Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Philippinen

Vorgeschichte des Kampfs gegen Marcos

· Inprekorr Nr. 159, 5. Dezember 1983 · S. 25-32 · 5.178 Wörter

Philippinen und Südostasien Gewerkschaften und Streiks Spanischer Staat China

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Vorgeschichte des Kampfs gegen die Diktatur

Paul Petitjean

Einen Monat nach der Ermordung von Benigno Aquino, nämlich am Jahrestag der Ausrufung des Kriegsrechts durch den Präsidenten Ferdinand Marcos 1972, versammelte sich auf den Aufruf der Oppositionsführer hin eine riesige, auf eine halbe Million geschätzte Menschenmenge im Stadtzentrum von Manila. Nach der Kundgebung begaben sich tausende von jungen Arbeitern, Oberschülern, Studenten und Bewohner der Slumviertel zum Palast des Präsidenten. Die Ordnungskräfte schossen scharf, und nach blutigen Auseinandersetzungen zählte man elf Tote und hunderte von Verletzten. In den Tagen, die dieser Kundgebung vorausgingen oder folgten, gab es außerdem im Geschäftsviertel Makati wiederholt Demonstrationen gegen die Regierung.

Die Ermordung von Aquino war für das Land ein brutaler Schock. Aber das reicht nicht aus zu erklären, warum die Mobilisierungen danach derartige Ausmaße annahmen, warum die Aufforderungen an den Präsidenten Marcos derart weitgehend waren und warum sich derart unterschiedliche politische Kräfte an der Bewegung beteiligten, nämlich von der bürgerlichen Opposition bis zur Kommunistischen Partei der Philippinen. Mit der jetzigen Krise tritt offen zutage, wie verbraucht das Regime ist und wie scharf die sozialen Spannungen im Lande sind. Für die Opposition beginnt die Feuerprobe, und es steht sehr viel auf dem Spiel, wie sich die revolutionären Kämpfe künftig entwickeln werden. Mit der Krise treten aber auch die spezifischen Merkmale der Massenkämpfe in diesem Lande hervor.

Die Philippinen nehmen im Vergleich zu den Nachbarländern insofern eine Sonderstellung ein, als sie auf eine aus dem Rahmen fallende, widersprüchliche Kolonialgeschichte zurückblicken, als die kommunistische Bewegung der Philippinen eine eigene Entwicklung erlebte und als die vom Regime Marcos' seit zehn Jahren verfolgte Politik bestimmte Konsequenzen hatte.

Eine widersprüchliche Kolonialgeschichte

Die Philippinen, seit dem 16. Jahrhundert von den Spaniern und später 50 Jahre lang von den Amerikanern kolonisiert, haben eine ganz andere Geschichte als die Nachbarnationen.[1] Für die revolutionären Kämpfe ergaben sich daraus widersprüchliche Konsequenzen.

In den Jahren 1896 bis 1898 — zu einer Zeit, wo zum Beispiel die französische Herrschaft in Vietnam noch schwer damit zu ringen hatte, sich gegen einen massiven Widerstand, von den traditionalistischen Gebildeten angetührt wurde, durchzusetzen — wird aut den Philippinen durch einen Aufstand der 350 Jahre währenden Beherrschung durch Spanien ein Ende gesetzt. An der Spitze des Volksaufstandes findet man die [1] Über die Geschichte der Philippinen siehe die Arbeiten von Renato Constantino, vor allem The Philippines: A Past Revisited, Quezon City, Tala Publishing Services, 1975 (auch von Monthly Review Press veröffentlicht unter dem Titel A History of the Philippines from Spanish Colonialism to the Second World War) und The Philippines: The Continuing Past, Foundation for Nationalist Studies, Quezon City 1978.

aus Inprecor 158, 10.10.83 ilustrados, eine in Spanien ausgebildete Intelligenz, und Vertreter einer de plan tagen, Geschäfte und Betriebe besaß. Bei den bewaffneten Truppen, die sich aus Bauern und städtischen Arbeitern zusammensetzten, hatten Vertreter der Kleinbourgeoisie, der freien Berufe, der Provinzverwaltung und des Schulwesens das Sagen. Die Philippinen wurden so zum ersten asiatischen Land, das sich vom kolonialen Joch löste, wenn auch nur für eine kurze Zeitspanne, weil 1898 die Amerikaner formal den Platz ihrer spanischen Rivalen einnahmen. Die politischen und gesellschaftlichen Kräfte, die diesen Befreiungskampf führten, zeigten bereits einen „modernen" Charakter. Sie repräsentierten nicht die alte Ordnung, sondern waren selbst aus den kulturellen und wirtschaftlichen Umwälzungen entstanden, welche die Kolonialisierung und die sehr frühe Einbeziehung des Landes in den Weltmarkt mit sich gebracht hatten.[2] Mit diesem Aufstand gegen Madrid und dem hartnäckigen Widerstand von Teilen der Bevölkerung gegen die amerikanische Besetzung des Landes • entstand eine wertvolle Tradition revolutionärer Kämpfe. Noch heute kann sich die nationale Bewegung auf diese »ununterbrochene Revolution" berufen, um den derzeitigen Kampf mit der Erinnerung und der historischen Erfahrung des phi- [2] Siehe dazu Jonathan Fast und Jim Richardson, ots of Dependencv. Political and Economic Revol n in 19th Century Philiotines. Foundation i National Studies, Quezon City, 1979. In Französisch gibt es: Georges Fischer, José Rizal Philippin, 1881- 1896. Un aspect du nationalisme moderne, Maspero, Paris, 1970.

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InPreKorr, 5.12.83 lippinischen Volkes zu verbinden. Aber eben weil dieser Kampf noch so früh war, hinterließen die politischen Bewegungen von damals auch eine Tradition der Kollaboration und ebneten der neokolonialen Ideologie den Weg.

Die Propagandistische Bewegung, deren bekannteste Figur José Rizal war, drückte antikoloniale , antiklerıkale und demokratische Bestrebungen der Großpflanzer der Zukkerhaciendas auf den Inseln Negros und Luzon, der chinesischen Händler und der aus der lokalen Elite hervorgegangenen Intellektuellen aus. Die von Andres Bonifacio gegründete Katiputan-Bewegung hatte dagen ihre Wurzeln tiefer in der Masse des Volkes und verfolgte einen radikalen Kurs. Zusätzlich entstanden örtliche Führer, die den Kampf bis zum bitteren Ende führten, wie „Papa" Isio auf Negros, der erst 1908 von den Amerikanern gefangen genommen werden konnte. Im allgemeinen aber blieben Katipunero-Führer, nachdem Bonifacio ermordet worden war, unter dem ideologischen Einfluß der ilustrados, der neuen gesellschaftlichen Elite bürgerlicher Finanzkreise. War es doch die aus dem Aufstand 1896-1898 hervorgegangene Regierung, die die Ankunft des amerikanischen Expeditionsheeres unter dem Vorwand aushandelte, die Niederlage der Spanier zu beschleunigen. Die These der nationalen Eintracht über alle Klassen hinweg war damals vorherrschend. Sogar der erste Arbeiterverband, der Anfang des Jahrhunderts gegründet wurde stand unter der Führung eines ilustrado, Isabele de los Reyes, eines Anhängers der partnerschaftlichen Zusammenarbeit von Kapital und Arbeit und eines neokolonialen Pakts mit Washing- Hier wird einer der widersprüchlichen Aspekte in der Kolonialgeschichte der Philippinen deutlich. Obwohl Madrid lange Zeit hindurch nicht das Land zu entwickeln versucht hatte, trug die Frühe der Kolonialherrschaft doch dazu bei, daß in gewissen Gebieten eine Exportwirtschaft wie der Zuckeranbau aufblühte - oft unter Anleitung britischen Kapitals. So entstanden neue gesellschaftliche Klassen, die in der Lage waren, sich gegen die Kolonialverwaltung und den katholischen Klerus aufzulehnen. Aber da dieser verknöcherte, feudale Klerus schon sehrfrüh Kontrolle über die Bildung der Massen gewonnen hatte und zu verhindern wußte, daß sich ein öffentliches Schulwesen entwickelte, wurde die Bevölkerung ziemlich erfolgreich vom Einfluß der sozialistischen und Arbeiterbewegung Europas sowie von den revolutionären Bewegungen Asiens abgeschirmt. Außerdem gibt es auch zahlreiche Gegenden der Philippinen, die von der Ausdehnung der Marktwirtschaft gar nicht erfaßt wurden. Die revolutionären Traditionen konnten nur in bestimmten Zonen Fuß fassen: im Mittelteil und im Süden der Insel Luzon und vor allem auf der Insel Negros.

Die Führung der nationalistischen Bewegung lag ursprünglich in den chen bürgerlicher Natur waren. Das waren keine Kräfte, die siegessicher dern nach ihrem Sieg über Spanien ihre Kapitulation vor den Amerikanern aushandelten. Zu ihrer Rechtfertigung stellten die neuen Verwalter der Philippinen das amerikanische Expeditionsheer als Befreiungsarmee hin und mußten alle Mitteleinsetzen, um die Erinnerung an den heldenhaften Widerstand des Volkes, der sich noch bis 1908 hinzog, auszulöschen. Das Nationalbewußtsein bildete sich also nicht unter dem Eindruck der Revolution von 1896-1898 allein, sondern auch vor dem Hintergrund der sehr frühen und sehr tiefen spanischen Durchdringung.

Schiffbruch und Wiedergeburt der kommunistischen Bewegung

Ursprünglich standen die Arbeiter- und die Bauernbewegung unter der Führung von Leuten, die gleichzeitig nationalistisch und politisch konservativ waren. Mitte der 20er Jahre erfolgte eine Polarisierung innerhalb der Massenbewegung aufgrund verschiedener Faktoren. Einer davon war die Verschiebung des Datums, an dem das Land unabhängig werden sollte, auf den Sankt Nimmerleinstag, ein anderer die Wirtschaftskrise, in der der Lebensstandard der Massen sehr sank, und schließlich das Echo der russischen Revolution und der Gründung der Dritten Internationale.

Im Jahre 1925 wurde die Partido Obrero (Arbeiterpartei) geboren, die zunehmend marxistisch wurde. 1927 spaltete sich die Gewerkschaftsbewegung in Konservative und Radikale. Die wichtigsten Gewerkschaften traten dem Panpazifischen Gewerk schaftssekretariat der Profintern (von der III. Internationale geführte Gewerkschaftsinternationale) bei. 1930 wurde auch formal die Partido Komunista ng Pilipinas (PKP, Kommunistische Partei der Philippinen) gegründet. Die neue Partei verfügte über Masseneinfluß bei Arbeiter und Bauern durch die Katipunan ng mga Anak-Pareis ng Pilipinas (KAP, Arbeiterkongreß der Philippinen) und über die Katipunan Pambansang mba Magbubukid ng Pilipinas(КРМР Nationaler Verband der landlosen Bauern und Landarbeiter).[3] Aus im großen und ganzen objektiven Gründen nahm diese neue kommunistische Bewegung hauptsächlich in der Gegend um Manila und in gewissen Gegenden der Insel Luzon Gestalt an. Sie wurde sofort unterdrückt, und es gab nur selten Zeiten, wo sie legal existieren konnte. Hinzu kommt aber, daß sie unter dem Einfluß von Moskau politische Linien verfolgte, die es ihr unmöglich machten, die Gelegenheiten, die sich ihr auftaten, auch auszunutzen. In den ersten Jahren war ihre Linie linksradikal, orientiert auf den bewaffneten Aufstand und entsprechend der damals von der Komintern vorgeschriebenen Linie der „Dritten Periode" sehr sektiererisch. Beginnend nach 1933, vor allem aber ab 1938, hielt sie dagegen im Namen des Antifaschismus „demokratische" und antijapanische Orientierung ein, die wesentlich dazu beitrug, daß die Bewegung wieder einmal gegenüber den amerikanischen Streit kräften entwaffnet dastand. Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs war es der PKP gelungen, auch in Milieus Wurzeln zu fassen, wo sie traditionell schwach war, nämlich bei den Studenten und Intellektuellen. Und in der Zeit der japanischen Besetzung des Landes weitete sie ihren Ein- [3] Zur Geschichte der ersten Jahrzehnte der kommunistischen Bewegung auf den Philippinen siehe auch Norman Lorimer, Philippine Communism. An Historical Overview, Journal of Contemporary Asia, vol. VII, Nr. 4, 1977.

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uls und ihre organisatorische Krat rheblich aus dank ihrer im Marz 194 gegründeten Hukbalahap („Huk" Antijapanische Volksarmee). Gemäß der damals verfolgten Linie verschob die PKP den sozialen Kampf gegen die Landbesitzer auf später. Aber in der Wirklichkeit kam es schon aufgrund der Entwicklung der Huk als solcher zu einer Polarisierung der Klassen in den umkämpften Gebieten. Denn die Landbesitzer flohen aus Angst vor der Massenbewegung oder arbeiteten mit der Besatzungsmacht zusammen. Nach dem Krieg war die PKP also stärker denn je, nicht nur politisch und gesellschaftlich, sondern auch militärisch. Aber treu der von Moskau vorgeschriebenen Linie empfing sie die US-Armee als Befreiungarmee. Auch bis dahin hatte sie in ihrer Propaganda immer betont, wie notwendig es sei, sich mit den Vereinigten Staaten, einer demokratischen Macht gegen Japan zu verbünden. Die amerikanische Verwaltung fackelte aber nicht lange, der PKP empfindliche Schläge zu versetzen. Und nachdem formal die Unabhängigkeit gewährt und 1946 Wahlen abgehalten worden waren, bei denen sechs Kandidaten der Demokratischen Front, die von der PKP aufgezogen worden war, gewählt wurden, begann von Seiten des neuen Präsidenten Manuel Rozas eine regelrechte Hexenjagd gegen die Kommunisten.

n ahre 1947 begannen die Hul le ihre watten nicht abgegeben hat ten, sich wieder zu organisieren. 1948 gewannen die Befürworter des bewaffneten Widerstands die Mehrheit in der Führung der PKP. Obwohl man inzwischen reichlich spät dran war, kamen der PKP und den Huk doch bestimmte Faktoren zugute: Das Regime hatte kein Ansehen, da bei den Wahlen von 1947 zu viel geschwindelt worden war; auf dem Lande herrschten schwere soziale Spannungen; die massive Repression hatte Widerstand hervorgerufen; und schließlich fand die chinesische Revolution ihren Widerhall. [4] Die PKP-Führung war damals der [4] Über die Huk kann man lesen, auch wenn der Autor die Rolle der PKP für die Kampfbereitschaft der ländlichen Massen unterschätzt, Benedict J. Kerkvliet, The Huk Rebellion. A Study of Peasant Revolt in the Philippines, New Day Publishers, Quezon City, 1979. Auf Französisch gibt es den Augenzeugenbericht von William Pomeroy, einem amerikanischen Kommunisten, der Moskau treu geblieben ist, Les Huks dans la forêt des Philippines, Maspero, Paris, 1968.

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Guerilla geography LUZON

PACIFIC OCEAN

Manile:

South China Sea

SAMAR

PANAY

PALAWAN

VISAYAS

NEGROS

Sul Sea

MINDANAO

Areas where NPA /Zamboange is most active JOLO

Celebes Sea es sei möglich, innerhalb dem sie früher recht elitistisch gewekurzer Frist den Sieg zu erringen. Sie sen war. Die Schlußfolgerungen aus verstreute ihre Guerillaherde maxi- der Niederlage der PKP, die Auswirmal über das Land und bot dadurch kungen des chinesisch-sowjetischen militärische Blößen. In den Städten Konflikts und der Kulturrevolution hatte die pazifistische Erziehung, die in China der Wiederaufdie Mtglieder nach dem Krieg jahre- schwung der Kämpfe führten innerlang genossen hatten, diese ziemlich halb der PKP zu einer Spaltung. Eine entwaffnet. Das Regime andererseits Handvoll Mitglieder, die zumeist konnte sich auf erhebliche amerikani- Anfang der 60er Jahre in die Partei sche Hilfe stützen. Und der neue Prä- eingetreten waren, bildeten eine neue sident, Ramon Magsaysay, konnte Partei, oder „stellten die alte Partei mit seiner demagogischen Politik wieder her", wie ihre Formel lautete, auch Erfolge verbuchen. 1952 waren um die Kontinuität für sich zu beandie PKP und die Huk im großen und spruchen: die Communist Party of the ganzen zerschlagen. Die Bauernbewe- Philippines/Marxist-Leninist-Mao gung ging zurück, desgleichen die TseThought mit vollem Namen städtische Gewerkschaftsbewegung, (PCP). Drei Monate später gründete die sich nach dem Krieg im Congressof diese PCP die New People's Army Labor Organisations (CLO) neu (NPA); als Gründungstag hatte man strukturiert hatte. Etliche kommnis- den Jahrestag tische Führer ergaben sich. Manche Gründung ausgesucht.[5] Guerilleros wurden zu Räubern und Einfluß gewann diese neue, strikt Banditen , wie die unter dem Kom- maoistisch orientierte Partei vor mandanten Sumulong in der Provinz allem in der Studentenbewegung; Pampanga. [5] Zu den Analysen und der Orientierung der PCP Erst Ende der 60er Jahre bekam die 1970 siehe Amado Guerrero, Präsident des Zentral- Massenbewegung wieder Schwung, komitees, Philippine Society an Revolution, IAFP, und zwar im wesentlichen über die Oakland, 1979. Siehe auch José M. Sison, Struggle for National Democracy, Amado V. Hernandez Memo- Studentenbewegung; die soziale rial Foundation, Manila, 1972. Über die spätere Ent- Zusammensetzung der Studenten wicklung siehe Paul Petitjean, L'évolution des Partis Communistes Thai et Philippin, Inprecor, Nr. 84 und hatte sich ziemlich gewandelt, nach- 85 vom 11. und 25.9. 1980.

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InPreKorr, S.12.83 aber sie gewann auch Kader in der Bauernschaft, Leute mit Kampferfahrung bei den Huk, und begann in die Gewerkschaftsbewegung einen Fuß zu setzen, wo die PKP noch ziemlich aktiv war. Das Kräfteverhältnis zwischen den beiden kommunistischen Parteien war noch nicht eindeutig entschieden, als Präsident Marcos am 21. September 1972 das Kriegsrecht über das ganze Land verhängte. Das wurde zur ersten ernsthaften Feuerprobe für die junge PCP und zurletzten für die PKP.

In der ersten Zeit hatten die PCP und ihr bewaffneter Arm NPA erhebliche Verluste durch die Repression und als Folge ihrer militaristischen und guerillaistischen Linie; zum Beispiel errichteten sie einen zu ehrgeizigen „Fokus" im Tal von Cagayan im Nordosten von Luzon. Aber nach und nach erholten sie sich von diesen Schlägen. Auch die PKP war gezwungen unterzutauchen. Aber die Führung beschloß, mit dem Marcos- Regime, in das man die positiven Seiten einer nationalen Bourgeoisie hineininterpretierte, zu einem Auskommen zu gelangen. Sie liquidierte zahlreiche Führer einer „marxistischleninistischen Fraktion" *, die sich die- Linie wiedersetzte, einfach physisch. Und im Oktober 1974 schloß sie ein „Abkommen der Nationalen Einheit" mit Marcos. Die PKP erfreute sich damals halblegaler Aktivitäten, und einige ihrer Führer bekleideten sogar Posten in der Verwaltung, insbesondere im Arbeitsministerium.

Bis zu einem gewissen Grad lebt die PKP als Organisation weiter, und nach wie vor ist sie Moskau treu. Wahrscheinlich verfügt sie immer noch über erheblichen Einfluß in der Gewerkschaftsbewegung, vielleich auch noch über einige Stützpunkte im ländlichen Bereich. Aber als revolutionäre Kraft hat sie sich disqualifiziert — sowohl durch die von ihrer Führung beschlossenen physischen Ligidierungen als auch wegen ihrer andauernden Allianz mit dem Regime des Kriegsrechts. Die Tatsache, dais die PKP nie aurgehört hat, die Regierung formal zu kritisieren, und daß sie seit einiger Zeit in immergrößere Distanz zum Regime geht, ändert nichts daran, daß ihre Kapitulationspolitik, die sie in den 70er Jahren und seither verfolgte, allzu schwer wiegt.

Die Periode des Kriegsrechts und die sozialen Kämpfe

Aus einer ganzen Reihe von Gründen waren die revolutionäre Bewegung und die Massenbewegung nicht in der Lage, auf die Ausrufung des Kriegsrechts im Jahre 1972 eine angemessene Antwort zu geben: Mißerfolg und dann totale Kapitulation der PKP, politische und organisatorische Unerfahrenheit der PCP, sehr unterschiedliche Entwicklung der politischen und sozialen Krisen von einem Teil des Landes zum anderen, ungenügende Organisiertheit der Massen und starke Unterstützung des recht Kriegs

Marcos-Regimes durch die USA und die Weltbank... Und doch entstanden trotz anfänglichen Erfolgen gerade durch die von der Regierung verfolgte Politik wieder die Voraussetzungen für einen Neuaufschwung der Massenkämpfe im Lande.

Marcos ging sehr bald mit aggressiven Methoden auf der südlichen Insel Mindanao, dem Herzen des Bangsa Moro Landes, vor, das von den islamischen Kräften beansprucht wird. Eine Ankunft der Spanier waren dort Sultanate errichtet worden, und es war dort nie gelungen, die Kolonialherrschaft richtig durchzusetzen. Aber seit den 30er Jahren werden christliche Bauern aus der nördlichen Insel Luzon und aus den Wisayas, der Mittelgruppe der Philippinen, von der Regierung in Manila als Kolonisten in die islamischen Landesteile geschickt so daß heute die christliche Bevölkerung auf Mindanao einen erheblichen Anteil ausmacht.[6] Aus klimatischen Gründen ist die Insel Mindanao landwirtschaftlich sehr reich, bietet aber noch andere Vorteile. Das Marcos-Regime beschloß. sie dem Agrobusiness, in dem amerikanisches und japanisches Kapıtal vorherrschen, zu öffnen, weshalb islamische und animistische Bevölkerung in die entlegeneren Gebiete zurückgedrängt werden mußte. Das Regime provozierte damit einen langanhaltenden Krieg mit den Kräften der Moro National Liberation Front (MNLF) und der Bangsa Moro Army. Lange Zeit waren deshalb zwei Drittel der Regie- Ausnahme recht rungstruppen auf den Süden des Archipels gegen die islamische Bevölkerung konzentriert. Trotz Vermittlungsversuchen und zeitweiligen Abkommen geht der Krieg im Gebiet Bangsa Moro weiter.

Die Militarisierung des Landes ging von Mindanao aus. Auch die christliche Bevölkerung wurde allmählich von einer Armee, die sich im Kriegseinsatz befindet, in Mitleidenschaft gezogen. Waren die kommunistischen Kräfte auf der Insel Mindanao ursprünglich schwach, so entwickelten sie sich in den letzten Jahren zusammen mit der Massenbewegung beträchtlich. Diese Insel ist [6] Über die Moro und die MNLF slehe Permanent People's Tribunal Session on the Philippines, Philippines: Repression and Resistance, KSP Publication, London, 1980. Die Zeitschrift Southeast Asia Chronicle veröffentlichte eine interessante Ausgabe zu dieser Frage, Nr. 82 vom Februar 1982, dazu weitere Ausgaben über die Philippinen, wie Nr. 62 von Mai- /Juni 1978.

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InPreKorr, S.12.83 unter dem Kriegsrecht durchschnittlich um etwa 30 %. Und in den zollfreien Industriezonen gelten nicht einmal die meisten der mageren gewerkschaftlichen Rechte, die anderswo im Lande formal anerkannt werden.

Aber die Arbeiterbewegung rührte sich schon 1975 wieder mit einem wichtigen Streik in der Alkoholfabrik La Tondena. Weitere Streiks folgten mit wechselnden Erfolgen. 1980 schälte sich in Gestalt eines neuen de facto-Gewerkschaftsbundes, des Kilusang Mayo Uno (KMU, Bewegung des Ersten Mai) ein radikaler Gewerkschaftsflügel heraus, in dem landesweite Verbände sind, aber auch lokale Sektionen, die anderen Landesverbänden angehören können. Eine noch breitere Allianz entstand, an der neben dem KMU die Gewerkschaften angehören, die dem Weltgewerk- Slum-Räumung in Manile auch der wichtigste Jagdgrund der paramilitärischen • Gruppen, und deren Übergriffe und Massaker machten zahlreiche Skandale und lösten weitverbreitete Widerstandsreaktionen aus.

Und was in Mindanao passierte, geschah auch in zahlreichen anderen Teilen des Landes. Um das Land den ausländischem Kapitalen zu öffnen —japanischem, amerikanischem, australischem, europäischem — griff die Regierung die ortsansässige Bevölkerung an. Um deren Widerstand zu brechen, forciert sie die Militarisierung und provoziert so, da PCP und NPA dazu eine Alternative bieten, die Radikalisierung der Aktivisten, ja selbst von Schichten der Gesellschaft, ohne revolutionäre Erfahrungen. Die gesellschaftlichen Umstände sind sehr 'unterschiedlich von einer Gegend zur anderen, von einer Insel anderen.[7] Aber indem das Regime zum erstenmal eine regelrechte nationale Armee und eine regelrechte nationale Polizei aufstellte, zum erstenmal einen nationalen „Entwicklungs" plan erstellte und das Militär dafür als bevorzugtes [7) Zur wirtschaftlichen Entwicklung, vor allemder Landwirtschaft, siehe Third World Studies Program, Political Economy of Philippine Commodities, TWSC/University of the Philippines, Quezon City, 1983; Lussa Research Staff, Countryside Report, Manila, 1982; René E. Ofreneo, Capitalism in Philippine Agriculture, Foundation for Nationalist Studies, Quezon City, 1980. Siehe auch das nach der Sitzung des Permanenten Tribunals veröffentlichte Buch aus Anm. [6].

Instrument einsetzte, schut es einen gemeinsamen und deutlich erkennbaren Feind für die Massen, die bislang zerstreut und atomisiert waren, sowohl geographisch gespalten, vom Meer und von den Bergen, als auch historisch und nach Sprachen, denn Tagalog, die Nationalsprache, ist nur für 20 % der Bevölkerung Muttersprache. Dieser Feind ist der nationale Staat, und die Familie Marcos- Romualdes personifiziert ihn. Natürlich braucht dieser Ausweitungs- und Vereinheitlichungsprozeß der Kämpfe viel Zeit. Das ist einer der Gründe dafür, daß die Opposition derzeit, in der Krise des Marcos- Regimes, so behutsam vorgeht. Ist es doch das erstemal in der Geschichte des Archipels, daß ein Machtkampf wirklich auf landesweiter Ebene ingganggesetzt ist, und da gibt es noch etliche Hindernisse zu überwinden. Dennoch, dieser Prozeß läuft seit einigen Jahren und hat sich seither immer nur beschleunigt.

Eine der wichtigsten Funktionen des Kriegsrechts hat ja darin bestanden, durch die Repression zu garantieren, daß die Massenbewegung zersplittert und unorganisiert bleibt und daß die multinationalen Konzerne und die Freunde des Präsidenten über billige Arbeitskräfte verfügen können. Nach regierungsamtlichen Zahlenangaben fiel der Lebensstandard der bäuerlichen Massen und der städtischen Beschäftigten schaftsbund angehören, und weitere Industriegewerkschaften. Der KMU mobilisierte zu den Kundgebungen am 1. Mai in Manila je nach Jahr zwischen 20 000 und 40 000 Arbeiter. Ein wichtiger Schritt hin zueiner kämpterischen und radikalen breiten Klassenkampfgewerkschaft! Übrigens fand im Jahre 1982 ein sehr bedeutender Streik statt, der die größte zollfreie Zone des Landes, Mariveles vor Manila, kurze Zeit lahmlegte. Einer der ersten Bereiche, der nach Verhängung des Kriegsrechts mit der Mobilisierung begann, waren die Slums. In Groß-Manila, einer Metropole von an die 8 Millionen Einwohnern, findet man riesige Slums. Der größte, Tondo, gleich hinter dem Haten, führte einen langen und sehr gut organısierten Kampt. Obwohl er neute zum leil ausradiert ist, spielte die Organisation Zone One Tondo (ZOTo) eine beispielhatte und damit führende Rolle bei der Zusammentassung der Slumbewohner und der Beschäftigten des sogenannten informellen Sektors, der „Straßenberufe" überall in der Metropole.

Als das Regime große Landprojekte und Infrastrukturarbeiten in angriff nahm, mobilisierte sich eine betroffene ortsansässige Bevölkerung nach der anderen in Abwehrkämpten. Zum Beispiel die Schitter und die übrige Bevölkerung Navotas im Norden von Manila, als die Japaner ihnen einen modernen Containerhafen vor die Nase setzen wollten, durch den sie ihre Arbeitsplätze verloren hätten.

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Assassination of oppositionist Aquino has mobilized anti-Marcos sentiment in massive marches Zum Beispiel die Bergstämme Kalinga und Bantok im Norden der Insel Luzon, die von ihren angestammten Ländereien vertrieben werden sollten, weil die Weltbank eine Reihe von Talsperren am Fluß Chico zur Stromerzeugung errichten wollte. 8 Oder die Kleintischer der Insel Samar, die ihre Fangzonen von japanischen Riesentrawlern heimgesucht fanden, die das Gebiet für den japanischen Mark kahlfischten. Die Agrarreform, die man in den Reisgebieten durchführen wollte, stieß sehr bald auf ihre Grenzen. Die meisten der „nutznießenden" Bauern verloren ihr Land wegen Verschuldung, bevor sie es überhaupt ganz abgezahlt hatten. Denn das im Rahmen der Reform „verteilte" Land mußte gekauft werden, und man mußte es mit modernen Methoden bewirtschaften (die „Grüne Revolution"), was hohe Erträge abwirft, aber sehr viel an Düngemitteln, Saatgut, Schädlingsbekämpfungsmitteln und investierter Arbeit kostet. Die Arbeitsbedingungen auf den Zucker- [8] Zur Frage der Bergminderheiten und ihres: Kampfes im Kontext des ganzen Landes siehe Anti- Slavery Society, The Philippines. Autoritarian Government, Multinationals and Ancestral Lands. London, 1983.

rohrplantagen der Insel Negros waren schon bislang schrecklich; jetzt wurden sie durch die forcierte Mechanisierung, die tausenden von Landarbeitern die Arbeit kostet, noch verschlimmert. Die Kokosnußerzeuger haben schwer unter dem Überangebot ihres Produkts auf dem Weltmarkt zu leiden, und die ganze Landwirtschaft der Philippinen, die größtenteils für den Export produziert, wird durch den Fall der agrarischen Rohstoffpreise schwer erschüttert.

Die gesellschaftliche Krise und die Repression, die Auswirkungen einer systematischen Militarisierung des Landes und die Verhärtung des Regimes angesichts der ausbrechenden Kämpfe trotz formaler Aufhebung des Kriegsrechts im Januar 1981, all dies erklärt, warum sich einerseits die Guerillas der NPA geographisch ausweiteten. Dies steckt andererseits auch hinter der Radikalisierung wachsender Bereiche sozial engagierter religiöser Organisationen und auch einer kleinen, aber signifikanten Minderheit von Priestern und Ordensleuten, die sich mit dem Massenwiderstand solidarisieren. Die katholische Kirche, die auf den Philippinen über ziemlichen Einfluß verfügt, wird von denselben Widersprüchen erfaßt wie die Gesellschaft, was auch erklärt, warum die Kirchenhierarchie so beunruhigt über ein Regime ist, das mit seiner Politik nur den Bürgerkrieg nährt.

Jüngste Entwicklung der kommunistischen Bewegung

Keineswegs haben PCP, NPA und NDF (National Democratic Front, von der PCP geführte Bündnisorganisation) all die demokratischen und sozialen Bewegungen dieser letzten Jahre initiiert. Manchmal sind sie sogar von unvorhergesehenen Entwicklungen überrascht worden; zum Beispiel als die von christlichen Aktivisten geführte Bewegung gegen das Kriegsrecht in den Städten losbrach, während die städtischen Strukturen der PCP vor allem damit beschäftigt waren, der ländlichen Guerilla zu helfen. Dennoch ist es ihnen gelungen, sich mit einer sehr großen Anzahl dieser Bewegungen zu verbinden, ja sie völlig oder zum Teil selbst zu organisieren oder zu führen, auch wenn sie ursprünglich mehr oder weniger spontan entstanden waren.

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Heute stellen PCP, NPA und NDF das Rückgrat des Widerstands der Massen gegen das Regime dar. Die PCP hatte, um dies zu erreichen, in mehreren Schüben ihre ursprüngliche Linie, die ziemlich der lateinamerikanischen „Fokus"-Guerillatheorie nahestand, ändern müssen. Im Gegensatz zur thailändischen KP konnte sie sich nicht auf sichere Grenzen und erhebliche materielle Hilfe von außen stützen. Sie mußte sich also in der ortsansässigen Landbevölkerung, wo sie den Guerillakampf führte, verwurzeln. Und sie sah sich auch gezwungen, der Arbeit in den Städten und der legalen oder halblegalen Organisationsarbeit ausserhalb der eigentlichen Guerillagebiete einen immer größeren Platz einzuräumen. Angesichts der politischen Entwicklung, welche die chinesische Führung nahm, ging sie auch zu Peking auf Distanz und begann eine ideologische Neubewertung vorzunehmen.

Aber diese neuen Erfolge brachten der PCP, und mit ihr der NPA und der NDF, immer neue Orientierungsprobleme, und frühere, noch nicht überwundene Mängel wurden nun akuter, wie zum Beispiel die geringe Anzahl von Kadern bei gleichzeitiger rascher Ausdehnung ihres Einflusses auf ganz verschiedene Gebiete und Bereiche. Aber auch die Fragen der politischen Linie wurden mit der aktuellen Entwicklung der Lage und der Ausweitung des Feldes der Massenarbeit immer komplexer: Welche Bündnisse soll man anstreben? Mit welchen politischen Kräften? In welchen Formen, unter welchen Bedingungen? Eine Diskussion über die Lehren der lateinamerikanischen Revolution entbrannte, besonders in bezug auf diese Fragen. Und wie soll die Arbeit der Partei in den autonomen Massenorganisationen außerhalb der Guerillagebiete aussehen? Welche Orientierung schlägt man den Gewerkschaften vor? Wie kann die Nationale Demokratische Front erweitert und formalisiert werden? Und was kann man machen, um auch die internationale Solidaritätsarbeit auszuweiten und zu festigen? Also Probleme der Organisierung, also Probleme der politischen Orientierung und auch Probleme der Ideologie. Das „chinesische Modell" ist passé. Aber wie soll man das ideologische Erbe systematisch neu bewerten, die Analyse der Weltsituation neu erarbeiten? Lange Zeit war die PCP den Clichévorstellungen von der philippinischen Gesellschaft als einer „halbfeudalen und halbkolonialen" Struktur verhaftet gewesen, und obwohl sie ihre Arbeit unter den ländlichen, und auch städtischen, Massen gewaltig ausgedehnt hat, hat sie auf holen.[9] Auf jeden Fall hält die PCP heute eine zentrale, unersetzliche Stellung in der Organisierung der Massenkämpfe. Die einzige Bewegung im progressiven und revolutionären Lager ist sie nicht. Es gibt noch Strömungen, die aus der Social Democratic Front, die keineswegs von Sozialdemokraten, sondern von Jesuiten geführt wird, stammen, es gibt kleine unabhängige marxistische Gruppen, locker organisierte radikale christliche Strömungen, die zum Teil Mitglieder der Christians for National Liberation sind, eines Gründungsmitglieds der NDF, sowie Bewegungen in intellektuellen und freiberuflichen Milieus wie KAAKBAY 19 Einen Eindruck von der Diskussion unter den verschiedenen Strömungen der philippinischen Linken verschafft das Symposium Feudalism and Capitalism in the Philippines, Trends and Implications, Foundation for Nationalist Studies, Quezon City, 1982.

fen zu haben. Demonstrationen fanden statt, internationale Beobachter wurden zum Prozeß eingeladen und Rechtsanwälte protestierten. Der Prozeß wurde aufgeschoben, wie auch ein zweiter 1982. Erst im März 1982 kam es zur Urteilsverkündung. Dieses bezeichnete einen Wendepunkt in der spanischen Rechtsprechung und schien für die angeklagten Frauen wie füralle spanischen ein Sieg zu sein. Der Richter definierte die Bedürftigkeit als mildernden Umstand und sagte, das in der Verfassung geschützte Recht auf Leben schlösse nicht den „juristischen Schutz des Lebens in seiner Entstehung" ein. Ein bemerkenswertes Urteil in einem so katholischen Land

Der Oberste Gerichtshof beließ es jetzt bei vier Frauen beim Freispruch, sprach aber die anderen fünf schuldig. Die Strafen für die Frau, die die Ab- In PreKorr, 5.12.83 (Bewegung für die Souveränität der Philippinen und die Demokratie), geleitet von Rechtsanwalt Jose Diokno.

Aber PCP, NPA, NDF stellen zusammen die einzige Bewegung dar, die in der Lage ist, die Kämpfe auf landesweiter Ebene zu koordinieren, die politischen, sozialen und militärischen Kämpfe miteinander zu verbinden, eine konkrete Perspektive für die absehbare Zukunft zu bieten und die verschiedenen fortschrittlichen Kräfte zusammenzubringen. Und diesen Platz hat sie sich dank der Aktivität und den Opfern ihrer Mitglieder und Führer, von denen viele getötet oder gefangengenommen wurden, erkämpft.

Die Verantwortung, die auf der Kommunistischen Partei der Philippinen lastet, ist heute umso größer, als durch den Mord an Aquino die Krise des Regimes, die schon lange schwelte, offen ausgebrochen ist. Die Situation entwickelt sich sehr rasch, und auch wenn es noch nicht so weit ist, daß der Entscheidungskampf um die Macht schon landesweit aufgenommen werden könnte, so müssen doch alle politischen Kräfte ihre Linien und ihre taktischen Entscheidungen einer Lage anpassen, die ständig im Fluß befindlich ist. treibung ausgeführt hatte, und den Mann, der einer anderen Frau eine Abtreibung besorgt hatte, wurden verschärft.

Die Madrider Kommission für das Recht auf Abtreibung und andere feministische Organisationen griffen das Urteil sofort an und stellten heraus, wie sehr sich dadurch zeige, daß das neue Gesetz der großen Mehrheit spanischer Frauen, die eine Abtreibung wünschen, wenig bringe. Nur 3 % unter den Frauen, die jedes Jahr in Spanien abtreiben, wird durch das GEsetz geholfen werden. Alle anderen werden weiterhin illegale auf dem Küchentisch oder sonstwo durchführen lassen müssen und dabei Gericht und Gefängnis riskieren oder, wenn sie im Besitz von genügend Geld sind, nach London oder Amsterdam fliegen. Der versprochene „neue Kurs" der PSOE hat den Frauen also noch nicht viel eingebracht.

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