verband LO die 35 Stunden-Woche in ihren offiziellen Forderungsprogrammen aufgenommen haben.
Klar, daß die Gewerkschaftsbürokratien diese Forderungen oft nur in den Mund genommen haben, um sie aufzusplittern (Reduzierung der Wochenarbeitszeit um eine Stunde... jährlichl), wodurch ihre Wirkung als Waffe gegen die Arbeitslosigkeit verlorengeht. Oder daß sie sie ganz falsch fallengelassen haben, wie kürzlich die Bürokraten der IG Metall am Ende des Streiks an der Ruhr, und das gegen tionale Bund Freier Gewerkschaften am den Willen der absoluten Mehrheit der 5. April 1978 eine Aktion für die 35streikenden Stahlarbeiter, die sich so Stunden-Woche auf europäischer Ebene entschlossen dafür geschlagen haben, den organisiert hat. Leider nur eine Scheinersten Durchbruch in dieser Sache für das aktion: 5 Minuten Arbeitsniederlegung, gesamte europäische Proletariat ZU Demonstration am Schluß der Arbeitserzielen. woche und ähnliche lächerliche Maß.
nahmen. Da sind viel entschlossenere Eines der Hauptargumente, das die Aktionen nötig, um den Widerstand der Bürokratien vorbringen, um ihre Zurück- Unternehmer, der sehr hart sein wird, zu haltung zu begründen, die im Gegensatz brechen.
zur Haltung der Mitglieder steht, besteht Selbst die ultra-reformistischen Führer darin, daß die Einführung der 35-Stunden- und Befürworter der Klassenkollaboration Woche in einem einzigen Land die „Kon- von der europäischen Sozialdemokratie kurrenzfähigkeit der nationalen Industrie" haben die 35-Stunden-Woche an die schwächen, „unseren Export" reduzieren Spitze ihres Programms zu den Europaund somit die Zahl der Arbeitsplätze eher Wahlen im Juni 1979 gestellt. Die franzömindern als mehren würde. sische CGT hat beschlossen, bei den anderen europäischen Dieses Argument stammt von den wegen einer „gemeinsamen Initiative" für Unternehmern. Genauso wie mit den die 35 Stunden-Woche zu sondieren. protektionistischen Vorschlägen zielt es darauf ab, die Arbeiter nach „nationalen" Nehmen wir doch all diese Organisa- Scheidungslinien aufzuteilen. Sie ver- tionen beim Wort: der Kampf gegen die gessen, daß wenn in einem Land der Arbeitslosigkeit, gegen die Entlassungen Arbeiterklasse ein wichtigen Erfolg gegen und Betriebsschließungen kann sich nicht die Arbeitslosigkeit gelingt - einer Plage, in vagen Wahlversprechen oder „Initiatidie von den Werktätigen aller europä- ven" zu Konsultationen oder Verhand: ischen Länder als die Hauptplage ange- lungen, die möglicherweise im Sande sehen wird - daß dann schnell die Klassen- verlaufen, erschöpfen brüder und -schwestern aller benachbarten Anläßlich ihrer Kampagne in allen Länder diesem Beispiel folgen würden. europäischen Ländern um die europä- Die Geschichte bestätigt das: die Länder, ischen Wahlen ruft die IV. Internationale wo zuerst die 48-Stunden-Woche, dann alle Militanten der Arbeiterbewegung, alle die 40 Stunden-Woche errungen worden Arbeiter und Arbeiterinnen der ist, sind dadurch nicht ruiniert worden. auf, die Agitation unter ihren Arbeitskollegen und -kolleginnen zu ver- Aber das Argument schlägt auf die stärken, damit eine sofortige Vereinbarung zurück, welche es innerhalb der Arbeiter- zur Aktionseinheit aller Gewerkschaften bewegung propagieren: Ihr sagt alle, ihr des Gemeinsamen Marktes abgeschlossen seid entweder für den „Aufbau Europas" wird, um eine schnelle, breit angelegte oder für das „Europa der Arbeiter". Aktion auf nationaler und internationaler Worauf wartet ihr also, eine gemeinsame Ebene für die 35-Stunden-Woche ohne Aktion für die 35 Stunden-Woche Minderung des Wochenlohnes und mit sämtlichen Ländern des Gemeinsamen obligatorischen proportionalen Neuein- Marktes zu starten? stellungen und Kontrolle der Arbeiter über das Arbeitstempo ingang zu setzen.
Tatsächlich wird eine solche gemeinsame Aktion von den Gewerkschaftern Die Arbeitslosigkeit nimmt nicht ab, und der Masse der Arbeiter als derart wenn wir nicht rasch und mit einem notwendig empfunden, daß der Interna- Schlag die 35-Stunden durchsetzen!