Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Hongkong

Trotzkisten zu Gefängnis verurteilt

· Inprekorr Nr. 107, 12. Juli 1979 · S. 18 · 455 Wörter

China Schweiz

Unkorrigierter maschineller Text (OCR). Jede Seite verweist auf ihren Scan; vor dem Zitieren bitte dort prüfen.

Versammlung" zu Gefängnis verurteilt. Drei weitere Mitglieder erhielten Bewäh- Die vier eingesperrten sind: Leung Kwok-hung, ein zweiundzwanzigjähriger (garment)-Arbeiter, der zu zwei Monaten verurteilt wurde; Chan Chung-wah, ein dreiundzwanzig Jahre alter Student, drei Monate; Wong Chung-ching, ein einundzwanzig Jahre alter Ladenbesitzer, drei Monate; und Hou Man-wan, ein einund. dreißig Jahre alter Lieferarbeiter (delivery worker), zwei Monate.

Sie waren beschuldig worden, an einer illegalen Demonstration am S. April vor den Hong Konger Büro von Pekings Xinhua-Nachrichtenagentur teilgenommen zu haben. Die RML hatte zu einer Kundgebung an diesem Tag aufgerufen. um des dritten Jahrestags der Demonstration am Tien An Men in Peking und ähnlichen Demonstrationen in anderen 5. WU größeren Städten zu gedenken und gegen die jüngste Repression gegen die Bewegung für demokratische Rechte in China zu protestieren. Eine offizielle Genehmigung für die Kundgebung war bis zum Vortage des vorgesehenen Datums nicht zu bekommen gewesen.

Am Schluß der Kundgebung wurde beschlossen, daß Vertreter der RML zum Büro der Xinhua geschickt werden sollten, um einen Protestbrief für die Pekinger Regierung zu übergeben. Diese Aktion war es, die von der Kolonialregierung von Hong Kong als illegal eingestuft wurde. Obwohl es für die Kolonialregierung nicht ungewöhnlich ist, das Gesetz über „ungesetzliche Versammlungen" einzusetzen, um die Massenbewegung in Hong Kong anzugreifen, so ist es doch das erste Mal seit 1967, daß Protestdemonstranten nach diesem Gesetz verurteilt wurden. Die Verurteilungen bedeuten also eine Verschärfung der kolonialen Repression. Es überrascht nicht, daß man sich die RML als erste Gruppe auf diese Art zum Opfer ausgesucht hat. Die RML war seit mend Proteste gegen die Wohnungsnot und den Mangel an geeigneten Ausbildungs- 'stätten. Obwohl viele dieser Bewegungen. durch ihre reformistische Führung sich nicht in allgemeine gesellschaftliche Konfrontationen ausweiteten, ist die herrschende Klasse wegen ihrer Breite und Intensität doch ganz schön erschrocken.

Auf der anderen Seite macht sich die herrschende Klasse über die Auswirkungen der kommenden wirtschaftlichen Rezession Sorgen. Denn in den letzten Monaten brachen spontane Aktionen der Arbeiter zur Verteidigung ihres Lebensstandards aus: an manchen nahmen bis zu 1.000 Arbeiter teil.

Genau diese objektive Tendenz ist es, die die Regierung zwingt, ihre demokratische Maske so langsam abzunehmen und zu offener Repression überzugehen. Denn schon vor der Verurteilung der RML- Genossen waren gegen andere soziale Bewegungen Repressionsmaßnahmen ergriffen worden.

Unter diesen Umständen ist es für die Massenbewegung in Hong Kong und für* die Arbeiterbewegung im Ausland sehr wichtig, ihre Stimme gegen dieses Treiben der Kolonialregierung zu erheben. Jedwede Art der Unterstützung vom Ausland - ob von Gewerkschaften, Menschenrechtsgruppen oder Einzelpersonen • wird dringend gebraucht. Proteste sollten an die britischen Botschaften in der ganzen Welt geschickt werden mit Kopien an: RML, 9 Baily Street, 7/F. Hunghum, Kowloon, Hong Kong.