Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Chile

Fidel Castro im Land der 'Volkseinheit

Inprekorr Nr. 10, 15. Dezember 1971 · S. 2-4 · 1.208 Wörter

Chile Kuba und Karibik Bolivien, Peru und Anden Gewerkschaften und Streiks

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FIDEL C. *80 10 LAND DER "VOLKSEINHE IT"

11***********+++******++***++++++**+++++*+*++ pesuchte Pidel Castro ein Land Lateinamerikas.

Damale morde peine mireise zu einem Triumpfzug: von Caracas. bis Peter Aire •lerin ihr die Massen als Befreier von einer der vermonaten Dit: corr der Kortinents. Das Epos der Bärtigen wurde zur Legende.

A..? 3 soll: cher linsicht wurde diese Reise durch die Zweideutigkeiten Seinen in den eroten Monaten seiner ferrachert reprägt. re! made al: Pround der "liberalen" Regime empfangen, und er forderte die Master art, für ihre Wirde und ihre nationale Unabhüngigkeit zu kämplen. Mar reac in kava coch nºoht von Sozialiamo...

Te deine des kubawinchen Führers nach Chile heute hat eine mans andere Bedeutung. Nach zehn Jahren Blockade und Isolierung, ein Zustand,der von Imperialisme oit bruck und Drohungen aufrechterhalten wurde. ist diese Reise unleuphar ein politischer Sieg der Cubar er und eine Niederlage der amerikanischen Politii. Es hat sich eine Bresene aufgetan, die der imperialismis nicht mehr schlieben kann.

Chile wird Fidel von der peruanischen Regierung, unter dem Vorwand einer Zwiechenl nom in Lima, empfangen werden. Ohne so "weit" zu gehen. laseimmerikanische linder heute von der Biener- Ler niolomatischen oder wirtschaftlichen Beziehungen su Koon. me letate Beionel dierer Art sind die Verlautbarungen des arrentinisch- Pranionsten. General Lanunse. Längerfristig können die lolgen für Cuva, zamindent and Ekonomischen Gebiet, nur positiv sein: . B. tann die Ent- Sheeg handelabeziehungen mit anderen lateinamerikanischen bünder den Khinnern die Möglichkeit geben, in gewissen Grenzen natürlich, ihre Athangirkeit von der Sowjetunion zu mildern, benondegs was die Vernorguns mit Rehetoffen antelangt. Auf der Ebene der politischen Folgen .iedoch sind rie Dinge weit davon entfernt, ebenso klar zu sein -- nicht veil die Antei klung der Beziehungen zu anderen Landern, mas auch immer ihre rol: inche Stentsferm ist. an sich gefährlich wäre. Im Gegenteil. Die i in Wirklichkeit in Inhalt der politischen Basis, auf Ger 1e jeaer Art eingegangen verden.

So in! Entwicklung der Beziehungen mit Peru, eine Art stillpervelvender "Entente Cordiale" zwischen Lima und Havanna, aul der Basis einer gepoptimistischen faltupg der kubanischen Fihrang augespielt. Die peromilche Regierung wird in allen offiziellen Kommuniquees und in den Artikeln der "Granma" (1) als konsenuent "antiimperialistisch" apostrophiert. Ihre harte Repressionspolitik gegenüber den gewerkschaftlichen Organirationen und den revolutioniren Gruppen wird mit Schweigen übergangen, ebeneo wie ihre ständigen Konzessionen an den imperialismus. Mehr noch: ihr pelati chor Kurs wird, so wie er eich heute zeigt, unterstützt und offiziell im Rahmen eines gemeinsamen sowjetisch-kubanischen Komnuniquees daelich des kürzlichen Besuchs von Kosuygin in Havanna celobt. Vährend ies rationalen Streiks der peruanischen Lehrer vor einigen Wochen, der ale Vorwand für die Ausweisung unseres Genossen Hugo Blanco diente. stellte sich die kubanische Presse hinter die Regicrurg Velacco und übernalm gorar deadn Bezeichnung der Gewerkschaltaführer als "rechteextreme Provokateure". Kein Wort über die nachfolgende Repressionswelle. Das heterliche Masaaker an acht Bergarbeitern gibt eine Vorstellung vom Avomse der Repression.

Wae die Beziehunsen su Chile anpeht. co int die Sache komplizierter. Sumindest bisher ist die Haltung der Cusaner zur Regierung Allende paradoxerveise viel rent er opportanistisch revenen als gegenüber Peru. Die Kubaner haben den Sieg der Volkstront vom letzten Jahr begrüßt und haben cehr korrekt die memen Permpektiven, die sich den chilenischen Massen eröffneten, natrezeit. Sie halen sei dem keine Gelegenheit ausgelassen,

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die positiven Maßnahmen der neuen Regierung, oł a wirkliche Analyse a1lerdings, zu unterstreichen: Nationalisierung der Kupferminen, Lohnerhöhungen, Wille zur Unabhängigkeit gegenüber dem Imperialismus. Aber im Gegensatz zu Peru, wo die revoiutionäre Bewegung nach den Niederlagen von 1965/66 zerschmettert war und wo kaum eine Organisation, die auf die eine oder andere Weise mit Kuba verbunden war, existierte, ist die revolutionäre Linke heute in Chile eine Realität. Die MIR (2), Hauptkraft und Symbol dieser Linken zugleich, hat schon seit langem sehr reale Verbindungen zu Kuba, das darüberhinaus schon immer ihr politischer Hauptbezugspunkt war. Diese Dinge haben die Kubaner folglich genau berücksichtigt und haben sher genau, ohne sich zu engagieren, in ihrer Presse über die Aktivitäten der MIR, besonders über die Landbesetzungen im Süden Chiles, berichtet. Der Besuch von Castro in Santiago steht diesbezüglich in einem spürbar neuen Kontext. Während sich die MIR vor einem Jahr hinter einer falschen Neutralität in bezug auf Allende verschanzt hatte, später dann punktuelle Kritik in einer Reihe von Fragen übte, besonders als die Polizei bei verschiedenen Landenteignungsaktionen, die von den ar men Bauern unter Führung der MIR durchgeführt wurden, eingriff, hat die MIR neulich einen Kurswechsel vorgenommen. Miguel Enriquez, ihr Generalsekretär, hat vor einigen Wochen eine heftige Kritik am derzeitigen Politischen Kurs von Allende geübt. Dabei unterstridh er die Rechtsdynamik als Folge der systematischen Unterdrückung der "wilden" Landbesetzungen, der wiederholten Appelle an die streikenden Arbeiter, sie sollten wieder Ruhe und Ordnung einkehren lassen und der kaum verhüllten Drohungen an die Adresse der revolutionären chilenischen Linken. In diesem Rahmen erhält der Besuch Castros einen "explosiven" Charakter, der von vielen Zweideutigkeiten geprägt wird...

Die Nützlichkeit des Besuchs des "obersten Führers" der kubanischen Revolution für Allende ist offensichtlich. Sicher, es ist von seiner Seite ein sehr realer Beweis seiner Unabhängigkeit gegenüber dem Drudk des Imperialismus. Aber andererseits, und vor allem, handelt es sich in den Augen der lateinamerikanischen Massen im allgemeinen und der chilenischen im besonderen, drei Wochen nach dem Besuch von Lanusse in Chile und dem daraus entstandenen argentinisch-chilenischen Freundschaftspakt, um eine kostbareund sehr nützliche revolutionäre Bürgschaft. Eine revolutionäre Bürgschaft, die auch sehr nützlich gegenüber der MIR und der revolutionären Linken ist, gegenüber den unterdrückten chilenischen Bauern und den für Lohnerhöhungen streikenden Bergarbeitern. In dieser Situation ist die Position von Castro sehr delikat. Einerseits besteht für ihn die Notwendigkeit, seine Beziehungen mit der Volksfrontregierung zu entwickelt, andererseits geht er aber damit das Risiko ein, seine glühen sten Anhänger, im gegebenen Fall die MIR, zu verleugnen. Nach der Lektüre seiner ersten Erklärungen scheint es, als ob sich der "Chefkommandierende" entschieden hat...

Seine Erklärungen über die"revolutionistische Ungeduld", sein Appell an die Arbeiter der Salpetermine Maria-Elena zur Mäßigung ihrer Lohnforderungen, seine Erklärung in der Kupfermine von Chuquicamata, wo er die Bergarbeiter aufforderte, das nationale Interesse zu berücksichtigen und die Entwicklung der Produktion nicht durch unangebrachte Arbeitsunterbrechungen zu stören, all diese Äußerungen haben eines gemein: es sind Aufrufe zur Disziplin und zur Einheit hinter der Regierung Allende und zur Demobilisierung von Bewegungen, die sich um Forderungen der Massen strukturieren, aber außerhalb der Organisationen der Volksfront. Es ist zu befürchten, daß Fidel im zweiten Teil seiner Reise, die ihn in den Süden des Landes führt, ähnliche Dinge zu den Bauern sagen wird, die von der MIR für die Rückgewinnung des Landes von den Großgrundbesitzern organisiert und mobilisiert worden sind. Die Verleugnung -demgemäß die Wahl -- könnte nicht deutlicher zum Ausdruck gebracht werden...

Der große Nutznießer der Reise wäre ein sich in seiner Politik der Zweideutigkeiten wohlfühlender Allende.

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Der enthiastische Empfang, der Fidel Castro von den chilenischen Massen bereitet wurde. hatte dennoch eine klare Bedeutung: das war der Empfang, den man dem Führer der ersten siegreichen sozialistischen evolution des Kontinentes zuteil werden ließ und weniger einem der vielen Freunde der Volksfrontregierung.

offizielle kubanische Tageszeitung

Movimento de la Izquierda devolucionaria (Bewegung der Revolutionären Linken)

(aus Rouge 133 vom 20. Nov. 1971)