Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Dokument

Erklärung der SAP zum Referendum

Inprekorr Nr. 103, 10. Mai 1979 · S. 20-23 · 3.242 Wörter

Iran Stalinismus und Bürokratie Gewerkschaften und Streiks Frauen

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Referendum abgewürgt worden. Und Nach Errichtung der ,,Islamischen Republik " besteht die Gefahr, daß die demokratischen Rechte noch weiter eingeschränkt werden. Bewaffnete Banden haben sich gebildet, um die Demonstrationen der Linken und die Mobilisierungen der Frauen anzugreifen und die Oppositionellen in den Fabriken zum Schweigen zu bringen. Keine einzige Partei außer der Islamischen Republikanischen Partei ist anerkannt worden. Genossen linker Organisationen, darunter Mitglieder der Hezbe Karagane Socialist • HZS, Sozialistische Arbeiterpartei, Iranische Sektion der IV. Internationale - wurden angegriffen. Durch den Ausbruch der Kämpfe bei den Kurden, Turkmenen und anderen unterdrückten Minderheiten, die sogar zu frontalen Zusammenstößen mit der Armee führten, wurde der Glaube an das Referendum im ganzen Lande angeschlagen und in einigen Regionen sogar seine Durchführung verhindert. Mit welchen Erfolgen sich die Regierung auch brüstet, so ist es doch offensichtlich, daß die Referendum-Operation nicht zur Stabilisierung der sozialen Situation beigetragen hat, wie es das eigentlich erwartet hatte. +++ Die Autorität Khomeinis ist ein zentrales Element für die Möglichkeiten einer extrem schwachen Bourgeoisie, ihre Absichten durchzusetzen. Sein Ansehen gründet sich darauf, daß er immer unnachgiebig in Opposition zur Pahlevi-Dynastie gestanden hatte. Derzeit benutzt er dieses Prestige. um jeden Aufschwung der Revolution abzublocken und die Basis fur das neue Regime zu festigen. Ohne diesen Schutz und diese Stütze könnte die Regierung mit ihrer konterrevolutionären Politik keinen Schritt vorankommen. Das Prestige Khomeinis hat auch dazu beigetragen, den Einfluß der religiösen Hierarchie und der Religion allgemein. einer Waffe zur Desorientierung der Massen, zu vergrößern. Dennoch wird es mit der Religion nicht gelingen, eine feste ideologische Grundlage für einen modernen kapitalistischen Staat zu schaffen. Die Versuche, die islamischen Gesetze anzuwenden, können auf heftige Reaktionen stoßen. In der kommenden Periode wird der Einfluß Khomeinis in den Klassenkämpfen auf die Probe gestellt. Er wird abbröckeln, wenn er direkt gegen den Willen der Massen eingesetzt wird. Der Islamische Revolutionsrat , der sich über die Regierung stellt, ist das eigentliche Organ, was die Macht hält. Wie er sich im einzelnen zusammensetzt, das wird geheimgehalten. Es scheint, daß neben Khomeini und anderen religiösen Würdenträgern konservative Politiker wie Ghotsadeh und Yasdi und sogar reaktionäre Militärs sitzen.

Die Khomeini-Führung würde gerne ein Regime einsetzen, das von der islamischen religiösen Hierarchie kontrolliert würde und in dem die Rolle der religiösen Parteien gering oder gleich null wäre. Indes wurde dieser Plan bereits durch die Dynamik der sozialen Kräfte erschüttert. Die mit der Arbeiterklasse verbundenen Organisationen sind zwar noch schwach. aber sie entwickeln sich. Die Demokratische Nationale Front von Daftery, dem Enkel von Mossadegh, macht auch Fortschritte. Bei breiten Teilen der Massen ist ein tiefverwurzeltes Streben nach Demokratie und selbst nach Sozialismus, der als Verwirklichung von Egalität und Demokratie verstanden wird, spürbar. Trotzdem wird der „Kommunismus" doch noch in der Regel dem Stalinismus gleichgesetzt. Dieses Streben muß dazu führen, daß die Frage der Trennung von Kirche und Staat aufs Tapet kommt. Unter dem Druck der mächtigen Mobilisierungen und des anti-imperialistischen Elans beim Volke traf das neue Regime einige Maßnahmen gegen die imperialistischen Interessen: Schließung der nordamerikanischen Militärstützpunkte. Ausweisung der ausländischen Experten", Abbruch der diplomatischen

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Beziehungen zu Israel und Südafrika. All das hat sein Ansehen bei den Massen gestärkt. Sie werden derartige Initiativen immer unterstützen; aber die Versuche der Regierung, die Wirtschaft auf kapitalistischer Grundlage wieder ingang zu bringen, werden es dazu zwingen, mit dem internationalen Kapitalismus wieder in Verbindung zu treten.

Weil das neue Regime auf so große Schwierigkeiten bei seinem Versuch stieß, den Schwung der Massenbewegung zu kanalisieren, trifft es widersprüchliche Entscheidungen. Das führt zum Ausbruch von Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Regierung und des Islamischen Revolutionsrates wie auch zwischen diesen beiden Organen.

Die Anpassungen, Rückzüge und Unsicherheiten des Regimes gegenüber der Explosion von Kämpfen, vor allem heute gegenüber denen der unterdrückten Nationalitäten, machen deutlich, wie zerbrechlich es ist. Auch die Demagogie. zu der es so oft Zuflucht nimmt, ist dafür ein Zeichen. Faktisch existiert es nur. weil die Massen sich Illusionen in seine Fähigkeiten machen, ihren grundlegenden Bedürfnissen gerecht zu werden. Zur Zeit ist es ausgeschlossen, daß es mit Repression allein seine Grundlagen festigt. Im Laufe der kommenden Klassenkämpfe werden sich die Illusionen der Massen verflüchtigen, dann werden Krisen ausbrechen und scharfe Wendungen in der Politik der Regierung und des Islamischen Revolutionsrates. Das kann dazu führen, daß neue Regierungsformeln eingesetzt werden.

DIE TUDEH-PARTEI, DIE FEDAYIN UND DIE MUDSCHAHIDIN

Die stalinistische Tudeh-Partei (,.Partei der Massen **) ist die bestorganisierte politische Partei der Arbeiterbewegung. Aber sie besitzt heute sehr viel weniger Kräfte, als sie in der Periode gleich nach dem Zweiten Weltkrieg hatte. Die Gründe dafür, daß ihr Einfluß zurückging, sind: 1. ihre Verantwortung bei den Niederlagen 1945/46 in Aserbeidschan und Kurdistan sowie der Niederlage im Erdölstreik im Süden des Landes, vor allem aber ihre Neigung. den Staatsstreich von 1953 zu bekämpfen; 2. ihre Unterstützung der Kremlbürokratie. als diese 1946/47 übertriebene Erdölkonzessionen verlangte zu einer Zeit, wo die anti-imperialistische Bewegung , sich im Iran entwickelte:

3. die Illusionen, die sie über die vom Schah 1960-63 unternommenen Reformen verbreitet, Illusionen, die hinweggefegt wurden, als die Pahlevi-Diktatur immer stärker wurde; 4. die Unterstützung, die der Schah seit 1953 durch den Kreml erhielt und die vom Januar bis Dezember 1978 zum Skandal wurde.

Im Rahmen der stalinistisch-menschewistischen Theorie der Revolution in zwei Etappen" und der vom Kreml verfolgten Politik der „,friedlichen Koexistenz" hatte die Tudeh-Partei über lange Zeit hinweg sich an die „Demokratisierung" der Monarchie gehalten. Erst im August-September 1978 machte sie eine Wende. Von diesem Zeit- .punkt an hängte sie sich an den Schwanz von Khomeini. In keiner Weise intervenierte sie beim Aufstand. Sofort danach erklärte sie, daß sie die Regierung Basargan. den Islamischen Revolutionsrat und Republik ".

Diese Ergebenheit gegenüber einer kapitalistischen Regierung - welche den „Wiederaufbau der iranischen Wirtschaft" und des iranischen Staates sowie der Nationalen Einheit" im Iran verficht bedeutete für die Tudeh-Partei. daß sie über die wirtschaftlichen und sozialen Forderungen der Massen eine Glocke stülpte. daß sie es derzeit ablehnt, sich für den Aufbau einer Gewerkschaftsbewegung einzusetzen. und daß sie dem Kampf der unterdrückten Minderheiten keine große Bedeutung beimißt. +++ Die Führung der „Fedayin ¡ Kalą" der „Volkskämpfer" , stammt zum Teil aus der Tudeh-Partei und zum geringeren Teil aus der Nationalen Front. Die Lehren, welche diese Genossen daraus gezogen haben, daß es nach dem Staatsstreich von 1953 und den Scheinreformen von 196063 keinen Widerstand gab, war die, sich einer Guerilla-Strategie zu verschreiben. Unter dem Einfluß des palästinensischen Widerstands führten sie in den Jahren 1970-71 eine Guerilla-Kampagne durch. Diese revolutionären Genossen haben ihr politisches Engagement sehr teuer bezahlt. Sie sind von der Armee und SAVAK elend verfolgt, gefoltert und hingerichtet worden. Im September-Oktober 1978 erlebten die Fedayin einen Wiederaufschwung. Heute stellen sie unter den Gruppen, die sich auf den Marxismus-Leninismus berufen, die da, welche den größten Einfluß hat. Nach ihrer aktiven Teilnahme am Aufstand, den weder die Führer der liberalen bürgerlichen Opposition noch die der religiösen Opposition organisiert hatten.. hạt sich dio Sympathie ihnen gegenuber noch vergrobert, auch in den Reihen der Arbeiterschaft.

Nach dem Aufstand verfolgten die Fedayin eine Zick-Zack-Linie. Sie haben sich, was richtig war, der Entwaffnung der Bevölkerung, wie die Regiening und Khomeini es forderten, widersetzt. Sie forderten eine richtige Säuberung der Armee. Sie haben sich auch auf die Seite der Kurden bei ihren Kämpfen geschlagen. Sie äußerten korrekte Kritik an der Regierung und ihrer Manöver bei der Organisierung eines Referendums über die Islamische Republik". Aber weil sie gewisse stalinistische Positionen behalten haben und unfähig sind, eine kritische Bilanz ihrer Guerilla-Strategie zu ziehen. zeigen sie überhaupt kein Verständnis für die Bedeutung der politischen Unab. hängigkeit der Arbeiterklasse und für die Klassennatur der Regierung. Das verführte sie dazu, der Regierung Basargan kritische Unterstützung zu gewäliren und dem Klasseninhalt der Politik der religiösen Hierarchie gegenuher blind zu sein. Deshalb sind sie auch nicht in der Lage. die Rolle zu spielen, die sie aufgrund ihres Einflusses bei der Organisierung und politischen Führung der Arbeiterklasse und ihrer Verbündeten haben könnten.

Unter dem Einfluß der derzeitigen revolutionären Ereignisse und der Intervention der revolutionären Marxisten wird wahrscheinlich ein politischer Differenzierungsprozeß in dieser Organisation stattfinden, und viele ihrer Genossen werden für eine konsequente revolutionäre Politik gewonnen werden können. + ++ Die „Mudschahidin ¡ Kalą", die „Volkskrieger", , sind unter den gleichen Umständen entstanden wie die Fedayin. Ende der 60er Jahre lancierten sie ihre erste Guerilla-Kampagne. Ihre Führung kommt aus der Iranischen Befreiungsbewegung, einer bürgerlich-religiösen Opposition, die ihrerseits von der alten Nationalen Front herrührt. Ihre ideologischen Wurzeln gründen in der „Drittwelt." und anti-imperialistischen" Interpretation des Islam. 1975 hatte ein maostalinistischer Flügel versucht, die Führung durch einen Putsch zu nehmen, was zu einer Spaltung geführt hatte. Diese Gruppe konnte 1978 nicht mehr bean-

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spruchen, die Mudschahidin zu repräsentieren. Deshalb ist es mehr die mit dem Islam verbundene Strömung, die bei den Herbstmobilisierungen 1978 und beim Aufstand wieder auftauchte. Aufgrund ihrer Vergangenheit als aktive Widerstandskämpfer gegen die Diktatur genie- Ben sie ein großes Prestige bei den Massen. Aufgrund ihrer ideologischen Grundlage wie auch ihrer nationalistisch-populistischen Orientierung unterstützen kritisch die Regierung und folgen Khomeini. auch wenn sie die anti-demokratischen Methoden der Regierung richtig kritisieren. Sie haben sich für die Islamische Republik " ausgesprochen und übersehen die kapitalistische Natur eines solchen Regimes, das doch im Dienste der Bourgeoisie und der Großgrund. besitzer steht. Wenn sie nicht mit ihrem Programm brechen, dann werden sie keinerlei Rolle im Kampf um die politische Unabhängigkeit der arbeitenden Massen spielen. Dennoch bleiben sie eine bedeutende Kraft, die eine Rolle bei den anti-imperialistischen Mobilisierungen und bei gewissen sozialen Kämpfen spielen kann, was ihren Einfluß auf die Mitglieder haben und sie auf marxistische Positionen bringen kann.

Nach Jahrzehnten der Diktatur und nach dem wiederholten Verrat der Stalinisten ist die iranische Arbeiterbewegung politisch und organisatorisch schwach. Aber gleichzeitig bedeutet diese organisatorische Schwäche. daß es keine verknöcherte Bürokratie gibt. die sich vor die Arbeiter stellt. Ausbrüche halbspontaner Kämpfe können zu plötzlichen Sprüngen bei der Organisierung von Arbeiterkomitees und bei der Bildung von Kampfgewerkschaften führen.

FÜR DIE KÜNFTIGEN KÄMPFE

Die kommende Periode wird eine Periode sein, wo sich der Klassenkampf vertieft und die Auseinandersetzungen sich verschärfen, weil die kapitalistischen Kräfte versuchen, ihre Herrschaft zu festigen und den Arbeitenden den Preis für die Krise zahlen zu lassen. Der Klassenkampf wird die Form eines Wechselverhältnisses zwischen den Kämpfen der Arbeiterklasse, denen der nationalen Minderheiten, der Bauern, der plehejischen Massen in den Städten und der Frauen haben, und das in Verbindung mit den künftigen Bewegungen um Probleme wie die massive Arbeitslosigkeit, die Wohnungen und die sanitären Bedingungen oder für die demokratischen Rechte. Kurzfristig wird es keine Lösung geben: bedeutende Fortschritte und Rückschläge werden wir erleben, aber die entscheidenden Zusammenstöße zeichnen sich noch nicht ab.

In einer solchen Situation ist der wichtigste Faktor • der heute fehlt und damit den Sieg der Arbeiterklasse verhindert - die Existenz einer revolutionärmarxistischen Arbeiter-Massenpartei, die voll ihre Rolle als revolutionäre Führung spielen kann. Der Aufbau einer solchen Partei, das ist die Aufgabe, die sich die Vierte Internationale und die Hezbe Karagane Socialist vorgenommen haben. Heute führt die HKS den Kampf um folgende Leitplanken:

• Für die Verteidigung aller Errungenschaften der Revolution gegen die interne und imperialistische Reaktion, fur die Liquidierung der amerikanischen Stützpunkte. für den Bruch der diplomatischen Beziehungen und den Stop der Erdöllieferungen zu Südafrika und Israel, für die Annullierung der riesigen Waffenbestellungen durch den Schah bei den imperialistischen Regierungen und für die Annullierung der Verträge über die Verteilung des Erdöls, die mit dem Kartell der imperialistischen Monopole abgeschlossen wurden.

Für die Heimholung des Reichtums. den der Schah bei den imperialistischen Banken deponiert hat, und den anderen im Ausland angelegten Kapitalen; für die Annullierung der Schulden gegenüber den imperialistischen Mächten, die so lange die Arbeiter und Ressourcen des Iran ausgebeutet haben. Für die Enteignung all dessen, was den Imperialisten gehört: für die Annullierung aller Verträge mit dem Imperialismus. die zum Schaden des iranischen Volkes abgeschlossen wurden. Solidarität mit der palästinensischen Revolution, mit den Kämpfen der arbeitenden Massen un Nahen Osten, der ganzen Region und der ganzen Welt. • Das Plebiszit-Referendum über die „Islamische Republik" ist ein Versuch, eine kapitalistische Regierung und eine solche Verfassung von oben über das Volk zu stülpen. Für die Einberufung einer souveränen Konstituierenden Versammlung, die frei von jeder Einmischung von Seiten der Regierung oder des Islamischen Revolutionsrates ist und die unter den Bedingungen totaler politischer Freiheit agiert, so daß sie Entscheidungen über die Gesamtheit der das Volk angehenden Fragen treffen kann.

• Die HKS ist bereit. sich mit allen demokratischen Kräften zusammenzutun, die die Errungenschaften der Revolution gegen die Versuche der Regierung und des Islamischen Revolutionsrates, die Zensur wieder einzuführen und die demokratischen Rechte einzuschränken, verteidigen. Für die absolute Walınung der Rechte der politischen Parteien, für die totale Meinungsfreiheit der Presse, des Rundfunks und des Fernsehens, für das Versammlungsrecht. Trennung der Kirche vom Staat. Freiheit der Religion und des Denkens überhaupt.

• Um den Auswirkungen der Inflation und der massiven Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken: Reduzierung der Arbeitsstunden ohne Lohneinbuße und Verteilung der Arbeit auf alle Hände, Erhöhung de: Löhne und laufende Anpassung an die Lebenshaltungskosten. Nachträgliche Zahlung aller Löhne. die den Arbeitern. die am Generalstreik teilgenommen haben. noch geschuldet werden.

in breites Programm Ottentliche rbeiten und der Entwiclune soziale Infrastrukturen ist sofort anzupacken. um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und der Bevölkerung die notwendigsten Dienstleistungen zu erbringen: im Gesundheitswesen, bei der Verteilung der Nahrungsmittel an die Unterernährten; Bau von Wohnungen, Wasserleitungen und K'analisationssvstemen: Entwicklung, der Einschulung aller Kinder und Kampagnegegen den Analphabetismus; Bewässerung auf dem Land.

• Für ein öffentliches und kostenloses Gesundheits- und Sozialversicherungssystem. Offenlegung der Buchhaltung für und durch die Arbeitenden und die Bevölkerung, so daß die Wahrheit aufgedeckt wird über die Wirtschaft, die Verbindungen mit dem Imperialismus und die Korruption. Sofortige Enteignung jeglichen Eigentums des Schahs und seiner kaiserlichen Familie sowie der Kapitalisten, die sich weigern, ihre Fabriken wieder laufen zu lassen, oder die geflüchtet sind. Die Kapitalflucht muß gestoppt werden. Enteignung der Banken, der Erdölindustrie und der anderen Schlüsselsektoren der Wirtschaft. Kontrolle der Arbeiter über die enteigneten Unternehmen. Die Arbeiter- und Bauernorganisationen und •komitees müssen nach breiter demokratischer Diskussion einen Notplan zur Überwindung der Wirtschaftskrise ausarbeiten. • Die Bauern brauchen Land, billigen Kredit, Maschinen und Dünger in ausreichender Menge sowie eine gesicherte Abnahme für ihre Produkte. Sie brauchen ein Bewässerungsnetz. Die Enteignung der Banken und Schlüssel-Industrien kann die notwendigen Mittel dafür bringen, um ihren Bedarf zu befriedigen und so dazu beitragen, das Bündnis zwischen den Arbeitern und den Bauern zu schmieden. unDerd Fren Minderheiten dion bele

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Kampf gegen den Schah in der Vorhut standen, ist aufs engste mit. dem Kampf um die Befriedigung der sozialen Bedürfnisse der Bauern verknüpft.

• Völlige Wiederherstellung der linguistischen und kulturellen Rechte der Kurden, Aserbeidschanis. Belutschis. Türken, Araber und der anderen unterdrückten Völker des Iran. Recht der unterdrückten Minderheiten auf Selbstbestimmung einschließlich des Rechts auf Unabhängigkeit.

• Die Frauen haben eine Schlüsselrolle beim Sturz des Schahs gespielt; ihr Anteil bei den Massendemonstrationen und Streiks war bedeutender als je in der Geschichte des Iran. Stoppt die Versuche der Regierung und der religiösen Hierarchie, ihre Rechte zu beschränken! Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Für angemessene soziale und sanitäre Dienstleistungen für die Kinder. Gleichstellung mit den Männern in allen Massenorganisationen und in der ganzen Gesellschaft. • Auflösung der spezialisierten Repressionstruppen des alten Regimes einschließlich der SAVAK, der Kaiserlichen Garde usw. Veröffentlichung der Archive, um alle Verbrechen gegen das iranische Volk an das Licht der Öffentlichkeit zu bringen und die Schuldigen zu benennen. Kampf gegen jeglichen Versuch, diese Repres: sionstruppen zu rekonstituieren. unter welcher Form auch immer.

• Die Regierung muß die Grundrechte für alle Massenorganisationen einschließlich der politischen Parteien garantieren. Die Massenorganisationen haben das Recht, sich selbst gegen die bewaffneten Banden und die in Revolutionäre verkleideten Agenten der SAVAK zu verteidigen.

• Absolute Wahrung der politischen Rechte der Soldaten einschließlich der Meinungs- und Versammlungsfreiheit, dem Recht, alle Publikationen zu lesen, und dem Recht, einer politischen Partei beizutreten usw.

Die wehrpflichtigen Soldaten müssen alle ihre Offiziere wählen und Verbindungen mit den Arbeiterkomitees knüpfen können, um eine Volksmiliz unter der Kontrolle der Delegierten der Arbeiterräte, der Soldaten und der Bauern aufzubauen. Eine derartige Volksmiliz wäre die beste Garantie gegen jeglichen Versuch von Seiten der Rechten, die vom Imperialismus unterstützt wird, einen Staatsstreich auszubrüten.

- Die Werktätigen in Fabriken und Büros brauchen demokratische Gewerkschaften, um für ihre unmittelbaren Interessen gegen die Unternehmer kämpfen zu können. Die Gewerkschaften müssen aufgebaut werden auf der Grundlage der Industriebranchen, die zusammengeschlossen sind in einer einzigen, vom Staat unabhängigen Zentrale.

Für die gewerkschaftliche Organisierung der Landarbeiter, der arbeitenden Frauen und der Immigranten.

• Für die Wiederbelebung und Ausweitung der Komitees, die sich die Massen im Kampf gegen den Schah geschaffen haben. Für den Aufbau von Arbeiter- und Stadtviertelkomitees dort, wo sie noch nicht existieren.

nd Bauernkomitees. Il auer Konntesin iese Komiter sind die besten Instrumente, um die Einheit der Massen im Kampf zu schmieden. Um wirksam für die Interessen der Arbeiter, der städtischen Armut, der Soldaten, der Bauern und aller Arbeitenden zu kämpfen, müssen diese Komitees vom Staat und von der religiösen Hierarchie unabhängig sein.

Die Agenten der SAVAK dürfen daran nicht teilnehmen. Die Komitees müssen völlig demokratisch funktionieren, alle Arbeitenden repräsentieren und von diesen gewählt werden; die Delegierten müssen abberufbar sein; gleiches Ausdrucksrecht muß allen politischen Parteien garantiert sein.

Das wesentliche Ziel ist die Bildung von Räten (Sowjets) von Arbeiter., Soldaten- und Bauerndelegierten mit Massenbasis sowie von Stadtviertelkomitees. Sie müssten den Kampf der gesamten Massen global um ihre Forderungen, Interessen und Rechte führen.

• Die Arbeitenden müssen, um für all die oben erwähnten Forderungen zu kämpfen, alle Anstrengungen unternehmen, um den Arbeitsplatz über die Arbeiterkomitees selbst zu kontrollieren.

• Keine kapitalistische Regierung kann die Bedürfnisse der arbeitenden Massen zufriedenstellen. Eine solche Regierung wird im Gegenteil die Interessen der Unternehmer gegen die der Arbeiterklasse verteidigen. Für eine „Arbeiterund Bauernregierung", d.h. eine Regierung, die auf den breiten demokratischen Räten (Sowjets) der arbeitenden Massen gegründet ist. Eine solche Regierung wird die Verbindungen zwischen den Arbeitern und den armen Bauern festigen und die arbeitenden Schichten für die Enteignung der wichtigsten Industriebranchen und Banken mobilisieren, um die Macht der Imperialisten und ihrer einheimischen Verbündeten zu brechen, um eine Planwirtschaft zu errichten und um die Diktatur des Proletariats, die den Weg zum Sozialismus öffnet, einzuführen. Hezbe Karagane Socialist erklären sich bereit, die Aktionseinheit mit anderen Kräften um die Forderungen der Arbeitenden herum einzugehen.

Folgt man eine Bahn, die der eben gezeichneten zuwiderläuft, dann stellt man sich den Bestrebungen der Werktätigen, unterdrückten Nationalitäten, der städtischen Armut, der Bauern, der Soldaten und der Frauen entgegen und würde diese unweigerlich demobilisieren. Das hieße, das Tor für die Wiedereinführung der nationalen Reaktion und des Imperialismus, der Einsetzung eines erneuten diktatorischen Regimes auf dem Stiefel des Imperialismus weit zu öffnen. Wir ziehen in die Schlachten der kommenden Monate und Jahre voller Optimismus, mit Optimismus, der auf dem im Kampf erprobten Mut der iranischen Arbeiter und der Massen dieses Landes fußt.

Die HKS, die Vierte Internationale und all ihre Sektionen rufen die Arbeitenden der ganzen Welt auf, die iranische