Obwohl die Leitung des "Allgemeinen Arbeiterverbandes von Belgien" (FGTB). der sozialdemokratisch geführten Gewerkschaft. im richtigen Sinne Stellung nahm unternahm sie nichts, um nach dem Gewaltstreich vom 13. Dezember konkret eine breite Solidaritätsbewe. gung mit den polnischen Arbeftern zi organisieren. )as war nur die Fortsetzung einer Politik, wie sie seit dem August 1980 gerührt wurde: die solldarität systematisch zu bremsen und zu ersticken.
Am 15. Dezember 1981 kam das Landesbüro des FGT B zusammen und verabschiedete folgende Stellungnahme: "Das Büro ist tief bewegt über den militärischen Staatsstreich der polnischen und den Angriff auf die Freiheiten, die jegliches Todes- oder Gefängnisurtell aus und fordert die Freilassung der Gewerkschaftsführer und die Einhaltung der abgeschlossenen Verträge" ("Syndicats" Wochenzeitschrift des FGTB vom 19. Dezember 1981).
ewegung einer Arbeiterklasse in der ganzen Welt eine tiefe Abneigung spurt, Die Generalstreiksdrohung. welche die polnische Arbeiterklasse während dieser ganzen sechzehn Monate erhob, schreckt den sozialdemokratischen Gewerkschaftsapparat in einem Lande wie Belgien, wo sie eine traditionelle Waffe der Werktätigen bildet, eher ab. Als der Generalsekretär des FGTB, Georges Debunne, vom Landeskongreß der Solidam osc zurückkam (was ihm ermöglichte, sich billig auf die polnische freie Gewerkschaft zu berufen), hatte er nichts Eiligeres zu tun, als die polirische Bedeutung in einem Interview im belgischen Femsehen herunterzu- DER FGTB "VERURTEILT", JARUZELSKI... In dieser stellungnahme ist alles enthalten, was die Klassensolidarität anregen und organisie der Freiheiten vor die Repression, für die Freiheiten allem die gewerkschaftlichen Rechte) und eindeutige Unterstützung für Solidar osc.
Was an dieser Stellungnahme auch zu schätzen ist: was sie nicht enthält keine Ablenkung über die Ost-West- Beziehungen, keine Erwähnung eines wieder aufzunehmenden "Dialogs" zwischen Solidarnosc und der Bürokra tie, was unter den derzeitigen Umständen ja nichts anderes bedeuten würde. als eine ausgehandelte Unterwerfung der unabhängigen Gewerkschaft. Im Gegenteil - in der FGTB - Stellungnahme wird "die Einhaltung der abgeschlossenen Verträge" gefordert. Hier haben wir also eine Plattform, die die Grundlage für eine Einheitsfront (vor allem auf gewerkschaftlicher Ebele) zwischen allen Arbeiterorganísationen abgeben kann, ('brigens wurden schon vom 14. Dezember an zwischen dem FGT B und dem CSC (Verband der christlichen Gewerkschaften, die in Belgien die Merhehti haben und vor allem in Flandern sehr stark sind Verhandlungen für eine gemeinsame Aktion aufgenommen.
Der FGTB steht unter Druck aus drei Richtungen, Zum einen und zuvörderst ging die Linke in der Arbeiterbewegung auf den Aufruf des "1. Mal - Komítees" hin (in dem die LRT. die Revolutionăre Arbeiterliga, belgische Sektion der Vierten Internationale. eine bedeuten de Rolle spielt) auf die Straße und organisierte erfolgreiche Demonstrationen. Dann drängte die CSC, die aufgrund fhrer Verbindungen zu Solidarlosc der polnischen Frage große Aufmerksamkeit widmet. Ond schließlich ist Brüssel der Sitz der Weltgewerk schaftsverbände IBFG und dem Weltbund der Arbeit, was nicht ohne Einfluß auf die Landesführungen von CSC und FGTB ist.
spielen: es handle sich "auf gar kelnen Fall um eine Revolution". Am Abend des 13. Dezember, als im FGTB heiße Diskussionen darüber lieten, welcher schlag von seiten der Arbeiter gegen die fünfte Regierung Martens zu führen sei, deutete Georges Debunne vorsichtig an, daß Solfdamose vielleicht zu weit geganger Der zweite Grund für die Haltung liegt darin, daß man (wirklich oder angeblich) fürchtete, in einen antikommunistischen Kreuzzug hineingezogen zu werden. Völlig grundlos, denn die belgische Bourgeoisie zeigte sich völlig außerstande. die Ereignisse in Polen auszunutzen (im Gegensatz zu 1968 beim sowjetischen Einmarsch in ler Tschechoslowakei : Benn die soziagen von Ungam 1956).
le Polarisierung hat in Belgien jetzt eine Schärte erreicht aufgrund der Wirtschaftskrise und der forcierten Sparpolitik, daß es kein bürgerlicher oder kleinbürgerlicher Sektor - auch nicht die extreme Rechte - wagt, eine demagogische Kampagne zur Unterstützung von Solidamose aufzunehmen. • ABER WAS ER PRAKTISCH MACHT, IST LÄCHERLICH Die gemeinsame Initiative der beiden Gewerkschaften entsprachen jedoch weder den objektiven Notwendigkeiten noch den konkreten Möglichkeiten. Sie beschlossen nämlich zwei Sachen: zum einen einen symbolischen landesweiten Streik von ... 5 Minuten am Dienstag den 17. Dezember 1981, von 11 Uhr 55 bis 12 Uhr. Prinzipiell ist eine derartige Aktion nicht zu verwerfen, wenn es sich um den ersten Schritt eines konsistenten und voll getragenen Aktionsplanes handelt. Aber es gab nichts dergleichen. Die zweite Maßnahme von FGTB und CSC bestand darin, regionale Demonstrationen in den fünf wichtigsten Städten des Landes am Freitag 18. Dezember um ••. 16 Uhr zu organisieren. Mit dieser WARUM BREMST DER FGTB DIE
Der Hauptgrund für die "Linie" der Gewerkschaftsbürokratie vom FGTB Initiative wollte man Terrain besetzen und den Vorschlag des "1. Mai - Komitees" blockieren: eine nationale Demonstration am Wochenende des 19./20. Dezember, zu der Zehntausende nach Brüssel hätten kommen können.
Es gab also keine nationale Demon stration. Und die regiona len Demonstrationen konnten unter diesen Umständen nur einige Hundert Leute zusammenbringen mit Ausnahme von Brüssel. Denn um 16 Uhr sind noch alle bei der Arbeit, es sei denn. man verfügt als Gewerkschaftsdelegation über Freistunden, oder eir Streik wäre angekündigt, was aber die Gewerkschaft tunlichst vermied. BEWEGUNG > seit dem August 1980 ist natürlich, daß er gegen jegliche revolutionăre Der dritte Grund schließlich liegt darin. daß der FGTB von einer Mischune von altem Antiklerikalismus (Gewicht der Freimaurerei in der Sozialdemokratie) und Anti-CSC-Sektierertum befallen ist - die christliche Gewerkschaft ist ja in Belgien stark und die Kirche uberall spürbar, inbeson dere im Norden des Landes.
Di - se mmunis os und erise sen le-- Diese " rerische Einstellung gegen den CSC sind bei den Basisdelegierten ziemlich verwurzelt, vor allem bei der Gewerkschaftslinken. Die Revolutionäre müsscha the soldati mi date.
nosc zeigt, wahrend die humanitäre Hille schon von einer großen Anzahl von Organisationen in die Hand genommen wird.
USA der trotzkistehen organistian li "The Militant", die Wochenzeitung den Vereinigten Staaten, antwortete auf den Gewaltstreich in , Polen mit einer Balkenüberschrift auf der Titelseite: "Verteidigung der polnischen Werktätigen!". Im Text wird die Verbindung zwischen der Verteidizung der er de oker Mittelamerikane de gegen den amerikanischen Imperalismus kämfen, herausgestellt und deutlich gemacht, wie wichtig der Kampf der polnischen Arbeiter für alle ist die den US-Imperfalismus bekämplen. vor allem in Lateinamerika, "Die stalinistischen Bürokraten sagen, es sei notig. Solidaritat zu zerstören, Impertalismus zu verteidigen. ener genau das Gegenteil ist der Fall. Dei Angriff auf die Rechte der polnischer Arbeiter schwächt die Sicherheit der Sowjetunion und aller anderen Arbeiterstaaten gegenüber den ständigen imperialistischen Drohungen. Es ist kein Zufall, wenn der demokratischste Arbeiterstaat der Welt, das revolutionäre Kuba, auch das Land ist, wo die Arbeiter und die Bauern den tiefgreifendsten und entschlossensten Intemationalismus entwickelt haben. Dieser Intemationalismus macht Kuba zum unerschütterlichen Verteidiger der SowjetunIon gegen den Imperialismus.
In den darauffolgenden Ausgaben erin den Veringin Staaten vie seit klärte "The Militant" Gewerkschaften und den Sozialisten des "dritten Lagers" organisiert werden, keine Hille für die polnischen Werktätigen darstellen, weil diese Gewerkschattsproteste der antikom munistischen Kampagne von Ronald Reagan dienen sollten. Auch die anderen Demonstrationen selen • von Anarchisten und Rechtsextremisten überlauten. Sie würden also in ihrer Tendenz eher die Beschuldigungen. welche die Stalinisten gegen Solidarnosc erheben, bekräftigen, als sonst etwas bewirken.
"Die dringlichste Aufgabe für diejenigen, welche in diesem Lande die polnischen Arbeiter und Bauem unterstützen wollen", schreibt "The MIlitant" • ist, sich der imperialistischer Scheinheiligkeit, den Imperialistischen Lügen zu widersetzen und die Wahrheit darüber zu verbreiten, warum die polnischen Arbeiter sich wirklich schiagen. - So widmeten "The Militant" und "Intercontinental Rress" zahlreiche Artikel dem Thema, um den Kampf der polnischen Arbeiter und ihrer Gewerkschaft Solidamosc zu erklären. Die Mitglieder der sWP machten an den Mobilisierungen zu Polen mit und verkauften ihre Zeitung an diejenigen, die wirklich solidarische Gefühle mit Solidamosc hegen. Die SWP-Genossen konnten feststellen, dass ihre Zeitung gut autgenommen wurde.
Die SWP organisierte auch zahlreiche Diskussionsveranstaltungen über Polen in vielen ihrer Ortsgruppen. Solche Veranstaltungen gab es in Louisville. in Virginia, in einer Stadt des Bergbaureviers von Mesabl, in Brooklyn, Cleveland, Toledo, Boston sowie auf Spanisch in San Jose (Califomla) und in Manhattan.
In Boston nahmen an dem Forum auch Redner an derer politischen Tendenzen tell sowie ein Pole. In Toledo sprach neben einem Vertreter der SWP auch ein Vertreter der amerikanischen Gewerkschaft der Gemein de -Angestellten.
Polen wa auch das Hauptthema auf regionalen Konferenz der "Young Socialist Alliance" • der Jugendorganisation der SWP, für die nordwestliche Pazifikküste in Seattle (Staat Washington 1.
Polen spielte eine grosse Rolle bei der täglichen Propaganda - Arbeit der SWP, auch bei ihren Wahlkampagnen und bei den öffentlichen Auftritten ihrer Vertreter in den Massenmedien. Mexiko
Zum ersten Mal in der Geschichte der lateinamerikanischen Arbeiterbewegung gab es Mobilisierungen breiter Sektoren ihrer Avantgarde, die durc die Betelligung an Protestkundgebungen gegen den Gewaltakt des General JaruzeIski am 13. Dezember 1981 ir Polen ihre Gegnerschaft zum Stalinismus zum Ausdruck brachten.
In Mexiko rief die Revolutionăre Arbeiterpartel (PRT), die mexikanische Sektion der IV. Intemationale, für Donnerstag, den 17.12., zu einer Demonstration auf, zu der mehr als 3.000 Menschen kamen, in der Mehrzahl Mitglieder und Sympathisanten der PRT, aber auch eine Gruppe von Führer der Vereinigten Sozialistíschen Partei Mexikos (PSUM), die vor kurzem durch die Fusion der Mexikanischen Kommunistischen Partel (PCM) mit mehreren nationalistischen und prosta linistischen Gruppen entstanden ist. Die PRT veröffentlíchte in der Tageszeitung "uno mas uno" eine Stellungnahme, die eine halbe seite einnahm, sowie eine Sonderbellage ihrer Wochenzeitung "Bandera Socialista": in Kürze wird sie eine Femsehsen dung gestalten, die sich mit der Lage in Polen befasst.
Im Rahmen dieser Ause in an dersetzun gen ist der Angriff der Zeitschrift "Por Esto", die als eng mit der cubanischen Führung verbunden gilt, auf *bestimmte PSUM-Führer"festzuhalten. "Por Esto" scheute sich nicht, zu behaupten: "An der Spitze von Solidarität befanden sich bekannte Rechtsextremisten, deren Familien eng mit den Nazitruppen kollaboriert haben, die Polen während des Zweiten Weltkriegs besetzt hatten, " und: "In den Augen dieser linken Witzfiguren" (gemeint ist ein Teil der PSUM-Fahrung) "verdienen die Nazi-Adepten mehr Kredit als ein General Jaruzelski, der mit den Waffen in der Hand gegen die Nazi-Horden gekämpft hat. In den ersten Tagen nach dem Gewaltstreich von General Jaruzelski folgten etliche Erklärungen und Dementis aufeinander, was zeigt, in welche Schwierigkeiten die Vereinigte Sozialistische Partei Mexikos" (PSUM=Partído Socialista Unificado de Mejico), die kürzlich durch Fusion der Kommunistischen Partei Mexikos mit mehreren bürgerlichen Formationen entstanden war (vergl. Inprekorr 1/82 und 2/82), geraten ist: Polen stellte die neue Organisation schwer auf die Probe.
Am Sonntag 13. Dezember, als Solldamosc-Führer schon im Gefängnis sassen, gelang es der PSUM-Führung nicht, eine Resolution abzustimmen. Als persönliche Mefnung erklärte der Abgeordnete und PSUM-Führer G11berto Rincon Gallardo, "ohne Ein- die Polen müssten ihre Probleme mischung von aussen " lösen. Am Montag 14. Dezember, als die polnischen Generäle sämtiche Errungenschalten der Arbeiter wieder aufhoben, zeigte sich die PSUM - Führung immer noch nicht in der Lage offlziell Position zu ergreifen. Offiziös less die PSUM verlauten, die Polen "müssen ihre Zukunft bestimmen". eite der von dieder alagdo. Die PSUM war drauf und dran, sich mit einer schüchtemen Erklärung gegen eine eventuelle direkte sowjetische Intervention aus der Affäre ziohen zu wollen. Der Abgeordnete Va- Len tin Campa von der PSUM-Führung pend der Archer o. und asch die "falsche Linie der PVAP" , verurteilten aber den Staatsstreich nicht, sondem stimmten in das bekannte Lied von den "ausländischen Einmischungen" ein.
Am Mittwoch 16. Dezember hatte die PSUM immer noch nicht offiziell Stellung genommen: aber der Abgeordnete Alejandro Gascon Mercado, Koordinator der PSUM-Leitung, erklärte der Tageszeitung "Uno mas uno" : "Für jeden ist es logisch, dass ein so zialistischer Staat sich seiner historischen Feinde mithilfe der konstitutionellen Normen erwehren kann, um das Land zu verteidigen (...) Keine Reglerung kann dulden, dass dauemo Provokationen untemommen werden und Aktionen, die ihre Strukturen zu untergraben ten dieren. " Eine klare Absegnung des Gewaltstreichs in Polen also, mit der Alejandro Gascon Mercado seinen eigenen Traditionen treu blieb - hatte er doch schon zu el- (PPP=Partido
Popular Socialista) gewesen war, im Jahre 1968, die Repression der Regierung gegen die Studentenbewegung
und das Massaker vom Tlatelolco- die polnischen Arbeiter in den Kämp- Platz befürwortet. fen der letzten achtzehn Monate er- Schliesslich gab am 17. Dezember ringen konnten, so bezeichnet wird, Amaldo Marinez Verdugo. der Kandi- Die PSUM hatte sich gerühmt, eine dat der PSUM bei den kommenden starke, kräftige Partel zu sein, die Präsidentschaftswahlen und einer ihrer wichtigsten Führer bekannt, dass die Partef führung zusammenkommen wer- sich, de, um eine stellungnahme auszuar- wenn es darauf ankommt, in Wider- Als personliche Meinung lies: sprüchen und Streitereien verstrickt er durchblicken, dass die polnische und letztlich doch dem Stalinismus Krise nicht mit repressiven Mitteln zu verhaftet bleibt. lösen sei und dass man "eine grössere ntervention der Arbeiter bei der Leitung des Landes zulassen müsse": er hütete sich allerdings davor, für kon- kretere Solidarität mit den polnischen Kolumbien Arbeitem einzutreten.
Es betelligten sich etwa 5,000 Menschen, die Mehrzahl hinter den Transparenten der Organisation der revolutionären Linken, Ausser der PRI UNIR und die zentristische nahmen die maoistische Organisatio стокгаtische Volksunion (UDP) tell. Die Ereignisse in Polen haben zu einer breiten Debatte innerhalb der peruanischen Linken geführt. Jeden Tas stehen Artikel, in denen die verschiebracht werden, Im "Diarlo Marka"8°" denen Auffassungen zum Ausdruck einer in Kreisen der Linken und bei Teilen des Volkes vielgelesenen Tageszeitung.