Partei der Sowjetunion ausbewegung die Eroberung menarbeit mit Australien nach gingen. Von der Festung Plow- Macht vornehmen." Während- einem Vorschlag Hawkes soll diw aus gründete Gatschew die dessen wurde die Armee diese Scharte auswetzen helfen erste bulgarische trotzkistische höchste Alarmbereitschaft ver- — wobei die Zusammenarbeit Gruppe, die die Zeitschrift „Besetzt, Putschgerüchte machten Australien - USA ebenso bilate- freiung" herausgab. jeden Tag die Runde. ral fortgesetzt wird.

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1945 entstand daraus die Internationalistische Kommunistische Partei, die um Anerkennung als bulgarische Sektion der IV. Internationale nachsuchte. Die IKP nahm in einer Einheitsfront mit den Anarchisten und der linken Bauernpartei am Kampf zur Verteidigung der demokratischen Rechte teil. Gatschew war der Politische Sekretär der IKP. Aber deren sowie anderer revolutionärer Strömungen wie der Anarchisten politische Aktivität war für das stalinistische Regime nicht tolerierbar, das dabei war sich in Bulgarien zu festigen. Insbesondere als Trotzkisten und Anarchisten in wichtigen Fabriken an Boden zu gewinnen begannen und sogar hier und da die Fuhrung von Streiks übernahmen. Zwischen Mai und Juli 1945 schlug die Polizei zu; die IKP wurde zerschlagen und ihre Mitglieder verschwanden für lange Zeit im Gefängnis. Dimitar Gatschew bekam lebenslänglich, er wurde nach dem 20. Parteitag der KPdSU erst 1962 freigelassen. In den Arbeitslagerr blieb er die ganze Zeit über standhaft und machte zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Zugeständnisse an die Stalinisten. 23 Jahre Inhaftierung konnten ihn nicht zerbrechen. Ex-Führer der linken Opposition tot Am 26. Dezember 1984 ist in Italien Alfonso Leonettigestorben, einer der Gründer der kommunistischen Bewegung Italiens. Er wurde 1895 geboren trat 1913 in die Sozialistische jugend ein und wurde dann in Italien einer der ersten Anhänger der III. Internationale. Er war Chefredakteur der kommunistischen Tageszeitung Ordine Nuovo in Turin, deren Herausgeber Gramsci war. Auf dem Kongreß von Lyon 1926 wurde er ins Zentralkomitee der PCI gewählt und später ins Politbüro. Er entwickelte Positionen, die nicht mit der ultralinken Linie der Kommunistischen Internationale Ende der 20er Jahre übereinstimmten, und trat darum in Verbindung mit der Internationalen Linken Opposition. Zusammen mit Pietro Tresso und anderen Genossen organisierte er die „Neue Italienische Opposition" (NOD) und wurde 1930 aus der Partei ausgeschlossen. Er wurde dann für mehrere Jahre in die internationale Leitung der Linken Opposition kooptiert.

Als jedoch die Kommunistische Internationale zur Linie der Volksfront überging, entfernte sich Leonetti allmählich von der trotzkistischen Bewegung. Im Jahre 1962 trat er schließlich wieder in die PCI ein und erklärte, seine _Überzeugung von der politischen Richtigkeit der Parteilinie" habe sich während der Zeit der Volksfronten gefestigt und gleichzeitig sei so seine „Kritik am Trotzkismus gereift." Wie jedoch aus seinem politischen Testament hervorgeht, das am 26.1.1985 in der Unita, der Tageszeitung der PCI, veröffent. licht wurde, und das wir hier widergeben, hatte Leonettidennoch nichts von seinem ehemaligen Kampf gegen den Stalinismus verleugnet.

„Man kann alt werden und seine Tage auf verschiedene Weise beenden, je nachdem wie viel an geistiger Klarheit man mit den Jahren eingebüßt hat oder wie stark unsere intellektuellen Fähigkeiten zersetzt sind. Der alte Edouard Herriot, radikal-sozialistischer Bürgermeister von Lyon, der fürchtete, daß sein Freund Kardinal Gerlier ihmeinen schlechten Streich spielen werde, indem er ihm als Atheisten, der sich angesichts des Todes bekehrt habe, die Absolution erteilte, legte in seinem Testament nieder, daß er als Atheist und Radikal-Sozialist sterben würde, was immer auch er im Augenblick des Todes sagen oder tun möge.

Mein Freund und Genosse Octavio Pastore (1887-1965) starb, indem er immer wieder flüsterte: „Die Freiheit ist das Gewehr auf der Schulter des Arbeiters." Ein Grundsatz Lenins, den wir zusammen mit ihm in den Jahren 1919-1920 allerorts und in der Arbeiterbewegung verkündeten.

Andere alte Genossen, die im Gegensatz hierzu in die Fallen journalistischer Aasgeier gerieten, haben ein halbes Jahrhundert Kämpfe, Opfer, Gefängnishaft, die sie mutig und mit Würde ertragen hatten, ausgelöscht, indem sie sich mit dem Hochjubeln von Turati beschmutzten (einem Führer, der im Moment der Spaltung der Sozialistischen Partei im Jahre 1921 den offen reformistischen Flügel leitete), das heißt der Sozialdemokratie gegen Lenin und den Leninismus. Da eine solche Gefahr der Verblendung und des Verlustes an kritischem Geist für jeden Menschen jeden Alters besteht, erkläre ich, Alfonso Leonetti, in geistiger Gesundheit und frei von jedem Druck, daß ich ein konsequenter revolutionärer Marxist bin und bleibe, das heißt, ein internationalistischer Leninist, der nichts verleugnet von den Kämpfen, die er gegen den Stalinismus unter der Fahne Trotzkis und der IV. Internationale führte und für die Utopie, die aus dieser barbarischen und zersetzten Gesellschaft die kommunistische Gemeinschaft der freien Menschheit hervorgehen lassen wird.

Mit eigener Hand gefertigt und unterschrieben in Rom am 24. Februar 1982.* Domnik.

Republik

Fusion von LCR und BS

Die Liga Comunista Revolucionaria (LCR), die mit der IV. Internationale sympathisierende Gruppe in der Dominikanischen Republik, hat jüngst beschlossen, sich in den Bloque Socialista (BS) einzugliedern. Der BS hatte seinen ersten Kongreß am 28.-30. Juni 1984; er entstand aus der Fusion dreier Organisationen, die schon längere Zeit zusammengearbeitet hatten: Nucleo Comunista delos Trabajadores (Kommunistischer Arbeiterkern), Partido Socialista und Movimiento Socialista de los Trabajadores (Sozialistische Arbeiterbewegung). Der BS ist Mitglied der Frente de la Izquierda Dominicana (FID, Front der Dominikanischen Linken), die am 14. Juni 1984 entstand. Nachstehend veröffentlichen wir die gemeinsame Verlautbarung von BS und LCR über die Integration der LCR-Mitglieder in den Bloque Socialista.

„Der Bloque Socialista und die Liga Comunista Revolucionaria sind angesichts der grundlegenden Bedeutung, die der Einheit der revolutionären Marxisten in dieser entscheidenden Etappe zukommt, welche das Land jetzt durchläuft, und nach ausführlicher Diskussion des Beschlusses der LCR, sich den Reihen des BS anzuschließen, übereingekommen, diese Integration zu vollziehen. Dieser neue Schritt vorwärts zum Zusammenschluß der dominikanischen Sozialisten ist Teil der Einheitsbestrebungen, die im Sozialistischen Block ihren Ausdruck finden. Ist dieser doch selbst Ergebnis der Fusion mehrerer Organisationen, die Ende 1981 den BS als eine Koalition revolutionärer Sozialisten gründeten, was dann später zum Verschmelzen dieser Parteien führte.

Die LCR wurde 1980 gegründet. Sie ist die mit der IV. Internationale sympathisierende Organisation in der Dominikanischen Republik. Seit 1981 ist sie Bestandteil der Izquierda Unida (IU, Vereinigte Linke), zusammen mit dem BS und anderen revolutionären Organisationen dann der FID. Auf einer kürzlich abgehaltenen Versammlung beschloß die LCR, bei der großen Strömung mitzumachen, die in unserem Lande für den Aufbau einer Partei der sozialistischen Revolution und der dominikanischen Arbeitenden kämpft.

Heutzutage ist das Hauptinstrument auf diesem Wege der Sozialistische Block. Die Werktätigen, die Bauern, die Frauen, die Jugend und alle Unterdrückten, wir alle sind den brutalsten Angriffen auf unsere Lebensgrundlagen aufgrund der Politik ausgesetzt, die die Regierung die Partido Revolucionario Democratico (FDR, Revolutionär Demokratische Partei) von Salvador Jorge Blanco unter den imperialistischen Fittichen des Internationalen Währungsfonds durchführt.

Die einzige wirksame Waffe, über die das Volk verfügt, ist seine kämpferische und unabhängige Einheit. Die Organisationen, die sich mit den Interessen der Menschen identifizieren, haben die Pflicht, alle Energien für die Festigung dieser Perspektive einzusetzen. Wiralsrevolutionäre Marxisten müssen die ersten sein, die auf diesem Weg voranschreiten, über alle unsere sekundären Meinungsverschiedenheiten hinweg Diesen Sinn hat der Schritt vorwärts, den BS und L.CR heute tun.

Grundlage und wesentliche Motivation für unsere Einheit sind die unmittelbaren und mittelfristigen Interessen der Volksmassen, die heutzutage die solideste Einheit ihrer organisierten Kräfte verlangen. Sie wollen auch, daß rasche Fortschritte gemacht werden im Aufbau eines wirkungsvollen Instruments, um die Offensive gegen die Großbourgeoisie und den Imperialismus, die das Volk aushungern und unterdrücken, , zu führen und die endgültige Emanzipation der Unterdrückten dieser Insel zu erlangen. Dieser Fortschritt in der Einheit der Sozialisten wird auch