Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Die Kampagne der P.R.T.: Einige Zahlen

Inprekorr Nr. 128, 13. Dezember 1980 · S. 22 · 915 Wörter

Mexiko Bolivien, Peru und Anden Trotzki und Geschichte

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Die Revolutionäre Arbeiterpartei (PRT) ist eine Organisation, die erst vor kurzem gebildet wurde. Ihr Gründungskongreß hat im Oktober 1978 in Lima stattgefunden. Sie ist das Produkt der Fusion von fünf kleinen Kernen von Genossen, die sich auf den Trotzkismus und die /V. Internationale beriefen. Einer dieser Kerne wurde von Hugo Blanco geleitet und ging aus der Sozialistischen Arbeiterpartei (PST) hervor, der heutigen Organisation der Bolschewistischen Fraktion in Peru. Die PRT - eine Organisation mit einem hohen Anteil von Arbeitern (75 %) - ist eine vom XI. Weltkongreß (dem 5. nach der Wiedervereinigung) als die peruanische Sektion der /V. Internationale anerkannt worden.

Für eine Organisation mit noch bescheidenen Kräften war die Wahlkampagne eine Herausforderung - eine Moglichkeit, ihr Gehör und ihre Verankerung zu vervielfachen. Nachdem die Genossen der PRT die Legalisierung ihrer Organisation durchgesetzt hatten, die die Militärs ihnen verweigern wollten, während sie die Partei war, die die meisten Unterschriften gesammelt hatte, die für diese Legalisierung nötig waren, sind die Genossen während der letzten drei Monate vor den Wahlen außerordentlich aktiv gewesen: fast alle setzten sich während dieser Periode nach Kräften den ganzen Tag lang als Aktivisten ein.

Die Bilanz ist vielsagend: die Kampagne wurde - abgesehen von mehreren hundert kleinen örtlichen Versammlungen - in Form von 49 zentralen Kundgebungen in der Anwesenheit von Hugo Blanco geführt. Zwischen 200.000 und 250.000 Menschen haben an diesen Kundgebungen teilgenommen, davon 50.000 an der Abschlußkundgebung in Lima.

Von diesen Kundgebungen wurden 39 von der PRT alleine organisiert, die zehn anderen entweder gemeinsam mit der POMR oder mit der PST. die Eröffnungsund Abschlußkundgebung der Kampagne von den drei Organisationen zusammen. Während der Wahlkampagne wurde Combate Socialista" das Zentralorgan der PRT regelmäßig herausgebracht und in einer Auflage von ca. 6.500 Exemplaren gedruckt und verkauft; außerdem wurden von unseren Genossen mehrere hunderttausend Flugblätter verteilt, sowie drei Broschuren und acht Fernsehprogramme konzipiert und hergestellt. Außer dem zentralen Büro der Organisation wurden alleine in Lima und Umgebung elf Büros eröffnet. Gleichzeitig wurde eine intensive Finanzkampagne geführt, welche zusammen mit dem Betrag, der bei der Reihe von Kundgebungen von hugo Blanco in Europa aufgebracht worden war, die Finanzierung der Kampag ne möglich machte.

Die PRT hat eine Vielzahl von PRT-Basiskomitees" organisiert, Strukturen, in. denen all diejenigen zusammengefaßt sind, die noch nicht Mitglieder der Partei sind und die sich während der Kampagne aktiv eingesetzt haben. Diese Komitees verbreiten „Combate socialista" und werden von ein oder zwei Genossen der PRT angeleitet. Die Mitglieder haben Karten, auf denen die (verbindlich festgelegten) Beiträge und die Teilnahme an den elementaren Schulungskursen eingetragen sind. Zyklen von fünf elementaren Schulungskursen werden für die Mitglieder dieser Komitees nach Arealen organisiert. Unmittelbar nach den Wahlen gab es 3750 (zentral erfaßte) Mitglieder von Basiskomitees, die ihre Beitragsverpflichtung erfüllt hatten und regelmäßig mitarbeiteten (2450 in Lima, die übrigen in den Provinzen). 70% der Mitglieder dieser Komitees gehören Gewerkschaften an. Für die kommenden Wochen und Monate ist es eines der zentralen Ziele der PRT. die größtmögliche Zahl von Genossen aus diesen Basiskomitees - als Mitglieder mit vollen Rechten und Pflichten - in die Organisation zu integrieren, insbesondere mittels einer systematischen Erziehungsarbeit und den Erfahrungen mit praktischer politischer Arbeit zusammen mit den PRT-Mitgliedern.

Wir haben einen beträchtlichen Schritt vorwärts im Aufbau unserer Organisation getan," erklärte Hugo Blanco in einem Fernsehinterview am Tag nach den Wahlen. Diese Tatsache, die von der gesamten peruanischen Linken anerkannt ist, selbst in den sektiererischsten Erklärungen der maoistischen Führer oder von Jorge del Prado dem Generalsekretär der peruanischen KP, wird mit Sicherheit bedeutsame Auswirkungen auf den Prozeß der Regruppierung innerhalb der Linken in Peru haben, der sich für die kommende Periode abzeichnet. Insbesondere wird dieser Umstand es unseren Genossen der PRT ermöglichen, mit viel größerem Gewicht und entspre chend gestiegener Autorität Mobilisierungen und deren Einheitlichkeit voranzutrei. ben, die in Anbetracht einer Linken, die gespalten und von einer sektiererischen Tradition geprägt ist, mehr denn je notwendig ist. Dies gilt umso mehr für die Organisationen und Strömungen, die sich auf den Trotzkismus berufen, unter denen -ganz fraglos - die PRT sich als die (mit Abstand) wesentliche Organisation erwiesen hat.

Jean-Pierre Beauvais (entnommen aus „Inprecor", frz. Ausgabe, Nr. 79, 12. Mai 1980) internationale isp sozialistische publikationen Pierre Frank

Geschichte der Kommunistischen

Internationale

Ernest Mandel:

Eine große Lücke in der marxistischen Literatur ist endgültig geschlossen worden. Es gab bisher keine Geschichte der Kommunistischen Internationale, die diesen Namen voll verdient hätte und die gesamte Periode der Komintern abdeckt.

Jakob Moneta:

Das Bestechende liegt darin, daß er mit kritischer Nüchternheit überprüft, welche Bedeutung die III. Internationale für die revolutionäre Arbeiterbewegung hatte, wo die Ursachen ihres Zerfalls liegen und welche Lehren hieraus zu ziehen sind.

Phillippe Robrieux:

(Le Monde, 8.5.'80)

Das solide dokumentierte Werk, das Pierre Frank diesem großen Thema gewidmet hat, bleibt von der ersten bis zur letzten Seite voll fesselnder Spannung.

Erscheint im Dezember 1980 Band 1 - ca. 400 Seiten DM 32.- Band 2 - ca. 420 Seiten DM 33.- Beide Bände zusammen DM 59.internationale sozialistische publikationen - isp gmbh Speicherstr.S, 6000 Frankfurt/M.1

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