Weltwirtschaftskrise nach dem Kriege von Emest Mandel, 5. März 1982 - Wie die Rezession von 1974 - 75 hat sten Hälfte von 1981 zurück. Im zweian de die gegenwärtige inen, die ten Halbjahr 1981 und Anfang 1982 renommen, wo di war ein leichter Aulschwung zu ver• ndustrielle Produktion und die Beschäf. zeichnen. Es ist indes fraglich, ob die: tigungsrate im ersten Halbjahr 1980 angesichts der Auswirkungen der amerieinen Nettorückgang aufwiesen. kanischen Rezession über das ganze Jahr 1982 hinweg anhalten wird. Nach einigen Fluktuationen, die von den meisten Experten fälschlich als Wahrend Japan weniger hart von "Erholungsphasen " bezeichnet wurden, der Rezession getroffen wurde als seine beschleunigte sich dieser Abschwung Hauptkonkurrenten, mußte es gleichseit dem dritten Quartal 1981 emeut. wohl einen Rückgang der industriellen Er wird zweifellos über den größten Produktion im zweiten Quartal 1981 Teil von 1982. wenn nicht gar über hinnehmen. Im ersten Vierteljahr 1982 das ganze Jahr hinweg andauern. • ist die Produktion emeut gefallen. Zwischen Juli 1981 und Februar 1982 In Italien zing die Produktior ging die industrielle Produktion um seit dem zweiten Vierteljahr 1980 zu- • mehr als 10% zurück. Das Ausmaß rück: der Abschwung dauerte während der Rezession von 1980 - 82 in den des ganzen Jahres 1981 und bis ins Jahr Vereinigten Staaten wird besonders 1982 hinein an. deutlich, sobald man sich die Entwicklung der Auslastungsrate In Kanada verzeichnete die invorhandener Produk - dustrielle Produktion einen Abschwung tionskapazitäten. d.h. seit dem zweiten Halbjahr 1979. Diese lie Zunahme nicht ausgenutzter ka- Rezession hielt im ganzen Jahr 1980 an. pazität anschaut (vgl. Tabelle 1). Nach einem Aufschwung im erster Halbjahr 1981 ging die industrielle Produktion im zweiten Halbjahr emeut Tabelle 1 zurück. was bis in die erste Hälfte von 1982 anhielt.
Auslastungsrate der Produktionskapa zität in der verarbeitenden Industrie Wie sich diese Rezession von kleineren der Vereinigten Staaten Ausnahmen abgesehen uber die gesamte kapitalistische Welt hinweg synchroni- August 1980 72,2 % siert, wird besonders deutlich ange- Dezember 1980 78,1 % sichts der Tatsache, daß praktisch alle August 1981 76.0% kleineren imperialistischen Mächte September 1981 75,3 % ebenfalls einen Rückgang der industriel- Oktober 1981 74. 1 8881 len Produktion hinnehmen masten. November 1981 71,1 Dezember 1981 68,9 138 So - zum ersten Mal - in Österreich Januar 1982 66,4 % (Produktionsrückgang um 2% im Jahr 1981, 150,000 Arbeltslose Anfang (Quelle: aufein an der folgen de Num - 1982): ebenso in Belgien (1980 und mem von "Business Week" bis 1981). In Dänemark und Norweger 8. März 1982) (1981). In den Niederlanden (1980 unc (981). In Schweden (1981) und in der Anfang 1982 lagen die von Fabrikan - Schweiz (Anfang 1982). ten in den imperialistischen Staaten eingegangenen Auftrage für dauerhaf- Die einzige imperialistische Macht, er um 7 % niedriger als im Ja- die dieses Mal einer Rezession entnuar 1981, was real einen Fall um rangen zu sein scheint. ist Australien, 15 % ausmacht. wo die Wirtschaft durch einer "Rohmaterial-Boom " Auftrieb erhalten hat, In der Bundesrepublik Angesichts des Preisverfalls dieser Rohder industriellen materialien, der sich 1981 und Anfang 1982 beschleunigt hat, ist es jedoch moglich, daß auch Australien noch dauerte über die Jahre 1980 und 1981 1982 von der Rezession eingeholt wird, hinweg an und wurde erst Anfang 1982 Die Experten haben sich emeut geirrt, gebremst.
als sie für 1982 einen allgemeinen In Frankreich ging die Indu- Aufschwung voraussagten, Angesichts strielle Produktion praktisch während der sich verschärfenden Rezession in des gesamten Jahres 1980 und der er- den USA kann davon keine Rede sein. Vielmehr muß man die Frage umgekehrt stellen: Wird die amerikanische Rezession den Abschwung in den meisten imperialistischen Länder vertiefen und damit eine weitere Verschlecherung der wirtschaftlichen Weltlage heraufbeschwören › Werden ihre Auswirkungen darauf beschränkt bleiben. einen Aufschwung in anderen imperialistischen Ländern zu vereiteln oder aufzuschieben › Wie auch immer eine allgemeine Aufwärtsentwicklung vor dem letzten Quartal 1982 oder Anfang 1983 Ist unwahrscheinlich, Wie 1974/75 sind auch bei der Rezession 1980 - 82 Automobil-. Bau - . Stahl- und petrochemische In dustrie am härtesten getroffen worden. Dabei sind in diesen Sektoren Überkapazitäten zutage getreten, die durch die Entstehung neuer Zentren der Produktion und des Exports auf dem weltmarkt verstärkt wurden.
Der Maschinenbau hatte weniger unter der Krise zu leiden. Viele seiner Tellbereiche florieren weiterhin. Man muß jedoch festhalten, daß selbst ein Schrittmacher-Sektor wie die Halbleiter- und Mikroprozess orenindustrie von der Rezession betroffen war. In den USA ist ihr Umsatz 1981 zurilckgegangen (Sunday Times vom 28. Februar 1982). Allgemein gesehen spiegeln Beginn und Andauem der Rezession einen mit einem Rückgang produktiver Investitionen kombinierten Fall der Durchschnittsprofitrate wider, Die deflationistische Geldpolitik der meisten im perialistischen Regierungen hat den Abschwung nur vertieft, nicht ledoch verursacht.
Die Schrumpfung des Inneren Marktes, die in fast allen impertalistischen Ländem den Rückgang der Produktion. der Beschäftigung und der Einkommen der "Endverbraucher" (ob man nun leichte Veränderungen der Sparzinsen berlicksichtigt oder nicht) begleitet hat, ist nicht notwendigerweise iberall mit einer Schrumpfung auch des Absatze: im Ausland einhergegangen, obwohl der Welthandel 1981 volumenmäßig um 1 % zurückgegangen ist.
Einige imperialistische Machte, an erster Stelle Japan, an zweiter Stelle die Bundesrepublik (ab dem dritten Ouartal von 1981), konnten Ihren Anteil am Weltexport auf Kosten Ihrer Konkurren ten erhöhen und dadurch einen Ausgleich für die Stagnation oder den Rückgang der Inlandsnachfrage schaffen, Andere. vor allem Frankreich, versuchen, einen
Tell des Inneren Marktes zurilckzuge winnen, den sie in den vergangenen Jahren an ihre Konkurrenten verloren haben. Doch ist noch nicht sicher, ob ihnen dies auch gelingen wird. Wie die Rezession von 1ge dies che hat auch die gegenwärtige die nach Ersatzmärkten stimuliert, Während des vergangenen Geschäftszyklus nahmen hamptsächlich die OPEC-Länder und die sogenannten sozialistischen Staaten sowie eine Reihe von halbkolonialen Ländem eine solche Funktion ein. Diese Märkte finanzierten sich mit Ausnahme der OPEC-Länder weitgehend durch Kredite.
In der jetzigen Rezession fallt die Krise der kapitalistischen Weltwirtschaft zusammen mit dem Erscheinen einer eigenständigen Wirtschaftskrise in den nachkapitalistischen Ländem wie auch mit einem sensationellen Umschwung in der Entwicklung der Ölpreise und in den Z.ahlungsbilanzen der OPEC-Staaten.
Es war leicht vorherzusehen, wohin die exzessiven Ölpreiserhöhungen unter dem kombinierten Einfluß der Rezession und der langfristigen Wirkungen der Suche nach altemativen Energiequellen (Ö1 außerhalb der OPEC-Staaten, Erdgas, Kohle, Atomenergie, An fan ge der Sonnenenergie usw.) führen würden.
Ein Rückgang des OPEC-Anteils am Weltexport von Erdöl (auf weniger als 50 %) war von einer allgemeinen Ölschwemme begleitet, was zu einem Fall der Preise und der Produktionsmenge (auf einen um 50% niedrigeren Stand als das historische Maximum) führte. Die Gesamtnachfrage nach Öl wird zweifellos 1982 um weitere 7% fallen. Der Rotterdamer Preis pro Barrel fiel von 42 Dollar Anfang 28 Dollar Ende Februar 1981. Und so begannen die Zahlungsbilanzüberschüsse der OPEC-Staaten zu purzeln. Von 100 Milliarden Dollar in 1980 gingen sie auf 60 Milliarden in 1981 zurück und werden 1982 möglicherweise ganz verschwinden (die Überschüsse Saudiarabiens und der Golf-Emirate werden durch die Defizite anderer Staaten, unter fhnen nun auch Kuwait, ausgeglichen). Somit droht dieser "Ersatzmarkt" emsthaft zu schrumpten. Es verbleiben nur noch Ost- und Südostasien und vor allem der klassische "Ersatzmarkt" Aufrüstung.
mal erschüttert - zuerst im Oktober 1981 mit der Abwertung des französischen Franc, zum zweiten Mal im Februar 1982 mit der Abwertung des belrischen Franc (die dänische Krone war beide Male mit der abgewerteten Wahrung gekoppelt).
Die Stahlindustrie war durch eine Rfickkehr zu "nationalen Lösungen" gekennzeichnet und es bestand díe Gefahr. daß Britannien im Falle eines Labour- Sieges die EG verlassen würde, was offensichtlich weit bedeutsamer wäre als Griechenlands Beitritt zur Gemeinschaft.
Die Widerstandsfähigkeit des Gemeinsamen Marktes gegenüber zentrifugalen Tendenzen bleibt jedoch stark, was der Bedeutung zuzuschreiben ist, die die Exporte in Mitgliedsländer nunmehr für die Staaten der EG erreicht haben. Wesentlicher noch zelgt die Integration im Bereich der Waffenproduktion sowohl bei Militärflugzeugen als auch bel Panzem an, daß man sich auf der politischen Ebene eine Auf- 1ösung des Gemeinsamen Marktes nur schwerlich vorstellen kann. Während Mitterrand zur "Rückerobe rung des inneren Marktes" durch die KONKURRENZ ZWISCHEN DEN IMPERIALISTISCHEN Während die amerikanische Industrie 1978. 1979 und im ersten Halbjahr 1980 wegen der Schwäche des Dollars etwas besser auf dem Weltmarkt abschneiden konnte, hat die spätere, durch die hohen Zinsraten in den Vereinigten Staaten stimulierte Erholung des Dollar eine schwere Verschlechterung der US-Handelsbilanz verursacht. Hauptsächlich Japan und die Bundesrepublik haben davon profitiert und ihren Anteil am Welthandel auf Kosten der USA erhöht.
Hinter diesen Fluktuationen aufgrund on Instabilitäten der Währuns steckt ine grundlegendere wirtschaftliche Tatsache. Die industrielle Produktivität in den Vereinigten Staaten nimmt weiterhin im Verhältnis zu den Hauptkonkurrenten der USA ab. Besondere Aufmerksamkeit fand das wirtschaftliche Abschneiden Japans. das vielen Verfechtem des kapitalistischen Systems eine neue Expansion zu verkünden schien. Wichtig ist hierbei nicht so sehr, daß die höhere Wachstumsrate in Japan in den vergangenen Jahren wesentlich aus der höheren Profitrate herrührt, die hauptsächlich darauf zurückzuführen ist, daß die japanischen Löhne für gleich produktive Arbeit niedriger liegen als in Westeuropa und den Vereinigten Staaten. Ganz zu schweigen davon, daß die Sozialausgaben der Untemehmer un c der öffentlichen Hand dreißig Jahre hinter Japans Konkurrenten herhinken. Wesentlich ist vielmehr, daß Japan im Gegensatz zum Augenschein keíne Ausdurch den auf die amerikanische Rezession zurückzuführenden Rückgang seiner Exporte in die USA.
Tatsächlich geht dem japanischen Exortboom allmahlich der Dampt aus Die Automobilindustrie kann ihren Auslandsabsatz nicht mehr erhöhen. Der durch die Rezession angestachelte Protektionismus wird langsam spürbar, ebenso die Schwierigkeit, neue Massenkonsumtionsgüter wie zuvor etwa die Farbfemsehgeräte zu finden. Janicht in der Weise stimulierend für einen Wirtschaftsaufschwung wirken wie die Produkte, die den Exportboom im schönsten Glanz erstrahlen ließen. Die japanische Wirtschaft hängt immer mehr von öffentlichen Ausgaben und einem beträchtlichen Haushaltsdefizit ab, wie aus dem folgenden Kommentar hervorgeht:
"Der Bericht der Bank von Japan richtet ein besonderes Augenmerk auf die in den vergangenen Monaten augen scheinlich gewordene Stagnation der Exporte, Er verweist auch auf die Stagnation der Industrieproduktion. ... der Privatkonsumtion und des Wohnungsbaus" (The Japan Economic Joumal, 28. Februar 1982).
Der Gemeinsame Markt wurde durch die laufende Rezession einem emsthaften Test unterzogen. Das Europa- İsche Monetäre System wurde zweidesrepublik.
die Stelle des "Duumvirats" zu setzen. Sollte dieser Versuch gelingen, so wilrde dies eine eindeutige Konsolidierung und einen stärkeren Zusammenschluß gegen die USA und Japan bedeuten. Die besondere Lage der USA drückt sich vor allem in der widersprüchlichen Wirtschafts- und Geldpolitik der Reagan-Regierung aus. Bei dem intemationalen Vorstoß des Kapitals zur Wiederherstellung einer hohen Profitrate durch Austerítätspolitik, d. h, durch einen Angriff auf die direkten und in direkten Löhne (Sozialausgaben), steht die Reagan -Regierung in der vordersten Linie. Das gleiche gilt aber auch den ersten "Ersatzmarkt" einer krisenhaften kapitalistischen Wirtschaft, die militärischen Ausgaben, auszuwelten. Die Austeritätspolitik wird wiederum verstärkt durch die Ausgabenverschiebung vom sozialen in den militärischen Bereich. Auf der anderen Selte gehen Steuererleichterungen für die Mittelund Großbourgeoisie Hand in Hand mit einem ungeheuren Auftrieb der Militärkosten. Das Ergebnis ist ein riesiges. noch nie dagewesenes Haushaltsdefizit - hundert Milliarden Dollar im laufenden Jahr und zwelfellos noch mehr in den nächsten beiden Jahren, Das ist der Grund fur die Erhöhung des Zinssatzes durch eine Verringerung des Geldangebots angesichts einer starken Kreditnachfrage seitens des privaten wie auch des öffentlichen Sektors. Aus dem gleichen Grund wird jede Chance für einen Aufschwung zumindest kurzfristig erstickt werden. EINE NEUE " KO-PROSPERITÄTSZONE" IN OSTASIEN ) nahme darstellt, Von der gegenwärtígen Rezession war es im dritten Quartal von 1980 und im zweiten Vierteljahr von 1981 betroffen. Und es schwebt in Gefahr, Im zweiten Quartal von 1982 emeut getroffen zu werden, bedingt Der japanische Imperialismus har seinen Eroberungsfeldzug im Zweiten Weltkrieg unter der Parole ge führt; eine "Ko-Prosperittezone " In Ostasien schaffen zu wollen. Dieser Slogan war nur eine zynische Bemäntelung der
Superausbeutung. der es die Völker der besetzten Länder unterwarf. Angedeutet werden sollte damit der japanische Kolonialismus - eine asiatische Macht sei nützlicher für die Völker Ostasiens als der Kolonialismus der alten europäischen impenalistischen Machte oder der USA.
In den vergangenen zwanzig Jahren scheint Japan mit friedlichen Mitteln, d. h. mittels finanzieller und kommerzieller Durchdringung, mehr von den Zielen verwirklicht zu haben, die es zuvor durch militärische Eroberungen zu erreichen suchte, was dann durch die militärische Niederlage von 1945 zunichte gemacht wurde, Japan ist zum führenden Exporteur praktisch für den gesamten pazifischen Bereich geworden, einschließlich Australiens. Seine Geschäftstätigkeit erstreckt sich von Mexico bis Chile und ist sogar bereits an der Westküste Kanadas und der Vereinigten Staaten spürbar geworden, Nach zwei Jahrzehnten einer derartigen imperialistischen Expansion scheint so etwas wie eine "Ko-Prosperitätszone" allmählich in Ostasien zu entstehen.
Während die Wachstumsraten für die kapitalistische Weltwirtschaft insgesamt rückläufig sind, nehmen sie bei einer Reihe ost- und sildostasiatischer Länder zu. 1980 - 82, zu einer Zeit, als praktisch alle industrialisierten und halbindustrialisierten Länder in einer Rezession steckten, war in den ostasiatischen Ländern und einem Tell von Südostasien eine rasche Expansion festzustellen, wie Tabelle 2 zelgt. Tabelle 2 wie Indonesien und Thailand oder der Philippinen sind ihre Daten zum Sruttoinlandsprodukt und zum Wirtschaftswachstum kaum vergleichbar mit denen industrialisierter oder halbindustrialísierter Länder.
Überdies hat sich das Wirtschaftswachstum auf den Philippinen scharf verlangsamt, Das Zahlungsbilanzde fizit hat sich zwischen 1979 und 1981 fast verdoppelt. Die Auslandsverschuldung stie6 auf 15,5 Milliarden Dollar in von 5, 5 Milliarden Dollar in 1981 und wird ohne Frage 1982 19 Milliarden erreichen, Im Bergbau und im Bankenwesen hat es eine Reihe spektakulärer Unternehmenszusammen - Review, brüche gegeben (Far Eastern Economic 1. Dezember 1981, 4. September 1981: The Economist, 12. Dezember 1981; Financial Times, 21. Januar 1982).
Im Falle Taiwans war in dieser Reihe von Industriezweigen eine ausgewachsene Rezession mit der Folge von Massenentlassungen zu beobachien (Far Eastern Economic Review, 26. Februar 1982). Indes bleibt es trotz all dieser Vorbehalte doch wahr, daß das Wirtschaftswachstum in Ostasien weit über dem sonstigen Durchschnitt liegt. Diese Tatsache ist so bemerkenswert, daß sich Autoren wie Jaques Attall veranlaßt sahen, diesen Vormarsch als einen der Schlüsselfaktoren einer weltweiten Restrukturierung des Kapitals zu deuten (1).
Das ruft eine alte Voraussage von Friedrich Engels von vor etwa einem Jahrhun- Das Gewicht der acht angeführten Länder ist innerhalb der kapitalistischen weltwirtschaft viel zu begrenzt als daß sie die Gesamtdynamik anderr könnten, 1981 machten fhre Importe zusammen 135 Milliarden Dollar aus oder 6,1 % aller Importe auf der Welt, weniger als die von Britannien und Kanada zusammengenommen. Die Summe ihrer Bruttoinlandsprodukte übersteigt kaum das von Italten allein, Und offensichtlich könnten weder Italien noch Britannien von sich aus eine Wende in der internationalen Kon junktur bewirken.
Was nun die Ursachen des ostasiatíschen Booms anbelangt, so ist daran gar nichts Geheimnisvolles. Folgen des wäre zu nennen: das Nichtvornandensein der Landfrage in Hons Kong und Singapore oder ihre tellweise Lösung in Taíwan und Südkorea: die Superausbeutung der industriellen Arbeitskraft, ermöglicht durch einen Überfluß an Arbeitskräften (Landflucht, chinesische Flüchtlinge) und eine despotische Kontrolle (das Fehlen freier Gewerkschaften, autoritäre polftische Regime, blutige Unterdrückung); und schließlich der Beltrag des ausländischen Kapitals, hauptsächlich in der Form von Bankenkrediten (eher als direkte Investitionen), was eine Industrialisierung in direkter Konkurrenz mit den imperialistischen Ländern, aus denen diese Geldmittel stammen, möglich gemacht hat (2). Damit verbunden ist die bedeuten de Rolle, die der Staat im Prozeß der Industrialisierung wie auch im Falle Mexikos, Argentiniens und Brasiliens spielt.
Die Agrarfrage ist jedoch nur sehr partiell gelöst. In der Folge bleibt der Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in % 1980 Hong Kong 9,0 Singapur 10.2 Südkorea - 5.7 Taiwan 6.7 Malaisia 7,6 In donesi en 9,6 Philippinen 5,4 Thailand 6,4 1981 1982 (offizielle Schätzungen)
8,0 7,0 9.7 10,0 7,1 7,0 7,5 7,3 6,9 7,2 6,5 6,5 6,5 6,5 6,9 6,9 Innerě Markt sehr beschränkt, und dat Wirtschaftswachstum fußt im wesentlichen auf den Exporten, Paradoxerweise wird daher nicht etwa das plötzliche Anziehen des Wirtschaftswachstums in Ostasien die kapitalistische Weltwirtschaft zu einer Restrukturierung zwingen und eine neue Phase anhaltenden raschen Wachstums ein leiten, Vielmehr wird umgekehrt die langfristige Wachstumsrate der kapitalistischen Weltwirtschaft das Schicksal des Booms in Ostasien ent- •scheiden.
Im Gegensatz zum Augenschein hat dieser Boom die Produktion und die Beschäftigungsrate In Westeurop: und den impertalistischen Länden Im allgemeinen bislang eher gestützt als negative Auswirkungen gezeigt. (Far Eastem Economic Review, 1, und 8, Januar, 19, und 26. Februar 1982) Wenn man näher hinschaut, ergibt sich ein anderes Bild, Sudkorea mußte 1980 eine schwere Rezession hinnehmen, und gerade Sudkorea ist natürlich das von allen acht angeführten 1.Andem das am weitesten Industriallsierte.
1981 traf die Textilindustrie und an dere verarbeitende Industrien in Hong Kong eine Rezession, es folgte ein Börsensturz (Far Eastem Economic Review, 29. Jull und 2, Oktober 1981). Aufgrund des unterentwickelten und noch immer wesentlich landwirtschaftlich geprägten Charakters von Ländem dert in Erinnerung, worin er einen Wandel im Schwerkraftzentrum der Weltwirtschaft weg vom Atlantik und hin zum Pazifik nach dem Eindringen des Kapitals in China im Auge batte. Wird die Expansion der kapitalistischen Wirtschaft in Ostasien wirklich zu einer treibenden Kraft für die gesamte kapítalistische Weltwirtschaft werden? Wie 1ßt sich ein solches Wachstum erklaren angesichts der allgemeinen Rezessonen von 1974 - 75 und 1980 - 82 und im Zusammenhang der "Langwellen-Tendenz zur Depression " der kapitalistischen Weltwirtschaft Im Verlauf der 70er und der 80er Jahre Allenfalls hat eine Verschie - ) un der Investitionen und der eschäftigten stattgefunden: wes von der Textilindustrie, der Schuhindustrie, der elektronischen Fertigung, der Uhren - und der Spielzeugproduktion hin zum Maschinenbau und der Fertigung elektronischer Anlagen und kompletter Produktionsanlagen.
(1) Attall, Jacquest Les trois mondes, Paris, Fayard 19R1 (3) Vgl, die Studien von Patrick Tinter, veröffentlicht in der "Critique đe 1° économie politique" (neue Serle, Nr. 14, Januar-Mirz 1991),
es ist nun jedoch ein Wendepunkt erreicht. Das macht der zwelte "Multifaser-Vertrag" anschaulich der die Absatzmöglichkeiten für die astatische Textilindustrie in Europa einschränkt (Far Eastem Economic Review, 1, Januar 1982; The Economist, 12. Dezember 1982). Die Chancen, besondere Nischen im Weltm arkt auszufüllen, werden im mer geringer. Es ist unwahrsche in lich, daß irgendeins der fraglichen L. an der einschließlich Südkoreas, dessen Position im Augenblick am günstigsten ist, in der Lage sein wird, den "japanischen Weg" bis zum Ende zu gehen (d.h, den Weg der Textil - und Fertigungsin dustrie, des Stahls und des Schiffbaus, van Autos, Maschinen und elektronischen Anlagen, der technologisch entwikkeltsten Sektoren).
Der Schiffbau und die Automobilindustrie sind in dieser Beziehung bezeichnend. Südkorea hat große Anstrengungen zur Schaffung einer mächtigen Schiffsbauin dustrie unternommen (seine gegenwartige Produktion steht in der kapitalistischen Welt an zweiter Stelle). Taiwan folgt auf den Fersen.
bauindustrie einen Geschäftsrückgan bie 1981 mußte jedoch die gesamte Schiffsim Vergleich mit 1980 hinnehmen. Summe aller Aufträge betrug nach dem Lloyds Register of Shipping 1981 im Weltmaßstab nicht einmal 17 Millionen Tonnen gegenüber 19 Millionen in 1980. Ende Dezember 1981 fanden sich in den Auttragsbüchern Aufträge über nicht mehr åls 35 Millianen Tonnen gegenuber 37,5 Millionen Tonnen Ende Juni 1981.
Die Möglichkeiten für neue Fortschritte der Schiffbauindustrien Südkoreas und Taiwans sind somit ziemlich begrenzt (vgl. Tabelle 3).
Tabelle 3 Schiffsbau in Tausend Tannen 1980 1981 Japan 12.650 Sadkorea 2,977 Spanien 2,247 Brasilien 1 799 1 ..662 Polen 1 1.428 USA 1,304 Britannien 858 1,140 BRD 863 938 Dänemark 829 896 Jugoslawien 954 870 DIE UNTERENTWICKELTEN LÄNDER IN DER KRISE Die zweite allgemeine Rezession der Lage bislang besser gewesen. Das Inkapitalistischen Weltwirtschaft traf die dustriewachstum hat sich 1980 und halbkolonialen und abhängigen halb- 1981 fortgesetzt, wenn auch im letzindustrialisierten Länder in erster Linie teren Jahr in langsamerem Tempo. durch den Rückgang der Rohstoffpreise Gleichwohl hat die beschleunigte In - Dieser Preisverfall war Mitte 1981 be- flation zusammen mit einem sehr hosonders ausgeprägt, wie der Fall des hen Wechselkurs des Peso sowohl ein Moody-Index (Vereinigte Staaten) von riesiges Zahlungsbilanz defizit herbei- 1.140 im Februar 1981 auf 992 Ende geführt (das von 1,6 Milliarden Dollar Februar 1982 und des Reuter-Index in 1979 auf 11 Milliarden Dollar in (Britannien) von 1.742 Ende Februar 1981 angestiegen ist) als auch eine 1981 auf 1.606 Ende Februar 1982 zeigt sprunghafte Vergrößerung der Auslands- (Neue Zürcher Zeitung, 5. März 1982). verschuldung der öffentlichen Hand um 16 Millíarden Dollar allein im Da der Ölpreis für nicht erdölexportie- Tahr 1981. Die Regierung sah sich gerende Länder aufgrund des Anstiegs des zwungen. darauf mit einer Abwertung Dollars weiter gestiegen ist, hat sich des Peso (was die Inflation anheizen das Zahlungsbilanzdefizit der meisten wird) und einer Verringerung der In halbkolonialen Länder weiter vergrös- vestitionen (was die Arbeitslosigkeit sert. Und dieser Trend ist nicht ausge- vergrößem wird) zu antworten da zlichen worden durch einen erhöhter Mexikos Einkünfte aus dem Ölgeschaf xport der von diesen Ländem produ - aufgrund der weltweiten Olschwemme zierten Güter (und daraus resultieren - und dem Verfall der Ölpreise rücklaude höhere Einnahmen). fig sind. Lateinamerika ist von der gegenwär- Indien wurde 1980 von der Rezession tigen Rezession weit härter getroffen getroffen. 1981 hat sich die Lage etworden als 1974 - 75. Tatsächlich ist was verbessert, insbesondere was die die Industrieproduktion in allen grös- Lebensmittelproduktion und die Enerseren Ländem mit Ausnahme von Me- giegewinnung (Kohle und Elektrizität) sie 1980 um 18 % im im ersten fiel an belangt. Doch haben die wirtschaftlichen Schwierigkeiten die Regierung jahr 1981 um weitere 5%. Trotz einer Indira Gandhi zu einer Kehrtwendung starken Exportzunahme erreichte die um 180 Grad hinsichtlich ihrer Strateoffizielle Arbeitslosenrate in der Re- gle für ein langfristiges Wachstum gezion Rio 9% und 8 % in der Regior zwungen, Indien hat bei der "Asian Sao Paolo. ganz zu schweigen von dem Development Bank" um einen sehr beträchtlich höher liegenden Ausmaß hohen Kredit (in der Größenordnuns an inoffizieller und verborgener Ar- von 2 Milliarden Dollar) nachgesucht. beitslosigkeit.
Für die nicht erdölexportieren den Noch schlimmer ist die Lage in Argen- schwarzafrikanischen Länder ist die einen 15 gigen Rückgang der Industrie- wo die Zahlen für 1981 wohl Entwicklung weiterhin katastrophal einen Das gilt nicht nur für die Länder der produktion zeigen werden. Die offi- Sahel-Zone. für Zaire, Tansania und zielle Arbeitslosenrate hat 13 % er- Sambia, sondem auch für die fritheren reicht, was wieder weit unter den wirk- portugiesischen Kolonien (wo zunehlichen Zahlen liegt, Nach dem Maga- mend portugiesische Berater und Invezin "Realidad Economica" ist der In - storen auftreten) sowie filr Ghana 1andsverbrauch seit 1975 um mehr als Die Wirtschaft Ghanas liegt in Ruinen. 20% gefallen. Die Rohstoffproduktion fließt auf den schwarzen Markt ab. Das Land kann In bezug auf Chile wird der Produk- wesentliche Importe nicht mehr betionsrückgang der verarbeitenden In zahlen. Bergbau und industrieprodukbis 4 % in 1981 geschätzt. tion stehen wegen Ersatzteilmangels die registrierte Arbeitslosigkeit in still, Auf dem schwarzen Markt ist Groß-Santiago auf 13,5 % (Neue ZUr- die nationale Währung, der Cedi, cher Zeitung. 12. Februar 1982). auf einen Umtauschkurs von 80 pro In Mexiko, das von einem außerge- Pfund Sterling gefallen, während der offizielle Kurs bei 5 Cedis liegt. wöhnlichen Ölboom profitierte, Ist die DER EINFLUSS
Frankreich 847 Schweden 844 764 Finnland 624 706 Rumänien 640 Belgien 602 520 Norwegen 561 487 Indien 483 Italien 640 454 (La Libre Belgique, 2. März 1982) Bei der Automobilindustrie liegen die Dinge noch klarer. In Südkorea besteht Produktionskapazität genug. um 280. 000 Privatfahrzeuge herzustellen. Die Regierung faßt den Bau einer gigantischen Fabrik ins Auge, die welere 300.000 Autos herstellen könnte. 1980 haben jedoch nur 58,000 Wagen das Fließband verlassen, und dies wurde 1981 kaum übertroffen. Überdies sind die Exportmöglichkeiten sehr beschränkt (Neue Zürcher Zeitung, 9. Februar 1982).
NACHKAPITALISTISCHEN LÄNDER
WELTKONJUNKTUR
In frilheren Studien haben wir in er- Mit der Ausnahme Polens, das jedenster Linie die Auswirkungen der Welt- falls nicht von einer Über- son dem konjunktur auf die Wirtschaft der Ar- von einer Unterproduktionskrise betrofbeiterstaaten untersucht (3). Es Ist nun fen war, hat sich das Wachstum der interessant, sich diese Frage aus dem Industrieproduktion in allen Arbeiterentgegengesetzten Blickwinkel anzu- während die inschauen - die Auswirkungen der wirt- dustrialisierten schaftlichen Entwicklung in der sierten kapitalistischen Länder einen UdSSR. in Osteuropa und in der Volke- Rückgang ihrer Produktion hinnehmen republik China auf die kapitalistische mußten. Weltwirtschaft.
Die Rezession von 1980 - 92 hat im allgemeinen den strukturellen Unterschied zwischen dem kapitalistischen und dem nachkapitalistischen Sektor (3) Vgl. die speziellen Ausgaben vor der Weltwirtschaft wie auch die sich Inprekorr zur Weltwirtschaftslage: daraus ergebende unterschiedliche Nr. 118 vom 31. Januar 1990 und Dynamik bestätigt. Nr. 132 vom 23. April 1991.
Gleichzeitig hat sich in den meisten Arbeiterstaaten eine langfristige Tendenz hin zu abnehmenden Wachstumsraten gezeigt, begleitet von einer schweren Krise der Landwirtschaft und der Lebensmittelversorgung der Bevölkerung. Diese Verlangsamung ist die Folge innerer Schwächen der Ökonomie dieser Länder, d.h, des Immer ineffektiveren Funktionierens der bilrokratischen Verwaltung, was sich durch die indirekten Auswirkungen der kapitalistischen Krise noch verschärft (4).
In den 70er Jahren hat der Ost-West- Handel die Rolle eines zusätzlichen Sicherheitsventils für die kapitalisti sche weltwirtschatt gespielt, indem die Ausweitung der Exporte in die Arbeiterstaaten die Stagnations- oder gar Rückgangsten den zen im export unter den kapitalistischen Ländem etwas dampfte. Wie die "Hilfe für die Dritte Welt" stellen die Bankkredite. mit denen der Ost-West-Handel finanziert wurde, eher eine Subventionierung der Exportin dustrien der imperia listischen Länder als eine Wirtschaftshilfe filr Moskau, Peking oder die "Volksdemokratien" dar, Wegen des Zusammenspiels zwischen der kapitalistischen Wirtschaftskrise ind der wachstumsverlangsamung aus spezitischen Gründen in den Arbeiterstaaten ist die Ausweitung des Ost- West-Handels jedoch an eine unüberwindbare Schranke gestoßen - die zulehmende Verschuldung der osteuro• päischen Länder, ihre großen Rückzahlungsschwierigkeiten und die über Die sehr unterschiedlichen Reaktionen in den impenalistischen Landem aut den Gewaltstreich General Jaruzelskis lassen sich im Licht dieser Zahlen leicht verstehen, insbesondere wenn man auch die Ausweitung der japanischen Exporte in die VR China in Betracht zieht, die 1982 insgesamt 10 Milliarden Dollar ausmachen sollen (5).
Die Risiken unkontrollierbarer Verschuldung wachsen indes. Mit Ausnahme der UdSSR haben alle in Frage kommenden Länder bereits den Gefahrenpunkt ilberschritten, ab dem der Schuldendienst mehr als 20 % der normalen Deviseneinnahmen an westlicher Forecasting Associates" die Gesamtverschuldung dieser Länder, die bereits von 7 Milliarden Dollar in 1975 auf 70 Milliarden in 1980 angewachsen ist, 1985 123 bis 140 Milliarden Dollar erreichen (Neue Zürcher Zeitung, 10. Februar 1982). Von daher wird sich die Expansion des Ost-Westhandels trotz des sibirischen Erdgasgeschäfts verlangsamen.
Im Bereich der Landwirtschaft ist die Verzahnung zwischen der kapitalistischen Weltwirtschaft (mit ihren beiden "Subsektoren" !) und der Wirtschaft der nachkapitalistischen Länder am ausgeprägtesten und am komplexesten in ihren Auswirkungen. Die osteuropäischen Länder, insbesondere die UdssR, leiden unter katastrophalen Formen der Unterproduktion, Während die UdsSR 1970 - 74 im Jahresdurchschnitt 190 Millionen Tonnen Getreide produzierte, werden im laufenden Jahr keine 165 Millionen erreicht werden; fast 60 Millionen weniger als geplant! Die Kopt zahl an Zuchtvieh (und daher auch die Fleischproduktion) stagniert praktisch seit 1977 bei 155 Milfionen, In erster Linie ist das eine Folge des Mangels an Viehfutter.
Andererseits herrscht in den USA eine Überproduktion mit der Gefahr eines Preiszusammenbruchs, falls die Exporte in osteuropäische Länder gestoppt würden, was noch nicht geschehen ist. Selbst bei Fortführung dieser Getreidelieferungen hat die Reagan-Regierung eine drastische Reduzierung der bepflanzten Felder beschlossen, um die 'Preise zu halten"
Für die ärmsten Länder der Dritten Welt zeichnen sich nun neue Hungersnöte ab, und gleichzeitig droht Washington, seine Lebensmittelhilfen gegenüber Regienem Diktat unterwerfen. Die "Getrei- rungen einzustellen, die sich nicht seidewaffe " wird zynisch (wie im Falle des Goldes) benutzt, um das politische Gewicht der halbkolonialen Länder auszugleichen.
Die sowjetische Bürokratie, getangen in ihrer Politik der sogenannten friedlichen Koexistenz und selbst von kapitalistischen Lebensmittellieterungen abhängig, hat den Imperialisten dies im wesentlichen durchgehen lassen und sich mit ein paar verbalen Protesten zufrieden gegeben.
INFLATION IST KEINESWEGS ÜBERWUNDEN ihnen schwebende Gefahr einer Zahlungsunfähigkeit, In der Folge verlangsamt sich die Ausweitung des Ost- West-Handels, Selbst eine Umkehr des allgemeinen Expansionstrends kann nicht ausgeschlossen werden, Im Falle der in den Weltmarkt am meisten "integrierten" nachkapitalistischen Wirtschaft, der von Jugoreren lahren spielt der Handel mit dem COMECON eine immer größere Rolle für die jugoslawische Wirtschaft. Zu Beginn der gegenwärtigen Rezession hat der Absatz im Osten jedoch Immer noch als Ersatzmarkt" für die Wirtschaft der imperialistischen Länder gewirkt, wie aus Tabelle 4 hervorgeht.
Tabelle 4 Exporte in die UdSSR in 1990 absolute prozentuale Zahlen in Verin derund Milliarden gegendbe Dollar 1979 USA 1,5 - 58 110% BRD 4 4 + 20,8 % Frankreich 2,5 + 22,9% Britannien 1,1 + 19,2 % Italien 1. 3 4.7 % Niederlan de 0, 51 + 67.3% Belgien 0.62 + 32,3 % (Financial Times. 31. Dezember 1981) Bereits seit der Zeit vor der Rezession von 1980 - 82 betreiben nahezu alle kapitalistischen Regierungen eine deflationistische Politik, Dies hat den Abschwung zwar nicht verursacht, doch sicherlich vertieft. Als Entschuldigung wurde angegeben, der Kampf gegen die Inflation habe Vorrang. Dies - "lieber Massen arbeitslosigkeit als Inflation" - ist eine Klassenentscheidung, trotz aller Versicherungen von Experten, eine erhöhte Inflation werde langfristig zu einer noch höheren Arbeitslosigkeit führen als zur Zeit. Doch die Ergebnisse liegen auf der Hand. Die Deflation hat die Rezession verschärft.
und sie hat dfe Infla tion keineswegs iberwunden.
Das Versagen der monetaristischen Politik springt vor allem Iberall dort ins Auge, wo sich die Regierungen mit al- Viel datierte Geldrahten das Immer schwieriger zu definieren, wenn nicht ganz und gar unfaßlich geworden ist) zu senken.
Die fanatischen Anhänger dieser Politik erklären unermüdlich, man müsse gine. Doch nichts geschieht. Frotz bis sie zu wirken beder Rezession, trotz des langsameren Wachstums des Geldangebots steigen •die Preise welter, Und wenn die Phanomene der (Iberproduktion auch fraglos die Inflation verlangsamen, s0 blefbt sie doch auf höherem Niveau als vor der Rezession von 1974 - 75 (vgl. Tabelle 5).
Die allgemeine Tendenz ist klar. Mit Ausnahme von Japan war die Inflation im zweiten Halbjahr 1981 (nach anderthalb Jahren Rezession) höher als im zweiten Halbjahr 1975.
('berdies droht sich die Inflation ziem lich deutlich im zweiten Halbiahr 1982 erneut zu beschleunigen. Eine solche Beschleunigung wird auf der einen Seite Jurch die Politik gemäßigter Stimulierung genährt, in die sich das Schmidt- Kabinett in der Bundesrepublik und das Mitterrand-Regime in Frankreich ergeben haben. Die Thatcher-Regierung und selbst die Reagan-Administration werden aus wahltaktischen (berlegungen möglicherweise bald in thre Fußstapfen treten, Auf der anderen Seite (4) Vgl, unsere Artikel zur Lage in prekorr Nr. 142 vom 4. Marz 1992 (5) Die Presse ("Neue Zürcher Zel tung" vom 11. September 1981 und "Le Monde" vom 21. Februar 1992) hat über den Verkauf von Mikrocomputem für sowjetische Kampf- Augzeuge durch amerikanische Ge schäftslente berichtet, ebenso tiber die Herstellung - aufgrund amerika nischer Technologie - von Miniaturkugellagem in der UdSSR, die wesentlich sind fur das Steuerungssystem der amerikanischen MIRV-Geschosse. Dies zeigt, wie Sonderin teressen auf Kosten des allgemeinen Klasseninteresses der amerikanischen Bougeoisie verfolgt werden können.
würde eine solche Beschleunigung der Welch trends? Niemand würde es tatsächlich Inflation auch durch das gewaltige ein Segen wäre es, zu einem wagen, einen solchen Weg zu beschrei- Haushaltsdefizit in den USA genährt, tischen Mechanismus" zurückzukehren, ten, wenn auch in der amerikanischen der eine Geldstabilität für und gegen Regierung ein Komitee zum Studium Es kommt daher nicht ilberraschend, jedermann sichern wilrde! Doch welcher eines solchen Plans gebildet wurde und daß unter diesen Bedingungen Experten Preis müßte daftir bezahlt werden in Reagan selbst 1hm angeblich zugestimmt und Politiker, die nach einem neuen Gestalt einer Zerrfittung des intematio- der Angebotswlrschaft", Laffer und unterstützt von den Verfechtern Wunderheilmittel gegen die Rezession nalen Handels oder gar einer Verschärsuchen, die Möglichkeit einer Rückkehr fung des wirtschaftlichen Depressions- Konsorten (6). Tabelle 5 Halbjährliche Erhöhungen der Konsumentenpreise (in Prozent der Vorperiode, Jahresraten, saisonal bereinigt) 1970 1974 1975 1980 1981 1981 (ganzes Jahr)
I I II I II II 1 USA 6,1 5,3 11, 2 12,4 8,3 7,6 15,1 10.4 10.6 10,3 Japan 9.3 4,4 32,2 17,6 11. 5 7,3 9. 5 6.8 4.R 3,0 4,9 BRN 5,4 2,2 8,6 4,9 7. 2 4.4 6,6 4,1 7,1 4. 8. 5.9 Britannien 7,7 6,9 19,0 16.5 28.7 23,2 19,4 12.4 12,0 9.9 12,0 Italien 5,5 4,5 19.9 25. 16,8 9.8 24,3 19,0 21 7 15,0 19.6 Kanada 3,4 1,7 10,3 12,6 9,6 11,5 9.9 11,8 13,0 - 11,5 Niederlande 3,8 5,2 10,6 10,2 10,7 9,3 7,2 6,6 6,6 7.2 6,9 Belgien 4,5 2,8 13,6 16.7 10. 5 7,1 6,8 7. 9,4 7.6 Schweden 9,2 6. 2 9. 9. 3 1 11,0 17,0 11. 3 14.6 9,0 Australien 4. 2 4. 5 13, 19.3 15, 2 11.0 10,6 8, 9 9,4 11,5 EG insgesamt 6,2 4,9 14,8 13,7 11, 9,1 14,3 10,6 11,0 10,6 (Quellen: Perspectives Economique de l'OCDE, Nr. 30, Dezember 1981, S. 156, für alle Zahlen mit Ausnahme des zweiten Halbjahres 1981, dieses nach: Economie Européenne, Nr. 2, Februar 1982; The Economist, 27. Februar 1982) DIE GEFAHR EINES ZUSAMMENBRUCHS DES Allein in den Jahren 1980 und 1981 KREDITSYSTEMS hat Chrysler 2, 2 Milliarden Dollar _Verluste gemacht! Als Freddie Lakers
Obwohl mit Ausnahme Frankreichs schuldung verdoppelt. Auf dieser Grund- Schwierigkeiten bekannt wurden, konn praktisch alle Regierungen der impe- lage wuchs das BIP um 90 %. Zwischen te man erfahren, daß sein Unterneh- men, ein "kleiner Fisch" im Luftverralistischen Staaten eine deflationisti- 1970 und 1980 hat sich die Privatver- kehr, eine halbe Milliarde Dollar sche Politik anwenden, dreht sich das schuldung verdreifacht. Das BIP wuchs Schulden hatte. Karussell der Verschuldung immer indes etwas weniger als im vorausgeschwindelerregender, Wie wir schon gangenen Jahrzehnt. Ein weiterer Fall macht Schlagzeilen: oft festgestellt haben, hat diese Schul- Ludwig, ler als einer der fünf reichdenlawine ihren Ursprung welt stärker Man muß erkennen, daß diese Schul- ten Männer der Welt gilt, begann ein in der Verschuldung der Unternehmen denlawine nicht nur von den kleinen und der Haushalte äls der öffentlichen und mittleren Unternehmen und den rigantisches Projekt zur Urbarmachuns Hand, Das geht anschaulich aus der Haushalten ausgelöst wurde, Genauso les Amazonasgebiets in Brasilien. Dann warf er das Handtuch und ließ Schulden olgenden Tabelle hervor die in der beteiligt ist eine Unmenge von Groß- von über 200 Millionen Dollar zurilek. Ausgabe von Dezember 1981 des von conzemen, einschließlich der Mehr- Paul Sweezy herausgegebenen Maga- zahl der so überaus imposanten "Mul- Aber es gibt noch eine ganze Reihe zins "Monthly Review veröffentlicht tis". Allgemein bekannt sind die Falwurde (Tabelle f). Ind Mastey Fereman, daren Uberle- und Massey - Ferguson, deren weiterer Riesenun ternehmen, die ge- waltige Schuldenlasten zusammenge- Diese Zahlen weisen einen Schneeball- ben zunehmend von Bankkrediten ab- tragen haben und kurz vor dem Bankeffekt auf, der für die Zukunft des ka- hängt, die mehr und mehr jegliche rott stehen (7). italistischen Systems beängstigende Vermö- Wenn von der Gefahr eines Banken- Consequenzen nach sich zieht. Zwischen 1960 und 1970 hat sich die private Ver- krachs gesprochen wird, der eine Kettenreaktion bis hin zum Zusammen bruch des intemationalen Kreditsystems auslöst, dann danken die meisten Tabelle 6 Mer Groeschul de in der braten kelt der Großschuldner in der Kumulative Verschuldung des Nicht-Finanz-Sektors in den TISA Welt " oder in den sogenannten sozialistischen Staaten. Tatsächlich ist (in Milliarden Dollar) Laire zur Zeit zahlungsunfähig. Wenn Polen nicht in der selben Situation ist 1950 1960 1970 1980 1980 so nicht nur wegen des Entgegenkomim Ver- mens des COMECON, sondem auch und gleich zu 1950 (6) Zu den Diskussionen aber eine Öffentliche Rückkehr zum Goldstandard vgl.
Hand 241.4 308,3 450.0 1.063,3 + 340% "Business Week" v. 7. Dezember 1991 und 8. Februar 1982 und die "Neue
Privater Zürcher Zeitung" v. 31. Januar 1982 Sektor 164. 9 416,1 975,3 2,941,9 + 1,624% (7) Der westdeutsche Thyssen - Kon zem hat einen Verlust von 150 Mil- Insgesamt 406,2 724,4 1.425,3 3,905,2 + 261% lionen Dollar erklärt. Der japanische Konzem Mitml sah seine Profite von (Ouelle: verschiedene, vom Federal Reserve Board veröffentlichte Bulletins 15 Milliarden Yen 1980 auf 1,5 "Flow of Fun ds Accounts") Milliarden Yen 1981 fallen.
vor allem, weil das amerikanische Finanzministerium eingeschritten ist und wurde versucht, eine Bankrotterklärung zu verhindem, was viele - vor allem westdeutsche und österreichische banken gezwungen natte, gewaltige Verluste abzuschreiben - mit un vorhersehbaren Folgen.
Doch muß man den Tatsachen ins Auge sehen. Die Gefahr eines Bankenkrachs fließt nicht nur aus diesen Quellen. Potentielle "schlechte Schuldner" gibt es auch in den westlichen Ländem. In diese Kategorie muß man alle diejenigen raten getroffen wurden.
Tatsächlich hat "Business Week" fur die Großuntemehmen in den USA in ihr er Gesamtheit errechnet, daß das Verhältnis zwischen Gewinn und Schul- 5, Sbn 1979 avr 52 in 1981 gefach no 5,5 in 1979 auf 4. ist. Es ist zur Zeit negativ für die Automobilindustrie und die Fluglinien. es ist nur gleich 2 für Baugesellschatten und Baumaterial herstellen de Firmen (Business Week, 1. März 1982). Insgesamt haben die amerikanischen Großuntemehmen in den vergangener 18 Monaten ihre Schulden um 73 Mil- Harden Dollar erhöht, Die Belastungen werden 1982 besonders schwer werden. Und sie müssen aus stark rückläufigen Profiten bezahlt werden.
Bekannt ist der Fall der auf Hypotheken spezialisierten Sparkassen. Gelangen zwischen dem Amboß des rückläufigen Wohnungsbaus und dem Hammer wachsender Zinsraten standen sie am Ran de des Bankrotts. Weniger bekannt ist der tatsächliche Zusammenbruch der "wilden" Privatbanken in der Türkei, was kleine Privatsparer hundert Millionen Dollar kostete (8).
Paradoxerweise nimmt in einer Zeit der Wirtschaftskrise die oft direkt durch die Banken ausgeübte Macht des Finanzkapitals übermäßig zu. Das liegt daran, daß viele Untemehmen mit Verlust ar- Benen die Bar an Kleben zugestell Zumindest kann man jedoch sagen, daß die Verantwortlichen für diese oft aufgrund ungeeigneter oder will kürlicher Kriterien getroffenen - Ent scheidungen in den letzten Jahren nicht gerade großen Scharfblick bewiesen haben!
Die Lelchtigkeit, mit der die Großbanken dubiosen Schuldhem Anlehen zugestehen, ist ganz und gar auf den Profftdruck zurtickzuführen. D.h, die Banken wollen die hohen Zinsraten ausnutzen und die überschüssigen Geldmittel verlethen, die sie aus der OPEC-Lin dem, den Rentenfonds, von den Zentralbanken und anderen In vestitionsinstftutionen erhalten. Die Verlangsamung der produktiven Investitionen führt aber zu einem Mangel an zahlungskräftiger Nachfrage nach Investitionskapital.
so tant also diese Kombination poten eller Zahlungsunfähigkeit große Auslandsschuldher, großer Imperialistischer Untemehmen und der schwäch- Das Rinnsal an Forderungen gegenüber sten Telle des Bankensystems selbst Polen vom vergangenen Jahr könnte ständig die Gefahr eines großen Banken- schnell zu einer reißenden Flut an krachs wie ein Damoklesschwert über wachsen. Seit Januar haben Westder kapitalistischen Weltwirtschaft deutschlands Hermes, Frankreichs hängen: Coface und die Osterreichische Kontrollbank (OKB) jeweils mehr als 75 "Die Exportkreditagenturen nähem Millionen Dollar an gegenliber Polen sich einem Bruchpunkt. Eine Epide - erhobenen Forderungen ausbezahlt mie von Forderungen von unbezahlten Exporteuren und Privatbanken aber- Lakers Zusammenbruch und die Mögsteigt schnell ihre flüssigen Reserven. lichkeit kommender noch schwerwie- Bis jetzt liegen die Durchschnittsfor- gen derer Zahlungseinstellungen aus derungen 1982 20 % höher als im Fi- Polen und von amerikanischen Flugnanzjahr 1981. linien, forstwirtschaftlichen Unter- Der Absturz von "Laker Airways" ver- nehmen, von Herstellem landwirtgangene Woche in Britannien wird schaftlicher Geräte und anderen ha- Amerikas Export-Import Bank zwingen ben die westlichen Regierungen aufmehr als 150 Millionen Dollar heraus- gerüttelt, etwas gegen die kränkelnzurücken, da sie für die Kredite für den Finanzen fhrer Exportbanken zu den Ankauf von funf McDannell Dou- untemehmen. ("The Pole in the glas DC-10 durch Laker geradestand taxpayer s pocket". The Economist, 13. Februar 1982).
DAS ANWACHSEN DER STRUKTURELLEN ARBEITS- LOSIGKEIT UND IHRE FOLGEN
Die zweite allgemeine Rezession der Niveau zurück, solange die Erholung kapitalistischen Weltwirtschaft hat nur gemäßigt ist. Das führt zu einer das Ausmaß der Arbeitslosigkeit und weiteren Erscheinung: Die Wechselihrer sozialen Folgen deutlich ver- beziehung zwischen Produktivinvegrößert, Um eine Vorstellung der stitionen und der Schaffung neuer Größenordnung des Problems zu ver- Arbeitsplätze ist durchbrochen, da masin, le kann man ungefähr sagen. ein großer Teil dieser Investitionen in Umstrukturierungsmannanmer in den Nießt, wodurch Arbeitsplätze eher ischen Ländern vemichtet denn geschaffen werden. Millionen Die Konsequenzen sind somit klar: Rezession Ein Sockel an permanent Arbeitslosen Millionen wächst von Rezession zu Rezession. der Rezession Und eine Umkehr dieses Trends ist 1974 - 75 un d nicht absehbar. wartigen angestiegen Dazu kommt noch ein weiteres Phá nomen, das die Chancen für die Arbeitsplatzsituation für den Rest dieses Die offiziellen Zahlen sehen wie folgt Jahrzehnts besonders hart erscheinen aus (Tabelle 7): läßt. In den vorausgegangenen Jahr- Tabelle 7 Zahl der Arbeitslosen Arbeitslosenrate (in %) (in Millionen) 1991 1992 (geschätzt)
USA 10,0 7.5 9.0 BRD 5.0 6.0 Italien ,25 9,0 Britannien 10.5 12 0 Japan 2. 25 2. ,25 Frankreich 7. , 5 R,5 Kanada 7. 5 , 25 andere EG-Länder 4, 9.75 10,5 Verschiedene Faktoren kommen bei zennten, die stark durch eine Tendenz er Erklärung dieses konstanten An- zur Halbautomatisierung der Industrie tiegs der Arbeitslosigkeit zusammen. Der erste und schwerwiegendste ist die allgemeine und langfristige Verlangsamung des Wirtschaftswachs- nannten tertiären oder Dienstleistungstums, Dardber hinaus fallt diese Verlangsamung mit einer ausgesproche nen Beschleunigung der technologischen Innovation, d.h. einer konstan- Länder (die Explosion von Arbeitsten Zunahme der durchschnittlichen platzen im tertiären Sektor spiegelte Arbeitsproduktivität zusammen, Im- n den halbkolonialen eher eine vermer weniger Arbeitsstunden sind er- steckte Arbeitslosigkelt wider). forderlich, um ein stagnierendes, zurückgehen des oder nur leicht an - Nun werden die Fortschritte der elekwachsendes Volumen an Gütem und tronischen Industrie hin zu den Mikro- Dienstleistungen bereitzustellen. In der Folge fillt die Zahl der Arbeitslosen, die in Rezessionsphasen stark ansteigt, in Aufschwungperioden nicht mehr auf das vorausgegangene (8) "Le Monde" v. 13, Tanuar 1992.
prozessoren bedeutende Verluste an Arbeitsplätzen in diesem "tertiären" Sektor mit sich bringen. Das gilt nicht nur für die Banken. die Versicherungsgesellschaften und die Buchhaltungsund Verkaufsabteilungen der Großun temehmen, sondem auch für die öffentlichen Verwaltungen und sogar für len Ausbildungsbereich und tur einige ereiche der Gesundheitsfürsorge weit davon enttemt, die Arbeitsplatzverluste in der materiellen Produktion auszugleichen, wird das Wachstum des tertiären Sektors daher umgekehrt zu einer Quelle von Arbeitslosigkeit werden. Diese Entwicklung scheint bereits begannen zu haben.
Schließlich verdient noch ein demagogis er by-Boome der acre Esein haben den Ausbildungsbereich auch auf Universitätsebene überschritten und machen sich nun auf dem "Arbeitsmarkt" bemerkbar. Die Zahl arbeitssuchender Jugendlicher wächst stark an und übertrifft in vielen ländem bereits die Zahl der jährlich in den Ruhestand Tretenden.
Um auch nur ein gegebenes Maß an Arbeitslosigkeit zu halten. müssten laher zusatzliche Arbeitsplatze geschat• en werden. In einer Phase der Depres. sion kann das nur eine Erhöhung der Arbeitslosigkeit bedeuten.
Das Anwachsen der strukturellen Arbeitslosigkeit über einen langen Zeitraum - tatsächlich seit 1970 in den imperialistischen Ländem - hat schließlich begannen, das berühmte "Netz de: sozialen Sicherheit" zu zerreißen, das nach Auffassung der neo-Keynest anischen Ökonomen und Politiker und ebenso der reformistischen Gewerkschafter das "Wohlergehen " im Westen ein für al- Staat Kraftproben in den Hauptbastio- Ionischen Stahlin dustrie in Belgien. der Stahlin dustrie im westdeutschen Ruhrgebiet und der lothringischen Stahlindustrie in Frankreich.
Die Kapitalisten setzen auf die langfristigen Auswirkungen der Arbeitslodie Furcht vor Arbeitslosigkelt, die Ratlosigkeit der Arbelter an gesichts fehlender Perspektiven und die stetigen Kapitulationen der in Klassen kollaboration verstrickten Gewerkschaftstührung.
zu fuhren und sie strukturell zu schwächen. D.h. sie wollen ihr wenigstens die zusätzliche Kraft nehmen, die ihr zwanzig Jahre Expansion und Vollbeschäftigung verliehen haben. Mit dieser Austeritätsoffensive sollen in erster Linie folgende Ziele verwirklicht werden: ein hohes Niveau an Arbeitslosigkeit aufrecht erhalten, um die Arbeiter zu zwingen, eine schärfere Disziplin und eine zusätzliche Ausbeutung (Intensivierung der Arbeit, höhere Arbeitsgeschwindigkeit, vielfaltige "Rationalisierungen" usw.) hinzunehmen: unmittelbare Kürzungen bel den Reallöhnen vornehmen (Tarifverein der griere en von Mechanismen der gleitenden Lohnskala): Kürzungen bei den Sozialausgaben, einschließlich der Arbeitslosen unterstützung: eine massive "Verschiebung" öffentlicher Ausgaben hin zu den Militärausgaben oder zu Subventionen filr die Untemehmer. Der Haushalt der Reagan-Regierung ist in dieser Hinsicht symptomatisch, Doch spielen sich in nahezu allen imperialistischen Ländem ähnliche, wenn gleich gemäßigtere Vorgänge ab. Die Arbeiterklasse leistet Widerstand und verteidigt sich: doch es 1aßt sich nicht leugnen, daß sie einige Niederlagen hinnehmen mußte, vor allem in den Vereinigten Staaten, in Japan, in Britannien und in Spanien. Der Einfluß der Arbeitslosigkeit erschwert zusammen mit dem völligen Fehlen einer auf die Krise antwortenden umfassenden antikapitalistischen Strategie seitens der Gewerkschattsführun gen einen Gegenangriff.
Der aber wäre wesentlich, wenn die Arbeiter verhindem wollen, daß die Offensive der Untemehmer in ihr Endstadium eintritt: den Versuch, Gewerkschaften zu zerschlagen (z. B. PATCO in den Vereinigten Staaten), die gewerkschaftlichen Rechte und sogar die demokratischen Rechts insgesamt stark einzuschränken. Die gegenwärtige Krise wird schwer sein und lang andauem. Um in kapicalistischer Weise (berwunden zu werden. müßte die Ausbeutungsrate beträchtlich wachsen. Eine Arbeiterklasse, die ihre organisatorische Stärke und ihre demokratischen Rechte im wesentlichen wahrt, würde es zwingen.
Schwere Klassenschlachten werden daher lange Zeit andauem, bis entverändem können. Die Kapitalisten müßten die organisierte Kraft der Arbeiterklasse brechen. Die Arbeiterklasse müßte thre Führungskrise 1ösen. WIR SIND NOCH WEIT ENTFERNT VON lemal sichem sollte.
NEUORDNUNG DER KAPITALISTISCHEN Während der Rezession von 1974 - 75 und in den folgenden Jahren wirtschafticher Erholung genossen die "schweren Bataillone" der arbeiterklasse in der imperialistischen Ländem einen guten Schutz hinsichtlich Arbeitslosigkeit. Kaufkraft und sozialer Sicherheit, Die Auswirkungen der Krise mit ihrer ganzen Wucht bekamen nur die schwächsten Schichten der Arbeiterklasse zu spüren, die ohne entschiedene Verteídigung durch die Arbeiterbewegung in ihrer Gesamtheit im Stich gelassen wurden - ausländische Arbeiter, Frauen, Jugendliche, Arbeiter und Arbeiterin nen in Kleinbetrieben und strukturell rückläufigen Sektoren.
Wiederen die Dedoet: de m die Depres sion fortsetzt und sich die strukturelle Arbefts losigkeit verschärft.
treffen die Auswirkun der Arbeiterklasse: en der Krise das Herz durchschnittlich oder uberdurchschnittlich qualifizierte, in Großbetrieben beschäftigte.
erwachsene, verheirate te Arbeiter mit Kindern
In den beiden vergangenen Jahren sind die Untemehmer und der bürgerliche Die langfristige wirtschaftliche Desunken ist, kommt in erster Linie in einem langfristigen Fall der Durchschnittsprofitrate zum Ausdruck. Es handelt sich offensichtlich nicht um einen linearen, sondem um einen un regelmißigen Fall. Der industrielle Zyklus setzt sich während der ganzen langen Welle der Depression fort, wie das auch in der langen Welle des Expansion der Fall war, Wir haben Zeiten wirtschaftlicher Erholung (1971- 72, 1976-78) nach Phasen der Rezession wie 1970, 1974-75 oder 1980- 82 durchschritten. Ein neuer, wennfles wmrscheinlufschwung ist ftr Aber unabhängig von diesem Auf und Ab bleibt die Wachstumsrate ein deutig niedriger als 1948 - 68 in Westeuropa und Japan und 1940 - 68 in den Vereinigten Staaten. Die fundamentale Ursache hinter diesem Rückgang ist die Tatsache, daß zusammen mit einer relativen Stagnation des Marktes (Verlangsamung der Ausweitung des Welthandels, stagnierende Nachfrage bel den "Endverbrauchem") die durchschnittliche Profitrate zu tief gefallen ist.
Um aus diesem Rückgang herauszukommen, d.h. einen weit längeren Wirtschaftsaufschwung als den gegen wärtigen kurztristigen, zögemden und sehr gemäßigten zu erreichen, um aus der sackgasse herauszutinden, in der der Weltkapitalismus seit mehr als 10 Jahren steckt, ist eine grundlegen de Restrukturierung notwendig. Dazu müßte das wesentlich verändert werden, was manche die "Akkumulationsbedin gungen meiner den gesellschaftlichen Rahmen nennen, in dem sich die kapitalistische d. h. heute im wesentlichen die Beziehungen zu den nichtkapitalistischen Sektoren der Weltwirtschaft) wie auch (9) Vgl. dazu: David Gordon: Stages of Accumulation and Long Economic Cycles, in: The Political Economy of the World System, Beverly Hills. 1980: Michel Aglietta: Regulatior et crises du Capitalisme. Paris 1976: Emest Mandel: Long Waves of Capitalist Development, Cambridge 19°0
innere Faktoren, denen in der augen blicklichen Lage eine gewisse Eigen tändigkeit zukommt. weil sie verhältnismäßig starte Produkte der früheren Entwicklung des Systems sind Das wirtschaftliche und das soziopolitische Kräfteverhältnis zwischen Kapital und Arbeit in den imperialistischen Mutterlăn dem stellt den wichtigsten Faktor im kapitalistischen Umfeld dar.
Die Bemühungen des Kapitals, eine estrukturierung vorzunehmen, die es ihm ermöglichen würde, aus der langen Depression zu entkommen, sind von Analytikem in die folgender drei Kategorien eingeordhet worden : 1. Eine neue intemationale Arbeitstellung mit einem Transfer verhältnismäßig arbeitsintensiver Industrien in die halbkolanialen und halbin dustrialisierten abhängigen Lander (10). Die Schartung freier Exportzonen " ist Teil dieser Restrukturierungsma Bnahme. Die wichtigste dieser "freien Zonen" stellt zweifellos Mexiko mit einer direkten Grenze zu den Vereinigten Staaten dar. Aber es gibt auch noch andere solcher Zonen, vor allem in Asien einschließlich der VR China, wo gemischte Un emehmen mit ausländischem Kapital zu erwähnen sind, Wir haben bereits die Hindemisse aufgezeigt, die sich als Folge der Stagnation des Weltmarktes einer Veiterführung dieses Transfer or allem in Lateinamerika un Ostasien in den Weg stellen. Die schwere Krise der Automobilin du strie in Brasilien und Argentinien, wo die Produktion stark rückläufig • stoß ist Merkmal jeder Krisen - oder Rezessionszeit. In neun von zehn Fallen beinhaltet Schwarzarbeit die völlige Ausschaltung von Zahlungen zur sozialen Sicherheit und ausgeprägt niedrigere Nominallöhne. Kurz, es handelt sich um eine der die wieder in den imboom zurückgegangen war.
In manchen Fallen, etwa bei der Pariser Bekleidungsindustrie, wo die prekäre Lage von Arbeitsimmigranten ohne Aufenthaltserlaubnis ausgenutzt wird, bringt die kapitalistische Konkurrenz die Arbeitsbedingungen und - 1ohne abhängiger halbindustrialisierter Lander in die im perialistischen Lander selbst zurück.
Ähnliches entwickelt sich in einigen Industriezweigen in den Vereinigten Staaten hinsichtlich mexikanischer und puertoricanischer Arbeiter.
Wiederum bleibt jedoch auch dies eine Randerscheinung in der Okonomie der imperialistischen Länder und der kapitalistischen Weltpro duktion insgesamt. Wahrscheinlich ist nicht mehr als 5% der Produktion in den imperialistischen Lãndem davon betroffen. So ist es auch in dieser Beziehung nicht möglich, von einer "Restrukturierung" im eigentlichen Sinne zu sprechen. Bankensystem und den Regierungsbehörden massiv subventioniert. Auch in dieser Beziehung ist keine wirkliche "Restrukturierung" in Sicht. Es bleibt noch ein wichtigerer Trend, der langfristig und entscheidend sein könnte: eine neue technologische Revolution auf der Grundlage von Mikroprozessoren, Industrie- und Heimrobotem, elektrischer Fahrzeuge und der Sonnenenergie. Dies würde, allgemein gesprochen, den Ubergang von der Halbautomation zu einer vollständigeren Automation bedeuten. Vom technologischen Standpunkt betrachtet, könnten diese Produkte allmählich durchaus im großen Maßstab hergestellt werden (11). Vom Standpunkt der Logik des Kapitalisten aus bleibt iedoch die entscheidende Frage. ob sie mit ausreichend hohem Profit filr einen ausreichend großen Markt produ ziert werden können Das ist der wunde Punkt, Es scheint wahrscheinlich, daß die augenblicklichen Hindernisse in Gestalt einer unzureichenden Durchschnittsprofitrate, einer Überkapazität und einer Stagnation des Marktes diese technologische Revolution, d.h. die massive Anwendung dieser Erfindungen auf lange Zeit aufschfeben könnten. Die meisten ernsthafteren Kommen tatoren erwähnen dies bezüglich das Ende des zwanzigsten oder den Bedünn des einundzwanz esten Jahrhun- In der Zwischenzeit iedoch wird die anhaltende Arbeitslosigkeit und Depression und die Verschartung des 3. Eine massive Kapitalentwertung ist, und die Startschwierigkeiten der Automobilproduktion in Südkorea, wo 1981 die laufende Produktion weit unter der Kapazität lag. sind symptomatisch für solche Hindemisse. In dieser Bezlehung kann man kaum von einer wirklichen Restrukturierung sprechen. 2. Das Auftauchen eines Sektors von "Schwarzarbeit" und "paralleler Wirtschaft", ", ebenso eine Ausweltung der Tellzeitarbeit in den wesentlichen kapitalistischen Lindem. In den halbkolonialen Landem ist dies natürlich eine wohlbekannte und seit langem aufmerksam verfolgte Erscheinung.
Manche streichen vor allem die Entwicklung heraus.
Versuch des Kapitals, den Faktor Arbeit zu dezentralisieren, während es sich selbst zentralisiert. Andere ordnen - unserer Meinung nach korrekter - diese Entwicklung hauptsächlich der spontanen Reaktion der Arbeitslosen auf die anhaltende Arbeitslosigkeit zu wie auch dem Kampf der Kleinkapitalisten, dem Ruin in einer Kriserizeit zu entgehen. Welcher Gesichtspunkt auch immer herausgestrichen werden mag - diese Erscheinung ist nur ein besonderes Symptom einer allgemeineren Entwicklung: dem Bemühen des Kapl tals, die "Arbeltskosten " durch Sen. kung der direkten und der Indirekten Lohne zu drücken. Ein solcher Vordurch eine Kreditverknappung und ein Ersticken der Inflation. Objektiv soll sich diese massive Abwertung und die sich daraus angeblich calchand lagen ahren negapier Real verzinsung" (d. h. von Zinsraten unterhalb der Inflationsrate) durch das Erscheinen einer "positi - " in einer Grüsder Tat die anhaltend hohen Zinsraten in den USA erklären würde, da dort die Inflationsrate über 10% bleibt, Zumindest bis jetzt ist dieses Argument aber noch wenig überzeugend. Trotz aller von den Monetaristen verkündeten Absichten und der Anstrengungen von Thatcher und Reagan ist eine solche Abwertung bel weltem noch nicht errelcht. Ein massiver Fall der Warenpreise (fur Endprodukte) hat nicht stattgefun den, und der Rückgang der Rohmaterialpreise bleibt bescheiden. Die Preíse der "Fluchtwerte" (Gold, Diamanten, Kunstobjekte usw.) liegen etwas höher, bleiben aber nichtsdestoweniger verbunden mit den Schwankungen der Inflationsrate in den Vereinigten Staaten.
Von Pleiten sind in erster Linie die kleinen und mittleren Untemehmen betroffen. Die "Welßen Elephanten". d. h, die mit Verlust arbeitenden Großkonzeme werden weiterhin vom Austeritäts - und Aufrüstungskurses der Bourgeoisie die mit der wirtschaftlichen Depression Hand in Hand gehenden großen sozialen Schlachten in den Brennpunkt ricken, Schlachten zwischen der Arbeiterklasse und der Bourgeoisie und zwischen den antlimpertalistischen Kräften und dem Imperialismus.
Vom Ausgang dieser Kampfe hängt nicht nur die (kapitalistische oder sozialistische) "Lösung" der Krise son dem das Schicksal der Mensch- (10) Frobel, Heinrichs, Kreye: Die intemationale Arbeitsteilung. Rowohlt, 1977. Man könnte auch das Beispiel der Kunstfasem anführen Der Anteil Westeuropas an der Weltproduktion fiel zwischen 1973 und 1981 von 29,5 auf 20,7 %, der der Welt" von 25 auf 40,6 % anstieg. (11) Zu den neuen Technologien und ihrer Verbreitung vgl. W. Wolf und P. Bartelsheimer in: Die Intemationale Nr. 14)15. Frankfurt, März 1979.
Polen: