Flugblatt von Solidarnosć „Die Kollaboration verweigern"
.,Wir stehen heute vor der Wahl zwischen Opposition Überlasse das den Militärs und den Kollaborateuren, und Kapitulation. Für jene, die ersteren Weg gehen wol- denn die Idiotie der Bestimmungen ist Dein sicherster len, geben wir folgenden Rat: Verbündeter. Gleichzeitig vergiß nicht, jederzeit Deinem Arbeitskameraden oder Deinem Nachbarn zu helfen, oh- 1. Im Falle eines Streiks bleibe bei den Arbeitern. Bilde ne Dich um die Bestimmungen zu kümmern. kein Streikkomitee. Es darf keine Führungspersönlich- 8. Wenn ein Schwein Dir befiehlt, die Bestimmungen zu keiten geben. mißachten, so verlange einen schriftlichen Befehl. Sei 2. In allen Deinen Beziehungen zu den Behörden mußt weinerlich. Zieh die Sache in die Länge, und früher oder Du naiv sein. Du weißt von nichts. Du bist nicht auf dem später wird der Militärkommissar Ruhe haben wollen. laufenden. Das aber ist der Anfang vom Ende der Diktatur.
3. Solidaritat muß an jedem Arbeitsplatz präsent blei- 9. Nimm so oft wie möglich Krankenurlaub oder nimm ben. Laß Dich also nicht durch unüberlegte Mutaktionen Dir frei, um Dich um Deine Kinder zu kümmem. dumm eliminieren. 10. Boykottiere in Deinen Privatbezichungen offen die 4. Nimm an Deinem Nächsten keine Rache. Dein Feind Kollaborateure und die Schweine. ist der Milizionär, der übereifrige Angestellte, der Kolla- 11. Hilf den Familien der Festgenommenen, der Ver. wundeten, aller Opfer.
5. Arbeite langsam. Kritisiere Unordnung und mangeln- 12. Gründe in Deinem Betrieb eine Kasse für sozialen de Effizienz der Chefs. Überlasse alle Entscheidungen den Militärkommissaren und den 13. Nimm aktiven Anteil an der Mund-zu-Mund-Propa- Überschwemme sie mit Fragen. Teile ihnen Deine Zwei- ganda. Gib alle Informationen über die Lage und Aktio. fel mit. Denke nicht an ihrer Stelle: spiel den Dummen. nen des Widerstands weiter. 6. Komme den Entscheidungen der Militärkommissare 14. Male Slogans an die Wande. Klebe Plakate, verteile und der Kollaborateure nicht durch eine unterwürfige Flugblatter und unabhängige Schriften, aber verliere nie Haltung zuvor. Sie sind da, um die schmutzige Arbeit zu aus dem Auge, daß die notwendigen Vorsichtsmaßnaherledigen. Damit schaffst Du um die Schweine einen men ergriffen werden müssen. Leerraum, und wenn Du sie derartig mit Fragen über Ne- 15. Behalte bei Deiner Tatigkeit stets zwei Prinzipien im benprobleme überschwemmst, führst Du einen Zerfall Kopf: Ich muß nicht mehr wissen als notwendig. Und: der Militär- und Polizeimaschine herbei. Das wichtigste ist heute der Kampf für nationale Befrei- 7. Befolge auch die idiotischsten Anweisungen auf den ung. Aufhebung des Kriegszustands und Respektierung Buchstaben genau. Versuche nicht, Probleme zu lösen. der persönlichen und gewerkschaftlichen Freiheiten."
gangs, der dran war, gar nicht eingezogen: man befürchtete, daß Gewerkschafter und Studenten, die ein Jahr des Kamptes der Gewerkschatt Solidaritat mitgemacht hatten, die Vorbereitungen zum Staatsstreich hindem könnten.
Zur selben Zeit aber wurde der Wehrdienst für die, die ihre Zeit ab- Rel werden Ende ektober peratio- operationelle Gruppen " ausgeschickt, das Land mit einem Netz zu überziehen, Informationen zu sammeln, der Bevölkerung aut den Zahn zu tuhler und bei der Erstellung von Lister Verdächtiger behilflich zu sein. Wenige Wochen später drangen diesselben "operationellen Gruppen" in die Fabriken ein, offiziell, um ihnen zu "helfen" , damit sie besser funktionieren.
General Jaruzeiski verfügte als Premierminister, Erster Sekretär der . PVAP und als Armeechef uber alle Vollmachten. Er setzte diese ein, ELF TOTE BEI DER ZECHE "WUJEK" Nach einem kürzlich in den Westen gelangten Augenzeugenbericht kosteten die Auseinandersetzungen vom 15. und 16 Dezember bei der Grube "Wujek" in Schlesien elf Tote und nicht sieben, wie die polnischen Behörden angaben: zusätzlich zu den sieben Bergarbeitern kamen auch vier Milizionäre ums Leben. Die Aktion der Bergarbeiter begann am 13. Dezember mit einer Grubenbesetzung, nachdem der Solidamosc-Führer der Grube, Kudwiczak, verhaftet worden war. Etwa zehn Leute kamen herbei, um ihm zu helfen. Darauf trafen an die fünfzig ZOMO (Motorisierte Milizionăre) ein, die entweder unter Drogeneinfluß standen oder besoffen waren. Wieder weigerte sich Kudwiczak, die Tür zu öffnen. Sie wurde mit dem Beil eingeschlagen. Die Kumpel, die Kudwiczak zu Hilfe geeilt wurden brutal durchgeprügelt: desgleichen seine Tochter Anna, Sie mußten mit dem Krankenwagen weggebracht werden. Am 16. Dezember ungefähr um zehn Uhr morgens versammelten sich an die zweitausend Leute in der Zeche - fünfzehnhundert Bergleute von Wujek und fün fhun dert aus anderen Gruben, Sie hatte sich mit Molotow-Cocktails, Stöcken, Spitzhacken und Dynamit bewaffnet und drohten, die Zeche in die Luft zu sprenwenn die Ordnungskräfte intervenierten. Die Zeche liegt in einer Wohngegend. Seit dem 15. Dezember hatte die Militärs sich um das Bergwerk postiert; man zählte etwa fünfzig Panzer. Um 10 Uhr 4 der erste Angriff: ein Panzer drückt ein Mauerstück ein und zieht sich um die Herrschaft der Bürokratie wieder herzustellen, eine Herrschaft. die ins Wanken geraten war, weil die abhängige Gewerkschatt Solidantat mit fhren zehn Millionen Mitglieder und mit der menrneit der Bevölkerung hinter sich die politische Bühne betreten hatte.
Auf längere Sicht war eine Koexistenz zwischen der bürokratischen Diktatur und einer solchen un abhăn gigen Organisation der Arbeiterklasde ausgeschlossen. Wollte man die bürokratische Macht voll wieder herstellen, dann mußte man die Bande, natten, wieder zerstoren. die die Arbeiter unter sich hre Organisationen zerschlagen, wieder ein Klima der Angst und des Mißtrauens orzeugen: genau das führt die polniche Armee zur Zeit durch mit Hilfe der Miliz und den Hilfskommandos, die hle und da vom PVAP-Apparat ten" - wie man den althergebrach- und von den "Branchengewerkschaften gewerkschaftlichen "Transmisalonirlemen " der PVAP heute nennt • aufgestellt werden.
In der Nacht vom Samstag, 12. um Sonntag, 13. Dezember, wur den die allermeisten bekannten Füh- FEI von Solidarität - auf nationaler, maler und betrieblicher Ebene - In genommen. Man führte ste Gerangnisse und schnell einintemierungslager, wo ndelt wurden wie bei der in Militärputschen.
"Zu Dutzenden tat man uns im erzählte ein Festner von AFP eugenaussage. "Viele mi Schlafanzug und sie aus dem Bett
Vlerzeln Stunden in einem Stück
Urchterlicher in Frost von tten uns Handeinigen waren Rücken gefesselt.
verboten, Eininan hatte Ihnen mmen und ins ekl, (o2+) Mitten en noch mehr Gewerden zurückgeschlagen. Der zweite Angriff wird in derselben Art und Weise vorbereitet, nur daß automatische Waffen mit Gummigeschossen viel mehr ein- Beretzerk steht, Fachen und Steine audie Miliz. n ubschraube worden- die außen vor dem Flaschen und Steine auf die Miliz. Von l mendes Gas versprüht.
Nach Informationen aus den Krankenhäusern wurde auch scharf geschossen. Nur die ZOMO griff an: die Armee blieb stiller Beobachter. Die Bergleute brachten drei ZOMO in ihre Gewalt, zwei Offiziere und ein einfacher Milizionär; letzerer erlitt einen hysterischen Anfall und brach zusammen. Zwei ZOMO wurden getötet durch weißglühen de Eisenstangen, die ihre Helme durchdrangen; ein weiterer starb durch einen Gegenstand, der von den Dächern eworfen wurde, Im Verlauf der Kämpfe attackierten die ZOMO auch einer Arzt und eine Krankenschwester: letztere mußte in sehr emstem Zustand in: Krankenhaus von Ochojec gebracht werden. Die Gesundheitsdienste waren erschrocken über die Anzahl und den Zustand der Verletzten. Ein Mann wurde erst mit dem Schlagstock niedergeschlagen, und dann trampelte man brutal auf ihm herum.
Im Verlauf von Verhandlungen erklärten sich die Bergarbeiter bereit, die Zeche zu verlassen, wenn dafür in den Femseh-Nachrichten über die Ereignisse berichtet wird. Es scheint, daß ein Teil der Bergarbeiter in eine Kaseme der ZOMO verbracht wurde.
Verluste der ZOMO: vier Tote, einundvierzig Verletzte. Bei den Bergarbeitem gab es sieben Tote: dazu achtunddreißig Verletzte. die man in die Krankenhäuer von Ligota und Ochojec gebracht hatte. Die getöteten Bergarbeiter sind Ryszard Izik, Jozef Czekarski, Zbigniew Wilk. Crzysztof Gize. Roman Zajac Andrzej Palka (im Krankenhaus gestorben). ( aus LE MONDE vom 5. Januar 1982) fangene an. Ich habe sie gesehen: Waggonfabrik von Wroclaw usw. etliche waren brutal geschlagen worden, und einige wurden bewußtlos Radio Warschau gab auch bekannt, hergetragen... daß Gewerkschafter von ganz kleinen und peripheren Betrieben wie Trotz der Repression und dem dem Baumkultur-Institut von Komik. dem Kinder-Rehabilitations- und hatte, traten am Montag. Orthopädie-Zentrum von Nowy Sacz zember, viele Fabriken in Streik. Es fehlt an Informationen, um den zenauen Umfang dieser ersten Wi- 14. Dezember, Ihre derstandswelle exakt bestimmen zu können. Aber man weiß, daß die geführt und einen Streik organisiert meisten der großen Arbeiter-Hoch- und geleitet" haben. Daraus kann burgen streikten: die Werften von man schließen, daß die Streikbewe- Gdansk, Gdynía, Szczecin, Cegtels- rung in den ersten Tagen nach dem ki von Posen. Polski-Fiat FSO, das utsch sehr ausgedehnt war. Stahlwerk Huta Warszawa, die Traktorenfabrik Ursus bei Warschau. der Da die Strukturen von Solidarität Stahlkomplex Huta Lenina von Krakau und der von Huta Katowice. das Stahlwerk "Balldon". . die schle- solansischen Bergwerke. die Flugzeugfab- ge diese im Streik waren, und dann rik WSK von Swidnik, Pafawag, die n den Untergrund gingen,
DIE BESETZUNG DER ZECHE "PIAST" (SCHLESIEN) Mit der Drohung. da an ihren Körpern befestigte Dynamit zur Explosion zu bringen, verhinderten die Mitglieder des Streikkomitees der Zeche sien dreizehn Tage lang, daß Militärs eindrangen und Tränengas verwendeten, erzählte einer der streikenden Kumpels dem Joumalisten Derk Sauer von der "De Nieuwe Revu". Er hatte Polen besucht, indem er sich als Chauffeur eines der zahlreichen Lastwagen. die Lebensmittel und Medikamente der polnischen Bevölkerung brachten, verkleidet und war am 3. Januar in die Niederlande zurückgekehrt. Gesicht waren die Spuren von Der Bergarbeiter, mit dem er sprach, war verängstigt und übermüdet: seinem die er in der Grube in 500 Meter Tiefe verbracht hatte. anzusehen. Er erzählte: "Am Abend des 14. Dezember, also aus er Cre de Aren Zeusend berganeiter nahmen an der Beset dan die Polizei sie daranhundertesen und Getränk in die Grube hinunter, onne Das Streikkomitee rationierte die Nahrungsmittel: ein Butterbrot, ein Ende Wurst und ein bißchen Schokolade täglich" erinnerte sich der Bergarbeiter. war es extrem kalt, und wir mußten sehr eng zusammenrücken, um diese Kälte auszuhalten. Nach fünf Tagen kam keine Nahrung mehr an. und die Rationen terbrot, ein ganz kleines Stückchen Wurst und maximal zwei Tassen Wasser tăg- Nach Weihnachten hatten wir nur noch ein Drittel Butlich. Die Kumpel lasen Brotkrümel auf, die an den vorherigen Tagen auf den Boden gefallen waren.
Der Bergarbeiter berichtete, wie tief die Streikenden enttäuscht waren, als zwei autorisierte Pfarrer einen Tag vor dem Heiligen Abend in die Grube hin abgestiegen waren. "Die Pfarrer suchten uns zur Aufgabe der Besetzung zu bewegen und sagten, die Sache sei verloren. Wir hatten den Eindruck, sie seien von gierung geschickt. Nachdem sie voin Streikkomitee erfahren hatten, daß wir nicht die Absicht hätten, unsere Aktion einzustellen, versprachen uns die Pfarrer. am nächsten Tag wiederzukommen und eine Messe abzuhalten: aber sie kamen niemals wieder, was eine tiefe Enttäuschung hinterließ, denn die meisten von uns sind gläubig.
Nach W Ihnachten war die Emährungslage nicht mehr auszuhalten. Als das Streikkomitee erfuhr. daß die Besetzungen der anderen Bergwerke aufgehört hatte, schlug es der Grubenleitung vor, daß wir mit unserer Aktion Schluß machen. dafür zugesichert bekommen, daß keinerlei Maßregelungen erfolgen und die Arbeit normal wieder aufgenommen wird. Wir verließen die Grube am 27. Dezember unter diesen Bedingungen. Die meisten Kumpel konnten wie ich unbehelligt das Gelände. auf dem es von Miliz und Militär wimmelte, verlassen, aber das Streikkomitee wurde verhaftet und in einen Bus gebracht.
Am darauffolgenden Montag konnten wir feststellen. daß auch die anderen Versprechen nicht eingehalten worden waren: wir waren alle entlassen. Man mußte von neuem die Anstellung beantragen, und die Betriebsleitung hatte beschlossen. uns wieder zu nehmen, wenn wir eine Erklärung unterschreiben, daß wir nie mehr streiken würden und daß wir unsere Mitgliedschaft bei Solidamosc aufkündigen. (aus LE MONDE vom r. Januar ,J62) Zwei führende Solidamosc-Mitglie- die tatsächliche Stärke dieser Beweler der Region Warschau, Z. Janas, gung drangen nur wenige Informatio- Präsident der Betriebskommission vor nen durch. lent der Solidamose von Warschau. Nach der sowjetischen Nachrichtendie beide der Verhaftungswelle ent- agentur TASS standen zwel Tage dakommen konnten, schrieben am Mitt- lach nur ein Fünftel der polnische Dezember: "Sollen wir zu- Verktätigen im Streik: aber dieser stimmend schweigen, wodurch wir zu Angaben darf man nicht trauen. Im Sklaven, zu Zugtieren würden, oder Laufe des Samstag (19. Dezember) sollen wir unsere Verweigerung zum kündigte Radio Warschau dagegen an, daß die Belegschaften der Fabriken, Ausdruck bringen › Die Antwort auf liese Frage ist ein Test für unsere Soli- einer nach der anderen, zwangsver- Und sie schlugen vor, überal pflichtet seien, und erinnerte daran. die Arbeit zu verweigem, nur physi- daß "das Kriegsrecht mit voller Härte" chem Zwang nachgeben und den Pas- diejenigen treffen werde, die sich siven Streik wieder aufnehmen, so- der Zwängsverpflichtung nicht beugbald dieser Druck nachlaßt, Sie rufen ten. Es handelte sich natürlich darum. auf, Kassen für gegenseitige Hilfe ein- regen den ... Schnee zu kämpfen, zurichten, um wieder Vertrauensban de licht etwa gegen den Streik.. zu knüpfen und auf den Staatsstreich- Schock zu reagiem. Am selben Tag gab das Radio be• kannt. daß zwel l'age zuvor im Berg• Ein Nationales Streikkomitee wurde verk "Wulek" von Katowice bei der rebildet von einigen nationalen Soli- Rangekrifte sieben Bergleute getore der Streikenden durch Ord- Jam osc-Führem, die der Verhaftung der in Gdansk versammelten Landes- und 39 weitere verletzt worden waren. kommission (KK) entronnen waren. Die Kumpels hätten die Ordnungskräf- Sie riefen zum Generalstrelk am te "mit Steinen, Hacken und Äxten Samstag, 19. Dezember, auf. Über angegriffen". In Gdansk und in Warschau wurden am Donnerstag, 16. Dezember, Demanstrationen von der Polizei aufgelöst. In Gdansk seien - ebenfalls offiziellen Quellen zufolge - 164 "Zivilisten und 160 Milizionäre verletzt worden.
Nachdem bekanntgemacht worden vanden Kumpels der Zeche eujet" vorgegangen war, wurden die Streiks härter. In den Zechen von "Piast" und "Zimowit" haben sich - nach der Nachrichtenagentur TASS - die Streikenden unter Tage verschanzt und gedroht, das ganze Bergwerk zu sprengen. Nach "Wiadomosci" . dem Solidamosc-Bulletin der Warschauer Re- Eipcony das gleiche, Auch der Stahl- "Manifest komplex "Huta Katowice" war besetzt, obwohl der polnische Rundfunk zweimal gemeldet hatte, daß der Streik beendet sel. Am Mittwoch. 23. Dezember, setzte die Armee nach Radio Warschau "schwere Gerăte" ein, um die Besetzer auszuheben. Die Arbeiter hatten aus Lastwagen und Eisenbahnwaggons Barrikaden gebaut. Sie gaben regelmäßig eine Streikzeitung heraus: Wolny Zwiazkoviec, d.h. "der freie Gewerkschafter" : ein gleichnamiges Bulletin war von der Zensur im Oktorber verboten 70% der Belegschaft an ihrem Arbeitsplatz stand.
nach Radto arschau der letzte 28. Dezember, war Streik" . nämlich der in der Zeche "Plast" von Tychy, zu Ende. Die Bergleute hätten telephonisch vom Grunde des Bergwerks angekündigt, daß sich das Protestkomitee aufgelöst hätte und daß sie bereit seien, an die Oberhäche zu kommen.
Am Tage darauf posaunten die Milítärs aus: Der erste Tag ohne Streik seit fünfzehn Monaten...
Indes waren zahlreiche Betriebe, nachdem sie von der Armee und Miliz von den Arbeitern, die sie besetzt hiel- "Lenin-Werft" von Gdansk sowie die Werften "Pariser Kommune" von (idtnia sowie "Warski" und "Parnica" Szczecin, Die Belegschaft war, s0bald man sie wieder zu Arbeitsstelle hatte kommen lassen, in Streik getreten - in passiven Streik, oline Besetzung. Und zwar mehrmals hintereinander. Die Bürokraten wußten angesichts der Entschlossenheit der Arbeiter keinen anderen Ausweg als die Ale Perein diesen Betrieben wieder • Januar sollte anfangen.
Aber wenn nicht mehr gestreikt wiro, heißt das noch lange nicht, daß es mit dem Widerstand damit vorbei ist. des Nationalen Streikkomitees verhaftet seien, so haben sich andere Untergrundstrukturen gebildet, In warschau selbst veröffentlichte Solidarnose seit der Putschnacht mindestens vier Kommuniques mit Informationen über den Widerstand in verschiedenen Tellen
des Landes, Sie fanden weite Verbreitung. Außerdem ist es Zbigniew Bujak, dem Präsidenten von Solidarnose der Warschauer Region, gelungen, bei einem Gefangenentransport zu fliehen: er ist in den Untergrund gegangen. Auch in Schlesien verbreitete eine "Widerstandsorganisation von Solidarnosc - Schlesien" die "Fünfzehn Gebote des passiven Widerstands" (siehe Kasten: Die Kollaboration verweigern"). Und bezeichnenderweise wurde dieses Flugblatt zwei lage spate in Warschau, das 350 Kilometer entfernt liegt, verteilt.
Dieser organisierte passive Widerstand scheint seine Früchte zu tragen: im Verlauf einer ganzen Woche stellten die 15000 Beschäftigten der Traktorenfabrik Ursus nur einen einzigen Traktor her. In Posen sollen die Arbeiter der Cegielski-Werke die Produktion sabotieren. Schließlich mußten auch die Behörden zugeben, daß das Produktionsniveau niedriger war als vor dem Putsch, obwohl doch "zum ersten Mal seit fünfzehn Monaten nicht mehr gestreikt wird". Unter diesen Umständen greift die Bürokratie an zwei Fronten an: - auf der einen Seite trifft die Repression voll die verhafteten Gewerkschaftsaktivisten: der Staatsanwalt legte geren alle Verurteilungen unter dret janfen Berufung ein!
• auf der anderen Seite versichert die Regierung, offen zu sein und zur Demokratie zurückkehren zu wollen: statt "sozialistischer" Proklamationen wird der Ton immer nationalistischer. Bezeichnend dafür war die Rede des Staatspräsidenten Henryk Jablonski (des offiziell höchsten Würdenträgers des Landes,..) am 31. Dezember, die groß über Rundfunk und Fernsehen verbreitet wurde.
Damit versucht die Bürokratie, Zweifel und Verwirrung auszubreiten und alle die an Widerstand denken, einuschichtem. Bei ihren Manövern komi en ihr die Verrenkungen der Kall lischen Hierarchie sehr zu Hilfe. Die Haup sorge dereweche sienau sle den Bewegungsspielraum den sie vor dem August 1980 *2 hat ischriften und Verlage die als die katholischen Vergen Moglichkeiten für von der unabhängigen Aktivitater
Das war eine Errungenschaft
Quelle der Kraft für das polskopat und ermoglichte nur die Gläubigen um die ppieren, sondem auch chtkatholische Personen, elraum, der sich außern Kontrolle der Büronutzen wollten.
die katholische Hier- Ichen Seiten her abeinen Kompromiss und die sind (Aufhebung "). Auf der einen t ihre Position men behalten.
en Einfluß = ABer compromisversuche sind okratie kommt nicht DER WIDERSTAND IN DEN FABRIKEN Das Traktorenwerk "Ursus" bei Warschau soll in der zweiten Dezemberhälfte nach der Intervention der "Odnungskräfte" im Werk nur einen einzigen Traktor hergestellt haben. Im Femsehen dagegen war von 90 Maschinen für den 30. Dewurden. Am nächsten Tag sprach der Bürgermeister von Warschau von Ein Ursus - Arbeiter, den man fragte, erklärte jedoch, er sehe sich außerstande einzuschätzen, wieviel das Werk derzeit produziert, weil jegliche Kommunikation zwischen den verschiedenen Abteilungen, die jetzt von Militärs bewacht werden, untersagt ist. Früher wurde nach Angaben dieses Arbeiters die Anzahl der Traktoren jeweils auf einer großen Tafel bekanntgegeben, die alle Arbeiter sehen konnten, was zur Steigerung des Arbeitstempos beitragen sollte. Heute ist diese Tafel nicht mehr da, und jeder arbeitet für sich in seiner Ecke. Jedenfalls läuft die Produktion nicht mehr normal, weil es an Rohstoffen fehlt, keine Ersatzteile da sind, die Zusammenarbeit mit den anderen Betrieben in Unordnung ist und die Telephonverbindungen unterbrochen sind. nhao fae re praktisch ausgeschlossen: unter dem Kriegsrecht riskiert man dreieinhalb Jahre fängnis, wenn man einen Befehl nicht ausführt. Außerdem macht man die Arum sie weich zu kriegen, für das Schicksal von etwa 80 Mitglieder des Gewerkschaftskomitees des Werkes verantwortlich, die an dem Tag. gestreikt wurde. verhaftet worden waren: wenn die Arbeit nicht läuft, müssen sie dafür büssen. Diese Drohung erstickt jeden Widerstand schon im Keime. Die einzige Möglichkeit, seine Gefühle auszudrücken - ohne daß man bis jetzt dafür gemaßregelt wurde - besteht darin. in der Kantine den Tisch zu wechseln, wenn ein Parteimitglied sich an den Tisch, wo man ißt, setzt. Andere Zeugenaussagen lassen den Schluß zu, daß die Haltung der Arbeiter von der Helden der Arbeiterrevolten van 1976, auch nicht viel an ders se in wird als die Haltung der Belegschaften anderer Betriebe im Lande. Was zum Beispiel die Produktion der Autofabrik F.S. O. von Earan (nordwestlicher Vorort von Warschau) angeht, so schätzte ein Arbeiter sie auf etwa ein Dutzend Wagen täglich, während normalerweise 350 und in Krisenzeiten 200 fertiggestellt werden. Die Arbeit läuft langsam und ist sehr mittelmäßig. Ein fronschen her es, diele win diesem rechsei nem allere ags elende nu die Lage in diesem Werk sei normal; allerdings wurde nur erwähnt, wieviel Karrosserien aus der entsprechenden Abteilung kommen. Im Stahlwerk von Warschau leistet man Widerstand durch "Dienst nach Vor- Nach Angaben eines Zeugen halten sich die Leute, die für die Qualität in einer Abteilung. wo Halbfertigprodukte weiter verarbeitet werden, genan an die Vorschriften und weisen systematisch alles zurück, was früher trotz geringer Mangel noch durchgelassen wurde. Durch diese Aktion sind mehrere teilungen völlig zum Stilfstand gekommen. Bel P.Z.O. von Warschau, wo optische Instrumente hergestellt werden, scheint eine ähnliche Haltung vorzuherrschen: zur Bedienung gewisser Apparate sind Spezialwerkzeuge nötig.
Vncheelen feit halten de versteckt, uni sie atelien nur noci nach (AFP - Bericht, aus LE MONDE vom 12. Jan, 1982) umhin, die Arbeiterschaft und ihren diese Maßnahmen heißen im Klartext, Widerstand zu zerschlagen, will sie wenn sie voll durchgeführt werden: ihren Putsch konsequent zu Ende füh- radikale Kürzung der Löhne. Außerren. Dazu wird sie die Repression lem wurden die Detailhandelspreise mehr und mehr steigem müssen, Das freigegeben: man erwartet Preiserhösieht man schon daran, wie viele Pro- hungen zwischen 300 und 400%. zesse sie ankündigt, daß die offizielle Zahl der Verhafteten immer größer Im Februar 1971 hatte Edward Gierek, wird (zuerst gab sie 1000 zu. dann nachdem er die Streiks an der balti- 3500 und jetzt 5500) und daß sie den schen Küste "be friedet" hatte. gege- Bauern nun mit Beschlagnahmungen nüber den Streiks der Frauen. die gedroht. Aber damit erreicht sie nur. gen die Senkung des Lebensstandards daß die Bevölkerung die neue Ordnung Scoren damals war beneral Januzelsk nur noch entschiedener ablehnt und Schon damals war sich gegen alle stellt, die mit ihr zu eine der Hauptfiguren innerhalb der paktieren versuchen. Bürokratie gewesen. Mit den kürzlich angekündigten wirtschaftlichen Maßnahmen - Selbstfinanzierung der Betriebe, Reduzierung der Lebensmittelregionen, unglaublider industriellen Preise
Rumänien: