WIDERSPRICHT DIE GUERILLA DEN TRADITIONEN DER' ARBEITER- 1++++++++++++++++++ +++++++++++++++++++++++++ +++++++ ... Wie nicht anders zu erwarten war, haben die Vertreter der Kommunistischen Parteien im Chore derer mitgemacht, die die Aktionen der ERP lautstark verurteilten. die Methoden des individuellen Terrorismus, die den Prinzipien und Traditionen der Arbei- , proklamierte z. B. der neue Sekretär der KP Italiens, Berlinguer, aus Angst, daß die Ereignisse in Italien ihm bei den Wahlen in Italien ein paar Stimmen kosten könnten.
Unsere Genossen von der ERP berufen sich keineswegs auf den individuellen Terrorismus, und sie praktizieren ihn auch nicht. Sie berufen sich auf die Prinzipien der Stadtguerilla, die den Traditionen der Arbeiterbewegung keineswegs fremd ist. Das kann nur der behaupten, der Lenin aus dieser Arbeiterbewegung ausschließt, der die Guerilla nach dem Dezember 1905 in Ruß land befürwortete, oder Fidel Castro und Che Guevara, die sie für den ersten Sieg einer sozialistischen Revolution in Lateinamerika anwandten, und viele andere noch, die man nicht durch sophistische Spitzfindigkeiten aus der Geschichte der Arbeiterbewegung und der revolutionären Bewegung streichen kann.
Die Einstellung der revolutionären Marxisten gegenüber dem Guerillaproblem ist bekannt und entspricht ihren Prinzipien. In Ländern, wo die Arbeiterbewegung ihre grundlegenden demokratischen Freiheiten errungen hat, wo sie sich frei entfalten kann, ist die Anwendung von Guerillamethoden falsch und uneffektiv. Die Arbeiterklasse, die die Interessen der überwiegenden Mehrheit der Nation vertritt, hat Gewalt nicht nötig, um ihre Ziele zu erreichen. Die Gewalt wird ihr in gewissen Momenten ihrer Entwicklung von ihren Gegnern, wenn diese in die Enge getrieben sind, entgegengesetzt. In diesem Fall muß sie Selbstverteidigungs strukturen schaffen, die aus ihren spezifischen Massenorganisationsformen entstehen. Des gleichen müssen bei der Gefahr eines Wiederauflebens des Faschismusmächtige Gegenschläge ausgeführt werden, aber diese können und müssen normalerweise Teil der Arbeitermassenbewegung sein. Es verhält sich also so, daß das Wachstum und die organische Kraft der Arbeiterbewegung es unter diesen Umständen ermöglichen, daß man sich Guerillaaktionen sparen kann, die für die Massen solange unverständlich bleiben, solange diese freie Entwicklung gesichert ist.
Die Situation ist ganz anders in den Ländern, wo die demokratischen Freiheiten der Arbeiterbewegung aufgehoben oder arg beschränkt sind, oder wo eine offene faschistische oder militärische Diktatur herrscht, wo Morde, Foltern und Konzentrationslager zur täglichen Regierungsform des Kapitals gehören. In diesem Fall sind die Massen entweder für eine gewisse Zeit eingeschüchtert und wehren sich nicht gegen einen zu allem entschlossenen Gegner, oder die Massenbewegung muß die Form einer Aufeinanderfolge von plötzlichen Explosionen und hoffnungslosen Phasen des Rückgangs und der Niedergeschlagenheit annehmen. Wenn der Gegner systematisch auf jede Massendemonstration, die ein bißchen radikal wird, schießt, wenn er brutal jeden Streik und jede Gewerkschaft, die sich nicht an die reformistischen Schranken halten, zerschlagt, dann stehen die Arbeitergenossen konkret vor der Wahl dreier Alternafiven: entweder bewußt die Bewegung abzubremsen, um blutige Zusammenstöße mit den Repressionskräften zu vermeiden, oder einen Zusammenstoß unbewaffneter Massen mit den bis zu den Zähnen bewaffneten Repressionskräften als unvermeidlich ansehen, oder aber ohne zu zögern sich daran machen, die Bewaffnung der Massen vorzubereiten und zu organisieren.
Die ersten beiden Möglichkeiten sind politisch nicht vertretbar und sowieso unrealistisch. Die Erfahrung von Argentinien zeigt klar, daß trotz der Mahnungen zur 'Besonnenheit' von seiten unheilbarer Neo-Reformisten aufeinanderfolgende Explosionen nicht zu vermeiden sind, wenn die Wut der Massen ein gewisses Niveau erreicht hat. Es gehört zu den elementaren Pflichten der Revolutionäre, dahingehend zu wirken, daß diese Explosionen unter den bestmöglichen Bedingungen für die Arbeiter ablaufen. Die dritte Möglichkeit unterteilt s. 11
sich noch einmal in zwei Varianten. Es gibt Leute, die sehen ein, daß die Massen eines Toges mit ihren eigenen Waffen auf die Waffen der Massenmörder antworten müssen. Aber sie ziehen es vor, den Augenblick lieber abzuwarten, wo die Massen selbst Mittel und Wege zu solchen Initiativen finden. Erst danach sei die Initiative der Avantgarden gerechtfertigt. Diese Einstellung scheint uns von spontaneistischen Illusionen gefärbt. Bei ihr wird die Avantgarde zur Nachhut. Praktisch wird die Bewaffnung der Massen auf den Tag verschoben, wo die Diktatur von selbst zusammenbricht. Denn es ist nicht sehr einsichtig, wie unter den Bedingungen der Diktatur und der Illegalität für alle politisch etwas radikaleren Initiativen die Massen die Mittel und Wege finden werden, um offen einen sozusagen legalen militärischen Apparat zu schaffen.
Bleibt die letzte Möglichkeit, die von unseren argentinischen Genossen vorgeschlagen und angewendet wird. Die Revolutionäre bilden autonome und illegale bewaffnete Trupps, die sich im Laufe der Reifung und Radikalisierung der Massenbewegung in diese integrieren, um hier die Schaffung von immer mehr bewaffneten Trupps zu stimulieren, mit denen sie fusionieren können.
Beim Aufstand von Mendoza - wo unsere Genossen noch nicht verwuzelt waren - hätte die Anwesenheit von solchen bewaffneten Trupps wie ein organisatorischer Pol für die fortgeschrittensten Elemente der Arbeiter gewirkt, jeder bewaffnete und ausgebildete Kern hätte im Kampf zur Organisierung einer weiteren Gruppe von Arbeitern geführt. Diese hatten es nämlich satt, sich mit nackten Händen mit einer Mörderbande zu schlagen, die erbarmungslos auf die Ansammlungen und Häuser der Arbeiter schoß und Dutzende von Personen tötete. Aber wie können auf der Stelle, im Kampf die Bewaffnung, die Organisierung und die Taktik von Selbstverteidigungsgruppen improvisiert werden? Übrigens haben die Genossen der ERP beim letzten Aufstand von Cordoba gerade diese Rolle des Schutzes, der Deckung und der Regruppierung der aufständischen Massen bewaffnet gespielt. Aber um das tun zu können, muß man zuerst für diesen Zweck organisiert, trainiert und erfahren sein, muß man die Sympathie der Massen gewonnen haben und im Bewußtsein der Massen den Glauben in die Unbesiegbarkeit und Unverletzbarkeit des Repressionsapparates zerstört haben. All diese Funktionen muß die Guerilla erfüllen.
UNSERE PFLICHT REVOLUTIONÄRER SOLIDARITÄT
Die revolutionären Marxisten halten im Gegensatz zu den Populisten oder den Anhängern von Regis Debray die Guerilla nicht für ein Allheilmittel. Sie ist nur eine Kampfform unter vielen, selbst in Ländern der Diktatur. Sie muß dort eine bestimmte Funktion erfüllen, die an andere gebunden ist: Aufbau einer revolutionären Partei und Hebung der Massenbewegung zur Ebene allgemeiner revolutionärer Aktion. Die Marxisten lehne jeden blinden Glauben an jegliche Tribunen, auch bewaffnete, zur Befreiung der Arbeiter ab. Die Emanzipation der Arbeiter kann nur das Werk der Arbeiter selbst sein. Auf dem Wege zu dieser Emanzipation kann die Guerilla im Kampf gegen blutige Diktaturen unter bestimmten Bedingungen und in einem konkreten Zusammenhang zu einer sehr nützlichen Waffe werden, wie die Geschichte lehrt.
Die IV. Internationale ist keine hyperzentralisierte Organisation. Ihre internationalen Instanzen entscheiden nur über die allgemeine politische Linie der Bewegung. Die taktischen Entscheidungen werden strikt den nationalen Sektionen überlassen. In diesem Sinne hat die IV. Internationale nicht die Verantwortung jeder taktischen Entscheidung dieser oder jener Sektion im einzelnen zu übernehmen und auch nicht sie zu beurteilen. Um ein solches Urteil in verantwortlicher Weise zu fällen, müßte man außerdem über eine Menge detaillierter Informationen verfügen, die uns zur Zeit fehlen.
Unsere Pflicht gegenüber der in der Presse gegen unsere Genossen von der PRT und der ERP entfalteten Hysterie läßt sich unter diesen Umständen in zwei Punkten zusammenfassen. Er stens, daß wir unsere völlige Solidarität mit diesen mutigen Genossen bekräftigen, die Ziel 12 INPREKORR 15.4.72
einer Verleumdungskampagne von übelster Scheinheiligkeit sind. Und diese Solidarität darf nicht nur verbal bleiben. Ein Verteidigungskomitee für die argentinischen politischen Gefangenen hat sich in Paris auf Initiative des Vertreters der CGT de los Argentinos, dem Genossen Carpani, gebildet. Dieses Komitee bedarf dringender Hilfe und muß sich auf andere Länder Europas ausdehnen. (Kontaktadresse: M. Duras, impasse du Mont-Tonnerrre, 15 Paris 6° pSchKonto 4427 76 Paris. ) Zweitens, indem wir unser Einverständnis mit der allgemeinen Orientierung der PRT zur Entwicklung des bewaffneten Kampfes ausdrücken und zugleich die Hoffnung äußern, daß unsere Genossen Mittel finden werden, diesen Kampf so eng wie möglich mit der Entwicklung des Kampfes der Massen, mit der Erweiterung der Basis der Or ganisation in den Massen und mit einer klaren politischen Orientiering hin zur sozialistischen und proletarischen Revolution gegen jegliches Konzept einer Revolution in Etappen verbinden werden.
Die Lehre aus den Ereignissen in Argentinien ist übrigens in dieser Hinsicht von universeller Bedeutung. Die Bourgeoisie gerät leicht in Versuchung, zu faschistischen Diktaturen oder Militärdiktauren zurückzukehren, sobald sich die Klassenkämpfe verschärfen, überall in der Welt. Die besitzenden Klassen müssen wissen, daß nach der Erfahrung mit der scheußlichen nazistischen Barbarei die junge Avantgrade in der ganzen Welt niemals mehr die ekligste Form der Bürgerkriege toerieren wird: die, wo die eine Seite bis zu den Zähnen bewaffnet ist und erbarmungslos mordet, foltert und unterdrückt, während die andere Seite physisch, psychologisch und politisch entwaffnet dasteht und sich passiv mit der Rolle des Opfers abfindet. Das Beispiel von Argentinien zeigt, daß diese Avantgarde schon stark und entschlossen genug ist, um eine solche Schande zu verhindern.
(Aus LA GAUCHE Nr. 16 vom 21. April 1972)
FÜR EIN NEUES BURGOS !
AUFRUF DES POLITBÜROS DER LIGA COMUNISTA REVOLUCIONARIA SPANIENS *+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ ARBEITER, STUDENTEN, LOHNABHÄNGIGE:
In den letzten Monaten sah sich die Diktatur einer mächtigen Welle von Kämpfen gegenüber. Unmittelbar nach den Solidaritätsstreiks mit SEAT, an denen mehr als 70 000 Arbeiter teil nahmen, haben sich im ganzen Lande von Barcelona bis Vigo und von Bilbao bis Cadiz Kämpfe zur Verteidigung der Forderungen, die systematisch abzuwürgen die Unternehmer mithilfe der Kollektivtarifverträge, der CNS ( offiziellen Gewerkschaft) und der Polizei versuchen, ausgeweitet. In vielen Fällen hatten die Kämpfe einen sehr radikalen Charakter ( Naval, Pradera, Electromecanica de Zarauz, Michelin, A. P. Iberica, Castellon, Telefunken, Cispalsa, Josa usw....); aber die Unternehmer, die aufgrund der Wirtschaftskrise, die sie auf die Ar beiter abwälzen wollen, mit dem Rücken zur Wand standen, setzten brutalen Widerstand entgegen. An einigen Orten gelang es den Arbeitern, ihre Forderungen teilweise durchzusetzen, an anderen mußten sie sich momentan einem zu ungünstigen Kräfteverhältnis beugen. Die Unternehmer versuchen mithilfe von im Rücken der Arbeiter abgeschlossene Tarifverträge, von Schiedssprüchen, Erhöhung der Arbeitslosenziffer und der Preise seine im Kampf gegebener Konzessionen wieder auszugleichen oder, wo es solche garnicht gegeben hatte, die Lebensbedingungen der Arbeiterklasse noch zu erschweren.
An den Universitäten haben die Studenten dank der großartigen Kampfkraft und des Umfangs ihrer Kämpfe die ersten Siege gegen die Pläne des Großkapitals errungen ( Zurücknahme einiger Ausleseverfahren und von Sanktionen). Trotzdem hat die Bourgeoisie ihr Vorhaben eines Erziehungsgesetzes nicht vergessen, wie durch die Rede von Villar in den Cortes am 14 wieder in Erinnerung gerufen wurde. Die bedeutende Mobilisierung von Studenten, Gymna siasten und Berufsschülern der letzten Tage im ganzen Lande ist als Anfang eines Kampfes ar•
zusehen, den es zu entwickeln gilt, um die Rentabilisierungs- und Repressionspläne der Diktatur für das gesamte Erziehungswesen zu zerschlagen. Ein weiteres Feld der Auseinandersetzungen mit der Dikatur war die Medizin. Der Kampf der Medizinstudenten hat die Unter stützung der Ärzte zahlreicher Krankenhäuser gefunden, die ihren Kampf gegen die skandalös unzureichende Gesundheitsfürsorge wieder aufgenommen haben, was seinerseits wieder andere Sektoren des Gesundheitswesen zum Kampf anspornte. Die baldige Diskussion über die neuen Krankenversicherungsbeiträge in den franquistischen Cortes muß von neuem den Kampf gegen die Klassenmedizin stimulieren.
Es gibt nur einen Weg, sich vor den Angriffen der Diktatur zu verteidigen und sie zu Konzessionen zwingen: der entschlossene, energische und organisierte Kampf der Arbeiter, Studenten und Angestellten. Jeder dieser Einzelkämpfe muß intensiviert, eine systematische Arbeit der Vereinigung und Zentralisierung dieser Kämpfe muß geleistet werden. Jeder Teilsieg muß als Sprungbrett zu neuen, intensiveren und besser organisierten Kämpfen genutzt werden, als Möglich. keit, das Kräfteverhältnis gegenüber einer mitleidlosen und blutigen Diktatur zu verbessern.
Wenn die Bourgeoisie eine Politik der Arbeitslosigkeit, der verschärften Ausbeutung und der galoppierenden Steigerung der Lebenshaltungskosten durchführt, DANN MUSSEN WIR DEN KAMPF FUR DIE EINHEITLICHEN FORDERUNGEN DER ARBEITER ORGANISIEREN: - Kein Tageslohn unter 450 Peseten (-22,50 DM)
- 3000 Peseten (=150 DM) allgemeine gleiche Lohnerhöhung für alle - 40 - Stunden - Wochen ohne Lohnminderung oder Erhöhung des Arbeitstempos - Übernahme der Leiharbeiter und solcher mit befristeten Arbeitsverträgen in ein festes Ar beitsverhätnis. Der Kampf gegen das System der Leiharbeiter und der befristeten Arbeiter in all seinen Formen ist eine Sache aller Arbeiter. Auf das Argument der Unternehmer, es fehle an Arbeit, muß man mit der Forderung nach Verteilung der vorhandenen Arbeit unter die verfügbaren Arbeitskräfte anworten, ohne Lohneinbußen. - 100 % Lohnfortzahlung bei Krankheit, Unfall oder Pensionierung. Die vorangegangenen Kämpfe zeigen, wie wenig von der kapitalistischen Politik der Kollektivtarifverträge zu erwarten ist. Man kann nicht erwarten, daß die Forderungen der Arbeiter sich an die von der Diktatur eingesetzien Schiedssprüche halten oder an die Tarifverträge ( die meistens auf den Rücken der Arbeiter abgeschlossen wurden), während die Kapitalisten Arbeitslosigkeit und Verteuerung der Lebenshaltung organisieren. Organisiert Betriebs• versammlungen, wo über die Arbeiterforderungen entschieden wird und über die Kampfmaßnahmen, um sie durchzusetzen.
Nur gewählte, abberufbare Komitees mit imperativem Mandat für bestimmte Aufgaben können im Namen der Arbeiter sprechen. Weg mit den Schiedssprüchen und den auferlegten Tarifverträgen. Die reihenweisen Sanktionen und Absetzungen haben zur Genüge gezeigt, daß es unmöglich ist, innerhalb der CNS zu kämpfen: Nieder mit der CNS! Rücktritt der Vertrau• ensleute und Delegierten, die ihrer Klasse treu bleiben!
Für eine Einheitsgewerkschaft der Klasse: Für eine einheitliche Zen trale aller Lohnabhängigen.
GEGEN DIE KAPITALISTISCHE RENTABILISIERUNG DES UNTERRICHTSWESENS: NIEDER MIT DEM ERZIEHUNGSGESETZ!
Die Antwort auf das Erziehungsgesetz muß in Angriff genommen werden: - Nieder mit allen Numerus - Clausus - und Ausleseverfahren - Ablehnung aller Studienordnungen, die den Studenten ungefragt aufgezwungen werden - Völlige Entscheidungsfreiheit für die Vollversammlungen von Studenten und Professoren - Wiedereröffnung der geschlossenen Fakultäten - Nein zur Schließung von Schulen, die als nicht mehr rentabel angesehen werden S 1 4 INPREKORR 15.4.72
- Keine Erhöhung der Immatrikulationsgebühren. Genug der Preiskletterei, die Tausende von Arbeitern aus dem Unterrichtswesen ausschließt!
- Keinerlei Subventionen für private Anstalten. Das Geld des Staates muß für die Erziehung des Volkes dienen und nicht zum Gewinn für religiöse und kapitalistische Orden in der Er ziehung.
• Unternehmerfinger raus aus dem Unterrichtswesen - Nationalisierung des Unterrichtswesens. Aufbau genügender Ausbildungszentren und Anstellung für alle arbeitslosen Lehrer und Akademiker - Kostenloses und laizistisches Unterrichtswesen, das sich alle leisten können, und das frei von der Konirolle durch die Kirche ist.
GEGEN DIE KLASSEN MEDIZIN
Unterstützung der Forderungen der Medizinstudenten für:
- Den Doktortitel nach 6 Jahren des obligatorischen und honorierten Praktikums • Zulassung aller Krankenhäuser für die Ausbildung
Unterstützung des Kampfes der Arzte:
• Für genügend Gesundheitsfürsorge der ganzen Bevölkerung im Rahmen eines Krankenversicherungssystems, des ganz vom Staat bezahlt wird • Nur die Vollversammlungen von Arzten, Krankenhauspersonal und Kranken entscheidet über die Fragen der Gesundheitsfürsorge.
GEGEN DIE REPRESSION
Zu vergangenen Kampfe haben einen hohen Preis an Sanktionen, Verhaftungen und Entlassungen gekostet. Diese Genossen dürfen nicht allein bleiben: • Fordert die sofortige Zurücknahme aller Sanktionen und Geldstrafen - Wiedereinstellung der Entlassenen, Freiheit für die Gefangenen - Versammlungs-, Vereinigungs-, Rede-, Streik- und Demonsirationsfreiheit Das Gesetz zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung wird zur Bestrafung und Festnahme der besten Kämpfer benutzt. Die Militärtribunale, die gestern Izko und seine Genossen hinkönnen morgen einen Arbeiter, der sich vor der Polizei verteidigt, richten. richten wollten, Die Brigada Politico Social, die Guardia Civil und die Policia Armada setzen ihre Serie von Verbrechen fort ( Roberto Jerez Jauregui, Pedro Patino Toledo, Antonio Ruiz Villalba, Auflösung einer Metallarbeiterversammlung in Barcelona durch Schüsse...). • Raus mit der Polizei aus Fabriken, Universitäten, Schulen und Wohnvierteln • Auflösung der Sondergerichte und Sondereinheiten der Repression: Tribunal zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordung, Militärtribunale, Brigada Politico Social, Guardia Civil und Policia Armada.
FÜR DIE DIREKTE AKTION DER MASSEN
Wie kann man für diese Forderungen kämpfen?
• Durch Intensivierung der direkten Aktion der Massen, indem man den von den asturischen Bergarbeitern, von den SEAT-Arbeitern und denen der I MENASA, der CISPALSA, von Michelin und den Weg der jüngsten Studentenkämpfe weitergeht. Indem man die Ar beitsleistung vermindert, die Arbeit niederlegt, streikt, Vollversammlungen durchführt, zu Demonstrationen auf die Straße geht und zentrale Kundgebungen durchführt. • Durch Organisierung des Kampfes vermittels Yollversammlungen und gewählten Komitees, die jederzeit abberufbar sind und sich miteinander koordinieren. • Durch Verteidigung der Aktionen vor dem Angriff der Lakaien des Kapitals, der Polizei, der Guardia Civil und der faschistischen Banden, vermittels zahlreicher geschulter Selbstverteidigungskommandos.
- Durch Bildung von Aktionseinheitsstrukturen (Kampfkomitees, Aktionskomitees...). die den Kampf gegen die Kapitalisten und die Dikatur auszuweiten wermöglichen. Das ist der Weg, um den Kumpí national auszuweiten, um zu einem Burgos zu kommen, das die Diktatur zum nachgeben zwingen neuen wird.
FÜR EINE ARBEITERREGIERUNG
Es wäre jedoch ein Irrtum, anzunehmen, daß irgendein Erfolg, irgendein Teilsieg über die Diktatur und die Kapitalisten anders erhalten werden könne als dadurch, daß man die Angrif fe auf sie noch verstärkt. Der spanische Kapitalismus hat zur Genüge gezeigt, daß er unfähig ist, das Lebensniveau der Massen dauerhaft und wesentlich zu verbessern, und der Repressions apparat des Franco-Staates wird gerade deshalb aufrecht erhalten, um alle Forderungen, die das Großkapital zu erfüllen sich weigert, im Blut zu ertränken. Die Erfüllung der vom Volke als notwendig erkannten Forderungen erfordert den revolutionären Sturz der Diktatur: Eine hinreichende Krankenversicherung für das ganze Volk kann nicht garantiert werden, wenn man nicht mit der Geschäftenacherei mit der Gesundheit der Arbeiter ein Ende bereitet. Alle privaten Pfandanstalten und Versicherungsgesellschaften müssen ent. eignet werden. Sie müssen mit den öffentlichen Anstalten zusammengelegt werden zu zu einem einzigen Organismus unter Leitung der Arbeiter, um zu verhindern, daß die Milliarden Peseten, die die Arbeiter bezahlt haben, zur Finanzierung von Betrieben des INI (staatliche Behörde zur Förderung der Industrie) oder von Privatvorhaben verwendet werden. Und nur eine schwere Besteuerung der Kapitalisten und Groß grundbesitzer kann die notwendigen Mittel sowohl für die Finanzierung der Gesundheitsfürsorge als auch für ein unentgeltliches Unterrichtswesen aufbringen.
Die Zerschlagung des CNS, die Errichtung einer Arbeitergewerkschaftund die politischen Freiheiten können nur dann gesichert werden, wenn die Repressionsorgane und bewaffneten Banden des Kapitals aufgelöst werden. Aber die Entwaffnung der Polizei und der Guardia Civil erfordert die allgemeine Bewaffnung der Arbeiterschaft in bewaffneten Volksmilizen. Wenn die Polizei ihrerseits nicht ausreicht, um den Kampf der Massen einzudämmen, dann wird das Heer auf die Straße geschickt werden. Dann wird nur die Mobilisierung der Arbeiter, Studenten, Bauern und Angestellten im Heer, die sich mit dem schärfsten Klassenmißtrauen gegenüber den Offizieren bewaffnen, in der Lage sein, die Räder dieser Repressionsmaschinerie par excellence der Bourgeoisie zu zerbrechen. Im Verlaufe der großen Kampfe, die die Massen zum Sturz der Diktatur führen werden, werden eben diese ökonomischen Minimalforderungen infrage gestellt werden durch die systematische Sabotage der Wirtschaft, die die Kapitalisten durchführen werden ( und noch intensiver nach dem Sturz des Franco-Regimes). Die einzige Losung, um dieses Chaos zu verhindern, besieht darin, daß sich die Massen zur Arbeiterkontrolle über die Produktion organisieren.
Aber KEINE DIESER MASSNAHMEN KANN DURCH EINE BÜRGERLICHE REGIERUNG GESICHERT WERDEN (auch wenn man sie als provisorisch" bezeichnet, wie die KP es tut) noch von einer offenen oder versteckten Koalitionsregierung einer reformistischen Arbeiterorganisation mit der Bourgeoisie. Diese Lösungen stellen nichts anderes als einen Versuch dar, den tatsächlichen Sturz der Franco-Diktatur zu verhindern.
Die ökonomischen Forderungen der Massen durchsetzen, die polit:. schen Freiheiten, die Bewaffnung des Proletariats, die Auflösung und Entwaffnung aller Repressionsorgane, die Verbrecher des Franco- Regimes zur Verantwortung ziehen, die Nationalisierung des Unterrichtswesens, die Expropriation der Großgrundbesitzer und Großkapitalisten, die Auferlegung schwerer Steuern auf die Reichen, die Arbeiterkontrolle über die Produktion ... all diese Maßnahmen können nur von einer revolutionären Regierung durchgeführt werden, die Ausdruck der Organisationen ist, die den Sturz des Franco-Regimes durchgeführt habet und die von Millionen Arbeitern, Studenten, Bauern und Angestellten gebildet werden. In diesem Sinne ist der Aufruf der Kommunisten zu verstehen, die Parole zu verbreiten für eine Arbeiterregierung gestützt auf Versammlungen und Komitee
die die Massen organisieren werden zum revolutionären Sturz der Diktatur. Nur eine Regierung dieser Art ist in der Lage, den Weg für die Diktatur des Proletariats, der einzigen radi-